Sie sind auf Seite 1von 67

Tendenzen in der deutschen

Gegenwartssprache
4
Masterstudiengang
2016/17
Tendenzen in der deutschen Gegenwartssprache
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
2.2. Satzstruktur: Veränderungen von Satzmodellen
2.2.5. Hauptsatzwortstellung im Nebensatz
2.2.6. Satzstruktur: Abnahme von Gliedsätzen – Zunahme von
Nominalgruppen
2.2.7. Ersatzkonstruktionen
2.2.7.1. Sätze mit umfangreichen Nominalgruppen
2.2.7.2. Dativ statt Genitiv nach wegen in Kausalangaben
2.2.7.3. Pertinenzdativ statt des genitivischen Attributs
2.2.8. Satzklammer: Tendenz der Ausklammerung
2.2.9. Tempus: Schwierigkeiten mit der Zeit
2.2.10. Die Aktiv-Passiv-Opposition
2.2.11. Zu den Formen und Funktionen des Verbs
2.2.12. Neue Aufgaben für den Konjunktiv
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
2.2. Satzstruktur: Veränderungen von Satzmodellen
2.2.5. Hauptsatzwortstellung im Nebensatz

Abweichungen von der Endstellung des finiten Verbs im


Nebensatz :
▪ im weil-Satz: Maria bleibt zu Hause, weil sie muss jetzt
Korrekturen lesen.
▪ im obwohl-Satz: […] obwohl ich kenn mich da nicht so gut
aus.
▪ im während-Satz: Maria arbeitet zu Hause, während
Gisela muss früh aus dem Haus.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
2.2.5. Hauptsatzwortstellung im Nebensatz

U. Engel (1988):
Solche Stellung des Verbs:
-als saloppe Alltagssprache möglich
-aber in der Standardsprache unkorrekt
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Sandig (1973), van de Velde (1974) u. a. erklären die
Umkonstruktion im Satz als Funktionswandel des
Einleitungswortes, das sich in einem “Übergang von
Subjunktion zu Konjunktion” befinde.
So übt nach dieser Definition das Element weil in der
Umkonstruktion die Funktion der koordinierenden
Konjunktion denn aus. Semantisch gerät weil in die Nähe
der Modalpartikeln nämlich und ja:
Maria bleibt zu Hause, weil sie muss jetzt
Korrekturen lesen.
Maria bleibt zu Hause; sie muss nämlich jetzt
Korrekturen lesen.
Maria bleibt zu Hause; su muss ja jetzt Korrekturen
lesen.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Der obwohl-Satz mit Zweitstellung des Verbs bezieht sich


auf den vorausgehenden Satz und übt die adversative
Funktion aus im Unterschied zum konzessiven obwohl-Satz,
der stets dem Hauptsatz vorausgeht.
Ich hab jetezt endlich ’ne Wohnung gefunden. Ich bin
voll zufrieden. Obwohl – die Wohnung hat nicht nur
Vorteile.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Im Gesprochenen wird der Funktionswechsel von trotzdem
(von Konjunktionaladverb zur subordinierenden
Konjunktion) durch einen Wechsel der Akzentstelle
angezeigt:
Maria will nicht mit uns ins Kino kommen, aber wir
gehen trótzdem.
Trotzdém Maria nicht mit uns kommen will, gehen
wir ins Kino.

Bis in die jüngste Zeit wurde der Gebrauch von trotzdém in


nebensatzeinleitender Funktion von Grammatikern und
Sprachpflegern als falsch abgelehnt.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
- Glück und Sauer (21997: 45) sind der Auffassung, dass die
Verbzweitstelung in den obigen Fällen nicht unbedingt
einen Fehler darstellen, sondern es gehe um einen
Gegensatz zwischen der gesprochenen und der
geschriebenen Sprachform des Deutschen:

- “Die Verbzweitstellung in den erörterten Nebensätzen ist


ein Spezifikum der gesprochenen Sprachform und dort weit
verbreitet, insbesondere in Dialogen, deren
Rahmenbedingungen als entspannt beschrieben werden.
-Am häufigsten scheint die Hauptsatzwortstellung in
Antworten auf Kausalfragen vorzukommen.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

-Ebenso gibt es Beispiele aus der Werbebranche, aber im


Wesentlichen ist die Hauptsatzwortstellung nach weil,
obwohl und während aufs Mündliche beschränkt.

-Es wird sich zeigen, ob es bei dieser Verteilung bleibt oder


ob die Verbzweitstellung im Lauf der Zeit ins Geschriebene
übernommen werden wird.

