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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Ernährungsempfehlungen für Kinder


2.1 Energiebedarf von Kindern
2.2 Die Optimierte Mischkost – optiMIX®
2.2.1 Nä hrstoffzufuhr mit optiMIX®
2.2.2 Mahlzeiten bei optiMIX®

3 Ernährungssituation von Schulkindern


3.1 Die EsKiMo-Studie
3.2 Energie- und Nä hrstoffzufuhr
3.3 Lebensmittelverzehr
3.4 Ursachen
3.4.1 Ernä hrung und Bewegung
3.4.2 Kultureller Wandel
3.4.3 Soziale Lage der Familien
3.4.4 Werbung fü r ungesunde Lebensmittel
3.5 Folgen
3.5.1 Medizinische Folgen
3.5.2 Psychische Folgen
3.5.3 Okonomische Folgen

4 Verbesserungen des Ernährungszustandes von Kindern im


schulischen Kontext
4.1 Die Schule als „soziales Kapital“ speziell fü r benachteiligte
Kinder
4.2 Elternarbeit als Maßnahme zur Prä vention von
Fehlernä hrung

5 Ernährungserziehung in der Schule


5.1 Ziele der Ernä hrungserziehung
5.2 Richtlinien effektiver Ernä hrungserziehung
5.3 Besondere Uberlegungen fü r den Unterricht
5.4 Ernä hrungserziehung im bayerischen LehrplanPLUS
5.4.1 Ernä hrungserziehung im Fachunterricht
5.4.2 Fä cherü bergreifendes Lernen
5.5 Methodik
5.5.1 Unterrichtssequenz zum Thema gesunde Ernä hrung
5.5.2 Schulverp legung

6 Auswertung Interviews
6.1 Auswertung der Interviews der Kinder.
6.2 Auswertung der Interviews der Mü tter der Kinder

7 Resümee

Literaturverzeichnis

Anhang
Anhang 1 Interviewleitfaden
Anhang 2 Transkriptionen der Interviewpartnerinnen
Anhang 3 Tabellen der Interviewpartnerinnen
Anhang 4 Tabelle
Anhang 4 Bilder der Interviews

1. Einleitung

Gesundheit ist das kostbarste Gut des Menschen und Voraussetzung fü r
Lebensqualitä t und Leistungsfä higkeit. Ernä hrung bildet im
Zusammenhang mit kö rperlicher Bewegung und der nö tigen Hygiene
die Basis fü r die Gesundheit von Menschen. Gerade in jungen Jahren ist
eine ausgewogene Ernä hrung nicht nur fü r die geistige und kö rperliche
Entwicklung, sondern auch fü r die Vermeidung ernä hrungsbedingter
Krankheiten wichtig.

In den letzten Jahrzehnten hat sich in den Industrielä ndern die
Ernä hrungssituation von Kindern und Erwachsenen durch
gesellschaftliche Entwicklungsprozesse entscheidend verä ndert.
Kindheit und Jugend sind heute mehr denn je durch Bewegungsmangel,
Fehlernä hrung und Ubergewicht gekennzeichnet. Daraus resultieren
gesundheitliche und emotionale Probleme. Den Risikofaktoren fü r die
Entstehung von Krankheiten muss frü hzeitig entgegengewirkt werden,
denn der Grundstein fü r Verhaltensweisen und Fä higkeiten zu einer
gesunden Lebensweise wird entscheidend im Kindesalter gelegt.[1]

Die Ernä hrung von Kindern wird zum Großteil von den Eltern
beein lusst. Damit verbunden ist die Ubernahme positiver, wie auch
negativer familiä rer Ernä hrungsgewohnheiten. Verä nderte
Familiensituationen oder sozial schwache Verhä ltnisse, erschweren es,
ein positives Ernä hrungsverhalten der Heranwachsenden zu fö rdern.
Vor dem Hintergrund dieser familiä ren Umstä nde, nimmt die
schulische Erziehung und Bildung bei der Gesundheitsfö rderung von
Kindern einen hohen Stellenwert ein. Da Kinder einen großen Teil ihrer
Kindheit in der Schule verbringen, ist diese ein Ort im Prozess des
Erwachsenwerdens, an dem sie sich einen gesundheitsfö rdernden
Lebensstil aneignen kö nnen.[2]

Aktuelle wissenschaftliche Studien weisen vermehrt auf eine Zunahme
von Ubergewicht bei Schü lern[3] hin.[4] Der frü hzeitige Einsatz
prä ventiver Maßnahmen ist erforderlich, um zukü nftiges Ubergewicht
bei Jungen und Mä dchen zu vermeiden. Die Ernä hrung der Kinder ist
somit heute eines der wichtigsten Themen der schulischen
Gesundheitserziehung.

Das Ernä hrungsthema wird in vielen Grundschulen in Deutschland
jedoch unzureichend behandelt und vermittelt. Der Schwerpunkt liegt
vorrangig auf Informations- und Wissensvermittlung. Maßnahmen mit
Praxisbezug und Stä rkung der Handlungskompetenz sind bislang die
Ausnahme. Fü r die Gewä hrleistung einer gesunden kö rperlichen und
seelischen Entwicklung und Leistungsfä higkeit von Kindern sind
Schulen dazu verp lichtet, den De iziten entgegenzuwirken. Eine
nachhaltige Ernä hrungsbildung in der Schule benö tigt die Etablierung
geeigneter unterstü tzender Strukturen.

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Grundlagen der kindlichen
Ernä hrung, sowie der praktischen Umsetzung der
Ernä hrungserziehung in der Grundschule auseinander.

Im theoretischen Teil sollen zunä chst die Ernä hrungsempfehlungen fü r
Kinder betrachtet werden, um nachzuvollziehen, wie der Sollzustand
hinsichtlich Energiebedarf, Nä hrstoffzufuhr und empfohlenen
Mahlzeiten ist. Anschließend wird die tatsä chliche Ernä hrungssituation
der Kinder beleuchtet. Danach wird auf die Ursachen und Folgen von
Ubergewicht und Adipositas bei Schulkindern eingegangen. Im
Anschluss daran werden die Prä ventionsmö glichkeiten der Schule
diesbezü glich dargestellt. Es geht darum, aufzuzeigen, auf welche
Mö glichkeiten die Schule eingehen kann, um eine adä quate Umsetzung
der Ernä hrungserziehung zu gewä hrleisten und das Risikoverhalten
der Kinder hinsichtlich ihres Ernä hrungsverhaltens, besonders von den
Risikogruppen, zu verringern.

Den praktischen Teil bildet eine Unterrichtssequenz zum Thema
gesunde Ernä hrung. Dieser soll als Beispiel fü r eine
abwechslungsreiche und ganzheitliche Ernä hrungsbildung dienen.

Im empirischen Teil der Arbeit werden die Interviews zweier
Grundschulkinder und deren Mü tter ausgewertet. Themen der
qualitativen Befragung waren Einstellungen zur gesunden Ernä hrung,
Wissen ü ber gesundes Essen und Umsetzung einer ausgewogenen
Ernä hrung, sowie die schulische Erfahrung zum Thema
Gesundheitserziehung.

Die Auswertung soll das im theoretischen Teil Herausgefundene
unterstreichen, sowie Antwort geben, wie die konkrete Erfahrung und
Umsetzung zum Thema Ernä hrung und Ernä hrungserziehung in der
Grundschule statt indet.

Am Ende der Arbeit soll eine Zusammenfassung stehen, welche einen
kurzen Uberblick ü ber die Arbeit gibt und diese abrundend darstellt.

2 Ernährungsempfehlungen für Kinder

Essen, Trinken und sich bewegen zä hlen zu den Grundbedü rfnissen
eines Kindes. Ausgeglichenheit und Aufnahmebereitschaft hä ngen
entscheidend davon ab, ob seine Grundbedü rfnisse befriedigt sind. Eine
ausgewogene Ernä hrung ist essenziel fü r die geistige und kö rperliche
Entwicklung, trä gt zum Wohlbe inden bei, beein lusst die
Leistungsfä higkeit und trä gt zur Vermeidung ernä hrungsbedingter
Krankheiten bei.

2.1 Energiebedarf von Kindern

Kinder haben durch Wachstum und viel Bewegung einen hohen
Energiebedarf. Außerdem ist der Grundumsatz ist hö her als bei
Erwachsenen. Um Mü digkeit und Konzentrationsabfall zu vermeiden,
brauchen sie kontinuierlich Nachschub an Energie.

Eine langfristige Unterschreitung der Energiezufuhr kann – genauso
wie eine Uberschreitung – die Gesundheit des Kindes gefä hrden. Fü r
den tä glichen Bedarf an Energie gibt es folgende Richtwerte:


Abb. 1: Altersgemäße Empfehlungen zur Lebensmittelverzehrmenge in der Optimierten
Mischkost.[5]


Der individuelle Energiebedarf von Kindern ist jedoch unterschiedlich.
Er hä ngt vom Alter, Kö rpergewicht und -grö ße ab. Ruhige Kinder, die
sich kaum bewegen, benö tigen demnach weniger Energie als aktive
Kinder. Ab dem 10. Lebensjahr ist der Energiebedarf der Mä dchen
deutlich geringer als bei Jungen. Die Kalorienangaben in Abbildung 1
sind Mittelwerte und gelten fü r Kinder mit durchschnittlichem Gewicht
und durchschnittlicher Grö ße.[6]

2.2 Die Optimierte Mischkost – optiMIX®

Eine empfohlene Ernä hrung stellt die Optimierte Mischkost, kurz
optiMIX®, dar. Das Ernä hrungskonzept – entwickelt von Alexy und
Kersting – fundiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist ein
praktisch formuliertes Konzept fü r die Ernä hrung von Kindern und
Jugendlichen im Alter von ein bis achtzehn Jahren. Anfang der 1990er
Jahre wurde es vom Forschungsinstitut fü r Kinderernä hrung Dortmund
(FKE) entwickelt und immer wieder an neue wissenschaftliche
Erkenntnisse angepasst.

Die Kost ist optimiert, da sie den Bedarf an allen Nä hrstoffen, die
Kinder benö tigen, deckt. Sie dient zusä tzlich der Vorbeugung von
Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-
Erkrankungen, Osteoporose und Gicht. Diese Ernä hrungsweise
begü nstigt, dass ein Optimum an Wachstum, Entwicklung,
Leistungsfä higkeit und Lebenserwartung erreicht wird. Insbesondere
werden die Ernä hrungsgewohnheiten und -vorlieben von Kindern
berü cksichtigt. Die abwechslungsreiche Mischkost setzt sich aus
folgenden Punkten zusammen:

Reichlich ungesü ßte oder wenig gesü ßte Geträ nke

Abwechslung bei der Lebensmittelauswahl

Bevorzugung fettarmer Lebensmittel

Tä glich ballaststoffreiche Vollkorn-/Getreideprodukte

Regelmä ßig fettarme Milch und Milchprodukte
Uber die Woche verteilt Fleisch, einmal wö chentlich Fisch und
gelegentlich Eier

Eine schmackhafte und schonende Zubereitung

Geringer Konsum von Sü ßigkeiten und sü ßen Geträ nken[7]

Die Grundlage von optiMIX® bildet die sogenannte Vollwerternä hrung.
Frü her bestand diese aus ü berwiegend rohem Getreide und Gemü se.
Diese strengen Formen sind heute ü berholt. Die Grundsä tze der
Vollwerternä hrung entsprechen heute den allgemeinen Empfehlungen
einer modernen Ernä hrung, die eine abwechslungsreiche Mischkost
mit einem hohen Anteil an Obst, Gemü se und Getreide emp iehlt. Milch
und Milchprodukte, sowie Fisch und Fleisch, sind auch Teil der
Ernä hrung. Diese Ernä hrungsform ist fü r Kinder als Dauerkostform am
besten geeignet.[8] Sie enthä lt alle nö tigen Nä hrstoffe in ausreichender
Menge, im richtigen Verhä ltnis und in der richtigen Form. Diese
bedarfsorientierte Ernä hrungsweise im Kindesalter gewä hrleistet, dass
der Grundstein fü r Gesundheit, Leistungsfä higkeit und Lebensfreude im
Erwachsenenalter gelegt wird.[9]

Eine abwechslungsreiche Ernä hrung minimiert einerseits das Risiko
einer mö glichen Unterversorgung mit lebensnotwendigen Nä hrstoffen,
wie beispielsweise Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen.
Andererseits verringert eine vollwertige Ernä hrung eine etwaige
ü berhö hte Zufuhr von bestimmten Nahrungsinhaltsstoffen, welche bei
erhö htem Konsum negative Konsequenzen mit sich ziehen, wie zum
Beispiel Fett, Zucker und Kohlenhydrate.

2.2.1 Nährstoffzufuhr mit optiMIX®


Abb. 2.: DGE-Ernährungskreis[10]


Die in der Optimierten Mischkost verwendeten Lebensmittel werden
anhand des Ernä hrungskreises der Deutschen Gesellschaft fü r
Ernä hrung, kurz DGE, ausgewä hlt. Im DGE-Ernä hrungskreis werden die
Lebensmittel in sieben Gruppen unterteilt (siehe Abbildung 2). Die
unterschiedlich großen Kreissegmente stehen fü r die Wichtigkeit der
jeweiligen Nä hrstoffgruppe um eine ausgewogene Ernä hrung zu
garantieren. Die Berechnung der Sequenzgrö ßen erfolgte anhand der
Referenzwerte fü r die Nä hrstoffzufuhr der Fachgesellschaften fü r
Ernä hrung aus Deutschland, Osterreich und der Schweiz.[11]

In der Optimierten Mischkost liefern komplexe Kohlenhydrate – vor
allem aus Getreide, Kartoffeln und Obst – mit 54 % den grö ßten Teil der
Nahrungsenergie. Weitere 32 % bestehen aus hauptsä chlich
p lanzlichem Fett. Die restlichen 14 % der Energie setzen sich aus
Proteinen zusammen.[12]

Kohlenhydrate

Sie sorgen fü r den Ablauf des Stoffwechsels und versorgen die Nerven-
und Gehirnzellen mit Energie. Da sie leicht verdaulich sind und vom
Kö rper schnell in Energie umgesetzt werden kö nnen, sind sie fü r
Kinder besonders wichtig. Der Bedarf wird am besten durch solche
Kohlenhydrate gedeckt, die zusä tzlich wertvolle Vitamine und
Ballaststoffe enthalten: Vollkornbrot, Kartoffeln, Hafer locken, Obst und
Gemü se.

Andere Kohlenhydrate, die aus Weißmehl und Zucker bestehen, wie
zum Beispiel Weißbrot, Sü ßigkeiten, Teigwaren, enthalten derartige
Stoffe nicht und fü hren zu keiner langfristigen Sä ttigung. Gleichzeitig
fö rdert der reichliche Verzehr solcher „leeren“ Brennstoffe die
Kö rperfettbildung, hemmt die natü rliche Fettverbrennung und lä sst die
bei zu starkem Verzehr die natü rliche Fettverbrennung gä nzlich
erlö schen.

Fette

Nahrungsfette sind wichtige Energielieferanten, besonders fü r Kinder.
Ein sparsamer Umgang und die Verwendung der richtigen Fette, wie
essentielle Fettsä uren wie es in Olivenö l enthalten ist, sind dabei
wichtig.

Sichtbare Fette, wie Ol, Butter und versteckte Fette in Fleisch, Wurst,
Kä se, Milch sind einzuschrä nken, da eine zu hohe Fettzufuhr eine
Gewichtszunahme bedeutet.

Protein

In der Wachstumsphase ist eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß
wichtig, da es als Au baustoff der Zellen ein lebenswichtiger Bestandteil
der Nahrung ist. Empfehlenswert ist bei Kindern ein ausgewogenes
Verhä ltnis von tierischen Eiweißen, die in Fleisch, Fisch, Ei und Milch
vorkommen, und p lanzlichen Eiweißen in Getreide, Kartoffeln und
Hü lsenfrü chten.

Vitamine

Sie sind lebensnotwendige Substanzen fü r die Stoffwechselvorgä nge im
Kö rper, die fü r Wachstum (Vitamin A), Knochenau bau (Vitamin D),
Schutz gegen Infektionskrankheiten (Vitamin C) und fü r Leistungs- und
Konzentrationsfä higkeit (Vitamin B1) essenziell sind.

Mineralstoffe

Die Mineralstoffe, Natrium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Jod,
Fluor, Selen und Zink sind unverzichtbare Bestandteile bei allen
Stoffwechselvorgä ngen. Ein besonders wichtiger Mineralstoff fü r
Kinder ist das Calcium. Es sorgt fü r gesunde Knochen und Zä hne,
beein lusst aber auch die Erregbarkeit der Nerven und Muskeln und ist
notwendig fü r die Blutgerinnung. Milch und Milchprodukte eignen sich
in den jungen Lebensjahren als beste Calciumquelle.[13]

2.2.2 Mahlzeiten bei optiMIX®

Da der kindliche Organismus noch nicht in der Lage ist, große Reserven
anzulegen, um lä ngere Pausen der Nahrungsaufnahme zu ü berbrü cken,
emp iehlt die Deutsche Gesellschaft fü r Ernä hrung tä glich fü nf
Mahlzeiten:

zwei kalte Hauptmahlzeiten (erstes Frü hstü ck und Abendessen),

eine warme Hauptmahlzeit (Mittagessen) und

zwei kleine Zwischenmahlzeiten (zweites Frü hstü ck und
Nachmittagsmahlzeit).[14]

Die kalten Hauptspeisen sollten vorwiegend aus Brot und
Getreide locken, Milch und Milchprodukten, sowie Obst und Gemü se
bestehen und dadurch genü gend Kohlenhydrate (49 % der
Tageszufuhr) und Ballaststoffe (54%) aus Getreide, Kalzium (53%),
Vitamin C (41%) und Folsä ure (42%) liefern.

Die warme Mahlzeit dagegen beinhaltet vor allem Kartoffeln, Reis oder
Nudeln, sowie Gemü se oder Salat aus Rohkost. Fleisch wird bei
optiMIX® als Beilage betrachtet und sollte an manchen Tagen komplett
durch vegetarische Gerichte aus Basis von Getreide, Kartoffeln oder
Hü lsenfrü chte ersetzt werden. Einmal pro Woche wird eine
Fischmahlzeit empfohlen. Durch eine ausgewogene Ernä hrung wird der
Kö rper optimal mit Vitaminen und Mineralstoffen, wie Eisen (34% der
Tageszufuhr) aus Getreide und Fleisch, Jod (58%) aus Fisch, Vitamin B6
(40%), Magnesium (27&) und Phosphor (24%) aus Kartoffeln, Reis und
Nudeln versorgt.

