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Thema:

Kommunikative Ü bungsstunde zum Thema Speisen und


Geträ nke

1. Bedinungsanalyse
Fehlt aus datenschutzrechtlichen Gründen!

2. Sachanalyse

2.1 Der Dialog


Im Mittelpunkt dieser Stunde steht die Einübung des dialogischen Sprechens, welches
zunächst im Tandemgespräch erarbeitet werden soll. Der Tandemdialog ist so strukturiert,
dass er den Schülern verschiedene Anknüpfpunkte an vorhandenes Wissen bietet. So ist die
Höflichkeitsstruktur would like eine Wiederholung, die in den vorangegangenen Stunden
immer wieder genutzt wurde und somit in dieser Stunde gefestigt werden kann.
Durch die vielen Wiederholungen der Grammatikform would like wird die sprachliche
Reproduktion bei der Mediationsaufgabe und die anschließende sprachhandelnde
Umsetzung des Dialoges erleichtert. Eine weitere Entlastung erfolgt durch die Verwendung
von überwiegend bekanntem Vokabular aus dem Bereich food and drink.

2.2 Kommunikative Übungen


„Kommunikative Übungen sind solche Übungen, die sich primär an Inhalten ausrichten und
die das dazu nötige Sprachmaterial nur als funktional betrachten. Sie setzen also
vorangehende Prozesse des Hör- und Leseverstehens (…) und damit der lexikalisch-
grammatischen Rekonstruktion von Äußerungen/Texten immer schon ein Stück weit voraus.
In einem frühen Lernstadium wird dabei die Kommunikation noch relativ eng gesteuert sein
durch Übertragung von zuvor erfahrenen, in ihrer Funktion verstandenen Sprachmitteln auf
neue Situationen. Diese enge Steuerung ist zunächst unumgänglich, sie ist aber vertretbar,
wenn zugleich darauf geachtet wird, dass die verwendeten Inhalte, Kontexte und Situationen

1
schülerorientiert sind und dass sie die Schüler zu eigenen, weiterführenden Äußerungen
motivieren.“1

Da es zu vermeiden gilt, dass die fremdsprachlichen Gesprächsfähigkeit der Schüler auf


einem elementaren, fragmentarischen Niveau stehen bleibt, müssen sprachliche Mittel zur
Realisierung von Sprechabsichten sukzessive und durch konzentrischen Aufbau zur
Verfügung gestellt werden, um die sprachliche Kompetenz der Schüler in systematischer
Weise zu erweitern und damit sie sie für inhaltliche Mitteilungsabsichten nutzen können. 2

3. Begründungszusammenhang

3.1 Stellung der Unterrichtstunde


In der Kommunikation mit anderen, ist das höfliche stellen von Fragen und angemessene
beantworten, unerlässlich. Die Unit 4 des Cornelsen Lehrbuchs, English G 21 B1, greift das
teilweise vorhandene Grundschulvokabular zum Sachgebiet „Speisen und Getränke“ auf und
baut es weiter aus. In dieser Unterrichtsstunde sollen die Schüler, neben dem Vokabular vor
allem die höflichen Ausdruckformen einüben. Ihnen wird die Möglichkeit gegeben ihre
eigenen Vorlieben und Abneigungen auszudrücken und andere nach ihren zu befragen.

3.2 Bildungsplanbezug
Der Bildungsplan für die Realschule in Baden-Württemberg weist darauf hin, dass Englisch
sich als Lingua Franca entwickelt hat, d.h. zur wichtigste Zweit- und Verkehrssprache zählt.
In den Leitgedanken zum Kompetenzerwerb, wird als „Zentrale Aufgabe des
Englischunterrichts (ist) die Entwicklung kommunikativer Kompetenz, insbesondere die
Förderung von Sprechkompetenz, (…)“3 genannt. Zur Förderung der kommunikativen
Kompetenz und dem dialogischen Sprechen, ist das höfliche Stellen von Fragen und
Antworten unerlässlich.