-Gegenwärtig ist sie dort nach wie vor falsch und wird von
der Grammatik noch nicht akzeptiert – Antwort der Duden
Redaktion) (1983)
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

- in der 5. Auflage der Duden-Grammatik findet sich schon


eine Anmerkung, die auf den “zunehmenden Gebrauch von
weil mit Voranstelung des finiten Verbs” in der
gesprochenen Umgangssprache verweist (1995)
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
2.2.6. Satzstruktur: Abnahme von Gliedsätzen – Zunahme von
Nominalgruppen

Eine Untersuchung des Rückgangs der Satzgefüge und der


Zunahme der Substantivgruppen im Satz in der Presse (Bild
[Boulevardzeitung], WAZ, Ruhr-Nachrichten, Kölner Stadt-
Anzeiger [Abonnomentszeitungen], FAZ [überregionale
Abonnementszeitung]) hat Folgendes ergeben:

Bild Regionale Z. FAZ


Satzgefüge 12% 29,5% 40%
Satzreihe 6% 1,7% 4,5%
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
2.2.6. Satzstruktur: Abnahme von Gliedsätzen – Zunahme von
Nominalgruppen

Anteile der Satzgefüge in unterschiedlichen Textsorten:


Textsorte Bild Regionale Zeitungen FAZ

Kommentare – 44% 44%


Nachrichten 12% 26% 38%
Kurznachrichten 12% –
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

- Die Kurznachrichten weisen den geringsten Anteil an


Satzgefügen (12%) auf.
-Gleichzeitig fällt gerade hier die Zunahme an
Substantivgruppen am stärksten auf, z. B.:

Der indische Ministerpräsident Desai hat erneut die


ablehnende Haltung seines Landes gegenüber einer
Kontrolle seiner Nukleareinrichtungen durch eine der
Atommächte bekräftigt (Kölner Stadt-Anzeiger, 2. 1. 1979).
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

-Die Kurznachrichten bestehen meistens aus wenigen


Sätzen;
-die Schreiber dieser Sätze stehen offenbar unter dem
redaktionellen Zwang, in einem Kurztext möglichst viele
Informationen unterzubringen, und dabei ist ihnen das
Stilmittel der Substantivgruppen besonders willkommen.
-Denn im Vergleich mit dem Satzgefüge sind
Substantivgruppen Stilmittel zur Sprachverknappung.
- Hier ein Vergleich:
Auf die Nachricht vom Rücktritt Azharis hin …
Als bekannt wurde, dass Azhari von seinem Amt
zurückgetreten sei …
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

K. Korn (1962) :
Der vergleichsweise komplizierte Satz, in dem einem Hauptsatz
ein oder mehrere Nebensätze untergeordnet waren, wird
mittels substantivischer Wendungen durch Genitive gleichsam
hintereinander geschaltet. Der Satz mit Genitiv-Reihung wird
seriell.

Am Beginn dieses Prozesses steht die Sprache der Wissenschaft.


Auf die Wissenschaftler folgen die Techniker, die Technokraten,
die Redakteure (…) und die Protokollanten. In vielen Protokollen
findet man heute Satzmuster mit folgendem Rahmen:
Der Ausschuss unterstreicht die Forderung nach einem Ausbau
der seit Jahren geforderten … und der damit verbundenen …
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

H. Eggers (1978) kennzeichnet den Wechsel vom Verbalstil


des 19. Jahrhunderts zum Nominalstil des 20. Jahrhunderts
durch folgende Merkmale:
- Streben nach konzentrierten Information
- Verkürzung der Sätze
- Rückgang der Ausdrucksform des Satzgefüges
- Zunahme der “Blockbildung”
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

- Der Begriff Blockbildung umfasst allerdings weitaus mehr


als der der Genitiv-Reihung bei K. Korn.
-Eggers fasst damit alle Satzelemente zusammen, die für
das Zustandekommen von Nominalgruppen verantwortlich
sind;
- das sind im Wesentlichen drei Attribute;
- das Genitivattribut (der Bereich des Wortschatzes),
- das Präpositionalattribut (die Fähigkeit zum Lernen)
und
- das Partizipialattribut (zu einem verstärkten Bemühen).
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Zur Blockbildung kommt es dann, wenn ein oder mehrere
Attribute ein Satzglied ausweiten.
Nun gibt es – besonders in der Schriftsprache – nicht wenig
Sätze, in denen sich mehrere Attribute auf einen Teil des
Satzes konzentrieren:

