Sie sind auf Seite 1von 3

56 W. SPIEGELBERU: Die Datierung des Berliner „Tiauerreliefs". 160.

Band

Deir el Bahri, in the plain of El Amarna1, and perhaps of a third in the rough
waste to the south of the palace of Malkata2.
It will be noticed that I have scarcely once called on the actual palace sites
to supply information or confirmation. Though the ruins of four palaces of Akhna-
ton have been laid bare at Aklitaton, and one at Thebes, by ill-luck they contri-
bute little obvious or definite help to the questions here at issue, which deal with
elevations rather than plans. An exception must be made in favour of the work done
in the pleasure-palace of Maruaten. Vivid light has been thrown on the char-
acter and richness of the decoration lavished on the pillars and screening-walls
of the garden kiosk, which may well have been a subsidiary place of the king's
appearance. The remains of throne (?) platforms within these buildings support the
supposition that the state window had not made indoor thrones superfluous. The
central position in the facade of the northern palace, where the king might be ex-
pected to show himself, if anywhere, seems to be occupied by a hypostyle hall of
twenty-six columns with clerestory lights. But the excavations there are still incomplete,
and the next few weeks may put some of the foregoing hypotheses to the test.

Die Datierung des Berliner „Trauerreliefs".


Von WILHELM SPIEGELBERG.

u er verehrte Jubilar, dem diese Festnummer gewidmet ist, hat zum ersten Male in
dieser Zeitschrift (Band XXXIII [1895], S. 18 ff. und Tafel I)3 das schöne Itelief des Ber-
liner Museums mit der Darstellung eines Leichenbegängnisses veröffentlicht und inhalt-
lich wie künstlerisch so gewürdigt, daß den Kärrnern in dieser Hinsicht kaum etwas
zu tun übrig bleibt. Nur in einem Punkte hat er eine offene Frage gelassen, die
für das künstlerisch so bedeutende Stück von größter Wichtigkeit ist, in der Datie-
rung, und hier möchte ich versuchen, die Grenzen enger zu ziehen als es der erste
Herausgeber getan hat, der auf Grund von Stil und Kleidung an das Ende der 18.
oder die 19. Dynastie dachte (a. a. 0. S. 29).
Schon E R M A N war eine Figur besonders aufgefallen, die in dem Leichenzug un-
mittelbar hinter den Söhnen des zu Grabe geleiteten Hohenpriesters von Memphis,
aus dessen Grabe das Relief stammt, vor den höchsten Reichsbeamten, den beiden
Vezieren (jTj | „durch einen respektvollen Abstand" von ihnen getrennt da-
steht mit dem bekannten Trauergestus der Hand an dem Kinn des sinnenden, fein-

1) E l A m a r n a II, p. 6 ; III, p. 1 2 : TIMME, T e i l e l A m a r n a , pp. 2 7 , 34. — 2) For references to


post-Akhnaton pictures of the king in the window or pavilion of audience, see SCHAEFER, A m t l i c h e Be-
r i c h t e , Dec. 1918, and DAVIES, B u l l e t i n of M e t . M u s . A r t , Part II, July 1 9 2 0 , p. 80, and Nov. 1921,
pp. 21, 22. — 3) Danach wieder veröffentlicht ζ. Β. SCHÄFER, Ägypt. Kunst (Seemann), Tafel 2 0 , 7; FECH-
HEIMEK, Plastik der Ägypter 1 , Tafel 155.

Brought to you by | provisional account


Unauthenticated | 94.231.119.152
Download Date | 3/19/14 11:29 AM
Band 60.] W. SPIEGELBERG : Die Datierung des Berliner „Trauerreliefs". 57

geschnittenen Kopfes. Über dieser Persönlichkeit, die in den Mittelpunkt der Trauer-
versammlung gerückt zu sein scheint, steht ihr Amtstitel j f(|°j »König-
licher Schreiber. Erbfürst, General". E R M A N wollte in der Figur eben wegen der
hervorragenden Stelle, die sie hier einnimmt, den Kronprinzen sehen, weil der Titel
^ • n diese Bedeutung gelegentlich haben kann. Freilich fehlt dabei, falls der Zu-
sammenhang es nicht wie ζ. B. Pap. d'Orb. 19, 2. 6 überflüssig macht, nie der Zusatz
I „Königssohn", der stets hinter dem Titel 1 erscheint, insbesondere in der Ver-
bindung mit den Titeln j und jjTj. Das lehren die zahlreichen Beispiele der
Söhne Ramses II. bei G A U T H I E R , Livre des Rois III, S. 80ff., wo die Normalfolge ist
Das Fehlen der
ietzteren Angabe „Königs-Sohn" beweist,
daß unser „Königlicher Schreiber, Erbfürst, General" eben nicht der königl. Familie
angehörte und sich aus eigener Kraft die in dem Berliner Relief so deutlich zu tage
2
tretende höchste Stellung angeeignet hatte, welche in den Titeln | ^ zu-
sammengefaßt ist. Ich kenne nur eine Persönlichkeit der ägyptischen Geschichte,
die hier in Frage kommen könnte, den General Haremheb, den nachmaligen König

dieses Namens, der als Generalissimus unter dem König Tutenchamun keine Titel so
häufig führte wie die eines jjf j ^ ^ und | jlj°]3, so auch auf der jüngst von
W L N L O C K (Journ. Egypt. Arch. Χ [ 1 9 2 4 ] , Tafel 4 ) veröffentlichten Statue, die ihn als

