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Bachelorarbeit

am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie


der Universität Leipzig
über das Thema

Wortspiele in der audiovisuellen Übersetzung.


Eine kontrastive Analyse am Beispiel der
US‐amerikanischen Sitcom How I Met Your Mother und
ihrer deutschen Synchronfassung


vorgelegt von

Nadja Wolf


Referent: Susann Herold
Korreferent: Dr. Beate Herting

Leipzig
03.08.2011
Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis........................................................................................................................................................ 2 

Abkürzungsverzeichnis ................................................................................................................................................. 3 

1. Einleitung ....................................................................................................................................................................... 4 

2. Wortspiele als Übersetzungsproblem ................................................................................................................ 5 

2.1 Was sind Wortspiele? Eine Definition von vielen… .................................................................... 5 

2.2 Linguistische Strukturen als Bedingung für Wortspiele .......................................................... 6 

2.3 Möglichkeiten der Realisierung – der Wortspieltyp .................................................................. 8 

2.4 Wortspiele im Text – Funktion und Funktionieren .................................................................... 9 

2.5 Übersetzungsverfahren für Wortspiele........................................................................................ 11 

3. Audiovisuelle Übersetzung .................................................................................................................................. 16 

3.1 Synchronisation ..................................................................................................................................... 17 

3.2 Die Sitcom als Text ................................................................................................................................ 19 

3.3 Synchronisationsprobleme am Beispiel der Wortspielübersetzung ............................... 21 

3.3.1 Synchronität ......................................................................................................................... 21 

3.3.2 Semiotisch komplexe Wortspiele ................................................................................ 23 

3.4 Wortspiele in der audiovisuellen Übersetzung – Zusammenfassung .............................. 24 

4.Kontrastive Wortspielanalyse im Korpus ....................................................................................................... 27 

4.1 How I Met Your Mother – eine kurze Vorstellung .................................................................... 27 

4.2 Exemplarische Wortspielanalyse nach Wortspieltypen ....................................................... 28 

4.2.1 Rein verbal vermittelte Wortspiele ............................................................................ 28 

4.2.2 Semiotisch komplexe Wortspiele ................................................................................ 33 

4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse ................................................................................................. 37 

5. Fazit ............................................................................................................................................................................... 39 

Bibliographie .................................................................................................................................................................. 40 

Anhang .................................................................................................................................................................................. i 



 
Tabellenverzeichnis

Tabelle A: WS‐Typen ...................................................................................................................................................... 9

Tabelle B: Matrix für die Korpusanalyse ............................................................................................................. 25

Tabelle C: WSAS und ihre deutsche Übersetzung in der dritten Staffel HIMYM in chronologischer
Reihenfolge ........................................................................................................................................................................ ii

Tabelle D: Funktionskonstante Übersetzung der WS im AT ....................................................................... xv

Tabelle E: Aufschlüsselung der Übersetzungsverfahren .............................................................................. xv

Tabelle F: Aufschlüsselung der Funktionskonstanz nach Referenzrahmen und semiotischer


Komposition .................................................................................................................................................................... xv

Tabelle G: Aufschlüsselung der WSAS nach ihrem Referenzrahmen ....................................................... xvi 

 
Abkürzungsverzeichnis

Abb. Abbildung
AK Ausgangskultur
AS Ausgangssprache
AT Ausgangstext
AVT audiovisueller Text
AVÜ audiovisuelle Übersetzung
d. h. das heißt
ebd. ebenda
et al. und andere
f. folgende Seite
ff. folgende Seiten
Herv. i. O. Hervorhebung im Original
HIMYM How I Met Your Mother
Kap. Kapitel
Nr. Nummer
rhetor. Mittel rhetorisches Mittel
Ü‐Verfahren Übersetzungsverfahren
vgl. vergleiche
WSAS ausgangssprachliches Wortspiel
WSZS zielsprachliches Wortspiel
z. B. zum Beispiel
ZK Zielkultur
ZS Zielsprache
ZT Zielttext

 
1. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Übersetzung von WS im Kontext der AVÜ und versucht
durch die theoretische wie praktische Verknüpfung beider Bereiche typische Probleme
aufzuzeigen sowie gängige Ü‐Verfahren herauszuarbeiten.
Herbst legte bereits 1994 den Grundstein für eine „linguistisch fundierte Theorie der
Synchronisation“ 1994:1 , in der die Erkenntnisse der Translationswissenschaft auf die
speziellen Rahmenbedingungen der Synchronisation angewendet werden. Seit dieser Zeit
wurden zahlreiche translationswissenschaftliche Arbeiten zu AVT verfasst. WS werden darin
aber meist nur am Rande als ein Übersetzungsproblem von vielen oder als schwer
übertragbare Textelemente erwähnt vgl. Kurz 2006, Seifferth 2009 . In der Fachliteratur
finden sich zahlreiche Arbeiten, die sich mit dem WS als Stilmittel und Übersetzungsproblem in
schriftsprachlichen Texten befassen vgl. Heibert 1993, Tęcza 1997, Delabastita 1993, 1996,
2006 , doch nur wenige, die die Übertragung von WS in audiovisuellen Texten beleuchten. Zu
nennen ist hier Gottlieb 1997 , der sich, unter Berücksichtigung der polysemiotischen
Konsistenz von AVT, der Übersetzung von WS in der Untertitelung widmet. Aber auch
Sanderson 2009 , der, dem gleichen Ansatz folgend, die WS‐Übersetzung in Synchrontexten
untersucht.
Da Deutschland, als Synchronisationsland par excellence Jüngst 2010:4 , besonders Filme und
Fernsehformate aus dem englischsprachigen Kulturraum übernimmt, in dem WS generell
häufiger vorkommen vgl. Delabastita 2006:287; Sanderson 2009:124 , sollte diesem Thema in
der Translationswissenschaft größere Beachtung geschenkt werden. Die vorliegende Arbeit
möchte an diesem Punkt ansetzen und die Übersetzung von WS in der AVÜ anhand der
amerikanischen Sitcom HIMYM untersuchen. Durch eine kontrastive Analyse der in der dritten
Staffel der Serie ermittelten WS soll eruiert werden, mittels welcher Ü‐Verfahren WS in der AS
in die ZS übertragen wurden und inwieweit die ursprünglich intendierte Funktion des WSAS in
der ZS reproduziert wurde. Dazu werden die WS in AT und ZT gegenübergestellt und auf
Grundlage eines Kriterienkataloges analysiert, der auf Erkenntnissen der Forschungsliteratur
basiert. Bezugsrahmen für die Auswertung der WS‐Übersetzung ist hierbei die Forderung nach
Funktionskonstanz, also die Wahrung des humoristischen Effekts bei der Synchronisation einer
Sitcom unter Berücksichtigung der besonderen Rahmenbedingungen von AVT. Von einer
qualitativen Evaluierung der Übersetzungsleistung wird abgesehen. Eine exemplarische
Auswertung von zwölf repräsentativen WS aus dem Korpus soll die in der Arbeit erläuterten
Probleme bei der WS‐Übertragung veranschaulichen und das Vorgehen bei der Analyse
vorstellen. Grundlage für das Analyseschema sind die linguistische Einordnung des Phänomens
WS, seine translationsrelevante Betrachtung sowie die Charakteristika der Sitcom als Textsorte
des multimedialen bzw. polysemiotischen Texttyps.

 
2. Wortspiele als Übersetzungsproblem

Bevor eine Betrachtung der WS‐Übersetzungen im Korpus vorgenommen werden kann, muss
das WS als sprachliches Phänomen definiert werden. Zum einen, um den Untersuchungsgegen‐
stand ein‐ und WS gegen andere Stilmittel im Text abgrenzen zu können. Zum anderen, um zu
verdeutlichen, warum WS eine besondere Herausforderung für Übersetzer darstellen. Es
ergeben sich folgende drei Fragenstellungen: Was sind Wortspiele? Wie entstehen sie? Welche
Möglichkeiten ihrer Realisierung im Text gibt es?
Diese Arbeit geht von WS als bewusst eingesetzten Stilmitteln aus und grenzt sie dadurch klar
von sprachlichen Fehlern vgl. Tęcza 1997:14 ab. Dies induziert eine vierte Frage, die nach der
Funktion von WS. Im Folgenden soll durch die Beantwortung dieser vier Fragen eine
Taxonomie geschaffen werden, die der Analyse in Kapitel 4 als Grundlage dient. In Bezug auf
die WS‐Übersetzung ist es wichtig festzuhalten, dass die Diskussion zur Unübersetzbarkeit von
WS in dieser Arbeit bewusst ausgeklammert wird, da es ihr ja gerade um die Erfassung der
möglichen Übertragungsverfahren für WS in der AVÜ geht. Aus diesem Grund werden
anschließend an die linguistische Beschreibung von WS mögliche Ü‐Verfahren erklärt, die
ebenfalls Einzug in das Analyseschema des empirischen Teils dieser Arbeit finden sollen.

2.1 Was sind Wortspiele? Eine Definition von vielen…

WS sind äußerst vielgestaltige sprachliche Phänomene, die sich festen Grenzen zu entziehen
scheinen. Anders ließe sich die Vielzahl an Definitionen nicht erklären.1 Statt die Unterschiede
der einzelnen Ansätze gegenüberzustellen, soll der Fokus im Folgenden auf deren
Gemeinsamkeiten liegen. Denn auch, wenn keine einheitliche, allgemeingültige WS‐Definition
existiert, so herrscht doch Konsens über die folgenden, den WS immanenten Eigenschaften: Sie
basieren auf einer Verletzung der in der jeweiligen Sprache vorherrschenden Sprachnorm, sie
kontrastieren mindestens zwei formal gleiche oder ähnliche Ausdrücke, an die
unterschiedliche Inhalte geknüpft sind, sie erfüllen eine Funktion im Text und sie müssen, um
als komplexe Texte2 funktionieren zu können, direkt oder durch ihren Kontext signalisiert
werden. Dieser Merkmalkatalog bildet den Rahmen für die Zusammenstellung der WS im
vorliegenden Korpus. Wortspielhafte Ausdrücke und Wendungen, die diese Eigenschaften nicht
erfüllen, gehen nicht mit in die Analyse in Kapitel 4 ein. Für diese Arbeit erscheint die
Definition von Delabastita daher als am sinnvollsten, da sie alle essentiellen Eigenschaften
umfasst:

Wordplay is the general name for the various textual phenomena in which structural features of
the language s used are exploited in order to bring about a communicatively significant

                                                            
1 Ein anschaulicher Überblick zu WS‐Definitionen ist z. B. bei Bröer 2003 zu finden.
2 Komplexer Text bedeutet, dass WS durch ihre Signalisierung im
Kon‐ Text eine doppelte Eindeutigkeit im Gegensatz zur
Zweideutigkeit gewinnen und so das Funktionieren der Kommunikation nicht verhindern können Tęcza 1997:7 .

 
confrontation of two or more linguistic structures with more or less similar forms and more or
less different meanings Delabastita 1996:128, Herv.. i. O. .

Die hier benannten strukturellen Eigenschaften der verwendeten Sprache sind die Bedingung
für die Existenz von WS und der Grund dafür, dass WS‐Übersetzungen in den seltensten Fällen
volle Äquivalenz zum Original erreichen. Die „linguistic structure determines the punster’s and
the translator’s range of possible rhetorical action” Delabastita 1996:131, Herv. i. O. ,
weswegen die Analyse derselben für eine Untersuchung von WS und WS‐Übersetzung der
Ausgangspunkt sein sollte.

2.2 Linguistische Strukturen als Bedingung für Wortspiele

Linguistische Grundlage für die Konstruktion von WS ist die Verletzung der Sprachnorm – der
überindividuellen Grundsätze und Ansichten über den Sprachgebrauch durch die Ausnutzung
der Beschaffenheit des Sprachsystems der jeweiligen Sprache. Möglichkeiten zur WS‐
Konstruktion bieten sich auf den Ebenen der phonologisch‐graphematischen und
morphologischen Strukturen sowie aufgrund grammatisch‐syntaktischer und lexikalisch‐
semantischer Plurivalenz.3
Phonologisch‐graphematische Strukturen einer Sprache begünstigen die WS‐Bildung, weil
Sprachsysteme nur eine begrenzte Anzahl von Phonemen nutzen, um eine unendliche Anzahl
von Nachrichten zu kreieren. Aufgrund sprachspezifischer phonologischer Regeln können diese
außerdem nur in bestimmten Kombinationen auftreten. Gleiches gilt für die schriftsprachlichen
Realisierungen von Phonemen, die Grapheme. Dies bedingt die Existenz von Wörtern, die bei
gleicher Homonymie oder ähnlicher Paronymie, Homographie, Homophonie
Ausdrucksseite unterschiedliche oder nur entfernt verwandte Inhalte aufweisen und ist somit
die Grundlage für alle WS, die auf Lautidentität oder ‐ähnlichkeit basieren.
Einige der etymologisch verwandten Wörter gehen auf eine gemeinsame semantische Wurzel
zurück Polyseme4 und können auch heute noch wortspielhaft in Beziehung gesetzt werden:

Bilingualism: tongues meeting in lovers‘ mouths Delabastita 1996:130, Herv. i. O. .

Auch die wörtliche Deutung einer oder mehrerer Komponenten eines idiomatischen Ausdrucks
bietet Möglichkeiten zur WS‐Konstruktion. Delabastita ordnet diese Erscheinungen den
lexikalisch‐semantischen Strukturen der Sprache zu ebd. . „Die in der langue plurivalenten
Zeichen werden im Normaltext zu eindeutigen Zeichen, weil der Kontext disambiguierend
wirkt“ Heibert 1993:28, Herv. i. O. . Bei WS hingegen wird mit dem „Störpotenzial, das in der
Ausdrucksökonomie der Sprache liegt“ ebd. , bewusst gespielt und unterschiedliche Inhalte

                                                            
3 Die Bezeichnungen sind von Düwel 2007 übernommen, die sich in ihren Ausführungen stark an Delabastita 1996 orientiert.
4Auf die getrennte Betrachtung von Homonymen und Polysemen, die lediglich aufgrund sprachhistorischer Kriterien
unterschieden werden, wird diese Arbeit verzichten, da die etymologischen Beziehungen zwischen den WS‐Konstituenten für die
Übersetzung keine Relevanz haben.

 
desselben Ausdrucks kontrastiert. Nicht nur bei Einzelwortformen, sondern auch durch
lexemübergreifende Homophonie kann es zu semantischer Mehrdeutigkeit kommen, durch die
Segmentierung eines Syntagmas zum Beispiel:

Have you noticed the little Cretan girls? I wouldn’t mind being in this Crete with a few like that…
Grassegger 1984:82, Herv. i. O. .

Grammatisch‐syntaktische Plurivalenz ist eine weitere Ursache für WS. Manche Sätze oder
Phrasen lassen unterschiedliche Lesarten zu, da in ihnen verwendete Ausdrücke oder
Syntagmen aufgrund von Homonymie die Aktualisierung von mindestens zwei verschiedenen
Inhalten erlauben und je nach Inhalt eine andere syntaktische Funktion im Satz besitzen.
Heibert 1993:71 spricht hier von Polysyntaktizität:

Players Please Delabastita 1996:131, Herv. i. O. .

Die bisher beschriebenen WS‐begünstigenden Besonderheiten des Sprachsystems stützen sich


auf konventionelles Sprachmaterial. WS können aber auch durch Umdeutung und Neubildung
sprachlichen Materials entstehen. Auf morphologischer Ebene des Sprachsystems sind
insbesondere verschiedene Wortbildungsverfahren eine ergiebige Quelle für WS. Hier werden
mithilfe der im Sprachsystem vorgesehenen Wortbildungsmechanismen, auf Basis bereits im
Lexikon der Sprache vorhandener Lexeme, neue lexikalische Morpheme gebildet. Es entstehen
systemkonforme Neologismen, deren Wirkung hauptsächlich aus dem Widerspruch zwischen
Form und dem für diese Form untypischen Inhalt resultiert Tęcza 1997:27 . Die
Formähnlichkeit zu einer konventionellen lexikalischen Einheit wird also zur Bildung eines WS
mit doppelt eindeutigem Sinn genutzt. Besitzt das auf diese Weise entstandene Wort bereits
eine exakte Entsprechung im Lexikon der Sprache mit anderem Inhalt, ist die Rede von
Neosemantismen ebd.:50ff. :
Is live worth living? It depends upon the liver Delabastita 1996:130, Herv. i. O. .

Auch durch die Ausnutzung der morphologischen Strukturen bestehenden Sprachmaterials


können wortspielhafte Neosemantismen entstehen. Besonders Komposita eignen sich für eine
semantische Reinterpretation Tęcza 1997:51 . Dabei wird die usuelle, lexikalisierte
Bedeutung des Kompositums der Bedeutung dessen einzelner Konstituenten
gegenübergestellt:

„I can’t find the oranges“, said Tom fruitlessly Delabastita 1996:130 .

Die so entstandenen Derivate und Neuinterpretationen sind zwar etymologisch nicht korrekt,
dafür aber semantisch effektiv ebd. .
Aus diesen Betrachtungen kann folgendes abgeleitet werden: „ … P uns owe their meanings
and effects to the very structure of the source language … ” ebd.:127 , was es dem Übersetzer

 
erschwert, eine äquivalente Entsprechung in der ZS zu finden. Zudem beziehen WS sich nicht
nur auf Einzelwortformen, sondern können auch Phrasen und größere Texteinheiten umfassen.
Zu den wortspielkonstituierenden sprachlichen Einheiten gehören neben den bereits
erwähnten Lexemen, Lexien5 und Syntagmen auch Kurzwortformen und Eigennamen
Tęcza 1997:1 .
Abschließend soll noch erwähnt werden, dass oftmals zwei oder mehr der genannten
linguistischen Strukturen ausgenutzt werden, um ein WS zu bilden vgl. Delabastita 1996:131 .