Beispiel:

Die obigen Darlegungen wollen Anstoß sein zu einem


verstärkten Bemühen um Effektivierung des
Sprachunterrichts im Bereich des rezeptiven
Sprachkönnens.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Der russische Germanist W. Admoni (1973) sieht für die
große Verbreitung der Substantivgruppe in der deutschen
Gegenwartssprache vor allem vier Gründe:
a. Die Substantivgruppe ist aufnahmefähig für beliebige
semantisch-syntaktische Beziehungen;
b. Sie kann in jeder syntaktischen Funktion verwendet
werden;
c. Sie ist eine streng organisierte syntaktische Einheit.
d. Ihre häufige Verwendung steht im Zusammenhang mit
dem Rückgang des Satzgefüges.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Admonis diachronische Untersuchung zur Häufigkeit und
der Länge der Substantivgruppe:

Die Texte des 17. Jahrhunderts haben bereits um-


fangreichere Substantivgruppen als die des 16.
Jahrhunderts. In den von mir untersuchten Auszügen aus 12
Werken, die zu den Gattungen des Traktats und der Reise-
beschreibung gehören, übersteigt in 10 Werken der
durchschnittliche Umfang der Substantivgruppe 4 Wörter
(…). Das 18. Jahrhundert bringt einen weiteren Anstieg: in
den Auszügen aus Winkelmanns Abhandlung bestehen die
Substantivgruppen durchschnittlich aus 4,55 Wörtern, in
einem Auszug aus der Kritik der reinen Vernunft von I. Kant
aus 4,74 Wörtern, in Goethes Aufsatz Deutsches Theater
aus 5,22 Wörtern.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Schlussfolgerung:

Das Ausmaß der Häufigkeit und der Länge der


Substantivgruppe nicht so ungewönlich, wie oft
angenommen.

Zum Vergleich: Die oben wiedergegebenen Sätze aus


Kurznachrichten enthalten Substantivgruppen mit
Ausmaßen von 12, 18 und 5 Wörtern.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
- Ähnlich deutliche Aussagen lassen sich zur Geschichte des
Satzgefüges nicht machen.

-Aber die Tendenz zur Abnahme ist beständig.

- Große Ausnahmen, wie die Beispiele Th. Manns und


Hermann Brochs zeigen.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Statistische Angaben verraten insgesamt ein deutlich


höheres Ausmaß (wenn nicht ein Übermaß) an Satzgefügen
in geschichtlichen Texten.
Nach den Auszählungen Eggers’ (1973) sehen die
Vergleichsergebnisse für historische Texte und für
verschiedene Sprachvarietäten so aus:

FAZ Lessing Herder Schiller Goethe

Einfachsatz 46% 26% 26% 23% 21%


Satzreihe 4% 4% 6% 12% 12%
Satzgefüge 47% 61% 50% 64% 66 %
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
P. Braun:
Die Satzgefüge von heute unterscheiden sich qualitativ von
denen des 18. und 19. Jahrhunderts.
Unter 1000 Sätzen der regionalen Abonnomentszeitungen
befinden sich 295 Satzgefüge (29.5%);
aber unter diesen 295 Satzgefügen finden sich nur 26
Nebensätze 2. Grades (8,7%)
z. B. Das neue Jahr wird nicht problemlos sein, sondern
noch ernstere Probleme für einen Präsidenten bringen, der
ständig gewogen wird, weil ihm kaum jemand blind
vertraut (WAZ, 21. 1. 1979).
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Eine andere Beobachtung bezieht sich auf die Art der
Konjunktion bzw. Subjunktion, die verwendet wird:

Dabei spielen Relativ- und dass-Sätze die weitaus größte


Rolle.

Bild-Z. Regionale Z. FAZ

Relativsatz 33% 27% 44%


dass-Satz 17% 34% 25%
wenn-Satz 17% 11% 6%
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Die häufige Verwendung der dass-Sätze hat sicherlich


textsortenspezifische Gründe:
Nachrichten geben sehr oft Auffassungen, Meinungen.
Überzeugungen Dritter wieder (X vertrat die Auffassung,
dass …; Y ist der Meinung, dass …; Z ist davon überzeugt,
dass …).
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Außerdem ist die Konjunktion dass mehrdeutig (polysem).
Nach Kodifizierung der Grammatiken kann sie sogar sieben
Funktionen übernehmen, und zwar im:
Instrumentalsatz (dadurch, dass …)
Finalsatz
Konsekutivsatz (so … dass)
Konditionalsatz (im Falle, dass …)
Kausalsatz (daran, dass …)
Modalsatz (ohne dass …)
Inhaltssatz:
- Subjektsatz
- Objektsatz
- Attributsatz
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

- dass - “universale” Konjunktion (Admoni)

- dass-Sätzen in Schüleraufsätzen zeigen auch einen hohen


Gebrauchswert:
Wörter NS dass-S. dass-S.