In dieser Unterrichtsstunde steht das Sprechen über Speisen und Getränke im Mittelpunkt.
Zum einen sollen die Schüler im Gespräch den Wortschatz, der ihnen teilweise aus der
Grundschule bekannt ist, festigen. Dabei sollen sie im Gespräch mit ihren Mitschülern
jemandem etwas anbieten, annehmen bzw. ablehnen und sagen, was sie haben möchten.
Bevor sie in der Dolmetscherübung die Rolle eines Jungen übernehmen, der beim
Abendessen seiner Großmutter und einem britischen Austauschschüler bei der
Verständigung hilft.

1
Pauels, In: Bausch (1995), S. 236.
2
Vgl. Vollmer, In: Timm (1998),S. 240.
3
BP (2004) S. 72

1
3.3 Relevanz des Themas für die Schüler
Gegenwartsbedeutung: Der Inhalt der Stunde ist exemplarisch und lässt sich leicht auf
andere alltägliche Situationen übertragen z.B. Auswahl von Geschenken, Kleidungsstücken
usw. Innerhalb der Methodenkompetenz ist es vorgesehen, dass die Schüler bis Ende der
Klasse 6 in der Lage sind, „mit Partnern und im Team zu arbeiten“ 4. Um die
partnerschaftliche Arbeit zu fördern, ist es wichtig, dass die Schüler interessiert an den
Äußerungen des Partners sind. Auch die soziale Kompetenz wird gefördert. Vor allem im
Hinblick auf die Kooperationsfähigkeit, Höflichkeit und Toleranz gegenüber
leistungsschwächeren Schülern. Ein wichtiger Fokus in der Klassenstufe 5 ist der Ausbau
eines soliden Grundwortschatzes, dieser sollte in natürliche Situationen eingebettet sein.
Dadurch werden die Schüler befähigt in der Fremdsprache Englisch z.B. im Urlaub leichter
kommunizieren zu können.

Zukunftsbedeutung: Wichtig für die Zukunft der Schüler ist die Beherrschung des Englischen
sicherlich im Hinblick auf die berufliche Zukunft. Wir leben im Zeitalter der Globalisierung
und es ist in fast allen Berufszweigen unerlässlich, sich zumindest in Grundzügen
kommunikativ ausdrücken zu können. Daher liegt der Fokus im Englischunterricht n i c h t
auf dem Einüben bestimmter sprachlicher/grammatische Strukturen, sondern auf der
Befähigung der Schüler, sich in authentischen Alltagssituationen verständlich zu machen.
Wie bereits erwähnt wird Englisch oft als Lingua Franca benutzt. Daher ist es wichtig, dass
die Schüler auf dieses Handwerk der Kommunikation zurückgreifen können, um sich mit
Menschen eines anderen kulturellen Hintergrundes auszutauschen, sich in alltäglicher
Kommunikation auszudrücken und um Vorlieben, Abneigungen zu beschreiben.

4. Didaktisch- methodische Analyse

4.1 Didaktische Reduktion

Der Schwerpunkt der geplanten Unterrichtsstunde liegt auf der kommunikativen Produktion.
Mit dem kommunikativen Zugang wird den Schülern die Möglichkeit geboten bereits
vorhandenes Vokabular aus dem Essensbereich einzubringen und sich zu ihren Vorlieben
und Abneigungen zu äußern. Bevor sie sich im Tandemgespräch austauschen. In dieser
Phase werden ihnen bestimmte Wendungen zur Verfügung gestellt, die sie in ihren
Austausch einbinden sollen. Die mehrmalige Wiederholung des Dialogs ermöglicht die
Automatisierung der höflichen Ausdrucksform und die Festigung des Wortschatzes zum
Sachgebiet „Speisen und Getränke“.
Die Schüler benutzen die Wendungen „Would you like some…?“ und „I´d like…“ imitativ
ohne die Bewusstmachung der grammatischen Formen. In der Mediationsübung

4
BP (2004), S. 75

1
übernehmen die Schüler eine Dolmetscherrolle. Ihre Aufgabe ist es zu vermitteln und bei der
Verständigung zu helfen.