2.3 Möglichkeiten der Realisierung – der Wortspieltyp

Nachdem das WS‐Potenzial des Sprachsystems und die an der WS‐Konstruktion beteiligten
Spracheinheiten näher beleuchtet wurden, sollen nun die unterschiedlichen
Erscheinungsformen von WS im Text beschrieben werden. Delabastita 1993:78ff. richtet die
Form eines WS an zwei Achsen aus: Die erste Achse betrifft die Anordnung der WS‐
Konstituenten im Text und bezieht sich auf die vertikale oder horizontale Realisierung von WS
vgl. auch Tęcza 1997:24; Heibert 1993:44ff. . Bei vertikalen WS erhöht sich die
Informationsdichte der Textsequenz, da der plurivalente Ausdruck nur einmal vorkommt und
sich die unterschiedlichen Inhalte, die mit ihm verknüpft sind, überlagern. D. h., mindestens
zwei Inhalte werden simultan durch ein und denselben Ausdruck in der Textsequenz
aktualisiert. Hierbei kommt dem Kontext des WS besondere Bedeutung zu vgl. Kap. 2.4 .
Horizontale WS dagegen werden durch das parallele Auftreten der an ihnen beteiligten
Ausdrücke in jeweils anderer Bedeutung realisiert. Durch gehäufte Präsenz der plurivalenten
Zeichen im Text werden die doppelte Eindeutigkeit signalisiert und die verschiedenen Inhalte
aktualisiert.
Die zweite Achse beschreibt Art und Grad der formalen Ähnlichkeit zwischen den WS‐
Konstituenten und beruht auf der Relation der phonetischen und graphematischen
Eigenschaften ihrer Ausdrucksseiten vgl. Delabastita 1993:79 . Je nachdem, ob auf Seiten der
Phonie und Graphie Identität/Ähnlichkeit oder Unterschiede bestehen, können folgende vier
Konnexionstypen Heibert 1993: 44 gebildet werden, die jeweils sowohl vertikal als auch
horizontal realisierbar sind: Homonymie besteht, wenn sowohl Phonie als auch Graphie der
WS‐Konstituenten identisch sind. Eine vertikal realisierte Homonymie heißt Amphibolie, eine
horizontale wird als Variation bezeichnet Heibert: 1993:44ff. . Besteht zwischen den
phonetischen und graphematischen Aspekten der Ausdrucksseiten zweier sprachlicher
Zeichen lediglich eine Ähnlichkeit, sind die Zeichen zueinander paronym. Wo hier allerdings die
Grenze zwischen Ähnlichkeit und Verschiedenheit zu ziehen ist, kann durch Definitionen kaum
bestimmt werden und wird oftmals durch das subjektive Sprachgefühl des Rezipienten
                                                            
5 Heiberts Auffassung von Lexie 1993:57f. scheint mit Hinblick auf das Korpus passender für diese Arbeit als Tęczas
Phraseologismen, da Heibert unter diesen Terminus neben idiomatisierten Ausdrücken, auch Komposita, Zitate und „Titel von
Kulturprodukten“ ebd.:58 fasst.

 
entschieden Tęcza 1997:63 . In vertikaler Realisierung werden Paronyme Substitution, in
horizontaler Paronomasie genannt. Als Übergangsformen zwischen vollständiger
Formidentität und bloßer Formähnlichkeit gelten Homophonie und Homographie ebd.:21 .
Erstere liegt vor, wenn die WS‐Konstituenten bei divergierender Schreibweise gleich
ausgesprochen werden. Bei den Benennungen für den Wortspieltypus entsprechend vertikaler
und horizontaler Realisierung unterscheidet Heibert nach Art der WS‐Rezeption, „ … denn
gesprochen sind die Ausdrücke ja gleich d. h. Amphibolie/Variation , während sich
geschrieben im Konstituem6 zwei verschiedene Ausdrücke verbinden … “ 1993:47 ,
weswegen er hier die Terminologie der Paronymie‐WS vorschlägt. Homographie tritt auf, wenn
zwei sprachliche Zeichen identischer Schreibweise eine unterschiedliche Aussprache
aufweisen. Da die WS im Korpus der vorliegenden Arbeit entnommen aus Original‐ und
Synchronfassung der Sitcom HIMYM ausschließlich akustisch rezipiert werden, findet der
graphematische Aspekt der Ausdruckseiten keine Beachtung. Aus diesem Grund können
sowohl die schriftsprachliche Homophonie als auch die Homographie‐WS aus der Analyse der
Abreit ausgeschlossen werden, Darüber hinaus wurden im Korpus keine homographischen WS
gefunden. Für die Analyse in Kapitel 4 ergibt sich somit folgende Taxonomie der WS‐Typen:

Homonymie Homophonie Paronymie
horizontal Variation Variationphon Paronomasie
vertikal Amphibolie Amphiboliephon Substitution

Tabelle A: WS‐Typen

Zusätzlich soll bei der Analyse auf die jeweils WS‐konstituierenden Spracheinheiten
vgl. Kap. 2.2 und, in Anlehnung an Tęcza 1997:25ff. , auf die Neuheit des sprachlichen
Materials des jeweiligen WS eingegangen werden.

2.4 Wortspiele im Text – Funktion und Funktionieren

“Like any other rhetorical figure the pun can be made to carry certain textual functions: puns
do not only exist by virtue of texts … , they will also function within them … ”
Delabastita 1993:136 Herv. i. O. . Neben seiner textinternen Funktion7 besitzt das WS als
Stilmittel aber vor allem rhetorische Qualität in seiner Wirkung auf den Rezipienten. Heibert
1993:116 , geht von vier rhetorischen Grundfunktionen des WS aus – Komik, Persuasion,
Argumentation und Poetik wobei er der Komik die größte Bedeutung beimisst. Während

                                                            
6 Heibert nennt die WS‐Konstituenten Konstituem, da WS nicht nur mit Einzelwortformen, sondern auch komplexeren
sprachlichen Einheiten spielen.
7 „ … . So kann es dazu dienen, Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Textstelle oder Aussage zu lenken und deren Wirkungsgrad
erhöhen, das Tempo, den Rhythmus oder auch die Klangqualität des Textes zu intensivieren oder die auftretenden Figuren
charakterisieren“ Düwel 2007:11; detaillierter auch bei Delabastita 1993: 137ff. .

 
persuasive WS häufig in Werbetexten Verwendung finden, entfalten argumentative WS ihre
Funktion vorwiegend im Bereich von Religion und Philosophie. Die poetische Funktion von WS
kommt hauptsächlich in sprachästhetischen Werken der Literatur zum Tragen ebd. . Bei einer
Sitcom, also einer Situationskomödie, wie HIMYM muss dagegen von der Dominanz der
komischen Funktion ausgegangen werden. Denn die Komik stellt in diesem Fall die raison
d’être des Fernsehformats dar und ist das beste Argument, um den Rezipienten davon zu
überzeugen, die Serie auch weiterhin zu konsumieren.
„Komik ist eine rhetorische und zugleich hier: sprach‐ psychologische Erscheinung“
ebd.:119 , die sich nicht anhand objektiver Kriterien messen und reglementieren lässt. Warum
das WS als Vehikel für Komik prädestiniert ist, erklärt Heibert anhand des Vergleiches zu
Freuds Witzdefinition, die die Gemeinsamkeiten beider verdeutlicht. Freud definiert den Witz
als „ … Fertigkeit … , Ähnlichkeiten zwischen Unähnlichem, also versteckte Ähnlichkeiten, zu
finden“ Freud 1905:7 zit. nach Heibert 1993:120 . Das WS macht im Grunde nichts anderes,
indem es Ähnlichkeit oder Identität im Ausdruck mindestens zweier WS‐Konstituenten findet,
wo inhaltlich keine Ähnlichkeit besteht ebd. . „Nach Freuds Theorie ist es eine
Erfahrungstatsache, daß8 sich Lachen, Komik, Witz als Lustgewinn bemerkbar machen“
ebd.:121 . Der Reiz des WS als Manifestation der Komik liegt für den Rezipienten folglich im
Lustgewinn, den ihm die erfolgreiche Dekodierung des linguistischen Normverstoßes bereitet.
Um jedoch in intendierter Weise funktionieren zu können, muss das WS auch als solches
erkannt werden. Dies gewährleisten Signale im Text. Delabastita nennt drei mögliche Typen
von Signalen: Die Autosignalisierung, hier reicht die Anomalie des WS gegenüber der
Sprachnorm aus, um dem Rezipienten als solches aufzufallen. Die Signalisierung durch
diakritische Zeichen, die sowohl graphischer, phonetischer als auch kinesischer Natur sein
können. Letzteres ist besonders für die Betrachtung von Synchrontexten interessant
vgl. Kap. 3.3.1 . Außerdem fungiert auch die Textsorte an sich als Signal für die
Wahrscheinlichkeit und Platzierung von WS. So wird der Rezipient eines Witzes nicht
überrascht sein, am Ende des Textes eine wortspielhafte Pointe präsentiert zu bekommen, da
das für diese Textsorte als konventionell gilt Delabastita 1993:127ff.; vgl. auch Tęcza
1997:13 . Für das Korpus der vorliegenden Arbeit kann, nachdem Komik als die rhetorische
Hauptfunktion von WS bestimmt wurde, deshalb auch ein hohes WS‐Aufkommen
prognostiziert werden.
Darüber hinaus ist auch der Kontext, in dem das WS entsteht, ein wichtiges Signal für den
Rezipienten und Bedingung dafür, dass es als rhetorisches Verfahren erkannt und interpretiert
wird. Folglich muss der Kontext Deutungsmöglichkeiten für alle an den Ausdruck gebunden
Inhalte bieten, um erstens ihre Aktualisierung und zweitens eine störungsfreie Kommunikation

                                                            
8 Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden Verstöße gegen die alte Rechtschreibung in Zitaten nicht durch sic kenntlich
gemacht.
10 

 
zu sichern vgl. Heibert 1993:31; auch Delabastita 1993:117 . Bezug nehmen können WS dabei
auf textinterne oder textexterne Sachverhalte, Objekte und Äußerungen, wobei erstere die
jeweilige Situation betreffen, in der das WS geäußert wird. Textexterne Referenzen zielen auf
das Weltwissen des Rezipienten ab und müssen nicht explizit im Text erklärt sein
vgl. Delabastita 1993:72f. . Besonders bei polysemiotischen Texten vgl. Kap. 3.2 kommt dem
Kontext große Bedeutung zu, da hier zur verbalen Ebene des Texts eine zusätzliche visuelle
Ebene tritt, durch die die zweite Inhaltsseite des verbal präsentierten WS‐Ausdrucks erst
aktiviert wird. „In such cases the contextual clues are provided by the interplay of word and
image“ Delabastita 1993:72; vgl. auch Kap. 3.3.2 .
Ein letzter wichtiger Punkt für das Funktionieren von WS im Text ist ihre Interpretierbarkeit.
Nachdem der Rezipient das WS durch das Signal identifiziert hat, muss er, um es verstehen zu
können, den Normverstoß, der dem WS zugrunde liegt, erkennen. Das setzt voraus, dass Sender
und Empfänger über gemeinsame Präsuppositionen verfügen: einmal bezüglich der jeweiligen
Sprache des Spannungsverhältnisses zwischen Sprachsystem und Sprachnorm sowie der
spezifischen Norm, gegen die im WS verstoßen wurde, zum anderen hinsichtlich Welt‐ und
kulturspezifischen Wissens. Besonders wichtig ist dies auch in Hinblick auf die WS‐
Übersetzung, wenn WS mit Eigenamen und Kulturprodukten, wie z. B. Filmtiteln, spielen, die
fest in der AK verwurzelt, in der ZK aber wenig oder unter anderem Namen bekannt sind.
Hinzu kommt, dass der Übersetzer bei unzureichender Kenntnis der Sprache und ihrer
Möglichkeiten WS leicht übersehen kann. Wurden die WS im Original identifiziert, müssen sie
für die Synchronfassung in die ZS übertragen werden. Welche Ü‐Verfahren dem Übersetzer
hierbei zur Verfügung stehen, soll im nächsten Kapitel erörtert werden.

2.5 Übersetzungsverfahren für Wortspiele

In den vorangegangenen Kapiteln wurden die komplexe Struktur, die vielfältigen


Erscheinungsformen und die Sprachspezifik von WS beleuchtet. All diese Aspekte
verdeutlichen, dass es für die WS‐Übertragung keine Patentlösung gibt und der Übersetzer nur
in den seltensten Fällen auf ein gebräuchliches ZS‐Äquivalent zurückgreifen kann. Er ist
vielmehr angewiesen auf seine Kreativität und ein Arsenal verschiedener Ü‐Verfahren, um ein
WS von der AS in die ZS zu übertragen. Heibert 1993:194ff. präsentiert eine Liste von
zwanzig Ü‐Verfahren, die aus seiner umfangreichen Korpusanalyse resultieren. Für die
Evaluation der Übersetzungsqualität benennt er sieben Prädikate9, die entsprechend der
Relation von ausgangsprachlichem WS und zielsprachlicher Übertragung hinsichtlich der WS‐
Ebenen Inhalt, Technik, Funktion vergeben werden. Die detaillierte Aufsplitterung der Ü‐
Verfahren sowie Heiberts Bewertungsschema sind für die vorliegende Arbeit allerdings

                                                            
9 PERFEKT, GELUNGEN, AKZEPTABEL, NOTLÖSUNG, FALSCH, SCHLECHT, GAR NICHT vgl. Heibert 1993:186ff
11 

 
ungeeignet. Denn die Prädikate der Übersetzungsqualität werden stark mit den Ü‐Verfahren
verknüpft vgl. ebd.:263 ; Düwel 2007:29 spricht sogar von einer „von vornherein
vorgenommene n qualitative n Hierarchisierung der Übersetzungsstrategien10“. Zudem
macht Heibert die Bewertung der Übersetzungsqualität von der Einhaltung der
Hierarchisierung der WS‐Ebenen im WSAS abhängig. Auf diese Hierarchisierung kann in der
vorliegenden Arbeit jedoch verzichtet werden, da ihre Analyse die funktionskonstante
Übersetzung von WS fokussiert, was zur Folge hat, dass die Ebene der Funktion den anderen
beiden vorzuziehen ist. Eine umfassende Übersetzungskritik mittels einer Bewertungsskala,
wie Heibert sie vornimmt, ist hier also weder nötig, noch aufgrund des begrenzten Umfangs
der Arbeit durchführbar.
Tęcza, der seiner Übersetzungskritik die „Äquivalenzbeziehungen zwischen einem
ausgangssprachlichen WS und dessen zielsprachlicher Wiedergabe“ 1997:117 zugrunde legt,
entwirft ein fünfstufiges Bewertungsmodell, das die Erhaltung des WS selben oder abweich‐
enden Typs der äquivalenten Reproduktion der Inhaltsebene gegenüberstellt vgl. ebd.:118 .
Bleiben sowohl WS‐Typ als auch Inhaltsebene in der Übersetzung erhalten, bewertet Tęcza
dies mit der Kategorie 2 A, „der vollkommenste n Erscheinungsform der Wortspielüber‐
setzung“ ebd. . Werden hingegen Inhalt und WS‐Typ verändert, ordnet er diese Übersetzung
der Kategorie 1 B zu, die „die qualitativ niedrigste ist“ ebd. . Scheitert die Übersetzung bei der
Wiedergabe des WS, stuft Tęcza diese, selbst bei Invarianz auf der Inhaltsebene, in die
Kategorie 0 ein. Neben der Äquivalenzstufe analysiert er zudem die Konstanz der Realisation11
und die angewandte Übersetzungsmethode. Für letztere fasst er Heiberts minutiöses
Repertoire zu fünf Hauptverfahren der WS‐Übersetzung12 und vier „negative n Prozeduren“13
zusammen, „deren Ergebnis stets die Äquivalenzstufe 0 ist“ ebd.:130 . Auch wenn sich Tęczas
Analyseschema durch die Komprimierung der Ü‐Verfahren und die Vereinfachung der
Bewertungsmatrix für die vorliegende Arbeit besser eignen würde, ist die Nähe zu Heibert
noch zu groß. Denn beiden sind zwei wesentliche Dinge gemeinsam: Erstens konzentrieren
sich sowohl Heibert als auch Tęcza in ihrer Kritik lediglich auf das Phänomen WS an sich und
lassen die Einbettung in und die Auswirkung auf den Gesamtkontext des Textes weitestgehend
unbeachtet vgl. Heibert 1993:181; Tęcza 1997:117 . Somit wird, wie Düwel 2007:29 richtig
bemerkt, ignoriert,

dass auch eine Wortspielübersetzung mit Invarianz des Wortspieltyps und des Inhalts Stufe
2 A qualitativ durchaus minderwertig sein kann, nämlich dann, wenn die kontextuelle
Einbettung des Wortspiels nicht funktioniert oder die Situativität des Textes nicht beachtet wird
beispielsweise die Akzeptabilität des Wortspiels in der Zielkultur oder die
Verstehensvoraussetzungen der Adressaten .
                                                            
10 Im Sinne der vorliegenden Arbeit muss hier die Rede von Übersetzungsverfahren sein.
11 „… gemeint ist die Frage, ob die Realisation eines Original‐WS: vertikal respektive horizontal aufrechterhalten oder geändert
worden ist. „ Tęcza 1997:129f,,Herv. i. O.
12 Transplantation, Adaption, Imitation, Kreation, Dislokation vgl. ebd:130
13 Neutralisation, Elimination, Indikation, Explanation ebd.

