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Beispiele: Eine österreichische GmbH verschmilzt

in eine deutsche GmbH, eine französische


verschmilzt in eine österreichische AG,
eine italieniscl'reAG und eine deutsche AG bb) Errichtende Umwandlung ($ 5 UmwG): Das Vermögen einer Kapitalgesellschaft geht auf
GmbH verschmer-
AG' Ausseschlossen sind nach eine OG oder KG über, die neu errichtet wird. An dieser neuen Gesellschaft müssen Ge-
ãä'#Ï::;tåïi:H'å:n s 4 EU-VerschG Unternehmen
¡¡1 sellschafter der ursprünglichen Kapitalgesellschaft mit mindestens 90 % des Grund- oder
bb) s ¡ Abs 2 verweist auf die Verschmelzungsregeln Stammkapitals wieder im gleichen Ausmaß beteiligt sein. Die Gesellschaft entsteht mit Ein-
im GmbHG und AktG, soweit das tragung des Umwandlungsbeschlusses im Firmenbuch.
schG keine sonderregeln enthält' EU_Ver_
Das Verfahien ist in d_en
ein gemeinsamer Verschmelzungsplan ss s r g"r"g"tt: Zu erste¡en sind
der beteiligi"n c"r"ilrchaften ]owie
ein verschmel_
3. Spaltung (SpaltG 1996idF BGBI I 2011/53)
zungsbericht (der neben d"t uttuurchverhältnis
etwa auch die Auswirkungen auf die a) Eine Vermögensspaltung von Kapitalgesellschaften (also auch von AG) ist in vier Grundformen
beitnehmer zu erläutern hat); dieser Ar-
ist von einem sachverständigen (verschrierzungsprüfer)
zu prüfen' Díe Gesellschafterversammlung möglich:
jeder der sich verscÀmerzenden
hat sodann den Verschmelzungsbeschluss Geseilschaften
zu'fassen 1s d"zu s 9 EU-VerschG); aa) Die bestehende Kapitalgesellschaft wird ohne Abwicklung beendigt, ihr Vermögen, ihre
der Gesellschafterversamtl'ng ¿¡e Zustimmung
der übertrag"n¿"n-C"r"llschaft k"nn Schulden und Rechtsverhältnisse werden im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf andere
alle Anteile der übertragenden wenn sich
"ntf"ll"n,
Gesellschaftln d",. Hand der übernehmenden dadurch gegründete Kapitalgesellschaften (Aufspaltung zur Neugründung) oder auf über-
befinden (up-stream-Merger auf Geseilschaft
die Muttergesellr.r,uttl. wann
die Verschmelzung wirksam nehmende Kapitalgesellschaften (Aufspaltung zur Aufnahme) übertragen (5 'l Abs 2 Z 'l
wird' bestimmt sich nach dem nationalen
R.cht, dem die aus der Verschmelzung SpaltG).
unterliest (in österreicn rr, ár"îrr,n"nbucheintrasrnn hervorge-
5:*ff:llschaft ,."t"uunr,vsr s 1s bb) Ein oder mehrere Vermögensteile einer Kapitalgesellschaft (zB einzelne der von ihr betrie-
benen Unternehmen) werden im Wege der Gesamtrechtsnachfolge unter Fortbestand der
cc) lm Fall einer
"Hinausverschmelzung- (Verschmelzung in eine ausländische Gesellschaft) übertragenden Gesellschaft auf eine oder mehrere dadurch gegründete Kapitalgesellschaf-
steht (ähnlich wie nach s 234b AktG; be-
+ oben b..i"".h 5 10 EU-VerschG ein ten (Abspaltung zur Neugründung) oder auf übernehmende Kapitalgesellschaften (Abspal-
Gesellschafter der übertragenden-Gesellschaft Recht der
*g.-.ssene Barabfindung gegen Hin- tung zur Aufnahme) übertragen (5 1 Abs 222SpaltG).
gabe ihrer Anteile (Austritt)' "rt
Die Barabfindung ist i,.n iz.rr.hr"rzungspran
kann auch hier gerichtlich überprüft festzusetzen und Die (Auf- bzw Ab-)Spaltung zur Aufnahme ist eine Kombination aus Spaltung und der oben un-
werdenls ',,| ¡u-v"rschG). Für eine
verschmelzung" ist in ls zudem solche,,Hinaus_ ter 1. dargestellten Verschmelzung, die in einem Vorgang durchgeführt werden kann. Auch eine
5 ein besonderes Gläubigerschutzverfahren
(Anspruch der Gräubiger auf Befriedigung vorgerehen gleichzeitige Übertragung auf neue und übernehmende Kapitalgesellschaften ist möglich (S 1
bzw si.r,"ot.ìlrng ihrer Ansprüche). Abs 3 SpaltG).
2. Umwandlung (SS 239 ffAktG, UmwG
199ó)
Die Übertragung erfolgt gegen Gewährung von Anteilen (Aktien oder Geschäftsanteilen)
a) Formändernde umwandrung: Hier der neuen bzw aufnehmenden Gesellschaft(en) an die Anteilsinhaber der übertragenden Ge-
erforgt
+ AG; vgl die 55 239 ff' ss 245 ff AktG). eine Änderung der Rechtsform + GmbH, GmbH (AG
sellschaft. Möglich sind dabei auch nicht verhältniswahrende Spaltungen (vgl $ I Abs 3
ln diesen ratten-errotgt
eine Änderung der Rechtsform
ohne vermögensübertragung,
an der ldentität des Rechtsträgers SpaltG: die Anteile der neuen Gesellschaft werden den Anteilsinhabern der übertragenden
wahrende umwandrung"). Es beaarf ändert sich nichts (,,identitäts_
keines Ë;;;;r"r.ià, ,na keiner Liquídation. Gesellschaft nicht im Verhältnis der bisherigen Beteiligungen an der Letzteren zugeteilt). ln
Beachte: Die 55 244' 253 AktG diesem Fall ist ein Austritt jener Gesellschafteç die der Spaltung nicht zugestimmt haben,
sehen in diesem Fall ebenfails
ein Austrittsrecht gegen Barabfindung
*""" der Gesellschafter gegen den umwandlungsbeschrus, gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung möglich (5 9 SpaltG).
;:i' wid"r.prr.h zur Niederschrift erkrärt
Bei einer rechtsformübergreifenden Spaltung (die neue Gesellschaft hat eine andere
b) Übertragende umwandlung (umwG Rechtsform als die übertragende) steht den Anteilsinhabern unter den Voraussetzungen des
199ó): Das unternehmen eíner Kapitargeselrschaft wird
wege der Gesamtrechtsnachfolge im $ 11 SpaltG (gegen den Spaltungsbeschluss wurde Widerspruch zur Niederschrift erklärt)
übertragen, ohne dass die Gesellschaft
sind zwei Varianten möglich: abzuwíckeln ist. Hier ebenfalls ein Anspruch auf angemessene Barabfindung zu.
aa) umwandlung durch Übertragung b) Verfahren (in Grundzügen):
des unternehmens auf den Hauptgeseilschafter
verschmelzende umwandlung, (auch:
sõ z n umw_G): o", H""irgeseilschafter aa) Der Vorstand (die Geschäftsführer) der übertragenden Gesellschaft hat einen Spaltungsplan
90 % des Grundkapitals halten' muss mindestens
Die anderen Gesellschaft"i a", aufzustellen (g 2 SpaltG; im Fall der Spaltung zur Aufnahme einen Spaltungs- und Über-
werden angemessen (bar) abgefunden; ,rn"wanderten Gese¡schaft
die ta"o,,"ln"r.llrchaft erlischt (s nahmsvertraS, vgl S 17 Z 1 SpaltG), in dem ua das Umtauschverhältnis der Anteile, die Ein-
Auf diesen Vorgang sind nach 2 2 Abs 2 umwG).
5 Abs 3 umwG ¿;" ãni"nru.htrichen zelheiten des Erwerbs der Anteile an den beteiligten Gesellschaften, die Rechte der Anteils-
(+ s 89 f unter 1' b) sowie die verschmerzungsregern
55 97, 98, 1oo GmbHG ,"ir*"ir" und inhaber an den neuen Gesellschaften und gegebenenfalls die angebotenen Barabfindungen
sinngemäß anzuwenden.
Beachte: Auf diesem wege konnte festzulegen sind. Sodann ist ein Spaltungsbericht zu erstellen (5 4 SpaltG).
früher eine GmbH auch das Vermögen
Diese Möglichkeit wurde mit einer AG erwerben.
der Reform der rechtsfo;r,;u"rgr"itunden
das GesRÄG 2oo7 (+ s 5'l unter b) beseitigt: Auf Verschmerzung durch bb) Prüfungen erfolgen (idR) durch einen Spaltungsprüfer und durch den Aufsichtsrat der
eine Kapitargeseilschaft
kann die Übertragung nicht ars Hauptgeserschafter übertragenden Gesellschaft (SS 5, ó SpaltG). Bei der Spaltung zur Aufnahme gelten für die
fo rm ü be rg re ife
mehr erfolgen (vgl s zÀ, i;;;G); in diesem Fa[ ist mitters rechts-
übernehmende Gesellschaft die Vorschriften über die Verschmelzung durch Aufnahme sinn-
n de r Ve rsch m e lz u n g vo rzu geh e n.
gemäß (S 17 Z5 SpaltG); wichtig sind insbesondere die Gläubiger- und Gesellschafterschutz-
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Mader, Kapitalgesellschaftene, 53
LexisNexis Mader, Kapita lgesel lschaftene, LexisNexis
vorschriften (für die GmbH verweist 5 9ó Abs 2 GmbHG diesbezüglich
auf die
[+ S 89 f unter 1. b]).
SS 220 ff AktG
Dritter Abschnitt
Bei verhältniswahrenden spaltungen gelten nach g
1óa spartG (idF BGBI r 2011/s3)Verfahrens- Die Aktiengesellschaft (AG)
vereinfachungen.

cc) Die spaltung bedarf nach $ B spaltG sodann eines


Beschlusses der Anteilsinhaber (s die
Mehrheitserfordernisse in Abs 1-3, besondere ss ohne Gesetzesangabe in diesem Abschnitt sind solche des AktG
Zustimmungserfordernisse normiert
spaltG)' der notariell zu beurkunden ist- lm Fall S 10
der spaltung zur Neugründung gilt als Grün-
der der neu errichteten Gesellschaft(en) die übertragende
èesellschaft (sog Gründerfiktion),
die allgemeinen Gründungsvorschriften sind anzuwànd.n
(S 3 Abs s spalic). Die spaltung
und die Errichtung der neuen Gesellschaft(en) Lies die zitierten Gesetzesbestimmungen immer nach!
sind rrr Firr"nbuch anzumelden (SS 12 f
SpaltG) und einzutragen (5 14 spaltG). Mit der
Eintragung treten folgende Rechtswirkungen
ein: Das Vermögen bzw die Vermögensteile der
,.;u"rti"giaen Gesellschaft gehen im wege
der Gesamtrechtsnachfolge auf die neue(n) bzw
übernehmende(n) Gesellschaft(en) über; die
übertragende Gesellschaft erlischt (Aufspaltung)
sam (Abspaltung)' Entsprechend dem spaltungsplan
bzw die satzungsänderungen werden,wirk- A. Allgemeines
werden die Anteile un d"n beteiligten
Gesellschaften erworben (S 14 SpaltG).
l. Begriff und Rechtsgrundlagen
Die Aktiengesellschaft ist eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit, deren
Beachte: lm spaltungsrecht wurden durch das GesRAG Ge-
2011 (BGBI 12011/53; in umsetzung der 1. Definition:
RL 2009/1o9/EG und RL 2oo5/56/EG) einige ohne persönlich für
Verfahrensvereinfachungen eingeführt, Jie hier
im sellschafter mit EinlagÀn auf das in Aktien zerlegte Grundkapital beteiligt sind,
Detail nicht dargestellt werden können.
die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften (Legaldefinition des s 1).
c) Haftung und Gläubigerschutz Kapitalbedarf' Zum
Die AG ist die bevorzugte Unternehmensform für Großunternehmen mit hohem
Die Mitglieder des vorstands und des Aufsichtsrats Stichtag 1. j.2013bestandeninösterreich 1.760AG (zumVergleich:127.281 GmbH).Etwa10%
der übertragenden Gesellschaft haften nach wertpapierbörse
5 3 Abs 5 SpaltG den beteiligten Gesellschaften in sinngemäãer der bestehenden AG in österreich sind börsenotiert (dh, dass ihre Aktien an der
Anwendung des g 4.1 AktG, handelbar sind).
außerdem den Anteilsinhabern für den schaden,
den diÃe aus der spaltung erleiden. Für die
bis zur Eintragung der spaltung begründeten
Verbindlichkeiten der übertragenden Gesellschaft 2. Rechtsgrundlage ist das Aktiengesetz1965. Die letzten größeren Anderungen erfolgten durch
haften die Gesellschaft, der die Verbindlichkeit 2008 (BGBI I
nach dem spaltungsplan zuzuordnen ist, sowie das uanRC 20q5 (BcBt t2oost120), das GesRAG 2007 (BGBI t2oO7/72), das URÄG
die übrigen an der spaltung beteiligten Gesellschaften 2011 (BGBI 12011/53). Die letzte hier
-
beschränkt auf den wert des übernom- 2l}8/70),das AktRÄG 2009 (BGB| t2OO9l71) und das GesRÄG
menen Vermögens - als Gesamtschuldner (5 15 Abs 'l SpaltG mit Einzelheiten).
Den Gläubigern berücksichtigte Änderung erfolgte durch BGBI 12014/40'
der übertragenden Gesellschaft ist überdies nach g
15 Abs 2 spaltG auf ihr Verlangen sicherheit im Lexis-
zu leisten (soweit sie nicht Befriedigung verlangen Der österreichische Corporate Governance Kodex (Fassung vom 1. 7. 2012, abgedruckt
können), sofern sie glaubhaft machen können, für die Leitung und Über-
dass durch die Spaltung die Erfüllung ihrer Forderungen Nexis-Kodex Unternehmensrecht unter 9/3) enthält einen Ordnungsrahmen
gefährdet ist (vgl auch Abs 3 zur Haf- Standards. Er richtet sich vorrangig
wachung von Aktiengesellschaften nach international üblichen
tung der beteiligten Gesellschaften)' Dem Gläubigerschrù seine
di"n"n außerdem folgende Regeln: (aber nicht nur) an börsenotierte AG (einschließlich Europäischer AG). Er hat keine Normqualität;
5 3 Abs 1 spaltG üb,er die Kapitalerhaltung-bei spaltung der Unternehmen. Grundlagen sind
,r,. lv"rgr.Jndung (summengrundsatz), Geltungsgrundlage liegt in einer freiwilligen Selbstverpflichtung
s 17 z 3-5 spaltG für die Spaltung zur Aufnahme (aeJchtung Jår das österreichische Aktien-, Börse- und Kapitalmarktrecht, eine Reihe von EU-Empfehlungen sowie
rapitalherabsetzungsregeln,
sinngemäße Anwendung von Verschmelzungsbestirrrng"n¡"rnd
g ló spaltG (Auskunftsrecht). dieGrundsätzederoECD-RichtlinienfürCorporateGovernance.
rele-
3. (Vorwiegend)für börsenotierte AG (vgl 5 3) sind daneben die Regeln des Kapitalmarktrechts
Börsegesetz
vant (zB das Kapitalmarktgesetz IKMG; BGBI 1991/625 idF BGBI I 2013/184] oder
das
Dieser Regelungsbereich kann in diesem skriptum nicht darge-
IBGBI lg8gl55 idF BGBI 12014/131).
stellt werden.
BGBI I 2013/190)
Für börsenotierte AG ist va das Übernahmegesetz 1998 (ÜbG; BGBI I 1998/127 idF
zu beachten. übernahmeangebote (öffentliche Angebote an die lnhaber von Beteiligungspapieren
einer AG) werden durch das ÙbG geregelten Verfahren unterworfen. Normiert sind Verhaltens-
"in"rn
pflichten der Beteiligten, insbesondere zum Schutz der Aktionäre der,,Zielgesellschaft"' Unterschie-
übernahmeangebote (5S 4 f0 und Pflichtangebote (55 22 f0'
den werden im Wesentlichen freiwillige
der Zielgesellschaft
die ein Bieter mit kontrollierender Beieiligung (vgl S 2i) andie übrigen Aktionäre
der Börse eingerichteten Übernahmekommission anzuzeigen
zu stellen hat. Die Angebote sind der an
Die Regeln folgen
(s dazu die lnformationsseite der Übernahmekommission unter www.takeover.at)'
der Zielgesellschaft' ih-
den in g 3 aufgezählten Grundsätzen der Gleichbehandlung der Aktionäre
des Übernahmeangebotes'
rem Schutz bei Kontrollerlangung ijber die Gesellschaft, der Transparenz

