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TEXTE FRANÇAIS VOIR PAGE 249  PRAXIS UND FORTBILDUNG 237

Jessica Mossaz1
Valerie G. A. Suter2
Christos Katsaros1
Michael M. ­Bornstein2
1 Klinik für Kieferorthopädie,
Zahnmedizinische Kliniken
der Universität Bern
2 Klinik für Oralchirurgie und

Stomatologie, Zahnmedizi­
nische Kliniken der Universität
Bern

KORRESPONDENZ
Prof. Dr. Michael M. Bornstein
Klinik für Oralchirurgie und
Stomatologie
Freiburgstrasse 7
3010 Bern
E-Mail: michael.bornstein@
zmk.unibe.ch

Überzählige Zähne im Ober- und


­Unterkiefer – eine interdisziplinäre
­Herausforderung

Teil 2: Diagnostik und therapeutische Konzepte

SCHLÜSSELWÖRTER Bild oben: Mesiodens mit follikulärer Zystenbildung und


Überzählige Zähne, Diagnostik, digitale Volumen­ retiniertem, verlagertem lateralem Schneidezahn 22 bei
tomografie, Therapie, Chirurgie einem 8,5-jährigen Patienten (dreidimensionale Bild­
rekonstruktion der digitalen Volumentomografie)

ZUSAMMENFASSUNG
Eine korrekte Lokalisierung der überzähligen ­Zähnen zur Lagebestimmung und Diagnostik
­Zähne ist für die Diagnostik, die Behandlungs­ von Wurzelresorptionen an benachbarten Zäh-
planung und besonders vor zahnärztlich-chirur­ nen empfohlen. Der Therapieplan hängt von
gischen Eingriffen von grosser Bedeutung. Tradi­ diver­sen Faktoren ab, besonders aber vom Zeit­
tionell wurden überzählige Zähne mithilfe von punkt der Diagnose, dem Alter des Patienten,
zweidimensionalen (2-D) Röntgenbildern wie von der Position des überzähligen Zahnes und
Pano­ramaschichtaufnahmen, Fernröntgenbildern auch eventuellen Komplikationen. Im vorliegen­
oder intraoralen Röntgenbildern (oft auch okklu­ den zweiten Teil der Übersichtsarbeit zu über­
sale Aufnahmen) abgeklärt. Mit der Einführung zähligen Zähnen im Ober- und Unterkiefer wer­
der digitalen Volumentomografie (DVT) wird den anhand der aktuellen Literatur besonders
diese Technik der dreidimensionalen (3-D) Bild­ die Diagnostik und die therapeutischen Konzepte
gebung nun auch vermehrt bei überzähligen aufgezeigt und diskutiert.