12 

 
Zweitens wird durch die Hierarchisierung der Ü‐Verfahren außer Acht gelassen, dass
verschiedene Textsorten und verschiedene Skopoi unterschiedliche Forderungen an den
Übersetzer und sein Handeln stellen. Somit kann ein hier als minderqualitativ bewertetes
Verfahren in bestimmten Übersetzungssituationen das adäquate Mittel sein. So kann z. B.,
lautet der Skopos bei humoristischen Texten Funktionskonstanz, die Anpassung bzw.
Abwandlung der Inhaltsebene des WS eine adäquate Lösung darstellen, wenn dadurch ein
zielsprachliches WSZS geschaffen wird, das die intendierte Funktion erfüllt und den Rezipienten
zum Lachen anregt.
Eine für diese Arbeit geeignetere Übersicht der gängigsten WS‐Übersetzungsverfahren bietet
Delabastita 1993, 1996 und 2006 an. Er benennt acht deutlich offener gehaltene Verfahren,
die miteinander kombinierbar und nicht wertend geordnet sind vgl. Delabastita 1993:191 .
Zwar schlägt auch Delabastita ein qualitatives Bewertungssystem für WS‐Übersetzungen vor,
indem die höchste Form der Entsprechung bei semantischer, linguistischer und formaler
Äquivalenz von WSAS und WSZS erreicht ist, doch ist dieses weniger starr und definitiv vgl.
ebd.:196f als bei Heibert und Tęcza. In seine insgesamt globalere Herangehensweise bezieht
er auch übersetzungsentscheidungsbeeinflussende Faktoren mit ein. So sind vor der
Entscheidung für eines der möglichen Ü‐Verfahren die folgenden Einflussgrößen
gegeneinander aufzuwiegen: die Signifikanz des WS hinsichtlich seiner Kontextverwobenheit,
seiner semiotischen Konstitution vgl. Kap. 3.3.2 und seiner Funktion im Text vgl. Kap. 2.4 ,
der Skopos des Zieltextes vgl. Kap. 3.2 und die eventuell simultane Präsenz von Original und
Übersetzung Delabastita 2006:287; vgl. auch Kap. 3.1 und 3.3 .14 Neben der linguistischen
Struktur eines WS sind also auch diese Faktoren für eine kontrastive WS‐Analyse von großer
Wichtigkeit. Sie sollen folglich in das Analyseschema dieser Arbeit eingehen vgl. Kap.3.4 . Im
Folgenden sollen Delabastitas acht WS‐Übersetzungsverfahren15 in aller Kürze beschrieben
werden:

1 Wortspiel  Wortspiel
Das WSAS wird durch ein WSZS übersetzt. Dieses kann in unterschiedlichem Maße von formaler
Gestalt, textueller Funktion und Inhalt des WSAS abweichen. Diess lässt erahnen, dass „PUN
PUN will unavoidably comprise a great deal of subtypes, necessitating a further differentiation
in our typology“ Delabastita 1993:192 . Aus diesem Grund unterteilt Düwel 2007:30f. dieses
Verfahren in vier weitere Kategorien, „wodurch Wechsel des Wortspieltyps sowie
Veränderungen der Inhalte separat betrachtet werden können“ ebd.:30 .16 Auch auf diese
Unterverfahren soll in der Analyse Bezug genommen werden.
                                                            
14 Aus den insgesamt sechs Faktoren wurden diejenigen ausgewählt, die für diese Arbeit die größte Relevanz besitzen.
15 Detailliertere Ausführungen finden sich in Delabastita 1993:192‐221 . Für die Arbeit wurden die deutschen Übersetzungen der
Verfahren von Paul Kußmaul Delabastita 1999:286f. übernommen.
16 1a gleicher WS‐Typ, anderer Inhalt 1b anderer WS‐Typ, gleicher Inhalt 1c anderer WS‐Typ, anderer Inhalt 1d gleicher

WS‐Typ, gleicher Inhalt


13 

 
2 Wortspiel  kein Wortspiel
Beide oder nur eine der Inhaltsebenen des WSAS werden im ZT durch eine nicht‐wortspielhafte
Wendung wiedergegeben oder durch eine unscharfe Paraphrase17 so entstellt, dass sie dem
WSAS nicht mehr eindeutig zugeordnet werden können.

3 Wortspiel  ähnliches rhetorisches Mittel
Als eine Art Unterkategorie von 2 zeigt sich bei diesem Verfahren deutlich, dass der
Übersetzer das WS erkannt hat und bestrebt war, es im ZT zu erhalten. Um dies zu erreichen,
werden häufig „wortspielähnliche rhetorische Mittel“ Delabastita 1999:286 wie Allusion,
Wiederholung, Reim, referentielle Vagheit, Metaphorik, Alliteration, Assonanz, Ironie und
Untertreibung verwandt vgl. Delabastita 1993:207f .

4 Wortspiel  Null‐Übersetzung
Die Textstelle im AT, die ein WS enthält, wird weggelassen. Die Auslassung kann sich auf das
einzelne WS oder einen größeren Textabschnitt beziehen wenn z. B. die Kohärenz des Textes
durch die Auslassung des WS beeinträchtigt würde und durch eine zusätzliche Erklärung
markiert sein vgl. ebd.:209f. .

5 AS‐Wortspiel ZS‐Wortspiel
Das WSAS wird, ohne es zu übersetzen, im ZT reproduziert. Wenn möglich und/oder nötig, kann
auch der unmittelbare Kontext des WS in seiner ausgangssprachlichen Formulierung in den ZT
übernommen werden. Ähnlich wie 4 kann dieses Verfahren mit metatextuellen
Anmerkungen kombiniert werden vgl. 8 .

6 Nicht‐Wortspiel  Wortspiel
Als eine Art Kompensation für im ZT verlorengegangene WS fügt der Übersetzer an einer Stelle,
die im AT nicht durch ein WS markiert ist, ein WSZS ein.

7 Nullstelle  Wortspiel
Auch dieses Verfahren dient in den meisten Fällen der Kompensation. Im Unterschied zu 6
fügt der Übersetzer hier völlig neues, nicht im AT enthaltenes Textmaterial zum ZT hinzu und
markiert es durch ein WS.

8 Editionstechniken
Mithilfe dieses Verfahrens kann der Übersetzer metatextuell mit dem Rezipienten in
Verbindung treten und die Ergebnisse seiner Übersetzungsarbeit reflektieren und
                                                            
17 „diffuse paraphrase“ Delabastita 1993:206
14 

 
kommentieren. Dies kann durch Fußnoten, Endnoten, Schriftauszeichnung vom im ZT
hervorgehobenen Parenthesen oder aber auch vom Übersetzer verfasste erläuternde Artikel
zum ZT z. B. Einleitung, Epilog geschehen ebd.:218 .

Im Gegensatz zu den Verfahren, die zu einer Äquivalenz auf allen Ebenen führen, werden
diejenigen, die auf Tilgung oder Kompensation des WS beruhen, oftmals als Bearbeitung
bezeichnet und nicht als wirkliche Übersetzung gewertet Delabastita 2006:287 . Sie haben
aber als Ü‐Verfahren von WS durchaus Berechtigung – insbesondere unter Berücksichtigung
der bereits erwähnten Einflussfaktoren sowie aufgrund der Tatsache, dass WS mit ihrem
hauptsächlich humoristischen Charakter eine Manifestation der Komik im Text darstellen und
somit nach Nord 2006:353 durchaus als Konstituenten einer Funktionseinheit Komik gelten
können. Diese funktionalistische Betrachtungsweise verleiht dem Übersetzer eine größere
Entscheidungsfreiheit, auch bei der Reproduktion von WS hinsichtlich „Form, Frequenz und
Distribution“ ebd. . Er ist somit „nicht sklavisch an die Vorgaben des AT gebunden“ ebd. .
Inwieweit diese Verfahren auch für die WS‐Übersetzung in der AVÜ angewendet werden
können, soll in den nächsten Kapiteln beleuchtet werden.

15 

 
3. Audiovisuelle Übersetzung

„Unter audiovisueller Übersetzung versteht man allgemein das Übersetzen von Medienforma‐
ten, die einen sichtbaren und einen hörbaren Teil haben“ Jüngst 2010:1 . Die vorliegende
Arbeit beschränkt sich in ihren Ausführungen auf das Format der Fernsehserie, im Speziellen
dem Genre der Sitcom, das unter 3.1.1 texttypologisch eingeordnet wird. Zunächst sollen
jedoch die verschiedenen Formen der AVÜ betrachtet werden. Diese sind vielfältig und lassen
sich hinsichtlich des produzierten Zieltextes unterscheiden:

Er kann schriftlich sein oder mündlich, schriftlich für eine mündliche Darbietung, schriftlich für
eine fixierte mündliche Darbietung; er kann in derselben Sprache verfasst sein wie der
Ausgangstext oder in einer anderen und er kann eine Ergänzung zum Ausgangstext darstellen
Jüngst, 2010:2 .

Daraus lässt sich ableiten, dass es sich bei der AVÜ nicht um eine prototypische,
schriftsprachliche Übersetzung aus einer AS in eine ZS handelt; schon allein, weil ein Teil des
AT, der visuelle Teil, immer unverändert bleibt. Vielmehr erweitert sie den klassischen
Übersetzungsbegriff und schließt auch die intralinguale Übersetzung mit ein, bei der das
Original ohne Wechsel des Sprachsystems für eine neue Zielgruppe überarbeitet wird
Jüngst 2010:3 . Zu den wichtigsten Formen der AVÜ zählen Audiodeskription, Voice‐Over‐
Übersetzung, Untertitelung und Synchronisation, deren wesentliche Eigenschaften im
Folgenden beschrieben werden sollen. Die Audiodeskription wird zur Erstellung sogenannter
Hörfilme angewandt, um durch einen zusätzlichen bildbeschreibenden Kommentar auch
Blinden und sehgeschädigten Menschen den Filmkonsum zu ermöglichen. Sie wird als
intersemiotische Übersetzung bezeichnet, denn

… the one or more channels of communication used in the translated text differ s from the
channel s used in the original text. In other words, the source and target text are semiotically
non‐equivalent Gottlieb 2005:3 .

Die Voice‐Over‐Übersetzung, in Deutschland meist nur für Nachrichteninterviews und


Dokumentarfilme genutzt, ist eine Technik, bei der der übersetzte Text lippenasynchron und
leicht zeitversetzt neben dem, in der Lautstärke stark reduzierten, Originalton zu hören ist.
Dadurch kann der Inhalt des Gesagten vom Rezipienten mit Fremdsprachenkenntnissen
nachvollzogen werden, was dem Publikum einen hohen Grad an Authentizität vermittelt. Meist
nur für ausgewählte Filme mit hohem künstlerischem Anspruch und zudem nur auf
bestimmten, meist öffentlich‐rechtlichen Fernsehsendern wie Arte ARD und ZDF werden in
Deutschland Untertitel verwendet. Diese Form der AVÜ definiert Gottlieb als

… Übertragung in eine andere Sprache von verbalen Nachrichten im filmischen Medium in


Form eines ein‐ oder mehrzeiligen Schrifttextes, die auf der Leinwand erscheinen und zwar
gleichzeitig mit der originalen gesprochenen Nachricht 2002:187f., zit. nach Jüngst 2010:25 .

16 

 
Der zielsprachliche Filmdialog wird demnach schriftlich im Bild fixiert und damit visualisiert.
Gottlieb spricht hier von einer diasemiotischen, diagonalen Übersetzung, die von
verbalsprachlichen Zeichen in der AS zu schriftsprachlichen Zeichen in der ZS wechselt:


Gerade für Hörgeschädigte besteht zudem die Möglichkeit der intralingualen Untertitelung, bei
der nur der Sprachmodus, nicht aber das Sprachsystem gewechselt wird vertikale
Übersetzung18 . Der Platzmangel im Bild sowie die zeitliche Einschränkung durch die rasche
Bild‐ bzw. Szenenabfolge bei zu untertitelnden Medien bedingen häufig radikale Kürzungen
und Bearbeitungen des Originaldialogs. Dennoch ist das Maß an Authentizität durch die
Allgegenwertigkeit des Originals hier am höchsten zu bewerten, auch wenn die Rezeption des
Films durch die geteilte Aufmerksamkeit zwischen dem Hören des fremdsprachlichem Dialogs
und dem Lesen der zielsprachlichen Untertitel im Bild beeinträchtigt werden kann.
Die in Deutschland häufigste Form der AVÜ ist die Synchronisation. In keinem anderen Land
werden mehr synchronisierte Filme in Kino und Fernsehen ausgestrahlt vgl. „Synchronisation
in Deutschland“ . Da auch das gewählte Korpus in synchronisierter Fassung vorliegt, bezieht
sich diese Arbeit im weiteren Verlauf nur auf diese Form der AVÜ. Im Folgenden werden die
Synchronisation als eine Art der Übersetzung bestimmt, ihr Gegenstand, der audiovisuelle Text,
beschrieben und Probleme aufgezeigt, die bei der Synchronisation einer Sitcom die
Übertragung von Wortspielen zusätzlich erschweren können.19

3.1 Synchronisation

Die Synchronisation bezeichnet eine Form der AVÜ, bei der die Dialogspur des Originals durch
eine zielsprachliche Dialogspur ersetzt wird, sodass der Eindruck entsteht, die Schauspieler
würden in der ZS kommunizieren. Dass „der referentielle Rahmen durch die filmische Vorgabe

                                                            
18 Nicht zu verwechseln mit der vertikalen WS‐Realisierung.
19 Äußere Faktoren wie Arbeitsabläufe oder Zeit‐ und Kosteneinsparungen sollen dabei keine Beachtung finden. Auch die
historische Entwicklung der Synchronisation sowie die oft an ihr geübte Kritik sollen aus Gründen des begrenzten Umfangs der
Arbeit ausgeklammert werden.
17 

 
bei der Filmsynchronisation unveränderlich bleibt “ Herbst 1994:225 , stellt dabei eine
besondere Herausforderung dar, da

... eine geglückte Übersetzung nicht allein den Bedingungen der übersetzerischen Äquivalenz
genügen muß … .Vielmehr muß sie darüberhinaus den Erfordernissen der Synchronität in der
Weise entsprechen, daß der Übersetzungstext auch dem im Film gezeigten Bild entspricht
Herbst 1994:221 .

Das bezieht sich nicht nur auf die vielzitierte Lippensynchronität, sondern vor allem auf die
Kongruenz von ZS‐Dialog und Gestik und Mimik der Schauspieler im visuellen Teil des
Originals vgl. Kap. 3.3.1 . Durch ihren substitutionellen Charakter erlangt die Synchronisation
als einzige Form der AVÜ wirklich semiotische Äquivalenz zum AT Gottlieb 2005:21 . Denn
die verbalsprachlichen Zeichen der AS werden vollständig in verbalsprachliche Zeichen der ZS
übertragen, ohne die semiotische Struktur des Originals zu verändern oder ihr eine zusätzliche
Ebene hinzuzufügen wie bei der Untertitelung der Fall. Der Übersetzungsprozess verläuft
demnach horizontal20 vgl. Abb. 1, Kap. 3 . Aufgrund dieser Eigenschaften definiert Gottlieb die
Synchronisation 2005 in seiner Klassifizierung der Multidimensional Translation als eine
intrasemiotic, conventionalized, interlingual Übersetzungsart, deren semiotische
Äquivalentbeziehung zwischen AT und ZT als isosemiotic zu bezeichnen ist Gottlieb 2005 .
Authentizität erlangt die Synchronisation nicht durch die dokumentarische Repräsentation des
Originals, sondern durch die möglichst diskrete Einbindung ausländischer Formate in die
Zielkultur ZK . Ziel der Synchronisation ist es also, mit „viewer‐friendly and localized versions
of foreign productions“ Gottlieb 2005:21 größtmögliche Akzeptanz in der ZK zu erreichen,
sodass der Rezipient sich vollkommen der Illusion hingeben kann, er würde eine
muttersprachliche Fernsehserie sehen. Im Idealfall fällt die Synchronfassung somit unter den
von House geprägten Terminus der covert translation 1997:69f. und wird in der ZK als
Original rezipiert. Demnach ist das ausschlaggebende Qualitätsmerkmal und
Bewertungskriterium für eine gelungene Synchronisationsfassung, dass sie nicht als
ebensolche zu identifizieren ist und in der ZK ebenso funktioniert wie in der AK – eine
Forderung, die aufgrund der medienspezifischen Konstitution des AT nicht immer leicht zu
erfüllen ist. Da dieser bei geforderter funktionskonstanter Übersetzung die Auswahl von
Übersetzungsstrategie‐ und verfahren maßgeblich beeinflusst, soll die Sitcom als Gegenstand
der Synchronisation im Folgenden texttypologisch eingeordnet werden, um den
Translationsskopos bestimmen und textypenspezifische Probleme bei der Übersetzung von
Wortspielen ableiten zu können.

                                                            
20 Nicht zu verwechseln mit der horizontalen WS‐Realisierung.

18 

 
3.2 Die Sitcom als Text

Die Sitcom ist ein Genre der Fernsehserie und somit ein Begriff aus dem Bereich von Film und
Fernsehen. Die vorliegende Arbeit klammert die Betrachtung des Fernsehgenres Sitcom
weitestgehend aus und konzentriert sich unter Bezugnahme auf ihr wesentliches Merkmal, die
humoristische Unterhaltung der Zuschauer Kap. 2.4 , auf die Einordnung der Sitcom als eine
Textsorte des audiovisuellen Texttyps.
Zwar übersetzt der Translator bei der Synchronisation einer Fernsehserie einen
schriftsprachlichen Text Dialogbuch für eine mündliche Darbietung, dennoch darf der
Synchrontext bei der texttypologischen Einordnung keinesfalls als rein schrift‐ oder
verbalsprachlicher Text betrachtet werden. Denn losgelöst von den visuellen Darstellungen des
Mediums, durch welches er vermittelt wird, kann seine kommunikative Funktion nicht
vollständig dekodiert werden. Erst durch das wechselseitige Zusammenspiel von visuellen und
auditiven Informationen erschließt sich der Sinn des Textes vollkommen. Diese
„Interdependenz der verschiedenen Medien bei der Textgestaltung“ beschreiben Reiss und
Vermeer 1984:211 als signifikantes Merkmal des multimedialen Texttyps, den sie ergänzend
zu operativem, expressivem und informativem Texttyp postulieren und der Eigenschaften
dieser drei Grundtypen in sich vereinen kann. Multimediale Texte erreichen den Empfänger
stets über einen spezifischen kommunikativen Kanal, an den besondere Rahmenbedingungen
gekoppelt sind, die es bei der Übersetzung zu beachten gilt. Reiss 1993:15 spricht hier von
einer Medien‐ oder Verbundorientiertheit, die bei der Übersetzung dieses Texttyps oberste
Priorität haben muss. Diese Verbundorientiertheit sowie der translatorische Textbegriff nach
Schmitt21 ermöglichen es, machen es sogar erforderlich, die Fernsehserie in ihrer Gesamtheit
als AVT zu behandeln, der mithilfe visueller und auditiver Signale sowohl über verbale als auch
über non‐verbale Zeichensysteme kommuniziert. Die Interaktion dieser Zeichensysteme, die
Gottlieb 1992 erstmals als verbal audio channel, non‐verbal audio channel, verbal visual
channel und non‐verbal visual channel 1992:265 benennt, ist die grundlegende Eigenschaft
audiovisueller Texte. Mit Fokus auf diese doppelte Dichotomie der semiotischen Komplexität
audiovisueller Texte und unter Erweiterung des Textbegriffs22 präzisiert Gottlieb 2004 seine
Definition des polysemiotischen Texttyps:

The term 'polysemiotic' refers to the presence of two or more parallel channels of discourse
constituting the text in question. In a film, up to four semiotic channels are in operation
simultaneously: non‐verbal picture, written pictorial elements, dialogue, and music & effects
Gottlieb 2004:227 .

