Sie sind auf Seite 1von 9

Theoretische Grammatik

Vorlesung 1:

“Der Gegenstand der theoretischen Grammatik. Die Stellung der


theoretischen Grammatik unter den linguistischen Disziplinen.”

Der Begriff der Grammatik existiert schon mehrere Jahrhunderte. Der Inhalt des
Wortes aber hat sich mehrmals verändert. Ursprünglich verstand man darunter die
Kunst, richtig zu sprechen und zu schreiben. Die Grammatik stellte das
Verzeichnis der Regeln dar, die man beherrschen muss, um die einzelnen Wörter
richtig zu beugen (deklinieren\konjugieren), miteinander zu einer Wortgruppe und
dann zu einem Satz zu verbinden.

Grammatik [griech.] Sprachlehre: Lehre vom Aufbau und von den


Gesetzmässigkeiten einer Sprache; umfasst Morphologie, Syntax und
Wortbildungslehre (“Meyers kleines Lexikon”).

Das Wort Grammatik ist mehrdeutig. Es wird sowohl zur Bezeichnung des
Kommunikationsmittels der Sprache (1) als auch dessen theoretischer Darstellung
(2), d.h. der Theorie der Grammatik, verwendet.

Darüber hinaus wird dieses Wort im weiteren und im engeren Sinne gebraucht.

Grammatik im weiteren Sinne des Wortes bezeichnet das gesamte Sprachsystem


einerseits und die dieses System beschreibende Theorie andererseits. (z.B.
“Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Duden-Reihe”, Erben “Abriss der
deutschen Grammatik”. Die Dartellung des Stoffes erfolgt in der Richtung vom
Wort zum Satz, d.h. von den Bestandteilen zu den konstruierten Einheiten)

Grammatik im engeren Sinne des Wortes wird zur Bezeichnung des


grammatischen Baus einer Sprache und der Theorie, die ihn beschreibt, verwendet.
(Diese Grammatikbücher bestehen aus zwei Teilen: Wortlehre und Satzlehre. S.:
Admoni “Der deutsche Sprachbau”, W.Schmidt “Grundfragen der deutschen
Grammatik”).

In den letzten Jahrzehnten sind Grammatikbücher erschienen, in den die


Textproblematik zur Sprache kommt (Moskalskaja “Grammatik der deutschen
Gegenwartssprache”, Schendels “Deutsche Grammatik: Morphologie, Syntax,
Text ”).
Normative Grammatik gibt ein System von Normen (=Regeln), die zur Zeit als
richtig gelten. Sie dient zum praktischen Gebrauch der Sprache.

Theoretische Grammatik versucht die inneren Gesetze des grammatischen Baus


einer Sprache zu begreifen, zu interpretieren und zu besprechen. Sie deckt die
Ursachen von verschiedenen Abweichungen von der Norm auf.

Die Stellung der Grammatiktheorie unter den anderen linguistischen Disziplinen


ergibt sich aus der Stellung des grammatischen Baus im Sprachsystem. Die
Sprache darf als ein System angesehen werden, d.h. als eine Einheit von
zusammenwirkenden sprachlichen Einheiten, als ein System, dessen Struktur durch
die Art dieser Elemente und durch ihre system-internen Beziehungen zueinander
bedingt ist (z.B. Grammatik und Lautsystem/prosodische Mittel, Grammatik und
Lexik, Grammatik und Textgrammatik).

Der Gegenstand der theoretischen Grammatik ist also der sogenannte Bau
(Wortbau, Satzbau) einer konkreten Sprachen.

Vorlesung 2:

“Gliederung des grammatischen Baus der Sprache in Morphologie und


Syntax. Morphologische Einheiten. Morphemik. Morphologische
grammatische Kategorie und morphologisches Paradigma. ”

Traditionell werden als Grundeinheiten der Sprache Wort und Satz angesehen. Der
grammatische Bau wird in 2 Hauptbereiche aufgegliedert: in Wortlehre
(Morphologie, Formenlehre) und in Syntax (s. W.Schmidt, Erben, Brinkmann,
Duden-Grammatik, Admoni, Moskalskaja). Admoni rechnet in den Bereich der
Morphologie:

- Lehre von den Wortarten, ihrer Gliederung und ihren grammatischen


Eigenschaften.
- Paradigmatik der Wortarten (=die Lehre vom Formensystem flektierender
Wortarten).
- Lehre von den grammatischen Kategorien flektierender Wortarten.