Die beiden Zwischenmahlzeiten aus Obst, Gemü se und Rohkostsalat
ergä nzen die tä gliche Vitaminzufuhr. Des Weiteren kö nnen hier Brot
und in geringen Mengen Sü ßigkeiten und Gebä ck verzehrt werden,
sofern auf eine ausreichende Zahnhygiene geachtet wird.[15]

Fleisch und Fisch sollten jeweils einmal pro Woche auf dem Speiseplan
stehen. An den anderen Tagen kö nnen vegetarische Gerichte und
Eiergerichte eingesetzt werden.

Die Zwischenmahlzeiten sichern die Versorgung mit Vitaminen, z.B.
Vitamin C, Folsä ure und Vitamin A.[16]

Zusammenfassend sollten kalorienfreie oder -arme Geträ nke, wie Tee
und Wasser, und p lanzliche Lebensmittel, wie Gemü se, Obst,
Getreideerzeugnisse und Kartoffeln, reichlich konsumiert werden. Sie
sind die Basis einer ausgewogenen Ernä hrung. Vitamine, Mineralstoffe
und Ballaststoffe, die wenig Fett und Energie liefern, runden eine
ausgewogene Ernä hrung ab.

Mä ßig dagegen sollten tierische Lebensmittel, wie Milch und
Milchprodukte, Fleisch, Wurst, Eier und Fisch konsumiert werden.
Diese Lebensmittel liefern hochwertiges Eiweiß und Mineralstoffe, wie
Calcium, Jod, Eisen und Zink.

Von fett- und zuckerhaltigen Lebensmitteln, wie Speisefette, Ole, stark
zuckerhaltige Geträ nke, Sü ßwaren und „Knabberartikel“, sollten Kinder
wenig zu sich nehmen.[17]

Wenn die Ernä hrung der Kinder diesen Empfehlungen entspricht,
erreichen sie eine ausgewogene Mischkost, die aus den notwendigen
Nä hrstoffen Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, Vitamine und Mineralstoffe
besteht.

3 Ernährungssituation von Schulkindern

Die Ausgangslage ist sehr ernst. Die Zahl ü bergewichtiger Kinder hat
sich in den letzten fü nfzehn Jahren mehr als verdoppelt. Nach Angaben
der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Tendenz kontinuierlich
steigend.[18]

Es verwundert daher nicht, dass Empfehlungen fü r eine gesunde
Ernä hrung von Kindern wenig umgesetzt werden. „Nirgends sonst wird
die Diskrepanz zwischen den wissenschaftlichen
Ernä hrungsempfehlungen und dem tatsä chlichen Konsum so
offensichtlich, wie in der Ernä hrung der Kinder.“[19]

3.1 Die EsKiMo-Studie

Die EsKiMo-Studie aus dem Jahr 2006 hatte als Ziel „eine umfassende,
reprä sentative und aktuelle Bestandsaufnahme der
Ernä hrungssituation von sechs bis 17-Jä hrigen zu liefern“[20]. 4125
Kinder und Jugendliche wurden eingeladen. Von 2506 konnten
auswertbare Daten, bestehend aus 1234 Ernä hrungstagebü chern und
1272 DISHES[21]-Interviews, gewonnen werden.

In Anbetracht auf die Reprä sentativitä t der Querschnittsdaten ist es
wichtig zu wissen, inwiefern sich Probanden von Nichtprobanden – in
Bezug auf ausschlaggebende Merkmale – unterscheiden. Besonders, ob
Differenzen in Bezug auf das Ernä hrungsverhalten zu vermuten sind.
Kinder und Jugendliche aus einem sozial niedrigen Status sind weniger
unter den Teilnehmern zu inden. Außerdem sind weniger
ü bergewichtige und adipö se Kinder unter den Untersuchungspersonen
zu inden.[22]

Die Studie wurde vom Bundesministerium fü r Ernä hrung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz, dem Robert Koch-Institut und
der Fachgruppe Ernä hrung und Verbraucherbildung der Universitä t
Paderborn geplant und durchgefü hrt und ergab, dass bei Kindern das
Ernä hrungswissen und -verhalten nicht immer ü bereinstimmen.

Im Folgenden werden ausgewä hlte und fü r diese Arbeit von Bedeutung
erscheinende Ergebnisse der EsKiMo-Studie detailliert angefü hrt.

Der Fokus der Auswertung wurde auf die sechs bis el jä hrigen Kinder
gesetzt, da diese Altersgruppe primä r in der Grundschule anzutreffen
ist.

3.2 Energie- und Nährstoffzufuhr

Energie und Makronährstoffe

Makronä hrstoffe, Energiezufuhr und Fettanteil entsprechen
weitgehend den Empfehlungen. Brot, Sü ßwaren und Milchprodukte
stellen neben Sä ften und Limonaden die Hauptenergiequellen dar.

Die Fettsä urezusammensetzung ist nicht zufriedenstellend, da
gesä ttigte Fettsä uren in zu großen, mehrfach ungesä ttigte in zu
geringen Mengen konsumiert werden. Milchprodukte, Wurst- und
Sü ßwaren sind bedeutende Fettquellen bei den Kindern.

Die Proteinzufuhr ü berschreitet besonders bei den sechs bis el jä hrigen
die Empfehlungen, teilweise ü ber 200 %. Kinder nehmen vor allem
durch Milchprodukte, Brot, Fleisch und Innereien Proteine zu sich.

Kohlenhydrate werden durchschnittlich den Empfehlungen
entsprechend aufgenommen, wobei der Anteil ungü nstiger Mono- und
Disaccharide den der gü nstigen Polysaccharide ü bersteigt. Brot,
Sü ßwaren und Sä fte stellen hier die Hauptquelle dar.

Die Ballaststoffzufuhr ist bei mehr als der Hä lfte der Kinder zu niedrig.
Die bedeutendste Lebensmittelgruppe ist Brot, gefolgt von Obst und
Gemü se.

Die Wasserzufuhr der Kinder liegt etwas unter den Referenzwerten.
Mä dchen trinken weniger als Jungen. Trinkwasser wird hauptsä chlich
zu sich genommen, danach Sä fte, Limonaden und Milchprodukte.

Vitamine

Vitamin C und Vitamin B 12 werden ü berdurchschnittlich
aufgenommen, wohingegen Vitamin D und Folsä ure, welche bedeutend
wä hrend der Wachstums- und Entwicklungsphase sind, zu wenig
aufgenommen werden.

Mineralstoffe

Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium, Phosphor und Zink
ü berschreiten die empfohlene Zufuhrmenge. Mit Calcium werden die
Kinder jedoch nicht ausreichend versorgt. Eisen wird vor allem von
Mä dchen zu wenig aufgenommen. Die Jodzufuhr entspricht der Hä lfte
des Referenzwertes.[23]

3.3 Lebensmittelverzehr

Getränke

Die meisten Kinder unterschreiten die empfohlene Tagesmenge an
Flü ssigkeit. Wasser stellt die am meisten zu sich genommene
Flü ssigkeit dar. Sä fte und Limonaden erfreuen sich grö ßerer Beliebtheit
als Tee und werden dementsprechend nach Wasser am meisten
konsumiert.

Kohlenhydratreiche Lebensmittel

Der Konsum von der Lebensmittelgruppe, die Kinder laut der
Optimierten Mischkost reichlich zu sich nehmen sollen, weicht am
meisten von den Empfehlungen ab. Die wichtigsten
Kohlenhydratlieferanten in (Vollkorn-)Brot, Getreide, (Vollkorn-)Mehl,
Mü sli und Kartoffeln werden von den Heranwachsenden nicht in den
empfohlenen Mengen verzehrt.

Obst und Gemüse

Die meisten Kinder nehmen weniger Obst und Gemü se als empfohlen
zu sich. Gemü se wird weniger konsumiert als Obst. Bei Mä dchen sieht
der Verzehr jedoch etwas besser aus als bei Jungen. Die internationale
Empfehlung von tä glich fü nf Obst- und Gemü seportionen, an denen sich
auch optiMIX® orientiert, wird daher selten erreicht.

Milch und Milchprodukte

Auch die Versorgung mit Milch und Milchprodukten ist ungenü gend. Es
werden tendenziell mehr Vollfettprodukte verzehrt, was gegen die
Empfehlungen spricht.

Fleisch und Wurst

Der Fleisch-, Fleischwaren- und Wurstverzehr liegt deutlich ü ber den
Empfehlungen der optimierten Mischkost. Besonders Jungen
ü berschreiten den Konsum um das Doppelte bis Dreifache.

Eier

Kinder nehmen knapp die Hä lfte der empfohlenen Anzahl von zwei bis
drei Eiern die Woche zu sich. Jungen essen tendenziell mehr Eier als
Mä dchen.

Fisch

Positiv zu verzeichnen ist, dass Kinder genü gend Fisch zu sich nehmen,
was sich gesundheitsfö rdernd, wegen dem hohen Proteinanteil, den
Vitaminen und den Mineralstoffen, auswirkt.

Speisefette und –öle

Margarine und p lanzliche Ole werden hä u iger konsumiert als
tierische Fette, was wegen den wertvollen ungesä ttigten Fettsä uren
und Vitamin E und trotz der hohen Energiedichte erfreulich ist.

Süßwaren, „Knabberartikel“ und Limonade

Diese Lebensmittel sollten aufgrund ihrer niedrigen Nä hrstoffanteilen
und ihrer hohen Fett-und/oder Kohlenhydratdichte wenig verzehrt
werden. Dennoch essen 93 % der Jungen und 90 % der Mä dchen mehr
dieser Produkte als empfohlen. Erschreckend ist, dass etwa ein Drittel
die Empfehlungen um das Doppelte und ein weiteres Drittel mehr als
das Doppelte bis Dreifache – 35 % der Jungen und 26 % der Mä dchen –
der empfohlenen Energiemenge aufnimmt. Besonders Backwaren,
Sü ßigkeiten, Limonaden und stark zuckerhaltige Zerealienprodukte
werden konsumiert. Die durchschnittlich verzehrte Sü ßigkeitenmenge
ist bei Jungen etwas hö her als bei Mä dchen.[24]

Es lä sst sich zusammenfassend festhalten, dass gesundheitsbezogene
Argumente von Kindern und deren Eltern bekannt sind, sie aber keine
nachhaltigen Effekte auf ihr Essverhalten darstellen. Mä dchen haben
eher ein gesundes Essverhalten als Jungen. Die Hä lfte der Sechs- bis
El jä hrigen nimmt zu wenig Flü ssigkeit zu sich. Der Anteil an
Limonaden ist bei der Geträ nkeauswahl recht hoch. Die
Referenzmengen fü r Obst und Gemü se werden nur von wenigen
Kindern erreicht. Es werden tendenziell zu viele energiereiche, was die
Kalorienzahl betrifft, und proteinreiche Lebensmittel konsumiert,
wohingegen ballaststoffreiche Lebensmittel zu wenig verzehrt werden.
Die Hauptenergiequelle stellen neben Brot und Milchprodukten,
Sü ßigkeiten dar. Wird ein Blick auf den Kohlenhydratanteil geworfen,
lä sst sich sagen, dass dieser angestiegen ist und aus Lebensmitteln mit
einem hohen Zucker- und Weißmehlanteil, statt aus gesunden, stä rke-
und ballaststoffreichen Vollkornprodukten, besteht. Der Fettanteil ist
durchschnittlich zurü ckgegangen, wobei etwa 10 % der Kinder 40 %
der zugefü hrten Kalorien aus Fett ziehen. Alles in allem werden zu viele
tierische Fette ü ber Fleisch- und Wurstwaren verzehrt, wä hrenddessen
p lanzliche Fette und gesunde Omega-3-Fette zu sich genommen
werden. Vitamine und Folsä ure werden ü berwiegend ausreichend
aufgenommen.[25]

Die Ergebnisse der vorgestellten EsKiMo-Studie stimmen weitgehend
mit den Ergebnissen des Verzehrhä u igkeitsfragebogens aus KiGGS[26]
ü berein.[27]

Übergewicht und Adipositas bei Kindern

Betrachtet man die aktuelle Ernä hrungs- und Sportsituation der Kinder,
ist es unumgä nglich sich mit dem Thema Ubergewicht und Adipositas
auseinanderzusetzen. Sie stellen die hä u igsten Folgen der
Fehlernä hrung in Deutschland dar.

Adipositas (Fettleibigkeit, Fettsucht) ist ein chronischer
Krankheitszustand, bei dem sich im Kö rper mehr Fettgewebe
ansammelt als normal, wodurch das Kö rpergewicht erhö ht ist.
Ubergewicht ist der Ubergang von Normalgewicht zu Adipositas. Um
Adipositas und Ubergewicht zu de inieren, dient der sogenannte Body-
Mass-Index[28], der sich aus dem Kö rpergewicht in Kilogramm geteilt
durch die Kö rpergrö ße in Meter zum Quadrat ergibt. Ein BMI ab 25
kg/m² gilt per De inition als Ubergewicht, ein BMI von 30 kg/m² und
hö her als Adipositas.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO publizierte im Mai 2004 den
IOTF[29]-Childhood Obesity Report. Daraus ging hervor, dass
europaweit der Anteil ü bergewichtiger und adipö ser Kinder stark
zunimmt. Schä tzungen zufolge gibt es vierzehn Millionen
Ubergewichtige, davon drei Millionen mit Adipositas. „Die WHO spricht
bereits von einer Adipositasepidemie“[30]. Dieser Trend muss dringend
aufgehalten werden, denn ü bergewichtige Kinder werden auch oft
dicke Erwachsene. Andert sich nichts, so Experten, wird in 40 Jahren
jeder zweite Erwachsene adipö s sein.[31]

In Deutschland sind – laut den KiGGS-Daten – circa 14,8 % der Kinder
und Jugendlichen im Alter von zwei bis 17 Jahren ü bergewichtig, davon
6,1 % adipö s.[32] Jungen leiden statistisch gesehen etwas hä u iger an
den Folgen der Fehlernä hrung, was anhand der folgenden Statistik
erkennbar ist.


Abb. 3: a Übergewicht und Adipositas bei Jungen in KiGGS (2003 bis 2006 nach
Altersgruppen. b Übergewicht und Adipositas bei Mädchen in KiGGS (2003 bis 2006 nach
Altersgruppen.[33]


3.4 Ursachen

Heindl weist in diesem Zusammenhang auf die KOPS[34]-Studie hin.[35]
Begonnen im Februar 1996, erfasste das Projekt 2001 bereits 4997
Kinder. Bei KOPS handelt es sich sowohl um eine Querschnitts- als auch
eine Lä ngsschnittuntersuchung an Kindern vor der Pubertä t und
Kindern um die Pubertä t. Die Kinder werden im Alter von sechs, zehn
und 14 Jahren untersucht. Messgrö ßen bei der Untersuchung sind der
„Ernä hrungszustand, Kenngrö ßen des Stoffwechsels, der kö rperlichen
Aktivitä t und der Ernä hrung, [Faktoren der Krankengeschichte] und
der soziale Status der Kinder und deren Familien“[36].

Ergebnissen zufolge ist fü r unsere Gesellschaft im Moment das grö ßte
Problem, dass Ubergewicht bereits im Kindesalter beginnt. In Bezug auf
Vergleichsstudien aus dem Jahr 1978 hat die KOPS-Studie ermittelt,
dass 23 % der Erstklä ssler und bereits 40 % der Viertklä ssler
ü bergewichtig sind. Dabei sind besonders Kinder „dicker“, oder „sozial
schwacher“ Eltern betroffen. Bestimmte Lebensstilfaktoren stellen
bedeutsame Ursachen fü r die Entstehung und Entwicklung von
Ubergewicht und Adipositas dar. Neben unzureichend kö rperlicher
Aktivitä t in Form von Sport und Bewegung, spielt eine nicht
ausgewogene und ungesunde Ernä hrung ebenfalls eine Rolle. Die
Ursachen werden im Folgenden genauer dargestellt.

3.4.1 Ernährung und Bewegung

Die offensichtlichsten Grü nde fü r die Gewichtszunahme sind eine
falsche Ernä hrung und der Mangel an Bewegung.

Wie die Ergebnisse der KiGGS- und der EsKiMo-Studie zeigen, essen
Kinder zu wenig Obst und Gemü se, wohingegen sie zu viel Fett, Zucker,
Fastfood, Chips, Sü ßigkeiten und Limonaden konsumieren. In
Verbindung mit zunehmendem Bewegungsmangel, mitunter verursacht
durch das Zeitalter der modernen Medien, stellen diese Faktoren die
Hauptproblematik dar.[37]

Nicht nur die Quantitä t, sondern auch die Qualitä t der gekauften,
zubereiteten und verzehrten Lebensmittel ist von Bedeutung. Zu wenig
gesunde Kohlenhydrate und Ballaststoffe, nicht geeignete
Mahlzeitenfrequenzen und schlechte Mahlzeitenzeiten, beeinträ chtigen
den Blutglukosespiegel und fü hren zu einem „geringeren und
kurzfristig anhaltenden Sä ttigungsgefü hl“[38].

Mit dem Wechsel von Kindergarten zur Schulzeit bewegen sich Kinder
meist weniger. Langes Sitzen und ü berschaubarer Schulsport tragen
maßgeblich dazu bei. Paradox mag erscheinen, dass immer mehr
Kinder im Laufe ihrer Kindheit Mitglieder in Sportvereinen sind. Das
widersprü chlich erscheinende Ergebnis lä sst sich damit erklä ren, dass
Kinder zwar durchwegs Interesse an Sport haben, aber die Betä tigung
im Verein die generelle niedrige Bewegungsaktivitä t nicht kompensiert.
[39]


3.4.2 Kultureller Wandel

Mit dem Wandel der „klassischen“ familiä ren Rollenverteilung von
einem alleinverdienendem Vater und einer nicht erwerbstä tigen
Mutter, wie es noch in den 1970er Jahren vorherrschte, hin zu
vielfä ltigeren, offeneren Formen von Familienleben, hat sich auch das
Essverhalten in den Familien verä ndert. Aufgrund der Berufstä tigkeit
eines oder beider Elternteile, sind viele Kinder eine lange Zeit des Tages
alleine und versorgen sich, besonders wochentags, selbststä ndig. Sie
essen mittags vermehrt Fertiggerichte und auswä rts in Kiosken und
Imbissbuden. Wie die Ergebnisse der EsKiMo-Studie zeigen, wird
abends meist gemeinsam mit der Familie gegessen, wobei hier oft
wenig Zeit besteht, die Fä higkeiten und Bereitschaft zum Kochen im
privaten Haushalt immer mehr sinken, sodass der Anteil der frischen
Lebensmittel sich verringert und eher Fertigprodukte auf den Tisch
kommen. Hierbei stellen die verschiedenen zusä tzlichen Inhaltsstoffe,
wie Aromastoffe und Geschmacksverstä rker, ein weiteres Risiko dar, da
sie das Hungergefü hl erst spä ter einsetzen lassen und dazu fü hren, dass
das Sä ttigungsgefü hl nicht lange anhä lt.[40]

Eine geregelte Ernä hrung, bestehend aus den drei Haupt- und den zwei
Zwischenmahlzeiten, hä tte jedoch einen bedeutenden Ein luss auf die
schulischen Leistungen der Kinder. Das Einhalten feststehender
Essenszeiten fü hrt beispielsweise dazu, dass das Hungergefü hl zu den
festen Zeiten auftritt. Tä glich mehrere Mahlzeiten fü hren dazu, dass die
Leistungskurve der Kinder nicht extrem absinkt. Heißhungerattacken
kommen ebenfalls weniger vor.[41]

Neben dem Wandel der „klassischen“ familiä ren Situation hat sich in
den letzten Jahren auch das gesellschaftliche Umfeld geä ndert. Essen
aller Art ist heute ü berall und stä ndig verfü gbar. Besonders in Stä dten
indet man an jeder Ecke Bä ckereien, Imbissbuden und Fastfood-
Restaurants.