Im Tandemgespräch werden einige Schüler mitunter Fehler produzieren, die durch den
Lehrer nicht unmittelbar korrigiert werden können. „Da aber die Freude an der Bewältigung
einer Kommunikationssituation im Vordergrund steht, scheint eine hohe Fehlertoleranz in
diesen Phasen durchaus sinnvoll.“ 5 Dennoch wird beim Vorbeigehen vom Lehrer gezielt
darauf geachtet, dass sich die Schüler gegenseitig korrigieren.
Fehlerkorrektur – um dies noch einmal zu bestärken – stellt allerdings auch nicht den
Schwerpunkt der Stunde dar: Der bewusst stark an der kommunikativen Produktion
ausgerichtete Entwurf, soll eine Interaktion der Gesprächspartner fördern und
Gelegenheiten zum Sprechen in der Fremdsprache bieten.

4.2 Methodische Reflexion

4.2.1 Begründung der Unterrichtsmethode


Im Zentrum dieser Unterrichtsstunde steht das Üben von dialogischem Sprechen. Dazu
trainieren die Schüler an einer Alltagssituation mit möglichst vielen Partnern das höfliche
Fragen stellen und beantworten. Dazu wird (aus Platzgründen) eine abgewandelte Form der
Kugellager-Methode angewendet. Das geplante Rollenspiel am Ende der Stunde verfolgt
dasselbe Ziel.

4.2.2 Reflexion der Unterrichtsphasen


Im Folgenden werde ich den geplanten Stundenverlauf anhand der einzelnen Arbeitsschritte
erläutern und begründen, warum ich die jeweils entsprechende Vorgehensweise wähle.
Einstieg: Die mitgebrachten Lebensmittel wecken das Interesse der Schüler am
Stundenthema. Gleich zu Beginn der Unterrichtstunde wird ihnen die Chance gegeben die
bekannten Vokabeln aus dem Essensbereich zu wiederholen. Auch die bereits vorhandene
Teilfertigkeit auf Fragen zu antworten wird aktiviert. Durch die eigenständige Zuordnung der
Wortkarten zu den Lebensmitteln bekommen die Schüler das Gefühl, aktiv etwas zum
Unterricht beizutragen.
Alternative: Alternativ hätten auch Bilder benutzt werden können. Da es sich jedoch um eine
5. Klasse handelt, können die Schüler zu realen Lebensmitteln mit Sicherheit einen besseren
Bezug herstellen und sich dadurch leichter motivieren. Daher halte ich es für sinnvoller,
wenn es sich bei einem Thema anbietet, die plastische Anschaulichkeit voll auszuschöpfen.
Hinführung: Nach einer kurzen Umbauphase wird in einem nächsten Schritt den Schülern, in
einer leicht abgewandelten Form der Kugellager-Methode, die Aufgabe gestellt sich im
Tandemgespräch mit ihrem Gegenüber auszutauschen.
Erarbeitung I: In dieser Phase unterhalten sich jeweils zwei Schüler über Speisen und
Getränke, bis von mir das Zeichen zum Wechsel gegeben wird. Die Schüler rutschen durch
5
Vgl. Timm (1998), S.20

