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Seite 8 / Süddeutsche Zeitung Nr. 28 HF2 Freitag, 4.

Februar 2011
POLITIK
Chaos in Kairo, Ruhe an den Stränden – auch am
Donnerstag forderten Straßenschlachten in der ägypti-
schen Hauptstadt Todesopfer, in Scharm el-Scheich am
Südzipfel des Sinai ließen es sich Touristen trotzdem gut-
gehen. Amerikaner und Europäer erhöhten nun den Druck
auf Hosni Mubarak, auch die türkische Regierung drängt
den greisen Herrscher zum Rücktritt. Teheran jubelt der-
weil über den Aufstand gegen ein prowestliches Regime –
und fürchtet zugleich neue Proteste im eigenen Land.

Die meisten Touristen haben die ägyptischen Badeorte am Roten Meer bereits verlassen. Wer in den Strand-Resorts in Scharm el-Scheich geblieben ist, will von der blutigen Volksrevolution im fernen Kairo nichts wissen. Fotos: AFP

Auf dem Mond


Während in Kairo Menschen sterben, wird in Scharm el-Scheich weiter fröhlich geurlaubt
Von Thorsten Schm itz tun. Das Touristenmekka im Süden der Oder liegen am Strand und blättern in den und keine Mumien zu bestaunen,
Sinaihalbinsel hat aber auch nichts mit Zeitschriften. aber es fliegen hier auch keine Pflaster-
Scharm el-Scheich – „Fucking Mubarak! Ägypten zu tun. Man könnte genauso gut „So gelingt der Neuanfang!“ prangt steine. Auffallend ist derzeit höchstens,
Fucking, fucking Mubarak!“ Die Adern auch auf dem Mond gelandet sein. Taison auf dem Titel der Zeitschrift Gesund, die dass so wenige Touristen da sind. Die Ma-
am Hals des Mannes sind angeschwollen, lässt sich in den roten Sportsitz seines Ta- Sonja Reichert gegen die Sonne hält. Zu schinen landen leer und fliegen voll wie-
sein Kopf glüht, er fuchtelt mit einem Zei- xis fallen und fragt: „Warum bist Du hier ihren Füßen plätschert träge das türkis- der zurück. An der Passkontrolle sind die
gefinger vor dem Gesicht eines Polizisten und nicht in Kairo bei den Demonstran- farbene Wasser des Roten Meeres, in der Passagiere in einer Minute durch, und in
herum. Am Handgelenk klimpern dicke, ten? Scharm el-Scheich ist eine Fata Mor- Bucht kreuzen Ausflugsboote, durch de- der Stadt stürzen sich alle Souvenirver-
silberne Ketten. Oberarmmuskeln und gana, nichts hier ist echt.“ ren gläserne Böden man die bunte Koral- käufer auf jeden Spaziergänger, als hinge
Brustkorb lassen auf viele Stunden im Fit- Echt war noch nicht einmal der erste lenwelt bestaunen kann. Reicherts Mann ihr Leben vom Verkauf einer Holz-
nesscenter schließen. Rund um ihn macht Protestmarsch in der Geschichte des Ba- ist eingenickt und schnarcht. Alle ande- Sphinx ab. 500 Kilometer und fünf Ar-
sich eine plötzliche Stille breit: Fast das deortes. Am Mittwochabend hatten etwa ren Liegestühle sind leer. „Diese Ruhe mee-Kontrollpunkte liegen zwischen
ganze Land ist gegen den ägyptischen 50 Männer Plakate mit hastig hingekrit- hier, phantastisch!“, sagt die Grundschul- dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos
Präsidenten, aber darf man das, darf man zelten Durchhalte-Parolen für Hosni Mu- lehrerin aus Berlin. Als die Demonstratio- und der Küste von Scharm el-Scheich. Es
ihn so titulieren? barak hochgehalten. 50 ägyptische Pfund nen vor mehr als zehn Tagen begannen, sind Lichtjahre.