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Diagnostische Methoden Mandibularkanal befinden (Dula et al. 2014, Mossaz et al. 2014).
Überzählige Zähne werden nicht selten erst zufällig auf (intra­ In zwei Studien, welche zur Abklärung der Lage von überzähli­
oralen) Röntgenbildern während zahnärztlichen Kontrollunter­ gen Zähnen jeweils eine radiologische Abklärung mittels DVT
suchungen entdeckt. Es kann aber auch zu klinisch manifesten durchführten (Liu et al. 2007, Mossaz et al. 2014), wurde be­
Problemen kommen, welche auf einen überzähligen Zahn hin­ richtet, dass eine beachtliche Anzahl von Mesiodentes einen
weisen (Mossaz et al. 2016). So besteht der Verdacht auf einen engen Kontakt zum Nasenboden und/oder zum nasopalatinalen
Mesiodens, wenn es eine Asymmetrie im Durchbruchsmuster Kanal zeigten.
der zentralen Inzisivi gibt, wenn die Milchinzisivi (v. a. nur ein­ In einer chinesischen Untersuchung von Liu et al. (2007)
seitig) nicht exfoliieren oder wenn ein oder gar beide zentra- wurde die Qualität der Darstellung von Wurzeln und Kronen
len Inzisivi ektopisch durchbrechen (Russell et al. 2003). Da bei überzähligen Zähnen mittels DVT, PSA und FR verglichen.
Durchbruchstörungen bei Prämolaren und/oder Molaren auch Eine hervorragende Bildqualität wurde bei der DVT für die Kro­
durch überzählige Zähne bedingt sein können, sollte in solchen nen und Wurzeln in 98% beziehungsweise 94% der Fälle, bei
Fällen die mögliche Präsenz von überzähligen Zähnen abgeklärt der PSA in 72% und 40% und bei FR in 52% und 6% der Fälle
werden. Erster Schritt im Diagnoseprozess ist eine klinische gefunden. Die 3-D-Bildgebung mittels DVT ermöglicht es auch,
Untersuchung. Dabei wird besonders auf eine allfällige Volu­ detaillierte Informationen über Prävalenz und Ausmass von
menzunahme bukkal oder oral im Zahnbogen geachtet. Nach Wurzelresorptionen an Nachbarzähnen zu gewinnen (Alqerban
der intraoralen Inspektion sollte die Untersuchung durch ge­ et al. 2009, Katheria et al. 2010, Botticelli et al. 2011, Alqerban
zielte Röntgenbilder (zweidimensional/2-D oder dreidimen­ et al. 2011A, Lai et al. 2013). Gegenüber traditioneller 2-D-Bild­
sional/3-D) unterstützt werden. Sind überzählige Zähne vor­ gebung alleine zeigte sich bei Kieferorthopäden, dass diese sich
handen, empfiehlt es sich, deren Lage, Komplikationen wie durch die Beurteilung von zusätzlich angefertigten DVT-Bildern
Wurzelresorptionen an Nachbarzähnen oder eine mögliche in der Diagnosefindung und Behandlungsplanung sicherer fühl­
Zysten­bildung abzuklären (Primosch 1981, von Arx 1990, Rus- ten (Haney et al. 2010). Eine In-vitro-Studie an menschlichen
sell et al. 2003). Schädeln zeigte zudem keine signifikanten Unterschiede zwi­
Die exakte Lokalisierung von überzähligen Zähnen ist für die schen den verschiedenen DVT-Systemen im Hinblick auf die
Diagnose, den Behandlungsplan und vor einem zahnärztlich-­ Beurteilung des Schweregrads der Wurzelresorptionen auf
chirurgischen Eingriff von grosser Bedeutung. Traditionell (­Alqerban et al. 2011b).
wurden überzählige Zähne radiologisch mittels 2-D-Bildge­ Zusammenfassend soll nach einem radiologischen Zufalls­
bung wie Einzelzahnröntgenbildern (inkl. Aufbissaufnahmen), befund oder der Bestätigung eines Verdachts auf einen über­
Panoramaschichtaufnahmen (PSA) und auch Fernröntgenbil­ zähligen Zahn das entsprechende Einzelröntgenbild/PSA
dern (FR) evaluiert und lokalisiert (von Arx 1990, Garvey et al. ­jeweils zuerst eingehend beurteilt werden. Sollten trotz klini­
1999, Rajab & Hamdan 2002). Trotz all den oben genannten scher Untersuchung und radiologischer 2-D-Untersuchung
radio­logischen Verfahren kann die Bestimmung der genauen Fragen nach der genauen Lage (bukkal/oral) oder auch der Be­
3-D-Position des Zahnes im Kiefer und insbesondere die Eva­ ziehung zu benachbarten relevanten anatomischen Strukturen
luation von Wurzelresorptionen an benachbarten Zähnen pro­ offenbleiben, kann nach Rücksprache mit dem Patienten eine
blematisch sein. Daher wurde vor bald drei Jahrzehnten die weiterführende 3-D-Untersuchung sinnvoll sein. Für die Ab­
Computertomografie (CT) als weiterführende diagnostische klärung von überzähligen Zähnen sollte dabei die DVT gegen­
Methode vorgeschlagen (Ericson & Kurol 1988, Traxler et al. über einem CT bevorzugt werden. Wenn ein DVT durchgeführt
1989, Krennmair et al. 1995), welche sich aber bedingt durch wird, sollten möglichst optimale Einstellparameter gewählt
die relativ hohen Kosten und die nicht unbedeutende Strah­ werden, dies auch im Sinne des ALARA-Prinzips (As Low As
lendosis nicht als Methode der Wahl durchsetzen konnte Reasonably Achievable; Bornstein et al. 2014): Auswahl der
(Chaushu et al. 2004, Liu et al. 2007). Nach Einführung der kleinstmöglichen Fenstergrössen (in der Regel kleine oder mitt­
­digitalen Volumentomografie (DVT) in der Zahnmedizin lere Fenstergrössen) sowie Auswahl der geeigneten Einstellun­
(­Mozzo et al. 1998) wurde die Indikation und Eignung dieser gen (kV, mA, hochauflösend versus «low dose» Protokolle,
Methode zur exakten Lagebestimmung bei überzähligen Zäh­ d. h. Reduktion der Anzahl Aufnahmen pro Umlauf sowie der
nen mehrfach untersucht und als radiologische weiterfüh- Belichtungszeit, 180°- versus 360°-Umlauf).
rende Methode der Wahl bei unklaren Fällen empfohlen (Liu
et al. 2007, Kapila et al. 2011, Dula et al. 2014, Mossaz et al. Therapeutische Konzepte
2014). Ein nicht unbedeutender Vorteil ist, dass bei der DVT, Bei den therapeutischen Konzepten gibt es zu Beginn eine
besonders bei kleinen und mittleren Feldgrössen, bedeutend grundlegende Frage zu klären: Soll man den überzähligen
weniger Strahlung emittiert wird als bei einer traditionellen Zahn entfernen oder belassen und beobachten (also eine
CT-Untersuchung (Harris et al. 2012, Pauwels et al. 2012, «wait and see»-Strategie)? Ist ein chirurgischer Eingriff ge­
Bornstein et al. 2014). plant, dann stellen sich folgende Fragen: Wann ist der ideale
Durch die 3-D-Visualisierung der Kieferbereiche mittels DVT Zeitpunkt zur Entfernung des überzähligen Zahnes? Soll
erhält man Informationen in allen drei Ebenen und erhöht da­ gleichzeitig am retinierten permanenten Zahn eine kiefer­
mit die diagnostische Genauigkeit bei der Untersuchung von orthopädische Verankerung fixiert (operative Anschlingung)
retinierten Zähnen bei kieferorthopädischen Patienten (Becker oder einfach die natürliche Eruption abgewartet werden? Der
et al. 2010, Pazera et al. 2011, Lai et al. 2014), was vor einem Therapieplan ist also von vielen, auch individuellen Faktoren
chirurgischen Eingriff von Bedeutung ist (Becker et al. 2010). abhängig wie dem Zeitpunkt der Diagnose, vom Alter des Pa­
Dies gilt besonders, wenn sich überzählige Zähne in der Nähe tienten, von der Position des überzähligen Zahnes im Kiefer
von vitalen anatomischen Strukturen wie dem Nasenboden, und allfälligen assoziierten Komplikationen (Mossaz et al.
dem nasopalatinalen Kanal, dem Foramen infraorbitale, der 2016). In der Abbildung 1 sind die verschiedenen therapeuti­
Kieferhöhle, dem Mundboden, dem Foramen mentale oder dem schen Optionen auf einen Blick zusammengefasst und dar­

