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Lohnt sich die gesetzliche Krankenversicherung für

Beamtenanwärter?

Beamtenanwärter unterliegen nicht der Versicherungspflicht in der gesetzlichen


Krankenversicherung. Sie können sich, wie zum Beispiel Selbständige auch unabhängig von
ihrem Einkommen freiwillig entweder gesetzlich versichern oder in die private
Krankenversicherung wechseln. Sie müssen keine Voraussetzungen für die private
Krankenversicherung erfüllen und haben zudem das Recht auf Beihilfe. Eine finanzielle
Unterstützung bei den Krankheitskosten durch den Dienstherrn.

Die gesetzliche Krankenversicherung für Beamtenanwärter


Da Beamtenanwärter freie Wahl bei der Krankenversicherung haben, haben sie auch die
Möglichkeit, sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Zwar bleibt nun
theoretisch die Beihilfeberechtigung davon unberührt, da Kosten im Krankheitsfall aber
vorrangig von den gesetzlichen Krankenkassen gedeckt werden, besteht in der Praxis kaum
eine Möglichkeit, Beihilfe zu erhalten. Beihilfeergänzungstarife, wie es sie in den privaten
Krankenkassen gibt, sind bei gesetzlichen Krankenkassen nicht vorhanden. Es handelt sich
hierbei immer um eine hundertprozentige Krankenversicherung. Da Beamtenanwärter ihren
Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mit ihrem Arbeitgeber teilen können,
müssen sie diesen komplett selbst bezahlen. Nur selten macht es deswegen Sinn, sich
gesetzlich versichern zu lassen, da zudem schon Beamtenanwärter oft ein gutes
Einstiegsgehalt besitzen und sich die Beiträge bei der gesetzlichen Krankenkasse immer am
Einkommen orientieren.

Ausnahmefälle, in denen es tatsächlich sinnvoll sein kann, sich in einer gesetzlichen


Krankenversicherung versichern zu lassen, sind neue Modelle, wie es sie beispielsweise in
Hamburg gibt. Hier erhalten Beamtenanwärter von ihrem Dienstherrn einen Zuschuss zum
Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung, die sogenannte pauschale Beihilfe. Gerade
Beamtenanwärter die nur Teilzeit eingestellt sind, können von niedrigen Beiträgen profitieren.
Auch durch die kostenlose Familienversicherung, die die gesetzlichen
Krankenversicherungen haben, können Gründe sein, die für eine Absicherung in der
gesetzlichen Krankenkasse sprechen. Wer zudem durch Vorerkrankungen hohe Beiträge in
der privaten Krankenkasse zahlen würde, kann abwägen, ob sich die pauschale Beihilfe eher
rechnet als die individuelle Beihilfe in der privaten Krankenversicherung. Es kann davon
ausgegangen werden, dass weitere Bundesländer dem Hamburger-Modell folgen und
Beamtenanwärter die pauschale Beihilfe ermöglichen, um sich in der gesetzlichen
Kranversicherung versichern zu lassen. Aktuelle Informationen für Beamtenanwärter sind
deshalb LINK zu finden.

Die Vorteile der privaten Krankenversicherung


Für die meisten Beamtenanwärter, die nicht in Hamburg arbeiten, ist es zum jetzigen
Zeitpunkt immer noch die beste Lösung, sich privat zu versichern. Nur so kann von den
Zuschüssen durch den Dienstherrn profitiert werden. Durch die speziellen Beihilfetarife
genießen sie einen besonders günstigen Versicherungsschutz, der sich nach individuellem
Bedarf zusammenstellen lässt. Hier bieten private Krankenversicherungen zahlreiche
zusätzliche Leistungen wie beispielsweise hochwertigen Zahnersatz, Erstattung von
alternativmedizinischer Behandlung und Arzneien oder der Chefarztbehandlung. Wer als
gesetzlich Versicherter solche Leistungen in Anspruch nehmen will, muss dafür
Zusatzversicherungen abschließen. Die Leistungen, die zudem in der gesetzlichen
Krankenkasse angeboten werden, können sich ständig ändern, während die in der privaten
Krankenversicherung stets garantiert sind. Wer ein Beamtentarif einer privaten
Krankenversicherung in Anspruch nimmt, profitiert zudem davon, dass sich dieser meist
ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen lässt. Praktisch ist das, wenn der
Beamtenanwärter später einmal in ein anderes Bundesland zieht und sich der
Beihilfeanspruch deswegen ändert. Was auch nicht außer Acht gelassen werden darf, ist,
dass der Beitrag der privaten Krankenversicherung im Unterschied zur gesetzlichen
Krankenversicherung nicht am Einkommen festgemacht wird. Wer als zukünftiger Beamte
arbeitet, kann von einem guten Gehalt ausgehen, weswegen die Beiträge in der gesetzlichen
Krankenversicherung sehr hoch wären.

Wer nicht gerade in Hamburg wohnt, sollte sich fast immer für die Kombination aus privater
Krankenversicherung und Beihilfe entscheiden. Durch dieses Modell hat ein
Beamtenanwärter kaum Nachteile. Im Gegenteil sind es mehr Vorteile, da der Tarif auf die
individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden kann und dabei stets auf den staatlichen
Zuschuss zurückgegriffen werden kann. Selbst wenn sich Vorerkrankungen und Alter auf die
Beiträge der privaten Krankenversicherungen auswirken, rechnet sich das Modell von
privater Krankenversicherung mit Unterstützung durch die Beihilfe fast immer.