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Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
55
Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
der Neutralität der organe der Zielgesellschaft, dem Verbot von
Marktverzerrungen und der raschen
Durchführung des Übernahmeverfahrens. Das ÜbG sieht sich dadurch aber nicht, es hat außerdem auch in diesem Fall auf einen in Euro bestimmten Nennbe-
bei Verstößen zivil- und verwaltungsstr¿1_
rechtriche sanktionen vor (gg 34, 35; zB Ruhen der
stimmrechte des Bieters). tragzu lauten (5 ó).
Börsenotierte AG haben nach g 5 z 4b FBG den
umstand der Börsenotierung und die Adresse Das Mindestgrundkapital der Aktiengesellschaft betrã9t € 70.000,- (S 7). Für bestimmte Geschäfts-
lnternetseite der AG im Firmenbuch eintragen zu lassen (nicht der gegenstände (zB Beteiligungsfondsgesellschaften, Glücksspielgesellschaften) bestehen Sondervor-
börsenotierte AG können ihre lnternet_
adresse freiwillig eintragen lassen, vgl 3 Abs schriften (höheres Mindestgrundkapital).
5 3 FBG). Dadurch soll den Aktionären ein erleichterter
zugang zu wichtigen lnformationen ermöglicht
werden (vgl zB g 108 Abs 4 zu publikationspflichten Beachte: Auch bei der AG ist das Grundkapital vom Gesellschaftsvermögen zu unterscheiden. Beim
Zusammenhang mit Hauptversammrungen¡.
vgt zuch g 13 Abs 5 zur Form sorcher rn_ Grundkapital handelt es sich - ähnlich wie beim Stammkapital der GmbH (+ S 9 unter ó. b) - um eine
,iJïii;-
starre Rechnungsziffer, die in der Bilanz auf der Passivseite ausgewiesen wird. Vgl die 55 224, 229 UGB
zur vorgeschriebenen Bilanzgliederung.
ll. Die Hauptmerkmale der Aktiengesellschaft 7 . Die Firma der AG muss nach 5 4, auch wenn sie nach 5 22 UGB oder anderen Vorschriften fortge-
1' Grundcharakteristik: Die Aktiengesellschaft ist juristische person führt wird, die Bezeichnung ,,Aktiengesellschaft" (auch in abgekürzter Form möglich) enthalten.
und jene Kapitalgesellschaftsform, Abgesehen davon gelten die allgemeinen Firmenbildungsregeln der 55 17 ff UGB; die Firma kann
beí der die Kapitalsammelfunktion im Vordergrund
steht.
lm Regelfall sind viele Gesellschafter vor- also Personen-, Sach-. Fantasie- oder gemischte Firma sein; möglich ist auch die Verwendung von
handen; es besteht nur eine geringe Bindung
des einzelnen Gesellschafters an die Gesellschaft.
Gesellschaftsanteile sind leicht übertragbar Die Geschäftsbezeichnungen. Zu beachten sind auch bei der AG die allgemeinen Firmenbildungsgrund-
und können an der Börse gehandelt werden.
führung und Vertretung der Gesellschafl liegen Geschäfts- sätze der Kennzeichnungs- und Unterscheidungskraft sowie das lrreführungsverbot in S 18 UGB (+
in der Hand des Vorstandes, der gegenüber
sellschaftern weisungsfrei und idR Drittorgan den Ge- Allg UR8 4. Abschn).
ist. Geldgeber- und unternehmerfunktion
deutlichsten getrennt' Durch diese Konstruktion (zahlieiche sind hier am
Gerdgeber ohne großen B. Als Sitz der Aktiengesellschaft ist der Ort zu bestimmen, wo die Gesellschaft einen Betrieb hat oder
Handeln durch Drittorgane) sind besondere Einffuss, dazu
Regeln zum Gesellschafter- ,nd êlaubigerschutz wo sich die Geschäftsleitung befindet oder die Verwaltung geführt wird. Auch von dieser Vorschrift
wendig' Die Aktiengesellschaft weist deshalb not_
den höchst"" org"nir"iä"rnå0"",ä L"r"rtr.¡,rrt"n darf aus wichtigem Grund abgewichen werden (S 5). Ausländische Gesellschaften können im lnland
auf, die Bestimmungen sind überwiegend
zwingend. Zweigniederlassungen betreiben; in diesem Fall sind sie (dh die ausländische Gesellschaft, nicht die
Zweigniederlassung)im Firmenbuch einzutragen (Näheres in 5 12 UGB und S 254 AktG).
können wie bei der GmbH natürliche und juristische personen
' ffïåï:after sowie personengesell-
9. 7u den Größenklassen nach S 221 UGB o S 3 unter 4.

3' Gesellschaftszweck: Die Aktiengeselfschaft steht für wirtschaftliche,


aber auch ideelle oder genos-
senschaftliche Zwecke zur Verfügung. lhr
Gegenstand (der konkrete Tät¡gkeitsbereich)
ist notwendi-
lll. Die Aktie
ger lnhalt der Satzung (S 17 Z 2).
'l . Dem Begriff der Aktie wird von der hM eine dreifache Bedeutung zugeschrieben
Bestimmte unternehmensgegenstãnde
können nur in Form einerAG betrieben werden (zB Die 55 1 und ó sprechen von einer ,,Zerlegung" des Grundka-
rigungsfonds- oder pensionskassengeschäft das Betei_ a) Aktie als Anteil am Grundkapital:
oder Börsegeschäfte).
pitals in Aktien. Das ist indes nur rechnerisch zu verstehen. Es bestehen folgende Möglichkeiten:
4. Die Aktiengeseilschaft ist wie die GmbH
unternehmer kraft Rechtsform (s 2 uGB).
aa) Die Aktie kann auf einen Nennbetrag in Geld lauten (Nennbetragsaktie), die Summe der
5' Die organverfassung beruht prinzipiefl auf
dem Grundsatz der Drittorganschaft (was Nennbeträge der Aktien muss in diesem Fall dem Nennbetrag des Grundkapitals entspre-
aber nicht
bedeutet' dass die organmitglieder nicht auch
Aktionäre sein dürfen). Zwingende organe chen. Zugelassen sind Nennbeträge von € 1,- oder ein Vielfaches davon (S 8 Abs 2)' Aktien
der Akti-
engesellschaft sind der Vorstand, der
Aufsichtsrat, der Abschrussprüfer und die Hauptversammlung. über einen anderen Nennbetrag sind nichtig, die Aktien sind unteilbar (Abs 4, 5).
Die organzuständigkeiten sind auf der Basis
der Gleichordnung geregelt; es bestehen zahlreiche Beachte: Der Wert der Beteiligung ist im (unveränderlichen) Nennbetrag der Aktie nicht unmit-
Verflechtungen' die ein Zusammenwirken
erforderlich machen. Die Zuständigkeiten sind anderer- telbar ausgedrückt (bei einem florierenden Unternehmen ist der Kurs, das ist der Markt- oder
seits strikt getrennt; die Kompetenzverteirung
Börsenpreis der Aktie, idR höher als der Nennwert). Die Aktie darf zwar nicht auf eine Ouote
(zB
ist weitgehend zwingend.
1 %) lauten, drückt aber mittelbar die Beteiligungsquote (keine Miteigentumsquotel) des ein-
ó' Konstruktion des Gesellschaftskapitals: Nach
der ,,klassischen,, Verfassung der AG ergeben
Anteile der einzelnen Gesellschafter (Aktien) in der die zelnen Aktionärs an der AG aus (nach dieser richten sich wesentliche Aktionärsrechte, wie etwa
summe ihrer Nennbeträge das Grundkapital Gewinnbeteiligung und Stimmrecht).
(Ð unten lll' 1' a)' Das Grundkapital entspricht
damit dem Betrag. zu dessen Erbringung
sich die
Gesellschafter gemeinsam verpflichtet haben
und dessen Aufbringung und Erhaltun; bb) Seit der Währungsumstellung 1999 können - alternativ zur Nennbetragsaktie - auch Stück-
zwingend sereselt ist (auch die Rechnunsslegungsvorschriften genau und aktien begründet werden (5 I Abs 3). Stückaktien haben keinen Nennbetrag. Jede Stück-
,i"i;;r;";"; r; ;ji;, GmbH).
besteht auch die Pflicht zur Bifdung g"br"nd"n"l.
R,;.kl"g.n (vgl S zzg Abs 4-7 uGB; bei der
Es
aktie ist in gleichem Umfang am Grundkapital beteiligt, der Anteil bestimmt sich nach der
gilt dies nur für ,,große" Gesellschafien. vgl
5 23 GmbHG). Dãr Betrag des Grundkapitals kann
GmbH Zahl der ausgegebenen Aktien. Der auf die einzelne Aktie entfallende anteilige Betrag des
Nich-
durch Kapitalerhöhung oder Kapitalherabsetzung
verändert werden.
nur Grundkapitals muss aber auch in diesem Fall mindestens € 1,- betragen (bei sonstiger
tigkeit).
Seit der währungsumstellung 1999 können
auch stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) (die
ben werden (5 B Abs 1.3; + dazu s ausgege- Andere mögliche Bezeichnungen sind ,,nennwertlose Aktie" oder ,,unechte Ouotenaktie"
57 unter 1. a bb). Das prinzip der;;;;";;;iJi"i,.",,
ändert Aktie lautet nicht auf eine ouote, drückt aber wiederum die Beteiligungsquote am
Grundkapital


Mader, Kapitalgesel jschaftene, LexisNexis 57
Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
aus). AIle nennwertlosen Aktien sind gleich groß, also im gleichen Umfang am Grundkapital betei- über Namensaktien sinngemäß anzuwenden (5 10 Abs 3; das gilt auch vor der Börsenotie-
ligt (bei Nennbetragsaktien können hingegen Aktien mit unterschiedlichem Nennbetrag neben- rung). Ausgegebene Urkunden über lnhaberaktien oder Zwischenscheine, die aufgrund des
einander bestehen). Der ,,fiktive Nennbetrag" bzw die Quote einer Stückaktie lässt sich dadurch GesRÄG 201 1 oder auf dessen Grundlage beschlossener Anderungen der Satzung unzulässig
errechnen, dass die Summe des Grundkapitals durch die Zahl der Aktien dividiert wird. Das prin-
geworden sind, gelten mit Ablauf des 30. September 2014 als gemäß S ó7 für kraftlos erklärt.
zip des festen Grundkapitals und seine Zerlegung in Aktien ist mit der Zulassung der Stückaktie
also nicht aufgegeben worden. bb) Namensaktien: ln allen anderen Fällen haben die Aktien auf Namen zu lauten (5 9 Abs 1),
die Namensaktie ist damit bei nicht börsenotierten AG zwingend (außer im Fall eines erst-
Beide Aktienarten dürfen nicht nebeneinander bestehen. Die Satzung muss bestimmen, ob
maligen Börsegangs, vgl g 10 Abs 1). Die Namensaktie ist ein (geborenes) Orderpapier (sie
Nennbetragsaktien oder Stückaktien vorgesehen werden, außerdem die Nennbeträge bzw
die Zahl der Stückaktien (5 '17 Z 4). Ob Nennbetrags- oder Srückaktien bestehen, ist auch im lautet auf einen Namen oder dessen Order) und damit ein indossables Wertpapier (vgl $ ó2).
Firmenbuch ersichtlich, im Fallvon Stückaktien auch deren Zahl(vgl 5 5 Z2FBG). Der Übergang ist damit nach allgemeinen wertpapierrechtlichen Grundsätzen durch lndos-
sament, Zession (iVm mit der Übergabe der Urkunde) oder Gesamtrechtsnachfolge möglich.
b) Zweite Bedeutung des Begriffes: ,,Aktie" bedeutet auch die Mitgliedschaft an der Aktienge- Eine Rektaklausel (sog negative Orderklausel: Ausschluss der Übertragung per lndossament)
sellschaft iSd damit verbundenen Aktionärsrechte und -pflichten (vor allem der Einlageverpflich- ist nach hA ohne Wirkung. Werden Namensaktien vor der vollen Leistung des Ausgabebe-
tung). Das Anteilsrecht manifestiert sich auch hier in verschiedenen Rechtspositionen: einerseits trages ausgegeben, so ist der Betrag der Teilleistung in der Aktie anzugeben (5 9 Abs 2).
in Vermögensrechten (Dividendenanspruch, Anteil am Liquidationsergebnis), andererseits in
Herrschaftsrechten (Mitverwaltungsrechte, zB Stimmrecht, Auskunftsrecht, Minderheitenrechte). Ob lnhaber- oder Namensaktien ausgegeben werden, ist bereits in der Satzung festzulegen
Dazu kommt das Bezugsrecht des Aktionärs bei der Kapitalerhöhung (+ S 83 unter l. 'l . b). Die ß 17 Z 3). Für bestimmte Unternehmensgegenstände (zB das Beteiligungsfondsgeschäft) sind
Aktien sind unteilbar, Miteigentum an Aktien ist jedoch möglich (nach 5 ó3 sind die Rechte aus Namensaktien vorgeschrieben.
der Aktie dann von einem gemeinschaftlichen Vertreter auszuüben; für die Leistungen auf die Beachte: Die Mitgl¡edschaft an der AG besteht grundsätzlich unabhängig von der Ausgabe einer
Aktie haften mehrere Berechtigte als Gesamtschuldner). Urkunde (Aktie als deklaratives Wertpapier). Der Aktionär hat aber nach hA Anspruch auf Ausstellung
Unterscheide von der Aktie in Miteigentum die Unterbeteiligung (Beteiligung an einer Gesellschafts- einer Aktienurkunde. Nach 5 9 Abs 3 kann allerdings in der Satzung oder durch Satzungsänderung
beteiligung). Es handelt sich dabei um eine rein schuldrechtliche Beziehung zwischen einem Aktionär der Anspruch des Aktionärs auf Verbriefung seines Anteils ausgeschlossen oder eingeschränkt werden
und dem Unterbeteiligten, der selbst nicht Mitglied der AG ist und daher auch keine Aktionärsrechte (damit können zB sämtliche Aktien einer AG ìn einer einzigen ,,Globalaktie" verbrieft werden).
hat. Es besteht lediglich eine Rechtsbeziehung zum Aktionär. Unterbeteiligungsverträge sind häufig
Beachte weiters: Namensaktien sind in das Aktienbuch der Gesellschaft einzutragen (5 ó1 Abs 1;
als GesBR anzusehen.
s dort auch zu den erforderlichen Angaben), das vom Vorstand zu führen ist. lm Verhältnis zur Ge-
Beachte weiters: D¡e Mitgliedschaftsrechte können verschieden ausgestaltet sein (verschiedene Ak- sellschaft gilt nur der Eingetragene als Aktionär, der die Aktionärsrechte ausüben kann ($ ó1 Abs 2).
tiengattungen; + unten 2.). ln der Satzung können außerdem Nebenverpflichtungen von Aktionären Bei Übertragung der Namensaktie erfolgen Löschung des bisherigen Aktionärs und Neueintragung
vorgesehen sein (vgl 5 50; + S ó0 unter 2. c). des Erwerbers im Aktienbuch auf Mitteilung und Nachweis; die Aktie ist bei der Anmeldung zur Éin-
tragung des Erwerbers vorzulegen (5 ó1 Abs 3, 5 ó2 Abs 1; s hier auch zur Prüfpflicht der AG). Trotz
c) DritteBedeutung des Begriffes: Aktie als Wertpapier im engeren Sinn (Aktienurkunde, also dieser Regelung wirkt die Eintragung in Bezug auf die Gültigkeit der Aktienübertragung (den Rechts-
das wertpapier über die Mitgliedschaft). Möglich sind folgende Varianren: übergang) nur deklarativ. S ó1 Abs 4 enthält eine Regelung zur Löschung einer unrichtigen oder hin-
aa) lnhaberaktien: Seit dem GesRÄG 2011 (in Kraft großteils seit 1. 8. 2011, vgl im Einzelnen fãllig gewordenen Eintragung. S ó1 Abs 5 (in Kraft mit 1.10.2014) enthält eine Verfallsregelung fÜr
Dividendenansprüche, für die niemand als Aktionär im Aktienbuch eingetragen ist.
5 2ó2 Abs 23-30) können Aktien (nur noch dann) auf lnhaber lauten, wenn die Gesellschaft
börsenotiert ist oder wenn die Aktien nach der Satzung zum Handel an einer Börse iSd S 3 Die Aktienurkunde besteht aus der Haupturkunde, den Gewinnanteilscheinen oder Kupons (die
zugelassen werden sollen (S 10 Abs 1). ln diesem Fall sind sie echte lnhaberpapiere (die lnha- zur Behebung der Dividende dienen) und den Erneuerungsscheinen (Talons; diese dienen zum
berschaft am Papier bewirkt die Legitimation des Aktionärs). Die Ausgabe von lnhaberaktien Empfang neuer Gewinnanteilscheine).
ist außerdem nur dann zulässig, wenn der Ausgabebetrag voll einbezahlt ist (5 10 Abs 2). Die
Aktien sind in einer, gegebenenfalls in mehreren Sammelurkunden zu verbriefen; die Urkun- 2. Aktiengattungen und -typen: Von Aktiengattungen (vgl $ 11)spricht man, wenn mit bestimmten
den sind bei einer Wertpapiersammelbank nach 5 1 Abs 3 DepotG oder einer gleichwertigen Aktien (Mitgliedschaften) unterschiedliche Rechte und Pflichten verbunden sind (zB Stamm-, Vor-
ausländischen Einrichtung zu hinterlegen (diese Verpflichtung gilt seit 1.1.2014, vgl g 262 zugsaktlen). Aktiengattungen müssen in der Satzung verankert sein (5 17 Z 4). Aktientypen sind
Abs 28). Die Übereignung der Urkunde (nach allgemeinen sachenrechtlichen Grundsätzen) hingegen Differenzierungen, die keine unterschiedliche Rechtsstellung begründen (zB lnhaber-, Na-
überträgt die Mitgliedschaft. Die früher bestehende Möglichkeit, vor der Volleinzahlung auf mensaktien).
Namen lautende Zwischenscheine auszugeben, wurde durch das GesRAG 2011 beseitigt. Für Ð oben 1.a;zu lnhaber- und Namensak-
a) Zu den Begriffen,,Nennbetrags-" und,,Stückaktien"
bestehende, nicht börsenotierte AG mit lnhaberaktien gab es übergangsfristen für die erfor-
tien 0 oben 1.c.
derliche Anpassung der Satzung bis 31. 12.2013 (vgl g 262Abs 27-30). lst die Umstellung auf
Namensaktien nicht rechtzeitig erfolgt, so gelten lnhaberaktien, welche die Voraussetzungen b) Stamm- und Vorzugsaktien (Aktiengattungen nach $ 11): Vorzugsaktien sind Aktien mit beson-
(etwa
des 5 10 Abs 1,2 nicht erfüllen, sowie Zwischenscheine ex lege als Namensakt¡en (S 2ó2 deren Rechten gegenüber den Stammaktien, besonders hinsichtlich der Gewinnverteilung
Abs 28). lnsbesondere ist damit auch g ó1 (Eintragung im Aktienbuch, + dazu sogleich im vorrangige Gewinnausschüttung mit einem bestimmtem Prozentsatz) und/oder der Beteiligung
(5 'l 2a): Es
Text) anzuwenden. ln weiterer Folge sind auch im Fall eines Rückzuges einer AG von der Bör- am Liquidationserlös. Ein Sonderfall sind die sog stimmrechtslosen Vorzugsaktien
se mit Ablauf eines Jahres seit Beendigung der Börsenotierung auf lnhaberaktien die Regeln handelt sich dabei um Aktien, die mit einem nachzuzahlenden Yorzug bei der Gewinnverteilung

