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Eberhardt Karls Universität Tübingen

Hauptseminar: Das Glück in der Kulturwissenschaftlichen Emotionsforschung, Vielfalt, Normen,


Praktiken.

Dozent: Prof. Dr. Monique Scheer

Wintersemester 2017

Essay 2

Utopie in der Suche des Guten und glücklichen Lebens

Aura Elisa Paz Sánchez

Master Literatur und Kulturtheorie

2. Semester

Matrikelnummer: 4142650
Utopie in der Suche des Guten und glücklichen Lebens

Das Glück als Tugend und Moral

Nach der Perspektive von Seneca, die in der Näherung von Sissela Bok behandelt wird, liegt das Glück
nicht an externe Sachen wie Besitz, Reichtümer und Gegenstände, auch nicht an Sachen die uns
geschehen wie der Schicksal oder die Umgebung, sondern an das, was wir Menschen bestimmen
können, das heißt die Moral und die Tugend. Durch beide kann der Mensch nach dem Glück streben,
nach dem ganz und vollkommenen Glück. Die Stellung der Stoiker verachtet das vorbeigehende
Vergnügen, weil es den menschlichen Zustand nicht wirklich erhebt, es kommt, geht und verlässt den
Mensch in derselben Position, im Gegenteil schätzen sie die Ausübung der Tugend, weil diese den
menschlichen Zustand verbessert und sie von der Fortuna unabhängig ist.

Die Tugend als das Tun des Guten bringt mit sich Themen wie die Freiheit, die Wahrheit oder die
Gerechtigkeit und sie umfassen sowohl das individuelle Leben, als auch die sozialen Beziehungen mit
der Menschheit und das menschliche Wirken als eine Einheit. Gutes tun erscheint in verschiedenen
Formen, aber ist immer die Aufgabe der Tugend „…the beneficence is a subdivision of the virtue of
justice that is its own reward regardless of whether it is reciprocated.“(Sissela Bok, 2010,62)

Das Gutes tun ist eine Aufgabe die alles einschließt, die überall gemacht werden kann und die dem
Mensch Sinn und Transzendenz gibt. Jedoch braucht solche Tüchtigkeit das nötige Wissen, um den
Weg des Richtigen und des Guten zu erkennen, der Erwerb vom Urteilsvermögen und Bewusstsein
bestimmen die Moral des Menschen. Auf dieser Weise kann erkannt werden, dass die Suche nach
einem besseren und weiseren inneren Zustand, eine bessere Gesellschaft oder eine bessere Welt ein
grundsätzlicher Teil des Glücks ist.

Das Versprechen der besseren Welt, die Hoffnung der besseren Welt

Für das Christentum wird das absolute Glück als die Seele den Gotteshimmel erreicht, der Paradies
enthält, alles was auf der Erde verneint wird und alle Leiden und Schaden werden dort vergütet. Das
Versprechen eines besseren Zustands tröstet und schütz alle Gläubige von der Verzweiflung und
Verlassen, solches Gefühl ist die Hauptsäule der christlichen Religion.

Neben dem Gefühl von Trost und die Hoffnung, an dem Paradies zu kommen, ist noch das Gefühl der
Unterstützung und Begleitung von Gott während des irdischen Lebens, ein Gefühl von Befriedigung,
das auch zu einer sozialen Notwendigkeit bezogen sein könnte. (Amy C. Wilkins, 2008,) Solches
Gefühl ist für die Atheisten nicht zu finden, sie müssen dagegen das Gefühl von Verzweiflung und
Verlassen gegenüberstellen und sie basieren ihre Suche nach dem Glück auf andere Mittel.

Zwischen die Atheisten, die Humanisten geben auch viel Wert und Zeit zur Suche des Glücks,
besonders heutzutage. Im Essay Good without God Mathew Engelke fokussiert seine Perspektive und
Analyse der Humanisten auf Gruppen die drinnen des aktuellen ökonomischen Systems
funktionieren, der Autor bezieht sich auf eine offizielle Institution wie die Bristish Humanist
Association und erwähnt zwei wichtige Teile des Humanismus, den Fortschritt und Vergnügen
(pleasure and progress) oder auch eudaimonía und hedone. Im Text wird besonders die Betrachtung
des Glücks als eine Sache der Gegenwart betont, da es in dieser säkularen Philosophie keine Himmel
oder Paradies gibt, wo das Glück auf uns wartet, das Glück soll dann hier und jetzt sein. In diesem
Punkt spielt der Hedonismus für die Humanisten eine wichtige Rolle und hier bezieht Engelke das
Vergnügen mit dem Konsum, jedoch erklärt, dass es sich rechtfertigt, indem es Bedeutung in sich hat.

„In short, I argue, for the humanists, the hedonic (the pleasurable) has to be seen as serving the
eudaimonic (the good)…. Humanists use their stilettos to beat God over the head; they use their
camper vans to run him down in the road. They use their chances to explain why they’re happy to be
happy here and now in a way that underscores its ethical valences. This is what I mean by arguing
that we need to approach happiness as an ideological commitment.“ (Engelke, 2015)

Die Idee des Glücks und Vergnügen hier und jetzt durch den Konsum, auch wenn es mit seiner
kulturellen Bedeutung rechtfertigt sei, würde dann eher zur Enttäuschung der Existenzialismus oder
zu einer kapitalistischen Gesellschaft, die in ihrer Krise verzweifelt Sinn sucht, entsprechen.

In Bezug auf den Fortschritt und wie es verstanden wird, beschreibt der Autor, dass die Humanisten,
als „children of enlightment“ an die Wissenschaft und ihre Entwicklung vertrauen, etwas, dass mit
klassischen Philosophen der griechischen Kultur verbindet wird, aber auch mit Philosophen des
Anfangs der Moderne und deutschen Idealismus. Die Entwicklung der Kenntnisse gibt Sinn und
Richtung zur Menschheit, während die Vernunft wirkt im Leben als eine Form der Tugend, weil sie
das Bewusstsein erlaubt und auf Fragen der Moral antwortet.

Es ist aber wichtig die Ursprünge des Humanismus nicht vergessen, obwohl es im zitierten Text nicht
erwähnt wird, fing der Humanismus als eine Bewegung in der Renaissance an, wo die griechischen
Philosophen wieder genommen und gelesen wurden. Mit der Idee der Tugend als Florieren der
menschliche Potenziale, kamen auch die Vorstellungen einer besseren und glücklicheren Welt in
Texten der Renaissance, die den Begriff „Utopie“ etablierten. Das Wort Utopie kommt aus den
griechisschen „topos“ (Ort) und das Präfix „ou“ (Verneinung), Utopie ist der Ort, der nicht existiert
oder der noch nicht existiert.
Thomas More, englischer Autor, schrieb seinen Text Von der besten Verfassung des Staates und von
der neuen Insel Utopia, vielleicht beeinflusst nach Platon und seiner Republik, kritisierte er die
politische Lage seiner Zeit und beschrieb einen idealen Staat, wo die Menschen und die Gesellschaft
einen guten Zustand vom Glück und Tugend erreicht hätten. Die beschriebene Gesellschaft soll mit
den Prinzipien der Gerechtigkeit, Freiheit, Vernunft und Demokratie funktionieren:

„And from thence they infer that if a man ought to advance the welfare and comfort of the rest of
mankind (there being no virtue more proper and peculiar to our nature than to ease the miseries of
others, to free from trouble and anxiety, in furnishing them with the comforts of life, in which
pleasure consists)…
Thus as they define virtue to be living according to Nature, so they imagine that Nature prompts all
people on to seek after pleasure as the end of all they do. They also observe that in order to our
supporting the pleasures of life, Nature inclines us to enter into society; for there is no man so much
raised above the rest of mankind as to be the only favourite of Nature, who, on the contrary, seems
to have placed on a level all those that belong to the same species.“ (More, 2008)

Neben dem Text von More stehen auch zwei Texte der Epoche, einer von Tommaso Campanella, Der
Sonnenstaat, die eine Regierung des Wissens und Kunst darstellt und der andere von Francis Bacon,
The New Atlantis. Die drei Schriften beinhalten die Werte des Humanismus und die Suche eines
Zustands von Entwicklung und Glück, „die Ansätze des Humanismus sind grundsätzlich utopisch“
(Eugenio Imaz, 1941, 12) Der Humanismus basiert sein Glauben an die Hoffnung, die mit den
menschlichen Tugenden kommt und auf diese Weise wären auch die Ansätze des Humanismus auf
die Zukunft orientiert.

Hoffnung und Glück

Der Begriff Utopie wurde etabliert und auch später von der Theorie des Sozialismus genommen und
als Utopische Sozialismus eingebunden. In der Soziologie und Politik, die utopische Vorschläge sind
nicht mehr reine Darstellungen oder Vorstellungen der Gesellschaft, sondern funktionieren als ein
philosophischer Motor, der in Wirklichkeit der gesellschaftliche Veränderung Bewegung und
Richtung gibt. Die utopischen Darstellungen sind multifunktional, auf eine Seite kritisierten die
Wirklichkeit seines geschichtlichen Hintergrunds, auf der anderen schlugen bessere Systeme oder
Formen des Lebens vor. Der Begriff wurde dann auch als eine unmögliche Ideal bestimmt, die Utopie
enthält eine Idee des Glücks und sein Gegenteil: Dystopie wäre dann eine unerwünschte Zukunft, wo
ein entmutigendes Gefühl die Lebensform herrscht.
Trotz des eingewurzelten utopischen Charakters des Humanismus, der hier und jetzt zwischen
Humanisten, von dem Engelke in seinem Essay spricht, wird oft von der aktuellen Gesellschaft breit
akzeptiert, das Motto carpe diem steht in den Gedanken der Individuen der Neuzeit, als ob es kein
Morgen geben würde, als ob die Verzweiflung in seinen Inneren wohnte. Weil am Ende des
Zwanzigsten Jahrhunderts in einer kapitalistischen Gesellschaft einfacher ist, sich das Ende der Welt
vorzustellen, als die Verwirklichung einer Utopie; solche Behauptung lässt sich in den aktuellen
kulturellen Ausdruck betrachten, wie in Literatur, Filmen oder Musik, da es die Gefühle der Leute
sind.

Es kommt dann die Frage, warum, wenn die Hoffnungslosigkeit ein herrschendes Gefühl der Massen
ist, versuchen viele trotzdem sich mit einem utopischen Ansatz zu engagieren und in gewissem Maße
verschiedenen Praktiken tun, die mit sich eine Suche oder einen Kampf für eine bessere Lage des
menschlichen Lebens bringen. Die Antwort ist, dass über die vernünftige Stellungnahme einer
politischen Position hinaus, existiert auch eine emotionelle und mit dem eigenen Zustand bezogene
Motivation. Die emotionellen Aspekte des Engagements und auch das Glauben an einem besseren
kollektiven Zustand sind mit einem Zufriedenheitsgefühl verbunden.

Das Engagement als Aufgabe des Gutes tun

Ein Forschungsthema für die sogenannte Antropology of the good könnte die Gefühle und Praktiken
manche linke Gruppen sein, die als Ziel eine utopische Aufgabe haben, indem sie ihre Aktivitäten auf
die Zukunft, und die Hoffnung gerichtet sind.

„Recent trends in anthropology focused on such topics as value, morality, well-being, imagination,
empathy, care, the gift, hope, time, and change might in the future coalesce in another shift of
anthropological attention, this one toward an anthropology of the good capable of recovering some
of the distinctive critical force of an earlier anthropology without taking on many of its weaknesses.“
(Robbins , 2013, 448)

Wie ich schon erwähnt habe, das Engagement hat zwei Aspekte des Wohlseins, eine wäre die
Bewegung zu einem zukünftigen kollektiven besseren Zustand der Menschheit und die Andere das
Wohltut, dass die Praktiken in den linken Gruppen zu den Individuellen Emotionen geben. Selbst die
Teilnahme an einer großen Auftragt gibt mehr Selbstwert zum Individuum, das Mitteilen dieser
Aufgabe mit anderen Personen bringt ein Gefühl von Zugehörigkeit und Zeichen von Solidarität, die
trösten und schützen.

Jedoch hat das soziale und politische Engagement nicht nur positive Emotionen oder Vorteile,
sondern auch negative Emotionen, zum Beispiel der Frustration des nicht Erreichte, das Betrachten
der Aufgabe, die unermesslich schwer aussieht oder die Angst, dass es verursacht, sich als die
Opposition zur Macht zu stellen. Die Problematik des errichteten Systems zu betrachten, es zu
kritisieren und Empathie vor die Ungerechtigkeiten zu fühlen, bring zweifellos Ärger, Empörung und
manchmal Machtlosigkeit; auch Dissident zu werden beinhaltet die Ausgrenzung von einem Teil der
Gesellschaft, daher muss das Individuum mit der Ablehnung umgehen.

Auch wenn das so ist, die Aktionen für ein utopisches Ziel sind ein Lebensform, die von vielen sehr
geschätzt wird, weil es erlaubt an große Aufträge teilzunehmen und emotionelle Gewinnen gibt.

Abschluss

In den behandelten Texten erscheint als ein gemeinsamer Faktor, die Aktion, die auf die Tugend und
die Moral des Menschen basiert ist, da sie sich mit dem Gutes tun bezieht. Auch auf eine intrinsische
Weise sind diese Aktionen immer kollektiv und entsprechen zur Suche einen besseren Zustand des
Menschen als eine Einheit.

Für die Humanisten die Tugend bedeutet Werte wie die Gerechtigkeit, die Freiheit, und das Wissen,
diese Werte führen die Vorstellungen einer besseren Gesellschaft und sind in der humanistischen
Tradition in der Utopie dargestellt. Dieser Glauben einer utopischen Welt wurde auch in unsere
politische Wirklichkeit eingefügt und ist bis heutzutage ein wichtiger Teil der Hoffnung, die für viele
die Geschichte fortbewegt.

Es gibt sowohl für die Religiöse, als auch für die humanistische Atheisten der Wünsch und Hoffnung
an eine bessere Welt und für beiden gibt es auch emotionelle Aspekte bei dem Zusammensein und
Zugehörigkeit einer Gruppe, die ihnen wohltut und motiviert, um ein Leben in seiner religiösen
Gemeinschaft oder politische Gruppe zu haben.

Es wäre interessant, in einer breiteren Analyse die Gefühle und Praktiken von linken Gruppen
durchgehen, aber nicht im allgemein, weil es zweifellos Unterschiede zwischen die verschiedenen
Gruppen und ihren ideologischen Positionen gibt und sie lassen sich nicht nur in einer Reihe von
Charakteristiken umfassen. Die Emotionen und Praktiken, die zum Beispiel einer Indigenen
Bewegung in Amerika hat, ist sicher anders als eine antifaschistische Gruppe von Anarchisten in
Europa, obwohl beide Gruppen linke sind, an utopische Ansätze glauben und vielleicht sogar nicht
eine ganz breite ideologische Trennung haben, die Gefühle, die sie bewegen sind anders.
Literatur

Bok Sissela. (2010) Exploring Hapiness: From Aristotle to Brain Science. New Haven.

Engelke Mathew. (2015) Good without God: Hapiness and pleasure among the humanists. In HAU
5/3.

Imaz Eugenio. (1941) Topía y Utopía in Utopien der Renaissance. México, FCE.

Wilkinsn Amy C. (2008) „Happier than Non-Christians“: Collective Emotions and Symbolic Boundaries
among Evangelical Christians. In: Social Psychology Quarterly 71/3.

Elektronische Quelle

Joel Robbins. (2013) Beyond the Suffering Subject. Toward an Anthropology of the Good. In: JRAI
19/3. Link: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1467-9655.12044/epdf

More Thomas. (2008) Utopia. On the Best State of a Republic and on the New Island of Utopia. The
floating Press. Link:

http://web.b.ebscohost.com/ehost/detail/detail?vid=0&sid=fcfb2619-8b48-414a-88a6-
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