                                                            
21 „Ein Text ist ein thematisch und/oder funktional orientierter, kohärenter Komplex aus verbalen und nonverbalen Zeichen, der
eine für den Adressaten erkennbare kommunikative Funktion erfüllt und eine inhaltlich und funktional abgeschlossene
Einheit bildet“ Schmitt 1997:25 .
22 „any message containing verbal material” Gottlieb 2003:168 , später „ … any combination of sensory signs carrying
communicative intention” Gottlieb 2005:3 .
19 

 
Bei der Synchronisation von AVT muss der Übersetzer dem AT daher auf mehreren Ebenen
gerecht werden, um aus dem unmodifizierbaren visuellen Teil und der neuen zielsprachlichen
Audiospur ein kohärentes, funktionierendes Ganzes zu erschaffen.
Herbst schlägt im Rahmen seiner translationsbasierten Synchronisationstheorie die
Ausrichtung der Synchronisation an drei Äquivalenzebenen23 vor, die dem Translatskopos
entsprechend hierarchisiert werden. Sofern die Synchronfassung eine Übersetzung24 des
Originals darstellt, vermutet er generell Äquivalenz auf den Ebenen Textfunktion und Textsinn.
Für eine präzisere Bestimmung des Translat‐ und Translationsskopos und der daraus
resultierenden Übersetzungsstrategie erscheint es daher sinnvoll, noch einmal auf Reiss'
Texttypologie einzugehen und die Sitcom als Textsorte auf ihr immanente Merkmale
hinsichtlich der drei Textgrundtypen zu untersuchen, da audiovisuelle Texte „je nach ihrer
kommunikativen Funktion einem der drei Grundtypen zuzuordnen sind “ Reiss 1993:18 . Die
Sitcom ist insofern als informativ zu bewerten, als sie über das Geschehen innerhalb der Serie
informiert, ohne dass diese Information außerhalb der Rezeption von größerer Bedeutung für
den Rezipienten wäre. Durch die Synchronisation erhält die Sitcom in der ZK noch eine
zusätzliche informative Funktion, da sie trotz der bestmöglichen Einbettung in die
zielsprachliche Situation Informationen über die AK transportiert. Dennoch reicht dies kaum
aus, um die Sitcom als vorwiegend sachorientierten Text zu bezeichnen. Obwohl Reiss die
Komödie dem expressiven Texttyp zuordnet ebd.:19 , ist die Sitcom als komödiantisches
Genre der Fernsehserie wenig senderorientiert. Zwar werden „die expressiven und
assoziativen Möglichkeiten der Sprache kreativ genutzt“ ebd.:10 , die Autoren einer Sitcom
treten aber hinter ihrem Produkt zurück, sodass hier nicht von einem stark sendergeprägten
Kommunikationsimpuls ebd.:13 ausgegangen werden kann. Im Vordergrund der
Textgestaltung steht stattdessen die Reaktion des Zuschauers. „ A usschlaggebend für die Wahl
der kommunikationswirksamen sprachlichen Mittel“ Reiss 1993:14 ist die Intention, den
Zuschauer zu unterhalten, ihn durch humoristische Dialoge zum Lachen zu bringen. Dies
verdeutlicht, dass die Sitcom aufgrund ihrer kommunikativen Funktion als vorwiegend
verhaltensorientierter, operativer Text einzustufen ist. Die Komik ist das dominierende
Merkmal des AT und muss durch die Synchronfassung bewahrt werden, um dem intendierten
Effekt des Originals auch in der ZK gerecht zu werden. Es kann festgehalten werden, dass die
Kommunikationsintention von Original und Translat identisch ist. Der Translationsskopos
lautet daher Funktionsäquivalenz, d. h., die Äquivalenzebene der Textfunktion ist den anderen
beiden vorzuziehen. Damit der ZT als Original rezipiert und die dominierende Funktion des AT
konserviert werden kann Herbst 1994:237 , muss der Erhaltung derjenigen Textelemente, die
den beabsichtigten Verhaltensimpuls Lachen auslösen, neben der „wünschenswerten

                                                            
23 Äquivalenzebene des Textsinns, der Textfunktion und der Synchronität vgl. Herbst 1994:225
24 Im Gegensatz zu einer Bearbeitung, bei der nur die Äquivalenzebene der Synchronität relevant ist vgl. Herbst 1994:243 .
20 

 
semantischen Invarianz und stilistischen Analogie“ Reiss 1993:22 , bei der Übersetzung einer
Sitcom höchste Priorität eingeräumt werden. Diese werden unter Berücksichtigung des
zielkulturellen Hintergrundes und durch Anpassung an die zielsprachlichen Bedingungen
übertragen, um den gewünschten Effekt beim Rezipienten in der ZK zu erzielen ebd. . Wie in
Kapitel 2.4 und 2.5 deutlich wurde, tragen Wortspiele maßgeblich zur humorvollen
Textgestaltung einer Sitcom bei und sind folglich zu bewahren. Dabei muss der
polysemiotischen Struktur des AVT ebenso Rechnung getragen werden wie der
funktionsäquivalenten Übertragung der Wortspiele.

3.3 Synchronisationsprobleme am Beispiel der Wortspielübersetzung

Die zusätzliche Schwierigkeit der WS‐Übersetzung in der AVÜ ergibt sich, wie in den
vorangegangen Kapiteln dargelegt, aus der speziellen Übersetzungsart Synchronisation und
der semiotischen Komplexität von AVT. Beide Faktoren beschränken den Einfluss des
Übersetzers auf den verbalen Teil des Textes, den er folglich im Rahmen seiner Übersetzung
dem visuellen Teil so anpassen muss, dass beide zusammen wieder ein kohärentes Ganzes
ergeben. Aus der zwingend zu beachtenden Korrelation von Bild und Ton ergeben sich daher
folgende zwei Hauptprobleme für die WS‐Übersetzung bei der Synchronisation einer Sitcom.

3.3.1 Synchronität

Synchronität bezeichnet in einer Synchronfassung die Vereinbarkeit der akustischen und


visuellen Informationen, die durch den AVT übermittelt werden. Hinter dieser banal
formulierten Feststellung verbirgt sich eine äußerst komplexe Aufgabe, denn Synchronität
bedeutet folglich,

… that each visible sign of speech activity must be accounted for, bodily gestures must be
justified in conjunction with meaning and emphasis of text, pragmatic appropriateness to
context must be retained, connotations must be transposed and dramatic requirements must be
respected Whitman‐Linsen 1991:17 .

Um eine homogene, authentische Synchronfassung zu produzieren, muss demnach auf


verschiedenen Ebenen Synchronität geschaffen werden, die Herbst in Lippensynchronität und
paralinguistische Synchronität einteilt.
Die Lippensynchronität zielt quantitativ auf gleichzeitiges Ein‐ und Aussetzen von
Synchrontext und sichtbaren Lippenbewegungen im Original ab. Qualitative
Lippensynchronität versucht Kongruenz herzustellen zwischen den Lippenpositionen der
Schauspieler und dem Synchrontext. Vollständige Lippensynchronität ist nicht möglich
vgl. Herbst 1994:53; Jüngst 2010:72 und darüber hinaus auch nicht nötig, „ … denn es ist
keineswegs so, daß der gesamte Text eines Filmes dem Prinzip der Lippensynchronität
unterliegt“ Herbst 1994:29 . Vielmehr wird ihre Bedeutung durch bestimmte Gegebenheiten

21 

 
des AVT relativiert. Durch dessen semiotische Vielschichtigkeit wird dem Rezipienten z. B. eine
Vielzahl an Eindrücken und Informationen vermittelt, die ihn leicht von kleineren
Inkongruenzen ablenken vgl. Whitman‐Linsen 1991:53 . Hinzu kommt, dass der Mund eines
Schauspielers durch verschiedene Kameraeinstellungen Total‐ oder Großaufnahmen,
Rückenansicht , sowie On‐ und Off‐Passagen nicht zu jedem Zeitpunkt einer Äußerung sichtbar
ist. Dies beschränkt die Forderung nach qualitativer Lippensynchronität auf Szenen, in denen
man den Lippenbewegungen des Sprechers tatsächlich folgen kann, auf Laute, an deren Bildung
die Lippen sichtbar beteiligt sind labiale Plosive und Frikative , sowie solche, deren
Aussprache eine identifizierbare Öffnung des Mundes besonders offene Vokale impliziert
vgl. Whitman‐Linsen 1991:23; Bräutigam 2009:36; Herbst 1994:38 . Ist ein Schauspieler
während der Äußerung eines WS in Großaufnahme zu sehen, wird die ohnehin schwierige
Aufgabe der WS‐Übersetzung durch die Forderung nach Lippensynchronität zusätzlich
erschwert. Dies erfordert mitunter kleinere Anpassungen auf der Inhaltsebene des WS bis hin
zu dessen Neugestaltung vgl. Kurz 2006:216; Whitman‐Linsen 1991:26 . In allen anderen
Fällen wird der inhaltlichen Invarianz gegenüber dem Original heutzutage größere Bedeutung
beigemessen als der qualitativen Lippensynchronität vgl. Bräutigam 2009:36 . Störender, weil
auffälliger, sind ohnehin Verstöße gegen die quantitative Lippensynchronität, wenn also der
Schauspieler den Mund noch bewegt, obwohl kein Text mehr zu hören ist. In deutschen
Synchronfassungen englischer Sitcoms ist jedoch eher mit dem Gegenteil zu rechnen. Hier kann
der Übersetzer sich Off‐Passagen zunutze machen, indem er zu lange Synchrontexte teilweise
in Szenen verlagert, in denen kein Schauspieler im Bild zu sehen ist. Mithilfe dieser Technik
können auch die durch kulturspezifische Präsuppositionen im Original hervorgerufenen
Wissenslücken überbrückt werden, indem nicht im Original enthaltender Dialogtext zur
Erklärung hinzugefügt wird. Whitman‐Linsen 1991:36 beschreibt diese Möglichkeit als
Fußnoten der Synchronfassung. Für die WS‐Übersetzung kommt dies allerdings nicht infrage,
da sich die komplexe Struktur eines WS nicht in der gebotenen Kürze und, vor allem, unter
unauffälliger Einbindung in den Kontext des Originals veranschaulichen ließe. Zudem wäre
durch eine solche nahezu metatextuelle Ergänzung die komische Wirkung des WS nicht mehr
gegeben. Stattdessen müssen die stark AK‐spezifischen Komponenten durch zielkulturelle oder
kulturübergreifende Entsprechungen ersetzt werden, um das Verständnis des WS zu
gewährleisten vgl. Kurz 2006:215 . Aus der Notwendigkeit quantitativer Lippensynchronität
erwächst für den Übersetzer der Anspruch, für jedes WS eine wie auch immer geartete Lösung
zu finden, denn die Auslassung durch eine Nullstelle vgl. Kap. 2.5 ist bei der Synchronisation
nicht möglich. Obwohl die Schnodder‐Synchronisationen von Rainer Brandt verdeutlicht
haben, dass das Publikum selbst eklatante Verstöße gegen die Lippensynchronität verzeiht,
solange der Unterhaltungswert stimmt vgl. Jüngst 2010:79f. , stellen diese doch lediglich
extreme Ausnahmefälle dar, die kaum als authentische Synchronfassungen bezeichnet werden
können.
22 

 
Für die WS‐Übersetzung ist jedoch die paralinguistische Synchronität von noch größerer
Bedeutung. Sie verlangt Synchronität zwischen Gestik und Mimik sowie Lautstärke und Tonfall
des Schauspielers in Original und Synchrontext vgl. Herbst 1994:50 . Ihre Notwendigkeit
resultiert aus der Tatsache, dass Gesten und andere kinesische Zeichen im
Kommunikationsprozess in der Regel mit einer betonten Silbe zusammenfallen ebd. .25 Bei
der Äußerung eines Satzes wird der Nukleus, sprich: der Satzakzent, durch die Betonung des
Sprechers hervorgehoben, wodurch die Aufmerksamkeit des Empfängers auf einen
bestimmten Sachverhalt gelenkt werden kann. Dabei wird die Akzentuierung des Satzes häufig
durch kinesische Zeichen begleitet, die ihr zusätzlich Nachdruck verleihen. Die Satzbetonung
variiert jedoch sprachübergreifend Kurz 2006:112 , sodass in Synchronfassungen mit
sprachenpaarspezifischen Diskrepanzen zwischen dem Satzakzent im Synchrontext und der
Ausführung der Geste auf dem Bildschirm zu rechnen ist. Damit die Gesten im Original nicht
unmotiviert oder deplatziert wirken und zu einer Störung der Illusion führen, muss mittels der
Synchronisation der Satznukleus in der Synchronfassung mit dem entsprechenden kinesischen
Zeichen im Original korreliert werden Herbst 1994:50 . In Kapitel 2.4 wurde bereits
aufgezeigt, dass auch Betonungen und Gesten als Signale für WS im Text fungieren können und
ihre Dekodierung erst ermöglichen. Verstöße gegen die Nukleus‐ bzw. Gestensynchronität
können folglich die Identifizierung und das Verständnis von WS erschweren. Bei US‐
amerikanischen Sitcoms spielt zusätzlich eine extralinguistische Komponente eine Rolle. Denn
auch das canned laughter, das eingespielte Lachen eines Publikums, das den unveränderlichen
lautlichen Teil des AT ausmacht, kann durch seinen anaphorischen Verweis auf eine
humoristische Äußerung als Signal für ein WS fungieren. Ist vor dem Retortenlachen allerdings
nichts Komisches zu hören, bleibt es unmotiviert und wirkt verstörend.
Hier zeigt sich deutlich, dass die Interaktion der verschiedenen Zeichensysteme eines AVT
vgl. Kap. 3.2 zu deren gegenseitiger Beeinflussung führt. Wenn Film‐oder Fernsehdialoge mit
nonverbalen Zeichen interagieren, entsteht ein intersemiotic feedback, das sich negativ oder
positiv auf das Verstehen des Synchrontextes auswirken kann Gottlieb 1997:219 . Besonders
für die WS‐Übersetzung stellt dies eine große Herausforderung dar.

3.3.2 Semiotisch komplexe Wortspiele

In AVT können WS nicht nur verbalsprachlich über den Dialog vermittelt werden; die
polysemiotische Beschaffenheit der AVT ermöglicht es zudem WS zu bilden, die ihre
verschiedenen Inhaltsseiten über den akustischen und den visuellen Kanal aktualisieren. Das
verschafft dem Autor des AT größere Freiheit bei der WS‐Konstruktion, verkompliziert die
Aufgabe des Übersetzers allerdings zusätzlich. Denn „one linguistic/visual element is necessary

                                                            
25 „Es erscheint z. B. kaum möglich, beim Sprechen die Augenbraue hochzuziehen, ohne dabei eine Silbe zu betonen“ ebd. .
23 

 
for the interpretation of another from the other mode“ Baumgarten 2008:11 . Das bedeutet,
dass eine, meist die unerwartete, Inhaltsseite eines Ausdrucks durch ein Objekt auf dem
Bildschirm visuell repräsentiert ist und erst durch den verbalen Bezug darauf die doppelte
Eindeutigkeit des Gesagten aktualisiert wird. Sanderson zieht aufgrund der „simultaneous
appearance in both channels of the different layers of meaning linked to one pun“ 2009:125
den Vergleich zu vertikalen WS heran. In engem Zusammenhang mit dem der
Nukleussynchronität vgl. Kap. 3.3.1 zugrunde liegenden Prinzip ist damit zu rechnen, dass
der Schauspieler auch non‐verbal mittels lokaldeiktischer Gesten auf das entsprechende Objekt
verweist. Im Original entsteht so durch die Verbindung zwischen verbal und visuell
vermittelten Informationen semiotische Kohäsion vgl. Baumgarten 2008:11 . Bei der
Übertragung eines semiotisch komplexen WS muss der Übersetzer nicht nur die Kohäsion
erhalten, er muss auch für Kohärenz zwischen Bild und Ton sorgen. Geschieht das nicht, wirken
die im Bild präsenten Objekte und gegebenenfalls darauf verweisenden Gesten unmotiviert
und das WS kann nicht dekodiert werden. Der komische Effekt beim Rezipienten bleibt aus. Da
das Bild des Originals im Gegensatz zur Tonspur unveränderlich ist, wird es zum Primat für
Übersetzungsentscheidungen bei der WS‐Übertragung. Um den komischen Effekt des WSAS im
ZT zu erhalten, muss der Synchrontext so manipuliert werden, dass auch das WSZS bzw. die
jeweilige Übersetzungslösung mit den visuellen Informationen des Originals korreliert vgl.
Sanderson 2009:126 . Das impliziert mitunter große formale und inhaltliche Abweichungen
vom WSAS, die durchaus legitim sind, solange die semiotische Kohäsion des AVT erhalten bleibt,
durch die Anpassung keine inhaltlichen Widersprüche entstehen und die Komik des WSAS
dadurch reproduziert werden kann. Darüber hinaus existieren viele WS, die z. B. auf Lexien
basieren, in Sitcoms lediglich aufgrund der Tatsache, dass sich mit ihnen WS bilden lassen und
nicht weil sie für die Handlung von größerer Bedeutung sind ebd.:132 ; eine inhaltliche
Änderung hat folglich kaum Auswirkungen auf den Gesamtkontext der Serie. Kurz schlägt sogar
vor, den Fokus des verbalen Bildbezugs, wenn nötig, zu verlagern und ein WSZS mit einem
anderen, im Bild sichtbaren Objekt zu konstruieren Kurz 2006:183 . Hier erwächst aus dem
substitutionellen Charakter der Synchronisation eine zusätzliche Möglichkeit für die
Übersetzung semiotisch komplexer WS.

3.4 Wortspiele in der audiovisuellen Übersetzung – Zusammenfassung

Entsprechend den übersetzungsentscheidungsbeeinflussenden Faktoren bei der Übertragung


von WS wurden der Skopos des ZT und die Funktion von WS bestimmt. Die simultane Präsenz
von Original und Übersetzung konnte ausgeschlossen werden, da bei der Synchronisation die
Originaltonspur durch eine zielsprachliche ersetzt wird. Die Signifikanz des WS‐Kontextes
wurde beleuchtet und als essentiell für ihr Funktionieren erachtet. Inhaltliche Anpassungen
aufgrund zielsprachlicher oder ‐kultureller Gegebenheiten in der Synchronfassung stellten sich

24 

 
jedoch als legitim heraus. Die Art der kontextuellen Referenz textintern oder textextern geht
nach Gottlieb 1997:209f. als Referenzrahmen in die Untersuchungsmatrix der vorliegenden
Arbeit ein. Da die polysemiotische Konsistenz von AVT semiotisch komplexe WS zulässt, muss
auch dieser Aspekt in das Analyseschema aufgenommen werden. Gottlieb spricht hier von der
semiotic composition eines WS und gibt an:
t he intended effect of wordplay can … be conveyed through dialogue including intonation
and other prosodic features , through dialogue combined with non‐verbal visual information, or
through written text on the screen … ebd.:210 .

