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Presse-Info

München, den 23. Februar 2007

Gebraucht-Software:
Urteil des LG Hamburg jetzt rechtskräftig
Handel mit „gebrauchter“ Microsoft-Software ist ohne Einschränkung rechtmäßig/
Microsoft-Erklärungen „juristisch unhaltbar und bewusst irreführend“

Das OLG Hamburg hat die Berufung eines Microsoft-Vertragshändlers gegen das Urteil des
Landgerichts Hamburg zurückgewiesen. Das LG Hamburg hatte im vergangenen Juni entschieden,
dass der Handel mit „gebrauchter“ Microsoft-Software ohne Einschränkung rechtmäßig ist
(Aktenzeichen 315 O 343/06). Mit der gestern veröffentlichten Urteilsbegründung des OLG ist das
Landgerichts-Urteil jetzt rechtskräftig – einschließlich der eingehenden Begründung bzgl. der
Rechtmäßigkeit des Software-Gebrauchthandels durch das Landgericht. „Anderslautende Erklärungen
der Fa. Microsoft sind juristisch unhaltbar und bewusst irreführend“, betonte usedSoft-Geschäftsführer
Peter Schneider heute in München.

Zum Hintergrund: Das LG Hamburg hatte mit seinem Urteil vom 29. Juni 2006 zu entscheiden, ob
eine Werbung der HHS usedSoft GmbH rechtswidrig sei. Diese Frage wollte das Gericht offensichtlich
nicht klären, ohne eine grundsätzliche urheberrechtliche Klärung zur Rechtmäßigkeit des Software-
Gebrauchthandels herbeizuführen. Schließlich entschied das LG, dass Microsoft-Volumenlizenzen
aufgesplittet und auch in Teilen weiterverkauft werden können. Gegenteilige Bestimmungen in den
Microsoft-Lizenzbedingungen seien unwirksam.

Das OLG Hamburg hingegen hat zwar seine Entscheidung ausschließlich auf der Grundlage des
Wettbewerbsrechts gefällt (Aktenzeichen 5 U 140/06). Einer urheberrechtlichen Beurteilung enthielt
sich das Gericht. Da es der Begründung des Landgerichts jedoch in keiner Weise widersprach, ist das
Landgerichtsurteil nun in vollem Umfang rechtskräftig.

Zwei Zitate aus dem Urteil des Landgerichts Hamburg vom 29. Juni 2006:

• „Der Verkauf bzw. die Veräußerung einzelner Microsoft-Software-Lizenzen, die zuvor im


Rahmen von Volumenlizenzverträgen wie z.B. Select-Verträgen abgegeben worden waren, ist
auch ohne Zustimmung von Microsoft wirksam möglich.“

• Das Landgericht erteilte auch der Argumentation von Microsoft eine klare Absage, dass eine
Aufsplittung von Volumenlizenzen aufgrund der dabei gewährten günstigeren Konditionen
nicht möglich sei. Dies ist, so das Urteil, „für die Frage des Eintritts einer urheberrechtlichen
Erschöpfung ... gänzlich irrelevant.“

Über usedSoft www.usedsoft.com


Die Münchner HHS usedSoft GmbH wurde 2003 gegründet und ist auf den Handel mit „gebrauchten“ Software-Lizenzen aus
allen Anwendungsbereichen spezialisiert. Nach einem kontinuierlichen Wachstum und einem zunehmenden Engagement auch
im Ausland erfolgte die Expansion des Unternehmens bereits 2006: Die neue usedSoft AG wurde – auch um der verstärkten
internationalen Aufstellung gerecht zu werden – in der Schweiz gegründet und hat seither ihren Sitz in Zug.

Die Käufer „gebrauchter“ Software sind sowohl Unternehmen wie Software-Händler. Zu den Kunden der usedSoft-Gruppe
zählen u.a. Dekra, DOHLE, Edeka, O2, Rewe, die Nationalbank Essen, Neckermann, Veltins und Woolworth, außerdem eine
Reihe von Behörden wie etwa die Stadt München oder die KDVZ Frechen und auch einige Sparkassen. Die Einsparungen beim
Kauf von bereits benutzten Lizenzen liegen zwischen 20 und 50 Prozent.

Bei Rückfragen: Christoph Möller möller pr Telefon: +49 (0)221 80 10 87-87 Email: cm@moeller-pr.de