1
und beginnen das Gespräch mit einem neuen Partner. Bei diesem Prinzip der Übung prägen
sich, durch die ständige Wiederholung, Wörter und Satzmuster leichter ein. Dies soll die
Kinder motivieren die Redemittel freier anzuwenden. Bei dieser Übung kommen
Wortbildkarten zum Einsatz. Nach einigen Wiederholungen findet ein Wechsel der Gruppen
statt.
Für mich bietet sich hier die Möglichkeit beim Durchgehen zu beobachten, wie sicher
einzelne Schüler mit Aussprache, Wortschatz und Redemittel umgehen und wo noch
Übungsbedarf besteht. Dies erleichtert die Einschätzung eines individuellen Lernzuwachses
und die Entscheidung für vertiefende oder weiterführende Lernangebote.
Alternative: Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, dass ich die Kinder befrage. Dies würde
jedoch bedeuten, dass immer nur ein Schüler spricht und die anderen in dieser Zeit nicht
kommunizieren können. Es würde auch bedeuten, dass das selbständige Anwenden und
Erweitern bereits vorhandener Strukturen und Kompetenzen im sprachlichen und
methodischen Bereich weniger geübt würde. Ich habe mich dagegen entschieden, da ich für
die Stunde das Prinzip der methodischen Vielfalt hervorheben möchte und den Kinder durch
häufig wechselnde Unterrichtsphasen einen spannenderen und motivierenden Unterricht
bieten möchte.
Überleitung: Bevor die Schüler mit der Einzelarbeit an der Aufgabe im Buch beginnen, sorge
ich für Ruhe im Klassenzimmer und lasse einen Schüler die Arbeitsanweisung vorlesen. Um
die Aufmerksamkeit ganz auf die neue Aufgabe zu lenken, werden die genannten
Lebensmittel (Brötchen, Kartoffelsalat und Saitenwurst) gezeigt.
Ergebnissicherung: Als Vorbereitung auf das Rollenspiel am Ende der Stunde, haben die
Schüler in dieser Phase die Aufgabe die richtigen Sätze in ihr Heft einzutragen. Aus der
vorangegangenen Übung können das Vokabular und die Satzstruktur angewendet werden.
Diese Phase wird dadurch begründet, dass das Schreiben eine unterstützende Wirkung beim
Memorieren des Gelernten hat.
Präsentation: Als zusätzliche Veranschaulichung der Ergebnisse und, damit die Lösung dieser
Aufgabe auch für lernschwächere oder langsamere Schüler deutlich wird, lasse ich, je
nachdem wie viel Zeit noch zur Verfügung steht, einzelne Gruppen den Dialog als Rollenspiel
vor der Klasse vorspielen.

5. Kompetenzerwerb / Lernziele
Der Schwerpunkt der Stunde liegt auf der Anbahnung der kommunikativen Kompetenz.

1
5.1 Grobziel
 Die Schüler trainieren das Teilnehmen an Gesprächen in einer Alltagssituation.

5.2 Feinziele
Die Schüler …

… können Wortkarten zu Lebensmitteln zuordnen. (TZ1)

… sind in der Lage ihrem Partner Auskünfte zu geben und von ihnen einzuholen. (TZ2)

… können Auskunft über eigene und fremde Vorlieben und Abneigungen geben. (TZ4)

… ihrem Partner aufmerksam zuhören und ihm genügend Raum zum Sprechen geben. (TZ3)

… üben das Vortragen eines Rollenspiels vor der Klasse. (TZ5)

6 . Literaturangaben

6.1 Bücher
 Haß, Frank (Hrsg.): Fachdidaktik Englisch. Tradition - Innovation – Praxis. Klett Verlag,
Stuttgart 2006.
 Ministerium für Kultus, Jugend und Sport (Hrsg.): Bildungsplan für die Realschule
Baden – Württemberg, Stuttgart 2004.
 Timm, Johannes-P. (Hrsg.): Englisch lernen und lehren. Didaktik des
Englischunterrichts. Cornelsen Verlag, Berlin 1998.

6.2 Artikel
 Vollmer, Helmut J.: Sprechen und Gesprächsführung. In: TIMM, Johannes-P. (Hrsg.):
Englisch lernen und lehren. Didaktik des Englischunterrichts. Berlin: Cornelsen, 1998,
S. 237 - 249.
 Pauels, W.: Kommunikative Übungen. In: Bausch, Christ & Krumm (Hrsg.): Handbuch
Fremdsprachenunterricht. Francke: Tübingen, Basel (3.Aufl.)1995, S. 236-238.