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Überzähliger Zahn

Gefahr einer Wurzelresorption


Eruptiert Verhindert Durchbruch des PZ Keine Komplikation
am PZ

*1 *2 *3 *4
ÜZ extrahieren ÜZ extrahieren Klinische und radiologische
Extrahieren
(so bald wie möglich) (so bald wie möglich) Kontrolle alle 12 Monate

Faktoren zur Entscheidungsfindung darüber, ob ein Attachment ÜZ extrahieren, wenn:


auf den PZ geklebt werden soll: – ÜZ sich bewegt hat
– Zeitpunkt des Durchbruchs des PZ – Follikularraum sich erweitert hat
– Wurzelentwicklung des PZ – KFO-Therapie geplant ist/ÜZ stört
– Initiale vertikale Position des PZ – ÜZ sich in enger Relation zur
– Platzverhältnisse im Zahnbogen Nasenhöhle befindet
– Neigung des PZ
– Alter des Patienten
– Grad der apikalen Verschiebung des PZ
– Typ des ÜZ

ÜZ extrahieren, ÜZ extrahieren, PZ anschlingen,


Platz schaffen/verteidigen Platz schaffen/verteidigen ÜZ = überzähliger Zahn, PZ = permanenter Zahn
* = Konzept einer interdisziplinären Zusammenarbeit
bei der Planung/Therapie von überzähligen Zähnen:
*1 Allgemeinzahnarzt/Kinderzahnmediziner/Kieferorthopäde/
Oralchirurg
Klinische und radiologische *2 Kieferorthopäde/Oralchirurg
Kontrolle nach 6 bis 12 Monaten *3 Kieferorthopäde/Oralchirurg
*4 Allgemeinzahnarzt/Kinderzahnmediziner/Kieferorthopäde
Abb. 1  Interdisziplinäre Therapieempfehlungen bei der Diagnose eines überzähligen Zahnes