58 59
Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
ausgestattet sind. Die Ausgabe stimmrechtsloser Vorzugsaktien dient vor allem der Sicherung des Vgl auch das Verbot der Übernahme von Aktien als Gründer, Zeichner oder in Ausübung eines Be-
Einflusses der bisherigen Aktionäre bei einer Kapitalerhöhung (da sich dann das Stimmgewicht zugsrechts durch Tochterunternehmen in 5 51 Abs 2, die Erwerbsbeschränkungen in Bezug auf ei-
nicht verschiebt), schon die ursprüngliche Satzung kann aber die Ausgabe von Vorzugsaktien vor- gene Aktien in den 55 ó5 ff (+ unten h) sowie die Sonderregel des 5 óóa zur Unzulässigkeit einer
sehen. Die Ausgabe ist bis zu einem Drittel des Grundkapitals möglich. Mit diesen Aktien ist kein Finanzierung des Aktienerwerbs durch Dritte durch die AG.
Stimmrecht verbunden (Ausnahme nach 5 12a Abs 2 bei qualifiziertem Auszahlungsrückstand
f) ,,Gratisaktien": Ausgabe von Nennbetragsaktien bei Kapitalberichtigung (nominelle Kapitaler-
betreffend den Vorzugsbetrag), alle anderen Aktionärsrechte stehen dem Gesellschafter aber
höhung nach dem KapBG): Rücklagen werden in Nennkapital umgewandelt (+ S 85 unter ll.).
zu (also auch die übrigen Herrschaftsrechte wie das Teilnahmerecht an der Hauptversammlung,
das Auskunftsrecht etc). Mit der Ausgabe stimmrechtsloser Vorzugsaktien sollen Kapitalgeber g) ,Junge Aktien": Aktien, die im Rahmen einer Gründung oder bei einer effektiven Kapitalerhö-
gewonnen werden, denen ein besserer Enrag wichtiger ist als die Mitbestimmungsmöglichkeit hung (+ S 83 f0 ausgegeben werden.
in der AG. Beachte: Der Begriff der ,,jungen Aktien" spielt vor allem im Steuerrecht eine Rolle (steuerbe-
Beachte: Ðie Vorzugsaktionäre haben Anspruch auf Zahlung einer Vorzugsdividende bei der Gewinn- günstigter Erwerb nach $ 18 Abs 1 7 4, Abs 3 Z 4 EStG 1988).
ausschüttung. ,,Nachzuzahlender Vorzug" bedeutet. dass ein Anspruch auf Nachzahlung von Rück-
h) Eigene Aktien (5S ó5 ff)
ständen der Vorzugsdividende (aus gewinnlosen Geschäftsjahren) besteht.
aa) Begriff: ,,Eigene Aktien" sind Aktien, die durch die Aktiengesellschaft selbst erworben wer-
Beachte außerdem: Die Ausgabe von Mehrstimmrechtsaktien ist nach 5 12 Abs 3 nicht zulässig. Das
den. Der Erwerb eigener Aktien stellt eigentlich eine Rückzahlung der Einlage an die Aktio-
sind Aktien mit einem Stimmgewicht, das höher ist als ihr Nennbetrag (zum Stimmgewicht Ð S 75 f
unter e aa). näre dar (was durch $ 52 grundsätzlich verboten ist). Die Gesellschaft (oder auch ein Toch-
terunternehmen der Gesellschaft) darf auch keine eigenen Aktien zeichnen (so ausdrücklich
c) Nebenleistungsaktien (5 50; Aktiengattung iSd S 11): Mit vinkulierten Namensaktien (+ gleich
$ 51 Abs 1,2). Der Erwerb eigener Aktien ist allerdings in bestimmten Fällen gestattet:
unten d) kann die Verpflichtung des Aktionärs zu wiederkehrenden, nicht in Geld bestehenden
Leistungen verbunden werden. Leistungen auf Nebenverpflichtungen sind keine Einlagen und Þ wenn dies zur Abwehr eines schweren, unmittelbar bevorstehenden Schadens notwen-
daher neben der Einlageverpflichtung (der Hauptpflicht des Aktionärs) zu erbringen. dig ist (5 ó5 Abs 1Z 1);

Beispiele: Lieferung von Rohstoffen, Verpflichtung zur Überlassung künftiger Erfindungen. Beispiel: Kursverfall der Aktien, der durch andere Maßnahmen nicht gestoppt werden kann. Ne-
ben der im Gesetz genannten Schadensabwehr wird auch Schadensbehebung als hinreichender
d) Vinkulierte (gebundene) Aktien: Die Übertragung von Namensaktien kann durch die Satzung Grund anerkannt.
an die Zustimmung der Gesellschaft gebunden werden (5 ó2 Abs 2-4). Die Zustimmung gibt der
Vorstand, wenn die Satzung nichts anderes bestimmt. Sie darf nur aus wichtigem Grund verwei-
Þ der unentgeltl¡che Erwerb oder der Erwerb in Ausführung einer Einkaufskommission
durch ein Kreditinstitut (5 ó5 Abs 122);
gert werden. Bei Verweigerung kann der Aktionär einen Antrag beim Firmenbuchgericht auf
Gestattung der Übertragung stellen. Das Gericht hat dann im Außerstreitverfahren zu prüfen, Dieôer Fall betrifft Aktienbanken. ln diesem Fall handelt es sich um einen bloßen Durchgangser-
ob ein wichtiger Grund vorliegt und ob die Übertragung ohne Schädigung der Gesellschaft, der werb bei der AG, die den Aktienkauf für Rechnung eines Kommittenten durchführt.
übrigen Gesellschafter und der Gesellschaftsgläubiger erfolgen kann. Verneint das Gericht das Þ Erwerb durch Gesamtrechtsnachfolge ($ ó5 Abs 123);
Vorliegen eines wichtigen Grundes und stimmt es der Übertragung deshalb zu, so kann die Ge-
sellschaft einen Ersatzerwerber zu gleichen Konditionen benennen. Beachte: Auch im Fall einerVerschmelzung (+ 5 88 unter ll. 1.) kann es zum Erwerb eigener
Aktien durch Gesamtrechtsnachfolge kommen, wenn die übertragende Gesellschaft Aktionär der
Beachte: Eine Vinkulierung ist zwingend für Aktien, die mit dem Recht der Entsendung eines Mitglieds übernehmenden Gesellschaft ist.
in den Aufsichtsrat verbunden ist ($ 88 Abs 1 ,2), bei den oben unter c) genannten Nebenleistungsak-
tien und durch sondergesetzliche Anordnung bei bestimmten Aktiengesellschaften (zB pensionskas- Þ zur Vorbereitung des ,Aktienerwerbes durch Arbeitnehmer der Gesellschaft oder eines
sen oder lnvestmentfondsgesellschaften). verbundenen Unternehmens bzw des Erwerbes von leitenden Angestellten oder Or-
ganmitgliedern (Einzelheiten in $ 65 Abs 1 Z 4)t
Eine Übertragung vinkulierter Aktien ohne Zustimmung der AG wird von der hA als unwirksam
angesehen. Beachte: Es geht dabei um sog ,,Akt¡enoptionen" (Stock Options; also Erwerbsrechte), die häu-
fig zur Motivation von Mitarbeitern eingeräumt werden. Sie können durch Abgabe eigener Aktien
e) ,,Vorratsaktien" sind Aktien, die von einem Gründer oder Zeichner oder in Ausübung eines oder durch junge Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung (+ S 83 f0 bedient werden.
Bezugsrechts für Rechnung der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens übernommen wer-
den (vgl 5 51 Abs 3). Der Aktionär haftet ohne Rücksicht auf abweichende Vereinbarungen auf Þ zur gesetzlich vorgesehenen Entschädigung von Minderheitsaktionären (5 ó5 Abs 1

die volle Einlage; er kann sich nicht darauf berufen, die Aktie nicht auf eigene Rechnung über- 75);
nommen zu haben (5 51 Abs 3 S 1 ,2). Bevor er die Aktie für eigene Rechnung übernommen hat, Þ der Erwerb zur Einziehung (S ó5 Abs 1Z ó, besondere Form der Kapitalherabsetzung; 4
stehen ihm jedoch keine Rechte aus der Aktie zu (S 51 Abs 3 s 3; vgl auch g ó5 Abs 5). S 87 unter 3.);

Beachte; Vorratsaktien werden manchmal auch (in uneinheitlicher Terminologie) als Verwaltungs- oder Þ der Erwerb durch Kreditinstituts-AG zum Zweck des Wertpapierhandels (S 65 Abs 127);
Verwertungsaktien bezeichnet. Manchmal werden davon noch gebundene oder Schutzaktien unter-
schieden; das sind Aktien, deren lnhaber die Verpflichtung übernommen haben, die Aktionärsrechte Þ der Erwerb von börsenotierten Aktien (S ó5 Abs 1 Z 8).
nach Weisung der Gesellschaft auszuüben. Auch aus solchen Aktien wird meist kein Stimmrecht zuer-
Beachte: Eine bestimmte Zweckbindung besteht bei diesem Erwerbstatbestand (anders als bei
kannt, da sie eigenen Aktien (.) unten h) nahestehen.
allen übrigen) nicht; ausgeschlossen ist nur ein Rückerwerb zum Zweck des Handels mit eigenen

ó0 Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis 61


Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
Aktien. Zweck des Erwerbs kann zB Kurspflege oder eine Abwehr feindlicher übernahmeversuc¡¡g und Gründungsarten
(,,hostile takeovers") sein (also Zwecke, die vom Tatbestand derZl nicht abgedeckt sind). 2. Gründungsbegriffe
Vg¡ ¡n
diesem Zusammenharrg auch die Regelungen des übG (+ S 55). a) Einfaehe und qualifizierte Gründung: Eine qualifizierte Gründung ist eine Gründung mit beson-
deren Vereinbarungen, die in der Satzung festgelegt sein müssen. Möglichkeiten sind:
bb) Außer in den Fällen des Erwerbs durch Gesamtrechtsnachfolge und zur Einziehung (Fälle
der
23, 6) ist zudem erforderlich, dass die Aktien voll eingezahlt sind. Der mit den erworbene¡ aa) Festsetzung von Sondervorteilen für einzelne Aktionäre oder Dritte oder Festsetzung einer
AktienverbundeneAnteil amGrundkapital dernach den71,4,7 undserworbenenAktien Entschädigung für Gründungsaufwand bzw einer Gründungsbelohnung (S 19).
darf außerdem zusammen mit jenem anderer eigener Aktien, welche die AG bereits erwor-
Sondervorteile sind Begünstigungen einzelner Aktionäre ohne Gegenleistung; zB das Recht, an
ben hat und noch besitzt, 10 % des Grundkapitals nicht übersteigen (5 ó5 Abs 2, vgl dort
die AG Waren zu lìefern oder Naturalleistungen zu beziehen'
auch zur erforderlichen Rücklagenbildung in den Fällen der Z 1 , 4, 5,7 , B [das bedeutet, dass
der Erwerb aus ungebundenem Gesellschaftsvermögen erfolgen muss, also aus Beträgen, bb) Gründung mit Sacheinbringung (Sacheinlagen/Sachübernahmen): Sacheinlagen sind Ein-
die als Dividende ausgeschüttet werden könntenl; zur bilanzrechtlichen Behandlung s S 225
lagen eines Gesellschafters, die nicht in der Einzahlung eines Ausgabebetrages bestehen
Abs 5 UGB). (übernahme beweglicher oder unbeweglicher Sachen, von Forderungen, Patentrechten, Ge-
brauchs- und Nutzungsrechten etc). Eine Sachübernahme liegt vor, wenn für eine Sachein-
Vgl auch die Verfahrensvorschriften in $ ó5 Abs 1a, 1b. Nach Abs 1b S 1 ist zudem bei jedem
Erwerb und jeder Veräußerung eigener Aktien das aktienrechtliche Gleichbehandlungsgebot der bringung von der AG aufgrund einer schuldrechtlichen Vereinbarung - eine Vergütung an
-
Aktionäre (S 47a) zu beachten; Erwerb und Veräußerung über die Börse oder durch ein öffentli- einen Gesellschafter oder einen Dritten zu leisten ist'
ches Angebot genügen diesem Erfordernis.
Für Sacheinlagen und Sachübernahmen gelten nach 5 20 folgende Regeln: Erforderlich
ist

ein Schutz der Gläubiger und der anderen Aktionäre gegen eine Überbewertung der einzu-
cc) Bei einem Erwerb eigenerAktien gegen die Vorschriften derAbs 1, 1a, 1b und 2 gilt, dass
der schuldrechtliche Vertrag nichtig, die Übereignung aber gültig ist (5 ó5 Abs 4; der Grund bringenden Sache. Daher muss der Gegenstand der Sacheinlage oder Sachübernahme, die
dieser Regelung liegt in Verl<ehrsschutzerwägungen). person des Einbringenden und der Nennbetrag der zu gewährenden Aktien (bzw die Stück-
in der Satzung
zahl bei Stückaktien) und die Höhe der Vergütung im Fall der Sachübernahme
Beachte: Das bedeutet, dass die Erfüllung einer Erwerbsvereinbarung zwar nicht durchsetzbar,
festgesetzt werden (bei sonstiger Ungültigkeit der Sacheinbringungsvereinbarung; bei einer
die erfolgte Erfüllung (gültiger Modus) aber wirksam ist. Dem verkaufenden Aktionär steht aller-
dings ein l(ondiktionsanspruch wegen grundloser Leistung zu. Außerdem besteht ein RLlckzah- Sacheinlagenvereinbarung hat der betroffene Aktionär in diesem Fall den Ausgabebetrag
lungsanspruch der Gesellschaft gegen den Aktionär (5 5ó Abs 3 e contrario). Nach S 5ó Abs 1 der Aktie bar zu erbringen; vgl 5 20 Abs 3)'
haften zudem die Aktionäre den Gläubigern für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft, soweit sie
Sacheinlagen bzw -übernahmen können nach Abs 2 nur bewertbare Vermögensgegenstän-
entgegen aktienrechtlichen Vorschriften Zahlungen von der Gesellschaft empfangen haben. Das
de sein;Dienstleistungsverpflichtungen kommen nicht in Betracht' Außerdem besteht eine
gilt auch für den unzulässigen Erwerb eigener Aktien.
erUfungspflicht aller Gesellschafter, des Aufsichtsrates und des Vorstandes, der gerichtlich
Außerdem gilt, dass die Gesellschaft bei Erwerb eigener Aktien entgegen den genannten bestellten Gründungsprüfer und des Firmenbuchgerichtes (5S 24 ff,31); zu erstatten sind
Vorschriften diese Aktien binnen bestimmter Fristen wieder veräußern muss (S ó5a Abs 1, nach S 26 A6s 2 prüfungsberichte. Bei Überbewertung einer Sacheinlage besteht
eine De-
2). Tut sie das nicht, sind diese Aktien nach dem Kapitalherabsetzungsverfahren des 192 (+ ckungspflicht des Aktionärs. Zudem greift die Gründungshaftung nach den SS 39 ff ein (+
S
S 8ó) einzuziehen. S ó5 f unter 4.).

