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IV Der Mensch • Beitrag 5 Ein Stationenlernen zur Verdauung (Klasse 7/8) 1 von 30

Der Weg der Nahrung durch unseren Körper –


ein Stationenlernen zur Verdauung
Sonja Schaal und Prof. Dr. Steffen Schaal, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Was wir als Mahlzeit zu uns nehmen, verlässt in


der Regel nach rund acht Metern Verdauungs-
trakt und drei Tagen gut verdaut wieder unseren
Körper. Doch welche Prozesse laufen dazwischen
ab?
Begeben Sie sich mit Ihren Schülern auf eine
spannende Reise durch den menschlichen Körper
– von Mund und Speiseröhre über den Magen bis
hin zu Dünn- und Dickdarm. Im Stationenlernen
erarbeiten sich die Lernenden mithilfe einfacher
Versuche und informativer Texte selbstständig

T
die einzelnen Verdauungsvorgänge. Anhand
der Regulation des Blutzuckerspiegels lernt Ihre

H
Klasse ein Beispiel für einen biologischen Regel-

Foto: thinkstockphotos.com
kreis kennen.

S I C
R A N Was passiert mit der Nahrung auf ihrem Weg
durch unseren Körper?

V O Mit einem Memory-


zur spielerischen Le
Spiel

er folgskontrolle!
rn-

Das Wichtigste auf einen Blick


Klasse: 7/8 Aus dem Inhalt:
Dauer: 5 Stunden
• Welchen Weg nimmt die Nahrung
Kompetenzen: Die Schüler … durch unseren Körper?
• können den Weg der Nahrung durch • Wie ist unser Verdauungssystem
unseren Körper beschreiben. aufgebaut?
• sind in der Lage, den Regelkreis zur • Auf welche Weise hält der Körper
Blutzuckerregulation zu beschreiben. unseren Blutzuckerspiegel aufrecht?
• können einfache Versuche selbststän-
dig durchführen und protokollieren.

4 RAAbits Realschule Biologie Dezember 2011


6 von 30 Ein Stationenlernen zur Verdauung (Klasse 7/8) Der Mensch • Beitrag 5 IV

Die Reihe im Überblick

· V = Vorbereitungszeit SV = Schülerversuch Ab = Arbeitsblatt/Informationsblatt


· D = Durchführungszeit Fo = Folie LEK = Lernerfolgskontrolle
* ein Exemplar pro Gruppe

Stunde 1: Wie stellst du dir die Verdauung vor?

Material Thema und Materialbedarf


M 1 (Fo) Suppenbauch? / Der Verdauungstrakt des Menschen
r
evtl. Packpapierrolle r
evtl. Filzstifte
M 2 (Ab) Wie stellst du dir die Verdauung vor?

Stunden 2–3: Der Weg der Nahrung durch unseren Körper – ein Stationenlernen

Material Thema und Materialbedarf


M 3 (Ab) Der Weg der Nahrung durch unseren Körper
– Stationenlernen zur Verdauung
r
Scheren (Klassensatz)
r
r
weißes Papier (DIN-A3) (Klassensatz)
H
Klebstoff (Klassensatz)

C T
M 4 (Ab)
M 5 (Ab/SV)
· V: 5 min
· D: 10 min
r
Reagenzgläser*

N S I
Symbole zum Beschriften des Verdauungstraktes
Station A: Mund und Speiseröhre – der Beginn eines langen Weges
r
Stärke-Lösung

M 6 (Ab/SV)
· V: 1 min
O R A r
destilliertes Wasser
r
r
Tropflasche mit Lugol’scher Lösung
Sammelgefäß für verwendete Reagenzgläser
Station B: Der Magen – ein Muskel mit großem Hohlraum
r r

V· D: 10 min
2 Glaskolben mit Stopfen
zur Vorbereitung der Proben:
r
Pepsin
r
rohes Fischilet
r
gekochtes Eiweiß
4 Petrischalen mit Deckel

r
Knoblauchpresse
r
verdünnte Salzsäure
r
Leitungswasser
r
Filzstift
M 7 (Ab/SV) Station C: Leber und Bauchspeicheldrüse – Produzenten und Zulieferer
· V: 2 min von Verdauungssäften