Die semiotische Komposition mit den Eigenschaften Dialog und Dialog Bild wird als
Untersuchungskriterium in die WS‐Analyse einbezogen.
Wie in Kapitel 3.3 deutlich wurde, müssen auch die Ü‐Verfahren für WS vgl. Kap. 2.5 den
Rahmenbedingungen des AVT und der speziellen Übersetzungsart der Synchronisation
angepasst werden. Folglich werden die Verfahren Editionstechniken und Wortspiel  Null‐
Übersetzung aus der Analyse ausgeschlossen. Durch die Möglichkeit, zusätzlichen Synchrontext
in Off‐Passagen zu verlagern, ist die Anwendung des Verfahrens Nullstelle  WS auch bei der
Synchronisation theoretisch möglich und bleibt deswegen ein Bestandteil des Analyseschemas.
Zusammen mit den in Kapitel 2.3 beschriebenen WS‐Typen ergibt sich aus all diesen Aspekten
für die Korpusanalyse folgende Matrix:

Referenzrahmen textintern/textextern
Semiotische Komposition Dialog/ Dialog Bild
Amphibolie, Variation, Amphiboliephon,
Typ
Variationphon, Substitution, Paronomasie
Kurzwort, Lexem, Lexie, Syntagma,
WS Texteinheit
Eigenname
Neologismus, Neosemantismus,
Neuheit des Sprachmaterials
konventionell
WSAS WSZS
WSAS  kein WS
WSAS  rhetor. Mittel
ÜV
WSAS WSZS
Nicht‐WS WS
Nullstelle  WS
Funktion / /‐
Tabelle B: Matrix für die Korpusanalyse

Zur Auswertung der funktionskonstanten WS‐Übertragung bleibt zu bemerken, dass sich


Komik, wie bereits erwähnt vgl. Kap. 2.4 , der Bewertung durch objektive Kriterien entzieht.
Vielmehr unterliegt sie dem subjektiven Empfinden des Rezipienten. Hinzu kommt, dass
Fremdsprachenkenntnisse desselben es mitunter erlauben, missglückte, d. h. im Sinne dieser
Arbeit weniger oder nicht komische Übersetzungen auf die ausgangssprachliche Form des
25 

 
Originals zurückzuführen, sodass das Mitschwingen dieser Information das Verstehen und
somit die Beurteilung der Funktionskonstanz der Übersetzung unweigerlich beeinflusst. Als
Konsequenz werden in der Analyseübersicht Tabelle A im Anhang WSZS, die aufgrund von
Fremdsprachkenntnissen als komisch empfunden werden, durch ein , und WSZS, die auch
ohne Kenntnisse des Englischen komisch sind, mit , gekennzeichnet. WSZS, deren
humoristische Wirkung durch die Übersetzung verloren geht, werden mit einem ‐ versehen.
Eine umfassende Analyse aller WS würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen Um jedoch zu
verdeutlichen, wie bei der WS‐Analyse vorgegangen wurde, und um die Überlegungen, die der
Bewertung hinsichtlich funktionskonstanter Übertragung zugrunde lagen, transparenter zu
machen, sollen im nächsten Kapitel zwölf repräsentative WS – eins jeden WS‐Typs und
semiotischer Konsistenz – aus dem Korpus vorgestellt und die Vorgehensweise zur
Auswertung ihrer Übersetzung argumentativ belegt werden.

26 

 
4.Kontrastive Wortspielanalyse im Korpus

Das Korpus der folgenden kontrastiven WS‐Analyse setzt sich zusammen aus den WSAS der
dritten Staffel der US‐amerikanischen Sitcom HIMYM und ihren Übersetzungen aus der
deutschen Synchronfassung der Serie. Die Auswahl der Untersuchungsstichprobe erfolgte
mittels Zufallsziehung aus den fünf bisher deutsch synchronisierten Staffeln. Gründe hierfür
sind zum einen die Beobachtung, dass alle Staffeln durch ein hohes Aufkommen von
Wortspielen charakterisiert sind. Ferner wurden alle in Deutschland ausgestrahlten Staffeln
vom Dialogbuchautor Norbert Steinke und im selben Synchronstudio, Scalamedia GmbH,
bearbeitet, sodass die Personalfrage kein Kriterium für die Wahl der zu untersuchenden Staffel
darstellte. Bevor nun eine exemplarische WS‐Analyse nach den erarbeiteten Kriterien
vorgenommen wird, soll die Serie näher vorgestellt werden.

4.1 How I Met Your Mother – eine kurze Vorstellung

Die Sitcom der Autoren Craig Thomas und Carter Bays umfasst momentan sechs Staffeln mit 20
bis 24 Folgen von je ca. 25 Minuten Spieldauer. Die siebte Staffel befindet sich derzeit in der
Produktion und soll in den USA ab September 2011 ausgestrahlt werden. In Deutschland waren
bereits die Staffeln eins bis fünf zu sehen; für die sechste Staffel liegt noch keine
Synchronfassung vor. Wie durch den Titel indiziert, handelt die Serie davon, wie der
Protagonist, Ted Mosby, die Mutter seiner zukünftigen Kinder trifft, denen er im Jahr 2030
seine Erlebnisse als Endzwanziger schildert. Im Mittelpunkt der Erzählung, die durch
Rückblenden geprägt ist, steht dabei nicht nur die Suche nach der richtigen Frau für Ted,
sondern auch die Freundschaft zwischen ihm und den restlichen Charakteren der Serie. Diese
sollen in einem kurzen Überblick vorgestellt werden, bevor der Inhalt der dritten Staffel zur
besseren Einordnung der Wortspiele in den Kontext konzise zusammengefasst wird.

Ted Mosby ist der Protagonist und Ich‐Erzähler der Geschichte. Er ist Architekt und auf der
Suche nach der großen Liebe.
Marshall Eriksen ist seit dem College Teds bester Freund und ebenso lang mit Lily Aldrin liiert.
Der angehende Anwalt und die Kindergärtnerin leben zusammen mit Ted in einer Wohnung in
New York.
Barney Stinson, stets im Anzug, ist überzeugter Single und Frauenheld mit übersteigertem Ego.
Er ist der Verfasser des Bro Code, der Verhaltensregeln für Bros, und hält sich für Teds besten
Freund.
Robin Scherbatsky ist Kanadierin und arbeitet als Nachrichtensprecherin bei einem lokalen
Nachrichtensender. Sie stößt zu Beginn der ersten Staffel zur Gruppe hinzu, als Ted sich Hals

27 

 
über Kopf in sie verliebt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten führen die beiden eine einjährige
Beziehung, die sie jedoch aufgrund unterschiedlicher Lebensziele einvernehmlich beenden.

Staffel drei der Serie beginnt nach der Trennung von Ted und Robin, die von ihrer Reise nach
Argentinien nicht allein zurückkehrt. Die Liaison mit ihrer Urlaubsbekanntschaft Gael ist
allerdings nur von kurzer Dauer. Marshall und Lily entscheiden sich trotz hoher, durch Lilys
Kaufsucht verursachter Schulden, eine Eigentumswohnung zu kaufen, deren Boden, wie sich
herausstellt, schief ist. Ted scheint am Ende seiner Suche zu sein, als er der Dermatologin Stella
begegnet, der er am Ende der Staffel einen Heiratsantrag macht. Barney und Robin schlafen
miteinander, beschließen aber so zu tun, als wäre es nie geschehen. Als Ted davon erfährt,
beendet er die Freundschaft mit Barney zum gesamten Kapitel vgl. http://www.himym‐
fans.de/index.html .

4.2 Exemplarische Wortspielanalyse nach Wortspieltypen

Für die Analyse wurden die 20 Folgen der dritten Staffel von HIMYM in der Originalversion auf
WS entsprechend den festgelegten Kriterien untersucht und ihren Übersetzungen der
deutschen Synchronfassung gegenüber gestellt. Hier wurde nun überprüft, mittels welcher der
zuvor bestimmten möglichen Ü‐Verfahren für WS in AVT die WSAS in die ZS übertragen wurden
und ob die Forderung nach Funktionskonstanz erfüllt wurde. Wie bereits erwähnt wird wegen
des begrenzten Umfangs dieser Arbeit auf eine ausführliche Auswertung der Daten verzichtet,
stattdessen soll nun die exemplarische Analyse ausgewählter WSAS die Vorgehensweise
verdeutlichen und die komplexe Aufgabe des Übersetzers beleuchten. Zu diesem Zweck
wurden aus den insgesamt 66 WSAS des Korpus zwölf ausgewählt: eins pro WS‐Typ und
semiotischer Komposition. Ein Überblick über die Analyseergebnisse ist in Tabellenform im
Anhang enthalten und geht mit seinen Erkenntnissen in die zusammenfassende Schluss‐
betrachtung in Kapitel 5 dieser Arbeit ein.
Zur besseren Übersicht sind folgenden Beispiele in einem Tabellenausschnitt dargestellt, der
der Tabelle A im Anhang entnommen ist.26

4.2.1 Rein verbal vermittelte Wortspiele

Nr. Folge Beschreibung AT ZT Beschreibung


textextern
Dialog Ich war noch sehr
Robin: When I was a
1. Amphibolie klein, da hatte ich
68 20 kid, I had this dog; WSAS WSZS
Kurzwort einen Hund: Sir
Sir Scratchewan.
2. Substitution Scratchewan.
Eigenname
                                                            
26 Aus Platzmangel wurde auf die Spalte Funktion verzichtet. Zudem wird in der Analyse explizit auf diesen Punkt eingegangen.
28 

 
In diesem Fall liegt ein doppeltes WSAS vor, welches sich aus einer Kurzwortamphibolie und
einer Eigennamensubstitution zusammensetzt, die sich zudem gegenseitig aktualisieren und
starken kulturellen Bezug haben. „Sir“ dient hier einmal als Anrede im Namen des Hundes,
aktualisiert aber im Zusammenhang mit „Scratchewan“ den Bezug zu einer berühmten
Rennstrecke in Kanada, dem Saskatchewan International Raceway, der auch unter der
Abkürzung SIR bekannt ist. Während „Sir“ mit der phonetisch gebundenen Aussprache von
„SIR“ homonym ist, spielt „Scratchewan“ mit einer Paronymie zwischen den ersten zwei Silben
des Ortsnamen „Saskatchewan“ und dem Verb „to scratch“, das trotz der textexternen Referenz
zur Rennstrecke situativ kohärent zur Erwähnung eines Hundes ist. Durch Ad‐hoc‐
Kontamination der beiden Wörter entsteht ein Neologismus, der allerdings lediglich als
Eigenname fungiert und nicht als neue, allgemeine Bedeutungseinheit gelten kann, da die
semantische Assoziation zwischen beiden Wörtern nur in diesem speziellen Kontext deutlich
wird. Zudem stammt Robin, wie aus dem Gesamtkontext der Serie bekannt ist, aus Kanada, was
dem Ganzen eine zusätzliche Komik verleiht.
Der Übersetzer hat sich dazu entschieden, das WSAS unverändert in den ZT zu übernehmen.
Dadurch geht jedoch sein komischer Effekt verloren, da nicht zwangsläufig damit zu rechnen
ist, dass der ZT‐Rezipient über das nötige Vorwissen verfügt, um das WS zu identifizieren und
zu dekodieren. Die weitere Handlung der Folge wird dadurch nicht beeinträchtigt, jedoch
verwundert die Reaktion der anderen Charaktere im Bild, die auf Robins Äußerung hin
anfangen zu lachen. Es besteht also eine leichte Störung der semiotischen Kohäsion.

Nr. Folge Beschreibung AT ZT Beschreibung
Ungewöhnliche
Ted: Unexpected
Anzahl der Hoden?
number of testicles?
‐ Das kann
textextern Stella: It happens. I
vorkommen. Ich WSASWSZS
Dialog knew a guy in Med
58 18 kannte da jemanden gleicher Typ,
Amphibolie School, we used to
an der Uni, da hieß es gleicher Inhalt
Lexie joke he is one ball
immer, der Muss für
away from getting
ein Picknick zu viert
walked.
nur ein Ei besorgen.

Dieses WSAS basiert auf einer im US‐amerikanischen Kulturraum bekannten Wendung aus dem
Bereich des Sports: „to be one ball away from getting walked“ bezieht sich dabei auf ein
Ergebnis im Baseball, bei dem der Schlagmann zur nächsten Base gehen darf, weil der Werfer
vier Bälle ins Aus geworfen hat. Das WSAS entsteht hierbei durch eine Lexemamphibolie, also
die Möglichkeit im Kontext, „ball“ als Baseball und gleichzeitig als Synonym für Hoden zu
aktualisieren. Mittels der textexternen Referenz wird implizit auf die Anzahl der Hoden des
Mannes verwiesen, was einen Aha‐Effekt beim Rezipienten auslöst, sobald er das WS
entschlüsselt hat. Zudem antwortet Stella auf eine anatomiebezogene Frage in einer für eine
Ärztin unerwarteten Weise, was zusätzlich zum komischen Effekt des WSAS beiträgt.

29 

 
Dem Übersetzer gelingt es durch die Produktion eines WSZS, diesen Effekt zu erhalten. Dabei
wurde bei gleichem WS‐Typ und unter Erhaltung des Inhalts eine kontextuelle Anpassung an
die ZK vorgenommen, da davon ausgegangen werden musste, dass der ZT‐Rezipient nicht mit
den Regeln des Baseballspiels vertraut ist. Zwar verliert die Übersetzung gegenüber dem
Original aufgrund der expliziten Nennung der Zahlen eins und vier an Subtilität, doch durch die
kleine Rechenaufgabe, die sich daraus ergibt, entsteht für den Rezipienten indes ein
zusätzlicher Lustgewinn.

Nr. Folge Beschreibung AT ZT Beschreibung
Ted: That guy. Look
Dieser Kerl. Sieh nur
at how easy he has it.
wie leicht er es hat.
textintern Barney: Yeah, you
‐ Wie müssen uns auf WSAS WSZS
Dialog and me, we have to
4 2 den Kopf stellen bis gleicher Typ,
Variation bend over backwards
sich eine Frau, naja… gleicher Inhalt
Lexie to have a
für uns auf den Kopf
woman...well, bent
stellt.
over backwards.

Das vorliegende WS entsteht durch eine Lexienvariation, wobei der idiomatisierte Ausdruck „to
bend over backwards“ einmal in seiner lexikalisierten Summenbedeutung und einmal wörtlich
aktualisiert wird. Durch letzteres entsteht eine sexuelle Anspielung, die neben der
Sprachkomik, also der Erkenntnis über die in diesem Fall Ausdrucksökonomie der Sprache
vgl. Tęcza 1997:12 , maßgeblich zur Komik dieses WS beiträgt. Gestützt wird diese
Inhaltsseite auch durch den verbalen Verweis „Look at how easy he has it“ auf das nur einige
Sekunden zuvor gesehene Bild: Gael sitz umringt von schmachtenden Frauen an einem Tisch
und erzählt mit spanischem Akzent eine abenteuerliche Geschichte.
Die Übersetzung geht in gleicher Weise vor wie das Original. Mit „sich auf den Kopf stellen“
wurde eine deutsche Lexie gefunden, die in ihrer idiomatisierten Bedeutung der des AT
entspricht und zudem ebenfalls in der wörtlichen Deutung ihrer Komponenten eine physische
Bewegung beschreibt. Anders als „to bend over“, das in der englischen Sprache leicht sexuell
konnotiert ist, kann die ZS‐Übertragung nicht mit einer ähnlich starken Konnotation dienen,
was dem humoristischen Effekt abträglich ist. Hier kommt die Signifikanz der polysemiotischen
Struktur der Sitcom genauso zum Tragen wie die Kontextverwobenheit von WS. Denn durch
die Betonung des Sprechers und das Kontextwissen über Barneys sexuelle Eskapaden kann
auch im ZT die sexuelle Anspielung aktualisiert und die komische Wirkung erhalten werden.




30 

 
Nr. Folge Beschreibung AT ZT Beschreibung
WSAS WSZS
Ted: You’re talking
textintern Du sprichst von anderer Typ,
about her boobs,
Dialog ihren Möpsen, oder? anderer Inhalt
right?
21 7 Interlinguale ‐ C, und ich spreche Textintern
Barney: C, and that
Amphiboliephon jetzt nicht über ein Dialog
wasn’t Spanish. It
Lexem Vitamin. Amphibolie
was Cup size.
Lexem

Dieses WSAS zeigt, dass auch phonologische Ähnlichkeiten im Sprachsystem zweier Sprachen
für WS ausgenutzt werden können. Durch die Homophonie zwischen dem englischen
Buchstaben „C“ und dem spanischen „Si“ für „Ja“ wird im Kontext, der beide
Auslegungsmöglichkeiten nicht nur zulässt, sondern explizit benennt, eine doppelte
Eindeutigkeit erzeugt. Komik entsteht hier durch Inkongruenz, d. h. durch die „Diskrepanz
zwischen einer Erwartungshaltung und dem tatsächlichen, durch die überraschende Wendung
eintretenden Ergebnis“ Fiedler 2003:86 . Mit Spanisch als der am zweithäufigsten
gesprochenen Sprache in den USA vgl. „Languages oft he U.S.A.“ ist die Antwort „Si“ auf eine
Frage nicht sonderlich ungewöhnlich oder auffällig, weswegen der Rezipient die
Kommunikation zwischen Ted und Barney zunächst als störungsfrei und vollständig ansieht.
Durch die Erklärung „and that wasn’t Spanish. It was Cup size” wird die erste Annahme
relativiert und die zweite Inhaltsseite von „C“, nämlich die Körbchengröße einer Frau,
aktualisiert.
In der Synchronfassung versucht der Übersetzer nun dieses WS zu erhalten, indem er eine der
Inhaltseiten Körbchengröße beibehält, da diese auch im Deutschen durch den Buchstaben „C“
zu realisieren ist. Eine Homophonie zum Spanischen ist in der ZS allerdings nicht gegeben,
weswegen der Übersetzer sich für eine Änderung der zweiten Inhaltseite entscheidet und sich
die homonyme Vielfältigkeit des Buchstaben „C“ zunutze macht. Zwar wird so ein WSZS gebildet,
der komische Effekt kann, wenn überhaupt, aber nur teilweise bewahrt werden, wenn man
davon ausgeht, dass der Rezipient aufgrund der Flüchtigkeit des gesprochenen Wortes nicht in
der Lage ist, dass WS eingehend zu analysieren und er zudem von den anderen Informationen,
die gleichzeitig vermittelt werden, beeinflusst ist. Ihm fällt daher wahrscheinlich nur die
Homonymie zwischen „C“ als Körbchengröße und Vitamin auf, während die Inkohärenz der
Kommunikation weitgehend unbemerkt bleibt. So ist es z. B. unüblich, auf eine Frage mit nur
einem Buchstaben zu antworten, was in diesem Kontext unter Bezug auf die Inhaltsseite
Körbchengröße sogar als extreme Form der Ellipse komisch wäre. Durch die Aktualisierung der
zweiten Inhaltsebene mit dem Satz „und ich spreche jetzt nicht über ein Vitamin“, entsteht
jedoch ein Widerspruch, denn erstens haben Vitamine keinen inhaltlichen Bezug zu der
Oberweite einer Frau und zweitens wurde durch Teds Frage bereits indiziert, dass es im
Gespräch sehr wohl um Brüste geht. Die Erwähnung eines Vitamins ergibt so keinen Sinn.