sofort
dd) Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte zu. Werden Aktien von einem Zur Einbringungspflicht vgl g 28a Abs 2: Sacheinlagen müssen - wie bei der GmbH -
Tochterunternehmen oder einem Dritten auf Rechnung der Gesellschaft oder eines Tochter- in vollem Umfang bewirkt werden (Voraussetzung für die Firmenbuchanmeldung nach 5 28;
des Vor-
unternehmens gehalten, so kann aus diesen Aktien weder ein Stimm- noch ein Bezugsrecht nach dessen Abs 2 Z 2 müssen die Sacheinlagen außerdem zur freien Verfügung
ausgeübt werden (S ó5 Abs 5). stands stehen).
ee) Die Erwerbsbeschränkungen des 5 ó5 gelten (weitgehend) auch für die lnpfandnahme ei- b) Die Gründung ist Einheits- bzw Simultangründung, dh, dass die Gründer alle Aktien Überneh-
gener Aktien (5 ó5b), den Erwerb durch Tochterunternehmen (5 óó Abs 1 S 'l ;vgl auch cJas men (ô unten ll.).
Verbot der Aktienzeichnung und -übernahme in g 51 Abs 2) und den Erwerb durch Dritte
30 aF), bei der die
auf Rechnung der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens (S óó Abs 1 S 2). Die früher bestehende Möglichkeit einer Stufengründung (Sukzessivgründun9, 5
gesucht werden,
Gründer nicht alle Anteile übernehmen und schon während der Gründung Zeichner
2009 beseitigt worden'
hat nur wenig praktische Bedeutung erlangt und ist deshalb durch das AktRÄG
eine Bank die restlichen
Das Ziel einer Stufengründung lässt sich einfacher dadurch erreichen, dass
B. Die Gründung der Aktiengesellschaft (SS 16 fÍl Aktien übernimmt oder den Gründern clen für eine Übernahme aller Aktien nötigen Kredit gewãhrt'

nicht
l. Allgemeines c) Bei einer Mantel- oder Vorratsgründung soll der angegebene Unternehmensgegenstand
die spä-
verwirklicht werden. Eine Vorratsgründung (zB die Gründung einer Auffanggesellschaft'
1' Für die Gründung der Aktiengesellschaft gilt wie bei der GmbH das Normativsystem. Eine Kon- ter ein Unternehmen Übernehmen soll) wird wie bei der GmbH (+ S 13 f
unter 4') meist nur dann
zessionspflicht besteht nur bei bestimmten Aktiengesellschaften (Eisenbahn, Schifffahrt, Luftfahrt, als zulässig angesehen, wenn der vorläufige Zweck als Gegenstand
in der Satzung angegeben
Pensionskassen ua).
wird (sog,,offene Vorratsgründung").

62 63
Mader, Kapital gesellschaftene, LexisNexis Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
d) Zum Begriff der Nachgründung + S ó5 unter 3
schließen, dass die Einbringungserfordernisse des 5 28 Abs 2
(betreffend Bareinzahlungen und
(nach Abzug der Gründungskosten)
Sacheinlagen) erfüllt worden sind und Bar- und Sacheinlagen
ll. Der Gründungsvorgang zur Íreien Verfügung des Vorstandes stehen. Beizuschließen sind alle Urkunden über die Grün-
dungsakte (+ S 29 Abs 2-4).
1. überblick über die Gründungsakte
j) prüfung durch das Firmenbuchgericht, ob die gesetzlichen Gründungsvorschriften (die formellen
a) (Fakultativ): Abschluss eines Vorgründungsvertrages
(Vorvertrag; Notariatsakt notwendig; und materiellen Voraussetzungen der Gründung) eingehalten wurden und ob der lnhalt der Sat-
zum parallelen Vorgang bei der GmbH
oben S 10 Llnter 3. a).
9 Abs2S2;
zunggesetzeskonformist(531).Verbesserungsaufträgekönnenerteiltwerden(S31
b) Feststellung der satzung (= Gesellschaftsvertrag) vglauch s 17 FBG). sodann erfolgtdie Eintragung (5 32;sauch ss 3,5 FBG)und dieVeröffent-
durch den/die Gründer: zur Wie-
die Satzung in Form eines Notariatsaktes Nach s 1ó Abs 1 ist
festzusLllen (zum Begriff + BR ATB 4. Abschn. lichung der Eintragung (5 33; s auch 5 10 UGB: Ediktsdateits B9j GOGI und Amtsblatt
1b)' Der notwendige rnhart der satzung
ergibt sich aus g 1ó Abs 2 und 17.
D, Vlll, ner Zeitung). Mit der Eintragung entsteht die AG wirksam'
s
Eine Einmanngründung ist seit dem 2. Das Vorgesellschaftsproblem bei der AG
GesRÄ G 2oo4 (BGBI r
2004/67) auch bei der AG zulässig
(vgl 5 z Abs2' 5 35: Feststellung
der satzung auch durch nur einen Gründer). Regelung (Handelnden-
mit der Anmeldung zur Eintragung im Firmenbuch ln diesem Fall
ist 5 34 Abs 1,2 AktG enthält eine $ 2 Abs 1, 2 GmbHG entsprechende
auch der Umstand, dass alle Aktien haftung und Möglichkeit der Schuldübernahme). Bei der AG besteht somit wie bei
der GmbH ein
Aktionär gehören' sowie dessen ldentität einem +
Grundsätze (zu Einzelheiten
anzumelden (s 35 Abs 1); die Eigenschaft einer AG als entsprechendes Vorgesellschaftsproblem. Die dort angesprochenen
Einpersonengesellschaft ist somit aus der Vorgesellschaft
dem Firmenbuch ersichtlich. vgl auch S 15 ff) gelten mit geringen Modifikationen auch für die AG. Die Rechtsfähigkeit
des Erwerbes aller Aktien (außer jenen, 5 35 Abs 2 zum Fall
auch hier ange-
die der Gesellschaft selbst gehören) nach
E¡ntragung der ist auch für die AG von der neueren Lehre prinzipiell anerkannt. lnsbesondere wird
auch in diesem Fa' sind die Ansaben nommen, dass jedenfalls Verbindlichkeiten, die in Zusammenhang mit den Gründungsvorgängen
å:r:ffjj ï:rffi:;r; nach Abs 1 zur Eintrasuns im
entstehen (zB aus Sachübernahmeverträgen), und solche aus der Fortführung eingebrachter
Unter-
wie bei der
c) Übernahme der Aktien durch den/die
Gründer: Damit ist die Gesellschaft errichtet nehmen die AG nach ihrer Entstehung binden. lm Übrigen verläuft die Diskussion ähnlich
besteht aber vor der Eintragung in das (s 2l), sie GmbH, so dass auf die Darstellung dort verwiesen wird'
Firmenbuch noch nicht ars AG (s 34
also wie bei der GmbH eine vorlgesellschaft Abs 1), es besteht
(ô unten 2.). Gleichzeitig müssen die Verträge 3. Nachgründungen (5 45)
Sacheinlagen und Sachübernahmen über
abgeschlossen werden.
von
Für Verträge der Gesellschaft, nach denen Anlagen oder sonstige Vermögensgegenstände
d) oie Gründer bestellen sodann den ersten Aufsichtsrat und die ersten (einschließlich Konzernunterneh-
Abschlussprüfer (notariel- einem Gründer oder einer einem Gründer nahestehenden Person
le Beurkundung erforderlich, 23 Abs werden sol-
5 1). Der Aufsichtsrat bestellt sodann
den ersten vorstand men) für eine mindestens 10 % des Grundkapitals entsprechende Vergütung erworben
(5 23 Abs 2).
len (also im Fall von bestimmten Sachübernahmen), ordnet $ 45 an, dass
e) Erstattung eines schriftlichen Berichts
über den Gründungshergang durch die
Gründer (s 24). a) eine Zustimmung der Hauptversammlung und eine Eintragung im Firmenbuch notwendig
wer-
f) Prüfung des Gründungsherganges durch Vorstand, sind, wenn sie In den ersten zwei Jahren seit der Eintragung der Gesellschaft abgeschlossen
Aufsichtsrat und unabhängige Gründungs- vorgesehen);
prüfer (durch Letztere in den Fällen
des 5 25 Abs 2: wenn sich ein Mitglied den (in S 45 Abs 4 sind besondere Mehrheitsregeln für einen derartigen Beschluss
Aufsichtsrat einen besonderen Vorteil von Vorstand oder
Bericht zu erstat-
oder eine Gründungsentschädigung oder
-belohnung aus- b) eine prüfung durch den Aufsichtsrat vorzunehmen ist, der einen schriftlichen
bedungen hat; bzw generell bei einer
Gründung mit saJeinragen oder sachübernahmen). ten hat (Nachgründungsbericht);
Gründungsprüfer werden vom Gericht Die
aus dem in 5 zs Abs 4 genannten personenkreis
Zu prüfen sind vor allem die Angemessenheit bestellt. c) eine Prüfung durch Gründungsprüfer stattzufinden hat'
der vereinbarte"n Leistungen für den Gründungs-
aufwand und die Bewertung von sacheinragen werden kön-
und sachübernahmen (vgr g 2ó). Ratio: Die strengen Vorschriften über die Sachgründung sollen nicht dadurch umgangen
g) Antrag auf Bemessung der Geseltschaftssteuer nen, dass eine sacheinbringung in die Zeit nach der Gründung verschoben
wird'
(Kapitalverkehrsteuer) und Einholung
erlichen unbedenktichkeitsbescheinigung (,,ue"¡ der steu-
dengenehmigungen, wenn dies erforderlich
des Finanzamtes; Einholung anderer Behör- 4. Gründungshaftung
ist (zB vom Finanzministerium bei Bankengrün- beteiligten Per-
dungen oder von der zuständigen
Aufsichtsbehörde bei einer Eisenbahn_AG). a) Die SS 39-42 sehen eine verstärkte Verantwortlichkeit der an der Gründung
sonen für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben hinsichtlich der
Gründung und der
h) Leistung der Bareinlagen (5 2Ba Abs 1): (5 39), neben diesen auch
Einzuzahlen ist mindestens ein viertel
des geringsten Einhaltung der Sorgfaltspflicht vor. lm Einzelnen haften die Gründer
Ausgabebetrages (Nennbetrag bzw personen, für deren Rechnung die Gründer Aktien übernommen haben (Hintermänner der Grün-
Mindestausgabebetrun À", stückaktien)
der Aktien für einen höheren und beî Ausgabe die "Gründerge-
di"r"n auch der ver'rbetraj (das Aufgeld; dieser
Mehrbetrag ist der [Treugeber], S 39 Abs 5), unter bestimmten Voraussetzungen außerdem
in die gesetzliche Rücklage zu"1, welche die Verkehrseinführung
stellen). Sacheinlagen sina sJfàrt in vollem
umfang einzubringen; nossen,, (etwa Teilnehmer bei Sachübernahmen oder Personen,
ihr Wert muss den Ausgabebetrag 40) sowie Vorstand
der Aktien erreichen (S 2Ba Abs 2). der Aktien öffentlich ankündigen, also etwa die beteiligte Emissionsbank, 5
i) Anmeldung der Gesellschaft und Aufsichtsrat (S 41). Dazu kommt eine besondere Verantwortlichkeit
der Gründungsprüfeç
zur Eintragung in das Firmenbuch durch 275 Abs 1-4 UGB
Mitglieder von Vorstand und alle Gründer und alle vor allem in Hinblick auf ihre Verschwiegenheitspflicht (S 42 mit Verweis auÍ 9
Aufsichtsratis zg Abs 1). Der Anmeldung ist
eine Erklärung beizu- ntwortlichkeit des Absch ussprüfers])'
I
[Vera