· D: 5 min r
Spülmittel r
Gallenlüssigkeit
r
3 Glaskolben mit Stopfen, gefüllt mit Wasser und einer ingerdicken
Ölschicht
M 8 (Ab/SV) Station D: Dünn- und Dickdarm – ein perfekt aufeinander abgestimmtes
· V: 2 min Team

· D: 5 min r
Stücke Frotteehandtuch* r
Stücke Leinenhandtuch*
r
2 Bechergläser r
Wasser
r
Sammelgefäß für nasse Handtücher
M 9 (Ab) Zusatz-Station E: Weshalb verdaut sich der Magen nicht selbst?

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IV Der Mensch • Beitrag 5 Ein Stationenlernen zur Verdauung (Klasse 7/8) 7 von 30

Stunde 4: Alles im Fluss – die Regulation unseres Blutzuckerspiegels

Material Thema und Materialbedarf


M 10 (Ab) Alles im Fluss – wie Ernährung den Blutzuckerspiegel beeinlusst

Stunde 5: Was weißt du zum Thema Verdauung? – Das Verdauungs-Memory

Material Thema und Materialbedarf


M 11 (Ab/LEK) Spielkarten zum Verdauungs-Memory

Dein Bio-Lexikon – Begriffe von A bis Z

Minimalplan
Ihnen steht wenig Zeit zur Verfügung? Dann lassen Sie Material M 2 weg und gehen Sie nach
dem Einstieg mit M  1 direkt zum Stationenlernen M  3–M  8 über. Zusatz-Station M  9 kann
entfallen oder als Hausaufgabe eingesetzt werden. Material M 10 ist ebenso als Hausaufgabe
geeignet. Das Verdauungs-Memory M 11 können Sie weglassen.

C H T
N S I
O R A
V

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M1
Der Verdauungstrakt des Menschen

Magen

H T
Speicheldrüsen

Dickdarm
Gallenblase
Mundhöhle

Speiseröhre

Leber

Dünndarm

Enddarm

After
Nasenhöhle

S I C
R A N Graik: thinkstockphotos.com

V O
Suppenbauch?

Illustration: Julia Lenzmann

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Der Weg der Nahrung durch unseren Körper – M3


Stationenlernen zur Verdauung
Ergründet an vier Stationen, wie die Verdauungsvorgänge in unserem Körper ablaufen.

Das benötigt ihr


r
Schere r
Klebstoff r
weißes Papier (DIN-A3)

So geht ihr vor


Geht in Gruppen aus 3–4 Schülern zusammen und durchlauft alle vier Stationen. Schneidet
die folgenden vier Teile aus und klebt sie auf dem Papier zu einem Verdauungsapparat
zusammen. Klebt dann die passenden Symbole zum Beschriften des Verdauungstraktes in
den vier Verdauungsabschnitten mithilfe der Informationen auf den Stationsblättern direkt
neben die zugehörigen Abschnitte.
Die vier Abschnitte der Verdauung 
Magen (Station B)

C H T
N S I
A
Mund und Speiseröhre (Station A)

O R 
Leber und Bauchspeicheldrüse

V
(Station C)


Darm (Station D)

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Zusatz-Station E: Weshalb verdaut sich der M9


Magen nicht selbst?
E
Alle Lebewesen haben eine Gemeinsamkeit: Die Baustoffe, aus denen
sie gemacht sind, sind hauptsächlich Eiweiße. Tierische Produkte wie
Fleisch oder Milch sind für uns Menschen wichtige Eiweißlieferanten.
Sie werden während der Verdauung in einzelne Aminosäuren zerlegt,
die wir zum Aufbau körpereigener Eiweiße wiederverwerten. Doch wie schafft es der Magen,
der selbst vor allem aus Eiweißen aufgebaut und gleichzeitig ein Ort der Eiweißverdauung
ist, sich nicht selbst zu verdauen? Findet mithilfe dieses Materials Antworten auf diese Frage.

Aufgabe 1: Drei Fallbeschreibungen von Patienten des Gastrologen Dr. Fingerhut (Arzt mit
der Spezialisierung auf Magenleiden) bringen neue Erkenntnisse bei der Beantwortung der
Frage „Weshalb sich der Magen nicht selbst verdaut“. Lest euch die Fallbeispiele durch und
unterstreicht die wichtigsten Informationen.

C H T
Innerhalb eines Tages kamen drei Patienten mit Magenschmerzen in
meine Sprechstunde. Die Diagnose bei zwei Patienten lautete: Gast-
ritis (Magenschleimhautentzündung). Ein weiterer Patient litt unter
Sodbrennen. Die Ursachen sind jedoch ganz unterschiedlich.

N S I
O R A Martin Beckmann leidet an starken Magenschmerzen. Es ist
schon seit längerem bekannt, dass er an einer Autoimmunerkran-
kung leidet, bei der die Belegzellen des Magens zerstört werden.

V Die Belegzellen sind für die Säureproduktion des Magens verant-


wortlich. Da diese Zellen nach und nach zerstört werden, steigt der
pH-Wert im Magen an (das bedeutet, das Milieu ist immer weniger
sauer). Als Folge auf den steigenden pH-Wert wird vermehrt das
Hormon Gastrin ausgeschüttet, welches die Säureproduktion
wieder anregen soll. Da dieser Regelkreis aber nicht mehr funkti-
onieren kann, führt die andauernde Stimulierung der Zellen, die an
diesem Regelkreis beteiligt sind, zu einem übermäßigen Wachstum
und schließlich zur Entstehung von Tumoren im Magen.

Verena Eifel hat bei der Arbeit in letzter Zeit viel Stress. Der ganze
Ärger verursacht bei ihr Kopfschmerzen. Täglich nimmt sie mindes-
tens zwei Aspirin. Jetzt kommen auch noch Magenschmerzen
hinzu. Dr. Fingerhut rät ihr zu mehr Erholungspausen, Bewegung
Fotos: thinkstockphotos.com

in der freien Natur und ganz dringend, die Kopfschmerztabletten


wegzulassen; dann würden auch die Magenbeschwerden wieder
verschwinden. Er erklärt, dass die Wirkstoffe des Kopfschmerz-
mittels zu einer verringerten Produktion der schützenden Schleim-
schicht im Magen führen. Die Schleimzellen werden durch das
Aspirin in ihrer Funktion gehemmt.

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IV Der Mensch • Beitrag 5 Ein Stationenlernen zur Verdauung (Klasse 7/8) 27 von 30

Erläuterung (M 10)
So setzen Sie M 10 im Unterricht ein
Sprechen Sie, als Einstieg in Stunde 4, mit Ihren Schülern darüber, welche Erfahrungen sie
schon gemacht haben, wenn sie lange nichts gegessen haben, oder welche Veränderungen
zu bemerken sind, wenn sie mit Hungergefühl im Unterricht sitzen: Beispielsweise drehen
sich die Gedanken nur noch ums Essen, man ist weniger leistungsfähig und konzentriert,
man fühlt sich schlapp und müde oder hat evtl. auch schlechte Laune. Fragen Sie, warum
das so ist. Schnell werden Ihre Schüler darauf kommen, dass der Körper nicht mehr sofort
verfügbare Energie hat bzw. Kohlenhydrate aus unseren Energiereserven erst noch verwertet
werden müssen: Der Blutzuckerspiegel ist nicht mehr im optimalen Bereich. Durch kohlen-
hydratreiche Zwischenmahlzeiten kann dieser schnell wieder erhöht werden; dann nimmt
auch die geistige und körperliche Leistungsbereitschaft wieder zu.
Teilen Sie nun das Arbeitsblatt M 10 (2 Seiten), das Sie vorher im Klassensatz kopiert haben,
aus. Die Schüler bearbeiten dieses in Einzel- oder Partnerarbeit. Es veranschaulicht den
Regelkreis unseres Körpers, um den Blutzuckerspiegel im optimalen Bereich zu halten.

Lösung (M 10)

Aufgabe 2

C H T
N S Ikohlenhydrat-
reiche Nahrung

O R A
Bildung von
Glykogen aus
Glucose
hohe Glucose-
konzentration
im Blut
Insulin-
produktion

V Abbau von
Glykogen zu
geringe Glucose-
konzentration
im Blut
Glucagon-
produktion
Glucose
Energieverbrauch

Leber Bauchspeicheldrüse

Rezeptor

Glucose

Insulin

Glucagon

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M 11 Spielkarten zum Verdauungs-Memory
Hauptnährstoff:
Hauptnährstoff: Eiweiß Fett, Eiweiß
Verdauungsort: Magen, Verdauungsort: Magen,
Dünndarm Dünndarm
Verdauungssäfte: Magen- Verdauungssäfte: Magen-
saft (Salzsäure, Pepsin), saft (Salzsäure, Pepsin),
Eiweiß spaltende Gallensaft, Eiweiß +
Enzyme im Dünndarm Fett spaltende Enzyme
im Dünndarm


Hähnchen natur (1) Wertigkeit: mittel–hoch Salami (2)
(F) (L)
Hauptnährstoff: Hauptnährstoff:
Kohlenhydrate Fett, Kohlenhydrate
Verdauungsort: Mund, Verdauungsort: Mund,
Dünndarm Dünndarm
Verdauungssäfte: Amylase Verdauungssäfte: Amylase
im Speichel, Kohlen- im Speichel, Gallen-
hydrat spaltende saft, Kohlenhydrat
Enzyme im Dünndarm und Fett spaltende
Vollkornprodukte (3) Enzyme im Dünndarm


Langsam verwertbare
Kartoffelchips (4)

T
Kohlenhydrate (E) (K)
Hauptnährstoff:
Kohlenhydrate, Eiweiß
Verdauungsort: Mund,
Magen, Dünndarm

I
Verdauungssäfte: Speichel,
Magensaft (Salzsäure,
C H
Hauptnährstoff: Fett,
Eiweiß, Zucker in Soße
Verdauungsort: Magen,
Dünndarm
Verdauungssäfte: Speichel,
Magensaft (Salzsäure,

A
Spiegelei mit Pommes (5)
Pepsin), Eiweiß und

Wertigkeit: sehr hoch


Hauptnährstoff:
S
Kohlenhydrat spaltende
Enzyme im Dünndarm

N (D)
Currywurst (6)
Pepsin), Gallensaft,
Eiweiß + Fett + Kohlen-
hydrat spaltende Enzy-
me im Dünndarm

Hauptnährstoff: Kohlen-
(J)

V O R Kohlenhydrate, Eiweiß
Verdauungsort: Mund,
Magen, Dünndarm
Verdauungssäfte: Speichel,
Magensaft (Salzsäure,
Pepsin), Eiweiß und
Kohlenhydrat spaltende
Enzyme im Dünndarm
hydrate, Eiweiß, Fett
Verdauungsort: Mund,
Magen, Dünndarm
Verdauungssäfte: Speichel,
Magensaft (Salzsäure,
Pepsin), Eiweiß + Fett +
Kohlenhydrat spaltende
Enzyme im Dünndarm


 Fotos: Wasserglas: Colourbox.com, alle anderen: thinkstockphotos.com
Bohnen (7) Wertigkeit: mittel (C) Fruchtjoghurt (8) Wertigkeit: mittel-hoch (I)
Hauptnährstoff: Hauptnährstoff:
Kohlenhydrate Kohlenhydrate
Verdauungsort: Mund, Verdauungsort: Mund,
Dünndarm Dünndarm
Verdauungssäfte: Amylase Verdauungssäfte: Amylase
im Speichel, Kohlen- im Speichel, Kohlen-
hydrat spaltende hydrat spaltende
Enzyme im Dünndarm Enzyme im Dünndarm
Versteckter Zucker!!


Schnell verwertbare
Banane (9) Kohlenhydrate (B) Ketchup (10) (H)

Hauptnährstoff: Eiweiß
Verdauungsort: Magen,
Dünndarm
Wird über den Dick-
Verdauungssäfte: Magen- darm aufgenommen!
saft (Salzsäure, Pepsin),
Eiweiß spaltende
Enzyme im Dünndarm
Planzliches Eiweiß


Tofu (11)
(A) Wasser (12) (G)


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