3.4.3 Soziale Lage der Familien

Das Vorbildverhalten der Eltern spielt eine maßgebliche Rolle bei der
Entstehung von Ubergewicht und Adipositas. Als Vorbild gelten Eltern,
die selbst gesunde Lebensmittel verzehren und den Konsum von
Fastfood und Sü ßigkeiten gering halten. Auch ein aktiver Lebensstil
wirkt sich positiv auf Kinder aus und lä sst sie selbst aktiv werden,
wobei der Energieverbrauch steigt.

Ein passiver Lebensstil, mitunter bedingt durch einen hohen Konsum
moderner Medien, schadet den Kindern langfristig. Kinder, die fü nf
Stunden tä glich fernsehen, haben laut Studien ein fü nfmal hö heres
Risiko adipö s zu werden als diejenigen, die ihren Fernsehkonsum auf
maximal zwei Stunden tä glich beschrä nken.[42] Gleichzeitig werden
beim Fernsehen oft ungesunde Lebensmittel, wie Knabbereien,
Sü ßigkeiten oder energiereiche Geträ nk verzehrt.

Der KiGGS-Studie ist zu entnehmen, dass es Risikogruppen fü r
Ubergewicht und Adipositas gibt, welche im Folgenden kurz vorgestellt
werden. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus und Kinder mit
Migrationshintergrund gelten als besondere Risikogruppen.

Diese Kinder frü hstü cken weniger, verzehren weniger Obst und
Gemü se und dafü r mehr Sü ßigkeiten und Sü ßgeträ nke als die
Vergleichsgruppen. Sie treiben weniger Sport und sitzen lä nger vor
dem Fernseher. Vor allem Kinder aus tü rkischen Familien gelten als
ü berdurchschnittlich beleibt. Auch eine Studie des Augsburger
Gesundheitsamtes, im Rahmen derer 2306 Schulanfä nger untersucht
wurden, bestä tigt, dass „Kinder mit der Angabe „nicht deutsch“ als
Muttersprache etwa doppelt so hä u ig ü bergewichtig [sind] als deutsch
sprechende Kinder“[43]. Ein wesentlicher Ein lussfaktor scheint der
Berufsstatus der Eltern zu sein, welcher meist niedriger ist als der
Status einer hö heren Schicht, beziehungsweise der der deutschen
Familien. Da weniger Geld zur Verfü gung steht, ist eine gesunde und
ausgewogene Ernä hrung fü r die beschriebenen Risikogruppen
schwerer umzusetzen, da Gemü se, Obst und andere hochwertige
Lebensmittel teurer sind als die Lebensmittel, die sie sich auf Grund
ihres Einkommens leisten kö nnen. So wird eher zu Billigprodukten aus
dem Discounter mit einem hohen Fett- und Zuckeranteil gegriffen.[44]

3.4.4 Werbung für ungesunde Lebensmittel

„Was Kinder essen sollten, wird ihnen nicht nur zu Hause oder in der
Schule beigebracht, sondern inzwischen auch immer mehr durch
Werbung. Werbung gilt als geplante, ö ffentliche Ubermittlung von
Nachrichten, die das Urteilen und/oder Handeln von Personen [...]
beein lussen und somit der gü terproduzierten Gruppe oder Institution
(hier der [...] Kinderlebensmittelindustrie) dienen soll.“[45]

Das Fernsehen ist das Hauptwerbemedium fü r Kinder. 20 % aller Spots
– 40 Werbespots innerhalb einer Stunde – sind an sie adressiert. Da
Kinder durchschnittlich ü ber zwei Stunden tä glich, besonders
Privatsender wo extrem viel Werbung gezeigt wird, fernsehen, sind sie
in einem großen Maße den Werbemaßnahmen ausgesetzt. Besonders
Kleinkinder kö nnen auf der einen Seite noch nicht zwischen Werbung
und Programm unterscheiden und folgen somit der Werbung genauso
aufmerksam wie dem Programm. Auf der anderen Seite kö nnen sie sich
Markenlogos bereits merken und gewö hnen sich daher frü h an die
beworbenen Markenprodukte, was dazu fü hren kann, dass sie sie bis
ins Erwachsenenalter konsumieren.[46]

Uberließe man den Kindern die Auswahl bei der Ernä hrung ohne sie
ü ber die negativen Folgen des Konsums ungesunder Lebensmittel
aufzuklä ren, sind die Folgen – Ubergewicht und Gefä hrdung der
Gesundheit – vorhersehbar.[47]

3.5 Folgen

Nach dem Beleuchten der Hauptursachen fü r kindliches Ubergewicht,
sollen nun die Folgen davon dargestellt werden. Als langfristige Folgen
falscher Ernä hrung drohen vielfä ltige Konsequenzen.

Hempel formuliert „Ubergewichtigkeit und die sogenannte
Fettleibigkeit (Adipositas) bilden eines der grö ßten Risiken fü r
Gesellschaft und seelisches Wohlergehen der Menschen im 21.
Jahrhundert“[48].

3.5.1 Medizinische Folgen

Beide Krankheitsbilder kö nnen „schwerwiegende Krankheiten wie
Diabetes, Bluthochdruck, Stö rungen des Fettstoffwechsels und
Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems“[49] nach sich ziehen.
Wenn das Ubergewicht bis ins Erwachsenenalter besteht, „erhö ht sich
das Risiko fü r Schlaganfall und Herzkrankheiten, Erkrankungen der
Gallenblase sowie einiger Krebsformen“ [50], wie Bauchspeicheldrü sen-,
Brust- und Nierenkrebs. Das Risiko eines erhö hten Blutdrucks und
LDL-Cholesterin-Werts wie auch ein Risiko fü r eine Insulinresistenz
steigt bei zu schweren Kindern gegenü ber normalgewichtigen Kindern
um ein vielfaches an. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weist die
Hä lfte aller adipö sen Kinder bereits eine Begleiterkrankung auf. Mit
steigendem Alter von fettleibigen Kindern ist davon auszugehen, dass
sie als Erwachsene dauerhaft ü bergewichtig oder adipö s bleiben.[51]

Es wird angenommen, dass Kinder, die kö rperlich beeinträ chtigt sind,
Lernschwierigkeiten haben. Entweder, da sie „durch die kö rperliche
Schwä chung nicht mehr voll leistungsfä hig sind, oder dadurch, dass
sich ihre schulischen Fehlzeiten durch Krankheiten oder hä u ige
Arztbesuche erhö hen.“[52]

Dickere Kinder haben oftmals Schwierigkeiten den Alltag zu meistern.
Neben der erschwerten Fortbewegung behindert auch die Kö rpermasse
ihre Beweglichkeit. Grob- und feinmotorische Fertig- und Fä higkeiten
sind bei ü bergewichtigen Kindern ebenfalls weniger ausgebildet,
mö glicherweise aufgrund zahlreicher Misserfolge bei denen
kö rperliche Aktivitä t vorausgesetzt wird. Das kann zu verminderten
Leistungen fü hren. Studien belegen, dass motorisch ittere Kinder auch
leistungsfä higer und konzentrierter sind.[53]

3.5.2 Psychische Folgen

Neben kö rperlichen Beschwerden, kann Ubergewicht und Adipositas zu
psychischen Problemen fü hren. Fü lligere Kinder sind oftmals von
Verspottung und Hä nseleien betroffen, besonders, wenn sie wegen
ihrer Kö rpermasse und den damit einhergehenden
Bewegungseinschrä nkungen beim Spielen oder bei sportlichen
Aktivitä ten Schwierigkeiten haben. Dadurch wird das Selbstwertgefü hl
vom Kindesalter an geschwä cht. Das soziale Lernen kann zudem auf
diese Weise beeinträ chtigt werden, da die gemobbten dickeren Kinder
sich nicht selten zurü ckziehen, um sich den sozialen
Unannehmlichkeiten zu entziehen. Oftmals versuchen sie durch die
sozialen Angriffe verursacht, ihren Kummer mit Essen zu
kompensieren – ein Teufelskreis. Im schlimmsten Fall ist sogar mit
Depressionen und Ubergang zu anderen Essstö rungen, wie Magersucht
und Bulimie, zu rechnen.[54]

3.5.3 Ökonomische Folgen

Die aufgefü hrten Folgeerkrankungen, sowie die steigenden Allergien,
belasten nicht nur die Kinder von heute, sondern auch unser
Gesundheitssystem von morgen. „Die Kosten von
ernä hrungsmitbedingten Krankheiten werden auf etwa ein Drittel der
Gesamtkosten unseres Gesundheitswesens geschä tzt […] und belasten
gerade die Krankenkassen ganz erheblich.“[55] Langfristig betrachtet
verursacht „[...] Ubergewicht [...] direkte Kosten im Gesundheitswesen
und indirekt Kosten fü r die Gesamtwirtschaft.[56]: Immense Kosten
werden durch die erhö hten Arztkosten fü r die Behandlung ihrer
Folgeerkrankungen (direkte Kosten), durch Produktivitä tsverluste
aufgrund krankheitsbedingter Fehlzeiten und vorzeitigen Todes
(indirekte Kosten), sowie durch verpasste Chancen, psychische
Probleme und die verminderte Lebensqualitä t der Betroffenen
(intangible Kosten) verursacht. Der Hauptanteil der
adipositasbedingten Kosten wird durch ihre Begleit- und
Folgeerkrankungen (Diabetes mellitus Typ 2, Koronare
Herzerkrankung und Bluthochdruck) verursacht. Mit 2 % ist der Anteil
der Behandlungskosten (Ernä hrungsberatung, Medikamente zur
Gewichtsreduktion und operative Therapien zur Gewichtsreduktion)
eher gering.

Ferner fand die „SOS[57]-Studie“ heraus, dass ü bergewichtige und
adipö se Personen doppelt so oft – aufgrund gesundheitlicher Probleme
– Rente beziehen wie Normalgewichtige.[58]

Daher ist es notwendig zu handeln und prä ventiv gegen Fehlernä hrung
bei Kindern vorzugehen.

Im folgenden Kapitel wird darauf eingegangen, wie Grundschulen einen
Beitrag zur Herstellung eines gesunden Verhä ltnisses der Kinder fü r
eine ausgewogene Ernä hrung beitragen kö nnen.

4 Verbesserungen des Ernährungszustandes von Kindern im
schulischen Kontext

Die Ausfü hrungen der vorangegangenen Kapitel verdeutlichen die
Problematik der zunehmenden Fehlernä hrung von Kindern, sowie die
damit verbundenen Risiken hinsichtlich ihrer kö rperlichen und
geistigen Entwicklung und Gesundheit. Rechtzeitige, prä ventive und
intervenierende Maßnahmen sind daher notwendig, um sowohl kurz-
als auch langfristigen Schä den oder Beeinträ chtigungen
entgegenwirken zu kö nnen.

So emp iehlt die Bundeszentrale fü r gesundheitliche Au klä rung: „Im
Hinblick auf prä ventive Maßnahmen ist das Kindes-[...]alter ein
bedeutsamer Lebensabschnitt, weil gesundheitsrelevante
Verhaltensweisen und Lebensstile sowie die Prä gung der auf die
Gesundheit bezogenen Einstellungen bereits in der Kindheit
beginnen“[59].

Gesundheitliche Au klä rung und die darin eingebettete
Ernä hrungserziehung von Kindern [...] indet in institutionellen und
sozialen Zusammenhä ngen statt. „Neben der Familie, dem Kindergarten
[und F]reizeitbereich stellt die Schule als Lebens- und Lernraum ein
zentrales Interventionsfeld fü r prä ventive Maßnahmen dar. Hier indet
im Unterricht eine organisierte Form des Lernens statt. Dabei kö nnen
Heranwachsende aus allen sozialen Schichten ü ber einen Zeitraum von
12 bis 13 Jahren erreicht werden“[60]. „Durch ihren direkten Zugang zur
Zielgruppe kommt den Lehrkrä ften hinsichtlich aller Maßnahmen in
der schulischen Gesundheits- bzw. Ernä hrungserziehung eine zentrale
Bedeutung zu“[61].

4.1 Die Schule als „soziales Kapital“ speziell für benachteiligte
Kinder

Besonders Kinder aus sozial benachteiligten Milieus und
gleichermaßen Kinder mit Migrationshintergrund stellen hinsichtlich
des Ernä hrungsverhaltens gefä hrdete Gruppen dar. Durch prä ventive
Maßnahmen kö nnen diese Gruppen bezü glich ihres
Ernä hrungsverhaltens positiv beein lusst werden. Lampert bekrä ftigt
„Vieles spricht dafü r, dass Kinder [...], die in ihrem sozialen Umfeld
unterstü tzt und gefö rdert werden, seltener gesundheitliche
Beeinträ chtigungen aufweisen und sich gesundheitsbewusster
verhalten.[62] Laut Ergebnissen der HBSC[63]-Studie sind prä gnante
Zusammenhä nge zwischen niedrigem Sozialkapital und schlechten
Gesundheitsverhalten zu verzeichnen. Der Begriff Sozialkapital
„bezeichnet [...] auf Vertrauen und Unterstü tzung basierende
Sozialbeziehungen, v.a. in den Bereichen Familie, Freunde,
Nachbarschaft und Institutionen (u.a. der Schule). [...] Der Schule
kommt als soziales Kapital im Bereich der Ernä hrungsbildung eine
besonders wichtige (Schutz-)Funktion zu. Sie muss gegenü ber den
anderen Bereichen, die einen wesentlich geringeren
gesundheitsfö rderlichen Ein luss auf die Kinder ausü ben, als
ausgleichende Instanz arbeiten.“[64]

Der Schule kommt daher als Element des Sozialkapitals eine wichtige
protektive Funktion zu.

Grundsä tzlich verfü gt die Schule ü ber zwei Mö glichkeiten, einen
Beitrag zu gesundheitsfö rdernden Maßnahmen zu leisten: Zum einen
die unterrichtliche Ernä hrungserziehung und zum anderen die
Bereitstellung eines ernä hrungspsychologisch wertvollen
Verp legungsangebots.

4.2 Elternarbeit als Maßnahme zur Prävention von
Fehlernährung

Damit ein gesundheitsbewusstes Ernä hrungsverhalten bei Kindern
langfristig und vor allem erfolgreich ausgebildet wird, ist die
Zusammenarbeit mit den Eltern wichtig. Die Schule sollte daher
versuchen, die Eltern, bzw. Erziehungsberechtigte durch aktive
Mitarbeit miteinzubeziehen. Unter Elternarbeit sind nach Vernooij „alle
Kontakte, Bemü hungen und Maßnahmen von in
Erziehungseinrichtungen Tä tigen [...] mit bzw. fü r Eltern und
Erziehungsberechtigte verstanden, mit der Zielsetzung, Erziehungs-
und Bildungsangebote wechselseitig abzustimmen, Reibungspunkte
und Unstimmigkeiten zwischen ö ffentlicher Erziehungsinstitution und
Familie zu verringern und zu einer gegenseitigen Unterstü tzung
bezogen auf die Erziehung und Bildung von Kindern [...] als
gemeinsame Aufgabe zu gelangen“[65] Die Elternarbeit zum Bereich
Ernä hrungserziehung kö nnte in Form von Elternabenden und gezielten
Informationsangeboten statt inden. Das Gesprä ch sollte vor allem
gesucht werden, wenn Kinder ohne Frü hstü ck in die Schule kommen,
sehr zuckerhaltige und kalorienreiche Produkte als Pausenmahlzeit
mitbekommen oder die Kinder nicht an der Mittagsverp legung
teilnehmen. Besonders in den Risikogruppen kann Elternarbeit zur
Verbesserung der Ernä hrungssituation der Heranwachsenden fü hren.
Die Kooperation mit den Eltern dient als Prä vention und Intervention
von Fehlernä hrung und der Vermittlung von gesundheitsrelevantem
Verhalten.[66]

5 Ernährungserziehung in der Schule

Die Ernä hrungserziehung von Kindern und Jugendlichen ist als
Bestandteil der Gesundheitserziehung ein wesentlicher Teil des
Erziehungs- und Bildungsauftrags der Schule. Da
Ernä hrungsgewohnheiten schon frü h geprä gt werden, sollte eine
effektive institutionalisierte Ernä hrungserziehung idealerweise im
Kindergarten und spä testens in der Grundschule beginnen, da sie einen
langfristigen Beitrag zur Gesundheit leistet.

Wie bereits in den vorangegangenen Kapiteln aufgezeigt, werden
Wachstum, Konzentration und Leistungsfä higkeit erheblich durch die
Ernä hrung beein lusst. Die Schule kann eine mö gliche Fehlernä hrung
der Kinder durch deren Familien und soziales Umfeld nicht verhindern
oder komplett kompensieren, aber sie kann die „Lernfä higkeit der [...]
Schü ler verbessern und neue Erlebnisrä ume in Bezug auf Ernä hrung
schaffen“[67].

5.1 Ziele der Ernährungserziehung

Frü here Konzepte der Ernä hrungserziehung setzten den Fokus alleinig
auf die Vermittlung ernä hrungswissenschaftlicher Fakten.

Heute dient das Wissen nach wie vor als Basis einer erfolgreichen
Ernä hrungserziehung. Die grundlegenden Ziele sind gleichwohl etwas
allumfassender.[68] Philipps formuliert die Intentionen einer
gelungenen Ernä hrungserziehung: „Eine effektive
Ernä hrungserziehung befä higt Kinder zur Selbststä ndigkeit und
Mitverantwortung im Bereich Ernä hrung. Des Weiteren soll
Ernä hrungserziehung die Kinder fü r ihre Bedü rfnisse, fü r ihr
Ernä hrungsverhalten und fü r ihren Kö rper sensibilisieren. Sie mü ssen
Entscheidungskompetenz erlangen, um dem Angebot an Lebensmitteln
und den Versprechungen der Werbung selbstbewusst und
handlungsfä hig entgegentreten zu kö nnen. Ziel ist letztendlich das
verantwortungsbewusste Ernä hrungsverhalten“[69].