Man tut es. Eben noch hatten sich die soll jeder von ihnen von den Polizisten be- „haben wir noch überlegt, ob wir stornie- 1762 wurde der gedächtnisfreie Ort
Männer an der Tankstelle im Zentrum kommen haben, etwa acht Euro. Das Pro- ren sollen. Aber die sind doch so weit weg zum ersten Mal auf Seekarten urkund-
von Scharm el-Scheich gegenseitig ein blem der regimefreundlichen Marschie- von hier“. Ihre Freunde und Bekannten lich erwähnt, heute kommen jedes Jahr
ums andere Mal beschuldigt, sich vorge- rer war nur: Niemand hat hingeschaut. hätten sie alle für verrückt gehalten, sagt acht Millionen Touristen in Charter-
drängelt zu haben. Seit Stunden stehen Manchmal packt Taison die Wut – so sie. Aber „das Schlimmste, was uns pas- maschinen hierher, rauchen Wasserpfei-
sie in Dreierreihen vor zwei Zapfsäulen, wie eben an der Tankstelle oder so wie in sieren kann, ist, dass wir früher zurück- fen und setzen sich in das klimatisierte
mehr als hundert Autos warten hier, an- jener Nacht, als Mubarak angekündigt fliegen müssen“. Inzwischen ist auch ihr McDonald’s-Restaurant. Der Rasen wird
einandergereiht bis auf die Hauptver- hatte, er werde nur noch bis zum Septem- Mann aufgewacht, er merkt an, die Medi- aus England importiert, das Wasser
kehrsstraße hinaus. Denn heute ist wie- ber dieses Jahres im Amt bleiben. In sol- en übertrieben doch ohnehin alle. kommt aus Entsalzungsanlagen und
der nur ein Tanklaster aus Kairo gekom- chen Momenten hängt er einen Boxsack wird dem Nil abgezapft, und, ein eher un-
men; das Benzin ist knapp geworden. in seinem Zimmer auf und drischt auf ihn gewöhnlicher Anblick in Rest-Ägypten:
Aber in dieser Minute sind alle Augen ein. „Danach geht’s mir besser.“ „Mal ehrlich, ich wusste Frauen tragen hier Bikinis.
auf den Mann mit der glänzenden Glatze Taison fährt langsam zum Basar, der gar nicht, dass das hier Am Stadtrand sieht man jetzt ein paar
und dem rosafarbenen Polohemd gerich- hier Old Market heißt, obwohl nichts alt eine Diktatur ist.“ Polizisten und ein paar Soldaten, sie hal-
tet. Er wiederholt die zwei Worte, schleu- und fast alles made in China ist. Wo die ten sich aber im Hintergrund. Scharm el-
dert sie ins Gesicht des Polizisten, als Wasserflaschen zwei ägyptische Pfund Scheich ist eine Geldmaschine, die gera-
schlüge er ihn mit einem nassen Lappen. kosten – und nicht etwa 19, so wie in den Die Schlacht in Kairo erinnert Sonja de jetzt, wo die Wirtschaft Ägyptens still-
Zwanzig Liter bekomme jeder, mehr Touristengeschäften. Er zündet sich eine Reichert an die letzten Wochen in der steht, weiterlaufen muss. Mehr als 30 Pro-
nicht, hatte der Polizist kategorisch er- Zigarette an und ruft Anna an, seine Ge- DDR: „Das war doch genau dasselbe. Ho- zent der Devisen des Landes stammen
klärt. Alle hatten sich bislang gefügt, nur liebte aus der Ukraine. Anna arbeitet im necker war scheintot und senil, wir hat- von der Touristenhalbinsel, nachdem
der wütende Mubarak-Hasser nicht. Marriott-Hotel am Empfang. „Süße, ich ten den satt und wollten ihn nur noch los- sich Israel im Rahmen des Camp-David-
„Und wie soll ich meine Familie ernäh- hab’ Benzin. Das ist mein Glückstag!“ werden. Aber im Unterschied zu den Friedens mit Ägypten 1982 endgültig
ren, wenn ich nicht mehr Taxi fahren Taison kommt aus Alexandria. Dort Ägyptern war das ja bei uns total fried- vom Sinai zurückzog. An 360 Tagen im