Königlichen Schreiber" in dem Schreibersitz mit Schreibzeug und aufgerolltem Pa-


pyrus auf dem Schoß darstellt. Seine Titel sind hier a) cTn "j jjfjij, b) QD jl^lj^ ΛΛΛΛΛΛ

r ö

— f ^ i l K ' S ^ f T i i " I f J f i ^ l f t - D i e B e z e i c h n u n g — f Ω

„Stellvertreter (o. ä.) des Königs in den beiden Ländern" führt er auch sonst, ζ. B.
< ><=>
G A U T H I E R , a. a. 0 . S. 3 8 3 unter VI A. (lies Ί ° ^ ) , VI B. J L
Τ «w. Ο I V Eft -" ö <2
(statt λ 4 λ ) ^ 1 ° \ VI (streiche )^ Τ Γ ^ mit der Va-
> D <£>' Α Λ Λ Λ Λ Λ > ΛΛΛΛΛΛ Ο \ \ • ... ' Τ Ο ΛΛΛΛΛΛ I V

riante „Stellvertreter des Königs im ganzen Lande". Danach war er eine Art Reichs-
verweser unter dem König Tutenchamun, und dazu stimmt die überragende Stellung,
die er in dem Berliner Relief an der Spitze aller Beamten bei der Beisetzung des
Hohenpriesters von Memphis einnimmt, bei der er den Pharao vertrat.
v o r
1) F ü r ein übrigens ganz abnormes den Titeln wäre in dem Berliner Relief kein Platz

gewesen, denn die ausgebrochene Stelle reichte gerade für Name und Titel des zweiten Sohnes aus. —
2 ) Das wr hinter mr mf fehlt wohl nur aus Platzmangel. — 3 ) Siehe GAUTHIER, Livre des Rois II,
S. 3 8 1 ff.
Zcitsclir. f. Agypt. Spr., GO. iland. 8

Brought to you by | provisional account


Unauthenticated | 94.231.119.152
Download Date | 3/19/14 11:29 AM
58 W. SPIEGELBEKG: Die Datierung des Berliner „Trauerreliefs". [60. Band.

Daß Haremheb aber in einem Grabe der memphitischen Totenstadt erscheint,


das erklärt sich leicht aus seinen besonderen Beziehungen zu der Hauptstadt des
Deltas. Hat er doch sein erstes Grab hier angelegt, ehe er nach seiner Thron-
besteigung sich in der thebanischen Nekropolis das Felsengrab baute, in dem er als
König seine letzte Ruhestätte fand. Gewiß war er zur Zeit des Tutenchamun die
bekannteste Persönlichkeit in Memphis, und wenn zu jener Zeit der höchste
Kirchenfürst dieser alten Residenzstadt feierlich beigesetzt wurde, da durfte Haremheb
als Reichsverweser nicht fehlen.
Zu der hier vertretenen Identifikation stimmt nun auch der Stil der Reliefs aufs
beste. Die außerordentlich lebhaften, erregten natürlichen Bewegungen der Diener,
der beseelte Ausdruck mancher Gesichter des Trauergefolges führt in die Epoche der
Kunst Amenophis IV., die ja noch einige Jahrzehnte über den Tod ihres Schöpfers
weiter gewirkt hat. Das hat der Fund des Tutenchamungrabes gelehrt, und H E I N -
R I C H S C H Ä F E R 1 hat in unserem Relief den Hauch der Amenophiszeit bereits mit
feinem Verständnis verspürt, wenn er schreibt: „Der in Trauer schlaft' herabhängende
Arm aus diesem Bilde könnte geradezu aus El-Amania stammen und ist doch erst
hundert Jahre später entstanden". Den letzten Satz möchte ich jetzt streichen.
Denn bei der von mir vertretenen Datierung, die das Berliner Relief in unmittelbare
Nähe der Amarnakunst setzt, findet die Stilverwandtschaft eine einfachere und wie
mir scheint einleuchtendere Erklärung. Unser Relief gehört noch dem Kunstkreis
Amenophis' IV. an und steht ganz im Zeichen seiner großen Kunstreform. Wie die
Werke des Tutenchamungrabes, ζ. B. die Reliefs der Stuhllehne und des Schreines,
zeigt es den abgeklärten Geist der naturalistischen Richtung des Amarnastiles ohne
seine Übertreibungen, die mit dem Tode seines Schöpfers verschwanden.
Und noch etwas anderes bringt eine Bestätigung zu meiner Deutung der Haupt-
figur des Trauergefolges auf Haremheb, den Generalissimus und Reichsverweser des
Königs Tutenchamun. Mir will scheinen, daß sie sich in der Tracht wie in dem Aus-
druck des Gesichtes auffallend mit der oben besprochenen, kürzlich gefundenen Schrei-
berstatue des Haremheb berührt, die ja auch aus Memphis stammt und den späteren
König in der ersten Epoche seines Lebens darstellt, als er noch im Dienste des
Tutenchamun stand. Die langsträhnige Perücke, das Ärmelgewand, der sinnende
Ausdruck des Gesichtes findet sich in dem Rundbild wie in dem Flachbild. Das ist
schwerlich Zufall oder Einbildung, sondern, wenn ich recht sehe, ein starkes Argu-
ment für die Richtigkeit meiner Auffassung.

1) Die Religion und Kunst von El-Amarna, S. 50.

Brought to you by | provisional account


Unauthenticated | 94.231.119.152
Download Date | 3/19/14 11:29 AM