5.2 Richtlinien effektiver Ernährungserziehung

Als Richtlinien fü r erfolgreiche Schulprogramme zur
Ernä hrungserziehung sind laut Heseker zu beachten, dass sie

auf einem anerkannten theoretischen Wirkmodell basieren.

inhaltlich klar de inierte, realistische, beschreibbare sowie mess-
bzw. nachweisbare Ziele verfolgen.

auf lange Sicht ein „Selbstlä ufer“ werden.

langfristig und intensiv sind und ü ber eine große Reichweite
verfü gen.

ganzheitlich und multisensorisch angelegt sind.

sich hinsichtlich Inhalt und Methoden dem physischen und
kognitiven Entwicklungsstand der jeweiligen Altersgruppe
anpassen und dabei besonders verhaltensbezogen sind.[70]

5.3 Besondere Überlegungen für den Unterricht

Um bei den Schü lern schrittweise eine Einstellungs- und bestenfalls
eine Verhaltensä nderung zu erreichen, ist bei der Ernä hrungserziehung
der „moralische Zeige inger“ der Lehrkraft zu vermeiden. Die Kinder
sollen sich in einer bewertungsfreien Umgebung der eigenen
Essgewohnheiten bewusst werden und offen in der Klasse darü ber
diskutieren dü rfen. Persö nliche Aussagen sollen fü r den
Erkenntnisprozess und den Lernerfolg aller beitragen. Außerdem ist
ein sensibler Umgang mit Informationen der Elternhä user der Kinder
notwendig. „Eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit
zwischen Lehrern und Schü lern sowie unter den Schü lern selbst ist die
Voraussetzung fü r eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit den
emotionalen Aspekten der Ernä hrung.“[71] Es ist zu betonen, dass
Verä nderungen der Ernä hrungsweise nur in kleinen Schritten und nicht
bei allen Schü lern mö glich sind. Essgewohnheiten sind in der Regel und
besonders bei den bereits beschriebenen Risikogruppen ziemlich
verä nderungsresistent.[72]

Die Lehrkraft selbst soll als Vorbild beim Thema Ernä hrung dienen und
muss sich bewusst sein, dass sie mit „Widersprü chen des eigenen
Essverhaltens konfrontiert und in weitaus stä rkerem Maße als bisher
gefordert“[73] ist, ernä hrungsbezogen glaubwü rdig zu sein.

5.4 Ernährungserziehung im bayerischen LehrplanPLUS

Im bayerischen LehrplanPLUS ist die gesunde Ernä hrung Thema des
Fachunterrichts und des fä cherü bergreifenden Lernens. Es emp iehlt
sich, das Thema nicht nur in einer Jahrgangsstufe zu behandeln,
sondern es altersgemä ß immer wieder als Lerngegenstand, als Projekt
und beim außerschulischen Lernen zu behandeln.

5.4.1 Ernährungserziehung im Fachunterricht

Das Thema gesunde Ernä hrung ist besonders im Heimat- und
Sachunterricht zu thematisieren.

Heimat- und Sachunterricht

HSU 1/2 Lernbereich 2: Kö rper und Gesundheit

Kompetenzerwartungen:

Die Schü ler

begrü nden die Bedeutung von Schutz und P lege des Kö rpers und
gehen mit ihrem eigenen Kö rper achtsam um.

bewerten Nahrungsmittel nach ihrem Beitrag zu einer gesunden
und ausgewogenen Ernä hrung und stellen ihr Pausenbrot oder
Frü hstü ck entsprechend zusammen.

beurteilen ihre eigenen Ernä hrungsgewohnheiten und stellen den
Zusammenhang zwischen Ernä hrung, Gesundheit und
Leistungsfä higkeit her.

Inhalte zu den Kompetenzen:

Gesundheitsvorsorge und Kö rperhygiene

Nahrungsmittel und ihre Inhaltsstoffe

Zä hne und Zahngesundheit[74]

5.4.2 Fächerübergreifendes Lernen

Die fä cherü bergreifende Vorgehensweise bietet sich an, da Kinder
„Phä nomene, Fragen und Probleme der sie umgebenden Welt nicht
nach Fä chern gegliedert, sondern aus eigenen vielfä ltigen Perspektiven
und ganzheitlich wahrnehmen.“[75]

Daher emp iehlt es sich ernä hrungsbezogene Themen auch im
Deutsch-, Mathematik-, Kunst-, Musik- und Sportunterricht zu
thematisieren.

5.5 Methodik

Wie bereits erwä hnt, kann Ernä hrungserziehung in der Grundschule
zum Einen durch Wissensvermittlung und zum anderen durch
Bereitstellung eines ernä hrungspsychologisch wertvollen
Verp legungsangebots die Kinder ü ber das Thema „gesunde
Ernä hrung“ informieren und sie dafü r sensibilisieren.

5.5.1 Unterrichtssequenz zum Thema gesunde Ernährung

Das Thema ist im Idealfall ganzheitlich angelegt und nicht nur auf
wenige isolierte Stunden zu besprechen. Daher wird im Folgenden eine
mö gliche Unterrichtssequenz zu dem Thema vorgestellt. In der Praxis
ist auf die individuelle Situation der Schü ler einzugehen. Die im
Folgenden dargestellten Stunden mü ssen daher gegebenenfalls in der
Schulpraxis den Kindern und weiteren Umstä nden wie Finanzmitteln
und Rä umlichkeiten der Schule angepasst werden. Die Sequenz ist fü r
die zweite Jahrgangsstufe konzipiert.

Überblick über die einzelnen Stunden der Unterrichtssequenz
zum Thema gesunde Ernährung

Im Folgenden wird eine Unterrichtssequenz von 15 Stunden
vorgestellt. Die Unterrichtsstunden dauern 45 bis 90 Minuten, die
Projekte 150 Minuten bis zu einem Tag. Unter Berü cksichtigung des
Umfangs der Zulassungsarbeit werden die Unterrichtseinheiten kurz
beschrieben. Lediglich die erste, sechste, und zwö lfte Stunde werden
mit Materialien und Artikulationsschemata vertieft prä sentiert. Die
Ausfü hrungen sind im Fließtext beigefü gt.



Ausarbeitung der drei Unterrichtseinheiten

Stundenthema: Unterscheidung der Lebensmittel in gesund und
ungesund sowie Nahrungsmittelplakat (erste Stunde der
Unterrichtsfrequenz)

Fach: Heimat- und Sachkunde

Lernbereich 2: Kö rper und Gesundheit

Intendierte Unterrichtsziele zu der Unterrichtssequenz zum Thema
gesunde Ernä hrung

Richtziel:

Die Schü ler entwickeln eine positive Grundhaltung zum Thema
gesunde und vollwertige Ernä hrung und bekommen ein Gespü r dafü r
wie man sich gesund ernä hrt und welche Vorteile eine solche
Ernä hrungsweise hat.

Grobziel:

Die Schü ler erhalten Zugang zu dem Thema gesunde Ernä hrung indem
sie sich mit ihren bisherigen Essensgewohnheiten auseinandersetzen
und diese unter dem Aspekt gesund – ungesund betrachten.

Feinziele:

Die Schü ler sollen

sich ihren eigenen Ernä hrungsgewohnheiten bewusst werden.

Nahrungsmittel bewerten, ob sie gesund oder ungesund sind.

selbststä ndig ein Plakat mit Lebensmitteln erstellen, die sie gerne
essen.

durch das Malen ihre Kreativitä t ausleben.

ihre eigenen Ernä hrungsgewohnheiten beurteilen.

[76][77]



Die erste Unterrichtsstunde dient zur Hinfü hrung zum Thema „gesunde
Ernä hrung“. Die Schü ler werden sich ihren Ernä hrungsgewohnheiten
bewusst und werden sensibilisiert, welche Lebensmittel gesund und
welche weniger gesund zu beurteilen sind.

Nach der Begrü ßung werden die Kinder gebeten, ihren Platz im
Kinositz vor der Tafel zu inden.

Durch den stillen Impuls beginnt die Stunde. Die Lehrkraft legt dazu
das Bild vom Schlaraffenland in die Mitte des Kinositzes. In diesem Fall
ist die Sozialform Kinositz gut geeignet, da alle Kinder einen
uneingeschrä nkten Blick auf das Material haben und sich daher mit
dem Lerngegenstand besser auseinandersetzen kö nnen. Die Lehrkraft
dagegen hat einen besseren Blick auf die Lernenden. Die Schü ler
ä ußern sich zu den Bildern. Sie beschreiben was sie sehen und stellen
Vermutungen an, um was es in der Stunde gehen kö nnte. Alle Kinder
denken mit und ü berprü fen die Aussagen der jeweiligen
Schü lerantworten.

Anschließend fragt die Lehrkraft, was die Schü ler gerne essen. Diese
artikulieren sich begrü ndend dazu. Die Lehrkraft notiert die Aussagen
an der Tafel mit.

Danach wird die Zielangabe formuliert: „Wir wollen die Lebensmittel
und Gerichte einteilen, ob sie gesund oder ungesund sind.“ Die
Uberschrift „Gesunde und ungesunde Lebensmittel“ wird an die Tafel
geschrieben.

Nun werden die notierten Lebensmittel in die Kategorien „gesund“ und
„ungesund“ eingeteilt. Die Kinder begrü nden ihre Antworten. Die
Lehrkraft kreist die Lebensmittel mit grü n (gesund) und rot
(ungesund) ein und kommentiert gegebenenfalls dazu.

In der nä chsten Phase erstellen die Schü ler in Einzelarbeit Plakate,
welche sie von der Lehrkraft bekommen, mit den Dingen, die sie gerne
essen. Darau hin kategorisieren die Kinder die Lebensmittel in
Partnerarbeit um etwaige Unklarheiten gemeinsam zu besprechen.

Zur Prä sentation und Ergebnissicherung inden sich die Kinder wieder
im Kinositz ein. Sie stellen ihre Plakate vor und begrü nden wieso sie die
Lebensmittel kategorisiert haben, wie sie es getan haben. Die
Mitschü ler geben nonverbal Feedback, indem sie ihre Daumen zu den
Schü lerä ußerungen hoch oder runter zeigen lassen. Wenn es zu
Unstimmigkeiten kommt, wird im Plenum darü ber diskutiert.

Abschließend gibt die Lehrkraft Ausblick auf die folgende Stunde, in der
das Thema vertieft und Neues gelernt wird.


Bild „Schlaraffenland“[78]

Aktion Schulfrühstück zusammen mit den Eltern (sechste Stunde


der Unterrichtsfrequenz)

Fach: Heimat- und Sachkunde

Lernbereich 2: Kö rper und Gesundheit

Grobziel:

Die Schü ler bekommen ein Gespü r, wie das theoretisch Gelernte zum
Thema „gesunde Ernä hrung“ praktisch umzusetzen ist.

Feinziele:

Die Schü ler sollen

Obst und Gemü se zubereiten.

Brot und Mü sli anrichten.

den gemeinsamen Essenstisch ansprechend decken.

den Essenstisch abrä umen und saubermachen.


Zusammen wurde mit den Schü lern in der vierten Stunde der
Unterrichtssequenz das gesunde gemeinsame Frü hstü ck geplant. Es
wurde außerdem besprochen, welche Vorteile es hat, zu frü hstü cken.
Die Eltern der Kinder haben einen Elternbrief erhalten und/oder
wurden am Elternabend zum Thema „gesunde Ernä hrung“ informiert,
was die Kinder zum Schulfrü hstü ck mitzubringen haben (ein Brettchen
oder einen Teller, ein kleines Kü chenmesser, ein Geschirrtuch und
Besteck) und wieso die Zusammenarbeit mit den Eltern im Bereich
gesunde Ernä hrung wü nschenswert ist. Die Lehrkraft teilt jedem Kind
mit, was es mitzubringen hat. Die Lehrkraft bringt Schü sseln, Platten,
Teller, Servietten, Brotmesser, Sparschä ler und Wischlappen mit. Die
Zweitklä ssler haben in der fü nften Stunde der Unterrichtssequenz
Einladungen fü r die Eltern gestaltet und ihnen gegeben. Eltern, die
Interesse am Projekt gesundes Schulfrü hstü ck haben, nehmen teil und
unterstü tzen die Kinder bei der Vorbereitung des Essens. Am Ende
wird ü ber das Frü hstü ck re lektiert.

Da die meisten Eltern berufstä tig sind, kö nnte das gemeinsame
Frü hstü ck an einem Wochenendtag statt inden.

Schulfrühstück alternativ 1: Das gemeinsame Klassenfrühstück

Das Bundesministerium fü r Ernä hrung und Landwirtschaft weist
darauf hin, dass in den Klassen eins bis drei tä glich im Klassenverband
gefrü hstü ckt werden sollte.[79]

Am Ende der zweiten Stunde werden die Tische freigerä umt und zu
Beginn der großen Pause werden die mitgebrachten Lebensmittel
gegessen. Die Eltern sind zu informieren, dass sie ihren Kindern ein
Stü ck Obst und Gemü se, Vollkornbrot mit beispielsweise Frischkä se
und ein zuckerfreies Geträ nk mitgeben. Die Sitzordnung kann erhalten
bleiben. Es ist darauf zu achten, dass eine Atmosphä re entsteht, in der
die Kinder in Ruhe essen und sich in angemessenerer Lautstä rke
unterhalten kö nnen. Dazu kann beigetragen werden, indem jedes Kind
sein eigenes Frü hstü cksset besitzt, das es im Kunstunterricht selber
gestaltet hat. Wenn ein Schü ler zu viel Essen dabei hat, kann er es mit
anderen teilen. So wird kein Essen weggeworfen. Nach dem
gemeinsamen Frü hstü ck wird der Platz aufgerä umt und
saubergemacht. Ein sauberer Putzlappen wird von der Lehrkraft
hierfü r zur Verfü gung gestellt. In der anschließenden Pause sollen sich
die Kinder bewegen und austoben.

Schulfrühstück alternativ 2: Die Schule bietet 1. und 2. Frühstück
für Schüler an

Da einige Kinder hungrig aus dem Elternhaus gehen und es mangels
Versorgung durch die Eltern den ganzen Vormittag ü ber bleiben, kann
die Schule mit einem zusä tzlichen Angebot eines ersten Frü hstü cks
dem entgegenwirken. Voraussetzung hierfü r ist, dass die Kinder, die
von Zuhause nicht mit einem Frü hstü ck versorgt werden (kö nnen),
gegen 7:30 Uhr in der Schule sind und die Schule ü ber ein Schü lercafé
verfü gt. Die Schule und das Schü lercafé sind spä testens von 7:30 Uhr an
geö ffnet. Von 7:30 bis 8:30 Uhr ist "Ankommenszeit" fü r die Kinder.
Danach beginnt der regulä re Unterricht. Vorher kann etwas aus dem
Café getrunken oder gegessen und gespielt werden. Das Café verfü gt
ü ber Milch, Milchprodukte, frisches Obst und Gemü se, Nü ssen, Samen,
fertig zubereitete Vollkorn-Brö tchen, Saftschorlen, Tee, Wasser und
zuckerfreies „Mü sli-to-go“. Das Schü lercafé wird durch engagierte
Eltern und Lehrer betrieben. Die Lebensmittel werden von Eltern
und/oder Supermä rkten gesponsert.

Es bietet sich zusä tzlich die Mö glichkeit, dass die Schü ler den Betrieb
und die Zubereitung des Speisenangebots im Schü lercafé im
Freizeitbereich zu erlernen. Die Kinder erwerben so Fertigkeiten fü r die
Nahrungszubereitung, die zum einen ihren Mitschü lern zugutekommen
und zum Anderen auch fü r sie zu Hause nü tzlich sind. Außerdem wird
ihnen auf diese Weise vermittelt, dass das im Unterricht ü ber
Ernä hrung Gelernte nicht nur in der Theorie, sondern praktisch
umzusetzen ist.[80]

Ernährungstagebuch (zwölfte Stunde der Unterrichtssequenz)

Fach: Heimat- und Sachkunde

Lernbereich 2: Kö rper und Gesundheit

Grobziel:

Die Schü ler wiederholen, was sie als Kinder am besten essen sollten
und erstellen ein Ernä hrungstagebuch.

Feinziele:

Die Schü ler sollen

wiederholen, was unter einer gesunden und ausgewogenen
Ernä hrung zu verstehen ist.

lernen, was ein Ernä hrungstagebuch ist, wozu es dient und wie es zu
fü hren ist.

sich ihren eigenen Ernä hrungsgewohnheiten erneut bewusst
werden.

ihre eigenen Ernä hrungsgewohnheiten beurteilen.



Die zwö lfte Unterrichtsstunde dient zur Wiederholung des Themas
„gesunde Ernä hrung“. Die Schü ler wiederholen, was sie essen sollen um
gesund und vital zu sein.

Nach der Begrü ßung werden die Kinder gebeten, ihren Platz im
Sitzkreis vor der Tafel zu inden.

Durch die Phantasiereise beginnt die Stunde. Die Lehrkraft liest die
Phantasiereise „Gesundes Schlaraffenland“ vor. Die Kinder hö ren
aufmerksam mit geschlossenen Augen zu. Die Sozialform Sitzkreis ist
gut geeignet, da alle Kinder die Lehrkraft gut hö ren und es sich
gemü tlich machen kö nnen. Die Lehrkraft dagegen hat einen besseren
Blick auf die Lernenden.

Anschließend fragt die Lehrkraft, ü ber was die Phantasiereise handelte.
Die Schü ler ä ußern sich dazu. Den Ubergang zum Stundenthema schafft
die Lehrkraft, indem sie die Kinder wiederholen lä sst, was zu einer
ausgewogenen und gesunden Ernä hrung gehö rt.

Die Zielangabe wird formuliert „Du wirst fü r die kommende Woche ein
Tagebuch fü hren und aufschreiben, was du alles gegessen hast.“

Die Schü ler werden gebeten, sich auf ihrem Sitzplatz einzu inden,
sodass die Lehrkraft ihnen erklä rt, was ein Ernä hrungstagebuch ist und
wieso es gefü hrt werden soll. Fü r den aktuellen Tag notieren die Kinder,
was sie bereits gegessen haben und besprechen mit ihrem
Sitznachbarn, ob es eher gesund oder noch zu verbessern ist.

Anschließend werden die Tagebü cher im Klassenverband besprochen.
Kein Kind soll wegen einer ungesunden Ernä hrung schlecht gemacht
werden. Die Schü ler sollen sich lediglich Tipps geben, wie sie sich am
besten ernä hren, damit sie gesund und vital und leistungsfä hig sind.

Die Stunde wird abgeschlossen, indem die Lehrkraft die Kinder erneut
auf die Hausaufgabe, das Fü hren des Ernä hrungstagebuchs, hinweist.

Phantasiereise „Besuch im Schlaraffenland“

Ich lade dich heute ein zu einer Reise in ein Land, in dem du nach
Herzenslust viele leckere Sachen essen und trinken kannst. Setz dich
ganz bequem hin. Vielleicht magst du auch deine Augen schließen,
damit du dir alles besser vorstellen kannst.

Du kommst an ein großes, grü n gestrichenes Tor. Es steht offen und auf
einem Schild kannst du lesen: „Komm herein! Herzlich willkommen im
gesunden Schlaraffenland!“

Diese Einladung mö chtest du dir nicht entgehen lassen. Du bist
gespannt, was dich hinter dem Tor erwartet und trittst ein. Vor dir
breitet sich ein riesengroßer Garten aus, voll mit herrlichem Essen und
Trinken. So etwas hast du noch nie gesehen!

Gleich am Anfang liegt ein großes Erdbeerbeet. Die roten Frü chte
lachen dich an. Du kniest nieder, um einige Beeren zu p lü cken. Sie
duften herrlich. Du steckst dir eine Erdbeere in den Mund. Wie fruchtig
und saftig sie ist! Und wie gut sie dir schmeckt! Du genießt die Beeren.
Dann siehst du dich im Garten um. Am Wegrand stehen kleine Picknick-
Kö rbe fü r das Essen. Du nimmst einen Korb mit und gehst weiter ü ber
eine große Wiese. Die Sonne scheint. Das Gras ist warm und weich und
kitzelt dich ein bisschen an den Beinen. Auf der Wiese wachsen
Blumen, Bä ume und Strä ucher – aber ganz außergewö hnliche! Du
schaust genau hin: Goldgelbe Kä sewü rfel und leckere kleine Wü rstchen
hä ngen an den Bä umen – so tief, dass du sie leicht p lü cken kannst. Die
Blumen auf der Wiese haben Blü ten aus kleinen sü ßen Tomaten, aus
frischen grü nen Gurkenscheiben und knackigen roten Radieschen. Die
Stä ngel sind kleine Holzstä bchen. Du p lü ckst ein Stä bchen und steckst
dir darauf, was dir schmeckt. Richtig bunt und lecker sieht dein Spieß
jetzt aus. Du legst ihn in deinen Korb und freust dich schon auf’s Essen.
Vorher gehst du aber noch ein Stü ck weiter. Mitten in der Wiese steht
ein Haus. Schau genau hin: Die Fensterlä den sind aus herzhaftem
dunklem Bauernbrot gebacken. Die Kruste glä nzt. Wie knusprig sie
aussieht – und wie gut es hier riecht! Ganz tief atmest du den Duft des
Brotes ein. Die Fenster am Haus sind aus lauter Brezen
zusammengesetzt. Sie duften noch ganz warm und frisch. Du darfst dir
ein Stü ck Brot oder eine Breze abbrechen. Wie fü hlt es sich an –
knusprig und fest oder weich?

Gleich neben dem Haus wä chst ein Baum, der voller verschiedener
Frü chte hä ngt.
Da gibt es alles, was du dir wü nschen kannst: gelbe Bananen, saftige
P irsiche, knackige Birnen, duftende Apfel mit roten Backen und runde
saftige Orangen.

Auch dein Lieblingsobst ist dabei. Was hast du dir ausgewä hlt? Welche
Form hat deine Frucht: lä nglich, rund, oval.

Welche Farbe hat sie? Du legst sie in deinen Korb. Frisches kü hles
Wasser und verschiedene Sä fte sprudeln als Quellen und Bä chen durch
den Garten. Daneben stehen bunte Becher mit Trinkhalmen. Du nimmst
einen Becher und bedienst dich. Nun hast du richtig Appetit! Im Garten
sind Picknickdecken ausgebreitet. Es gibt aber auch Tische und Stü hle
auf der Wiese und im Schatten unter den Bä umen. Such dir einen
schö nen Platz aus, wo du dein Essen richtig genießen kannst. Lass dir
Zeit beim Essen und Trinken. Wie schmeckt dein Brot oder deine
Breze? Schau noch einmal deinen Spieß an: Was hast du dir alles darauf
gesteckt? Lass es dir gut schmecken! Auch dein Geträ nk schmeckt dir
gut: Frisch und kü hl lö scht es deinen Durst. Mö chtest du noch eine
Nachspeise haben? In großen Blumenschalen laden dich leckerer
Joghurt, kü hles Eis, Pudding und Obstsalat ein. Was magst du am
liebsten? Jetzt fü hlst du dich satt und wohl. Wie gut dir alles
geschmeckt hat! Langsam machst du dich wieder auf den Weg nach
Hause. Du gehst durch das Tor wieder nach draußen und
verabschiedest dich vom Schlaraffenland.[81]


Ernä hrungskreis[82]



Eine Seite des Ernä hrungstagebuchs


5.5.2 Schulverpflegung

„Fü r eine nachhaltige Verbesserung der Ernä hrungssituation von
Schulkindern reicht die Ernä hrungserziehung im Unterricht allein nicht
aus.“[83] Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule verp lichtet
sie darü ber hinaus, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die
Leistungsfä higkeit der Schü ler unterstü tzt und fö rdert. Um den Kindern
bewusst zu machen, was zum Erhalt der eigenen Gesundheit
erforderlich ist und welche Kompetenzen erworben werden mü ssen,
um einen gesunden Lebensstil fü hren zu kö nnen, ist auch ein
angemessenes und preiswertes Nahrungsangebot in den Schulen
erforderlich. Die Verbindung zwischen der Ernä hrungserziehung im
Unterricht und der ausgewogenen Schulverp legung setzt einen „engen
Theorie-Praxis-Bezug, der die Schü ler Gelerntes erfahren und dadurch
[multisensorisch] erleben lä sst und wirkt so mit grö ßter Intensitä t auf
ihr Ernä hrungsverhalten ein.“[84]

Um ein qualitativ hochwertiges Verp legungsangebot an Schulen zu
schaffen, wurde die Kampagne „Besser essen, mehr bewegen –
kinderleicht“ von der Deutschen Gesellschaft fü r Ernä hrung e.V. ins
Leben gerufen. Sie entwickelte mit den einzelnen Bundeslä ndern
zusammen „wissenschaftlich gesicherte und praxistaugliche
Qualitä tsstandards fü r die Schulverp legung.“[85]

Rahmenbedingungen

Pädagogische Rahmenbedingungen

Eine qualitative Schulverp legung ist mitunter wichtig zur Bildung von
Ernä hrungskompetenzen der Kinder. „Neben der Familie trä gt die
Schule dazu bei, Geschmacks- und Handlungsmuster auszubilden und
zu festigen.“[86] Somit hat die Schule pä dagogische, sowie
gesundheitspolitische Aufgaben.

Das gemeinsame Essen der Lehrkraft mit den Heranwachsenden trä gt
nicht nur dazu bei, dass die Schü ler kognitiv und physisch
leistungsfä higer sind, sondern fö rdert durch die Kommunikation
wä hrend den Mahlzeiten auch die sozialen Beziehungen und wirkt sich
positiv auf das soziale Lernen aus.

Außerdem gewä hrleistet die Schulverp legung fü r Kinder der
Risikogruppen eine Art Schutz gegen schlechtes Ernä hrungsverhalten
zuhause, welches Gesundheitsbeeinträ chtigungen und
Lerneinschrä nkungen zu erwarten lä sst. Daher ist eindringlich „dafü r
Sorge zu tragen, dass Hunger und Nahrungsmangel die Lernerfolge der
Kinder nicht beeinträ chtigen. Die Teilnahme am schulischen
Verp legungsangebot muss unabhä ngig vom sozioö konomischen
Hintergrund fü r jede Schü lerin und jeden Schü ler gewä hrleistet
sein“[87]. Diese Forderung muss bei der Finanzierung der
Verp legungsangebote unbedingt berü cksichtigt werden.

Kulturelle Rahmenbedingungen

Einige Ernä hrungsvorlieben sind angeboren, manche kulturell bedingt.
In jeder Klasse sind zunehmend Kinder mit Migrationshintergrund.
Daher ist es aus sozialen und psychischen Aspekten erforderlich, die
Vorlieben und Abneigungen der Schü ler bezü glich des Essens zu
berü cksichtigen um die Kinder schrittweise an neue Nahrungsmittel
oder Speisen zu gewö hnen. Des Weiteren sollten auch regelmä ßig
Gerichte aus anderen Esskulturen angeboten werden.

Schulorganisatorische Rahmenbedingungen

Damit sich die Kinder wohlfü hlen und motiviert sind, an der
Schulverp legung teilzunehmen, ist es notwendig, eine positive
Essatmosphä re zu schaffen. Ein heller Raum mit freundlichem,
ansprechendem Ambiente und einer geringen Gerä uschkulisse trä gt
dazu bei, dass sich die Schü ler in ihrer Pause entspannen kö nnen,
Freude am Essen haben und sich wä hrend dem Essen, dank Essregeln,
kultiviert austauschen kö nnen.

Fü r die Mittagspause sind mindestens 60 Minuten empfohlen, damit die
Kinder Zeit haben, genü gend Energie zu tanken. Bewegungspausen
sollten gesondert statt inden.[88]

Gestaltung der Schulverp legung

Getränkeversorgung

Ausreichendes Trinken gehö rt zu einer vollwertigen Verp legung.
Daher sollten Kinder jederzeit die Mö glichkeit haben zu trinken.
Trinkwasser sollte den Schü lern im Laufe des Schultages immer
kostenfrei zur Verfü gung stehen. Dies ist beispielsweise durch einen
Trinkwasserspender, die Installation von Brunnen oder die Einrichtung
von Trinkecken in den Klassenzimmern realisierbar. Die Geträ nke
mü ssen regelmä ßig gewartet und auf ihren Keimgehalt kontrolliert
werden. Wä hrend des Unterrichts sollten Regeln aufgestellt werden,
wann getrunken werden darf, denn gerade Grundschulkinder nutzen
Trinkpausen oftmals zum Herumalbern und nuckeln an den
Trink laschen. An den Schulen sollten Limonaden, Nektare,
Fruchtsaftgeträ nke, Eistee, Energy-Drinks und isotonische
Sportgeträ nke nicht angeboten werden.

Zwischenverp legung

Das Frü hstü ck zuhause und Zwischenverp legung in der Schule leisten
bei optimaler Lebensmittelauswahl einen wichtigen Beitrag zur
tä glichen Nä hrstoffzufuhr. Da aber nicht jedes Kind frü hstü ckt, ist es
wichtig, dass die Schü ler spä testens in der Schule mit Nä hrstoffen
versorgt werden, um die kognitive Leistungsfä higkeit zu unterstü tzen.
Tä glich sollten salz- und zuckerfreie Nü sse oder Samen sowie frisches
Obst und Gemü se angeboten werden.

Mittagsverp legung

Wie bereits ausfü hrlich beleuchtet, sollte das Mittagsangebot den
beschilderten Rahmenbedingungen entsprechen. Außerdem sollte zum
tä glichen Angebot Rohkost, Salat oder gegartes Gemü se, eine
Stä rkebeilage sowie ein Geträ nk mit mindestens 200 Milliliter zä hlen.
Alles in allem sollte die Mittagsverp legung den Standards der
Optimierten Mischkost entsprechen. Es gilt zu beachten, dass die
Speisen ä sthetisch prä sentiert und angerichtet werden, geschmacklich
abwechslungsreich und geschmackstypisch bleiben und gleichermaßen
eine angemessene Konsistenz aufweisen.[89]

Allgemeine Bedingungen

Um fü r Gesundheit garantieren zu kö nnen, sind die
Hygienevorschriften nach den HACCP[90]-Grundsä tzen einzuhalten. Die
Lebensmittel sollten auch nachhaltig sein. Das heißt im Idealfall
ü berwiegend p lanzlich, gering verarbeitet, ö kologisch erzeugt,
regional und saisonal, umweltverträ glich verpackt bis zur Zubereitung
und zum Verzehr, sowie fair gehandelt. Die Schule kann selber
festlegen, welche Bereiche und welche Aspekte der Nachhaltigkeit
umgesetzt werden.

6 Auswertung Interviews

Um zu sehen, inwiefern das Thema „gesunde Ernä hrung“ von Kindern,
deren Familien sowie in deren Grundschulen umgesetzt wird, wurden
zwei Mä dchen und deren Mü tter interviewt. Die Probandinnen sind aus
dem Mittelschichtsmilieu. Die Elternteile der Kinder arbeiten in Voll-
und Teilzeit sowie im Schichtdienst. Beide Mä dchen haben jeweils eine
jü ngere Schwester. Das eine Kind ist stark ü bergewichtig, das Andere
sehr schlank.

6.1 Auswertung der Interviews der Kinder.

Allgemeines zur (un-)gesunden Ernährung und deren Folgen

Beide Mä dchen wissen, wie man sich gesund ernä hrt und was unter
gesunden Lebensmitteln zu verstehen ist: „Man ernä hrt sich gesund,
wenn man viel Gemü se isst und Wasser trinkt“ (IP 1, Z. 31-34),
„Gesundes Essen ist: Obst, Gemü se, Vollkornprodukte, Reis [...] Nudeln,
Vollkorn und Proteine.“ (IP 3, Z. 280). Teilweise wissen sie, welche
Makronä hrstoffe in den Produkten enthalten sind: „Proteine [...]
kommen in Milch und Joghurt vor.“ (IP 3, Z. 280; 284-288), „Gesundes
Essen ist gesund wegen den Vitaminen, Nä hrstoffe, die machen nicht
dick und Ballaststoffe.“ (IP 3, Z. 323-338). Außerdem sind sie vertraut,
wie viel und was Kinder trinken sollen: „Als Kind sollte man circa einen
Liter trinken.“ (IP 3, Z. 289).

Ebenso sind sie sich bewusst, welche Lebensmittel eher ungesund sind
und kö nnen dies zum Teil auch begrü nden: „Fettes und Sü ßes sind
ungesund.“ (IP 1, Z. 60), „Obst ist zwar gesund, aber es ist Fruchtzucker
drin. Chips und Burger sind wegen dem Fett ungesund. Schokolade ist
ungesund. Limonade ist in der Mitte – es sind Vitamine drin, aber auch
viel Zucker. Cola ist schlechter als Limonade, weil mehr Zucker drin ist.“
(IP 3, Z. 351-385). Beide Mä dchen nehmen fä lschlicherweise an, dass
Limonade gesü nder als Coca Cola ist. Sie vermuten, dass viele Vitamine
in Limonade enthalten sind und sie daher besser zu bewerten ist als
Coca Cola.

Folgen einer ungesunden und unausgewogenen Ernä hrung sind ihnen
bekannt: „Man kann Zuckerkrankheit wegen schlechter Ernä hrung
bekommen.“ (IP 3, Z. 393), „Ungesundes Essen ist schlecht, weil man
krä ftiger wird und schlechte Zä hne bekommen kann.“ (IP 1, Z. 54-57).

Ebenfalls wissen sie, was mit dem menschlichen Organismus passiert,
wenn man sich langfristig gesund ernä hrt: „Meine Erfahrung mit
Menschen die sich gesund ernä hren ist, dass sie gesund bleiben und
schlank.“ (IP 3, Z. 389).

Einstellung gegenüber Lebensmitteln

Obgleich die Kinder wissen, wie man sich gesund ernä hrt und sich den
Folgen einer ungesunden Ernä hrung bewusst sind, ist die Einstellung
gegenü ber gesunden Lebensmitteln ambivalent. Sü ße Lebensmittel
schmecken den Kindern besonders gut: „Weißbrot schmeckt mir besser
als Vollkornbrot.“ (IP 3, Z. 253), „Gesundes Essen mag ich – besonders
Obst, weil es sü ß ist.“ (IP 3, Z. 329), „Ungesundes mag ich gerne – vor
allem Sü ßigkeiten und Schokolade.“ (IP 3, Z. 342-344), „Gesundes Essen
schmeckt mir gut. Sü ßes Essen aber auch.“ (IP 1, Z.50-53).

Ein luss der Werbung auf den Lebensmittelkonsum

Da beide Probandinnen angaben, dass ihnen Sü ßes und ungesundes
Essen gut schmeckt, ist es erstaunlich, dass TV-Werbung, in der
Produkte prä sentiert werden, die ihnen schmecken „In der Werbung
werden eher ungesunde Lebensmittel fü r Kinder gezeigt: Kleine
Wiener, Chips und Schokolade.“ (IP 1, Z. 85-91), „In der Werbung wird
eher Ungesundes gezeigt.“ (IP 3, Z. 403) die Mä dchen und deren
Lebensmittelkonsum ihren Angaben zufolge jedoch nicht beein lussen:
„Die Lebensmittel, die in der Werbung gezeigt werden, beein lussen
mich nicht.“ (IP 1, Z. 97), „Das was in der Werbung gezeigt wird,
interessiert mich nicht.“ (IP 3, Z. 408).

Mö glicherweise liegt es daran, dass die Kinder zwar fernsehen, der
Fernsehkonsum aber von den Eltern gesteuert wird oder die
Lebensmittelwerbung die Kinder unbewusst beein lusst.

Ernährungs- und Sportverhalten

Es erstaunt, dass das stark ü bergewichtige Kind sich – laut eigenen
Angaben – gesü nder zu ernä hren scheint „Mittags esse ich oft
Hü hnchen und Salat. Mein Lieblingsessen ist gebratenes Gemü se.“ (IP 1,
Z. 45-47) und mehr Sport treibt als das sehr schlanke Kind „Frü her
habe ich getanzt bei den „Rocking Kids“. Momentan mache ich den
Kampfsport Ju Jutsu einmal die Woche. In der Schule haben wir einmal
die Woche zwei Schulstunden Sport.“ (Z. 99-105). Es gestand jedoch ab
und an eher weniger Gesundes zu essen: „Ich esse auch Ungesundes
zum Frü hstü ck, wie Rosinenschnecken. Das kö nnte ich verbessern.“ (IP
1, Z. 41-43).

Das sehr schlanke Kind gab an, verhä ltnismä ßig viel Sü ßes und
Sü ßspeisen zu essen: „Ich esse schon viel Sü ßes. Zuhause haben wir
zwar nicht viel Sü ßes aber ich guck’ immer nach, ob’s was gibt. Ganz
ohne Sü ßigkeiten kö nnte ich nicht leben. Ich esse zum Mittagessen
Nudeln oder Fleisch, aber lieber mag ich Apfelstrudel oder Sü ßspeisen.“
(IP 3, Z. 299-304), „Zum Frü hstü ck esse ich Toastbrot mit Nutella.“ (IP 3,
Z. 309), „Mein Lieblingsessen sind Germknö del und Apfelstrudel.“ (IP 3,
Z. 318-319). Das Mä dchen trinkt fü r ihr Alter ausreichend: „Ich trinke
einen Liter [...]. Vor allem Wasser und Apfelschorle.“ (IP 3, Z. 289-292).
Sportlich aktiv ist die Probandin eher weniger: „Ich mache nur in der
Schule einmal die Woche Sport. Frü her habe ich Rü ckensportgymnastik
gemacht und getanzt.“ (IP 3, Z. 414-416).

Es ist zu vermuten, dass das dü nne Mä dchen einen besseren
Stoffwechsel hat, sich in der Freizeit viel bewegt, bessere
Veranlagungen hat und sich eventuell ernä hrungsspezi isch schlechter
einordnet als das dickere Kind.

Generell bewerten die Probandinnen das Essen zuhause als gesund und
ausgewogen: „Salat gibt es relativ oft und Gemü se, wenn’s zum Gericht
passt.“ (IP 3, Z. 306-307).

Ernährungserziehung in der Schule

In Bezug auf Ernä hrungserziehung in der Schule ist es erschreckend,
dass bei der einen Schü lerin das Thema gesunde Ernä hrung gar nicht
im Grundschulunterricht behandelt wurde: „[Ich habe] noch nicht viel
ü ber gesunde Ernä hrung in der Schule gelernt.“ (IP 1, Z. 2), „Ich kann
mich an gar nichts erinnern, da wir das Thema noch nicht behandelt
haben.“ (IP 1, Z. 4-6).

Lediglich wurde Obst angeboten: „Wir hatten einmal die Woche
Obstkö rbe zur Verfü gung gestellt bekommen.“ (IP 1, Z. 10-12). Einmal
sollten die Kinder Obst und Gemü se in die Schule mitbringen, um es
zuzubereiten: „In der zweiten Klasse hatten wir einen Tag, an dem wir
Gemü se und Obst mitnehmen durften.“ (IP 1, Z. 8-9), „Wir haben einmal
Obst und Gemü se zubereitet.“ (IP 1, Z. 18-19).

Bei der anderen Schü lerin wurde das Thema Ernä hrung etwas breiter
behandelt. Es wurde beispielsweise das Pausenbrot kontrolliert: „In der
Schule hat die Lehrerin manchmal angekü ndigt, dass sie das
Pausenbrot ü berprü ft. An den Tagen mussten wir gesunde Sachen
mitnehmen.“ (IP 3, Z. 241-242). Es wurde Obst zur Verfü gung gestellt:
„Ab der ersten Klasse haben wir einen Obstkorb einmal die Woche
bekommen. Ich habe mir auch immer etwas daraus genommen. Außer
es gab nur noch Bananen, dann nicht. Sie schmecken mir nicht
sonderlich.“ (IP 3, Z. 260-262) Und es wurde besprochen, was unter
gesundem Essen zu verstehen ist: „In der Schule haben wir gelernt, was
man am besten essen sollte: Obst, Gemü se und Vollkornprodukte.“ (IP
3, Z. 232-235).

Beide Kinder essen eher selten in der Schule. Sie gaben an, dass das
Essen abwechslungsreich und meist vollwertig ist: „Das Schulessen war
abwechslungsreich. Manchmal gab es Suppe zur Vorspeise und Obst als
Nachspeise.“ (IP 1, Z. 22-29), „Ich esse zweimal die Woche in der Schule.
Das Essen war normal wie das Essen zuhause. Manchmal gab es Salate
zur Vorspeise und Frü chte als Nachtisch.“ (IP 3, Z. 268).

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich die Probandinnen mit dem
Thema gesunde Ernä hrung auskennen. Sie wissen, welche Lebensmittel
gesund und welche eher ungesund zu bewerten sind. Sie haben ihr
Wissen darü ber vor allem aus dem Elternhaus und weniger von der
Schule, da Ernä hrungserziehung in den von ihnen besuchten
Grundschulen kaum behandelt wurde. Mit den Folgen einer
ungesunden Ernä hrung sind sie vertraut. Dennoch essen sie gerne
Sü ßes, was nicht sonderlich verwundernd ist, da die meisten Menschen
von der Zuckerindustrie stark beein lusst und letztendlich
zuckersü chtig sind.[91] Die TV-Werbung hat kaum einen bewussten
Ein luss auf die Kinder und den Wü nschen was sie essen mö chten.

6.2 Auswertung der Interviews der Mütter der Kinder

Wie Kinder sich ernähren sollten

Die Mü tter wissen, wie sich Kinder am besten ernä hren sollen, um
geistig und kö rperlich wohlauf zu sein: „Kinder sollten ausreichend
Obst, Gemü se, wenig Kohlenhydrate und Eiweiß essen.“ (IP 2, Z. 120),
„Kinder sollten sich ausgewogen ernä hren: Obst, Gemü se, Fleisch und
Fisch in Maßen. Proteine in Maßen. Hin und wieder Sü ßigkeiten.“ (IP 4,
Z. 425-427). Auch bezü glich einer optimalen Flü ssigkeitszufuhr sind die
Mü tter gut informiert: „Kinder sollten bis zu zwei Liter pro Tag trinken.“
(IP 2, Z. 122), „Kinder sollten knapp einen Liter Tee oder Wasser tä glich
trinken.“ (IP 4, Z. 429).

Umsetzung einer gesunden Ernährung im familiären Kontext

Aufgabe der Eltern bezü glich einer gesunden Ernä hrung ist, ein
positives Vorbild zu sein: „Ich als Mutter muss meine Kinder
unterstü tzen. Ich lebe vor. Ich gebe vor.“ (IP 2, Z. 124), „Ich fungiere als
Vorbild fü r die Kinder und esse selten Sü ßigkeiten, weil wir nicht so
viel daheim haben, wegen dem Papa. Der wü rde das gern ö fters essen.
Ich esse gerne Salat.“ (IP 4, Z. 452-454).

Neben der Vorbildfunktion sind geregelte und ausgewogene Mahlzeiten
wichtig: „Gesunde Ernä hrung fä ngt bei der Brotzeit an. Das Mittagessen
kochen wir selber zuhause. Es wird darauf geachtet, gesund zu kochen.“
(IP 2, Z. 126-127), „Es gibt die drei Hauptmahlzeiten. Aber hin und
wieder, vor allem am Wochenende richte ich ihnen einen Apfel her oder
schneide Obst auf.“ (IP 4, Z. 438-439).

Die Mahlzeiten sollen gesund, vollwertig und abwechslungsreich sein:
„Ich schaue, dass die Ernä hrung abwechslungsreich ist.“ (IP 4, Z. 447).
Bei der Familie mit dem dickeren Mä dchen wird zudem darauf geachtet
„weizenfrei zu leben. Wir setzen auf Eiweißbrote oder Vollkornbrote.“
(IP 2, Z. 138-140).

Sü ßigkeiten dü rfen von den Kindern maßvoll verzehrt werden: „In
Maßen wird dem Verzehr von Sü ßigkeiten schon zugestimmt. Durch
kompletten Verzicht schü rt man den Heißhunger.“ (IP 2, Z. 129-130),
„Wir kaufen selten Sü ßigkeiten. Zwar schon immer wieder mal, aber
wir haben generell wenig Sü ßigkeiten zuhause.“ (IP 4, Z. 443-444),
„Wenn sie das Verlangen nach Sü ßem haben, dann kriegen sie schon
was. Wir haben zum Beispiel keine Nutella, sondern Schokostreusel.“
(IP 4, Z. 457-458), „Die Kinder kriegen schon Sü ßigkeiten oder Sä fte
zum Trinken.“ (IP 4, Z. 460).

Außerdem wird versucht, nach den Vorgaben von optiMIX®
einzukaufen und zu kochen: „Ich habe schon Magermilch.“ (IP 4, Z. 572),
„Wir kaufen Naturjoghurts. Ich koche hauptsä chlich mit Rapsö l und
Olivenö l. Brote wechsele ich ab. Ich habe nicht dauernd Vollkornbrot.
Immer unterschiedlich, weil wir nicht immer das Selbe essen.“ (IP 4, Z.
574-576), „Fleisch zweimal in der Woche. Fisch unterschiedlich alle
zwei bis drei Wochen. Lachs mal ö fter.“ (IP 4, Z. 580-581), „Bei Wurst
kaufen wir hauptsä chlich Putenwurst, aber eigentlich eher die einfache
Putenwurst, weil die Kinder sonst auch keine mö gen oder Salami hin
und wieder mal.“ (IP 4, Z. 583-584). Die Probandinnen achten darauf,
dass ihre Kinder genü gend Obst und Gemü se essen: „Den Kindern muss
ich Obst und Gemü se schmackhaft machen. [Das geht,] indem man den
Kindern Obst und Gemü se schö n herrichtet oder auch zwischendurch
anbietet.“ (IP 4, Z. 431-435).

Die Mä dchen sind – laut Aussagen der Mü tter – offen gegenü ber neuem
Essen: „Sie probieren auch alles.“ (IP 4, Z. 486).

Einstellung zur Ernährung

Die Einstellungen gegenü ber bestimmten Ernä hrungsformen gehen bei
den Mü ttern auseinander. Die Mutter des stark ü bergewichtigen Kindes
befü rwortet eine weizenfreie „Wir achten darauf weizenfrei zu leben.“
(IP 2, Z. 138) und zuckerfreie Ernä hrung „Eine zuckerfreie Ernä hrung
ist schwierig durchzusetzen. [...] Eine solche Ernä hrung hat aber
Vorteile.“ (IP 2, Z. 132-136).

Die Mutter der schlanken Tochter steht diesen radikaleren
Ernä hrungsformen kritisch gegenü ber: „Ich denke eine weizenfreie
Ernä hrung ist auch nicht das Ideale.“ (IP 4, Z. 465) „Gar kein Zucker ist
auch nichts. Ein bisschen brauchen die Kinder ja es auch.“ (IP 4, Z. 463).

Gleich ist bei beiden Probandinnen, dass sich ihre Einstellung zur
gesunden Ernä hrung geä ndert hat: „Im Laufe der Zeit hat sich meine
Einstellung zum Kochverhalten geä ndert. Wie damals zu meiner
Schulzeit gekocht wurde – Hausmannskost und deftig – so koche ich
heute nicht mehr.“ (IP 2, Z. 206-207). Besonders seitdem sie Kinder
haben: „Seit die Kinder da sind, schauen wir schon mehr auf eine
gesunde Ernä hrung. Aber ich habe mich schon immer normal ernä hrt.“
(IP 4, Z. 563-565).

Gewichtszunahme und Einschreiten

Einer der Grü nde, wieso Kinder immer dicker werden, schreiben die
Mü tter den modernen Medien und deren Nutzung zu: „Es liegt an den
Medien, dass Kinder immer dicker werden. Generell an den Eltern, wie
sie zu der Benutzung von elektronischen Medien stehen.“ (IP 4, Z. 523-
524).

Die Mutter des dickeren Mä dchens, das „nach der Geburt der kleinen
Schwester zugenommen hat.“ (IP 2, Z. 143), war mit ihrer Tochter bei
der Ernä hrungsberatung. Diese setzte allerdings kaum Impulse, was
geä ndert werden kö nnte, was von der Mutter nicht so schon umgesetzt
wurde: „Die Ernä hrungsberaterin riet, den Zucker grö ßtenteils zu
vermeiden und Obst und Gemü se zu essen.“ (IP 2, Z. 147).

Die Mutter des schlanken Mä dchen wü rde zuerst gesundheitliche
Grü nde fü r eine Gewichtszunahme ausschließen und mit ihnen ü ber
das Thema sprechen: „Wenn meine Kinder zunehmen wü rden, wü rde
ich erst einmal abklä ren, da sie beide sehr schlank sind, ob es
gesundheitliche Ursachen hat. Ansonsten wü rde ich ihnen gesunde
Ernä hrung erklä ren.“ (IP 4, Z. 467-469).

Bewegung und Unterstützung der Kinder

Beiden Elternteilen ist es wichtig, dass ihre Kinder viel in Bewegung
sind: „Es ist mir ganz wichtig, dass sich meine Kinder ausreichend
bewegen.“ (IP 2, Z. 149).

Die Mutter des dickeren Kindes stellt fest, dass „[b]eim Sportverhalten
[der Kinder ] [...] Unterschiede zu meiner Kindheit [vorliegen]. Mein
Schulweg war frü her weiter. Zu Fuß wurde er bewä ltigt. Heute fahren
die Kinder mit dem Bus oder mit dem Fahrrad. Frü her waren wir den
ganzen Tag draußen.“ (IP 2, Z. 155-157). Außerdem „muss [man] die
Kinder mehr animieren rauszugehen als bei uns als Kinder damals.
Frü her gab es nicht so viel Mediennutzung. Wobei das schon bei uns
zuhause gut umgesetzt wird. Im Sommer sind die Kinder von frü h bis
abends draußen.“ (IP 2, Z. 159-161).

Das Sport- und Bewegungsverhalten unterstü tzen die Probandinnen
durch Hinfahren zum Sport und familiä re Aktivitä ten: „Ich schaue, dass
sie zum Sport kommen. Manchmal machen wir mit der Familie
zusammen Sport – Schlittschuhlaufen zum Beispiel.“ (IP 4, Z. 481-483),
„Meine große Tochter unterstü tze ich durch Hobbies: Tanzen, Ju Jutsu,
Karate und Radfahren. Es wird sehr darauf geachtet, dass sie sich viel
bewegt.“ (IP 2, Z. 151-152).

Beide Mü tter sind sich einig, dass Sport in der Schule ausreichend
betrieben wird: „Schulsport wird ausreichend betrieben.“ (IP 2, Z. 201),
„Meine große Tochter hat in der Schule zweimal die Woche Sport und
alle zwei Wochen schwimmen.“ (IP 4, Z. 481-483).

Ernährungspädagogik im Allgemeinen

Ernä hrungspä dagogik ist den beiden Mü ttern zufolge von essenzieller
Bedeutung, da manche Kinder den Bezug zur Gewinnung, Herstellung
und Verarbeitung von Lebensmitteln nicht mehr haben und durch die
Thematisierung von „gesunder Ernä hrung“ in der Schule dafü r
sensibilisiert werden kö nnen: „Es ist wichtig, Ernä hrungspä dagogik in
der Schule zu behandeln, da manche Kinder keinen Bezug mehr zu den
Lebensmitteln haben und Ernä hrung elementar ist und zum
Aufwachsen dazugehö rt.“ (IP 2, Z. 182-184), „Ernä hrungspä dagogik
bringt bestimmt etwas, wenn Kinder in der Hinsicht wenig gesunde
Sachen essen oder hauptsä chlich Zuckersachen verzehren. Sodass sie
ein bisschen sensibilisiert werden.“ (IP 4, Z. 511-513).

Umsetzung Ernährungserziehung in der Schule

Das Thema Ernä hrungspä dagogik wurde bei dem dickeren Kind kaum
behandelt: „In der Schule wurde das Thema gesunde Ernä hrung nicht
behandelt, außer durch Obstkorb, Mü slitag und Salatzubereitung.“ (IP
2, Z. 179).

Bei dem schlankeren Mä dchen etwas mehr: „[...] da gibt es ein Projekt
von der Regierung. Das heißt „Schulobst“ und da bekommen die Kinder
einmal die Woche Obst gestellt. Daraus kö nnen sie sich was nehmen.
Die hatten jetzt das Thema „gesunde Ernä hrung“. Sie haben die
Ernä hrungspyramide angesprochen. Die Lehrerin hat auch geschaut,
wie oder was die Kinder zum Essen dabei haben. Hat aber kein
Feedback dazu gegeben, sondern nur allgemein an einem Elternabend
gesagt, was die Kinder dabei haben sollten.“ (IP 4, Z. 489-497).

Eine Mutter regt an, das Thema ganzheitlicher zu behandeln: „Ein
Projekt ü ber einen lä ngeren Zeitraum behandeln, denn es war nur ganz
kurz.“ (IP 4, Z. 545).

Die Mü tter sind sich einig, ob sich durch die Thematisierung von
gesunder Ernä hrung die Einstellung und das Ernä hrungsverhalten
ihrer Kinder geä ndert hat: „Durch das Behandeln von Ernä hrung in der
Schule hat sich bei meiner Tochter der Bezug zum Thema nicht
geä ndert. Eher der Umgang damit in der Familie.“ (IP 2, Z. 211).

Einstellung zur Umsetzung der Ernährungspädagogik

Im Blick auf die Umsetzung zum Thema „gesunde Ernä hrung“ gehen
die Meinungen auseinander.

So ist die Mutter des dickeren Kindes der Meinung, dass
Ernä hrungspä dagogik ein eigenstä ndiges Unterrichtsfach sein sollte:
„Ernä hrung sollte als eigenstä ndiges und regelmä ßiges Unterrichtsfach
eingefü hrt werden. Kinder sollen erfahren, woher Lebensmittel
kommen. Man kö nnte einen Bauernhof besuchen und die Lebensmittel
mit den Kindern zusammen verarbeiten. Die Kinder sollten aufgeklä rt
werden, wie man sich gesund ernä hrt. Dazu gehö rt auch, Alternativen
zum Zucker kennenzulernen. Der Bezug und das Denken zu gesundem
Essen wü rde sich bestimmt dadurch ä ndern.“ (IP 2, Z. 189-199).

Die Mutter des dü nnen Kindes dagegen indet, dass das Thema
ausreichend behandelt wird: „Ja ich denke, dass Ernä hrungspä dagogik,
wie sie ist, ausreicht. Das Thema wurde im Kindergarten behandelt, in
der [Grund-]Schule und wird in der weiterfü hrenden Schule behandelt.“
(IP 4, Z. 521).

Beide Mü tter wü rden sich, sofern es die Zeit neben Arbeit, Kindern,
Freizeit und Haushalt zulä sst, schulisch einbringen, wenn das Thema
„gesunde Ernä hrung“ behandelt wird: „Ich wü rde mich schon
engagieren, aber wenn es zu viel wird, dann nicht. Ich arbeite halbtags.
Wenn es Workshops geben wü rde, wü rde ich mitmachen.“ (IP 4, Z. 528-
530), „Wenn mehr zum Thema „gesunde Ernä hrung“ in der Schule
gemacht wü rde, wü rde ich die Produkte mit beisteuern. Man kö nnte
außerdem einen Infonachmittag machen oder mit den Kindern
gemeinsam in Gruppen kochen.“ (IP 2, Z. 223-224).

Förderung gesundheitsrelevanter Verhaltensmuster

Um Kinder fü r das Thema „gesunde Ernä hrung“ zu sensibilisieren,
schlä gt die Mutter des schlanken Kindes, Erzieherin im Kindergarten,
vor, bereits im Kindergarten den Heranwachsenden das Thema nä her
zu bringen: „Wir hatten im Kindergarten, wo ich arbeite, das Thema
„Ernä hrung“ und wir haben mit Zuckerwü rfeln den Kindern
verdeutlicht, wie viel Zucker in Cola und in einem Apfel drinnen ist. Wir
haben es veranschaulicht. Das war in der Schule nicht so. Das haben im
Kindergarten dagegen die Kinder deutlich gesehen.“ (IP 4, Z. 534-538).

Die andere Mutter macht ebenfalls auf ein Projekt im Kindergarten
aufmerksam: „Der Kindergarten meiner kleinen Tochter hat ein Bistro.
Dort wird den Kindern tä glich ein Buffet zubereitet. Die Eltern mü ssen
das Essen dazu mitbringen – gesunde Produkte. Die Kinder kö nnen sich
ihr Essen dann aussuchen. Sie bekommen automatisch – auch wenn das
Zuhause nicht sonderlich aufgeklä rt ist – was gesunde Ernä hrung
betrifft, automatisch gesunde Ernä hrung mit. Es gibt auch einen
Mü slitag. Das kö nnte auch in der Schule umgesetzt werden.“ (IP 2, Z.
213-220)

Vorschlä ge fü r schulische Maßnahmen werden auch genannt: „In der
Schule kö nnte man sonst auf jeden Fall mehr Obst und Gemü se in den
Pausen und dazwischen anbieten. Einen Wasserautomat statt den
Softdrinkautomaten aufstellen. Das Angebot an ungesunden
Lebensmitteln reduzieren und nicht verkaufen. Generell mehr den
Kindern die gesunden Lebensmittel anbieten.“ (IP 2, Z. 226-229), „Man
kö nnte einen Elternabend ü ber gesunde Ernä hrung veranstalten,
sodass den Eltern verdeutlicht wird, was fü r die kindliche Ernä hrung
wichtig ist und auch die Wichtigkeit der Bewegung, da Bewegung
wichtig ist. Man kö nnte Eltern-Kind-Kochen in der Schule machen oder
zeigen, was ein gesundes Essen ist.“ (IP 4, Z. 549-553).

Fü r Zuhause wird vorgeschlagen: „Die Kinder unterstü tzen, wenn sie
jetzt zum Beispiel auch anderes Obst essen mö chten oder auch
zusammen mit ihnen kochen oder die Kinder kochen lassen. Wir haben
verschiedene Kochbü cher fü r die Kinder, wo sie auch selber
ausprobieren dü rfen und kochen kö nnen.“ (IP 4, Z. 589-593).

„Letztendlich die Kinder anregen, gesunde Sachen zu essen und zu
sensibilisieren fü r eine gesunde Ernä hrung.“ (IP 4, Z. 598-599).

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich die Probandinnen mit dem
Thema „gesunde Ernä hrung“ auskennen. Die Mü tter wissen, welche
Lebensmittel gesund und welche eher ungesund zu bewerten sind und
wie viel ihre Kinder tä glich trinken sollten. Es wird versucht, nach der
Optimierten Mischkost einzukaufen und die Kinder nach ihr zu
ernä hren. Ernä hrungserziehung wurde in den Grundschulen der
Kinder kaum behandelt. Die Meinungen ü ber die Umsetzung des
Themas „gesunde Ernä hrung“ gehen auseinander. Eine Mutter wü nscht
sich eine ausfü hrlichere Umsetzung. Besonders im Hinblick, dass
Kinder von heute immer dicker werden und der Bezug zur gesunden
Ernä hrung immer mehr verloren geht. Die Mutter des schlanken Kindes
ist mit der schulischen Umsetzung zufrieden ist, da das Thema
„Ernä hrung“ in anderen Lebensbereichen des Kindes behandelt wurde
und in der weiterfü hrenden Schule nochmal thematisiert wird. Auch ist
sie der Ansicht, dass die Sensibilisierung der Kinder vor allem im
Elternhaus stattzu inden hat.

Obgleich die Meinungen zur Umsetzung auseinander gehen, wü rden
sich beide Elternteile schulisch engagieren, wenn das Thema „gesunde
Ernä hrung“ behandelt wird.

7 Resümee

Anhand der Ausfü hrungen dieser Arbeit wird deutlich, dass die
Gesundheit – als hö chstes Gut des Menschen – fü r das psychische und
physische Wohl ü beraus wichtig ist. Daher sollte es oberstes Ziel, schon
angefangen bei den Kindern, sein, dass jene durch eine ausgewogene
und gesunde Ernä hrung zu erhalten.

Bedauerlicherweise sieht die Realitä t oftmals anders aus. Wie bereits
zuvor erwä hnt, leiden vor allem immer mehr Kinder unter Gewichts-
und Gesundheitsproblemen, die oftmals bis ins Erwachsenenalter
erhalten bleiben. In Deutschland sind zehn bis zwanzig Prozent der
Kinder ü bergewichtig.[92] Um dieser Tatsache prä ventiv
entgegenzuwirken, haben hauptsä chlich die Eltern, aber auch die
Institution Schule und der Staat den Auftrag, die Wichtigkeit der
Gesundheit neu zu erfahren und an die Heranwachsenden
weiterzugeben. Bestimmte Ursachen der Fehlernä hrung ließen sich
reduzieren, wenn die Zuckerindustrie an Macht verlieren wü rde und
ein Umdenken der Lebensmittelindustrie stattfä nde. Das Macht- und
Gewinnstreben der genannten Industrien steht im Widerspruch zum
Erhalt und zur Wiederherstellung einer gesunden Ernä hrungsweise der
Menschen.

Daher ist es umso wichtiger, die Kinder von klein auf zu sensibilisieren,
welche Vorteile ein gesunder Lebensstil mit sich zieht. Vor allem auch
aus dem Grund, da in keiner anderen Lebensphase die Nahrung so
bedeutend ist wie im Kindesalter. Beispielsweise wird durch eine
gesunde Ernä hrung das Wachstum gesichert und somit auch eine
gesunde kö rperliche und – in Teilen – auch geistige Entwicklung der
Kinder.

Da immer mehr Eltern Vollzeit arbeiten und Kinder darau hin mehr
Zeit in der Schule verbringen, muss der Erziehungs- und
Gesundheitsauftrag auch von den Schulen sehr ernst genommen
werden. Durch vielfä ltige und ansprechende Projekte kö nnen Kinder
Spaß und Wohlgefallen an gesunden Lebensmitteln entwickeln und die
Bedeutsamkeit einer gesunden Ernä hrung erfahren.

Aus den angefü hrten Grü nden sollte in Zukunft das Zitat nach Nicole
Engelhardt „Was du heute isst, trinkst und tust, wird dir morgen deine
Gesundheit bestä tigen.“ als Leitsatz fü r die Gesundheitserziehung in
allen Institutionen und in der Familie herangezogen werden.

Literaturverzeichnis

Bücher und Buchkapitel

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https://www.vigo.de/de/vorbeugen/ernaehrung/vigo_kueche_u
nd_rezepte/kochen_mit_kindern/warum_gesunde_ernaehrung_f
uer_kinder_so_wichtig_ist.html (Stand: 23.03.2017)

Internetquellen der Interviewbilder:

https://www.frag-
mutti.de/images/uploads/de/orig/51119/obst-und-gemuese-
waschen.jpg (Stand am 21.03.2017).

https://static.barcoo.com/images/articles/production/0478/95
68/1397742930_exotische-fruechte-obst_871x551_high.jpg
(Stand am 21.03.2017).

http://ais.rtl.de/masters/215117/gesunde-chips-
alternativen.jpg (Stand am 21.03.2017).

https://encrypted-tbn1.gstatic.com/images?
q=tbn:ANd9GcQL8i8gN6jEw_cnD3Y6U4PLejbmQAOfy_B09Wzsc
ew2J748ecD2IQ (Stand am 21.03.2017).

https://freshideen.com/wp-content/uploads/2015/04/heißes-
wasser-mit-zitrone-und-honig-gesundes-wasser.jpg (Stand am
21.03.2017).

http://www.weinrich-
schokolade.de/ ileadmin/_migrated/pics/historie-
schokolade_02.jpg (Stand am 21.03.2017).

http://www.fuersie.de/sites/fuersie/ iles/styles/1024x768/pu
blic/images/ingwer-limonade.jpg (Stand am 21.03.2017).

http://www.womenshealth.de/food/gesunde-rezepte/wp-
content/uploads/2015/02/sh_schab_113723101_Magerquark_B
rot_800x462-530x306.jpg (Stand am 21.03.2017).

http://www.coca-cola-
deutschland.de/content/dam/journey/de/de/private/2015/03
/coke- lasche-2015-immersive-gallery-1280-900-ffdf851f.jpg
(Stand am 21.03.2017).

Abbildungsverzeichnis:

Abb. 1: Altersgemä ße Empfehlungen zur
Lebensmittelverzehrmenge in der Optimierten Mischkost.

Alexy et al. (1999): Was Kinder essen – und was sie essen sollten.
Mü nchen.

Abb. 2: DGE-Ernä hrungskreis.

http://www.optimale-
ernaehrung.de/assets/images/Ernaehrung-
Ernaehrungskreis.gif. (Stand am 21.03.2017).

Abb. 3: a Ubergewicht und Adipositas bei Jungen in KiGGS (2003
bis 2006 nach Altersgruppen. b Ubergewicht und Adipositas bei
Mä dchen in KiGGS (2003 bis 2006 nach Altersgruppen.

vgl.
http://edoc.rki.de/oa/articles/reIXcLKBs9uis/PDF/27A1KTMTt
AiWs.pdf. (Stand am 21.03.2017).

Anhang[93]

Anhang 1 Interviewleitfaden

Interviewleitfaden Kinder

Allgemeines zur Person:

1. Wie heißt du?
2. Wie alt bist du?

Gesunde Ernährung in der Schule:

1. Was hast du in der Schule ü ber Ernä hrung gelernt?
2. Setzt du um, was du in der Schule ü ber gesunde Ernä hrung gelernt
hast?

Welche Projekte hast du in der Schule zum Thema gesunde Ernä hrung
kennengelernt? (gesundes Pausenbrot, Obstkorb, gesundes
Mittagessen, ...)

3. Was gibt es in der Mittagsbetreuung zu essen? Kantine – Fast Food
– Gesundes?

Allgemeines zur (un-)gesunden Ernährung und Umsetzung:

1. Wie ernä hrt man sich gesund?
2. Was hä ltst du davon, wenn man sich gesund ernä hrt? Wieso?
3. Wie ernä hrst du dich? Was ist gut daran? Was kö nntest du
verbessern?
4. Was ist dein Lieblingsessen? Wieso?
5. Was ist gesundes Essen? Wieso ist es gesund?
6. Wie schmeckt dir gesundes Essen? Welches gesunde Essen isst du
gerne?
7. Was ist ungesundes Essen? Wieso ist es ungesund?
8. Wie schmeckt dir ungesundes Essen? Welches ungesunde Essen
isst du gerne?

Essverhalten:

1. Wie wü rdest du folgende Lebensmittel auf einer Skala von 1 bis 6
bewerten? (Bilder von Obst – Schokolade – Chips – Gemü se – MC
Donalds – Cola – Wasser mit Zitrone – Tee – Vollkornprodukte)

Erfahrungen zur gesunden Ernährung und die Rolle der Werbung:

2. Was ist deine Erfahrung, wenn Menschen sich (un-)gesund
ernä hren?

3. Welche Lebensmittel werden in der Werbung gezeigt? Sind sie
eher gesund oder ungesund?

4. Mö chtest du die Lebensmittel, die in der Werbung gezeigt werden,
eher essen und kaufen?

Sport:

1. Wie viel Sport treibst du in der Woche und welchen?

Interviewleitfaden Eltern

Allgemeine Angaben zur Person:

2. Wie heißen Sie?

3. Wie alt sind Sie?

4. Wie viele Kinder haben Sie und wie alt sind die Kinder?

Ernährung im Allgemeinen, Umsetzung als Elternteil, Einstellung
zu Ernährung:

1. Wie sollten sich Kinder am besten ernä hren (Essen und Trinken)?
2. Worin liegt Ihre Aufgabe beim Thema gesunde Ernä hrung?
3. Wie achten Sie darauf, dass sich Ihre Kinder gesund ernä hren?
4. Wie achten Sie darauf, dass Sie sich selbst gesund ernä hren?
5. Wie gehen Sie mit dem Verlangen Ihrer Kinder nach Sü ßigkeiten
um und wie stehen Sie dazu, Kindern Sü ßigkeiten essen zu
lassen?
6. Was halten Sie von einer zucker- und weizenfreien Ernä hrung?

Reaktion bei Gewichtszunahme der Kinder:

1. Wie wü rden Sie reagieren, wenn Ihr Kind zunimmt?
2. Wann wü rden Sie einschreiten, wenn Ihr Kind immer dicker wird?
3. Wie wichtig ist es Ihnen, dass sich Ihr Kind ausreichend bewegt?
4. Wie fö rdern Sie es, dass sich Ihr Kind ausreichend bewegt?
5. Stellen Sie einen Unterschied fest, zum Ess- und Sportverhalten
Ihres Kindes zu der Zeit als Sie selbst ein Kind waren?

Gesundheitserziehung in der Schule:

1. Wie wird das Thema gesunde Ernä hrung und Sport in der Schule
behandelt?
2. (Unterricht, Mittagessen, Obstkorb, gesundes Pausenbrot, ...)
3. Wie stehen Sie dazu, dass Ernä hrungspä dagogik in der Schule
behandelt wird? Pro und Contra?
4. Wie stehen Sie dazu, Ernä hrungspä dagogik als eigenstä ndiges
Unterrichtsfach in der Grundschule einzufü hren? Pro und Contra?
5. Wie stark wü rden Sie sich (schulisch) engagieren, um die
Gesundheit der Kinder zu fö rdern?
6. Welche Erfahrung haben Sie mit dem Thema „gesunde Ernä hrung“
in der Schule gemacht – Ihre Eigene und der Ihrer Kinder?
7. Hat sich darau hin eine Einstellungsverä nderung zum Thema
Essen bei Ihnen/Ihrem Kind gezeigt?

Allgemeines zu gesundheitsrelevanten Verhaltensmustern:

1. Wie wü rden Sie „gesundheitsrelevante Verhaltensmuster“
fö rdern?

Anhang 2 Transkriptionen der Interviewpartnerinnen


Interviewpartnerin

I: Was hast du in der Schule ü ber Ernä hrung gelernt?

IP 1 (w, 11 Jahre alt, ü bergewichtig): Noch nicht viel.

I: Was hast du gelernt? An was kannst du dich erinnern?

IP 1: Eigentlich an gar nichts.

I: Du kannst dich nicht erinnern was ihr gelernt habt?

IP 1: Wir haben das Thema noch nicht behandelt.

I: Habt ihr irgendwelche Projekte in der Schule zum Thema gesunde
Ernä hrung gemacht?

IP 1: Also in der zweiten Klasse hatten wir mal so einen Tag. Da durften
wir Gemü se und Obst mitnehmen.

I: Ihr hattet also einen Projekttag ü ber gesunde Ernä hrung. Hattet ihr
auch Obstkö rbe einmal die Woche bekommen?

IP 1: Ja.

I: Habt ihr auch in der Grundschule das Thema gesundes Pausenbrot
behandelt? Dass ihr gesundes Pausenbrot zubereiten durftet?

IP 1: Halt. Weiß ich gar nicht mehr.

I: Waren eure Eltern dabei oder wart ihr alleine und habt es alleine
gemacht?

IP 1: Wir waren alleine.

I: Habt ihr dann Gemü se und Obst zubereitet?

IP 1: Ja.

I: Warst du bis jetzt schon mal beim Mittagessen in der Schule oder hast
du immer zuhause gegessen?

IP 1: Auch in der Schule.

I: Was gab es zu essen? An was kannst du dich erinnern?

IP 1: Es gab Suppe, dann auch Nudeln mit Lachs.

I: Gab es als Nachspeise Obst oder was anderes?

IP 1: Ja, es gab Obst.

I: Hast du den Eindruck, dass es eher Fast Food oder schon eher wie
zuhause oder gesund war?

IP 1: Wie zuhause.

I: Nun Allgemeines zur gesunden Ernä hrung. Wie ernä hrt man sich
gesund?

IP 1: Halt Gemü se viel essen. Man sollte auch Wasser trinken.

I: Anstelle von?

IP 1: Cola, Spezi und sü ßen Geträ nken halt. Also Schokolade sollte man
verhindern. Eigentlich alles Sü ßes – nicht so viel davon essen.

I: Was hä ltst du davon, wenn man sich gesund ernä hrt?

IP 1: Dass das gut ist.

I: Was hast du fü r einen Eindruck ü ber deine Ernä hrung?

IP 1: Also eigentlich gut.

I: Was denkst du, was ist gut daran und was kö nntest du verbessern?
Welche ungesunden Sachen isst du?

IP 1: In der Frü h, dass ich etwas Ungesundes esse.

I: Was denn?

IP 1: So Rosinenschnecken.

I: Was isst du gewö hnlich mittags?

IP 1: Salat, Hä hnchen.

I: Was ist dein Lieblingsessen?

IP 1: Mein Lieblingsessen ist gebratenes Gemü se eigentlich.

I: Respekt. Mein Lieblingsessen frü her war immer Pfannkuchen (lacht).

I: Wie schmeckt dir gesundes Essen?

IP 1: Lecker.

I: Schon?! Und eher sü ßes Essen: Wie indest du das? Ganz ehrlich.

IP 1: Auch lecker.

I: Auch lecker. Okay.

I: Wieso ist ungesundes Essen, wie zum Beispiel Schokolade und Chips,
eher ungesund? Was ist daran schlecht?

IP 1: Also man wird halt krä ftiger. Mit den Zä hnen.

I: Die Zä hne gehen kaputt.

I: Du siehst nun Lebensmittel. Du darfst sie auf einer Skala von eins bis
sechs bewerten – ob sie eher gesund oder eher ungesund sind. Eins ist
gesund. Sechs ist ungesund.

IP 1: (Gemü se) Das ist eins.

(Obst) Das ist schon eher zwei, weil da Fruchtzucker drin ist.

(Chips) Das ist sechs, weil da Geschmacksverstä rker und auch Zucker
und Fette drin sind.

(Hamburger) Das ist sehr viel Fett drin. Das wü rde auch zur Sechs
hinzugehö ren.

(Wasser mit Zitrone) Das ist gesund. Also eine Eins.

(Schokolade) So ne Sechs, weil da sehr viel Zucker drin ist.