31 

 
Nr. Folge Beschreibung AT ZT Beschreibung
textintern
Robin: She’s a keeper. Sie ist ein Treffer. Nur WSAS
Dialog
23 8 Just keep her triff sie bitte ohne rhetorisches
Variationphon
somewhere else. uns. Mittel
Syntagma

Bei diesem WSAS handelt es sich um eine syntagmatische, horizontal realisierte Homophonie
Variationphon zwischen dem Lexem „keeper“ und dem Syntagma „keep her“ Der Kontext, in
dem es entsteht, ist ein Gespräch über Teds neue Freundin, die überdurchschnittlich viel
spricht, was sie dem Rest der Gruppe unsympathisch macht. Ted ist dieses Manko an seiner
Freundin allerdings noch nicht aufgefallen, worauf die Gruppe beschließt, es ihm nicht zu
verraten, um seine Illusion nicht zu zerstören. Mit „keeper“ versucht Robin, zu bekräftigen, dass
Ted eine gute Partie gemacht hat, revidiert diese Aussage jedoch mit dem Satz „keep her
somewhere else“. Der Kontrast, der hier durch die Ausnutzung des Sprachsystems entsteht, löst
beim Rezipienten den komischen Effekt aus.
Auch die Übersetzung zeichnet sich durch diesen sprach‐ komischen Kontrast aus, erzielt ihn
jedoch nicht durch ein WS, sondern durch eine ähnliche rhetorische Figur. Ähnlich einer figura
etymologica verbindet sie ein Verb und ein Substantiv aus der gleichen Wortfamilie. Mit dem
Substantiv „Treffer“ und der Imperativform des Verbs „treffen“ stehen sich zwei semantisch
verwandt Lexeme im Kontext kontrastierend gegenüber. Dieser Widerspruch führt auch hier
zum gewünschten Effekt.

Nr. Folge Beschreibung AT ZT Beschreibung
Stell dir mich vor als
textextern Barney: Think of me
Yoda. Nur anstatt
Dialog as Yoda. Only instead
klein und grün zu
Paronomasie of being little and
14 5 sein, trage ich Anzüge WSAS WSZS
Eigenname green I wear suits and
und bin der Hammer.
Neologismus I’m awesome. I’m your
Ich bin dein Bro. Ich
Bro. I’m Broda.
bin Broda.

In diesem WSAS wird durch Kontamination des Eigennamen „Yoda“ und des Kurzwortes „Bro“
ein Neologismus gebildet, der paronym zu einem seiner Komponenten, nämlich „Yoda“, ist.
Durch die Verschmelzung beider Ausdrücke vereinen sie sich nicht nur lautlich, sondern auch
semantisch zu einer neuen Bedeutungseinheit, die sich sowohl auf die Freundschaft zwischen
Barney, Marshall und Ted bezieht Die drei sind „Bros“ , als auch Barneys lehrmeisterhaftes
Verhalten wiedergibt, mit dem er den anderen zweien seit ihrer ersten Begegnung beibringen
möchte, wie man lebt. Die Komik entsteht hier zum einen aus der intertextuellen Referenz zu
Star Wars, die erkannt werden muss, um das WSAS zu dekodieren, und zum anderen durch die
Logik, mit welcher Barney seine Wortneubildung beschreibt.

32 

 
Da „Bro“ als lexikalische Entlehnung in die Synchronfassung übernommen wurde und auch
„Yoda“ kulturübergreifend bekannt ist, konnte das WSAS ohne Veränderung in die ZS
übernommen und derselbe Effekt erzielt werden.

4.2.2 Semiotisch komplexe Wortspiele

Nr. Folge Beschreibung AT ZT Beschreibung


Ich bin ein
Marshall: I’m a
Pilgervater. Es sieht
Pilgrim. I know it
textintern aus als ob ich einen
looks like I have a
Dialog Bild kleinen Hut aufhätte
64 tiny hat. But in WSkein WS
Variationphon aber in Wirklichkeit
reality I have an
Lexem habe ich einen
abnormally large
abnormal großen
head.
Schädel.
Also vor 27 Jahren27,
textextern Four score and
da bekam ich einen
20 Dialog Bild seven years ago I
65 riesigen,
Amphiboliephon had a great big giant WSkein WS
gigantischen
Lexem head.
Schädel.
Und ich kann nur
bedauern, dass ich
textextern I only regret that I
meinem geliebten
Dialog Bild have but one giant
66 Land lediglich einen WSkein WS
Amphiboliephon head to give for my
gigantischen Schädel
Lexem country.
zur Verfügung
stellen kann.

Dies ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Komplexität der Aufgabe, die Übersetzer bei der
WS‐Übertragung in AVT zu bewältigen haben. Drei semiotisch komplexe WSAS werden in
kurzer zeitlicher Abfolge präsentiert, wobei das erste unter ihnen durch seine horizontale
Realisierung als Signal für die folgenden beiden vertikalen WSAS fungiert, weswegen sie auch
als Einheit behandelt werden müssen.
Marshall steht vor Lilys Kindergartengruppe und trägt verschiedene Hüte im Miniaturformat.
Zu der visuellen Komik, die dadurch entsteht, dass ein so großer Mann wie Marshall einen so
kleinen Hut trägt, tritt die Sprachkomik, die in der Homophonie von „hat“ und „head“
begründet liegt. Was hier zum Lachen anregt, ist der offensichtliche Widerspruch zwischen
visuell und akustisch vermittelter Information. In Nr. 65 und Nr. 66 werden nun die in Nr. 64
verdeutlichten unterschiedlichen Inhaltsseiten des Lexems „head“ genutzt. Welche jeweils
tatsächlich gemeint ist „hat“ oder „head“ , kann nur im Rahmen des textexternen Kontexts der
beiden WSAS bestimmt werden. Beide zeichnen sich durch eine starke kulturspezifische
Referenz zu Ereignissen der amerikanischen Geschichte aus. Mit „Four score and seven years
ago“ zitiert Marshall den Anfang der Gettysburg Address, die Abraham Lincoln 1863 noch
                                                            
27 Die Übersetzung weist hier einen Fehler auf. Richtig müssten es „Vor 87 Jahren … “ heißen.
33 

 
während des Amerikanischen Bürgerkrieges hielt. Durch diesen Bezug auf Lincoln, der stets
einen großen schwarzen Zylinder trug, ist dem Rezipienten klar, dass hier „hat“ gemeint sein
muss. Verdeutlicht wird dies auch durch das zu sehende Bild, in dem Marshall einen solchen
Zylinder in Miniatur auf dem Kopf trägt. Die komische Wirkung wird in diesem WS erzielt
durch die Homophonie von „head“ und „hat“ und dem Widerspruch, der sich daraus ergibt,
dass Lincoln tatsächlich einen vergleichsweise großen Hut trug, Marshall aber nur eine winzige
Nachbildung auf dem Kopf hat, durch die sein Kopf riesig „great big giant head“ wirkt.
Das zweite WSAS nutzt die Erwartungen des Rezipienten, dass erneut „hat“ gemeint sein könnte.
Schließlich trägt Marshall auch hier wieder einen kleinen Hut auf dem Kopf – diesmal einen
Dreispitz, wie er auch von der Kontinentalarmee während des Amerikanischen
Unabhängigkeitskrieges getragen wurde. Die Aussage „I only regret that I have but one giant
head to give for my country” verstärkt diesen Bezug, bringt jedoch gleichzeitig die Wende, denn
sie zitiert in abgewandelter Form Nathan Hale, einen berühmten US‐amerikanischen Offizier
jener Armee, der, bevor er von den Briten gehängt wurde, geäußert haben soll, er würde
bedauern, nur ein Leben für sein Land geben zu können. Da „head“, in diesem Zusammenhang
metaphorisch für „Leben“ steht, kann „hat“ als mögliche Inhaltsseite ausgeschlossen werden.
Die semiotische Komplexität des AVT hält das Homophonie‐Spiel zwischen „head“ und „hat“
über alle drei WSAS aufrecht und realisiert es visuell, da stets zu sehen ist, wie Marshalls Kopf
unter den kleinen Hüten anormal groß wirkt. Der Kontext, der durch Marshall selbst verbal
vermittelt wird, dient dem Rezipienten als Dekodierungshilfe für die WSAS.
Der Übersetzer hat es hier ungemein schwer, da weder eine Homophonie zwischen den
zielsprachlichen Entsprechungen „Hut“ und „Kopf“ besteht, noch damit zu rechnen ist, dass der
ZK‐Rezipient über ausreichende Kenntnisse über die kulturell‐historischen Zusammenhänge
der AK verfügt. Wohl aus diesem Grund entscheidet er sich für eine lexikalische Ersetzung von
„hat“ und „head“ durch „Hut“ und „Schädel“ und überträgt nur eine Inhaltsseite des WSAS in die
ZS. In WSZS Nr. 64 kann die Komik dadurch erhalten bleiben. Allerdings nicht mittels eines WS,
sondern aufgrund des oben bereits erwähnten Widerspruchs zwischen der visuellen
Wirklichkeit dem Wissen, dass Marshalls Kopf nur wegen des kleinen Huts so groß wirkt und
der verbalen Information Marshalls Kopf ist tatsächlich anormal groß und deswegen wirkt der
Hut so klein. . In Nr. 65 und Nr. 66 kann die Übersetzung die Komik nicht erhalten werden, da
die Inhaltsseite „Hut“ durch das Lexem „Schädel“ eben nicht aktualisiert werden kann.

Nr. Folge Beschreibung AT ZT Beschreibung
Lily: Oh Marshall, are Marshall, vergiss bitte
textintern you working on the nicht die Cranberry‐
WSAS kein
Dialog Bild cranberry sauce? Soße.
34 9 WS
Amphibolie Marshall: In a minute ‐ Moment Baby, noch

Lexie baby, I’ve only got so mehr Hände als diese
many hands. hier hab ich nicht.

34 

 
Bei diesem WSAS handelt es sich um eine Lexienamphibolie, die nur mithilfe des visuellen und
des akustischen Kanals entschlüsselt werden kann, und deren Komik sich nur im größeren
Kontext der Folge erschließt: Marshall hatte bereits einige Folgen zuvor eine Wette gegen
Barney gewonnen und somit das Recht erworben, ihm fünf Ohrfeigen zu geben. Zwei davon hat
er schon eingelöst, die dritte Ohrfeige soll Barney an Thanksgiving bekommen. Über die ganze
Folge hinweg werden nun immer wieder Anspielungen auf und Witze über die Ohrfeige
gemacht, in denen Marshalls Hände thematisiert werden. Auch dieses WSAS zielt hierauf ab.
Marshalls Antwort auf Lilys Frage ist zunächst kohärent und vermittelt durch die
idiomatisierte Bedeutung der Lexie „I’ve only got so many hands“, dass er noch mit etwas
anderem beschäftigt ist. Simultan eröffnet sich jedoch durch das Bild Marshall präsentiert eine
Girlande, die aus Händen besteht, die wie Truthähne bemalt sind die zweite Inhaltsseite, die
sich aus der wörtlichen Deutung der Lexie ergibt und erneut auf Marshalls Hände und die
Ohrfeigen‐Wette anspielt.
In der Übersetzung wird kein WS verwendet. Stattdessen wird mittels des Pronomens „diese“
und des Adverbs „hier“ explizit lokaldeiktisch auf die Girlande im Bild verwiesen, sodass der
Witz auch im ZT erhalten bleibt.

Nr. Folge Beschreibung AT ZT Beschreibung
Barney: No way, Das ist nicht wahr.
March does not have Der März hat auf
textextern
31 days. keinen Fall 31 Tage.
Dialog Bild
Marshall: Yes, it does. ‐ Oh doch, hat er. WSAS WSZS
29 9 Variation
Everyone knows that. Jeder weiß das. Das gleicher Typ,
Lexem
It’s like general gehört zum gleicher Inhalt
Neoseman‐
knowledge. sogenannten
tismus
Ted/Robin: General Generalwissen.
Knowledge. *General Wissen.

Dieses WSAS ist eines von vielen in der neunten Folge, die alle gleich aufgebaut sind und auf
einer horizontalen Homonymie basieren Ausnahme: Tabelle A, Nr. 31 . Die Konstituenten des
Kompositums „general knowledge“ werden reinterpretiert, wobei das adjektivische „general“
durch Konversion zum Substantiv und so zu einer militärischen Rangbezeichnung umgedeutet
wird. Das Substantiv „knowledge“ wird durch die Umdeutung von einem Abstraktum zu einem
Anthroponym und fungiert in der neosemantischen Verbindung als Eigenname für den General.
Dekodieren kann der Rezipient das WS nur mithilfe der im Bild sichtbaren Gesten, die Ted und
Robin simultan zu ihrer Äußerung machen. Indem sie die rechte Hand zur Schläfe führen,
vollziehen sie den militärischen Gruß und aktualisieren somit die zweite Inhaltsseite von
„general“. Komik wird hier vor allem durch die Ausnutzung der Möglichkeiten des
Sprachsystems erzeugt, indem zwei ausdrucksidentische Lexeme „general“ völlig
divergierender Inhalte in Verbindung gebracht werden.

35 

 
Genau hier fällt es der Übersetzung schwer, den gleichen Effekt hervorzurufen, denn im
deutschen Militär gibt es zwar den Rang des Generals, das Lexem „Generalwissen“ ist jedoch im
Duden nicht verzeichnet vgl. „Duden online“ und die ZS‐Entsprechung „Allgemeinwissen“
lässt kein WSZS zu, das die semiotische Kohäsion des AVT nicht stören würde. Wie in Kapitel
3.3.2 erwähnt, manipuliert der Übersetzer die Sprache nun so, dass sie nicht im Widerspruch
zum Bild steht und kreiert kurzerhand ein neues Wort, das das Homonymie‐Spiel mit „General“
ermöglicht und – zumindest durch seine lautliche Ähnlichkeit zu „generell“ als Synonym für
„allgemein“ – die Brücke zu „Allgemeinwissen“ schlägt. Rezipienten mit Kenntnissen in der AS
erlaubt die Nähe zum Original einen Rückschluss auf das WSAS, wodurch dessen komische
Wirkung erhalten bleibt. Für Rezipienten ohne Englischkenntnisse kann nur vermutet werden,
dass auch hier die semiotische Komplexität Ablenkung genug ist, um über die nicht äquivalente
Übersetzung von „general knowledge“ hinwegzutäuschen.

Nr. Folge Beschreibung AT ZT Beschreibung
Ted: I like your tatts. Deine Tatts find ich
textintern
Frau: Hm, thanks. You klasse.
Dialog Bild
3 1 can play with them if ‐ Danke. Fass sie an WSAS WSZS
Substitution
you want. They’re wenn du willst. Sie
Kurzwort
100% real. sind 100% echt.

Grundlage für dieses WSAS ist die Paronymie zwischen „tatts“, einer umgangssprachlichen
Kurzform für „Tattoos“ und „titts“, der vulgärsprachlichen Bezeichnung für Oberweite, sowie
die im Bild dargestellte Situation: Ted sitzt mit einer Frau im Whirlpool. Sowohl ihre
Tätowierungen als auch ansatzweise ihre Brüste sind zu sehen. Der Kontext, in dem das WS
entsteht, lässt also beide Inhaltseiten zu. Im Dialog wird das WS vertikal durch ein
Missverständnis realisiert, das durch „You can play with them if you want. They’re 100% real“
offensichtlich wird und so die zweite, unerwähnte Inhaltsseite aktualisiert. Auch hier erwächst
die Komik aus dem Bruch mit der Erwartung des Rezipienten. Da die Tätowierungen
wesentlich deutlicher zu sehen sind als die Oberweite der Frau und sie zudem recht plakativ
veranschaulichen sollen, dass sie aufregend und gefährlich ist, geht der Rezipient zunächst von
einer alltäglichen Kommunikationssituation aus, die plötzlich in einem sexuell offensiven
Angebot mündet.
Das WSAS wurde ohne Anpassung an die ZS in den ZT übernommen. Das deutsche Lexem
„Tätowierung“ oder auch „Tattoo“, das bereits in den Sprachgebrauch eingegangen ist,
ermöglicht mit keiner denkbaren deutschen Entsprechung von „tits“ ein ähnlich geartetes WSZS.
Hinzu kommt, dass das Ergebnis dieser Unterhaltung Ted bekommt ein Tattoo den weiteren
Verlauf der Handlung über mehrere Folgen signifikant bestimmt. So musste auch von einer
inhaltlichen Änderung abgesehen werden, die zudem durch den visuellen Kanal ohnehin sehr
eingeschränkt gewesen wäre. Zwar erlaubt diese Lösung wieder nur den Kennern der AS, das

36 

 
WSZS gänzlich zu dekodieren, die sexuelle Anspielung ist durch das Bild und die Betonung der
Sprecherin in der Synchronfassung allerdings auch für AS‐Unkundige zu erfassen. Der
komische Effekt geht jedoch verloren.