10-jährige 29000 462 87 18,9%

12-jährige 29000 709 203 28,7%

14-jährige 29000 1000 328 32,8%


2. Tendenzen im Bereich des Satzes

2.2.7. Ersatzkonstruktionen

2.2.7.1. Sätze mit umfangreichen Nominalgruppen

2.2.7.2. Dativ statt Genitiv nach wegen in Kausalangaben

2.2.7.3. Pertinenzdativ statt des genitivischen Attributs


2. Tendenzen im Bereich des Satzes
2.2.7. Ersatzkonstruktionen
2.2.7.1. Sätze mit umfangreichen Nominalgruppen

-Man produziert zwar weniger Sprache, kürzere Sätze,


muss aber dafür größere Anstsrengungen (des
Sprechens und Verstehens) auf sich nehmen.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

-In der Nominalgruppe werden die Relationen zwischen


den Wörtern und Wortgruppen nicht so deutlich
ausgedrückt wie in Satzgefügen.
- Ananderreihungen von Genitivattributen.
- Aber auch in vielen Präpositionalattributen bleiben
die logischen Beziehungen undeutlich, zumal viele
Präpositionen eine übertragene Bedeutung
angenommen haben.
-Beispiel:
Auf Grund des § 4 Ziffer 9 der ersten Verordnung zur
Durchführung und Ergänzung des Gesetzes über den
Fischereischein vom …
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Schlussfolgerung:
- Befürchtungen, dass das Satzgefüge auf die Dauer
ganz verschwinden könnte, sind unbegründet. Das
- Prinzip des Satzgefüges wird in allen Varietäten
realisiert, vor allem auch in der Alltagssprache
und in den Mundarten.
- Zum anderen sperren sich gerade diese
Sprachvarietäten, besonders die Sprechsprache,
gegenüber einem intensiven und extensiven
Gebrauch der Nominalgruppen.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
2.2.7. Ersatzkonstruktionen
2.2.7.2. Dativ statt Genitiv nach wegen in Kausalangaben
Glück/Sauer (1997) erwähnen den Gebrauch der
Präposition wegen mit dem Dativ:
Die Präposition wegen war jahrzehntelang ein
prominentes Exempel der Sprachpfleger für den
Niedergang der deutschen Sprache, weil die
Sprachgenossenschaft vom Dativ nicht lassen wollte.
Inzwischen lassen die wichtigen Gramamtiken hier den
Dativ zu, der wahrscheinlich inzwischen auch im
Geschriebenen das Übergewicht hat:
Wegen Urlaub geschlossen ist zweifellos im Gesprochenen
wie im Geschriebenen normaler als wegen Urlaubs
geschlossen
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Gleichzeitig findet man eine Ausbreitung von
Genitivkonstruktionen in Verwendung mit einigen
Präpositionen, die zum größten Teil jüngeren
Datums sind und den Genitiv regieren:
kraft, behufs, betreffs, um ... willen, hinsichtlich,
bezüglich, angesichts
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
2.2.7. Ersatzkonstruktionen
2.2.7.3. Pertinenzdativ statt des genitivischen Attributs

Pertinenzdativ (der possessive Dativ): lässt sich nur dann


realisieren, wenn eine weitere Ergänzung vorhanden ist,
und zwar ein Subjekt, eine Akkusativ- oder eine
Adverbialergänzung.

- In der Umgangssprache wird oft statt des genitivischen


Attributs der Pertinenzdativ gebraucht:
Du hast dem Karl sein Bier ausgetrunken (statt: Du
hast Karls Bier ausgetrunken.)
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Ob man solche Sätze einfach als syntaktisch abweichend und
falsch bezeichnen kann – ist nicht klar:
in der Hochsprachliche – eher ja
in der Alltagssprache – eher nicht

Gelegentlich findet sich diese Konstruktion auch in literarischen


Texten als Stilmittel:
Der Unteroffizier: Komm mal her! Was ist das?
Der Muschkot: Ein Kalbskotelett, Herr Unteroffizier!
Der Unteroffizier: Schafskopf! Das sehe ich alleine! Was
ist das noch?
Muschkot: …
Der Unteroffizier (klebt ihm eine): Das ist – so ein
Ochsenpantoffel! – das ist deinem Herrn Unteroffizier sein
abendliches Kalbskotelett!
Kurt Tuchloski: Gesammelte Werke 2/1920: 334
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Noch umgangssprachlicher wirkt dieselbe Fügung,


wenn die attributive Nominalphrase durch ein
Pronomen ersetzt wird oder wenn statt beider
Nominalphrasen Pronomina auftauchen:

Du hast dem sein Bier ausgetrunken.