Schendels und Admoni betrachten als Haupteinheiten der Morphologie das


Morphem (als grammatische Einheit) uns die Wortform (als lexikalische Einheit).
Die Klassifikation nach der Bedeutungsart, die vom Morphem getragen wird,
dürfte functional-semantisch genannt warden. Demnach werden
auseinandergehalten:

1. Lexikalische Morpheme: Buch-es, Sing-en, dort, gut-er usw.


2. Derivations- (oder Wortbildungs-) Morpheme: Lehr-ling, Fisch-er, vor-
stellen, interess-ier-t usw.
3. Grammatische (oder Flexions-) Morpheme: Buch-es, interessier-t, laut-er
usw.

Morpheme können auch unter dem topologischen Blickwinkel klassifiziert werden,


d.h. nach ihrer Stellung in bezug auf das lexikale Morphem. Man unterscheidet
folgende Arten der Morpheme: Affixe, Präfixe, Postfixe, Suffixe, Flexionen
(=Endungen), Konfixe.

Die Termini Wort, Wortform und Form des Wortes (=Formativ) werden häufig als
Synonyme verwendet. Jedoch ware es zweckmässig, sie voneinander inhaltlich
deutlich abzugrenzen.

Als grammatische (morphologische) Kategorie werden Gesamtheiten (Mengen)


von Wortformen gleicher Art angesehen. Die Gesamtheit der Kasusformen nennt
man die Kategorie des Kasus und die Gesamtheit der Tempusformen – die
Kategorie des Tempus.

Von einer grammatischen Kategorie kann nur dann gesprochen werden, wenn
mindestens 2 Wortformen gleicher Art einenander gegenüberstellen. Das 1.Glied
jedes Paar heist unmarkiert, weil es kein Formans (=ein Morphem, das eine
grammatische Bedeutung identifiziert) besitzt. Das andere Gleid ist markiert, weil
es ein Formans ist. Die Opposition dieser Art nennt man privativ.

Mit dem Begriff der grammatischen Kategorie ist der Begriff des Paradigmas aufs
engste verbunden. Das morphologische Paradigma kann als Existenzform einer
grammatischen Kategorie angesehen werden. Mikro- oder Kleinparadigma ist ein
definiertes Paradigma. Makro-oder Grossparadigma ist eine Gesamtheit der
Mikroparadigma einer flektierenden Wortklasse.

Zum Makroparadigma des Verbs zählt man die Mikroparadigmen der Person, des
Nummerus, des Tempus, des Modus und Traditionell die deer Genera verbi.
Vorlesung 3:

“Theorie der Wortarten. Der Begriff der Wortart bzw. Wortklasse. Die
Einteilungsprinzipien.”

Die Elemente des Wortbestandes (=Wortschatzes) lassen sich zu


verschiedenartigen Klassen zusammenfassen, je nachdem unter welchem
Gesichtspunkt sie gruppiert werden. Eine der möglichen Einteilungen ist die
Gliederung des Wortschatzes in Wortarten oder Wortklassen.

Das Wesen der Wortarten wird von den Linguisten unterschiedlich beurteilt. Häufi
werden sie als lexikalisch-semantisch charakterisiert (s. Gylyga, Stepanowa,
Helbig u.a.m.). Einige Linguisten betrachten sie als grammatische Klassen (S.
Admoni, Moskalskaja). Wie man die Art der Wortklassen beurteilt, hängt davon
ab, an welches Einteilungsprinzip dabei in erster Linie gedacht wird.

Die Zahl der Wortklassen schwankt zwischen 4 und 14. Am häufigsten werden 9-
10 Wortklassen erwähnt. Diskutables ist in erster Linie das Prinzip, nach dem die
Wortklassen zu ermitteln sind. Es wird auch über die Art und Anzahl der Kriterien
diskutiert und darüber, welches von ihnen als primär anzusehen ware.

Es gibt Vorschläge, entweder semantishes oder morphologisches oder


syntaktisches oder komplexes Prinzip zu benutzen. Das letzte vereinigt Elemente
der drei anderen.

Nach dem semantischen Prinzip sind die Beziehungen zwischen Wort und Begriff
zu berücksichtigen oder wie wird die Realität widerspiegelt und ausgedrückt.
Moskalskaja spricht in dieser Hinsicht von Autosemantika (=Vollwörter) und
Synsemantika (Hilfs- bzw. Dienstwörter).

Nach dem morphologischen Prinzip sind die Unterschiede der Formeigenschaften


zu berücksichtigen (s. Flämig). Alle Wörter werden in flektierbare und nicht
flektierbare eingeteilt.

Zum syntaktischen Prinzip sind Kriterien “satzwertig/nicht satzwertig” und


“satzgliedwertig/nicht satzgliedwertig” zu rechnen (s. Helbig/Buscha,
Moskalskaja).

Das komplexe Prinzip gestattet, semantische, morphologische und syntaktische


Eigenschaften der Wörter als Kriterien heranzuziehen. Auf diesem Prinzip basieren
die Systeme der Wortklassen, die innerhalb der traditionellen Grammatik
vorgeschlagen worden sind (s. Gylyga, Admoni, Moskalskaja, Duden-Grammatik
u.a.m.)
Vorlesung 4:

“Das Verb. Morphologische Klassifikation. Semantisch-strukturelle Klassen.


Syntaktische Funktionen.”

Die Abgrenzung der Wortart Verb hängt unmittelbar mit dem angewandten Prinzip
der Einteilung des Wortbestandes in die Wortklassen zusammen. Wenn man sich
auf das komplexe Prinzip stüzt, muss die kategoriale Bedeutung des Verbs
angegeben werden. In der letzten Zeit wird die kategoriale Bedetung des Verb
meist entweder als Prozess oder als Prozessualität (Stepanowa, Helbig)
aufgefasst.Nach Moskalskaja (auch Erben) bezeichnen die Verben den Prozess
oder das Sein.

Manchmal wird statt der Angabe einer kategorialen Bedeutung vorgezogen, die
Typen der verbalen Bedeutungen aufzuzählen (s. W.Jung und Moskalskaja):
Vorgangsverben, Tätigkeitsverben (=Handlungsverben), Zustandsverben,
Witterungsverben, Ereignis- oder Geschehensverben, Funktionsverben.

Dem Finitum kommt im Satz eine sehr wichtige Rolle seines strukturellen
Zentrums zu. Durch die Valenzeigenschaften des Verbs wird sie Ausgestaltung des
Satzes in ihren Grundzügen reglementiert. Durch seine Formen ist das Finitum am
Ausdruck der Teilbedeutungen der Grammatischen Kategorien (der Person, der
Zahl, des Modus und des Tempus) massgeblich beteiligt.

Im Makroparadigma des Finitums spielen die sogenannten Grundformen (Infinitif,


Präteritumsstamm, des Stamm des Partizips II) eine grosse Rolle. Entsprechend der
Bildung der Grundformen werden die finite Verben bekanntlich in 2 ungleich
grosse Hauptgruppen eingeteilt: in schwache (Standartverben, regelmässige V.)
und in starke (Nichtstandartverben, nichtregelmässige V.) Verben. Die starken
Verben werden traditionell unter sprachlicher Fundierung entsprechend den
Ablautsreihen klassifiziert. So finden wir bei Moskalskaja 7 Ablautsreihen mit 17
Untergruppen, bei Helbig und Buscha - Ablautsreihen mit 14 Untergruppen, in der
Duden-Grammatik – 39 Ablautsreihen.

Auf Grund der semantischen und strukturellen Eigenschaften werden die deutschen
Verben in einige Klassen eingeteilt, die im unterschiedlichen Verhältnis
zueinander stehen. Meinstens klassifiziert man die Verben unter Berücksichtigung
folgender Faktoren: 1- ihrer Leistung im Satz; 2- ihrer Beziehung zum Objekt; 3-
ihrem Verhältnis zum Subjekt und Objekt; 4- ihrer Valenz und 5- ihrer Aktionsart.
Vorlesung 5:

“Das Verb. Die grammatischen Kategorien des Modus, des Tempus und der
Genera verbi.”

Die grammatischen Kategorien des Modus und des Tempus sind eng miteinander
verbunden. In der traditionellen Grammatik warden diese Kategorien für sich
alleine betrachtet.

Der verbale Modus wird heutzutage als Komponente einer umfassenderen


syntaktischen Kategorie der Modalität betrachtet, der ein grammatisch-lexikales
ode rein functional-semantisches Feld von sprachlichen Mitteln entspricht.
Innerhalb dieser Kategoerie warden ihre 3 Arten auseinandergehalten: 1- die
objektive Modalität (Modus), 2- die innersyntaktische Modalität (Modalverben), 3-
die subjektive Modalität (lexikale Mittel, Modi).

Die verbalen Formen, die die zeitliche Einordnung eines Geschehens bezeichnen,
werden traditionell Tempusformen genannt und ihrer Gesamtheit als Kategorie des
Tempus angesehen. Diese Kategorie wird seit einigen Jahrzehnten als Kern des
grammatisch-lexikalen oder funktional-semantischen Feldes betrachtet. Zu diesem
Feld werden auch andere sprachliche Mittel zum Ausdruck der temporalen
Bedeutung gerechnet. Die zeitliche Einordnung eines Geschehens erfolgt durch
sein Beziehen auf eine Bezugssituation oder auf einen Bezugszeitpunkt.

Traditionell wird der Bezug auf den Redemoment als absolute Zeitbedeutung und
der Bezug auf eine anderes Geschehen als relative Zeitbedeutung bezeichent. Es
gibt 3 Varianten des zeitlichen Verhältnisses: Gleichzeitigkeit, Vorzeitigkeit und
Nachzeitigkeit. Im Fall des absoluten Bezugs spricht man statt dessen von
Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Traditionell wird das System der verbalen
Tempus bzw. Zeitformen im Indikativ als 6-gliedrig dargestellt. Die
Oppositionsverhältnisse im System der Zeitformen werden allgemein nur für den
Indikativ dargestellt.

Die Kategorie des Genus zeigt in der Form des Verbs die Beziehungen zwischen
dem Geschehen und dem Subjekt des Satzes. Diese Bezieheung können im
Deutschen zweifach sein. Das Verb kann eine Handlung ausdrücken, die vom
Subjekt ausgeht und auf das direkte Objekt gerichtet ist (Aktiv). Wird die
Handlung auf das Subjekt des Satzes gerichtet, steht das Verb im Passiv. Das
Passiv (=Leideform) kann nicht von jedem Verb gebildet werden.
Vorlesung 6:

“Das Substantiv. Strukturell-semantische Subklassen.”

Die kategoriale Bedeutung des Substantivs wird als Gegenstänlichkeit im weiteren


Sinne des Wortes verstanden. Dabei denkt man nicht nur an materielle, sondern
auch an gedankliche Gegenstänlichkeit. Es ist möglich auch Prozesse, Zustände,
Relationen, Eigenschaften zum Gegenstand eines Gedankens zu machen. Die
Wortart Substantiv ist zahlenmässig die grösste.

Die Bildung des Substantivs kann auf mehrerenWegen erfolgen: durch


Komposition, Derivation, Konversion, durch Substantivierung. Zusammengesetzte
Substantive, oder Komposita, können je nach Bedarf konstruiert werden.

In Funktionaler Hinsicht ist die Wortklasse Substantiv ebenfalls die wichtigste:


ihre Elemente können im Satz in allen syntaktischen Funktionen auftreten, d.h. als
Subjekt, Objekt, Attribut, Adverbiale verschiedener Semantik.

Inerhalb der Wortart Substantiv lassen sich einige semantisch-strukturelle Klassen


auseinandergehalten, die sich voneinander durch semantische und grammatische
Eigenschaften ihrer Elemente unterscheiden. Es gibt mehrere
Klassifizierungsvorschläge (s. Admoni, Stepanowa, Schendels, Moskalskaja,
Engel). So z.B. in der traditionellen Grammatik (Duden-Grammatik) werden die
Substantive zunächst in 2 ungleich grosse Gruppen eingeteilt: in Konkreta und in
Abstrakta.

Die Konkreta entsprechen dem Begriff der Gegenständlichkeit im eigenen Sinne


des Wortes. Es sind Benennungen der Gegenstände, die Umfang, Form, Gewicht
besitzen oder besitzen können. Zu den Konkreta gehören die Benennungen der
(leblosen) Dinge und der Lebewesen, die Stoffnamen, die Gruppenwörter.

Die Abstrakta bezeichnen eine Eigenschaft, einen Zustand, eine Beschaffenheit


usw., welche gegenständlich gedacht warden. Die moisten Konkreta und Abstrakta
gehören zu den Gattungsnamen.
Vorlesung 7:

“Das Substantiv. Grammatische Kategorien.”

Űber die Anzahl der grammatischen Kategorien des Substantivs gibt es keine
Meinungseinhelligkeit. Traditionell wird von der Kategorie des grammatischen
Geschlechts (oder Genus) von der des Numerus und von der des Kasus
gesprochen. Moskalskaja meinet, dass das Substantiv im Deutschen noch eine
Kategorie besitzt, und zwar: die Kategorie der Bestimmtheit/der Unbestimmtheit.

Die Kategorie des Genus zerfällt in drei Subklassen, von denen nur zwei zum Teil
semantisch motiviert sind. Der Kernteil der Subklasse Maskulina bilden die
Substantive, die männliche Personen bezeichnen. Der Kernteil der Subklasse
Feminina besteht aus den Substantiven, die weibliche Personen bezeichnen. Die
Subklasse Neutra ist im heutigen Deutsch unmotiviert.es gibt Substantive, deren
grammatisches Geschlecht schwankt. Die Wurzelsubstantive haben kein äusseres
Kennzeichen ihrer Zugehörigkeit zu einem bestimmten Genus. Die Substantive mit
gleicher Klassensemantik (z.B. Blumenbezeichnungen) ein und dasselbe
grammatische Geschlecht haben.