kann?“, brüllt er. Schließlich gibt der Po- war er lange Zeit arbeitslos, bis ihm ein lich. Wir haben nicht geschossen und ge- Jahr scheint die Sonne. Einmal wurde
lizist auf. Er nickt, und winkt den Mann Freund riet: „Geh ans Rote Meer, da fin- plündert.“ Sie erinnert sich jetzt an das hier ein Terroranschlag verübt, aber den
vorbei. dest du einen Job.“ Das hat er dann auch Einreiseformular, das sie in Ägypten aus- haben längst alle vergessen – oder ver-
gemacht. Hat sich von seiner Frau verab- füllen musste. Darauf sieht man eine blas- drängt. Die größte Gefahr sind im Mo-
schiedet und von seinen drei Kindern, hat se Kopie der Nofretete. „Nur gut, dass die ment Haie. Taison sagt: „Die Wahrschein-
„Die ganze Familie Mubarak gesagt, in ein paar Monaten komme er bei uns in Berlin ist“, sagt Frau Reichert lichkeit, dass dir hier ein Hai das Bein ab-
ist korrupt“, sagt Taison, wieder zurück. Aus den paar Monaten und lacht dabei, „hier hätte man sie doch reißt, ist größer, als dass wir Ägypter hier
der boxende Taxifahrer. sind mittlerweile vier Jahre geworden. bestimmt als erste verhökert.“ jetzt auch noch gegen Mubarak auf die
Das mit der Geliebten erklärt er so: „Soll Die Reicherts sind schon zum dritten Straße gehen.“
ich denn gar keinen Spaß haben?“ Mal in Scharm el-Scheich. Die Sonne In Scharm el-Scheich kann man Pizza
Taison lächelt. Es ist das Lächeln eines An Spaß denken auch die Menschen scheint, das Essen schmeckt, die Leute essen, hier singen Ägypter abends, beglei-
Siegers. Taison boxt, wenn er nicht Taxi aus Manchester, Moskau, Triest, Det- sind nett. Sie will dann „auch mal ehrlich tet von Hammond-Orgeln, Lieder von
fährt, und er stemmt Gewichte. Taison mold und Leipzig, die man an den Strän- sein. Ich wusste ja gar nicht, dass das hier Barry White nach und nennen sich
heißt eigentlich Ali Bakri, aber alle nen- den trifft und die man nach zwei Tagen in Ägypten wie in einer Diktatur ist. In „James Saif“, weil James mehr nach Las
nen ihn nur Taison, weil er, wie sie fin- schon von weitem auf der Promenade von den Urlaubsorten kann man sich ja im- Vegas klingt. In Kairo reiben sich die Kamele im Kampfeinsatz: Normalerweise lassen sich Touristen aus aller
den, aussieht wie der Bruder von Mike Ty- Naama Bay erkennt, weil Naama Bay nur mer frei bewegen“. Menschen die Augen, weil die Polizei mit Welt auf den Tieren vor der Kulisse der Pyramiden von Gizeh fotografieren.
son. Das kann ihm nur recht sein, Tyson aus einer Promenade besteht und keine Und die Ägypter bemühen sich, Gäste Tränengas schießt, in Scharm el-Scheich Am Mittwoch aber ritten einige Kameltreiber im Zentrum von Kairo Atta-
ist sein Vorbild. Dem Jungen an der Zapf- neuen Touristen mehr ankommen. wie die Reicherts in ihrem Glauben zu las- hingegen versprühen abends bei Sonnen- cken gegen die Anhänger der Opposition. Fotos: AFP, Getty Images
säule befiehlt er: „Volltanken.“ Und lässt Eine sorgenfreie Enklave, das ist sen. Sie fragen, „how are you today“, ob- untergang ganze Horden von Gärtnern
sich auch noch gleich zwei weitere Kanis- Scharm el-Scheich, ein gespenstisch nor- wohl sie vielleicht selbst gerne einmal ge- Anti-Mücken-Spray, das nach Kohle-
ter füllen. maler Ort, ein Vorort vom Mond. In ihm fragt werden möchten, wie es sich hier staub riecht. Um zehn Uhr nachts, wenn lie, deshalb seien sie jetzt in Scharm el- ro zu viel wird, lässt er sich hierher flie-
