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E-Book – Guss-Rohrsysteme 20.

Kapitel: Dichtheitsprüfungen 20/1

20 Dichtheitsprüfungen
20.1 Allgemeines
20.2 Dichtheitsprüfungen von Druckrohrleitungen
20.3 Dichtheitsprüfung von Freispiegelkanälen und -leitungen
für den Abwassertransport
20.4 Prüfung von ­Abwasserdruckleitungen

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20 Dichtheitsprüfungen Bild 20.1 verdeutlicht den Einfluss


von geringen Mengen Luft in der zu
prüfenden Leitung auf das abgelesene
Beschreibung der Dichtheitsprüfungen mit Wasser oder Luft als Prüfmedium. Prüfergebnis. Zeigen sich während der
Zuordnung der verschiedenen Prüfverfahren zu den Rohrleitungen für unter- Prüfung Mängel, so ist die Prüfung zu
schiedliche Fördermedien (Wasser, Abwasser). unterbrechen und die Leitung, soweit
für die Beseitigung der Mängel nötig, zu
entleeren.

20.1 Allgemeines

Rohrleitungen für den Transport von


Wasser und Abwasser sind einer Dicht-
heitsprüfung zu unterziehen. Für Wasser-
leitungen aus duktilem Gusseisen nach
EN 545 sind die Richtlinien der Dicht-
heitsprüfung in EN 805 bzw. dem DVGW
Arbeitsblatt W 400-2 festgelegt.
Die während der Druckprüfung auftre-
tenden Kräfte sind beachtlich, sie müs-
sen in entsprechender Weise aufgefangen
werden.

Beim Einfüllen des für die Druckprüfung


erforderlichen Wassers spielt die Entlüf- Wenn unter 0,6 % Luft ein Druckabfall von 0,1 bar angezeigt wird, dann
tung eine wichtige Rolle. Eingeschlos- ­entspricht das einem Druckabfall von 0,7 bar bei einer luftfreien Leitung.
sene Luftpolster können zu erheblichen
­Störungen führen. Bild 20.1:
Einfluss von Luft auf das Prüfergebnis

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Ergänzend sind Richtlinien und Bestim- heitsvorkehrungen bei der Vorbereitung


Temperaturänderungen während der mungen zu beachten, welche die Maß- und Durchführung einer Druckprüfung
Prüfzeit können Druckänderungen her- nahmen zur Sicherung von Leitungen beschreiben.
vorrufen, die zu falschen Prüfergebnissen beschreiben.
führen. Daher sind die Temperaturen vor Für die Verfüllung und Verankerung von
und nach der Prüfzeit zu messen und das nicht längskraftschlüssigen Verbindungen
Prüfergebnis nötigenfalls zu korrigieren. 20.2 Dichtheitsprüfungen von ist zu beachten:
Druckrohrleitungen n Rohre sind vor der Druckprüfung der-
Die Anforderungen an die Dichtheits­ artig mit Verfüllmaterial abzu­decken,
prüfung für Abwasserfreispiegelkanäle dass Lageänderungen, die zu Undich-
und -leitungen aus duktilem Gussei- Maßgebend für die Innendruckprüfung theiten führen könnten, vermieden
sen nach EN 598 sind in EN 1610 bzw. von Druckrohrleitungen aus duktilem werden. Es ist heute gängige Praxis,
den ATV-DVWK-Arbeitsblättern A 139 Gusseisen zur Förderung von Wasser die Rohrleitung vor der Dichtheits-
außerhalb Wasserschutzzonen und A 142 (Trinkwasser; Rohwasser oder Abwas- prüfung komplett zu verfüllen.
innerhalb Wasserschutzzonen beschrie- ser) ist EN 805 bzw. DVGW Arbeitsblatt n Widerlager und Verankerungen sind
ben. Abwasserdruckrohrleitungen werden W 400-2. im Bereich der Rohrleitungen so
wie Trinkwasserleitungen entsprechend Jede Rohrleitung ist nach dem Einbau anzubringen, dass sie den Kräften aus
der EN 805 bzw. dem DVGW Arbeitsblatt einer Wasserdichtheitsprüfung zu unter- dem Prüfdruck standhalten. Widerla-
W 400-2 geprüft. ziehen. Ausnahmen entsprechend dem ger aus Beton müssen vor Prüfungs-
Arbeitsblatt W 400-2 sind liegende Lei- beginn eine ausreichende Festigkeit
Als Alternative zur Dichtheitsprüfung tungsabschnitte, an denen Reparaturen besitzen; ihre Bemessung ist in DVGW
mit Wasser bietet sich für Freispie- durchgeführt wurden bzw. neue Rohrlei- GW 310 geregelt.
gelkanäle die Dichtheitsprüfung mit tungsabschnitte unter 30 m Länge. n Es ist außerdem darauf zu achten,
Luft an, die entweder als Luftüber- oder dass Rohrabschlussteile und andere
-unterdruckprüfung durchgeführt werden Die Dichtheit bzw. ordnungsgemäße Aus- vorübergehend eingebaute Abschluss-
kann. Die Prüfverfahren mit Luft haben führung der Rohre, Formstücke, Verbin- formstücke ausreichend abgestützt
sich in der Praxis bewährt, da sie schnell dungen und weiterer Rohrleitungsteile sind und die Belastung entsprechend
und ohne größeren Aufwand durchführ- sowie ihre Lagesicherung ist sicherzu- der zulässigen Bodenpressung verteilt
bar sind. stellen. Alle nationalen Richtlinien und ist. Es ist nicht erlaubt, vorübergehend
Normen sind zu beachten, die die Sicher- eingebaute Abstützungen oder Ver-