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Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
Zu Haftungsfällen und Sorgfaltspflichten im Einzelnen + be¡ den genannten Tatbeständen. Beachte: Anders als bei der GmbH (+ S 20 unter 3. a) kommt der Gesellschafterversammlung bei der
Beachte: Diese Haftungsregeln gelten auch für Nachgründungen, wobei hier die Mitglieder von AG keine Weisungsbefugnis gegenüber dem Vorstand zu. Die Hauptversammlung kann damit nicht
Vor_
stand und Aufsichtsrat an die Stelle der Gründer treten (S 47). selbständig in Geschäftsführungsfragen eingreifen. Umgekehrt kann aber der Vorstand seinerseits
Geschäftsführungsangelegenheiten der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorlegen. ln diesem
b) Auf Ersatzansprüche gegen die Gründer und die anderen haftenden Personen (mit Ausnahme der Fall ist die Entscheidung der Hauptversammlung für den Vorstand bindend.
Gründungsprüfer) kann die Gesellschaft erst nach fünf Jahren seit der Firmenbucheintragung
verzichten oder sich vergleichen ($ 43; Ausnahme in S 3 für Vergleiche bei Zahlungsunfähigker:t d) Dem Abschlussprüfer obliegen die Kontrolle der Rechnungslegung und die Erteilung des Bestä-
oder Überschuldung des Ersatzpflichtigen). Dies ist außerdem nur dann möglich, wenn die Haupt- tigungsvermerkes.
versammlung zustimmt und nicht eine Minderheit, deren Anteile 20 o/o des Grundkapitals erreichen,
widerspricht' Die Ansprüche verjähren in fünf Jahren seit der Firmenbucheintragung (S 44).
ll. Der Vorstand (5S 70 ff)
Beachte: Der Sinn der strengen Haftungsvorschriften der SS 39 ff liegt darin, die effektive
Aufbrin-
gung des Grundkapitals zu sichern. lst dieses wegen Nichteinhaltung von Gründungsvorschriften 1. Bestellung
ver-
mindert, so soll es durch die Haftungsansprüche ergänzt werden.
a) Der Vorstand wird durch Beschluss des Aufsichtsrates auf höchstens fünf Jahre bestellt (eine
c) Nach 5 130 Abs 2 kann eine Aktionärsminderheit von 'l 0 % des Grundkapitals bei Gericht
den
Wiederbestellung ist aber möglich; vgl S 75 Abs 1). Es ist mindestens ein Mitglied (naturliche
Antrag stellen, Sonderprüfer zur Prüfung eines Gründungsvorganges zu bestellen. Person) zu bestellen. Ein Vorstandsmitglied darf nicht gleichzeitig Aufsichtsratsmitglied sein. Der
Aufsichtsrat kann allerdings einzelne seiner Mitglieder zu Vertretern von verhinderten Vorstands-
5. Gründungsmängel (5S 21ó ff)
mitgliedern bestellen (5 90 Abs 2). Eine Notbestellung durch das Gericht sieht $ 76 auf Antrag
S 21ó sieht eine Klage auf Nichtigerklärung der Gesellschaft lediglich dann vor, wenn die
Satzung eines Beteiligten (etwa eines Aktionärs oder eines Gesellschaftsgläubigers) voç wenn die zur
keine Bestimmungen über die Firma, die Höhe des Grundkapitals oder den Unternehmensgegen- Vertretung der Gesellschaft erforderlichen Vorstandsmitglieder fehlen (vgl die ähnlìche Regelung
stand enthält oder der in der Satzung umschriebene oder tatsächlich verfolgte Gegenstand in 5 15a GmbHG). Die gerichtliche Bestellung erfolgt für die Zeit bis zur Behebung des Mangels.
des
Unternehmens rechts- oder sittenwidrig ist (Abs 1). Auf andere Gründe kann die <l"ge ni.ht gestützt
Die Bestellung (auch die Abberufung) von Vorstandsmitgliedern bedarf einer zweifachen Mehrheit
werden; die Geltendmachung von Gründungsmängeln ist damit sehr eingeschränkt. Die Klage
l<ann im Aufsichtsrat: eine in Bezug auf den gesamten Aufsichtsrat und eine ìn Bezug auf die nach dem
nur binnen einem Jahr nach Eintragung der Gesellschaft erhoben werden. Klageberechtigt
ist jeder AktG oder der Satzung bestellten Mitglieder (S 110 Abs 3 S 4 ArbVG; s zur Zusammensetzung des
Aktionär und jedes Mitglied des Vorstands und des Aufsichtsrats . S 217 sieht die Heilung für Män-
Aufsichtsrates unten S 70 f unter Ill. 1').
gel vor, welche die Firma der AG oder den Gegenstand des Unternehmens betreffen. Soweit
der
Mangel nach $ 217 heilbar ist, kann Klage erst erhoben werden, nachdem ein Klageberechtigter b) Das schuldrechtliche Verhältnis des Vorstands zur Aktiengesellschaft (Vorstands- oder Anstel-
die
Gesellschaft aufgefordert hat, den Mangel zu beseitigen und diese binnen drei Monaten nicht lungsvertrag) ist nach hA idR ein ,,freies Dienstverhältnis" (jedenfalls bei hauptberuflicher Tätig-
tätig
geworden ist (5 21ó Abs 2). Die Wirkungen der Eintragung der Nichtigkeit sind in 218 geregelt (vor keit). Der entsprechende Vertrag wird ebenfalls vom Aufsichtsrat abgeschlossen. Ein einfaches
S
allem Abwicklung nach den vorschriften über die Abwicklung bei Auflösung). Dienstverhältnis kommt bei der AG wegen der Weisungsfreiheit des Vorstandes (kein Unter-
ordnungsverhältnis) nicht in Frage. ln den Vorstandsverträgen wird meist auf entsprechende
Anwendung der Regelungen des Angestelltengesetzes, soweit dies mit den Grundsätzen des
C. Die Organe der AG Aktienrechts vereinbar ist, hingewiesen. Der Anstellungsvertrag regelt die Vergütung, Urlaub,
Abfertigung und Ruhegenuss der Vorstandsmitglieder. Für die Vergütung der Vorstandsmit-
l. Allgemeines und übers¡cht glieder ist in 5 78 Abs '1 lediglich angeordnet, dass die Vergütung ,,angemessen" (in Bezug auf
1' Die organisation der Aktiengesellschaft beruht auf dem Grundsatz der Drittorganschaft. Es die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitgliedes und die ,,Lage der Gesellschaft" etc) zu sein
be-
stehen weitgehend zwingende Regeln. Die AG kennt vier obligatorische Organe: Vorstand, hat. Eine Gewinnbeteiligung (Anteil am Jahresüberschuss) kann vereinbart werden (vgl 5 77).
Auf-
sichtsrat, Hauptversammlung und Abschlussprüfer. Die Aufgabenfestlegung ist genau und
detailliert 2. Abberufung des Vorstandes
geregelt und zudem nur in sehr geringem Ausmaß abänderbar. Neben diesen zwingenden
Organen
sind fakultative organe möglich (zB ein Beirat als beratendes organ). Nach 5 75 Abs 4 kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied vom Aufsichtsrat (nur) widerrufen wer-
den, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Der Widerruf ist wirksam, solange nicht über die Unwirk-
2. Überblick über die Organfunktionen:
samkeit (Anfechtungsklagel) rechtskräftig entschieden ist (ein der Klage des Vorstandsmitgliedes
a) Dem Vorstand obliegen die Geschäftsführung und die Vertretung der Gesellschaft (er
besitzt das stattgebendes Urteil wirkt hier ex tunc). Der Anstellungsvertrag erlischt durch den Widerruf nicht (die
Geschäftsführungs- und Vertretungsmonopol in der AG). schuldrechtliche und die gesellschaftsrechtliche Position des Vorstandsmitglieds sind zu trennen).
b) Dem Aufsichtsrat sind die Bestellung und die Abberufung des Vorstands sowie seine
überwa-
Ein wichtiger Grund ist zB (demonstrative Aufzählung in $ 75 Abs 4) grobe Pflichtverletzung, Unfä-
chung zugewiesen. Außerdem bestehen Zustimmungsbefugnisse für bestimmte Geschäfte (S higkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung oder Entziehung des Vertrauens durch die Hauptver-
95
Abs 5). sam m u n g. Versch u lden ist nicht Vora ussetzung'
I

c) Der Hauptversammlung sind die Bestellung und die Abberufung des Aufsichtsrates 3. Geschäftsführung (lnnenverhältnis)
und des
Abschlussprüfers zugewiesen. Sie hat außerdem über Satzungsänderungen
und über die Ge- a) Dem Vorstand obliegt die eigenverantwortliche Führung der Geschäfte (,,Geschäftsführungs-
winnverteilung zu beschließen.
monopol"; zu beachten sind dabei allerdings die besonderen Kompetenzen. die anderen Or-

66 67
Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
ganen zugewiesen sind; 4 unten 5.). Er ist keinen Weisungen eines anderen Organs ausgesetzt. lung beschließt außerdem die Entlastung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates
Er hat die Geschäfte unter Wahrung des Wohles des Unternehmens unter Berücksichtigung der (5 104; zum Begriff der Entlastung + S 3'l unter 4. a).
lnteressen der Aktionäre, der Arbeitnehmer der Gesellschaft und öffentlicher (vor allem volks-
Zu den (je nach Größenklasse verschieden ausgestalteten) Offenlegungspflichten in Bezug auf Jah-
wirtschaftlicher) lnteressen zu führen (5 70; die Nichterwähnung der Gesellschaftsgläubiger in
resabschluss und Lagebericht vgl die SS 277 ff UGB.
dieser Norm ist angesichts der zahlreichen konkreten Gläubigerschutzbestimmungen des AktG
als Lücke anzusehen). Nach $ 82 hat er auch dafür zu sorgen, dass ein den Anforderungen des b) Die Zustimmung des Aufsichtsrates zu e¡nzelnen Geschäften ist in den in 5 95 Abs 5 bezeich-
Unternehmens entsprechendes Rechnungswesen und ein internes Kontrollsystem gefrihrt wer- neten Fällen (+ S 72 unter 4. c) erforderlich. Hat der Vorstand diese Geschäfte ohne Zustimmung
den. des Aufsichtsrates oder gegen dessen Willen vorgenommen, so sind sie nach außen gültig, der
Beachte: Beschränkungen der Vorstandsbefugnisse aus arbeitsrechtlichen Mitwirkungsbestimmungen
Vorstand macht sich aber uU gegenüber der AG schadenersatzpflichtig.
zugunsten der Arbeitnehmer hat der Vorstand als gesetzliche Vorgaben natürlich zu beachten (vgl zB c) Die Zustimmung der Hauptversammlung ist erforderlich bei Nachgründungen ($ 45; + S ó5
die 55 89-109 , 111, 112 ArbVG). unter 3.), Verschmelzungen (S 221),Yerpachtung des Unternehmens und Betriebsführungs- und
b) Sind mehrere Vorstandsmitglieder bestellt, so gilt Gesamtgeschäftsführung nach dem Betriebsüberlassungsverträgen ($ 238 Abs 2), Ausgabe von Wandel- und Gewlnnschuldverschrei-
Mehr-
stimmigkeitsprinzip (abzuleiten aus $ 70 Abs 2). Die Stimme des Vorstandsvorsitzenden gibt den bungen (5 174) und beiVerträgen über eine Gewinngemeinschaft (S 238 Abs 1). Die Hauptver-
Ausschlag, wenn in der Satzung nichts anderes bestimmt ist (Dirimierungsrecht, 5 70 Abs 2). Die sammlung entscheidet darüber hinaus über vom Vorstand vorgelegte Geschäfte und bei Verlan-
Satzung kann aber auch ein Alleinentscheidungs- oder ein Vetorecht des Vorstandsvorsitzenden gen des Aufsichtsrates in den Fällen des 5 95 Abs 5 (s 5 103 Abs 2).
vorsehen; möglich ist auch die Anordnung von Einzelgeschäftsführung oder eine Ressortvertei- Die Hauptversammlung kann zudem eine Sonderprüfung anordnen (SS 130 ff) oder einem Vorstands-
lung mit beschränkten Einzelgeschäftsführungsbefugnissen. mitglied das Vertrauen entziehen (5 75 Abs 4). lm letzteren Fall kann der Aufsichtsrat die Bestellung
des Vorstandsmitgliedes widerrufen.
4 Vertretu n g (Außenverhältnis)
ó. Die Vorstandsmitglieder trifft nach S 84 Abs 1 S 2 eine Verschwiegenheitspflicht (Geschäfts- und
Der Vorstand hat das Vertretungsmonopol in der AG; die Vertretungsbefugnis ist grundsätzlich
Betriebsgeheimnisse sind zu wahren; dies gilt auch nach Beendigung der Vorstandstätigkeit). $ 79
umfassend (5 71). lst nichts anderes vereinbart, so ist die Vertretung im Kollegium vorzunehmen
statuiert ein Wettbewerbsverbot, das streng ausgeformt ist.
(Gesamtvertretung; die passive Vertretung kann von jedem Vorstandsmitglied alleine vorgenom-
men werden). Die Anordnung unechter Gesamtvertretung (Vorstandsmitglied plus Prokurist) ist 7. Haftung der Vorstandsmitglieder
nach $ 71 Abs 3 möglich und in der Praxis auch häufig; es muss aber gewährleistet sein, dass
a) Haftung nach 5 84
die AG vom Vorstand auch ohne die Mitwirkung eines Prokuristen vertreten werden kann. Auch
die Einräumung von Einzelvertretungsbefugnis in der Satzung ist möglich; einzelne Vorstands- aa) Die Vorstandsmitglieder haben nach 5 84 Abs 1 die Sorgfalt eines ordentlichen und gewis-
mitglieder können zudem auch bei Gesamtvertretung zur Vornahme bestimmter Geschäfte oder senhaften Geschäftsleiters anzuwenden (objektiver Maßstab ähnlich dem in S 1299 ABGB;
bestimmter Arten von Geschäften ermächtigt werden (g 71 Abs 2, 3). Die Art der Vertretungsbe- keine Entschuldigung für mangelnde Sachkenntnisl). S 84 Abs 2 ordnet eine Ersatzpflicht
fugnis und jede Änderung derselben sind im Firmenbuch einzutragen (5 32 Abs 1, S 73 Abs 1). Ein für verschuldeten Schaden an (mit Beweislastumkehr). ln Abs 3 sind einige Haftungsfälle
Bestellungsmangel eines eingetragenen Vorstandsmitgliedes kann einem Dritten nur dann entge- besonders aufgezählt (zB Einlagenrückgewähr, Erwerb eigener Aktien, Verteilung von Gesell-
gengehalten werden, wenn diesem der Mangel bekannt war (g 73 Abs 4; Parallelregelung zu g 17 schaftsvermögen, Ausgabe von Aktien vor voller Leistung des Ausgabebetrages etc). lm Fall
Abs 3 GmbHG). von Ressortverteilungen in der Geschäftsführung haftet primär das zuständige Vorstands-
mitglied; die anderen dann, wenn und soweit die Verletzung von Überwachungspflichten ge-
5 Mitwirkung anderer Organe an der Geschäftsführung geben ist. Die Haftung nach 5 84 besteht gegenüber der Gesellschaft, daneben gegenüber
a) Jahresabschluss: Der Jahresabschluss ist (gemeinsam mit einem Lagebericht und unter den den Gesellschaftsgläubigern, soweit diese die Befriedigung ihrer Ansprüche von der Gesell-
Voraussetzungen des 5 243b UGB einem Corporate-Governance-Bericht sowie gegebenenfalls schaft nicht erlangen können (Abs 5). Die Außenhaftung nach 5 84 Abs 5 gilt (außer in den
mit einem Gewinnverwendungsvorschlag) vom Vorstand zu erstellen (SS 222 f UGB), vom Ab- Fällen des Abs 3) aber nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. lst über das Vermögen der
schlussprüfer zu prüfen und gegebenenfalls ist der Bestätigungsvermerk zu erteilen (SS 2óB ff Gesellschaft das lnsolvenzverfahren eröffnet, so übt während dessen Dauer der Masse- oder
UGB). Sodann ist er vom Aufsichtsrat (unter den Voraussetzungen des 5 92 Abs 4a auch von Sanierungsverwalter das Recht der Gläubiger gegen die Vorstandsmitglieder aus (Abs 5 S 4)'

einem eigenen Prüfungsausschuss) zu prüfen und gegebenenfalls zu billigen (SS 9ó) Mit der bb) lm Einzelnen ist die Abstufung der lnnen- und Außenhaftung kompliziert geregelt: lst die
Billigung durch den Aufsichtsrat ist der Jahresabschluss bindend festgestellt, außer Vorstand Handlung durch einen gesetzmäßigen Hauptversammlungsbeschluss gedeckt, so entfällt
und Aufsichtsrat entscheiden sich für eine Feststellung durch die Hauptversammlung. Die Haupt- zwar die lnnenhaftung gegenüber der Gesellschaft (5 84 Abs 4), nicht aber die Außenhaftung
versammlung beschließt (außer in diesem Fall und bei Nichtbilligung durch den Aufsichtsrat) gegenüber den Gläubigern (Abs 5). Die Ersatzpflicht entfällt andererseits nicht (auch nicht
nach 5 104 nur die Verteilung des Bilanzgewinns (ein Vorschlag für die Gewinnverteilung ist gegenüber der Gesellschaft), wenn der Aufsichtsrat die fragliche Handlung gebilligt hat' Die
vom Vorstand dem Aufsichtsrat und mit dessen Bericht der Hauptversammlung vorzulegen). Die
Gesellschaft kann erst nach fünf Jahren auf Ersatzansprüche gegen den Vorstand verzichten
Hauptversammlung ist dabei an den vom Vorstand mit Billigung des Aufsichtsrats festgestellten (Zustimmung der Hauptversammlung, außer eine Minderheit von 20 % widerspricht [Abs 4];
Jahresabschluss (mit dem sich daraus ergebenden Bilanzgewinn), nicht aber an den Gewinnver- der
s auch die Sonderregelung in Abs 4 S 4 für Vergleiche). Ein Verzicht oder ein Vergleich
teilungsvorschlag gebunden; nach 5 104 Abs 4 kann sie die Verteilung des Bilanzgewinnes ganz (Abs 5)' Die
AG über derartige Ansprüche gilt außerdem den Gläubigern gegenüber nicht
oder teilweise ausschließen, wenn sie von der Satzung dazu ermächtigt ist. Die Hauptversamm-
Ansprüche verjähren in fünf Jahren (Abs ó).