Scharm el-Scheich ist Taisons Revier, finden alle paar Monate Nahost-Friedens- lebt, und sie versuchen, die Menschen zu in Kairo die Menschen brüllen, Mubarak Scheich gelandet. Entspannen, „das gen. Die Leute in Scharm el-Scheich sa-
sein Boxring. Die Leute kennen ihn, er gespräche statt, weil die Wüstenhalbin- Schnorcheltouren in den Korallenriffen solle zurücktreten, fordern in Scharm el- kann ich nicht“. Täglich telefoniere er gen, er sei jetzt auch hier, weil es sicherer
kennt die Leute hier. Er weiß, in welchen sel so weit weg von der Realität ist, dass zu überreden. Man muss schon sehr insis- Scheich Clubanimateure die Touristen mit Kollegen und Verwandten, schaue für ihn sei als in Kairo. Aber die Leute
Hotels Prostituierte zu haben sind, bei man hier von Frieden reden (und träu- tieren, um zu erfahren, was Ägyptern zum Tanzen auf und spielen Lieder von CNN oder arabische Fernsehsender. hier erzählen viel, und manchmal fragt
welchem Beduinen man das beste Ha- men) kann. In Kairo wollen die Menschen durch den Kopf geht, während sie Hotel- Shakira. In Kairo, sagt Taison, „weinen Dass Mubarak das Internet abgestellt hat man sich, ob die Menschen tatsächlich
schisch kaufen kann, wie man ahnungslo- den Präsidenten wahlweise verjagen wäsche bügeln, Sim-Karten verkaufen, die Leute, weil sie nichts zu essen ha- für zehn Tage, findet der IT-Experte so- glauben, was sie da so erzählen. Dass die
se Touristen am Flughafen ködert und sie oder behalten, sie schlagen sich die Köpfe Gartenhecken zurechtstutzen. ben“. Mehr als vierzig Prozent der Ägyp- gar richtig: „Internet hat die Menschen deutsche Rentnerin, die vor einem Monat
dann für 20 Euro in eine der Hotelanla- ein. In Scharm el-Scheich meiden die Zehntausende arbeiten hier als Fahrer, ter verdienen weniger als zwei Dollar am vergiftet. Alle wollen nur noch, dass Mu- von einem Hai getötet wurde, ihn zuvor
gen bringt (obwohl die Fahrt nur vier Eu- paar Touristen, die geblieben sind, alle Köche und Kellner, Amir Mohammed Tag. In Scharm el-Scheich lachen Men- barak geht, aber wer soll ihm nachfol- mit frischem Huhn gefüttert habe. Dass
ro kosten darf). Aber korrupt, sagt Taison Nachrichten und schauen lieber zum Beispiel. Jeden Morgen schält er sich schen beim Cocktailempfang im Sofitel- gen? Das weiß niemand.“ Immerhin habe man für ein Geschäftstreffen mit den Söh-
und hebt wieder den Zeigefinger, das sei Schwimmwettkämpfe im Fernsehen an. um fünf Uhr aus dem Bett. Er wohnt in ei- Hotel und überlegen, ob sie am Abend Mubarak Ägypten dreißig Jahre lang re- nen Mubaraks, Gamal und Alaa, 10 000
er nicht. „Das sind die Mubaraks. Die ner Siedlung jenseits der Bettenburgen, vielleicht mal indisch essen gehen sollen. giert – „ohne einen einzigen Krieg“. ägyptische Pfund (etwa 1500 Euro) zah-
ganze Familie. Zur Hölle mit ihnen!“ das Zimmer teilt er sich mit zwei anderen Die Zahirs zum Beispiel. Der Tochter und dem Sohn sind die len musste, dass Mubarak auf seinem Vil-
Er klappt sein Handy auf und verlangt,
Touristenorte in Ägypten aus Kairo. Von sechs Uhr morgens an ser- Ideen ausgegangen. „Wir gehen zum lengelände in Scharm el-Scheich gerne
dass man sich zwei Filme anschauen mö- Mittelmeer viert Mohammed in einem Luxushotel Pool, dann zum Strand, dann wieder zum ohne Leibwächter seine Enkel im Golf-
ge. Auf einem sieht man ihn in roten Bade- ISRAEL Frühstück, danach Mittagessen, danach „Alle wollen, dass Pool, dazwischen zum Essen“, sagt Nu- cart spazieren fährt.