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ankerungen an den Enden der Test­ nissen, z. B. den geodätischen Höhenun- Entlüftungsvorrichtungen entweichen
abschnitte zu entfernen, bevor die terschieden, ab. Im Allgemeinen soll die kann. Oftmals wird eine Leitung durch
Rohrleitungen vom Druck entlastet Länge bei Teilstrecken mit kleinen Rohr- zu schnelles Füllen beschädigt. ­Ein­ge­-
sind. nennweiten in Versorgungsnetzen 500 m schlossene Luftpolster bewirken dann
n Arbeiten in den Rohrgräben, die im und bei Transportleitungen 1.500 m nicht auf Gefällstrecken ein Abreißen der Was-
Zusammenhang mit der Druckprü- überschreiten. sersäule, die mit erheblicher Geschwin-
fung stehen, sind während der Druck- digkeit dem Tiefpunkt zuschießt und
prüfung nicht erlaubt. Abweichend von den Anforderungen nach damit Kräfte erzeugt, welche zu örtlichen
EN 805 fordert das Arbeitsblatt W 400-2 Beschädigungen der Leitung oder des
20.2.1 Festlegung und ­Füllen dass: Verbaus führen können.
der Prüfabschnitte n der Prüfdruck am höchsten Punkt
jedes Prüfabschnittes mindestens Erfahrungsgemäß soll die Füllgeschwin-
Für die Festlegung und das Füllen der 1,1 x MDP beträgt, digkeit die in Bild 20.2 angegebenen
Prüfabschnitte gilt Folgendes. n die maximale Länge der Prüfstrecke Werte nicht überschreiten.
Die Druckprüfungsabschnitte sind so in Abhängigkeit von Nennweite und
festzulegen, dass Gelände bis 3 km beträgt.
n der Prüfdruck an der tiefsten Stelle
jedes Prüfabschnittes erreicht wird, Vor Prüfungsbeginn ist sicherzustellen,
n am höchsten Punkt jedes Prüfab- dass die Rohrleitung von Verunreini-
schnittes mindestens MDP erreicht gungen frei ist. Der Prüfabschnitt wird
werden kann, außer bei abweichender dann mit Wasser gefüllt.
Festlegung des Planers,
n die erforderliche Wassermenge für die Wenn vom Planer nicht anders festgelegt,
Druckprüfung bereitgestellt und ohne ist die Druckprüfung von Trinkwasserlei-
Schwierigkeiten abgelassen werden tungen mit Trinkwasser durchzuführen.
kann.
Die Rohrleitung ist zu entlüften. Ausge-
Bei der Unterteilung der Rohrleitung hend vom Tiefpunkt ist die Rohrleitung so
in Prüfabschnitte hängt die Länge der zu füllen, dass kein Rückfluss eintritt und Bild 20.2:
Teilstrecken von den örtlichen Verhält- die Luft an entsprechend dimen­sionierten Empfohlene Füllgeschwindigkeiten [L/s]

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20.2.2 Druckprüfverfahren Die Rohrleitung ist in geeignete Prüfab- die Genauigkeit des Prüfverfahrens.
schnitte zu unterteilen, vollständig mit Der ­Planer legt fest, ob eine Druckabfall­
Für die Druckprüfung von Druckrohr- Wasser zu füllen und zu entlüften. Wäh- prüfung vorzunehmen ist.
leitungen sind verschiedene bewährte rend der Vorprüfung ist der Prüfdruck in
Druckprüfverfahren anwendbar. regelmäßigen Abständen, jedoch späte- 3. Hauptprüfung
stens nach einem Druckabfall von 0,5 bar, Die Hauptprüfung darf nicht beginnen,
Diese sind in der Norm EN 805 bzw. im wiederherzustellen. bevor die Vorprüfung und die Druckab-
Arbeitsblatt W 400-2 beschrieben. fallprüfung, sofern vom Planer vorge-
Das Prüfverfahren ist vom Planer zu Wenn unzulässige Lageänderungen eines schrieben, erfolgreich abgeschlossen
bestimmen und darf bis zu drei Schritte Rohrleitungsteiles oder Undichtheiten sind.
umfassen. auftreten, ist die Rohrleitung zu entspan- Die Einflüsse größerer Temperaturände-
nen und die Ursache zu beheben. rungen sind zu berücksichtigen.
1. Vorprüfung
Die Vorprüfung dient folgenden 2. Druckabfallprüfung
­Zwecken: Die Druckabfallprüfung ermöglicht die
n Stabilisierung des zur Prüfung anste- Bestimmung der restlichen Luft in der
henden Rohrleitungsabschnittes nach Rohrleitung.
weitestgehendem Abklingen der Luft im Prüfabschnitt der Rohrleitung
anfänglichen Setzungen, führt zu falschen Ergebnissen, die eine
n ausreichender Wassersättigung der scheinbare Undichtheit vortäuschen
Auskleidungen. oder aber eine Undichtheit überdecken
können. Vorhandene Luft vermindert

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20.2.3 Übersicht über die Prüfver- Die Wasserverlustmenge kann durch zwei Abweichend von diesen Messgeräten
fahren der ­verschiedenen unterschiedliche Messverfahren ermittelt erfordert die Wasserverlustmethode für
Regelwerke werden. die kontinuierliche Messung des nach-
n Kontinuierliche Messung der nachge- gepumpten Wasservolumens:
Während die EN 805 ein Prüfverfahren für pumpten Wassermenge: n eine zusätzliche Dosierpumpe,
alle Nennweiten und Druckstufen enthält, Hierbei wird durch kontinuierliches Mindestdosiergenauigkeit 0,01 Liter
wird im Arbeitsblatt W 400-2 zwischen Nachpumpen von Wasser während n 2 Manometer oder ein Niveauschalter
dem Normalverfahren, das ebenfalls der gesamten Prüfzeit der System- mit einer Messgenauigkeit
für alle Nennweiten und Druckstufen prüfdruck aufrecht erhalten. von ≤ ± 10 mbar.
anwendbar ist, und dem beschleunigten n Einmalige Messung der nachge-
Normalverfahren, das für Rohleitungen pumpten Wassermenge: Die Tabelle 20.1 zeigt eine Gegenüber-
bis DN 600 und bis MDP 16 begrenzt ist, Am Ende der Prüfzeit wird der stellung der drei Prüfverfahren, die nach-
unterschieden. Die beiden Prüfverfah- Systemprüfdruck durch einmaliges folgend beschrieben werden.
ren nach W 400-2 können jeweils nach Nachpumpen wiederhergestellt.
der Wasserverlust- oder Druckverlust-
methode durchgeführt werden. In beiden Messverfahren ist die nachge-
pumpte Wassermenge durch geeignete
Die Wasserverlustmethode erfordert Einrichtungen zu messen und aufzuzei-
höhere Ansprüche an die Genauigkeit chnen.
der Messgeräte. Der Vorteil gegenüber der
Druckverlustmethode liegt in der gerin- Erforderliche Messgeräte für die Druck-
geren Unempfindlichkeit gegenüber Luft- verlustmethode
einschlüssen. Wenn die entsprechenden n Druckmessgeräte Auflösung
Messgeräte verfügbar sind , empfiehlt es ≤ 0,1 bar
sich, die Wasserverlustmethode anzu- n Erdtemperaturmessgerät Auflösung
wenden. ≤ 0,1 K
n Messbehälter für Druckabfallprüfung
Skaleneinteilung
von ≤ 0,01 bis 0,1 Liter.