ó8 69
M a de r, Kapitalgesel lschaftene, LexisNexis Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
Beispiel: Bei einem Geschäft mit einem ausländischen Partner unterlässt es der Vorstand, die Nach 5 87 Abs 2 haben die Vorgeschlagenen der Hauptversammlung ihre fachliche Q.ualifikation, ihre
Rechtslage nach dem (anzuwendenden) fremden Recht zu prüfen. Entsteht daraus ein Schaden beruflichen oder vergleichbaren Funktionen sowie etwaige Befangenheitsgründe darzulegen. Abs 2a
für die Gesellschaft, so haftet der Vorstand wegen Sorgfaltspflichtenverletzung. Beruht die Durch- (idF BGBI 12012/35) enthält Kriterien, die bei derWahl zu beachten sind (wie etwa auch eine,,ausge-
führung auf einem Hauptversammlungsbeschluss (etwa weil der Vorstand die Angelegenheit zur wogene Zusammensetzung ").
Beschlussfassung vorgelegt hat, vgl 5 103 Abs 2), so entfällt die Haftung gegenüber der Gesell-
schaft; gegenüber den Gläubigern haftet der Vorstand jedoch nach Maßgabe des 5 84 Abs 5 (also c) Entsendung durch Aktionäre (S 88): Die Satzung kann bestimmten Aktionären oder den je-
dann, wenn eine gröbliche Sorgfaltspflichtenverletzung angenommen werden kann). weiligen lnhabern vinkulierter Namensaktien das Recht einräumen, ein Aufsichtsratsmitglied
zu entsenden (maximal für die Hälfte der Aufsichtsratsmitglieder, bei börsenotierten AG bis zu
b) Einen besonderen Haftungstatbestand enthalten schließlich die 55 100 f, nämlich die Anstif-
einem Drittel). Die Entsendungsberechtigten haben in diesem Fall auch ein Abberufungsrecht;
tung eines Organmitgliedes zu gesellschaftsschädigenden Handlungen unter Ausnutzung von ein solches steht auch einer Minderheit von 10 % des Grundkapitals aus wichtigem Grund zu
Einfluss auf die Gesellschaft und zum Zweck, für sich oder andere Personen gesellschaftsfremde (Abs 4).
Sondervorteile zu erlangen (Vorsatz erforderlich). Anspruchsberechtigt sind die AG, geschädigte
Aktionäre oder Gläubiger der Gesellschaft (Letztere wiederum, soweit sie von dieser keine Be- d) Bestellung durch das Gericht (5 89): Hat der Aufsichtsrat länger als drei Monate nicht die zur Be-
friedigung ihrer Ansprüche erlangen können, S 101). g 100 ordnet eine Haftung des Anstifters (zB schlussfähigkeit nötige Zahl von Mitgliedern, so kann auf Antrag des Vorstandes, eines Aufsichts-
eines Aktionärs) neben jenen Organmitgliedern an, die unter Verletzung ihrer Pflichten gehan- ratsmitglieds oder eines Aktionärs eine Bestellung durch das Gericht erfolgen (der Vorstand ist
delt haben (Verweis auf die 5S 84, 99; auch ein Aufsichtsratsmitgl¡ed kommt damit in Betracht). zu einer solchen Antragstellung verpflichtet). Das Gericht hat das bestellte Mitglied wieder abzu-
berufen, wenn die Voraussetzungen weggefallen sind.
c) Ersatzansprüche der Gläubiger gegen Vorstandsmitglieder können sich zudem wie bei der
GmbH aus dem allgemeinen Schadenersatzrecht ergeben (etwa aus 5 ó9 lO iVm g 1311 ABGB; e) Entsendung durch den Betriebsrat (S 110 ArbVG) nach dem Grundsatz der Drittelparität, dh,
+ S 24 f unter e). dass für zwei von der AG bestellte Aufsichtsräte ein weiterer Aufsichtsrat vom Betriebsrat zu ent-
senden ist (bei ungerader Zahl einer mehr). Auf die so bestellten Aufsichtsräte sind 5 8ó Abs 'l ,
d) Zur Haftung nach $ 22URG vgldie Darstellung der Haftung derGmbH-Geschäftsführer(+ S 25
5 7 und 5 90Abs 1 S2undAbs2sowieS gBnichtanwendbar(5 110Abs3ArbVG).
unter f).
Beachte: Auch die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind an den Grundsatz der Wahrung
des Wohles des Unternehmens gebunden; sie sind daher etwa auch zur Verschwiegenheit ver-
lll. Der Aufsichtsrat (55 8ó ff) pflichtet.

Beachte außerdem: Auch bezüglich der Aufsichtsratsmitglieder ist die gesellschaftsrechtliche Stel-
1. Zusammensetzung des Aufsichtsrates
lung von der (möglichen) schuldrechtlichen Beziehung zu unterscheiden. Wie bei der GmbH ist dies-
Nach S 8ó Abs t hat der Aufsichtsrat aus mindestens drei Mitgliedern (physischen personen) zu bezüglich meist ein Auftragsvertrag gegeben. Eine Vergütung kann vereinbart werden (5 98); die
bestehen (ohne Einrechnung der Arbeitnehmervertreteri Ð unten 2. e). Die Satzung kann eine hö- Arbeitnehmervertreter üben ihre Funktion ehrenamtlich aus, haben aber Anspruch auf Ersatz von Bar-
here Zahl (maximal 20) vorsehen. S 8ó Abs 2 normiert daneben - ähnlich wie bei der GmbH eine auslagen (5 1 10 Abs 3 ArbVG).
-
Höchstzahl von Aufsichtsratsmandaten pro Person (idR zehn Mandate in AG oder GmbH, eine Vor- Die Funktionsdauer der Aufsichtsratsmitglieder ist funktionell festgelegt (+ S 87 Abs 7). Aus der
sitzendenfunktion zählt doppelt; Sonderregelung in Abs 4 für börsenotierte AG: Höchstzahl acht Norm ergibt sich eine Aufsichtsratsperiode von maximal ca fünf bis sechs Jahren. Ein vorzeitiger
und Beschränkungen für ehemalige Vorstandsmitglieder). S auch die Ausnahmen in Abs 3. Gleich- Widerruf der Bestellung ist durch Dreiviertelmehrheit in der Hauptversammlung möglich.
gehalten werden nunmehr nach Abs 5 auch Tätigkeiten als Verwaltungsratsmitglied in einer SE (+
S 91 unter 5.). 3. Organisation des Aufsichtsrates
a) Der Aufsichtsrat hat einen Vorsitzenden und mindestens einen Stellvertreter zu wählen (5 92
Ein Vorstandsmitglied der AG (oder auch ein Vorstandsmitglied eines ihrer Tochterunternehmen)
oder ein Angestellter der Gesellschaft, der als solcher die Geschäfte frihrt, kann nach S 90 Abs 1 Abs 1; beachte das doppelte Mehrheitserfordernis nach 5 1 10 Abs 3 S 5 ArbVG); diese Personen
nicht Aufsichtsratsmitglied sein; ebenso nicht nach g 8ó Abs 2, wer sonst gesetzlicher Vertreter eines sind zum Firmenbuch anzumelden. Nicht gewählt werden kann, wer in den letzten zwei Jahren
Tochterunternehmens oder einer anderen Kapitalgesellschaft ist, deren Aufsichtsrat ein Vorstands- vor der Wahl Vorstandsmitglied der AG war (5 92 Abs 1a). Der Vorsitzende leitet Aufsichts-
mitglied der Gesellschaft angehört (außer bei konzernmäßiger Verbindung oder unternehmerischer rats- und Hauptversammlungssitzungen. Aufsichtsratssitzungen sind mindestens viermal jährlich
Beteiligung ¡Sd S 228 Abs 1 UGB). (zeitlich gesehen vierteljährlich) abzuhalten (5 94 Abs 3); auch auf Verlangen eines Aufsichts-
ratsmitgliedes oder des Vorstandes hat der Vorsitzende unverzüglich eine Aufsichtsratssitzung
Ein Aufsichtsratsmitglied kann - wie bereits erwähnt - nach g 90 Abs 2 allerdings für einen begrenzten einzuberufen (5 9a Abs 1, 2).
Zeitraum als Vertreter eines behinderten Vorstandsmitgliedes bestellt werden; in dieser Zeit darf er
seine Tätigkeit als Aufs¡chtsratsmitglied nicht ausüben. b) Die Beschlussfassung erfolgt nach dem Mehrheitsprinzip; eine schriftliche Beschlussfassung ist
dann möglich, wenn kein Mitglied diesem Verfahren widerspricht. Das gilt auch fÜr fernmÜnd-
2. Bestellung der Aufsichtsratsmitgl¡eder:
liche oder andere vergleichbare Formen der Beschlussfassung (5 92 Abs 3). ln den Aufsichts-
(die
a) Bestellung durch die Gründer (erster Aufsichtsrat, S 23 Abs 1). ratssitzungen besteht Beschlussfähigkeit, wenn mindestens drei Mitglieder anwesend sind
fern-
Satzung kann ein höheres Erfordernis vorsehen). Auch in Sitzungen ist eine schriftliche,
b) Wa¡l durch die Hauptversammlung (Normalfall, 5 87) mit Minderheitensonderrechten in S 87 mündliche oder andere vergleichbare Form der Stimmabgabe zulässig, wenn Satzung oder der
Abs 4.
Aufsichtsrat selbst dies vorsehen (Abs 5).

70 71
Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis Mader, Kapital gesel lschaftene, LexisNexis
Beachte: Fehlerhafte Beschlüsse können nach hA zur Beschlussnichtigkeit führen (zB
bei unzustän_ eine besondere Zuständigkeit auf der Grundlage von 5 95 Abs 5 verankert ist oder der Vorstand die
digkeit des Aufsichtsrates oder bei der gesetzwidrigen Bestellung eines Aufsichtsratsmitgliedes
lls Entscheidung dem Aufsichtsrat vorlegt.
Vorstand).

c) Möglich ist die Bestellung von Ausschüssen nach 5 92 Abs 4 (mit oder ohne Entscheidungsbe-
fugnis)' Die Kurie der Arbeitnehmervertreter hat gegebenenfalls Anspruch auf tV. Die Hauptversammlung (HV; SS 102 ff)
drittelparitetjsch-e
Mitgliedschaft in den Ausschüssen.
1. Allgemeines
ln Gesellschaften mit den Merkmalen des g 271a Abs 1 uGB ist gemeinschaftlichen Willensbildung in
ein prüfungsausschuss zu bestellen,
zu dessen Aufgaben va die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses,
Die HV ist die Versammlung der Aktionäre und dient der
der abschlussprrifung, Gesellschaftsangelegenheiten. sie beschließt in den im Gesetz oder in der satzung ausdrücklich
der Kontrollsysteme der AG und die Prüfung des Jahresabschlusses gehören (vgl werden, den die Satzung bestimmt
im Einzelnen g Ç2 bestimmten Fällen. Sie muss an einem Ort im lnland einberufen
Abs 4a).
(S 102 Abs 2). Man unterscheidet:
4. Aufgaben des Aufsichtsrates und des Lageberichtes
Þ Ordentliche HV: Sie sind alljährlich zur Vorlage des Jahresabschlusses
i
a) Bestellung und Abberufung des Vorstandes (5 75), auch Abschluss
des Anstellungsvertrages. (allenfalls auch des Konzernabschlusses und -lageberichtes und des Corporate
Governance-Be-
und zur Entlastung von Vorstand
b) Überwachung des Vorstandes (5 95 Abs 1): Es bestehen besondere Berichtspflichten richtes) sowie zur Beschlussfassung über die Gewinnverteilung
des Vor- 104)'
standes (S 81)' nämlich eine mindestens vierteljährliche (schriftlicher und Aufsichtsrat abzuhalten (in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres; 5
Ouartalsbericht) über den
Geschäftsgang und eine jährliche (schriftlicher Jahresbericht) über grundsätzliche
Fragen der Þ Außerordentliche HV: HV die aus anderem Anlass einberufen werden.
künftigen Geschäftspolitik und Entwicklung des Unternehmens anhand
einer vorschaurechnung.
Das AktRÄG 2009 hat die HV um Formen elektronischer
Kommunikation erweitert: Die Satzung
Daneben bestehen (unverzügliche) Sonderberichtspflichten aus wichtigem
Anlass und über Um- dass die Aktionäre im Wege elek-
stände, die für die Rentabilität und Liquidität der AG von erheblicher kann vorsehen oder den Vorstand dazu ermächtigen, vorzusehen,
Bãdeutung sind (S g1 Abs 1 oder alle Rechte ausüben kön-
S 3; Sonderbericht) und bei Verlangen des Aufsichtsrates (Einzelheiten tronischer Kommunikation teilnehmen und auf diese Weise einzelne
in S 95 Abs 2). Der Auf-
sichtsrat hat zudem ein Einsichtsrecht in die Bücher der Gesellschaft (S nen. 5 102 Abs 3 unterscheidet in diesem Zusammenhang:
95 Abs 3).
Ak-
c) Zustimmung zu bestimmten Geschäften, Ð s den Katalog in 95 Abs Þ die Satellitenversammlung (eine zeitgleich mit der HV an einem anderen Ort stattfindende
5 Z 1_14: zB Beteiligungs_ durchgeführt wird und für die gesamte
S
erwerb, Stilllegung von Unternehmen, Erwerb, Veräußerung und Belastung tionärsversammlung, die entsprechend einberufen und
von Liegenschaften in Echtzeit
(soweit dies nicht zum ordentlichen Geschäftsbetrieb gehãrt), Dauer der HV mit dieser durch eine optische und akustische Zweiweg-Verbindung
Errichtung und schließung von
Zweigniederlassungen, lnvestitionen über einem bestimmten Anschaffungswert, verbunden ist);
Festlegung all-
mittels einer akustischen,
gemeiner Grundsätze der Geschäftspolitik, Prokuraerteilung,
Einräumung von Aktienoptionen Þ die Fernte'ilnahme (Teilnahme an der HV von einem anderen Ort aus
für Arbeitnehmer und Organmitglieder der AG, der Abschluss bestimmter allenfallsauchoptischenZweiweg-VerbindunginEchtzeit);
Verträge zwischen
AG und Aufsichtsratsmitgliedern oder mit unternehmen, an denen ein
Aufsichtsratsmitglied ein Þ die Fernabstimmung (elektronische Stimmabgabe von einem anderen Ort aus; vgl S 12ó)'
erhebliches wirtschaftliches lnteresse hat, usw.
(5 102 Abs ó' Einzelheiten zum Ver-
Beachte: Es gilt auch hier. dass die Vornahme eines dieser Geschäfte Die Satzung kann weiters eine Abstimmung per Brief vorsehen
durch den Vorstand ohne Einho-
lung der Zustimmung des Aufsichtsrats nach außen wirksam ist (keine fahren in S 127)'
Einschränkung der Vertretungs-
macht des Vorstandes nach außen, aber Pflicht zur Einholung der
Genehmigrng ir lnnenverhältnis). 2. Einberufung der Hauptversammlung
,,Sollen" in S 95 Abs 5 ist also wie ,,dürfen,' zu lesen.
a) Zur Einberufung berechtigt ist/sind:
d) Einberufung der Hauptversammtung, wenn es das Wohl der Gesellschaft
erfordert (S 95 Abs 4). in der Höhe des halben
aa) der Vorstand für die ordentliche HV (S 105), im Fall eines Verlustes
e) Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses, des Lageberichtes (+ unten dd)
und des Gewinnverteilungsvor- Grundkapitals (S g3) oder bei berechtigtem Antrag einer Aktionärsminderheit
schlages; Bericht darüber an die Hauptversammlung (+ dazu schon
oben S óg f unter 5. a). (der Vorstand ist hier zur Mitwirkung verpflichtet);
Den Sitzungen für die Prüfung, vorbereitung und Feststellung des das Wohl der Gesellschaft er-
schlussprüfer beizuziehen (S 93 Abs 1).
Jahresabschlusses ist der Ab- bb) der Aufsichtsrat, wenn dies nach pflichtgemäßem Ermessen
fordert (5 95 Abs 4);
f) Führung von Rechtsstreitigkeiten und Abschluss von Rechtsgeschäften
mit dem vorstand des Aufsichtsrates oder be-
(5 97; Vertretun gsfunktion). cc) von der Satzung ermächtigte Personen, zB der Vorsitzende
stimmte Aktionäre;
5. Haftung der Aufsichtsratsmitgl¡eder Abs 3)'
dd)eine Aktionärsminderheit von 5
o/o
des Grundkapitals (organfunktion nach S 105
kann die Minderheit
Hinsichtlich der sorgfaltspflicht und der Verantwortlichkeit
der Aufsichtsratsmitglieder verweist g 99 wenn Vorstand und Aufsichtsrat die HV in diesem Fall nicht einberufen,
(5 105 Abs 4)'
il
auf 5 84 (die Norm über die Haftung der Vorstandsmitglieder;
+ S ó9 f unter 7. a). durch das Gericht ermächtigt werden, dieEinberufung selbst vorzunehmen
Eine Haftung kommt auch nach S 25 uRG in Betracht (Verweigerung zur Einberufung ei-
ee) Kraft sondergesetzlicher Anordnung kann auch eine Aufsichtsbehörde
I

der Zustimmung zur Einleitung


eines Reorganisationsverfahrens). Der Aufsichtsrat hat 105 VAG bei Versicherungs-AG)'
darüber allerdings nur zu beschließen, wenn ner HV ermächtigt sein (zB die Finanzmarktaufsicht nach $