shorts auf einem weißen Pferd am Strand JORDANIEN Abendessen. „Es ist komisch, dass ich der Präsident geht. Aber: ma, die 14 Jahre alte Tochter. Er ist ihr Es ist kurz vor Mitternacht. Zum ers-
von Scharm el-Scheich reiten. Auf dem Kairo Suez von der Revolution nichts mitbekomme.“ Wer soll ihm nachfolgen?“ schwergefallen, der Urlaub so ganz ohne ten Mal seit zwei Monaten regnet es wie-
anderen ist eine Mumie im Wüstensand Sinai- Er möchte nicht, dass man den Hotelna- Internet. „Ich bin eigentlich immer auf der ein bisschen, der Wind frischt auf. An
zu erkennen, gleich daneben liegt ein rie- Gizeh Halbinsel men erwähnt – aus Angst um seinen Job. Facebook. Ich habe halt hier die ganze der Straße, die zum Eingang der Muba-
siger Haufen ägyptischer Pfundnoten – Golf von Lieber wäre er jetzt bei seiner Familie, Die ägyptische Familie wohnt in Zama- Zeit mit meinen Freundinnen telefoniert, rak-Residenz führt, direkt neben dem Ma-
als Beweis dafür, dass im ganzen Land Suez sagt er, balanciert ein volles Tablett mit lek in Kairo, dem besten Stadtteil der und die haben mir erzählt, was in Kairo ritim Jolie Ville Golf Hotel, sitzen fünf Po-
mit ägyptischen Altertümern gescha- SAUDI- dreckigem Geschirr in die Großküche Hauptstadt, wo es Reitclubs gibt und in- los ist.“ lizisten, rauchen, trinken Tee, tun nichts.
ÄGYPTEN ARABIEN
chert werde. Überall werde geschachert; und bittet den Reporter, den Notizblock ternationale Schulen. Saad Zahir arbei- Wenn man Numa fragt, was sie von Mu- Ein Radio läuft. Einer kontrolliert den
auch die Polizisten seien korrupt. „Die und den Stift zu verstecken. „Ich gucke je- tet in der IT-Branche, seit Beginn der Pro- barak hält, schaut sie erst ihren Vater an Ausweis und fragt, was man hier wolle.
verdienen fast nichts, deshalb halten sie Scharm el-Scheich de Nacht Fernsehen und telefoniere mit teste ist er auf Zwangsurlaub. Er wirkt und gibt sich diplomatisch: „Ich bin mit Taison übersetzt und sagt, man wolle ein
mich dauernd an und verlangen Geld von il Golf von meiner Frau und den Kindern.“ Wie er es fremd hier mit seiner Krawatte und dem Mubarak aufgewachsen, ich kenne ja gar Foto machen. Sie winken ab. Ob Muba-
N

mir, weil ich zu schnell gefahren sein soll. Hurghada Akaba findet, dass Menschen in seinem Land Ur- Anzug, als befände er sich auf einer keinen anderen Präsidenten.“ Als ihr Va- rak zu Hause sei? Sie sagen nichts.
Das Geld stecken sie dann in die eigene laub machen, während seine Landsleute Dienstreise. Seine Frau spielt zusammen ter nicht mehr zuhört, schiebt sie nach: Eine letzte Frage noch. Was sie von der
Tasche.“ Korrupt – das sind in Ägypten gegen die Regierung und den Präsidenten mit der Tochter auf einem iPhone. „Wir „Ich kann mir schon einen neuen Präsi- einen Million Demonstranten in Kairo
immer die anderen. Dabei hält fast jeder Rotes Meer aufbegehren? „Die zeigen uns, was Frei- wollten eigentlich nach Paris oder Lon- denten vorstellen“, sagt sie und schielt hielten, die vor zwei Tagen Mubaraks
die Hand auf und verlangt Bakschisch. heit ist“, sagt er. Freiheit? don, aber es war kein Platz mehr frei in auf ihre Facebookseite. „Er ist doch so alt Rücktritt gefordert hätten? „Das waren
Die beiden Filme auf Taisons Handy er- Luxor Für eines ist Scharm el-Scheich ganz den Maschinen“, sagt Saad Zahir und wie ein Großvater.“ nicht eine Million“, sagt einer der Polizis-
klären recht gut das Prinzip Scharm el- 100 km Marsa besonders gut geeignet: dafür, nichts mit- hebt die Stimme gegen die Musik. Es sei Der Großvater der ägyptischen Nation ten schließlich. „Das war das ganze ägyp-
Scheich. Sie haben nichts miteinander zu SZ-Karte Alam zubekommen. Es gibt hier keine Pyrami- ihm zu gefährlich gewesen für seine Fami- liebt Scharm el-Scheich. Wenn ihm Kai- tische Volk, das waren 80 Millionen.“