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Tabelle 20.1:
Tabellarische Zusammenstellung der Hauptparameter der verschiedenen Druckprüfverfahren

Druckprüfung nach EN 805 Beschleunigtes ­Normalverfahren Normalverfahren


nach W 400-2 nach W 400-2
Für alle DN und Für DN ≤ 600 und Für alle DN und
für alle Prüfdrücke für Prüfdrücke ≤ 21 bar für alle Prüfdrücke
Vorprüfung Vorprüfung (= Sättigungsphase) Vorprüfung
OP ≤ Prüfdruck p ≤ STP Prüfdruck: p = STP Prüfdruck: p = STP
(­konstant d. Nachpumpen)
Prüfzeit: t= vom Planer festzulegen Prüfzeit: t = 0,5 Std. Prüfzeit: t= 24 Std.
Druckabfallprüfung Druckabfallprüfung Druckabfallprüfung
a) Wasserverlustmethode a) Wasserverlustmethode

⎡ 1 D ⎤ π ⋅ ID2 ⎡ 1 ID ⎤ π ⋅ ID2 ⎡ 1 ID ⎤
ΔVmax = 1, 5 ⋅ V ⋅ Δ p ⋅ ⎢ + ⎥ ΔVzul = 0,1 ⋅ f ⋅ ⋅ L ⋅ Δp ⋅ ⎢ + ⎥ ΔVzul = 0,1 ⋅ f ⋅ ⋅ L ⋅ Δp ⋅ ⎢ + ⎥
E
⎣ W e ⋅ ER ⎦ 4 E
⎣ W s ⋅ ER ⎦ 4 E
⎣ W s ⋅ ER ⎦

f=3 f=3
D V ≤ D Vmax D V ≤ D Vzul D V ≤ D Vzul
b) Druckverlustmethode b) Druckverlustmethode

π ⋅ ID2 ⎡ 1 ID ⎤
ΔVerf = ( DN ⋅ L ) / (100 k ) ΔVzul = 0,1 ⋅ 1, 5 ⋅ ⋅ L ⋅ Δp ⋅ ⎢ +
*

4 E
⎣ W s ⋅ ER ⎦
*)
(entspricht DVmax in EN 805)

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Druckprüfung nach EN 805 Beschleunigtes ­Normalverfahren Normalverfahren


nach W 400-2 nach W 400-2
DVerf der Leitung entnehmen u. zuge-
hörigen Druckabfall Dp messen
DN Dpmin. [bar]
80 1,4
100 1,2
150 0,8
200 0,6
300 0,4
400 0,3
500 0,2
600 0,1
Dp ≥ pmin
(Nachweis für ausreichende Entlüftung)

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Druckprüfung nach EN 805 Beschleunigtes ­Normalverfahren Normalverfahren


nach W 400-2 nach W 400-2
Hauptprüfung Hauptprüfung Hauptprüfung
a) Wasserverlustverfahren a) Wasserverlustverfahren a) Wasserverlustverfahren
Messung abgelassener Wassermenge Prüfdruck: p = STP Prüfdruck: p = STP
Prüfdruck: p = STP Prüfzeit: t = 1 Std Prüfzeit: t =
zusätzlich Sättigung: t ≥ 1Std. DN Prüfzeit
ΔVzul = ( DN ⋅ L ) / (100 k )
Prüfzeit: t ≥ 1 Std ≤ 400 13 Std
Messung nachgepumpter Wassermenge 500–700 12 Std
Prüfdruck: p = STP > 700 24 Std
Prüfzeit: t ≥ 1 Std Prüfkriterium

⎡ 1 D ⎤ STP Dpzul
Vmax = 1, 2 ⋅ V ⋅  p ⋅ ⎢ + ⎥
⎣ EW e ⋅ ER ⎦ 15 bar 0,15 bar

21 bar 0,15 bar


> 21 bar 0,25 bar

π ×· ID2
⎡ 1 ID ⎤
ΔVzul = 0,1 ⋅ ⋅ L ⋅ Δ pzul ⋅ ⎢ + ⎥
4 ⎣ EW s ⋅ ER ⎦

Prüfkriterium: DV ≤ DVmax Prüfkriterium: DV ≤ Vzul Prüfkriterium: DV ≤ DVzul

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Druckprüfung nach EN 805 Beschleunigtes ­Normalverfahren Normalverfahren


nach W 400-2 nach W 400-2
b) Druckverlustverfahren b) Druckverlustverfahren b) Druckverlustverfahren
Prüfdruck: p = STP Prüfdruck: p = STP Prüfdruck: p = STP
Prüfzeit: t ≥ 1 Std Prüfzeit: t = 1 Std Prüfzeit: t =
DN Prüfzeit
≤ 400 3 Std
500–700 12 Std
> 700 24 Std
Prüfkriterium: Prüfkriterium: Prüfkriterium:
Dp = abnehmende Tendenz und (Dp aus Druckabfallprüfung wird STP Dpzul
Dp ≤ 20 kPa Dpzul in Hauptprüfung) 15 bar 0,15 bar
Dp = abnehmende Tendenz und 21 bar 0,15 bar
Dp ≤ Dpzul > 21 bar 0,25 bar
Dp ≤ Dpzul
Prüfung der Gesamtleitung
(nach erfolgreicher Prüfung
von ein­­­zelnen Prüfabschnit-
ten, falls vom Planer verlangt)
Prüfzeit: t = 2 Std
Prüfdruck: p = Betriebsdruck
Prüfkriterium: Sichtprüfung

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Druckdefinitionen nach EN 805 Prüfdruck 20.2.4 Druckprüfung nach EN 805


n MDP(Maximum Design Pressure) Der Systemprüfdruck wird mit Hilfe des
= Höchster Systembetriebsdruck höchsten Systembetriebsdrucks (MDPc 1. Vorprüfung
Höchster vom Betreiber festgelegter oder MDPa) wie folgt berechnet Während der Vorprüfung ist der zu prü-
Betriebsdruck des Systems oder einer fende Rohrleitungsabschnitt mindestens
Druckzone unter Berücksichtigung n bei Berechnung des Druckstoßes: auf den Betriebsdruck zu bringen, jedoch
zukünftiger Entwicklungen und von STP = MDPc + 100 kPa maximal auf den Systemprüfdruck!
Druckstößen. (100 kPa = 1 bar)
n STP (System Test Pressure) Systemprüfdruck ≥ Prüfdruck ≥ Betriebs-
= Systemprüfdruck MDPc = Systembetriebsdruck, der druck
Hydrostatischer Druck, der für die einen berechneten Druckstoß bein- Die Dauer der Vorprüfung ist vom Planer
Prüfung der Unversehrtheit und haltet festzulegen.
Dichtheit einer neu verlegten Rohr-
leitung angewandt wird. n ohne Berechnung des Druckstoßes: 2. Druckabfallprüfung
n OP (Operating Pressure) STP = MDPa x 1,5 Zur Durchführung der Druckabfallprü-
= Betriebsdruck oder fung wird in dem zum prüfenden Rohr-
Innendruck, der zu einem bestimmten STP = MDPa + 500 kPa leitungsabschnitt der Prüfdruck erzeugt.
Zeitpunkt an einer bestimmten Stelle (500 kPa = 5 bar) Während der Leitung ein messbares Was-
im Wasserversorgungssystem auf- servolumen DV entnommen wird, ist der
tritt. MDPa = Systembetriebsdruck, der zugehörige Druckabfall Dp zu messen,
einen angenommenen Druckstoß bein- den man zur Berechnung der maximal
haltet, welcher nicht kleiner sein darf zulässigen Wasserverlustmenge DVmax
als 200 kPa. benötigt. Die Rohrleitung gilt als ausrei-
chend entlüftet, wenn die entnommene
Es gilt der jeweils niedrigere Wert. Wassermenge DV kleiner oder gleich der
In Sonderfällen kann der Planer einen maximal zulässigen Wasserverlustmenge
niedrigeren Prüfdruck festlegen. DVmax ist.

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(20.1) ⎡ 1 D ⎤ 3. Hauptprüfung ist, der zuvor am Ende der Prüfzeit fest-


Vmax = 1, 5 ⋅ V ⋅  p ⋅ ⎢ + ⎥
⎣ EW e ⋅ ER ⎦ Die Hauptprüfung kann nach einem der gestellt wurde. Die abgelassene Wasser-
beiden nachfolgenden Prüfverfahren menge DV ist zu messen.
Hierin bedeuten: durchgeführt werden:
DVmax zulässiger Wasserverlust in Liter n Wasserverlustverfahren, b) Messung der
1,5 zulässiger Faktor für den erlaubten n Druckverlustverfahren. nachgepumpten Wassermenge
Luftanteil vor der Hauptdruckprü- Nachdem der Systemprüfdruck STP
fung Das Wasserverlustverfahren erzeugt ist, wird mit der einstündigen
V Volumen des Prüfabschnittes in Zwei gleichwertige Messverfahren zur Prüfzeit begonnen.
Liter Feststellung des Wasserverlustes kön- Während dieser Prüfzeit ist die zur Auf-
Dp gemessener Druckabfall in nen zur Anwendung kommen. Diese sind rechterhaltung des Systemprüfdruckes
Kilopascal nachfolgend beschrieben. nachgepumpte Wassermenge mit einer
EW 2,03 ∙ 106 kPa; Kompressionsmodul geeigneten Einrichtung zu messen und
des Wassers in Kilopascal a) Messung der aufzuzeichnen.
D Innendurchmesser des Rohres in abgelassenen Wassermenge Die zugefügte bzw. entnommene Was-
Meter In dem zu prüfenden Rohrleitungsab- sermenge DV darf die maximal zulässige
e Wanddicke des Rohres in Meter schnitt wird der Systemprüfdruck STP Wasserverlustmenge DVmax nicht über-
E R 1,67 ∙ 108 kPa; Elastizitätsmodul der erzeugt und gegebenenfalls durch Nach- schreiten, die nach folgender Gleichung
Rohrwand in Umfangsrichtung in pumpen mindestens eine Stunde konstant zu errechnen ist.
Kilopascal gehalten. Danach wird die Pumpenleitung
DV ≤ DVmax von der Prüfstrecke getrennt und mit der (20.2) ⎡ 1 D ⎤
Vmax = 1, 2 ⋅ V ⋅  p ⋅ ⎢ + ⎥
einstündigen Prüfung begonnen. Der Pla- ⎣ EW e ⋅ ER ⎦
ner kann längere Prüfzeiten festlegen.
Nach Ablauf der Prüfzeit wird der abge- DVmax zulässiger Wasserverlust in Liter
fallene Druck p gemessen. Durch Nach- 1,2 zulässiger Faktor (z.B. für Luftan-
pumpen wird der Systemprüfdruck STP teil) für die Hauptdruckprüfung
wiederhergestellt. Im Anschluss daran V Volumen des Prüfabschnittes in
senkt man durch Ablassen von Wasser Liter
den Druck in der Rohrleitung so lange ab, Dp zulässiger Druckverlust = 20 kPa
bis der gleiche Druck p wieder erreicht

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EW Kompressionsmodul des Wassers Auswertung der Prüfergebnisse 20.2.5 Druckprüfung nach


= 2,03 ∙ 106 kPa Ist der Druckverlust höher als maximal DVGW W400-2
D Innendurchmesser des Rohres in zulässig oder treten Fehler auf, muss der
Meter Prüfabschnitt untersucht und bei Bedarf Entsprechend DVGW W 400-2 können
e Wanddicke des Rohres in Meter instandgesetzt werden. Die Prüfung ist zu bei Rohrleitungen aus duktilem Guss-
ER Elastizitätsmodul der Rohrwand wiederholen, bis der Druckverlust dem eisen zwei Prüfverfahren angewendet
in Umfangsrichtung, für GGG: festgelegten Wert entspricht. werden:
ER= 1,67 ∙ 108 kPa n das beschleunigte Normalverfahren
Prüfdruck = Systemprüfdruck Abschließende Prüfung für Gussrohrleitungen bis DN 600 und
(STP) des Rohrleitungssystems bis STP = 21 bar,
Prüfzeit ≥ 1 Stunde Wenn eine Rohrleitungsstrecke für die n das Normalverfahren für Gussrohrlei-
DV ≤ DVmax Druckprüfung in mehrere Prüfabschnitte tungen aller Nennweiten und Druck-
unterteilt wurde und alle Abschnitte die stufen.
Das Druckverlustverfahren Druckprüfung bestanden haben, muss,
Der Druck muss gleichmäßig bis auf den sofern vom Planer vorgeschrieben, die Beschleunigtes Normalverfahren
Systemprüfdruck (STP) erhöht werden. gesamte Leitung mindestens zwei Stun-
Die Dauer der Druckverlustprüfung be- den lang mit dem Betriebsdruck beauf- a) Prüfung nach der
trägt eine Stunde oder länger, je nach schlagt werden. Wasserverlustmethode
Festlegung des Planers. 1. Vorprüfung/ Sättigungsphase
Jedes Rohrleitungsteil, das nach der
Während der Hauptdruckprüfung muss Druckprüfung eingebaut wurde, ist einer Zum Erreichen eines hohen Sättigungs-
der Druckverlust Dp eine abnehmende Sichtprüfung auf Undichtheiten und grades wird der Prüfdruck während einer
Tendenz zeigen und darf am Ende der Lageveränderungen zu unterziehen. halben Stunde durch ständiges Nachpum­
ersten Stunde 20 kPa nicht überschreiten: pen gehalten. Für die Sättigung ist in
n Prüfdruck = Systemprüfdruck (STP) Aufzeichnung der Prüfergebnisse erster Linie die Höhe des Prüfdruckes
n Prüfzeit ≥ 1 Stunde Eine vollständige Dokumentation der maßgebend. Ein zu niedriger Druck kann
n maximal zulässiger Druckverlust Prüfergebnisse ist zu erstellen und auf- nicht durch eine Verlängerung der Sätti-
≤ 20 kPa/Std. zubewahren. gungsphase ausgeglichen werden.
Prüfdruck = STP
Prüfzeit = 0,5 Stunde

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2. Druckabfallprüfung 3. Hauptprüfung

Unmittelbar nach der Sättigungsphase, Im Anschluss an die Druckabfallprüfung


vorzugsweise eine Stunde nach Beginn beginnt die Hauptprüfung. Die Dauer
der Vorprüfung, beginnt die Druckab- der Prüfung beträgt eine Stunde. Über
fallprüfung. Der Leitung wird eine Was- die Dauer der Hauptprüfung wird der
sermenge DV entnommen, bis sich ein Prüfdruck durch ständiges Nachpum-
Druckabfall Dp von mindestens 0,5 bar, pen aufrecht gehalten (kontinuierliche
bei kleinen Rohrleitungen vorzugsweise Messung) oder alternativ am Ende der
von 1 bar, eingestellt hat. Wegen der Prüfzeit durch eine einmalige Wasserzu-
höheren Messgenauigkeit gegenüber dem gabe hergestellt. In beiden Fällen ist die
Druckverlustverfahren wird ein höherer Wasserzugabe zu messen. Die zulässige
Ausgleichsfaktor für Lufteinschlüsse von Wasserzugabe errechnet sich nach fol-
f = 3 festgelegt. Die zulässige Volumen­ gender ­Gleichung.
änderung DVzul kann nach folgender
­Gleichung berechnet werden. ΔVzul = ( DN ⋅ L ) / (100k ) (20.4)

π ⋅ ID2 ⎡ 1 ID ⎤
ΔVzul = 0,1 ⋅ f ⋅ ⋅ L ⋅ Δp ⋅ ⎢ + ⎥ (20.3) Hierin bedeuten:
4 ⎣ EW s ⋅ ER ⎦ DVzul maximal zulässiges nachzupum-
pendes Wasservolumen in ml
Hierin bedeuten: Dp gemessene Druckabsenkung DN Nennweite ohne Einheit
DVzul höchstzulässiges Wasservolumen (0,5 oder 1 bar) L Länge der Prüfstrecke in Meter
in ml EW Kompressionsmodul des Wassers 100 k Proportionalitätsfaktor,
f = 3 Ausgleichsfaktor für unvermeid- (2027 N/mm²) k = 1 m/ml
liche Lufteinschlüsse ER Elastizitätsmodul der Prüfdruck = Systemprüfdruck (STP)
ID Innendurchmesser des R ­ ohres Rohrwerkstoffes Prüfzeit = 1 Stunde
ohne Berücksichtigung der Ze­- (1,7 · 105 N/mm²) für GGG DV ≤ DVzul
mentmörtelauskleidung in mm Die Leitung gilt als ausreichend entlüftet,
L Länge der Prüfstrecke in m wenn das entnommene Wasservolumen
s Wanddicke des Rohres in mm DV ≤ DVzul ist.

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b) Prüfung nach der L Länge der Prüfstrecke in Meter n Prüfdruck = Systemprüfdruck (STP)
Druckverlustmethode 100 k Proportionalitätsfaktor, n Dp ≥ pmin bei Entnahme von DVerf
k = 1 m/ml
1. Vorprüfung/ Sättigungsphase 3. Hauptprüfung
Der sich dabei einstellende Druckab-
Zum Erreichen eines hohen Sättigungs- fall Dp wird gemessen. Die Leitung gilt Der während der D ­ ruckabfallprüfung
grades wird der Prüfdruck während einer als ausreichend entlüftet, wenn bei der ge­messene Druckabfall Dp ist in der
halben Stunde durch ständiges Nach- Entnahme des Wasservolumens DVerf der Hauptprüfung der zul. Druckabfall Dpzul.
pumpen gehalten. Für die Sättigung ist gemessene Druckabfall Dp größer oder Die Leitung gilt als dicht, wenn der Druck­
in erster Linie die Höhe des Prüfdruckes gleich dem Mindestdruckabfall Dpmin aus abfall in der Hauptprüfung in gleichen
maßgebend. Ein zu niedriger Druck kann nachfolgender Tabelle 20.2 ist. Zeitabständen ständig geringer wird und
nicht durch eine Verlängerung der Sätti- während der einstündigen Prüfzeit den
gungsphase ausgeglichen werden. zul. Druckabfall Dpzul nicht übersteigt.
n Prüfdruck = Systemprüfdruck Tabelle 20.2: n Prüfdruck = Systemprüfdruck
(STP) Mindestdruckabfall in der Druckabfallprüfung (STP)
n Prüfzeit = 0,5 Stunde nach der Druckverlustmethode n Prüfzeit = 1 Stunde
im beschleunigten Normalverfahren n Dp = abnehmend
2. Druckabfallprüfung n Dp ≤ pzul
DN Dpmin [bar]
Dem zu prüfenden Leitungsabschnitt wird 80 1,4 Normalverfahren
unter Prüfdruck STP ein Wasservolumen
DVerf. entnommen, das nach folgender For- 100 1,2 a) Prüfung nach der
mel berechnet wird: 150 0,8 Wasserverlustmethode
200 0,6
ΔVerf = ( DN ⋅ L ) / (100k ) (20.5) 1. Vorprüfung /Sättigungsphase
300 0,4
Hierin bedeuten: 400 0,3 Der Prüfdruck wird während einer Dauer
DVerf erforderliche Volumenänderung 500 0,2 von 24 Std. durch wiederholtes Nachpum-
in ml pen spätestens nach einem Druckabfall
DN Nennweite ohne Einheit 600 0,1 von 1–2 bar gehalten. Maßgebend für die

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Sättigung der Zementmörtel-Auskleidung Die Prüfstrecke ist ausreichend entlüftet, Über die Dauer der Hauptprüfung ist der
ist die Höhe des Prüfdruckes. Ein zu nied- wenn die entnommene Wassermenge DV Prüfdruck durch ständiges Nachpumpen
riger Druck kann nicht durch eine ver- kleiner oder gleich der maximal zulässi­ aufrecht zu erhalten (kontinuierliche
längerte Sättigungsphase ausgeglichen gen Wasserzugabe DV zul ist. Im Anschluss Messung) oder alternativ am Ende der
werden. an die Druckabfallprüfung wird die Vor- Prüfzeit durch Wasserzugabe (einmalige
n Prüfdruck (STP) = MDP + 5 bar prüfung fortgesetzt. Messung) wieder herzustellen.
n Prüfzeit = 24 Stunden
3. Hauptprüfung Die Messung kleiner Wasserzugaben ist
2. Druckabfallprüfung schwierig, daher kann bei der einmaligen
Nach bestandener Vor- und Druckab- Messung der durch die Wasserzugabe
30 Minuten nach Beginn der Vorprüfung fallprüfung wird der Prüfdruck wieder ausgeglichene Druckabfall noch einmal
erfolgt die Druckabfallprüfung. Der Lei- hergestellt und mit der Hauptprüfung durch das Ablassen einer nun einfach
tung ist eine Wassermenge DV zu entneh- begonnen. Die Prüfparameter sind der zu messenden Wassermenge hergestellt
men, dass sich ein Druckabfall Dp von nachfolgenden Tabelle 20.3 zu entneh- werden. Die Wassermenge entspricht der
mindestens 0,5 bar, bei kleinen Rohrlei- men. vorher zugegebenen.
tungen vorzugsweise von 1 bar, einstellt.
Wegen der höheren Messgenauigkeit
gegenüber dem Druckverlustverfahren
ist ein höherer Luftanteil (f = 3) zuläs- Tabelle 20.3:
sig, der aber zu keiner Verfälschung des Prüfparameter der Hauptprüfung nach der Wasserverlustmethode im Normalverfahren
Ergebnisses führt. Die zulässige Volumen-
änderung DVzul kann nach folgender Glei- DN Prüfdauer Höchster Höchster Zulässiger
chung berechnet werden. Systembetriebs­ System­prüf­ Druckabfall
druck druck
π ⋅ ID2 ⎡ 1 ID ⎤
ΔVzul = 0,1 ⋅ f ⋅ ⋅ L ⋅ Δp ⋅ ⎢ + ⎥ [h] MDP [bar] STP [bar] Dpzul [bar]
4 ⎣ EW s ⋅ ER ⎦
Bis 400 3 10 15 0,1
(20.6) 500–700 12 16 21 0,15
> 700 24 > 16 MDP+5 0,2

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E-Book – Guss-Rohrsysteme 20. Kapitel: Dichtheitsprüfungen 20/17

Das max. zulässige nachzupumpende 2. Druckabfallprüfung Dp gemessene Druckabsenkung


Wasservolumen wird mit der nachfol- (0,5 oder 1 bar)
genden Gleichung ermittelt. Spätestens im Anschluss an die Vor- s Wanddicke des Rohres in mm
prüfung, vorzugsweise eine Stunde EW Kompressionsmodul des Wassers
π ⋅ ID2 ⎡ 1 ID ⎤ nach Beginn der Vorprüfung, erfolgt die = 2027 N/mm²
ΔVzul = 0,1 ⋅ ⋅ L ⋅ Δ pzul ⋅ ⎢ + ⎥
4 ⎣ EW s ⋅ ER ⎦ Druckabfallprüfung. Der Leitung ist eine ER Elastizitätsmodul der Rohrwerk-
Wassermenge DV zu entnehmen, dass stoffes = 1,7 · 105 N/mm² für GGG
(20.7) sich ein Druckabfall Dp von mindestens
0,5 bar, bei kleinen Rohrleitungen vor- Die Prüfstrecke ist ausreichend entlüf-
b) Prüfung nach der zugsweise von 1 bar, einstellt. tet, wenn die entnommene Wassermenge
Druckverlustmethode DV kleiner oder gleich der zul. Wasser-
Die max. zul. Volumenänderung DVzul zugabe DVzul ist. Falls der Maximalwert
1. Vorprüfung/ Sättigungsphase kann nach folgender Gleichung berech- überschritten wird, ist der zu prüfende
net werden. Leitungsabschnitt nochmals zu entlüften.
Der Prüfdruck wird während einer Dauer Im Anschluss an die Druckabfallprüfung
π ⋅ ID2 ⎡ 1 ID ⎤
von 24 Std. durch wiederholtes Nachpum- ΔVzul = 0,1 ⋅ f ⋅ ⋅ L ⋅ Δp ⋅ ⎢ + ⎥ wird die Vorprüfung fortgesetzt.
pen spätestens nach einem Druckabfall 4 ⎣ EW s ⋅ ER ⎦
von 1–2 bar gehalten. Maßgebend für die
Sättigung der Zementmörtel-Auskleidung (20.8)
ist die Höhe des Prüfdruckes. Ein zu nied-
riger Druck kann nicht durch eine ver- Hierin bedeuten:
längerte Sättigungsphase ausgeglichen DVzul höchstzulässiges Wasservolumen
werden. in ml
n Prüfdruck (STP) = MDP + 5 bar f =1,5 Ausgleichsfaktor für unvermeid-
n Prüfzeit = 24 Stunden liche Lufteinschlüsse
ID Innendurchmesser des R ­ ohres
ohne Berücksichtigung der
Ze­ment­mörtel-
­Auskleidung in mm
L Länge der Prüfstrecke in m

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E-Book – Guss-Rohrsysteme 20. Kapitel: Dichtheitsprüfungen 20/18

3. Hauptprüfung Das Organigramm in Bild 20.3 gibt eine


Übersicht der möglichen Verfahrens­
Nach bestandener Vor- und Druckab- varianten.
fallprüfung wird der Prüfdruck wieder
hergestellt und mit der Hauptprüfung
begonnen. Die Prüfparameter sind der
nachfolgenden Tabelle 20.4 zu ent­
nehmen.

Die Druckprüfung ist bestanden, wenn


der Druckabfall während der Dauer
der Hauptprüfung kleiner oder gleich
dem zulässigen Druckabfall gemäß
Tabelle 20.4 ist.

Tabelle 20.4:
Prüfparameter der Hauptprüfung nach der Druckverlustmethode im Normalverfahren

DN Prüfdauer Höchster Höchster Zulässiger


System­betriebs­- System­prüf- Druckabfall
druck druck
[h] MDP [bar] STP [bar] Dpzul [bar]
Bis 400 3 10 15 0,1
500–700 12 16 21 0,15
> 700 24 > 16 MDP+5 0,2

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Bild 20.3:
Übersicht der Verfahrens-
varianten in W 400 -2

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20.3 Dichtheitsprüfung von Frei- 143-6 an Ort und Stelle ein aussage- der Schutzzone II um 50 % zu verlän-
spiegelkanälen und -leitungen fähiges Prüfprotokoll zu erstellen, gern. Bei Druckleitungen sind Vor-
für den Abwassertransport das die Prüfung für den Auftragge- prüfungen und Druckabfallprüfungen
ber nachvollziehbar macht. durchzuführen.
n Voraussetzung für die Durchführung n Freispiegelleitungen mit einer Tiefe
Rohrleitungen und Schächte für Abwas- einer Infiltrationsprüfung ist ein über 5 m dürfen nicht mit Luft, son-
ser müssen wasserdicht sein. Die Prüfung Grund­ wasserstand, der über dem dern nur mit Wasser unter Berücksich-
auf Dichtheit kann entweder mit Wasser Rohrscheitel liegt und mindestens der tigung der o. a. Prüfzeitverlängerung
oder mit Luft nach EN 1610 in Verbindung maximal möglichen Wasserspiegel- geprüft werden. Es ist dann mit einem
mit dem Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 139 lage im Kanalnetz entspricht. Reicht Prüfdruck entsprechend einer Was-
durchgeführt werden. der vorhandene Grundwasserstand serauffüllung bis zur Schachtober-
für diese Prüfung nicht aus, kann kante bzw. bis zur maximal möglichen
In Wassergewinnungsgebieten sind der durch das Grundwasser auf das Wasserspiegellage zu prüfen. Prüf­
abweichend bzw. ergänzend folgende Prüf­objekt wirkende Druck evtl. durch drücke über 50 kPa (= 0,5 bar) sind
Prüfkriterien entsprechend dem Arbeits- das Anlegen eines Unter­druckes im somit zulässig.
blatt ATV-DVWK-A 142 zu beachten: Prüfraum erhöht werden. Die Höhe n Dichtheitsprüfungen nur der Rohrver-
n Die Prüfung darf nur von einem qua- des erforderlichen Unterdruckes bindungen sind grundsätzlich unzu-
lifizierten, unabhängigen Fachbetrieb ergibt sich aus der Differenz der maxi- lässig.
und nicht von der Baufirma selbst mal möglichen Wasserspiegellage und n Dichtheitsprüfungen in Wasserschutz-
durchgeführt werden. dem Grundwasserstand. Nachdem der zonen dürfen sich nur über maximal
n An der Prüfung sind die zuständige Unterdruck 45 min angelegt wurde, eine Haltung und maximal 100 m
Wasserbehörde und das betroffene wird mittels Sichtprüfung auf infil- Länge erstrecken. Dies gilt sowohl für
Wasserversorgungsunternehmen zu triertes bzw. infiltrierendes Grund- Dichtheitsprüfungen mit Luft als auch
beteiligen. wasser untersucht. Ein sichtbarer für Dichtheitsprüfungen mit Wasser.
n Schächte sind durch Wasserauffül- Wassereintritt ist unzulässig. Besteht die Erfordernis, Prüfstrecken
lung bis zur Schachtoberkante nach n Druckleitungen einschließlich des über 100 m zu prüfen, sind die Prüf-
EN 1610 und ATV DVWK-A 139 zu Mantelrohres sind nach EN 805, zeiten mit dem Faktor aus der Länge
prüfen (Bild 20.4). Unterdruckleitungen nach EN 1091 zu der Prüfstrecke in Meter dividiert
n Über die Dichtheitsprüfung ist in prüfen. Die Prüfzeiten sind gegenüber durch 100 zu multiplizieren.
Anlehnung an das Merkblatt ATV-M den Prüfungen an Anlagen außerhalb

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E-Book – Guss-Rohrsysteme 20. Kapitel: Dichtheitsprüfungen 20/21

Eine getrennte Prüfung von Rohren, Das Ergebnis der Prüfung mit Wasser ist Steht während der Dichtheitsprüfung der
Schächten und Kontrollschächten nach dann allein entscheidend. Grundwasserstand oberhalb des Rohr-
verschiedenen Verfahren, z. B. Rohre mit scheitels an, kann eine Infiltrationsprü-
Luft und Schächte mit Wasser, kann erfor- Falls nicht anders vorgegeben, ist die Prü- fung mit fallbezogenen Vorgaben nötig
derlich sein. fung von einzelnen Verbindungen anstelle sein. Ist eine Vorprüfung vorgesehen, so
einer Prüfung der gesamten Rohrleitung kann diese vor dem Einbringen der Sei-
Im Falle wiederholten Nichtbestehens der außerhalb von Wassergewinnungsgebie- tenverfüllung stattfinden.
Prüfung mit Luft ist die Genehmigung zur ten zulässig. Die Abnahmeprüfung der Rohrleitung
Prüfung mit Wasser einzuholen. ist nach dem Verfüllen durchzuführen.

Bild 20.4:
Dichtheitsprüfung eines Abwasserkanals

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20.3.1 Dichtheitsprüfung mit Wasser Eine Ausnahme ist die Prüfung in der Wasserzugabemenge
Wasserschutzzone II, in der eine Über- Der Prüfdruck ist während der Prüfzeit
In die Dichtheitsprüfung mit Wasser schreitung des Prüfdruckes von 50 kPa mit einer Genauigkeit von 1 kPa, gegebe-
sind neben der Rohrleitung der bzw. die zulässig ist. nenfalls durch Nachpumpen von Wasser,
angrenzenden Schächte einzubeziehen. n 10 kPa ≤ Prüfdruck ≤ 50 kPa aufrecht zu halten. Die maximal zulässige
Sämtliche Öffnungen der Prüfstrecke ein- n 10 kPa ≤ Prüfdruck > 50 kPa Wasserzugabemenge während der Prüf-
schließlich aller Abzweige und Einmün- (für Wasserschutzzone II) zeit beträgt.
dungen sind wasserdicht und drucksicher n Vmax = 0,15 l/m²
zu verschließen. Zementmörtelsättigungsphase für Rohrleitungen
Nachdem der Prüfabschnitt gefüllt und n Vmax = 0,2 l/m²
Die Prüfstrecke ist so mit Wasser zu der erforderliche Prüfdruck erreicht ist, für Rohrleitungen
füllen, dass sie keine Luft enthält. Sie kann eine Vorbereitungszeit für die Rohr- einschließlich Schächten bzw.
wird deshalb zweckmäßigerweise vom leitung (Zementmörtelsättigungsphase) n Vmax = 0,4 l/m²
­Leitungs­tiefpunkt aus so langsam gefüllt, erforderlich sein. Üblicherweise reicht für Schächte und Inspektions­-
dass die in der Prüfstrecke enthaltene eine Stunde aus. kammern bei Einzelprüfung
Luft an den Entlüftungsstellen entwei-
chen kann. Prüfzeit Das Prüfergebnis ist zu dokumentieren.
Die Prüfdauer beträgt 30 Minuten. In der
Prüfdruck Wasserschutzzone II ist die Prüfzeit um
Der Prüfdruck ergibt sich aus der Fül- 50 % länger.
lung des Prüfabschnittes bis zum Gelände­ n Prüfzeit = 30 min.
niveau des, je nach Vorgabe, stromaufwärts für normale Kanäle
oder stromabwärts gelegenen Schachtes. n Prüfzeit = 45 min.
Er darf 10 kPa nicht unter- bzw. 50 kPa in Wasserschutzzone II
nicht überschreiten.

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20.3.2 Dichtheitsprüfung mit Luft Verglichen mit der Luftüberdruckprü-


fung besteht bei der Unterdruckprüfung
Dichtheitsprüfungen mit Luft können keine Explosionsgefahr, was insbesondere
wahlweise mit Luftüberdruck oder Luft- bei der Prüfung von großvolumigen Prüf­
unterdruck durchgeführt werden. Dabei strecken, wie sie in Wasserschutzzonen
müssen geeignete, luftdichte Verschlüsse üblich sind, von Bedeutung ist.
verwendet werden, um durch die Prüf-
apparatur bedingte Fehler auszuschlie- Nach einer Beruhigungszeit von ca. fünf
ßen. Minuten wird mit einem Differenzdruck-
messgerät die Druckdifferenz zwischen
Bei der Verwendung von Rohrdichtkissen dem atmosphärischen Druck und dem
sollte das Prüfvolumen ≥ 1 m³ sein. Unterdruck im Kanal ermittelt. Gleichzei-
tig werden mit einem Feinmessbarometer
Unterdruckprüfung Druckveränderungen der Atmosphäre, die
Die Unterdruckprüfung ist ein Prüf­ am Ende der Prüfzeit ins Prüfergebnis
ver­
fahren, das im Hinblick auf die eingehen, bestimmt.
Wieder­holungsprüfung in Wassergewin-
nungsgebieten entwickelt wurde. Die Prüfbedingungen für die Luftunter-
druckprüfung außerhalb von Wasser-
Im Gegensatz zur Wasserdichtheitsprü- schutzzonen enthält die Tabelle 20.5,
fung, bei der, bedingt durch die Füllzeit, innerhalb von Wasserschutzzonen
ein hoher Zeitbedarf erforderlich ist, kann Tabelle 20.6.
eine Haltung, die mit Unterdruck geprüft
wird, nach ca. drei Stunden wieder in
Betrieb genommen werden.

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E-Book – Guss-Rohrsysteme 20. Kapitel: Dichtheitsprüfungen 20/24

Tabelle 20.5:
Prüfbedingungen für die Luftunterdruckprüfung
außerhalb von Wasserschutzzonen entsprechend dem Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 139

p0 Dp Prüfzeit t in min
in kPa DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN
(in mbar) 100 150 200 250 300 400 500 600 700 800 900 1000 1200 1400 1600 1800 2000
–20 1,1 1 1 1 1 1,5 2 2,5 3 3,5 4 4,5 5 6 7 8 9 10
(–200) (11)
–10 1,1 2,5 2,5 2,5 2,5 3 4 5 6 7 8 9 10 12 14 16 18 20
(–100) (11)

Tabelle 20.6:
Prüfbedingungen für die Luftunterdruckprüfung
in Wasserschutzzonen entsprechend dem Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 142

p0 Dp Prüfzeit t in min
in kPa DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN
(in mbar) 100 150 200 250 300 400 500 600 700 800 900 1000 1200 1400 1600 1800 2000
–20 1,1 2,5 3,5 5 6 7 10 12 14 17 19 22 24 29 34 38 43 48
(–200) (11)
–10 1,1 3,5 5 7 9 10 14 17 21 24 28 31 35 41 48 55 62 69
(–100) (11)

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Überdruckprüfung 20.3.3 Prüfung e


­ inzelner Wird die Prüfung der Verbindungen mit
Im Gegensatz zur Unterdruckprüfung Verbindungen dem Prüfmedium Luft durchgeführt, gel-
wird bei der Luftüberdruckprüfung die ten folgende Prüfanforderungen.
zu prüfende Kanalstrecke mit Überdruck Falls nicht anders vorgegeben, kann die n Prüfdruck = 10 kPa
beaufschlagt. Während einer Beruhi- Prüfung einzelner Verbindungen anstelle n zul. Differenzdruck = 1,5 kPa
gungszeit von ca. fünf Minuten ist in der der gesamten Rohrleitung, üblicherweise n Beruhigungszeit ≥ 15 s
Rohrleitung ein leicht überhöhter Prüf- für DN > 1000 , statthaft sein. In Wasser-
druck, gegebenenfalls durch Nachpum- schutzzonen ist die Prüfung einzelner Die Prüfzeit t errechnet sich zu
pen, aufrechtzuerhalten. Verbindungen nicht zulässig.

Mit einem Differenzdruckmessgerät wird Die Prüfanforderungen entsprechend


die Druckdifferenz zwischen der Atmo- EN 1610 bzw. ATV-DVWK-A 139 für die (20.9)
sphäre und dem Prüfdruck im Kanal Prüfung der Verbindungen mit dem Prüf­
ermittelt. medium Wasser sind: Zur Ermittlung der erforderlichen Prüf-
n als Oberfläche für die Rohrverbin- zeit muss das Prüfvolumen des eingesetz-
Atmosphärische Druckänderungen dung ist die eines 1 m langen Rohrab­ ten Muffenprüfgerätes einschließlich des
wäh­­rend der Prüfzeit sind gesondert zu schnittes zu wählen, Volumens der zuführenden Schläuche,
messen und ins Prüfergebnis einzube- n Prüfdruck = 50 kPa, falls diese eine Verbindung zum Prüfraum
ziehen. n Prüfzeit = 30 Minuten, aufweisen, sowie das Volumen der Rohr-
n max. zul. Wasserzugabe während der verbindung ermittelt werden. Weiterhin
Die Prüfbedingungen für die Luftüber- Prüfzeit = 0,15 l/m² benetzte Ober­ muss die Oberfläche A der Rohrwand zwi-
druckprüfung außerhalb von Wasser- fläche. schen den Absperrelementen bekannt
schutzzonen enthält die Tabelle 20.7, sein.
innerhalb von Wasserschutzzonen Nach Absprache zwischen Auftraggeber
Tabelle 20.8. und Auftragnehmer kann die Prüfzeit
auf zehn Minuten reduziert werden. Die
zulässige Wasserzugabe beträgt in diesem
Fall 0,05 l/m².

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E-Book – Guss-Rohrsysteme 20. Kapitel: Dichtheitsprüfungen 20/26

Tabelle 20.7:
Prüfbedingungen für die Luftüberdruckprüfung
außerhalb von Wasserschutzzonen entsprechend dem Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 139

Prüfver- p0 Dp Prüfzeit t in min


fahren in kPa DN 100 DN 150 DN 200 DN 250 DN 300 DN 400 DN 500 DN 600 DN 700
(in mbar)
LA 10 0,25 5 5 5 6 7 10 12 14 17
(10) (2,5)
LB 5 1 4 4 4 4,5 6 7 9 11 13
(50) (10)
LC 10 1,5 3 3 3 3,5 4,0 5 7 8 9
(100) (15)
LD 20 1,5 1,5 1,5 1,5 2,0 2,5 3,5 4,0 4,5
(200) (15)
DN 800 DN 900 DN 1000 DN 1200 DN 1400 DN 1600 DN 1800 DN 2000
LA 10 0,25 19 22 24 29 34 38 43 48
(10) (2,5)
LB 5 1 15 17 19 22 26 30 33 37
(50) (10)
LC 10 1,5 11 12 14 16 19 22 24 27
(100) (15)
LD 20 1,5 5 6 7 8 9 10 12 13
(200) (15)

04.2008
E-Book – Guss-Rohrsysteme 20. Kapitel: Dichtheitsprüfungen 20/27

Tabelle 20.8:
Prüfbedingungen für die Luftüberdruckprüfung
in Wasserschutzzonen entsprechend dem Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 142

p0 Dp Prüfzeit t in min
in kPa DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN DN
(in mbar) 100 150 200 250 300 400 500 600 700 800 900 1000 1200 1400 1600 1800 2000
20 1,5 2,5 3,5 5 6 7 10 12 14 17 19 22 24 29 34 38 43 48
(200) (15)
10 1,5 3,5 5 7 9 10 14 17 21 24 28 31 35 41 48 55 62 69
(100) (15)

20.4 Prüfung von


­Abwasserdruckleitungen

Die Prüfung von Abwasserdruckleitungen


erfolgt nach EN 805. Soweit keine Nenn-
druckstufe für die Prüfung in der Projekt-
planung genannt ist, gilt als Prüfdruck der
1,5-fache Betriebsdruck der Leitung.

04.2008
E-Book – Guss-Rohrsysteme 20. Kapitel: Dichtheitsprüfungen 20/28

04.2008