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Grundlagen EIN

tauschbeziehungen lediglich zwischen zwei Teilneh unmittelbar im wirtschaftlichen Produktionspro


mern am Wirtschaftsleben (Wirtschaftssubjekten), zess entstanden sind.
den Unternehmen und den privaten Haushalten, Weitere Einkommensbegriffe sind das Bruttoein
stattfinden. Diese beiden Gruppen sind zu soge kommen und das Nettoeinkommen (nach Abzug
nannten Sektoren zusammengefasst. Im Modell des von Steuern und Sozialabgaben), das Nominalein
einfachen Wirtschaftskreislaufs bestehen keine au kommen und Realeinkommen (nach Berücksichti
ßenwirtschaftlichen Beziehungen und auch der gung der Inflationsrate), das Einkommen einzelner
Staat greift nicht in das Wirtschaftsleben ein. Die Wirtschaftssubjekte (Individual und Haushaltsein
privaten Haushalte stellen die Produktionsfaktoren kommen) oder der gesamten Volkswirtschaft
Arbeit, Boden und Kapital den Unternehmen zur (Volkseinkommen).
Verfügung, produzieren keine Güter selbst und ver
Einkommenseffekt, in der Makroökonomie die
brauchen ihr gesamtes Einkommen. Die Unterneh
Wirkung von Ausgaben für Investitionen auf die
men bieten den Menschen Arbeitsplätze und produ
Nachfrage und damit auf das Volkseinkommen. Zu
zieren Waren und Dienstleistungen, die am Markt
nehmende Investitionsausgaben von Unternehmen,
angeboten werden.
z. B. für Betriebserweiterungen oder neue Herstel
Das Kreislaufschema zeigt nun, dass die privaten
lungsverfahren, schaffen Arbeitsplätze und bewir
Haushalte am Markt ihre Arbeitsleistung sowie die
ken Einkommen bei den Beschäftigten (primärer
Faktoren Kapital und Boden den Unternehmen an
Einkommenseffekt). Höheres Einkommen hat wie
bieten, die diese nutzen und die Haushalte dafür be
derum eine Erhöhung der Konsumausgaben zur
zahlen. Die Unternehmen ihrerseits erzeugen durch
Folge, die weitere Einkommenseffekte in der Volks
Kombination der von den Haushalten erworbenen
wirtschaft auslösen (sekundäre Einkommenseffek
Produktionsfaktoren Güter, die sie an die Haushalte
te).
verkaufen. Die Haushalte kaufen die von den Un
In der Mikroökonomie bezeichnet Einkommensef
ternehmen produzierten Güter und zahlen dafür
fekt die Auswirkung einer Preisveränderung für
mit ihren Geldeinkommen, das den Unternehmen
Waren oder Leistungen auf die Nachfrage eines
als Erlös zufließt. Damit ist der einfache Wirt
Haushalts. Eine Preissenkung für Waren und Leis
schaftskreislauf geschlossen. Die Darstellung der
tungen, z. B. für Lebensmittel, Benzin oder Versi
wirtschaftlichen Tauschbeziehungen als Kreislauf
cherungen, stellt dabei für den Haushalt eine Ein
schema bietet den Vorteil, dass dieses einfache Mo
kommenserhöhung dar; der Haushalt kann mehr
dell Schritt für Schritt über den erweiterten Wirt
von diesen Waren oder Leistungen kaufen. Preiser
schaftskreislauf (siehe dort) bis zur offenen Volks
höhungen für Güter haben die Wirkung einer Ein
wirtschaft (siehe dort) ausgebaut werden kann.
kommensverringerung. Von den im Verhältnis teu
Einfuhr, Import, der Bezug von Waren, Dienstleis rer gewordenen Gütern kauft der Haushalt nun we
tungen und Kapital durch Inländer im Ausland und niger (wird auch als Substitutionseffekt bezeichnet).
Teil des Außenhandels (siehe Kapitel 6).
Einkommensverteilung, die tatsächliche oder
Einkommen, alle Einkünfte in Form von Geld rechnerische Verteilung der Gesamteinkommen,
oder Sachgütern, die einer Person, einem Haushalt die in einer Volkswirtschaft innerhalb eines be
oder einem Unternehmen in einem bestimmten stimmten Zeitraums erzielt wurden. Die Zusam
Zeitraum zufließen. Als volkswirtschaftliche Ein menfassung (Aggregation) der Einkommen zum
kommensarten gelten Arbeitseinkommen als Ge Volkseinkommen kann nach verschiedenen Ge
genleistung für Arbeit (z. B. Lohn oder Gehalt), Bo sichtspunkten vorgenommen werden. Bei der funk
deneinkommen (Grundrente) für die Nutzung des tionalen Einkommensverteilung werden die Ein
Bodens (z. B. Pacht), Kapitaleinkommen für den kommen nach den Leistungsarten, für die sie die
Einsatz des Kapitals (z. B. Zins) und Gewinnein Gegenleistung darstellten, zusammengefasst. Dabei
kommen aus unternehmerischer Tätigkeit. Diese wird unterschieden in Einkommen aus unselbststän
Einkommensarten werden auch als Faktoreinkom diger Arbeit (neuerdings als Arbeitnehmerentgelte
men (siehe dort) bezeichnet. Im Gegensatz zu Trans bezeichnet, z. B. Löhne und Gehälter) einerseits
fereinkommen (siehe dort) sind Faktoreinkommen und Einkommen aus Unternehmertätigkeit (Selbst
Leistungen, die auf Gegenleistungen beruhen und ständigeneinkommen) und Vermögen andererseits

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