Du hast dem seins ausgetrunken.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
2.2.8. Satzklammer: Tendenz der Ausklammerung
Die Satzklammer (der Satzrahmen) – typisch für den deutschen
Satz
Die wichtigsten Klammerformen:
Den Film habe ich vor drei Wochen in der “Schaubühne”
gesehen.
Klaus konnte mir bei den Mathematikaufgaben auch nicht
helfen.
Bei uns sind die Tage während der Wintermonate viel zu kurz.
Die Mannschaften trugen das Spiel auf einem Nebenplatz aus.
Sie spielten auf dem Nebenplatz, weil der Hauptplatz durch die
vielen Regenfälle der letzten Woche unbespielbar war.
Die früher so bekannte und gefeierte Pianistin kennt heute
keiner mehr.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Die besondere Leistung der Klammerformen ist darin zu


sehen, dass die Elemente des Satzes zu einer inhaltlichen
Ganzheit zusammengefasst werden. Eine Formulierung

Ich habe den Film gesehen vor drei Wochen in der


“Schaubühne”

wäre u. U. übersichtlicher und funktionsleichter, aber sie


könnte die Teilinformationen nicht in der Weise
aufeinander beziehen, wie das bei der Satzklammer
geschieht.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Brinkmann charakterisiert den deutschen Satz als formales
und inhaltliches “Spannungsgefüge”.

Spannung bedeutet für den Sprecher/Hörer natürlich auch,


dass er das schon Gesagte bis zum Ende des Satzes präsent
halten muss.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Ein bekannt schwieriges Beispiel aus Kleists Michael
Kolhaas:
Es traf sich, dass der Kurfürst von Sachsen auf die Einladung
des Landdroste, Grafen Aloysius von Kallheim, der damals
an der Grenze von Sachsen beträchtliche Besitzungen hatte,
in Gesellschaft des Kämmerers Herrn Kunz und seiner
Gemahlin, der Dame Heloise, Tochter des Landdroste und
Schwester des Präsidenten, anderer glänzenden Herren und
Damen, Jagdjunker und Hofherren, die dabei waren, nicht
zu erwähnen, zu einem großen Hirschjagen, das man, um
ihn zu erheitern, angestellt hatte, nach Dahme gereist war

2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Ein bekannt schwieriges Beispiel aus Kleists Michael
Kolhaas:
Mehr als sechzig Worte trennen das Subjekt des dass-
Satzes von seinem Prädikat.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
- Im Klammersatz bleibt der Prozess der
Informationsvermittlung lange offen und unbestimmt.
- Deshalb muss der Hörer/Leser seine Aufmerksamkeit und
Konzentration auf das Ganze einstellen;
-der letzte Teil des Satzes kann noch Überraschungen
bringen.
-So könnte im Satz in der Nominalphrase
Eine merkwürdige, ziemlich alte, früher sehr gefeierte,
später überall verspottete, heute längst vergessene …
Tragödie
statt Tragödie auch Architektur, Lehre oder sogar Sängerin
stehen.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Die bisher eingängigste Beschreibung der deutschen
Satzklammer, gleichzeitig eine Verteidigungsschrift für die
beibehaltung dieser Konstruktion, stammt von E. Drach (1940,
1963).
Er fürchtet um ihren Bestand und formuliert deshalb vier
Bedingungen “als Notwendigkeiten eines sinnklaren
Klammersatzes”:
a. Ausgangspol und Endpol müssen ein Mindestmaß an
Tragfähigkeit haben.
b. Der Ausgangspol muss so beschaffen sein, dass er den
Leser/Hörer unmissverständlich in Richtung auf den Inhalt des
Endpols einstellt.
c. Die Pole dürfen nicht durch zu viele Innenstücke voneinander
getrennt sein.
d. Von den Innenstücken darf keines leistungsunfähig sein.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Eine Gefährdung der Satzklammer sieht Drach weniger im