72 73
Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
b) Das Einberufungsverfahren ist in den 5s 10ó ff detailliert geregelt. Die
beachtendenpunkte wichtigsten dabei zu c) über die Verhandlung ist von einem Notar eine Niederschrift nach den Vorschriften der Notari-
sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
atsordnung aufzunehmen. Nicht gehörig protokollierte Beschlüsse sind nichtig (S 120 Abs 1). Die
aa) Die Bekanntmachung der Einberufung
muss durch Veröffentlichung gemäß g Niederschrift ist zum Firmenbuch einzureichen (Abs 4; erzwingbar nach $ 24 FBG).
(vgl dort)' sind die Aktionäre 1g erfolgen
der AG namentlich bekannt, ,o k",,-n -.tuttd"rr"n
schreibebrief einberufen werden, per Ein- Beachte: Die Satzung kann vorsehen oder den Vorstand ermächtigen vorzusehen, dass die HV fLlr die
wenn die Satzung dies nicht
näre können auch Mailadressen 107).4¡¡¡o- nicht anwesenden Aktionäre akustisch und allenfalls auch optisch in Echtzeit übertragen wird. Bei
bekannt geben unJin d¡"r" Art "r.r.t,t¡"Ài(s
einwilligen' Börsenotierte Gesellschaften-sind der Einberufungsmitteilung börsenotierten AG kann auch eine öffentliche Übertragung vorgesehen werden (5 102 Abs a).
(elektronisches)
.r;;; verpflichtet, die Einberufung über ein
Medium zu verbreiten, bei dem davon Beachte weiters: Börsenotierte AG müssen die in der HV gefassten Beschlüsse binnen zweier Werk-
auszugehen ist, dass es die rnformati-
onen in der EU öffentlich verbreitet (5
107 Abs 3 mit verweis auf g Bó tage nach der HV auf ihrer im Firmenbuch eingetragenen lnternetseite zugänglich machen ($ 128
Abs 3 BörseG). Abs 2); die Satzung kann auch vorsehen, dass das individuelle Stimmverhalten der Aktionäre veröffent-
bb) Einberufungsfristen: Bei einer
ordentlichen HV ist die Einberufung
spätestens am 2g. Tag, licht wird (Abs a). Bei nicht börsenotierten AG kann jeder Aktionär die Übersendung der gefassten
ansonsten spätestens am 21 Tag
' vor dem Termin bekannt zu machen (s Beschlüsse verlangen, sofern die AG diese nicht ebenfalls auf ihrer lnternetseite zugänglich macht
den Aktionären so, die erforderriche 107 Abs 1; Zweck:
vorbereirrng (wozu sie aber nicht verpflichtet ist, S 128 Abs 3).
werden).
"rn'ogricht
cc) Der notwendige lnhalt der Einberufungsmitteilung d) Teilnahmeberechtigung: Teilnahmeberechtigt sind im Prinzip alle Aktionäre (auch die lnhaber
ergibt sich aus g 10ó. Die Einberufung
neben den anderen dort genannten hat stimmrechtsloser Vorzugsaktien; nicht aber lnhaber von ,,Vorratsaktien" [Ð S ó0 f unter e], da die
Punkten lwie ãtwã'a;e Teirnahmevor"rrr*.rnn"n
für die
die vorseschtasene r"s"ro.Jnrns Rechte daraus ruhen).
zu enthatten (s 10ó Z 3, vst auch
âiHï?;îsbesondere
aa) Teilnahmevoraussetzung ist bei börsenotierten AG bei Namensaktien die Eintragung ins Ak-
Beachte: Auf Antrag einer Aktionärsminderheit tienbuch, jeweils am Ende des zehnten Tages vor der HV (Nachweisstichtag [,,Record Date"],
von 5 % des Grundkapitals sind
ordnungspunkte aufzunehmen (5 weitere Tages-
109). 5 110 statuiert ein weiteres
Minderheitenrecht für bör- 5 111 Abs 1). Bei lnhaberaktien ist der Anteilsbesitz Teilnahmevorausssetzung; dieser ist
senotierte AG: Eine 1%-Minderheit
kann zu jedem Punkt der Tagesordnung
Vorschräge zur Be-
seit 1. 1 .2014 durch eine Bestätigung des depotführenden Kreditinstituts nachzuweisen (vgl
schlussfassung übermitteln und
gemacht werden' Die AG muss
verlangen, dass diese auf der rnternetsuit-"
¿",. ac zugänglich S'l 11 Abs 2 iVm S 10a Abs 1). Bei Namensaktien kann ein Anmeldeerfordernis festgelegt
dafür Linen elektronir.¡'un Kommunikationsweg werden (5 111 Abs 3); Entsprechendes gilt nach Abs 4 für die elektronische Teilnahme nach
nicht börsenotierten AG kann die eröffnen. Bei
satzung Entsprechendes vorsehen.
5 102 Abs 3 oder die Abstimmung per Brief nach 5 127.
Beachte weiters: Nach 108 haben
$ Vorstand und Aufsichtsrat zu jedem punkt
vorschläge zur Beschlussfassung der Tagesordnung bb) Bei nicht börsenotierten AG (bei der seit 1. 1. 2014 nur noch Namensaktien zulässig sind,
zu machen und bestimmte rnformationen
bereitzusteilen. Bör- + S 58 f unter c aa) richtet sich auch hier das Teilnahmerecht nach der Eintragung im Aktien-
ä:ffii"î:.î,:iïîi::ff',Ïiî:-1" 1;';9";";;i"" rnrormationen aur ihrer rnternetseite buch, jewèils zu Beginn der HV (S 1 12, die Satzung kann aber auch hier den Nachweisstichtag
tierte AG haben diese u"i",r"g",]
:i3iJ'åffiffi:
falls auf ihrer Website zur Verfügung
ïiïnË:i'i
zu stellen (Abs 5).
ilJ;.,[î; ï.jJffïai
nachS'1 llAbslSlvorsehen).5111Abs4(ErfordernissefüreineelektronischeTeilnahme
oder eine Abstimmung per Brief) gilt sinngemäß.
c) w¡rd die HV von einem Nichtberechtigten Beachte: Jeder teilnahmeberechtigte Aktionär kann sich durch einen Bevollmächtigten vertre-
einberufen oder nicht gehörig bekannt
stoß gegen s 105 Abs 1' 10ó
s
gemacht
z l, s 107 Abs 2), so sind die gefassten-geschrussJnichtig, (ver- ten lassen (5S 113 ff). Andere Formen der Stimmrechtsübertragung (sog Legitimationsübertra-
nicht sämtliche Aktionäre anwesend fa¡s gung: Ausübung des Stimmrechts aus Aktien, die dem Teilnehmer nicht gehören) sind unzulässig
oder zuminJ.r, u"r,r"t"n sind (s 199
Abs 5)' Andere Mängel (zB Fristverletzungen) Abs 1 Z 1 iVm g 105 (S 115). 5 ó1 Abs 2 (Wirksamkeìt der Stimmrechtsausübung der im Aktienbuch eingetragenen
machen die Beschrüsse nur anfechtbar Aktionäre) bleibt unberührt.
Zur Unterscheidung nichtiger und (ss 195 ffl
anfechtbarer Beschlürr" a", HV +
S 77 f unter 5.
3. Der Gang der Hauptversammlung cc) Teilnahmeberechtigt und -verpflichtet (vgl 5 '11ó Abs 2) sind zudem die Mitglieder des Vor-
standes und des Aufsichtsrats.
a) Den vorsitz in der HV führt der Vorsitzende des
Aufsichtsrates (oder sein stellvertreter, g e) Stimmrechtsausübung und Beschlussfassung
Abs 1; mangels dieser hat der nach j20 r1ó
S Abs 1 beizuziehende Notar
lung bis zur wahl eines Vorsitz"nd"n [Ð unten c] die Versamm_
zu leiten). Der Vorsitzende lässt über aa) Die Form der Stimmrechtsausübung und das Verfahren zur Stimmenauszählung richten sich
punkte und die Anträge in der die Tagesordnungs-
HV (vsl 5 I 1 9) abstimmen, stellr nach der Satzung; mangels einer Regelung bestimmt sie derVorsitzende (5 122). Zur Mög-
fest (vgl 5 128 Abs 1) und verkündei das Ergebni, d"rïu.tirn,,rng
die gefassten Beschlüsse. Die Feststellung lichkeit und den Modalitäten einer Fernabstimmung vgl $ 126,zur Abstimmung per Brief
notwendigen Beurkundung; Ð ist (iVm der vgl $ 127.
unten c) bindend, ur.h *"nn ,,"
stellter Beschluss (der nicht unter erfolgt ist. Ein festge-
Nichtigkeit leidet; Ò 577 ff rnt"r
'rnurnl'.h
tungsklage beseitigt werden. 5.) kann nur durch Anfech- Das Stimmrecht in der HV richtet sich (5 12)

b) Beschlussfähigkeit: Die HV ist (mangels Þ bei Nennbetragsaktien nach dem Nennbetrag (Mehrstimmrechtsaktien sind unzulässig'
anderer Bestimmungen in Gesetz oder satzung) be- vgl $ '12 Abs 3);
schlussfähis' wenn zumindest
ein Aktionär ;"r:;;;;,;;J
im weg der Fernabstimmung stimmberechtigt teirnimmt (oder anderes an-
oa",. p", srief abgestimmt rr"i, Der kleinste Aktiennennbetrag muss eine Stimme ergeben. lst in der Satzung nichts
5 1 17 ein Verzeichnis d"." s 121 Absl). Zu erstellen ist nach geordnet, beginnt das Stimmrecht mit der vollständigen Leistung der Einlage
(S 123; s dort auch
oder vertretenen Aktionàre.
"n*"s"nden zu anderen Gestaltungsmöglichkeiten in der Satzung).

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M ader, Kapitalgesellschaftene, 75
LexisNexis Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexìs
Þ bei Stückaktien nach der Zahl der Aktien (da Stückaktien grundsätzlich gleich groß sind, gg) Beschlussmehrheiten: Mangels anderer gesetzlicher oder satzungsmäßiger Regeln genügt
entfällt auf jede Aktie eine Stimme). die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen (5 121 Abs 2). Regeln über besondere
Ausnahmen: stimmrechtslose Vorzugsaktien (+ S 59 f unter 2. b), satzungsmäßige Beschränkun- Mehrheitserfordernisse für bestimmte Beschlussgegenstände sind über das AktG verstreut.
gen des Stimmrechts auf einen Höchstbetrag (zB höchstens 100 Stimmen, vgl g 12 Abs 2). Nicht Für Wahlen kann die Satzung andere Bestimmungen treffen.
ausgeübt werden kann das Stimmrecht außerdem für Aktien, die der Gesellschaft selbst, einem Beachte außerdem: ln einzelnen Bestimmungen ist nicht auf die Stimmenmehrheit, sondern auf
Iochterunternehmen ¡Sd 5 228 Abs 3 UGB oder einem Dritten für Rechnung der AG oder eines die Kapitalmehrheit abgestellt (zB in 5 14ó Abs 1 [Satzungsänderungen] oder g 149 Abs 1 [Erhö-
Tochterunternehmens gehören (5 ó5 Abs 5).
hung des Grundkapitalsl; jeweils Dreiviertelmehrheit). ln diesen Fällen wirkt sich eine satzungsmä-
ßige Beschränkung des Stimmrechts isd S 12 Abs 2 nicht aus. ln anderen Fällen ist zudem die Zu-
Nach 5 124 kann die Satzung vorsehen, dass das Stimmrecht eines Aktionärs ganz oder
stimmung von mindestens einem Viertel des Grundkapitals vorgesehen (so bei Nachgründungen
teilweise ruht, wenn er gegen gesetzliche oder in Börseregeln vorgesehene Meldepflichten
im ersten Jahr [5 45 Abs aD.
über das Ausmaß seines Anteilsbesitzes verstoßen hat.
f) Auskunftsrecht des Aktionärs
Beachte außerdem: Oas ÛbG (+ S 55 f unter l. 3.; anwendbar auf börsenotierte AG) sieht als zi-
vilrechtliche Sanktion bei bestimmten Verstößen gegen seine Bestimmungen ebenfalls ein Ruhen Jeder Aktionär hat in der HV ein Recht auf Auskunft (5 1 18; .) dazu S 81 unter 2. c).
des Stimmrechts vor (s zu den Details S 34 übG).
4. Die wichtigsten Gegenstände der Beschlussfassung sind:
bb) Umstritten ist, ob den Aktionär bei der Stimmrechtsausübung eine Treuepflicht gegenüber
a) Gewinnverteilung und Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat (gg 104), allenfalls Feststel-
der Gesellschaft trifft (dies wird - zumindest in engen Grenzen - angenommen; zB in Form
lung des Jahresabschlusses (wenn nicht vom Aufsichtsrat vorgenommen; + S óg f unter 5. a);
einer Pff icht zur Zustimmung zur Herabsetzung mitgliedschaftlicher Vermôgensrechte in Not-
situationen). Grenzen der Stimmrechtsausübung bilden jedenfalls das allgemeine Verbot der Jahresabschluss und Lagebericht sind der Hauptversammlung aber jedenfalls vorzulegen.
missbräuchlichen Rechtsausübung (S 1295 Abs 2 ABGB) und die guten Sitten. Zu beachten
b) Wahl der Aufsichtsratsmitglieder (5 87 Abs 1) und der Abschlussprüfer (5 270 Abs 1 UGB; Vor-
ist daneben der konkretisierte Missbrauchstatbestand des 5 195 Abs 2 (Stimmrechtsaus-
schlagsrecht des Aufsichtsrates);
übung zur vorsätzlichen Erlangung von Sondervorteilen zum Schaden der Gesellschaft oder
ihrer Aktionäre), der auch einen Anfechtungsgrund für den entsprechenden Beschluss dar- c) Beschlussfassung tiber von Vorstand oder Aufsichtsrat vorgelegte Geschäftsführungsangele-
stellt (zur Beschlussanfechtung + S 78 unter 5. d). genheiten (vgl $ 103 Abs 2);

cc) Aktionäre, die gleichzeitig Organmitglieder sind, sind grundsätzlich stimmberechtigt. Die d) Bestellung von Sonderprüfern (5 130: Prüfung von Vorgängen bei der Gründung oder der Ge-
Stimmrechtsausübung ist nur in bestimmten Kollisionsfällen ausgeschlossen (+ SS 125, 130 schäftsfü h ru ng);
Abs 1).
e) Satzungsänderungen (SS 145 ff; zB Kapitalerhöhungen und -herabsetzungen, Änderung des
Beispiele: Beschlussfassung über die eigene Entlastung, über die Befreiung von einer Verpflich- Unternehmensgegenstandes);
tung, über die Bestellung von Sonderprüfern. Für alle Aktionäre (also nicht nur solche, die gleich-
zeitig Organmitglieder sind) gilt ein Stimmrechtsausschluss. sofern es um die Geltendmachung
f) Geltendmachung von Ersatzansprüchen gegenüber Vorstand und Aufsichtsrat.
eines Anspruches gegen sie geht. 5. Nichtigkeit und Anfechtbarkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen
dd) Eine uneinheitliche Stimmabgabe für verschiedene Aktien eines Aktionärs (,,split voting,,) ist a) Grundsatz: Das AktG unterscheidet (anders als das GmbHG) schwere, im Gesetz taxativ aufge-
zulässig (S 12 Abs 1 S 3). zählte Mängel, die Beschlüsse nichtig machen, und andererseits sonstige Verstöße gegen Gesetz
und Satzung. welche die Anfechtbarkeit (Vernichtbarkeit) von Beschlüssen zur Folge haben.
ee) Stimmrechtsbindungsverträge (Syndikats- oder Poolverträge; vertragliche Abmachungen
zwischen Aktionären über die Ausübung des Stimmrechts) sind auch bei der AG zulässig. Beachte: Von der Nichtigkeit bzw Anfechtbarkeit ist nach hA die Unwirksamkeit von Beschlüssen zu
Verträge dieser Art können Dauerschuldverhältnisse und inhaltlich GesBR sein (vgl auch + unterscheiden, die nicht Gegenstand der aktienrechtlichen Nichtigkeits- oder Anfechtungsklage ist.
S 30 unter f zur GmbH). Unwirksam sind etwa Beschlüsse, die von der Hauptversammlung außerhalb ihrer Kompetenz gefasst
wurden (zB eine Vorstandsbestellung); schwebend unwirksam sind etwa Beschlüsse nach 5 147 über
Beachte: Syndikatsverträge können allerdings nicht mit der Gesellschaft selbst abgeschlossen die Auferlegung von Nebenleistungen (bis zur Zustimmung des betroffenen Aktionärs).
werden (dies würde dem Prinzip widersprechen, dass aus eigenen Aktien die Stimmen ruhen).
Daher sind nach hA solche Verträge gemäß 5 879 Abs 1 ABGB nichtig (die entsprechend dem b) Die Nichtigkeitsgründe sind in g '199 aufgezählt. Nichtig sind:
nichtigen Syndikatsvertrag abgegebenen Stimmen sind aber wirksam).
aa) bestimmte Beschlüsse im Zusammenhang mit Kapitalerhöhungen oder Kapitalherabset-
ff) Die Beschlussfassung ist ein rechtsgeschäftlicher Akt. Manche Beschlüsse bedürfen zu ih- zungen (S 159 Abs ó, 5 181 Abs 2, S 188 Abs 3, 5 189 Abs 2; in den meisten Fällen geht es
rer Wirksamkeit der Zustimmung der betroffenen Aktionäre (zB Auferlegung von Nebe- um nicht fristgemäße Eintragungen in das Firmenbuch);
nleistungen 15 1a7l; nachträgliche vinkulierung von Namensaktien etc). bb) die Feststellung eines Jahresabschlusses ohne Abschlussprüfung (vgl g 2ó8 Abs 1 UGB);
Diese besonderen Zustimmungserfordernisse bilden Wirksamkeitsvoraussetzungen des Beschlus- cc) Beschlüsse, die unter bestimmten Einberufungs- und Beurkundungsmängeln leiden (5 199
ses und haben mit den Mehrheitserfordernissen (+ gg) nichts zu tun. Abs 1 Z 1,2);