4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse

Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, das Übersetzungsproblem WS im Kontext der AVÜ zu
beleuchten. Durch die theoretische Betrachtung sollten typische Probleme aufgezeigt werden,
die aus der speziellen Übersetzungsart Synchronisation erwachsen und die WS‐Übertragung
zusätzlich erschweren. Stets lag der Fokus dabei auf der rhetorischen Funktion von WS, der
Komik und der Frage ob diese auch im AT erhalten werden kann und mittels welcher Ü‐
Verfahren dies bei der Synchronisation möglich ist. Zur Beantwortung dieser Fragen wurde im
praktischen Teil eine kontrastive WS‐Analyse der Sitcom HIMYM und ihrer deutschen
Synchronfassung durchgeführt, worin Ü‐Verfahren und Funktionskonstanz als Schwerpunkte
gesetzt und zudem semiotische Komposition und Referenzrahmen der WSAS als wichtige
Kriterien des AVT berücksichtigt wurden.
So konnte gezeigt werden, dass sich der Kontext eines WS auf seine funktionskonstante
Übersetzung auswirkt Tabelle D . WS mit textexternem Bezug sind meist stark AK‐spezifisch
und erzielen durch Anpassung an die ZK in einigen Fällen funktionskonstante Lösungen
z. B. Nr. 58 . Bezieht sich das Spiel mit den Worten jedoch direkt auf einen AK‐spezifischen
Sachverhalt, der in der ZK nicht existiert, kommt es durch inhaltliche Anpassungen
z. B. Nr. 50 oder direkte Übernahme des WSAS z. B. Nr. 68 zum Verlust des komischen
Effekts. Es ist also nicht verwunderlich, dass von 18 WSAS mit textexternem Bezug nur acht
unter Erhalt der komischen Wirkung übersetzt werden konnten. Wie Nr. 3 zeigt, können jedoch
auch textinterne Referenzen problematisch sein, nämlich dann, wenn das WS so im Kontext
verwoben und für den weiteren Verlauf der Handlung von Bedeutung ist, dass eine inhaltliche
Änderung zu Störungen der Kohärenz führen würde. Hier spielt in gleichem Maße ein weiterer
wichtiger Einflussfaktor, die semiotische Komposition von WS, hinein. Die Analyse ergab, dass
von 20 semiotisch komplexen WSAS 13 funktionskonstant übertragen wurden, was das Problem
zunächst kleiner darstellte als vermutet. Beispiele wie Nr. 3 und Nr. 4 verdeutlichen aber, dass
die Bild‐Ton‐Korrelation, die vorwiegend als Einschränkung für den Übersetzer bewertet
wurde, helfen kann, trotz unverständlicher WSZS eine komische Wirkung zu erzielen. Dies
geschieht vorwiegend durch die Betonung der Sprecher. Zudem verfügten 18 der semiotisch
komplexen WSAS über einen textinternen Bezug Tabelle E , was die Übertragung erleichterte.
Kamen allerdings AK‐spezifische textexterne Referenzen in semiotisch komplexen WSZS zum
Einsatz, erwies sich eine funktionskonstante Übertragung als schwierig Nr. 64‐66 . Die
Erhaltung der semiotischen Kohäsion des AVT wurde hier der funktionskonstanten WS‐
Übertragung vorgezogen.

37 

 
Die Ü‐Verfahren, die in 3.4 für die WS‐Übersetzung in AVT festgelegt wurden, kamen bis auf
Nullstelle  WSZS alle zum Einsatz, jedoch in unterschiedlicher Anzahl Tabelle C . So konnte
als präferiertes Ü‐Verfahren WSAS  WSZS bestimmt werden. Von 66 WSAS wurden 30 mittels
dieses Verfahrens in die ZS übertragen, 20 davon funktionskonstant. Bemerkenswert ist, dass
es dem Übersetzer gelang, den Großteil dieser WS unter Erhaltung des WS‐Typs und seines
Inhalts zu übertragen. Bei nur acht WSZS wurde eine inhaltliche Anpassung an die ZK
vorgenommen, was aber damit erklärt werden kann, dass die meisten WSAS sich auf textinterne
Sachverhalte und Objekte beziehen, ein Großteil der textexternen Bezüge überkulturell
bekannt ist z. B. Nr. 14 und die Verwandtschaft der beiden Sprachen es ermöglicht ZS‐
Äquivalente zur WSZS zu nutzen. Nur in wenigen Fällen z. B. Nr. 5 mussten inhaltliche
Anpassungen vorgenommen werden, weil das ZS‐System keine Grundlage für sprachliche
Äquivalente bot. Zusätzlich lässt sich von dieser Beobachtung ableiten, dass versucht wurde
möglichst nah am Original zu bleiben; wahrscheinlich weil damit gerecht wird, dass der
überwiegende Teil der Rezipienten über Englischkenntnisse verfügt.
Gemessen an der Zahl der Anwendungen ist WSAS  rhetor. Mittel als erfolgreichstes Ü‐
Verfahren zu bewerten. In sieben von acht Fällen konnte eine funktionskonstante Übertragung
gewährleistet werden. Insgesamt 19 Mal wurden WSZS durch eine nicht‐wortspielhafte
Wendung übertragen. Da hierbei meist eine Inhaltsseite verloren geht, überrascht es nicht, dass
nur drei dieser Übersetzungen eine komische Wirkung erzielten. Das Verfahren WSAS WSZS
kam neunmal zum Einsatz, erbrachte aber nur in zwei Fällen eine funktionskonstante Lösung.
Mit ihm wurden größtenteils WS produziert, die nur für Rezipienten mit Englischkenntnissen
vollständig dekodierbar waren. Nur zweimal wurde der Übersetzer selbst schöpferisch tätigt
und kreierte an im AT unmarkierten Stellen ein WSZS Nr. 13, 62 . Nr. 62 bezieht hierzu das Bild
des AVT mit ein. Insgesamt wurden 34 WSAS unter Erhaltung des komischen Effekts
übertragen. Zusammen mit den zwei vom Übersetzer ergänzten WSZS liegt die Rate der
funktionskonstanten WS‐Übertragungen bei über 50 Prozent.

38 

 
5. Fazit

Durch die Analyse konnte also die Verwendung der vermuteten Ü‐Verfahren für die
Synchronisation einer Sitcom nachgewiesen und aufgezeigt werden, in welcher Weise die
speziellen Rahmenbedingungen von AVT die WS‐Übertragung beeinflussen. Außerdem wurde
deutlich, dass die Möglichkeiten, die aus der polysemiotischen Struktur von AVT Off‐Passagen,
Objekte im Bild entstehen, nicht annähernd erschöpfend genutzt werden. Des Weiteren
konnte verdeutlicht werden, dass das Bestreben nach funktionskonstanter WS‐Übersetzung bei
der Synchronisation von Sitcoms als hoch zu bewerten ist, auch wenn die Umsetzung aufgrund
der Komplexität der Aufgabe nicht immer erfolgreich ist. An diesem Punkt muss allerdings
erneut die Subjektivität der Bewertung von Komik erwähnt werden. So zeigt diese Arbeit
Tendenzen auf, für zuverlässige und valide Aussagen müsste aber im Rahmen einer größer
angelegten Arbeit ein umfangreicheres Korpus analysiert werden. Um eine intersubjektive
Betrachtung der funktionskonstanten WS‐Übertragung zu gewährleisten, sollte hierin auch auf
das Mittel der Probandenbefragungen zurückgegriffen werden. Zudem wäre die Einbeziehung
anerkannter Komiktheorien ein nützliches Mittel, um die Bestimmung komischer Effekte
transparenter zu gestalten und Bewertungen hinsichtlich deren Erhaltung nachvollziehbarer
zu machen.

39 

 
Bibliographie

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42 

 
Anhang

Tabellarische Übersicht der Analyseergebnisse



Tabelle C: WSAS und ihre deutsche Übersetzung in der dritten Staffel HIMYM in chronologischer

Reihenfolge

Tabelle D: Funktionskonstante Übersetzung der WS im AT

Tabelle E: Aufschlüsselung der Übersetzungsverfahren

Tabelle F: Aufschlüsselung der Funktionskonstanz nach Referenzrahmen und semiotischer

Komposition

Tabelle G: Aufschlüsselung der WSAS nach ihrem Referenzrahmen

Anmerkungen:
Unter Beschreibung sind für die WSAS die linguistische Betrachtung nach WS‐Typ, WS‐
konstituierender Einheit und Neuheit des sprachlichen Materials zusammengefasst. Auf die
Kennzeichnung von konventionellem Sprachmaterial wird hierbei verzichtet. Zusätzlich
werden hier die Art der semiotischen Komposition und der kontextuellen Referenz vermerkt.
Für die WSZS ist unter Beschreibung zusätzlich das verwendete Übersetzungsverfahren notiert.
Die WS‐Konstituenten sind jeweils kursiv markiert. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind die
Sprecher in der Originalfassung fett markiert. Kontextinformationen stehen in eckigen
Klammern.

 
Tabelle C: WSAS und ihre deutsche Übersetzung in der dritten Staffel HIMYM in chronologischer Reihenfolge

Nr. Folge Timecode Beschreibung Originalfassung Synchronfassung Beschreibung Funktion


textextern Bodenakrobatinnen aus Montreal.
Barney: Female acrobats from WSAS  WSZS
Dialog Die haben Stellungen drauf und
1 1 00:01:16 Montreal. Super flexible. We’re gleicher Typ, ‐
Substitution werden uns Cirque du sowas von
gonna get Cirque du So‐laid. gleicher Inhalt
Eigenname flachlegen.
Man spricht es Ga‐el aus.
Robin: It’s pronounced Ga‐el.
‐ Das bedeutet voll Freude. Darum
Gael: It means joyful. That’s why I WSAS  WSZS
textintern verbring ich mein Leben damit
live my life by bringing joy, good anderer Typ,
Dialog anderen Glück, gute Energie und
2 1 00:02:22 energy and happiness to others. anderer Inhalt ‐
Amphibolie Fröhlichkeit zu schenken. Vor allem
Especially to those less fortunate Paronomasie
Eigenname denen, die weniger Glück hatten als
than I. Eigenname
ich.
Ted: I’m sorry, so it’s Gayel?
*Dein Name ist also Geil?
textintern
Ted: I like your tatts. Deine Tatts find ich klasse.
Dialog Bild
3 1 00:09:35 Frau: Hm, thanks. You can play with ‐ Danke. Fass sie an wenn du willst. WSAS WSZS
Substitution
them if you want. They’re 100% real. Sie sind 100% echt.
Lexem
Ted: That guy. Look at how easy he
textintern
has it. Wie müssen uns auf den Kopf stellen WSAS  WSZS
Dialog
4 2 00:06:16 Barney: Yeah, you and me, we have bis sich eine Frau, naja… für uns auf gleicher Typ,
Variation
to bend over backwards to have a den Kopf stellt. gleicher Inhalt
Lexie
woman...well, bent over backwards.
textintern Frau: This is our favorite restaurant Das hier ist unser
Dialog in the city. Lieblingsrestaurant. WSAS  WSZS
5 2 00:11:00 Substitution Ted: Yeah, I’m sure this is the best of ‐Ja, das ist bestimmt das beste von gleicher Typ, ‐
Lexem their 57 spud‐tacular East Coast den 57 spare‐hippen Treffs an der anderer Inhalt
Neologismus locations. Ostküste.

 
ii
Nr. Folge Timecode Beschreibung Originalfassung Synchronfassung Beschreibung Funktion
textintern
WSAS  WSZS
6 3 00:03:47 Dialog Bild Ted: Ok guys drei Bierflaschen , be
Ok Jungs, bleibt cool. gleicher Typ,
Amphibolie cool.
gleicher Inhalt
Lexem
textintern
Dialog
7 3 00:12:23 Das soll also bedeuten du willst mir WSAS  kein
Substitution Ted: You’re gonna trike‐block me? ‐
den Dreier vermasseln? WS
Lexem
Neologismus
textextern Ted: That is so petty. It’s like Du bist sowas von kleingeistig. Als
WSAS  WSZS
Dialog you’re… wärst du…
8 3 00:12:59 gleicher Typ,
Variation Marshall: Tom Petty ‐ Calvin Klein
gleicher Inhalt
Eigenname Ted: Tom Petty. You’re Tom Petty Calvin Klein. Du bist Calvin Klein.
Robin: Well, who’s not getting a tip So, und wer kriegt keinen Tip für
textintern
because of her attitude. seine unfreundliche Art?
Dialog
9 3 00:14:00 Kellnerin: Well, here’s a little tip for ‐ Ich jedenfalls geb dir einen Tipp: WSAS WSZS
Variation
you; shave your legs before you Rasier die Beine bevor du raus
Lexem
leave the house Sasquatch. gehst, du Flokati.
textintern
Wenn ich mich recht entsinne hatte WSAS  rhetor.
Dialog Bild Barney: If memory serves me she
10 4 00:01:03 sie ein fettes Aber. Ihren fetten Mittel
Variationphon had a huge but. Her huge butt.
Hintern. Wiederholung
Lexem
textextern
Barney: Oh yeah? I’m the New York WSAS  WSZS
Dialog Und ich bin im Staate New York der
11 4 00:04:34 state game commissioner. gleicher Typ,
Amphibolie Spielbeauftragte.
gleicher Inhalt
Lexem
 

 
iii
Nr. Folge Timecode Beschreibung Originalfassung Synchronfassung Beschreibung Funktion
textextern Ted: Well, I‘m The Game…well‐ So, und ich bin Der Spieler, ein
WSAS  WSZS
Dialog crafted, keep‐you‐guessing thriller Wahnsinns Roman, in dem ein
12 4 00:04:36 gleicher Typ,
Amphibolie starring Michael Douglas and Sean gewisser Dostojewski mein Leben
anderer Inhalt
Lexie Penn. erzählt.
Nicht‐WS 
WSZS
Barney: So, she’s hot? Und ist sie scharf?
Textintern
13 5 00:00:43 kein WS Ted: Oh, she’s gorgeous. ‐ Sie ist `n Knaller.
Dialog
Barney: Then she’s crazy. Dann hat sie einen Knall.
Paronomasie
Lexem
textextern
Barney: Think of me as Yoda. Only Stell dir mich vor als Yoda. Nur
Dialog
instead of being little and green I anstatt klein und grün zu sein, trage
14 5 00:15:59 Paronomasie WSAS WSZS
wear suits and I’m awesome. I’m ich Anzüge und bin der Hammer. Ich
Eigenname
your Bro. I’m Broda. bin dein Bro. Ich bin Broda.
Neologismus
Und heute Abend wirst du die
Barney: And tonight you’re gonna Macht gebrauchen und die heißeste
textextern
use the force to get the hottest chick Schnecke hier in der Bar ins Bett WSAS  WSZS
15 5 00:16:08 Dialog Bild
in this bar into bed. kriegen. gleicher Typ, ‐
Variation
Ted: He’s gonna use force? ‘Cause ‐ Wir sollen sie mit Macht gleicher Inhalt
Lexie
that sounds wrong Broda. gebrauchen? Das klingt nicht
besonders nett, Broda.
textintern Barney: Let’s meet your new
Dialog Na los, werfen wir einen Blick auf
Doppelganger or should I say
16 6 00:00:52 deinen neuen Doppelgänger. Oder WSAS WSZS
Paronomasie Doppelbanger Pornostar mit Teds
Lexem soll ich sagen Doppelbanger?
Namen ?
Neologismus

 
iv
 

Nr. Folge Timecode Beschreibung Originalfassung Synchronfassung Beschreibung Funktion


Lily: Marshall, your Dad went
textintern through a lot of trouble to set this
Du kannst nicht in letzter Sekunde
Dialog Bild up. You can’t just pull out in the last
17 6 00:02:47 `nen Rückzieher machen. WSAS  kein WS
Amphibolie second.
‐Offenbar kann er das.
Lexie Robin: Apparently you can Porno
läuft im TV .
textintern
Robin: I know what kind of plane
Dialog Ich weiß was das für ein Flugzeug
18 6 00:03:00 that is: It’s a Boing! Porno spielt im WSAS WSZS
Substitution ist: Das ist eine Boing!
Flugzeug .
Eigenname
textintern
Ich weiß, dass die anderen schon WSAS  rhetor.
Dialog Ted: I know they’re gonna ride me
19 6 00:04:50 ziemlich hart ran gehen aber die Mittel
Amphibolie pretty hard but they’re great guys.
Jungs sind einfach große Klasse. Anspielung
Lexie
textintern Ich fühl mich jetzt nur schuldig, weil
Ted: I feel a little guilty because I’m
Dialog nicht ich derjenige bin, der dich
not the one that saved you that day.
20 6 00:14:34 Amphibolie damals gerettet hat. Der Junge, der WSAS WSZS
The guy who actually saved you was
Eigenname/ dir tatsächlich geholfen hat
named…Lance Hardwood.
Lexem war…Lance Hardwood.
textintern WSAS  WSZS
Ted: You’re talking about her boobs, Du sprichst von ihren Möpsen,
Dialog anderer Typ,
right? oder?
21 7 00:00:28 Interlinguale anderer Inhalt ‐
Barney: C, and that wasn’t Spanish. It ‐ C, und ich spreche jetzt nicht über
Amphiboliephon Amphibolie
was Cup size. ein Vitamin.
Lexem Lexem

 
v
 

Nr. Folge Timecode Beschreibung Originalfassung Synchronfassung Beschreibung Funktion


textintern
Lilly hatte das Glas mal wieder nicht
Dialog Ted: Lilly left the lid off and Marshall
22 7 00:15:50 verschlossen, worauf Marshall WSAS  kein WS ‐
Amphibolie blew his.
explodiert ist.
Syntagma
textintern WSAS  rhetor.
Dialog Robin: She’s a keeper. Just keep her Sie ist ein Treffer. Nur triff sie bitte Mittel
23 8 00:01:16
Variationphon somewhere else. ohne uns. figura
Syntagma ethymologica
textintern
WSAS  WSZS
Dialog Barney: Just do a quick Google Such mal eben auf Google nach
24 8 00:03:24 gleicher Typ,
Substitution search for Kaka Spaniel. Kackaspaniel.
gleicher Inhalt
Eigenname
textextern
Marshall: Lilly doesn’t chew loudly. Lilly kaut doch gar nicht laut.
Dialog
Ted: Dude, come on this isn’t news. ‐ Alter, das ist doch wirklich nichts
25 8 00:10:53 Variation WSAS kein WS ‐
Why do you think I call her Neues. Wieso nenn ich sie wohl
Lexem
Chewbacca? Chewbacca?
Eigenname
textintern
Dialog Barney: There’s another one called Da ist noch ein Hundevideo. Es
26 8 00:18:53 WSAS  kein WS ‐
Substitution Golden Reliever. heißt goldener Pinkler.
Eigenname
textintern
Marshall hat soeben die
Dialog
Anwaltsprüfung bestanden : I’m Deshalb verdonnere ich euch heute
27 8 00:19:20 Amphiboliephon WSAS  kein WS ‐
imposing martial law on this zu Champagner.
Eigenname
champagne.
Lexie
textintern
Dialog
28 8 00:19:37 Barney: Law suit up! Jetzt geht’s anwaltsmäßig ab! WSAS  kein WS ‐
Amphibolie
Lexie

 
vi
 

Nr. Folge Timecode Beschreibung Originalfassung Synchronfassung Beschreibung Funktion