Zunehmen der Ausklammerung, sondern in ihrer
missbräuchlichen Verwendung.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Ein typisches verzerrtes Beispiel für den Klammersatz aus


der Alltagspraxis:
Am Rosenmontag sind im Bereich des Postamts Dorsten
vormittags alle Post-schalter, nachmittags jedoch nur die
Postschalter der Postämter Dorsten 1, Südwall, Dorsten 2,
Am Holzplatz in Hervest-Dorsten, Dorsten 11, Richtersfeld
35 in Wulfen, Dorsten 12, Schulstraße 9 im Lembeck, sowie
der Poststelle Dorsten 19, Schützenstraße in Rhade,
dienstbereit (Ruhr-Nachrichten, 24. 2. 1979).
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Erben (1968) Deutsche Grammatik:


-hebt die größere Funktionsleichtigkeit der Ausklammerung
hervor und bezieht sich dabei auf häufige Ausklammerungen in
der gesprochenen Sprache:
“Man erreicht dadurch eine für den Hörer übersichtliche
Gedankenführung, aber auch eine nachdrückliche der
nachgestellten, ausgeklammerten Gruppe.”

Vergleichsbeispiele:
(1a) Er kam schneller als erwartet zurück.
(1b) Er kam schneller zurück als erwartet.
(2a) Er hat einen Wunsch, der kaum erfüllbar ist, geäußert.
(2b) Er hat einen Wunsch geäußert, der kaum erfüllbar ist.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Nach der Duden-Grammatik ist die Ausklammerung in
einer ganzen Reihe von Fällen nicht nur zulässig, sondern
empfehlenswert:
a. Ausklammerung eines Gliedsatzes oder eines
Satzwertigen Infinitivs: Er sprach die Hoffnung aus, dass er
bald fahren könne.
b. Ausklammerungen eines Satzgliedes in Verbindung mit
einem Gliedsatz: Sie nahm die Hände weg vom Gesicht, das
nicht starr war (Frank).
c. Ausklammerung einzelner Satzglieder bei der verbalen
Klammer: Morgen soll ich meinen Dienst antreten in
diesem Haus (Th. Mann).
d. Ausklammerung einzelner Satzglieder im Gliedsatz: Als
Anton sich wieder erhob am Morgen nach diesem Tag …
(Britting).
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
W. Admoni und E. Beneš: Untersuchungen zur Konkurrenz
Satzklammer/Ausklammerung (1962)

- Admoni widerspricht der These, dass die Rahmenkonstruktion


im Deutschen sozusagen “von oben herab”, z. B. aus dem
Lateinischen, eingeführt worden sei.
- Vielmehr ist die “Rahmenkonstruktion für die
Umgangssprache kennzeichnend, besonders für Sätze von
beschränktem Umfang …” (5 bis 8 Wörter).
- Belegt wird diese These einmal durch Beobachtungen zum
“Rededeutsch der Zeit” in Luthers Fabeln und Flugschriften, zum
anderen durch Untersuchungen “zur Syntax der
Umgangssprache in Leipzig”
- Sowohl in der Lutherzeit wie in der Gegenwart offenbare die
Umgangssprache in Sätzen geringen Umfangs “eine starke
Neigung zur Rahmenkonstrukton”.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Zu anderen Ergebnissen gelangt Beneš (1968):
-Er untersucht vor allem literarische Werke des 20.
Jahrhunderts und erkennt in gewisser Abstufung drei sich
abzeichnende Tendenzen:
a. Die Ausklammerung ist zur grammatischen Norm
geworden.
b. Die Ausklammerung ist stilistisch motiviert, sie wird zu
einem stilistischen Effekt gebraucht.
c. Die Tendenz zur Ausklammerung ist desto größer, je
größeren Umfang der ganze Satz hat. (- stimmt mit
Admonis Beobachtung überein, dass die
Rahmenkonstruktion vor allem in kurzen Sätzen erhalten
bleibt).
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
R. Rath (1965) konzentriert seine Untersuchungen auf das
Verhältnis Einklammerung/Ausklammerung bei trennbaren
Verben:

Beispiel:
Wenn man diesen ausschaltet, dann schaltet man das
typische zoologische Faktum aus, das wir Jagd nennen.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Für die Opposition Umklammerung/Ausklammerung findet
Rath die folgenden Prozentwerte heraus:

Wörter im Satz 4 8 16 24 32 Gesamt

Gesamtzahl der Sätze 20 101 155 166 110 552


mit trennbarem Verb 100% 100% 100% 100% 100% 100%
Ausklammerung 0 4 40 60 43 147
0% 4% 25,8% 36,6% 39% 26%
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Opposition Umklammerung/Ausklammerung – Ergebnisse
von Rath:
-die verbale Klammer beim Gebrauch trennbarer Verben
wird um so häufiger durchbrochen, je länger ein Satz ist.
- Umgekehrt: Die kürzeren Sätze werden stärker als eine
Spannungseinheit empfunden.
-Die Ausklammerung kommt, obwohl die Möglichkeit dazu
vorhanden ist, beim 4-Wort-Satz überhaupt nicht, beim 8-
Wort-Satz nur viermal vor.
-Ausklammerung wird man nicht als “Ausnahme” von der
“Regel” der Umklammerung ansehen. Ausklammerung ist
offenbar in der deutschen Gegenwarts-sprache eine ebenso
legitime syntaktische Bauform wie die verbale
Klammerbildung und fordert deshalb die Aufmeksamkeit
der syntaktischen Forschung.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Für G. Möller (1961: Deutsch von heute) ist die Tendenz zur
Ausklammerung gleich bedeutend mit einer
“Strukturveränderung des deutschen Satzes”: an die Stelle
des Rahmens tritt die Reihung.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
2.2.9. Tempus: Schwierigkeiten mit der Zeit

-Ein großes Problem besteht darin, dass die Tempusformen


mit den Inhalten der ihnen zugewiesenen Zeitstufen (wie
Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft) nicht überein-
stimmen, dass sie nicht monosem, sondern polysem sind.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Nach Helbig/Buscha ist bei der Beachtung der Form-Inhalt-
Relation grundsätzlich Folgendes zu beachten:

• Die Tempusformen sind keine Indikatoren für objektive


Zeit; als Leitgröße für den Tempusgebrauch, fungiert die
jeweilige Sprechzeit.

2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Nach Helbig/Buscha ist bei der Beachtung der Form-
Inhalt-Relation grundsätzlich Folgendes zu beachten:

• Den sechs grammatischen Tempusformen entsprechen


nicht sechs einfache Tempusbedeutungen; jede Form ist
mehrdeutig; daher empfiehlt sich eine doppelte
Kennzeichnung:
a. Bezeichnungen für die Formen: Präsens,
Präteritum, Futur usw.
b. Bezeichnungen für die Inhalte: Gegenwart, Dauer,
Gewohnheit, Zukunft (z. B. für Präsens),
Vermutung, Befehl (für Futur).
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Nach Helbig/Buscha ist bei der Beachtung der Form-
Inhalt-Relation grundsätzlich Folgendes zu beachten:

• Die Tempusformen kennzeichnen nicht nur Zeitinhalte,


sondern auch modale Inhalte;
- andererseits werden Zeitverhältnisse auch durch
lexikalische Mittel ausgedrückt (gestern, heute).
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Derzeitige Tendenzen in Verwendung von Tempora sind:

- Wenn man Zukünftiges ausdrücken will, verwendet man


meistens Präsensformen.

- Futur II ist fast verschwunden. Dieses Tempus hat nämlich


nie in der deutschen Sprache eine volle Ausprägung.

- Für die Vergangenheit werden meistens Perfekt oder


Präteritum verwendet. Es gibt Trend Präteritum in der
geschriebenen Sprache mehr zu verwenden, also einmal
kann es passieren, dass Perfekt durch den zunehmenden
Gebrauch des Präteritums verdrängt wird.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Das heutige Gebrauchs der Präsensformen macht deutlich, wie viele
Bedeutungen eine Tempusform haben kann:
Ausdruck Inhalt

(1) Da kommt er. zeitlich, gegenwärtig


(2) Er kommt jeden Tag nach Hause. Wiederholung
(3) Er kommt morgen. Zukunft
(4) Wahrscheinlich kommt er morgen. Vermutung
(5) Der Inn kommt aus den Bergen. Dauer
(6) Geduld kommt aus dem Glauben. Allgemeingültigkeit
(7) Du kommst jetzt mit. Aufforderung
(8) Und aus einem kleinen Tor (…), das sich plötzlich historisches Präsens
aufgetan hatte, bricht – ich wähle hier die Gegenwart,
weil das Ereignis mir so gegenwärtig ist – etwas
Elementares hervor … (Th. Mann)
(9) 49. v. Chr.: Caesar überschreitet den Rubikon. registrierendes Präsens
(generelles, atemporales Präsens)
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Die Präsensformen bedeuten eine sehr starke Konkurrenz für die


Formkategorie des Futurs.

Nach Auszählungen Weisgerbers (31962: 323) verwendet man im


Deutschen meistens Präsensformen, wenn man Zukünftiges
ausdrücken will. Unter zehn Fällen, in denen von Zukünftigem die
Rede ist, wird sie (die Umschreibung mit werden) vielleicht einmal
gebraucht. Grundzüge der inhaltbezogenen Grammatik. Düsseldorf.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Gelhaus findet zwei semantische Varianten für die Formkategorie


Futur I heraus:

Variante 1:
Beispiele:
Sie waren, wie man ihnen nachfühlen wird, ungewöhnlich hungrig.

Er wird wohl krank sein.

Semantische Funktion:
(temporal): Das bezeichnete Geschehen/Sein wird als im
Sprechzeitpunkt nicht abgeschlossen, aber schon begonnen
angegeben.
(modal): vorsichtige Behauptung, Annahme, Vermutung
2. Tendenzen im Bereich des Satzes

Gelhaus findet zwei semantische Hauptvarianten und zwei


Nebenvarianten für die Formkategorie Futur I heraus:

Variante 2:
Beispiele:
Er wird später einmal das Geschäft übernehmen.
Wenn wir auf dem Weg zur Wirtschaftsunion zügig
fortschreiten, wird uns das der Einigung Europas insgesamt
näherbringen.
Semantische Funktion:
a) (temporal): Das bezeichnete Geschehen/Sein ist im
Sprechzeitpunkt nicht abgeschlossen und es hat nicht
begonnen.
b) (modal): Voraussage oder nachdrückliche Ankündigung.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Perfekt und Präteritum
Die Duden-Grammatik sieht in zahlreichen Beispielen zwar
eine Gefährdung des Perfekts, zweifelt allerdings an der
Differenzierungsfähigkeit heutiger Sprachbenutzer:

Das Gefühl für die strenge Scheidung von Perfekt und


Präteritum ist während der ganzen neueren Sprachperiode
nie ganz ausgeprägt gewesen.
Da das Präteritum durch seine Kürze von größerer Prägnanz
als das Perfekt ist, wird es häufig auch dort gesetzt, wo das
Perfekt stehen müsste.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Duden: Zum Verhältnis Präteritum – Perfekt
1. Präteritum – Perfekt mit Vergangenheitsbezug:
Aus dem Zusammenhang herausgelöst, kann das Perfekt mit
Vergangenheitsbezug gegen das Präteritum ausgetauscht werden,
ohne dass der Hörer/Leser einen großen Informationsunterschied
bemerkt:
Kolumbus hat Amerika entdeckt. / Kolumbus entdeckte
Amerika.
- Die gegenseitige Vertretung ist aber nicht gut oder überhaupt nicht
möglich, wenn es auf die Mehrinformation des Perfekts entscheidend
ankommt; wenn z. B. die im Perfekt genannte Tatsache zu einer
anderen in Beziehung gesetzt wird:
Da steht er nun, der kleine Hans, und weint, weil er vom Nikolaus
nichts bekommen hat.
Da das Perfekt in der Standardsprache nicht als Erzählungstempus
dient, darf es auch nicht reihend in längeren Texten gebraucht
werden; dafür steht das Präteritum zur Verfügung. Allerdings werden
mit dem Perfekt gerne Erzählungen u. Ä. begonnen oder geschlossen.
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Duden: Zum Verhältnis Präteritum – Perfekt

2. Präteritum – Perfekt mit Bezug auf Allgemeingültiges


Das Perfekt in allgemeingültigen Aussagen ist nicht durch das
Präteritum ersetzbar:
Wenn der Pfeil die Sehne des Bogens verlassen hat, so fliegt er seine
Bahn. (Nicht möglich:) Wenn der Pfeil die Sehne des Bogens verließ,
so fliegt er seine Bahn.)
2. Tendenzen im Bereich des Satzes
Duden: Zum Verhältnis Präteritum – Perfekt

3. Präteritum – Perfekt mit Zukunftsbezug


Auch das Perfekt mit Zukunftsbezug ist nicht durch das
Präteritum ersetzbar:
Wirklich gesiegt haben wir nur, wenn die Eingeborenen den Sinn der
Schutzgebiete einsehen. (Nicht möglich:) Wirklich siegten wir nur,
wenn die Eingeborenen den Sinn der Schutzgebiete einsehen.