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Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
dd) Beschlüsse, die unvereinbar mit dem Wesen der Aktiengesellschaft sind oder Vorschrìf- ersten Jahresabschluss werden von den Gründern bestellt (5 23 Abs 1). Die Regeln über Bestellung,
ten verletzen, die ausschließlich oder überwiegend dem Schutz der Gesellschaftsgläubiger Auswahl und Ausschlussgründe finden sich in den SS 270 ff UGB. Das Vertragsverhältnis zur Gesell-
oder öffentlicher lnteressen dienen (5 199 Abs 1 Z 3); schaft ist im Regelfall das eines Werkvertrages.
Beispiele: Das Wesen der AG ist betroffen, wenn Beschlüsse ihre zwingende Struktur und Orga-
nisation abändern wollen (zB die Rechtspersönlichkeit, die Zerlegung des Grundkapitals in Aktien
2. 7u prülen sind nach den 55 268,269 UGB der Jahresabschluss und der Lagebericht (allenfalls auch
oder die fehlende Aktionärshaftung). Die Verletzung des Grundsatzes der Gleichbehandlung der Konzernabschluss und -lagebericht), die Buchführung ist einzubeziehen. Die Prüfung hat sich darauf
Aktionäre (vgl g 47a) etwa begründet dagegen nur Anfechtbarkeit, zu erstrecken, ob die gesetzlichen Vorschriften für die Rechnungslegung (SS 'l 89 ff, beson ders 222 ff
UGB) und die Bestimmungen der Satzung beachtet worden sind; nach $ 269a UGB sind internati-
ee) Beschlüsse mit sittenwidrigem lnhalt (Generalklausel, g 199 Abs 1 z 4). onale Prüfstandards zu beachten. Die Abschlussprüfung endet mit der Vorlage eines schriftlichen
Die Nichtigkeit kann mit Feststellungsklage nach g 201 , aber auch durch Einrede geltend ge- Prüfungsberichtes (5 273 Abs 1, 4 UGB; vgl auch Abs 2 und 3 zu den Fällen unverzüglicher Berichts-
macht werden. Die Klage kann von jedem Aktionäç dem Vorstand sowie jedem einzelnen Vor- pflichten) und der Erteilung des Bestätigungsvermerkes (S 274 UGB).
stands- sowie Aufsichtsratsmitglied (gegen die AG) erhoben werden. Ferner kann jeder Dritte,
Sind Einwendungen zu erheben, so hat der Abschlussprüfer den Bestätigungsvermerk einzuschrän-
der ein rechtliches lnteresse an der Feststellung der Nichtigkeit eines Beschlusses nachweisen
ken oder zu versagen (S 274 Abs 3 UGB). Dies ist zu begründen. Der Prüfungsbericht ist dem Vor-
kann, Feststellungsklage nach 5 22gZpO erheben.
stand und dem Aufsichtsrat vorzulegen. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Abschlussprüfer
Beruht die Nichtigkeit auf Beurkundungsmängeln, so heilt sie durch die Eintragung des Be- und der Gesellschaft entscheidet auf Antrag des Abschlussprüfers oder der gesetzlichen Vertreter
schlusses in das Firmenbuch. Beschlüsse, die aus anderen Gründen nichtig und ins Firmenbuch der AG der zuständige Gerichtshof erster lnstanz im Außerstreitverfahren (5 27ó UGB).
eingetragen sind, heilen in drei Jahren (amtswegige Löschung bleibt im öffentlichen lnteresse bei
Verletzung zwingender gesetzlicher Vorschriften möglich). Einberufungsmängel (g 107 Abs 2 S 2, Zur Haftung des Abschlussprüfers gegenüber der AG vgl 5 275 UGB; zur Haftung gegenüber Dritten
(zB Gläubigern der Gesellschaft) vgl etwa den OGH in der ,,Riegerbank-Entscheidung"; hier wird eine
3) sind hingegen geheilt, wenn der nicht geladene Aktionär den Beschluss genehmigt. Zu den
Einzelheiten vgl g 200. ,,Außenhaftung" des AbschIussprüfers grundsätzlich bejaht.

c) Anfechtungsgründe (S 195) sind alle anderen Verletzungen von Gesetzes- oder Satzungsbe-
stimmungen formeller oder materieller Art; 5 'l 95 Abs 1a-4 nennt einige Sonderfälle (zum An- D. Rechte und Pflichten der Aktionäre
fechtungsgrund des 5 195 Abs 2 Ð schon oben S 7ó unter e bb). ln Fällen dieserArt kann die
Gesellschaft nach hA die Anfechtung mit dem Beweis abwehren, dass der Verstoß den Beschluss l. Beginn und Ende der Gesellschafterstellung
nicht beeinflusst hat.
1. Der Erwerb der Rechtsstellung erfolgt entweder unmittelbar durch jenen konstitutiven Rechtsakt,
Beispiel: Die Stimme eines unberechtigt nicht zur Abstimmung zugelassenen Aktionärs wäre nicht
durch den das Anteilirecht entsteht, so im Fall der Übernahme der Aktien durch die Gründer (+ S ó4
ausschlaggebend gewesen.
unter 1. c), bei Kapitalerhöhung und Kapitalberichtigung (+ S 83 ff) oder durch Übertragung der
Anfechtungsgründe sind binnen Monatsfrist mittels Rechtsgestaltungsklage auf Nichtigerklä, Mitgliedschaft im Wege der Einzel- oder Gesamtrechtsnachfolge.
rung des Beschlusses gegen die AG geltend zu machen, sonst bleibt der Beschluss gültig.
Beachte: Ein gutgläubiger Erwerb von Aktien ist möglich. Für Namensaktien verweist 5 ó2 Abs 1 auf
d) Zur Anfechtung ist befugt (5 t9ó): Art 1ó WG; lnhaberaktien können unter den Voraussetzungen der 55 371 oder 3ó7 ABGB von Nicht-
berechtigten erworben werden.
aa) jeder an der HV teilnehmende Aktionär, der gegen den Beschluss Widerspruch zur Nieder-
schrift erklärt hat oder dem diese Möglichkeit rechtswidrig vorenthalten wurde; jeder nicht 2. Der Verlust der Mitgliedschaft erfolgt durch Übertragung der Aktie, durch Kapitalherabsetzung
zugelassene oder wegen Einberufungsmängefn nicht erschienene, aber teilnahmeberech- (+S 8ó f), Auflösung. Spaltung, Verschmelzung oder Umwandlung (+ S 88 f0. Ein Ausschluss ist im
tigte Aktionär (ebenso wenn der Gegenstand der Beschlussfassung nicht gehörig angekün- Wege eines Kaduzierungsverfahrens möglich (+ S 82 unter lV. 1.).
digt wurde); im Fall des g 195 Abs 2 jeder Aktionär;
Wie bei der GmbH (+ S 3ó f unter e) ist seit 200ó ein Ausschluss von Minderheitsgesellschaftern
bb) (nur) Aktionäre mit mindestens 5 7o Anteil am Grundkapital, wenn durch den Beschluss
nach dem Gesellschafterausschlussgesetz (GesAusG; ,,Squeeze-out") möglich. Danach kann auf
(nach Gesetz oder Satzung) unzulässige Abschreibungen, Wertberichtigungen,
Rücklagen Verlangen eines ,,Hauptgesellschafters" (= Beteiligung von mindestens 90 % [5 1 Abs 2, 3 GesAusG]),
oder Rückstellungen vorgenommen würden (S 19ó Abs 2); sofern die Satzung nichts anderes vorsieht, von der Hauptversammlung die Übertragung der Anteile
cc) der Vorstand als Organ; daneben jedes Mitglied des Vorstandes und des Aufsichtsrates, der übrigen Gesellschafter auf den Hauptgesellschafter gegen Gewährung einer angemessenen
wenn sich die Mitglieder durch die Ausfr-ihrung des Beschlusses strafbar oder ersatzpflichtig Barabfindung beschlossen werden. Zum Verfahren vgl die SS 3 ff GesAusG. Eine Sonderregelung
machen würden. besteht für einen Ausschluss nach einem Übernahmeangebot isd ÜbG in 5 7 GesAusG.

V. Die Abschlussprüfer (SS 2ó8 ff UGB) ll. Gleichbehandlungsgebot


1. Abschlussprüfer (mindestens einer) sind bei der AG zwingend; sie werden von der Hauptversamm- gleich zu behan-
5 47a enthält das ausdrückliche Gebot, Aktionäre unter gleichen Voraussetzungen
lung gewählt (S 270 Abs 1 UGB; Vorschlagsrecht des Aufsichtsrates), die Abschlussprüfer für den deln.

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Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis Mader, Kapitalgesellschaftene, LexisNexis
I ll. Gesellschafterrechte Anträge müssen grundsätzlich von der angekündigten Tagesordnung gedeckt sein (vgl 5 119 Abs 1).
Beschlussvorschläge iSd 5 110 müssen in der HV als Antrag wiederholt werden. Das Rederecht in der
1. Vermögensrechte
HV ist gesetzlich nicht ausdrücklich geregelt, ergibt sich nach hA aber aus dem Teilnahmerecht.
a) Anspruch auf Ausschüttung des im Jahresabschluss ausgewiesenen
Bilanzgewinns (SS 52, 54): c) Auskunftsrecht (5 11S): Das Auskunftsrecht steht dem Aktionär (auch bei stimmrechtslosen Ak-
Die Gewinnanteile bestimmen sich mangels anderer satzungsbestimmung
nãch den Anteilen am tien) gegenüber dem Vorstand zu; es besteht grundsätzlich nur in der HV. Auskunft über Angele-
Grundkapital (S 53 Abs 1; sonderregel in Abs 2 bei nicht voll eingezahlte;
Akrien). Der konkrete genheiten der AG ist zudem nur insoweit zu geben, als dies zur sachgemäßen Beurteilung eines
Gewinnbeteiligungsanspruch wird Dividende genannt.
Tagesordnungspunktes erforderlich ist; die Auskunftspflicht erstreckt sich andererseits auch auf
unterscheide: Dividende: Prozentueller Ertrag einer Aktie, die rechtlichen und geschäftlichen Beziehungen zu verbundenen Unternehmen. Die Auskunft hat
berechnet auf der Basis ihres Nennbe-
trages' Rendite: Ertrag der Aktie auf Basis ihres Kurswertes. den ,.Grundsätzen einer gewissenhaften und getreuen Rechenschaft" zu entsprechen.
Beispiel:Nennbetrag€10,-,Kurswert€25,-.DieAusschüttungeinerDividendevon Die Auskunft darf nach $ 1 18 Abs 3 vom Vorstand verweigert werden, falls ein erheblicher Nach-
10%(€1 ,-)be-
deutet, dass der Aktionär von seinem eingesetzten Kapital teil fÜr das Unternehmen oder ein verbundenes Unternehmen droht oder ihre Erteilung strafbar
eine yoige Rendite erzielt hat.
Die Hauptversammlung kann allerdings, wenn sie die wäre. Nach Abs 4 darf die Auskunft auch verweigert werden, soweit sie auf der im Firmenbuch
satzung dazu ermächtigt, eine andere Ge-
winnverwendung beschließen (etwa an stelle einer Ausschüttung eingetragenen lnternetseite der AG in Form von Frage und Antwort über mindestens sieben
die Einstellung des Gewinnes Tage vor HV-Beginn durchgehend zugänglich war.
in freie Rücklagen oder Gewinnvorträge, vgl g 104 Abs
4). Besteht keine entJprechende sat-
zungsermächtigung der Hauptversammfung, so ist der gesamte Beachte: Eine gerichtliche Durchsetzung des Auskunftsrechts ist nach hA (anders als vor dem AktRÄG
Gewinn auszuschütten. Sobald
die Hauptversammlung die Ausschüttung beschlossen hat, 2009) nunmehr möglich.
erlangt der Aktionär einen schuld-
rechtlichen Anspruch auf die Dividende.
Beachte weiters: Für unrichtige Auskunft besteht nach g 255 eine Strafsanktion.
Beachte: Die Dotierung der nach 5 229 Abs 4-7 uGB
zu bildenden gesetzlichen Rücklage ist bereits
im Jahresabschluss gewinnmindernd vorzunehmen_ d) Klagerechte zur Geltendmachung von Nichtigkeit oder Anfechtbarkeit von HV-Beschlüssen (+
S 77 l+ unter 5.), daneben das Klagerecht nach g 2'1 ó Abs 1 (Klage auf Nichtigerklärung der Ge-
$ 54a ermöglicht Abschlagszahlungen auf den voraussichtlichen Gewinnanspruch sellschaft bei bestimmten Satzungsmängeln).
nach Ablauf
der Hälfte des Geschäftsjahres (s dort zu den Voraussetzungen).
e) Bezugsrecht im Fallder Kapitalerhöhung (+ S 83 unter 1. b).
b) Anspruch auf Liquidationserlös (+ S Bg unter l. 3.).
Beachte: Eine Pflicht des Aktionärs zur Übernahme von Aktien bei einer Kapitalerhöhung besteht
c) Zu beachten ist auch bei der AG das grundsätzliche verbot
der Einlagenrückgewähr: Geleistete nicht.
Einlagen dürfen während bestehender Gesellschaft nicht
an die Aktionäre zurückbezahlt werden f) Minderheitenrechte
(5 52)' außer bei Kapitalherabsetzung (unter
Beachtung der Gläubigerschutzbestimmungen) und
bei zulässigem Erwerb eigener Aktien (S 52 S 2; + S ó1 f aa) 5 7" des Grundkapitals können die Einberufung einer HV bzw die Aufnahme und Ankün-
unter 2. h). Das Verbot erfasst jede
Leistung der AG an ihre Aktionäre, falls es sich nicht digung eines Tagesordnungspunktes samt Beschlussvorschlag beantragen bzw im Weige-
um die Erfüllung des Dividendenanspruches
oder um die genannten Ausnahmen handelt. Auch Zinsen rungsfall mit Hilfe des Gerichtes selbst einberufen bzw ankündigen (S 105 Abs 3. S 109). 1 %
dürfen weder zugesagt noch ausge-
zahlt werden (g 54). des Grundkapitals einer börsenotierten AG können in der HV zu jedem Punkt der Tagesord-
lm Fall unzulässiger Rückzahlungen besteht zunächst ein
nung Beschlussvorschläge übermitteln (5 1 10).
Rückforderungsanspruch der AG ge-
gen den Aktionär (5 5ó Abs 3 e contrario; vgl auch bb) 5 % des Grundkapitals können die Bestellung oder Abberufung von Liquidatoren aus wich-
das Minderheitenrecht in S 134 Abs 1). Die
Zahlungsempfänger haften im Ausmaß der verbotenen tigem Grund bei Gericht beantragen (S 20ó Abs 2); 5 % des Grundkapitals oder Aktionäre
Rückzahlung auch den Gläubigern der
Gesellschaft für deren Forderungen an die Gesellschaft (S mit einem anteiligen Betrag von € 350.000,- können aus wichtigem Grund eine Prüfung des
5ó Abs 1). Beides gilt nicht für Beträ-
ge, die Aktionäre in gutem Glauben als Dividende erhalten Jahresabschlusses im Rahmen der Liquidation verlangen (5 211 Abs 3).
haben.
d) Zum Problem der verdeckten Gewinnausschüttung und der eigenkapitalersetzenden cc) 5 7" des Grundkapitals oder Aktionäre mit einem anteiligen Betrag von € 350.000,- können
Gesell-
schafterleistungen in diesem Zusammenhang vgl Jie parallele problematik bei bei Vorliegen eines wichtigen Grundes die Bestellung eines anderen Abschlussprüfers be-
der GmbH (+
S 38 ff unter d, e). antragen (S 270 Abs 3 UGB).
2. Herrschafts- bzw Mitverwaltungsrechte dd) 10 % des Grundkapitals können eine Sonderprüfung und eine Prüferbestellung durch das
a) lnformationsrechte Gericht nach $ 130 Abs 2,3 verlangen, ebenso eine Vertagung der ordentlichen Haupt-
in Zusammenhang mit HV (S 10g).
versammlung bei Bemängelung bestimmter Posten des Jahresabschlusses erreichen (S 104
b) Teilnahme an der HV, Antrags-, Rede- und Stimmrecht (Letzteres nur, sofern Abs 2).
es sich nicht um
stimmrechtslose Aktien handert). Zu Stimmrechtsausübung
und stimmgewicht + s 75 f unter e. ee) 10 % des Grundkapitals können nach 5 134 Abs'l die Verfolgung von Ansprüchen gegen
Dazu kommt das Recht, zur Wahrung des
Anfechtrngrr"Ãa, (+ S 7g unter d) gegen einen HV_
Beschluss Widerspruch zur Niederschrift Aktionäre (besonders aus 5 5ó; .) dazu S 80 unter 1. c), aus Gründungshandlungen (4 S ó5 f
zu erklären.
unter 4.) oder Geschäftsführungshandlungen verlangen, wenn die behaupteten Ansprüche

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