Barney: No way, March does not Das ist nicht wahr. Der März hat auf
textintern
have 31 days. keinen Fall 31 Tage.
Dialog Bild WSAS  WSZS
Marshall: Yes, it does. Everyone ‐ Oh doch, hat er. Jeder weiß das.
29 9 00:00:07 Variation gleicher Typ,
knows that. It’s like general Das gehört zum sogenannten
Lexie gleicher Inhalt
knowledge. Generalwissen.
Neosemantismus
Ted/Robin: General Knowledge. *General Wissen.
WSAS  WSZS
textintern Jetzt hört euch das an: Auch im Jahr
Lily: Isn’t it sad? I mean in 2007 anderer Typ,
Dialog Bild 2007 gehört man als Konsument
some countries actually still anderer Inhalt
30 9 00:00:18 Variation von Hamburgern immer noch zur ‐
condone corporal punishment. Variation
Lexie Majorität.
Ted/Robin: Corporal Punishment. Lexem
Neosemantismus ‐ Major I. Tät.
Neosemantismus
textintern
Marshall: Oh man, I got a kernel
Dialog Bild Oh Mann, da ist mir was zuoberst WSAS  WSZS
stuck in my teeth.
31 9 00:00:29 Variationphon stecken geblieben. gleicher Typ,
Ted/Robin: Colonel Stuck‐in‐my‐
Syntagma ‐ Oberst Steckengeblieben. gleicher Inhalt
teeth
Neosemantismus
Ted: So then hot intern leans over Die scharfe Praktikantin beugte sich
textextern
my desk. I can totally see she has a über meinen Tisch und da konnte WSAS  WSZS
Dialog
32 9 00:00:53 pierced Robin betritt den ich sehen, dass sie ein gleicher Typ,
Variationphon
Raum …Brosnan. Pierce Brosnan is Pierc…Brosnan. Pierce Brosnan ist gleicher Inhalt
Eigenname
my favorite of all the Bonds. für mich der beste James Bond.
Jetzt ist die ganze Spannung raus.
Barney: So you took all the suspense
Du hast gezeigt was du auf der Hand WSAS  rhetor.
textintern out. You showed your hand.
hast. Mittel
33 9 00:04:02 Dialog Marshall: And Thursday, at
‐ Am Donnerstag um genau synonymische
Variation 3:01 p.m., your face is gonna show
15:01 Uhr wird sich die Hand auf Wiederaufnahme
Lexie my hand.
deinem Gesicht abzeichnen.
 

 
vii
Nr. Folge Timecode Beschreibung Originalfassung Synchronfassung Beschreibung Funktion

Lily: Oh Marshall, are you working Marshall, vergiss bitte nicht die
textintern
on the cranberry sauce? Cranberry‐Soße.
34 9 00:07:13 Dialog Bild WSAS  kein WS
Marshall: In a minute baby, I’ve only ‐ Moment Baby, noch mehr Hände
Amphibolie
got so many hands. als diese hier hab ich nicht.
Lexie
WSAS  WSZS
textintern
anderer Typ,
Dialog Bild
gleicher Inhalt
35 9 00:13:32 Substitution Marshall: Oh no, the Slappetizers! Oh nein, die Ohrfeigen‐d'œuvre! ‐
Amphiboliephon
Lexem
Lexem
Neologismus
Neosemantismus
textintern
Dialog Marschall, du isst ja gar nichts. Hat WSAS  WSZS
Barney: Marshall, you’re not eating.
36 9 00:17:04 Substitution dir vielleicht etwas den Klappetit gleicher Typ,
Did something spoil your Slappetite?
Lexem verdorben? gleicher Inhalt
Neologismus
textintern
Dialog Bild Ein Durcheinander wie bei einer WSAS  WSZS
Bob: It’s really a major buzzkill.
37 9 00:18:14 Variation kontroversen Generalversammlung. gleicher Typ,
Ted/Robin: Major Buzzkill.
Lexie ‐ General Versammlung. anderer Inhalt
Neosemantismus
textintern
Dialog Bild Ted: Wow, this is gonna be a major Wow, dann blas ich mal zum WSAS  WSZS
38 9 00:20:59 Variation clean‐up. Generalangriff. gleicher Typ,
Lexie Alle: Major Clean‐Up. ‐General Angriff. anderer Inhalt
Neosemantismus

 
viii
 

Nr. Folge Timecode Beschreibung Originalfassung Synchronfassung Beschreibung Funktion


WSAS  WSZS
textintern
anderer Typ,
Dialog Bild
Robin: That’s the general idea. Das ist die oberste Regel. anderer Inhalt
39 9 00:21:06 Variation
Alle: General Idea. ‐ Oberst E. Regel. Variation
Lexie
Lexem
Neosemantismus
Neosemantismus
Also, die golden Regel lautet: liebe
textextern Barney: Now, the golden rule is: love deine Nächste aber es gibt noch eine
WSAS  WSZS
Dialog Bild thy neighbor. But there’s one rule Regel, die über ihr steht: die
40 11 00:1:21 gleicher Typ,
Variation above it, the platinum rule: Never Platinregel. Verstehst du? Du darfst
gleicher Inhalt
Lexem ever ever ever love thy neighbor. niemals, niemals, niemals, niemals
deine Nächste lieben.
textintern
Hübsche Regel aber sie ist nicht
Dialog Ted: That’s cute but she’s not my
41 11 00:1:33 meine Nächste, sondern meine WSAS  kein WS ‐
Amphibolie neighbor, she’s my doctor.
Ärztin.
Lexem
textintern
Ted: I bet you didn’t pay for that gin Ich wette du musstest für den Gin WSAS  WSZS
Dialog
42 11 00:6:45 and tonic . Tonic nichts bezahlen. gleicher Typ,
Variation
Barney: Oh, I paid for it. ‐ Oh doch, ich hab dafür bezahlt. gleicher Inhalt
Lexem
textintern
Ach Süße, es tut mir wirklich leid.
Dialog Mann: I’m sorry, sweetie. I don’t
Ich will heute Abend nicht streiten,
43 11 00:09:55 Substitution wanna fight tonight. It’s our first WSAS  kein WS ‐
denn heute feiern wir unser
Lexem weekyversary.
Einwöchiges.
Neologismus

 
ix
 

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textextern
Dialog Barney am St. Patrick’s Day : Who Wer von euch will einen Glückskuss
44 12 00:00:22 WSAS  kein WS ‐
Substitution wants to kiss the Barneystone? haben?
Eigenname
textintern
Barney: I don’t need you people. You Solche Typen brauch ich nicht. Ihr WSAS  WSZS
Dialog Bild
45 12 00:01:42 make me physically ill. macht mich regelrecht krank. gleicher Typ,
Amphibolie
‐ He did look a little green. ‐Er sah auch ein wenig grün aus. gleicher Inhalt
Lexem
textintern WSAS  WSZS
Ich wollte sagen, wir müssen
Dialog Robin: I’m just saying we have to gleicher Typ,
46 12 00:07:27 aufpassen, dass wir uns nicht schräg
Amphibolie think of the right angle. gleicher Inhalt
verhalten.
Lexie
textintern
WSAS  WSZS
Dialog Bild Ashlee: Ashlee, with two Es. Ashlee mit Doppel E.
47 12 00:08:26 gleicher Typ,
Amphibolie Barney: Please, Cs at most. ‐ Bitte. C, wenn überhaupt.
gleicher Inhalt
Lexie
textintern
WSAS rhetor.
Dialog Marshall: If we have a daughter we Wenn wir eine Tochter bekommen,
48 12 00:14:26 Mittel
Amphiboliephon have to call her Eileen. sollten wir sie Pisa nennen.
Anspielung
Syntagma
WSAS  WSZS
Gibt es jemandem in Ihrem Leben?
textintern anderer Typ,
Marshall zu Stella : Anyone special Oder gibt es vielleicht jemanden,
Dialog gleicher Inhalt
49 13 00:14:00 in your life or maybe just someone der Ihnen gefällt? So tedenziell,
Variation Substitution
you’re interested in? Interested in? meine ich?
Eigenname Eigenname
Neologismus

 
x
 

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Ted: That’s because in the past we Die letzten Jahre haben wir immer
textextern
were just guessing. This year we nur geraten. Dieses Jahr haben wir
Dialog
watched every game, read box alle Spiele gesehen und so ziemlich
50 14 00:01:02 Variationphon WSAS  kein WS ‐
scores, tracked injuries. This isn’t alle Infos gespeichert. Das ist kein
Lexie
March Madness. It’s March Märztunier. Das ist ein akribisch
Neologismus
Meticulously‐Thought‐out‐ness. geplantes Gehirnschmalztunier.
textintern Ich würde deinen Ex einen Hund
Barney: I’d call your ex a dog but this WSAS  WSZS
Dialog Bild schimpfen aber das wäre eine
51 14 00:02:16 would be an insult to little ladybug gleicher Typ,
Amphibolie Beleidigung für den kleinen Käfer
hält Welpen auf dem Arm here. gleicher Inhalt
Lexem hier.
Barney: Why is this happening to Warum passiert sowas mir?
textintern
me? ‐ Das ist Karma.
Dialog
52 14 00:05:33 Lily: It’s karma. Nein, das ist nicht Karma. Sie strippt WSAS WSZS
Variation
Barney: No, it’s not Karma. She is gerade in Vegas. Wir verstehen uns
Eigenname
stripping in Vegas. We’re good. gut.
textextern Ted: You gotta go scuba instructor. Tauchlehrer, keine Frage.
Dialog Marshall: You are kidding me. ‐ Das ist ja wohl ein Witz.
53 14 00:08:33 WSAS  kein WS ‐
Amphibolie Ted: She got the bends. Sie war mal im Tiefenrausch.
Lexem Barney: Yes, she did. * Ja, richtig.
Chef: Hello Marshall, have you finally Hallo Marschall, sind Sie mit diesem
textintern
finished the Ninja Report? Ninja‐Bericht endlich fertig? WSAS rhetor.
Dialog Bild
54 15 00:06:15 Robin als Marshall : Yeah, I got it ‐ Ja, natürlich. Da ist er. Und ich Mittel
Amphibolie
right here legt Waffe auf den Tisch . könnte mir gut vorstellen, dass er Metapher
Lexie
I think it’s gonna blow you away. Sie vom Sockel haut.
textintern Lily über Robin und ihrer Ich weiß warum ihr Schluss
Dialog kanadischen Jugendliebe : Did he gemacht habt: Er konnte keine
55 16 00:01:32 WSAS  kein WS ‐
Amphiboliephon break up with you and tell you he is Eskimorolle.
Syntagma just not that Inuit?

 
xi
 

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Nachdem Barney und Robin Jetzt erzähl schon. Wie wars?
miteinander geschlafen haben ‐ Was?
Ted: So, tell us! What was it like? Diese Barriere zu durchstoßen.
Barney: What? Immerhin sind wir beiden die
Ted: Penetrating that barrier 30. ersten. Ich meine nicht die
Geburtstag . You and I were the first allerersten, klar, aber die ersten an
ones to hit it. Not the first ones diesem Tisch.
textintern WSAS  WSZS
certainly but the first ones on this * Naja, obwohl ich sie demnächst
Dialog gleicher Typ,
56 17 00:02:20 table. auch knacken werde.
Amphibolie gleicher Inhalt
Marshall: Although I’ gonna be ~ Ja, das wirst du
Lexie Lexem
hitting it pretty soon. °Wenn ich sie knacke, werd ich
Robin: Yeah, you are. dabei zur Sau. Es wird die ganze
Lily: Yeah and when I hit it I gonna Nacht dauern und es wär schön,
go nuts. It’s gonna be all night and I wenn ein Clown dabei ist.
think I want a clown there. ~ Ich hab ein bisschen Angst vor
Robin: I’m a little bit scared of Clowns aber weil du es bist, geht
clowns but for you I’m there. das klar.
Ted: I made a decision. I gonna go Ich hab beschlossen, ich geh meinen
textintern through all my old stuff and I’m ganzen altenKram durch und
Dialog getting rid of anything I have no use schmeiß alles weg für das ich keine
57 17 00:03:15 WSAS WSZS
Amphiboliephon for anymore. Barney, you want my Verwendung mehr habe. Barney,
Lexie xbox? willst du meine Xbox?
Barney: Ted, she has a name! ‐Ted, sie hat einen Namen!
Ted: Unexpected number of Ungewöhnliche Anzahl der Hoden?
textextern
testicles? ‐ Das kann vorkommen. Ich kannte WSAS  WSZS
Dialog
58 18 00:10:49 Stella: It happens. I knew a guy in da jemanden an der Uni, da hieß es gleicher Typ,
Amphibolie
Med School, we used to joke he is immer, der muss für ein Picknick zu gleicher Inhalt
Lexie
one ball away from getting walked. viert nur ein Ei besorgen.

 
xii
 

Nr. Folge Timecode Beschreibung Originalfassung Synchronfassung Beschreibung Funktion


Ich sag es nicht gern aber ich
textintern Marshall: I hate to say this but I think glaube, du musst deine Klamotten
Dialog you gonna have to sell your stuff. loswerden.
59 19 00:02:29 WSAS  kein WS ‐
Amphibolie Lily: Wow Marshall, that’s just a ‐ Warte Marschall, diese Art von
Lexie game we play in the bedroom. Spiel findet nur im Schlafzimmer
statt.
textextern Marshall: I think your Marc Jacobs Ich geh davon aus, dass dein Marc
WSAS  WSZS
Dialog cocktail dress is gonna go for a lot Jacobs Cocktailkleid für mehr
60 19 00:02:43 gleicher Typ,
Substitution more than my Split Happens weggeht als mein Split Happens
gleicher Inhalt
Lexie bowling shirt. bowling shirt.
textextern Marshall: Ok, today’s category: Jetzt kommen wir zur Kategorie
Dialog Classic westerns that involve red Klassische Western mit roten WSAS  rhetor.
61 19 00:04:58 ‐
Substitution cowboy boots. Cowboy‐Stiefeln. Mittel
Lexie Lily: The magnificent Kevin. ‐ Der mit dem Stiefel tanzt.
Nicht‐WS  WSZS
textintern
Lily: Thanks for your honesty crazy Danke für den Hinweis, du bist `ne
62 19 00:09:47 kein WS Dialog Bild
sock guy. ehrliche Socke.
Amphibolie
Lexem
Lawrence, ich bin hier, weil du
Marshall: Lawrence, I’m here about
textintern meiner Frau Lilly das Bild abgekauft
the painting my wife Lilly sold you.
Dialog hast. Das in dem schönen Rahmen.
63 19 00:15:54 You know the one in the nice frame. WSAS kein WS ‐
Variation ‐ Da wir gerade von einem schönen
‐ Talk about a nice frame, my, my
Lexem Äußeren sprechen, du bist aber
you’re a big one, aren’t you?
schön groß.

 
xiii
 

Nr. Folge Timecode Beschreibung Originalfassung Synchronfassung Beschreibung Funktion


textintern Marshall: I’m a Pilgrim. I know it Ich bin ein Pilgervater. Es sieht aus
Dialog Bild looks like I have a tiny hat. But in als ob ich einen kleinen Hut aufhätte
64 20 00:11:10 WSAS  kein WS
Variationphon reality I have an abnormally large aber in Wirklichkeit habe ich einen
Lexem head. abnormal großen Schädel.
textextern
Also vor 27 Jahren, da bekam ich
Dialog Bild Marshall: Four score and seven years
65 20 00:11:23 einen riesigen, gigantischen WSAS kein WS ‐
Amphiboliephon ago I had a great big giant head.
Schädel.
Lexem
textextern Und ich kann nur bedauern, dass ich
Marshall: I only regret that I have
Dialog Bild meinem geliebten Land lediglich
66 20 00:11:39 but one giant head to give for my WSAS  kein WS ‐
Amphiboliephon einen gigantischen Schädel zur
country.
Lexem Verfügung stellen kann.
textintern
Und ganz nebenbei bemerkt, da WSAS  rhetor.
Dialog Bild Barney: And btw there is on bone
67 20 00:16:01 unten gibt‘s einen Knochen, der Mittel
Amphibolie downstairs that ain’t broken.
nicht gebrochen ist. Anspielung
Lexem
textextern
Dialog
1. Amphibolie Robin: When I was a kid, I had this Ich war noch sehr klein, da hatte ich
68 20 00:17:48 WSAS WSZS ‐
Kurzwort dog; Sir Scratchewan. einen Hund: Sir Scratchewan
2. Substitution
Eigenname

 
xiv
Tabelle D: Funktionskonstante Übersetzung der WS im AT

WS im AT ‐ WS im ZT
66 36 7 25 68

Tabelle E: Aufschlüsselung der Übersetzungsverfahren

Übersetzungsverfahren Anwendung ‐

gleicher Typ, gleicher Inhalt 20 16 1 3


gleicher Typ, anderer Inhalt 4 3 / 1
WSAS  WSZS
anderer Typ, gleicher Inhalt 2 / / 2
anderer Typ, anderer Inhalt 4 1 / 3
Gesamt 30 20 1 9
WSAS  kein WS 19 3 / 16

WSAS WSZS 9 2 6 1

WSAS  rhetor. Mittel 8 7 / 1

Nicht‐WS  WSZS 2 2 / /

Nullstelle  WSZS / / / /

Tabelle F: Aufschlüsselung der Funktionskonstanz nach Referenzrahmen und semiotischer


Komposition

WS im AT Anzahl ‐

textintern 48 25 7 16
Referenzrahmen
textextern 18 8 / 10

Semiotische Dialog 44 21 5 18

Komposition Dialog Bild 20 13 2 5

xv 

 
Tabelle G: Aufschlüsselung der WSAS nach ihrem Referenzrahmen

Referenzrahmen textintern textextern

semiotisch komplexe WSAS 18 2

rein verbale WSAS 30 14

xvi 

 
Eidesstattliche Erklärung

Ich erkläre hiermit, dass ich zur Anfertigung der vorliegenden Arbeit keine anderen als die
angegebenen Quellen und Hilfsmittel und keine nicht genannte fremde Hilfe in Anspruch
genommen habe. Mir ist bekannt, dass eine unwahrheitsgemäße Erklärung als Täuschung im
Sinne von § 13 3 in Verbindung mit § 21 1 der Prüfungsordnung für den
Bachelorstudiengang Translation an der Universität Leipzig vom 02.10.2008 gilt.

Ort: Leipzig

Datum: 03.08.2011

Unterschrift: