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230 Auftret, «Oui donnera depuis Sion re Salut d'lsrael?

pulsqu'unites initiales des premiers et derniers volets de 2-4 cornpor-


tent ces indices (DIEU, interrogation) qu'on retrouve en ordre inverse
du premier au dernier stique en 5. Notons encore une autre disposition
en chiasme 8 partir des neqations extremes: la prerniere ici (2b) et la
derniete 18 (5d) visent DIEU, la derniete ici (4cd) et la prerniere 18 (5a) Kleinere Beiträge
visent la perverslte et I'ignorance des impies. Ainsi I'articulation de 5 8
2-4 prend en compte, on le voit, les deux unltes 2cd et 4 que nous
avions, en un premier ternps, laissees hors de conslceratlon. Lk 6,16: Punkt oder Komma?
De 5 8 6-7 nous pouvons eqalement reperer un certain nombre de
recurrences et correspondances. Cornrnencons ici encore par les Im heute verbreiteten Standardtext des griechischen Neuen Testaments,
presenter en un tableau (nous laissons ici aussi 7a, soit l'unlte 111' der sowohl im Novum Testamentum Graece von K. Aland, M. Black, C. M.
Martini, B. M. Metzger und A. Wikgren 1 als auch im Greek New Testament der
comme ci-dessus l'unite 111 en 2-4):
United Bible Societies mit den gleichen Herausgebern' und in der Synopsis
Quattuor Evangeliorum von K. Aland' vorausgesetzt wird, endet Lk 6,16 mit
5a N' ... PAS 6ab N' ... PAS
einem Punkt und einem Absatz. Von den älteren Textausgaben enthalten diese
5b PEUPLE 6cde DiEU Interpunktion auch diejenigen von H. v. Soden', A. Huck - H. uetzrnann",
5c X 7b DIEU PEUPLE A. Merk' und A. Huck - H. Greeven'. Die Mehrzahl der neueren deutschen
5d DIEU N' ... PAS 7c X oder englischen übersetzungen stützen die gleiche Interpunktion', die sich
bereits in der Vulgata findet. Sie wird auch von den neueren Lukaskommenta-
Nous lisons la nsqation aux extremes en 5, dans la premiere unlte ren in der Regel zugrundegelegt oder stillschweigend vorausgesetzt'.
en 6-7, DIEU dans la derniere unite en 5 et dans les deux unites Der Grund für diese Unterteilung wird in der unter Einbeziehung von V. 17
entourant le centre (7a) en 6-7. DIEU est rneprise en 5d, mais c'est und 18a entstehenden exzessiven Länge des Satzgebäudes seit V. 13 gese-
positivement vis-ä-vis des siens qu'lI agit en 6cde et 7b. Les irnples hen". Die Schwierigkeit, daß durch den Punkt nach V.16 das Partizip
agissent contre toute raison en 5a et 5d, aussi est-ce encore sans E").E~a"'Evos in V. 13 ohne dazugehöriges Hauptverb bleibt, beantwortet
H. Schürmann" mit dem Verweis auf die grundsätzliche Möglichkeit eines
raison que la peur les saisit selon 6ab. Enfin le PEUPLE devore selon
5b se voit Iibere selon 7b. On le voit, les rapports et oppositions ainsi
rnarques de 5 8 6-7 sont loin d'etre negligeables. Ces rapports de 5 ä
1 Stuttgart 26 1979.
2 New York-London-Edinburgh-Amsterdam-Stuttgart 31975.
2-4 comme 8 6-7 renforcent ce que nous avons dit de la position 3 Stuttgart '1976.
centrale de ce verset dans le Ps 53. 4 Griechisches Neues Testament, Göttingen 1913.
5 Synopse der drei ersten Evangelien, Tüblnpen 1°1950.
6 Novum Testamentum Graeee et Latine, Rom 91964.
• • • 7 Synopse der drei ersten Evangelien mit Beigabe der johanneischen Parallelstellen,
Tübingen 13 1981.
On voit donc que par ,,eapport au Ps 14 le Ps 53 a pour ainsi dire 8 Vgl. die AUfzählung im zweiten Apparat des oben und Anm. 2 genannten «Greek
deplace le centre de qravite, Le premier traite en effet plus unilaterale- New Testament». Sie ließe sich beträchtlich verlängern. Vgl. u. a. die «Einheitsüberset-
zunq» von 1984, «Münchener Neues Testament» des «Collegium Bibli~.um München
ment de la llberatlon du peuple elu, le second lui donne un pendant de e.V.>" hrsg. J. Hainz, Düsseldorf 1988, und «Das Neue Testament», ubersetzt von
merne poids concernant la detalte des ennemis. En Ps 14 deux F. Stier. Aus dem Nachlaß herausgegeben von E. Beck, G. Miller und E. Sitarz, Mün-
panneaux opposaient pour ainsi dire la denonciatlon des impies (1-4) chen-Düsseldort 1989.
9 Dies ergab eine Durchsicht der 27 bei F. Bovon, Das Evangelium nach Lukas I (EKK
et I'heureux sort final des elus (5-7). En Ps 53, grace au röle 111/1), Zürich/Neukirchen-Vluyn 1989, 2f, aufgeführten neueren Lukaskommentare (außer
structurel de 5, le premier panneau (2-4) recoit dans le dernier (6-7) G. B. Caird, J. M. Creed, B. C. Easton, die mir nicht zugänglich waren). Zu Th. Zahn,
A. Loisy und M.-J. Lagrange als Ausnahmen s. u. Auch Ph. Bossoyt - J. Radermakers,
un important prolongement par ou le texte met en parallele le sort final Jesus Parole de la gräce selon Saint Luc I, Bruxelles 1981, dürften dazu gehören.
des impies et celui du peuple elu. Nulle contradielion entre nos deux 10 Vgl. J. H. Marshaf/, The Gospel of Luke. A Commentary on the Greek Text (The
New International Greek Testament Commentary), Exeter 1978, 238, zu EXt..E~6.I-lEVO~ in Lk
psaumes - car IIs sont bien deux -, mais une dlfference importante de 3,13: «The verb appears here as a participle, which leads to anacolouthon as there ls no
structure litteraire qui Indult entre eux, on le voit, une forte ditterence following main verb; to link the sentence to v. 17 (RV) is awkward, and lt is better to treat
the partlclple as equivalent to a finite verb..
d'accent. 11 Das LUkasevangelium I. Kommentar zu Kap. 1,1 - 9,50 (HThK 111/1), Freiburg-
(Abgeschlossen am 15. Januar 1990) Basel-Wien 1969, 313 Anm. 11.
232 Beutler, Lk 6,16: Punkt oder Komma? Willis, Corinthusne deletus est? 233

Anakoluth im NT und seiner literarischen Umwelt und zieht dafür die Gramma- zwölf auswählte und ihnen den Namen «Apostel» gab. Dazu «rief er sie zu
tik des neutestamentlichen Griechisch von F. Blass und A. Debrunner" heran. sich» (JtQO(JE'JlWv~(Jev). Sie bilden einen Inneren Kreis,. umgeben von der
Stutzig macht, daß im Novum Testamentum Graece von E. und E. Nestle «großen Menge seiner Jünger» und «vielen Volkes», die In V. 17 genannt
bis hin zur von K. Aiand bearbeiteten 25. Auflage" am Ende von Lk 6,16 noch werden. Alle drei Gruppierungen bilden, wie mehrfach erkannt, die Zuhorer-
ein Komma stand. Die gieiche Interpunktion haben eine Reihe älterer Textaus- schaft der in Lk 6,20 einsetzenden Feldrede. Sie gehören so inhaltlich zusam-
gaben". Unter den Lukaskommentaren dieses Jahrhunderts bieten sie im men. Von einer Beauftragung des Zwölferkreises mit Verkündigung und exorzi-
Anschluß an Th. Zahn" auch A. l.olsy!" und M.-J. Lagrange17 . stischem Tun wie in Mk 3,13 ist in Lk 6,13 nicht die Rede. Sie bleibt dem
Es gibt Gründe, daran zu zweifeln, ob die Veränderung des Nestle-Textes Abschnitt Lk 9,1-5 vorbehalten.
von der 25. zur 26. Auflage eine Verbesserung war. So empfiehlt es sich, Lk 6,12-19 als «Überleitung zur Feldrede- als Einheit
1. Die ältesten uns erhaltenen Lukastexte - p 75 und der Codex Vaticanus - anzusehen und das Satzgefüge in V. 13-18a dementsprechend nicht aufzulö-
lassen keinen Neuansatz bei Lk 6,17 erkennen. Dabei ist zu beachten, daß der sen.
p 75 durchaus Punkte auf der Höhe der unteren und der oberen Buchstaben- Frankfurt a. M., 28. November 1990. Johannes Beutler SJ.
grenze kennt.
2. Ein Anakoiuth sollte nur angenommen werden, wenn die Konstruktion
des nachfolgenden Satzes dies erfordert. Dies ist bei Lk 6,13-18 nicht der
Fall. Vielmehr besitzt der Satz, liest man ihn durchgehend, nach den beiden
Partizipien 8XAt~a!1'€vo~ V, 13 und %crr:aßa~ V< 17 in E<nll ebd. durchaus ein
Hauptverb. Corinthusne deletus est?
3. Der Verweis auf BI.-D. § 468 bei H. Schürmann führt an unserer Stelle
nicht recht weiter. Die Beispiele für ein Partizip, das nicht durch ein verbum It has become something of a commonplace among New Testament scho-
finitum aufgenommen wird (Fall 2a), sind dort (neben Mk 12,5) Paulus oder lars that the Corinth of St. Paul's day was a city very much distinct from that 01
«Petrus» entnommen. Aus dem lukanischen Werk wird elnzlq Apg 15,22f two centuries earlier. This can be illustrated by two quota1ions trorn important
angeführt. Hier folgen in der Tat zwei Partizipien auf ein Hauptverb (fOose), von works dealing with the Corinth of first-century Chris1ianity. The first is from
denen das erste (exAesa~Evou, statt eXAesa~EvoL" vgl. v. 1.) in einen Infinitiv C. K. Barrett's commentary on I1 Corinthians:
hineinführt und das zweite (YQ,x,jJaVtE,) ein infinitiv (YQ6.'i'm) sein solite. Doch In 146 B. C. a sharp line is drawn through the history of Corinth, when Rome brought
liegt damit eher ein Verstoß gegen eine Inf.-Konstruktion denn ein «treischwe- the Achaean League to an end. After the declsive enqaqernent at ~eucopetra, on the
bendes- Partizip vor. Anders als in Lk 6,13-18 ist es hier nicht möglich, das Isthmus the consul Lucius Mummius was able to occupy Connth without a blow. The
Partizip mit einem nachfolgenden Hauptverb zu verbinden. citizens 'were killed or sold into slavery, the city itselt was leveled with the ground and
rebuilding was forbidden .... After 100 years of desolation Corinth was refou~ded by Julius
4. Der Neuansatz bei V. 17 könnte aus dem synoptischen Vergieich ent- Caesar as aRoman colony. New Corinth naturally possessed the tcpoqraphical character-
standen sein. Nach der zumindest in Deutschland vorherrschenden Meinung 18 Istres of the cld city; otherwise it bore little relation to its predecessor'.
folgt Lukas in 6,12-19 in umgekehrter Reihenfoige Mk 3,7-12.13-19. Da die
in Mk 3,13-19 berichtete Jüngerberufung am Ende des Textes steht, wird der Simiiar ls the more recent summary in Jerome Murphy-O'Connor's valuable
ihr entsprechende Lukastext dann auch mit V. 16 abgebrochen, selbst um den book: SI. Paul's Corlnth. He writes thusly of Corinth:
Preis eines Anakoluths willen. Dies unterliegt jedoch methodischen Bedenken. One of the great commercial centers of the eaetern Mediterranean, it was destroyed by
the Romans in 146 B. C. and retounded as a colonv by Julius Caesar in 44 B. C. Thus,
5. Zu den methodischen Vorbehaiten kommen inhaltlich-theologische. Die there were in tact two Corinths, one Greek and the other Roman, each with its distinctive
«Jünperberutunq» ist in Lk 6,12-19 kein selbständiges Thema. Berufungssze- institutions and etnos'.
nen sind in Lk 5,1-11 und 5,27f vorausgeschickt worden. In Lk 6,13 ist nur
davon die Rede, daß Jesus aus dem Kreis seiner (bereits berufenen) Jünger These quotations are not to be regarded as uniquely misleading by the two
authors, for they are only stating a view wideiy held among New Tes1ament
scholars.
15
12 Jetzt bearbeitet v. F. Rehkopf, Göttingen 1979, § 468.
ta Stuttgart 1963. 1 C. K. Barrett, A Commentary on the Second Epistle to the Corinthians (Landon:
14 Vgl. den Hinweis im Greek New Testament z. 81. auf S. F. Westeot! - F. J. A. Hort,
Adam and Charles Black, 1973), 1,2 (my italics).
The New Testament in the Original Greek, Cambridge 1881; J. M, Bover, Novi Testamenti 2 Jerome Murphy-O'Connor, O. P., St. Pauf's .CC?rinth: .T~xts and Archaeology (Wil-
Blblla Graeca ct Latina, Madrid 41959, und British and Foreign Bible Society, H KAINH mington, Delaware: Michael Glazier, 1983), 1 (my ltallcs). Simllarly, see Helmut .Koeste~,
ßIA0HKH, Landon 21958; ferner C. Tischendorf, Novum Testamentum Graeee, editio Introduction to the New Testament (Philadelphia: Fortress 1982), 1.19,20. In fairness, lt
octava critica maior, Leipzig 1869; H. J. Vogels, Novum Testamentum Graece et Latlne I, should be noted that Murphy-O'Connor does, 46, allude to t~e difficulties w~th the thesis
Freiburg-Barcelona 41955. of total destruction. While not discussing the present questtön of destruction, Murp.hy-
4
15 Das Evangelium des Lukas (KNT 3), Leipzig- Erlangen 3- 1920. O'Connor's recent arüole «The Corinth that Saint Paul Saw,» BA 47 (1984), 147-159,.IS a
16 L'Evangile selon Luc, Paris 1924 (Nachdruck Frankfurt a. M. 1971). good summary of present knowledge of Corinth in Paul's day. Now se~ also, Vlctor
17 Evangile selon Saint Luc (EtB), Paris 41927. P. Furnish, «Cortnth in Paul's Time - What Can Archaeology Tell Us?» BlbArchR,ev 15
18 Anders v. a. J. Jeremias, Perikopen-Umstellungen bei Lukas?, in: NTS 4 (1957/58) (1988), 15-27, especially p. 16 on his reservation about a complete destructlon of
115-119 ~ Ders., Abba, Göttingen 1966, 93-97, mit H. Schürmann. Corinth.