Die lexikale Basis der Kategorie des Numerus bilden die zählbaren Substantive.
Die Bedeutung dieser Kategorie wird als Quantität definiert. Diese Kategorie ist
zweigliedrig. Sie besteht aus dem Singular und Plural als Gegenglieder. Doe
Singularform hat im Deutschen kein besonderes Kennzeichen. Deshalb gilt sie als
unmarkiert. Der Singular dient zur Bezeichnung eines einzelnen Vertreters einer
Gattung oder der Gattung als solcher. Die Pluralform besitzt in der Regel ein
entsprechendes Kennzeichen und wird als markiertes Gegenglied interpretiert. Die
Kennzeichnungsmittel der Pluralform können bedeutungsdifferenzierende
Funktion ausüben, wenn sich ein und dasselbe lexikale Morphem mit
verschiedenen den Plural kennzeichnenden Sprachmitteln (Suffixe und Umlaut)
verbindet.

Die Kategorie des Kasus hat vor allem eine strukturelle Funktion. Mit ihrer Hilfe
ihrer Gegenglieder wird das Abhängigkeitsverhältnis des betreffenden Substantivs
zum grammatisch übergeordneten Partner gekennzeichnet. Ein Problem für sich
ist, ob jeder Kasus eine Allgemeinbedeutung hat. Die Kasuskategorie im
Deutschen ist 4-gliedrig. Auf Grund der Oppositionstheorie hat man versucht, die
Inhalye der intraparadigmatischen/innerparadigmatischen Beziehungen zwischen
den einzelnen Kasus als Gegenglieder der betreffenden Kategorie zu ermitteln.
Vorlesung 8:

“Das Adjektiv. Semantisch-strukturelle Klassen. Grammatische Kategorien.”

Das Adjektiv ist eine Awortart, deren Elemente zur Bezeichnung


verschiedenartiger Eigenschaften der materiellen und gedanklichen Gegenstände
dienen. Die kategoriale Bedeutung des Adjektivs kann man als Eigenschaft im
weiteren Sinne des Wortes interpretieren. Die Bestimung der kategorialen
Bedeutung wird aufgrund des semantischen Prinzips vollzogen. Das
Vorhandensein der sog. Kurzform macht die Grenzziehung zwischen Adjektiv und
Adverb recht problematisch. Im Hinblick auf die Abgrenzung der Adjektive und
der Adverbien gibt es mehrere Vorschläge (s. Moskalskaja und Helbig/Buscha).

Das Adjektiv erfüllt 5 folgende syntaktische Funktionen: 1- attributive F., 2-


prädikative F., 3- prädikatives Attribut, 4- adverbial F., 5- Attribut zum Objekt.

In der Grammatik sind mehrere unterschiedliche Klassifizierunfsvorschläge


bekannt, einige von ihnen stützen sich auf semantische (relative und absolute
Adjektive; Orienttierungswörter, Eindruckswörter, Eigenschaftswörter,
Eignungswörter, Verhaltenswörter, Wertwörter), einige auf syntaktische
(Adjektive als Attribut, Adverbiale, Prädikativum) Charakteristika der Adjektive
(s. O.Behagel, Admoni, H. Brinkmann).

Man unterscheidet 2 Arten seiner grammatischen Kategorien: relative und


absolute Kategorien. Zu der ersten Gruppe rechnet man die Kategorie des Genus,
des Numerus und des Kasus. Diese Kategorien haben kein Basis in der Semantik
des Adjektivs. Das sind bestimmte Formcharakteristika des Adjektivs. Die
Gesamtheit dieser Charakteristika bildet die Deklinationsarten des Adjektivs. Die
Endungen des Adjektivs sid im Prinzip als Forminventare zu betrachten.

Die Komparation oder die Steigerung wird dagegen als absolute Kategorie der
qualitative Adjektive qualifiziert. Die Positivform bezeichent den gleichen Grad
einer Qualität wie die Bezugsgrösse. Durch die Komparativform wird ein höher
Grad einer Qualität gekennzeichnet. Durch die Superlativform wird der höchste
Grad der betreffenden Eigenschaft markiert. Die Graduierung innerhalb jeder Stufe
wird durch lexikale Mittel geleistet.

Nach der Wortbildung unterscheidet man : 1-Stammwörter, abgeleitete A., 3-


zusammengesetzte A., 4 – Zusammenbildungen, 5- Konversion.