gestellt. Detaillierte Informationen und wissenschaftliche ­ lei­benden Zähne, d. h. am Nasenboden liegenden oder gar
b
Erkennt­nisse zu den diversen Vorgehensweisen finden sich in die ­Nasenhöhle durchbrechenden überzähligen Zähnen so
in den folgenden Abschnitten. früh wie möglich erfolgen sollte. Damit soll das Auftreten von
Die chirurgische Entfernung eines überzähligen Zahnes im Schmerzen, nasalen Komplikationen wie Atemwegsbehinde­
Milchgebiss wird in der Regel nicht empfohlen, da bei diesen rungen oder chronischem Schnupfen sowie das Risiko einer
Interventionen für die benachbarten bleibenden Zahnkeime die oronasalen Fistelbildung nach einem chirurgischen Eingriff
Gefahr einer Verdrängung oder einer Schädigung mit nachfol­ vermindert oder vermieden werden. In Fall­berichten wurde
gender gestörter Entwicklung besteht (Primosch 1981, Russell auch aufgezeigt, dass überzählige Zähne durch ihre Proximität
et al. 2003). Im Milchgebiss brechen überzählige Zähne zudem zum N. ­alveolaris inferior zu Sensibilitätstörungen der Unter­
deutlich häufiger in normale Positionen der Zahnreihe durch, lippe (Ehsan et al. 2000) oder durch Druck auf den N. nasopala­
wodurch eine etwaige Extraktion höchstens anlässlich des tinus zu Schmerzen im Oberkiefer (Jaspers & van Gool 2011)
­physiologischen Zahnwechsels indiziert sein kann (Russell führen können. Bei diesen Fällen könnte eine frühzeitige Ent­
et al. 2003). Auch im Wechselgebiss muss nicht jeder überzäh­ fernung der überzähligen Zahnkeime solche neurosensorischen
lige Zahn operativ entfernt werden. Ein chirurgischer Eingriff Komplikationen vorbeugen sowie das Risiko einer Nervschädi­
wird aber empfohlen, wenn der Durchbruch des benachbarten, gung beim chirurgischen Eingriff vermindern.
bleibenden Zahnes verzögert oder gar verhindert wird, Nach­ In der Literatur wird immer wieder über den Nutzen und die
barzähne/-zahnkeime verlagert oder nach ihrem Durchbruch Notwendigkeit einer prophylaktischen Entfernung von über­
verschoben werden, Nachbarzähne in ektopischen Positionen zähligen Zähnen diskutiert, besonders wenn keine offensichtli­
durchbrechen, der überzählige Zahn eine aktive kieferortho­ chen Komplikationen zu erkennen und die permanente Denti­
pädische Behandlung stört oder verhindert, offensichtliche tion komplett entwickelt und störungsfrei durchgebrochen ist
­Pathologien (Wurzelresorption an Nachbarzähnen, Zysten­ (Primosch 1981). Unter diesen Umständen wird auch empfoh­
bildung etc.) vorhanden sind oder wenn der überzählige Zahn len, solche überzähligen Zähne zu belassen und lediglich regel­
in die Mundhöhle durchgebrochen ist (Abb. 2; Garvey et al. mässig klinisch-radiologisch nachzukontrollieren (sogenann-
1999). Dazu empfehlen Nazif et al. (1983), dass die operative tes «wait and see»-Therapiekonzept; Abb. 2; Tyrologou et al.
Entfernung von überzähligen Zähnen im Oberkieferfront­ 2005, Kurol 2006, Omer et al. 2010, Mínguez-­Martinez et al.
bereich bei einer Lage kranial des Apex der benachbarten 2012). Die Gegner dieses non-invasiven Therapiekonzeptes

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Abb. 2  28-jähriger Patient mit mehreren


überzähligen Zähnen im Ober- und Unterkiefer.
Die überzähligen Prämolaren mit zahnähnlicher
Form, lingual im Unterkiefer (34+, 35+) und pa-
latinal im Oberkiefer (24+) links sind symptom-
los. Sie werden daher belassen und klinisch und
radiologisch nachkontrolliert («wait and see»).
Der überzählige Zahn 14+ ist teilweise durch­
gebrochen und wird extrahiert. A: Koronales
Schnittbild der digitalen Volumentomografie
zeigt die linke Mandibula in der Region 34/34+.
B: Koronales Schnittbild regio 35/35+. C: Axiales
Schnittbild der linken Mandibula mit 34, 35, 34+
und 35+. D: Koronales Schnittbild regio 24/24+.
E: Klinische Ansicht des Gaumes mit eruptier-
tem 14+. F: Extraktion des Zahnes 14+.

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­ rgumentieren, dass überzählige Zähne beim B


a ­ elassen zu fol­ al. 2005, Kurol 2006). Die Entfernung von überzähligen Zähnen
genden Problemen führen können: 1) Es kann zu einer Zysten­ bei störungsfreiem Durchbruch der Nachbarzähne, ohne er­
bildung oder auch Wurzelresorptionen an Nachbarzähnen kenn­bare Pathologie oder auch wenn keine aktive kieferortho­
kommen, ohne dass die Inzidenz oder das Risiko wirklich be­ pädische Behandlung geplant ist, sollte somit eindeutig als
kannt sind; 2) die überzähligen Zähne sind im Prinzip funk­ elektiver Eingriff angesehen werden – hier gilt als oberstes
tionslos und daher überflüssig; 3) die operative Entfernung Prinzip «primum nil nocere» und lediglich eine klinisch-­
von überzähligen Zähnen geht in der Regel mit einer geringen radiologische Kontrolle in adäquaten Zeitabständen scheint
Komplikationsrate und einer guten Prognose einher (Abb. 3 ­indiziert (Garvey et al. 1999).
und 4; Primosch 1981). In den letzten Jahren überwiegen aber Der ideale Zeitpunkt für eine chirurgische Entfernung von
eher konservative Stimmen, welche unterstreichen, dass die überzähligen Zähnen, insbesondere in der Oberkieferfront,
Gefahr einer Vergrösserung des Follikels sowie einer Zysten­ ist umstritten. Einige Autoren empfehlen die sofortige Ent­
bildung oder auch die Resorption der Wurzeln von Nachbar­ fernung der überzähligen Zähne nach Diagnosestellung (Pri-
zähnen selten und daher vernachlässigbar ist (Tyrologou et mosch 1981, Nazif et al. 1983, Mason et al. 2000, Russell et al.

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Abb. 3  Elfjähriger Patient mit einem Mesiodens


und einem palatinal gekippten, hoch verlagerten
überzähligen Zahn (23+). Die überzähligen Zähne
wurden im Rahmen einer Abklärung vor einer
kieferorthopädischen Therapie entdeckt.
A, B: ­Klinische Ausgangssituation. Dentition in
der Ruhephase nach Wechselgebiss I mit einem
Diastema centrale (A: Frontansicht; B: Palatinale
Ansicht). C: 3-dimensionale Bildrekonstruktion
der digitalen Volumentomografie mit Mesiodens
und überzähligem 23+. D: Sagittalschnitt mit
Darstellung des Mesiodens. E: Horizontalschnitt
mit Darstellung des Mesiodens (MD). F: Sagittal-
schnitt mit Darstellung von 23+. G: Horizontal-
schnitt mit Darstellung von 23+. H: Koronaler
Schnitt mit Darstellung von 23+.
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Abb.3  I: Palatinale Lappenbildung mit Osteotomie zur Darstellung des Mesiodens. J: Osteotomiehöhle nach Entfernung des Mesiodens und Darstellung des
Zahnes 23+. K: Entfernter Mesiodens und Zahn 23+ nach Dekapitation in zwei Anteilen. L: Palatinale Ansicht zwei Wochen nach dem Eingriff: Das Diastema
centrale hat sich schon beinahe spontan geschlossen.

Abb. 4  Überzählige Prämolarenzahnkeime 34+


und 44+ bei einer 16-jährigen Patientin. Bei Wei-
terentwicklung der Zähne besteht die Gefahr
­einer Wurzel­resorption an den Nachbarzähnen.
Mit fortschreitender Entwicklung der Zahnkeime
steigt zudem das Risiko neurovaskulärer Kompli-
4A 4B kationen bei Entfernung des Zahnes, da die Wur-
zelbildung bei 34+ und 44+ in Richtung Foramen
mentale fortschreitet. A: Einzelzahnröntgenbild
der Regio 34 bis 37. B: Einzelzahnröntgenbild der
Regio 44 bis 47. C: Koro­nales Schnittbild bei 34+
mit Darstellung des linken Foramen mentale
(Pfeil). D: Sagittalschnitt der digitalen Volumen­
tomografie mit überzähligem Zahnkeim (34+)
zwischen den Zähnen 34 und 35. E: Sagittal-
schnitt mit überzähligem Zahnkeim (44+) zwi-
schen den Zähnen 44 und 45. F: Koronales
Schnittbild bei 44+ mit Darstellung des rechten
Foramen mentale (Pfeil). G: Klinische Ausgangs­
lage regio 34/35. H: Klinische Ausgangslage
­regio 44/45. I: Osteotomiehöhle nach Entfer-
nung des Zahnkeimes 34+. J: Osteotomiehöhle
nach Entfernung des Zahnkeimes 44+. K: Zahn-
keim 34+ nach Separation und Entfernung in
mehreren Anteilen. L: Multiple separierter Zahn-
4C 4D keim 44+ nach Separation und Entfernung in
mehreren Anteilen.

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2003, Omer et al. 2010, Ayers et al. 2014). Andere Autoren schreitendem Wurzelwachstum) als voll ausgebildete Zähne
empfehlen mit einem operativen Eingriff in der Oberkiefer­ spontan nach der Entfernung des überzähligen Zahnes durch­
frontregion bis zum Alter von acht bis zehn Jahren zu war- brachen. Ein verzögerter operativer Eingriff und eine damit
ten, da die Wurzelentwicklung der mittleren und seitlichen einhergehende Verzögerung des Durchbruchs des bleibenden
Schneidezähne erst zu diesem Zeitpunkt nahezu abgeschlos­ Zahnes in der Oberkieferfront kann auch zum Platzverlust im
sen ist (Abb. 3, Koch et al. 1986). Chirurgische Interventionen vorderen Zahnbogen oder zu einer Mittellinienverschiebung
zu einem frühen Zeitpunkt haben einige potenzielle Risiken: führen, was dann eine umfangreichere, interdisziplinäre chir­
Operationen beim kleinen Kind müssen nicht selten in Intu­ urgisch-kieferorthopädische Behandlung nötig macht (Russell
bationsnarkose durchgeführt werden; der Eingriff kann even­ et al. 2003).
tuell unnötig sein, da es bei der zukünftigen Zahnentwicklung Ein nicht unbedeutendes Problem bei der chirurgischen Ent­
zu keinerlei Komplikationen kommt; bei der operativen Ent­ fernung von überzähligen Zähnen ist, dass nur 36,2% bis 89,4%
fernung von überzähligen Zähnen besteht ein Risiko, dass der verlagerten bleibenden Zähne nach einem solchen Eingriff
benach­barte Zähne geschädigt werden und es somit zur einer spontan durchbrechen (Witsenburg & Boering 1981, Bryan et al.
Devitalisierung und/oder zu einer Wurzelfehlbildung beim 2005, Leyland et al. 2006, Smailiene et al. 2006, Ashkenazi et al.
bleibenden Zahn kommen kann (Primosch 1981, Omer et al. 2007, Pavoni et al. 2013). Somit werden nach der operativen
2010). Tyrologou et al. (2005) fanden in einer Gruppe von Zahn­ent­fer­nung weitere chirurgische Eingriffe wie eine Frei­
80 chirurgisch entfernten Mesiodentes zwei Fälle mit einem legung oder eine kieferorthopädische Anschlingung erforder­
Wurzelentwicklungstopp sowie drei Fälle mit reduzierter Sen­ lich. Darüber hinaus wird berichtet, dass der spontane Durch­
sibilität bei permanenten zentralen Inzisiven. Högström & An- bruch der Oberkieferschneidezähne bis zu drei Jahre dauern
dersson (1987) fanden bei chirurgischer Entfernung von über­ kann (Smailiene et al. 2006), was oft eine nachfolgende kiefer­
zähligen Frontzähnen in der Maxilla einen temporären Verlust orthopädische Behandlung nötig macht, um eine angemessene
der Sensibilität von Nachbarzähnen in drei Fällen (7,5%) und Ausrichtung des Zahnes im Zahnbogen zu erreichen (Ashkenazi
einen permanenten Verlust bei einem Patienten (2,5%). Diese et al. 2007). Um zusätzliche Operationen zu vermeiden oder um
Sensibilitätsstörungen waren nicht häufiger in der Gruppe eine kieferorthopädische Behandlung zu beschleunigen, wird
mit früher Intervention (vor dem elften Lebensjahr) als in der die chirurgische Entfernung von überzähligen Zähnen mitunter
Gruppe mit einer späten Intervention (nach dem elften Le­ auch mit dem Kleben eines Attachments auf den verlagerten
bensjahr). Generell muss aber festgehalten werden, dass Kom­ und/oder nicht durchgebrochenen bleibenden Zahn kombiniert
plikationen nach einer chirurgischen Entfernung von über­ (Abb. 5; Smailiene et al. 2006, Ashkenazi et al. 2007, Ayers et al.
zähligen Zähne selten sind (Nazif et al. 1983, Ferrés-Padró 2014). Solche kombinierten Eingriffe sind besonders bei kleinen
et al. 2009). Es gibt aber auch Hinweise, dass, wenn die Inter­ Kindern, welche für die Operation eine Vollnarkose brauchen,
vention früh (also bis zum sechsten oder siebten Lebensjahr) durchaus sinnvoll, da weitere invasive Interventionen vermie­
durchgeführt wird, es eher zu weniger Schädigungen an den den und auch die Kosten im vernünftigen Rahmen gehalten
Nachbarzähnen nach einer chirurgischen Entfernung von werden können.
überzähligen Zähnen kommt (Omer et al. 2010). Neben dem Stand des Wurzelwachstums (Mason et al. 2000,
Wird aber auf der anderen Seite mit einer chirurgischen In­ Ashkenazi et al. 2007) und dem Zeitpunkt der Chirurgie in
tervention bei überzähligen zentralen Inzisiven im Oberkiefer ­Bezug zum erwarteten Durchbruch des impaktierten Zahnes
solange zugewartet, bis die seitlichen Schneidezähne durch­ (­Ashkenazi et al. 2007) beeinflussen mehrere Faktoren die
gebrochen sind, besteht das Risiko eines Verlustes des Durch­ ­Geschwindigkeit des spontanen Durchbruchs von retinierten
bruchspotenzials der zentralen Schneidezähne (Primosch 1981, bleibenden Zähnen nach der Entfernung eines überzähligen
Mason et al. 2000, Ashkenazi et al. 2007). Je nach Entwick­ Zahnes. So ist der Spontandurchbruch eines impaktierten mitt­
lungsstand der bleibenden Inzisiven ändert sich deren Durch­ leren Schneidezahnes eng mit seiner initialen vertikalen Posi­
bruchsvermögen, wobei Zähne mit geschlossenen Apices nor­ tion verbunden. Retinierte Zähne, die schon näher am krestalen
malerweise eine langsamere Bewegung zeigen. Mason et al. Knochen liegen, brechen häufiger und schneller durch (Smai-
(2000) berichteten, dass mehr unreife (d. h. mit noch voran­ liene et al. 2006, Ashkenazi et al. 2007). Auch ist das Vorhan­

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Abb. 5  13-jähriger Patient mit retiniertem, nach distal gekipptem Zahn 34


sowie koronal gelegenem überzähligen Zahn 34+. A: Klinische Ausgangs­
situation im linken Unterkiefer. B: Dreidimensionale Bildrekonstruktion der
digitalen Volumentomografie. C: Sagittalschnitt mit Darstellung der Zähne 34
und 34+. D: Koronaler Schnitt mit Darstellung der Zahnkronen 34, 34+ und
des Foramen mentale. E: Zahn 34+ im Horizontalschnitt mit Wurzelbildungs-
anomalie. F: Lappenbildung zur Darstellung der bukkalen Kortikalis. G: Adhä­
siv befestigtes kieferorthopädisches Attachment bukkal an der Zahnkrone 34
(operative Anschlingung). H: Status nach Entfernung der Krone von 34+.
I: Entfernter Zahn 34+ in zwei Anteilen. J: Lappenadaptation.
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Abb. 5  K: Panoramaschichtaufnahme zwei Jahre


nach dem operativen Eingriff. L: Einreihung der
Zähne 33 und 34 mittels kieferorthopädischer
Therapie (Ansicht von okklusal). M: Einreihung der
Zähne 33 und 34 mittels kieferorthopädischer
Therapie (Ansicht von bukkal).

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densein von genügend Platz im Zahnbogen ein wichtiger Faktor ­erfolgen, wobei darauf geachtet werden sollte, ob der blei­
(Leyland et al. 2006). In einer randomisierten klinischen Studie, bende Zahn durchbricht. Wenn ein Zahn sechs bis zwölf Mo­
untersuchten Pavoni et al. (2013) die forcierte Gaumennaht­ nate nach Extraktion des Mesiodens keine Anzeichen eines
dehnung gegenüber einer einfachen Überwachung des Durch­ Zahndurchbruchs zeigt und ausreichend Platz im Zahnbogen
bruchs der bleibenden Schneidezähne nach operativer Ent­ zur Verfügung steht, wird eine chirurgische Freilegung und
fernung des Eruptionshindernisses (überzählige Zähne inkl. Anschlingung mit kieferorthopädischer Traktion des nicht
Odontome). Dabei fanden die Autoren einen häufiger erfolgrei­ durchgebrochenen Schneidezahnes empfohlen (Russell et al.
chen Durchbruch der Schneidezähne in der Gruppe mit einer 2003).
forcierten Gaumennahterweiterung. Sie spekulierten, dass dies
wohl mit der Platzerhaltung oder Platzschaffung im vorderen Schlussfolgerungen
Oberkiefersegment bei der forcierten Dehnung zusammenhän­ Zusammenfassend lassen sich folgende Punkte zur Diagnose­
gen könnte. Weitere Faktoren, die einen spontanen Zahndurch­ findung und zu Therapiekonzepten bei überzähligen Zähnen für
bruch beeinflussen, sind die Neigung des Zahnes (Bryan et al. den Privatpraktiker festhalten:
2005), das Alter des Patienten (Leyland et al. 2006) und die Ab­ –– Überzählige Zähne werden oft zufällig auf (intraoralen) Rönt­
weichung des Apex des retinierten Zahnes im Verhältnis zu sei­ genbildern während zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen
ner korrekten Position im Zahnbogen (Ashkenazi et al. 2007). diagnostiziert. Wenn eine Asymmetrie im Durchbruchsmus­
Besonders Odontome und tuberkuläre überzählige Zähne zei­ ter der bleibenden Zähne besteht, wenn die Milchzähne nicht
gen gegenüber den anderen Typen der überzähligen Zähne häu­ exfoliieren oder wenn ein oder mehrere Zähne ektopisch
figer ein Ausbleiben des Spontandurchbruchs der bleibenden durchbrechen, sollte immer auch an überzählige Zähne
Zähne (Ashke­nazi et al. 2007). ­gedacht und dies dementsprechend abgeklärt werden.
Ist bei einem Mesiodens der Durchbruch der bleibenden In­ –– Die Diagnosefindung sollte zuerst klinisch und mittels
zisiven gestört, wird nach der operativen Entfernung des über­ 2-D-Röntgenbildern erfolgen. Eine digitale Volumentomo­
zähligen Zahnes eine engmaschige Überwachung empfohlen grafie (DVT) erfolgt nur adjuvant, d. h. wenn weiterhin Fragen
(Russell et al. 2003). Wenn nicht genügend Platz für einen bezüglich der genauen Position der Zähne oder assoziierter
spontanen Zahndurchbruch vorhanden ist, sollte zusätzlicher Komplikationen (z. B. Wurzelresoprtionen von benachbarten
Platz bereits vor dem aktiven Durchbruch kieferorthopädisch Zähnen oder Zystenbildung) bestehen.
geschaffen werden (Russell et al. 2003, Smailiene et al. 2006). –– Der Therapieplan bei überzähligen Zähnen hängt vom Zeit­
In der Regel sollte sechs Monate nach der Extraktion des über­ punkt der Diagnose und dem Alter des Patienten, von der
zähligen Zahnes eine klinische und radiologische Kontrolle Posi­tion des überzähligen Zahnes und von allfälligen asso­

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PRAXIS UND FORTBILDUNG 247

ziierten Komplikationen (z. B. Wurzelresorptionen von Abstract


­benachbarten Zähnen oder Zystenbildung) ab. Mossaz J, Suter V G A, Katsaros C, Bornstein M M: Supernumer-
–– Ein eruptierter überzähliger bleibender Zahn wird in der ary teeth in the maxilla and mandible – an interdisciplinary chal-
­Regel extrahiert. lenge. Part 2: diagnostic pathways and current therapeutic con-
–– Ein überzähliger Zahn, der den Durchbruch eines permanen­ cepts (in German). SWISS ­DENTAL JOURNAL SSO 126: 237–248
ten Zahnes verhindert, sollte möglichst zeitnah extrahiert (2016)
werden. Proper localization of supernumerary teeth is very important
–– Kriterien, welche für die Entscheidungsfindung «spontaner for the diagnosis, treatment planning, and prior to any surgical
Durchbruch des bleibenden Zahnes versus chirurgische Frei­ intervention. Traditionally, supernumerary teeth were diag­
legung und Anschlingung mit kieferorthopädischer Trak­ nosed and located using two-dimensional (2D) radiographic
tion» von Bedeutung sind: der normale Zeitpunkt des methods such as panoramic views, cephalometric imaging, and
Durchbruchs, das Alter des Patienten, die Wurzelentwick­ also intraoral (also often occlusal) radiographs. With the intro­
lung, die initiale vertikale Position und die Inklination des duction of cone beam computed tomography (CBCT) in dental
permanenten Zahnes sowie die Abweichung des Apex des medicine, this three-dimensional (3D) imaging technique is
reti­nierten Zahnes im Verhältnis zu seiner korrekten Position now more and more used for the exact localisation of supernu­
im Zahnbogen. merary teeth and the diagnosis of root resorption of adjacent
–– Überzählige Zähne, welche die Wurzeln von Nachbarzähnen teeth. Treatment planning depends on various factors such as
anresorbiert haben oder in enger Lagebeziehung zu diesen the time of diagnosis, the age of the patient, the position of the
stehen, sollten sobald wie möglich entfernt werden. supernumerary tooth and possible complications. In the present
–– Ein überzähliger Zahn, der keine Komplikationen verursacht, second part of this review article on supernumerary teeth in the
kann unter klinisch-radiologischer Kontrolle behalten wer­ maxilla and mandible, the diagnostic workflow and current
den («wait and see»-Konzept). treatment concepts will be presented and critically discussed.

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