(Limo) Die kö nnte auf ne Vier, weil da nicht so viel Zucker dabei ist.

(Vollkornbrot mit Frischkä se) Das ist eine Eins.

I: Wieso ist Vollkornbrot besser als Weizenbrot?

IP 1: Weil. Nein eigentlich nicht.

I: Danke. Was ist deine Erfahrung, wenn Menschen sich gesund oder
ungesund ernä hren? Du hast schon ein bisschen was gesagt, was
passiert, wenn man sich ungesund ernä hrt: Die Zä hne kö nnen kaputt
gehen, dann kann man zunehmen. Was hast du fü r Erfahrungen, wenn
Menschen sich eher gesund ernä hren?

IP 1: Sie bleiben schlank. Dass sie gesunde Zä hne haben. Dass sie besser
leben.

I: Bezü glich auf was? Meinst du wegen der Gesundheit?

IP 1: Ja, dass sie gesund bleiben.

I: Also nicht so oft krank werden? Kennst du eine Krankheit, die
passieren kann, wenn man zu viel Zucker zu sich nimmt und schlechte
Lebensmittel konsumiert?

IP 1: Nein, aber ich kenne eine Krankheit, da braucht man Zucker.
Diabetes.

I: Ok. Auf das wollte ich hinaus. Es gibt Herzkrankheiten, die auftreten
kö nnen oder Diabetes, wenn man sich zu ungesund ernä hrt.

IP 1: Mein Papa hat Herzprobleme.

I: Wenn du ü berlegst, welche Lebensmittel werden in der Werbung
gezeigt. Kannst du dich erinnern?

IP 1: Chips, Schokolade, Butter, Frischkä se, ä hm, ja.

I: Diese Lebensmittel, die fü r euch Kinder sind: Kannst du dich daran
erinnern, was in der Werbung prä sentiert wird?

IP 1: Kleine Wiener.

I: Zum Beispiel: Kinderschokolade oder die Kinderprodukte. Wenn du
ü berlegst: Sind die Sachen, die in der Werbung vorkommen, eher
gesund oder ungesund?

IP 1: Eher so ungesund.

I: Was denkst du, was in den Lebensmitteln drin ist?

IP 1: Fett, Zucker.

I: Magst du dann diese Lebensmittel, wenn du die Werbung siehst, eher
kaufen und essen oder denkst du dir: Das sieht zwar gut aus, aber das
muss nicht sein. Was ist deine Einstellung dazu?

IP 1: Muss nicht sein.

I: Treibst du Sport? Wenn ja, was und wie oft?

IP 1: Ich treibe, ich habe bei den Rocking Kids mitgemacht. Da kann
man tanzen. Und dann habe ich noch bei Karate mitgemacht.
Momentan betreibe ich den Kampfsport Ju Jutsu.

I: Wie oft ist das die Woche?

IP 1: Einmal die Woche von 10:30 bis 13 Uhr.

I: Wie oft habt ihr in der Schule Sport?

IP 1: Am Montag haben wir zwei Stunden Sport und am Dienstag haben
wir jede zweite Woche Sport.

I: Was ich nachfragen mö chte: Wenn du Lebensmittel, wie zum Beispiel
Obst gegenü ber Schokolade vergleichst. Was fä llt dir geschmacklich
auf?

IP 1: Das ist ein bisschen ä hnlich.

I: Beides sü ß? Was wü rdest du besser beurteilen?

IP 1: Obst.

I: Wenn du Vollkornbrot gegenü ber Weizentoast vergleichst: Was macht
lä nger satt?

IP 1: Vollkorn.

I: Weißt du wieso?

IP 1: Nein.

Interviewpartnerin

I: Wie sollten sich Kinder am besten ernä hren bezü glich des Essens und
des Trinkens?

IP 2 (w, 38 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern (sechs; elf), Masseurin,
normalgewichtig): Natü rlich gesund und ausgewogen.

I: Inwiefern? Auf was muss man achten?

IP 2: Ausreichend Obst, Gemü se, wenig Kohlenhydrate, Eiweiß, alles,
was dazu gehö rt.

I: Und bezü glich dem Trinken?

IP 2: Bis zu zwei Liter pro Tag.

I: Worin liegt deine Aufgabe beim Thema gesunde Ernä hrung?

IP 2: Ich als Mutter muss meine Kinder unterstü tzen. Ich lebe vor. Ich
gebe vor.

I: Wie achtest du darauf, dass sich deine Kinder gesund ernä hren?

IP 2: Es fä ngt bei der Brotzeit an. Mittagessen kochen wir selber
zuhause. Da wird darauf geachtet, da herrscht eine gewisse Vorgabe.
Vor allem bei meiner krä ftigen Tochter.

I: Wie gehst du mit dem Verlangen nach Sü ßigkeiten bei deinen Kindern
um?

IP 2: In Maßen wird dem schon zugestimmt, weil ich denke, mit ganz
Verzicht schü rt man den Heißhunger.

I: Was hä ltst du von einer zuckerfreien Ernä hrung?

IP 2: Das ist schwierig durchzusetzen. Diese Sachen wo der weiße
Zucker richtig drin ist, ist noch viel mehr in den Lä den. Man kann es
dort kaufen und man mü sste richtig darauf achten und man mü sste auf
gesü ndere Alternativen aufmerksam gemacht werden.

I: Generell was hä ltst du davon, es trotz schwerer Umsetzung
durchzusetzen?

IP 2: Ich denke, es hat Vorteile.

I: Deine Einstellung gegenü ber einer weizenfreien Ernä hrung?

IP 2: Darauf achten wir sowieso schon, drauf weizenfrei zu leben.

I: Auf was setzt ihr anstelle von Weizen?

IP 2: Eiweißbrote zum Beispiel oder Vollkorn, statt dem weißen Mehl.

I: Wie wü rdest du reagieren, wenn deine Kinder auf einmal stark
zunehmen? Wie wü rdest du einschreiten?

IP 2: (lacht) Bei meiner großen Tochter ist das der Fall. Sie hat nach der
Geburt der kleinen Schwester zugenommen. Man mü sste die
Hintergrü nde erforschen. Wir waren auch schon bei der
Ernä hrungsberatung. Diese hat aber kaum neue Inputs gegeben.

I: Was rä t die Ernä hrungsberatung?

IP 2: Den Zucker grö ßtenteils zu vermeiden und Obst und Gemü se zu
essen.

I: Wie wichtig ist es dir, dass sich deine Kinder ausreichend bewegen?

IP 2: Ganz wichtig.

I: Wie achtest oder unterstü tzt du deine Kinder dabei?

IP 2: Bei meiner großen Tochter durch Hobbies: Tanzen, Ju Jutsu
(Kampfsport), Karate, Radfahren. Es wird schon sehr darauf geachtet.

I: Stellst du Unterschiede zum Ess- und Sportverhalten von deinen
Kindern gegenü ber deiner eigenen Zeit als Kind fest?

IP 2: Beim Sportverhalten: Mein Schulweg war frü her weiter. Zu Fuß
wurde er bewä ltigt. Heute fahren die Kinder mit dem Bus oder mit dem
Fahrrad. Frü her waren wir den ganzen Tag draußen.

I: Wie ist es heute bei den Kindern?

IP 2: Es ist schwierig. Man muss sie mehr animieren rauszugehen als
bei uns damals. Frü her gab es nicht so viel Fernsehen oder Nintendo
oder Tablet. Wobei das schon bei uns zuhause gut umgesetzt wird. Im
Sommer sind die Kinder von frü h bis abends draußen.

I: Bezü glich der Ernä hrung? Stellst du Unterschiede fest?

IP 2: Bei mir gab es auch Sü ßigkeiten, aber nicht das große Angebot wie
heute.

I: Heutzutage ist schon fast ü berall Zucker drin, auch wenn man ihn
nicht direkt merkt.

Wie wird das Thema gesunde Ernä hrung und Sport in der Schule
behandelt?

IP 2: Ich inde eindeutig zu wenig. Muss ich ganz ehrlich sagen.

I: Was wurde behandelt? Welche Projekte fanden statt?

IP 2: Ich weiß noch, in der vierten Klasse wurde im Unterricht mal Salat
gemacht. Da ging es aber mehr um die Arbeitsschritte fü r Deutsch als
Aufsatz. Es gab auch ab und zu Mü slitag.

I: Was fü r Mü sli haben die Kinder dann gegessen?

IP 2: Die Kinder haben selber gesundes Mü sli mitgebracht:
Hafer locken, Obst und so etwas.

I: Also Salatzubereiten, das Mü sli. Was gab es noch?

IP 2: Das war’s eigentlich schon.

I: Also kein Obstkorb?

IP 2: Doch stimmt. Es gab Obst.

I: Gab es ein gesundes, regelmä ßiges Pausenbrot oder nur ab und zu
das Mü sli?

IP 2: Ab und zu Mü sli und halt was man selber dem Kind mitgegeben
hat.

I: Im Unterricht: Weißt du, was die Kinder behandelt haben?

IP 2: War noch nichts.

I: Gar nichts? Das ist krass. Wie stehst du dazu, dass
Ernä hrungspä dagogik in der Schule behandelt wird? Pro oder Contra?
Worin siehst du Vorteile? Wieso ist es wichtig?

IP 2: Es gehö rt zum Aufwachsen dazu, zu wissen, wie eine gesunde
Ernä hrung funktioniert. Manche Kinder nicht mehr wie eine Karotte
wä chst oder wie sie schmeckt. Daher ist es wichtig.

I: Findest du, dass das Ernä hrungsfach ein eigenstä ndiges und
regelmä ßiges Unterrichtsfach sein sollte? Oder wü rde es reichen, wenn
man das Thema im Laufe des Lehrplans jedes Schuljahr ein bisschen in
den Fä chern, beispielsweise als Projekt, behandelt?

IP 2: Ich wü rde schon sagen, dass einmal die Woche eine Stunde
statt inden sollte als eigenstä ndiges Unterrichtsfach.

Ich fä nde es schö n, wenn man zusammen mit den Kindern einkaufen
ginge, sodass sie feststellen und erfahren, woher gesunde Produkte
herkommen: Bauernhof etc. Natü rlich das gemeinsame Kochen; wie
koche ich gesund? Was gibt’s fü r Alternativen zum Zucker zum Beispiel.

I: Glaubst du, es wü rde bei den Kindern etwas verä ndern im Denken?

IP 2: Ja.

I: Was denkst du, was sich ä ndern wü rde?

IP 2: Erst mal durch das selber ausprobieren. Das Wissen, denn Kinder
sind ja nicht blö d. Sie sind schlau. Dass sie sich eine eigene gesunde
Ernä hrung lernen oder besser aneignen.

I: Findest du, dass Sport ausreichend in der Schule betrieben wird?

IP 2: Ausreichend.

I: Was hast du zum Thema gesunde Ernä hrung in der Schule gelernt?

IP 2: Es ist lange her. Ich kann mich an kaum etwas erinnern. Es gab
etwas Obst.

I: Es kam also nicht explizit vor, also hat sich deine Einstellung zum
Thema Ernä hrung aufgrund der Schulerfahrung nicht geä ndert?

IP 2: Meine Erfahrung? Ehm doch schon. Im Laufe der Zeit. Wie damals
in der Schule gekocht wurde – Hausmannskost und deftig, so koche ich
heute nicht mehr.

I: Hast du das Gefü hl, dass deine große Tochter, die nicht viel
Ernä hrungserziehung in der Schule hatte. Hast du den Eindruck, dass
sich trotzdem den Eindruck, dass sich etwas bei ihr geä ndert hat?

IP 2: Von der Schule aus nicht. Von Zuhause aus schon.

I: Wie wü rdest du gesundheitsrelevante Verhaltensmuster fö rdern?

IP 2: Ich muss kurz ein Beispiel geben. Bei der kleinen Tochter im
Kindergarten: Das geht so ein bisschen in die Montessoririchtung – der
evangelische Kindergarten Ortenburg. Der Kindergarten hat ein Bistro.
Dort wird den Kindern ein Buffet jeden Tag zubereitet. Die Eltern
mü ssen das Essen dazu mitbringen – gesunde Produkte. Die Kinder
kö nnen es sich dann im Prinzip aussuchen. Sie bekommen automatisch,
auch wenn zuhause nicht sonderlich aufgeklä rt ist, bekommen die
Kinder durch den Kindergarten automatisch gesunde Ernä hrung mit.
Es gibt auch einen Mü slitag. Das kö nnte auch in der Schule umgesetzt
werden.

I: Wenn es in der Schule angeboten wü rde, wü rdest du dich dann auch
engagieren? In welchem Maße?

IP 2: Ja. Die Produkte beisteuern oder man kö nnte einen
Infonachmittag machen oder mit den Kindern gemeinsam in Gruppen
kochen.

I: Fä llt dir sonst noch etwas ein, was man in der Schule noch machen
kö nnte?

IP 2: Auf jeden Fall mehr Obst und Gemü se in den Pausen und auch
dazwischen anbieten. Einen Wasserautomat statt den
Softdrinkautomaten aufstellen. Das Angebot an ungesunden
Lebensmitteln reduzieren und nicht verkaufen. Generell mehr den
Kindern die gesunden Lebensmittel anbieten.

Interviewpartnerin

I: Was hast du in der Grundschule ü ber Ernä hrung gelernt?

IP 3 (w, 10 Jahre alt, untergewichtig): Was man so am besten essen
sollte. Was nicht so gesund ist.

I: Was sollte man essen? Was ist gut fü r dich?

IP 3: Obst und Gemü se und auch ein bisschen Vollkorn.

I: Was ist eher ungesund?

IP 3: Sü ßigkeiten, Zucker, Fett.

I: Welche Projekte hast du zum Thema gesunde Ernä hrung
kennengelernt, was habt ihr konkret gemacht? Hattet ihr jetzt nur das
in der Schule in HSU besprochen oder habt ihr auch was anderes noch
gemacht?

IP 3: Also die Lehrerin hat mal ü berprü ft, was wir in die Pause
mitnehmen. Da mussten wir immer gesunde Sachen mitnehmen.

I: Also hat sie angekü ndigt, dass sie kontrollieren wird?

IP 3: Ja.

I: Ok. Und dann hast du immer was Gesundes dabei gehabt?

IP 3: Ja, normal halt.

I: Was hattest du in der Pause dabei? Kannst du dich erinnern?

IP 3: So was ich jetzt auch habe. Ehm also manchmal Wurstbrot,
manchmal Brot mit Marmelade und Butter, meistens auch so
Paprikaschoten oder Tomaten oder Kuchen.

I: Was hast du fü r ein Brot? Ist es Vollkorn oder Weißbrot?

IP 3: Unterschiedlich.

I: Was schmeckt dir besser?

IP 3: Weißbrot. (lacht)

I: Deine Lehrerin hat das Pausenbrot kontrolliert. Habt ihr sonst noch
was gemacht?

IP 3: Ich glaube nicht.

I: Hattet ihr einen Obstkorb einmal die Woche?

IP 3: Im Kindergarten. Stimmt das hatten wir auch, aber das war nicht
nur wegen der Ernä hrung, sondern einfach generell.

I: Wann hattet ihr den Obstkorb? Ab der ersten Klasse oder spä ter?

IP 3: Ich glaube das war ab der ersten Klasse – jede Woche einmal.

I: Hast du daraus was genommen?

IP 3: Ja, man musste sich was nehmen. Ich habe mir was genommen,
außer Bananen.

I: Also Bananen magst du nicht so gerne?! Hast du in der Schule auch
mittags gegessen?

IP 3: Ehm also nur mittwochs und freitags.

I: Kannst du dich erinnern, was es gab?

IP 3: Also es gab Pizza, dann gab’s also schon ziemlich unterschiedlich.

I: Hattest du den Eindruck oder gesund oder eher Fast Food?

IP 3: Naja also ich wü rde sagen ganz normal.

I: So wie Zuhause?

IP 3: Ja genau. Ab und zu gab es Salat dazu oder man konnte sich
danach ein paar Frü chte nehmen. Das gab’s zwar nicht immer.

I: Was du ü ber gesunde Ernä hrung gelernt hast, setzt du das um oder
hast du es gelernt und denkst dir „Das ist ganz okay aber ich setzte es
nicht so um.“? Gerade in Bezug auf Sü ßigkeiten? (lacht)

IP 3: Ich mach, was ich immer mach. (lacht)

I: Okay, also hat sich das nicht auf dein Ernä hrungsverhalten
ausgewirkt?

IP 3: Nein.

I: Nochmal dazu: Wie ernä hrt man sich gesund? Du hast gesagt: Obst,
Gemü se, Vollkorn. Fä llt dir sonst noch irgendwas ein?

IP 3: Ehm. Reis, Nudeln.

I: Kohlenhydrate. Sind die eher gesund oder eher ungesund?

IP 3: Naja ich glaube eher gesund.

I: Du glaubst okay. Fä llt dir sonst noch was ein?

IP 3: Irgendwas mit Proteine.

I: Ja, das sind Eiweiße. Wo kommen die denn vor außer im Ei? (lacht)

IP 3: Milch, Joghurt.

I: In Milchprodukten genau und ehm wie viel trinkst du am Tag? Wie
viel sollte man als Kind trinken? Weißt du das?

IP 3: Circa einen Liter, vielleicht ein bisschen, keine Ahnung. Aber ich
trinke naja eher weniger.

I: Was trinkst du vor allem?

IP 3: Also Zuhause haben wir nur Wasser, aber manchmal schon
Apfelschorle.

I: Ok. Was hä ltst du davon, wenn man sich gesund ernä hrt?

IP 3: Gut.

I: Und wieso ist es gut? Was ist daran gut, wenn man sich gesund
ernä hrt?

IP 3: Gesundes.

I: Ja man bleibt gesund.

IP 3: Und...

I: Ehm wie ernä hrst du dich? Du sagtest ja. Kannst du selber
beschreiben, was du so isst?

IP 3: Ich esse schon viel Sü ßes eigentlich naja doch. (??) Wir haben halt
nicht viel Sü ßes und ich guck immer nach, ob’s was gibt. (lacht) Aber
naja also ganz ohne kö nnte ich nicht leben. (lacht) Also ich esse jetzt
schon also zum Mittagessen esse ich halt Nudeln oder meistens also ich
mag lieber wenn es Apfelstrudel oder so was gibt. Aber das gibt es nicht
immer. So Gulasch mit Reis.

I: Gibt es jeden Tag bei euch Gemü se oder Salate?

IP 3: Salat gibt es eigentlich schon relativ oft und Gemü se naja wenn’s
zum Gericht passt, dann meistens schon.

I: Was isst du in der Frü h?

IP 3: Toastbrot mit Nutella. (lacht)

I: Und abends?

IP 3: Tomaten-Mozzarella-Wraps. Das esse ich fast jeden Abend.

I: Machst du das selber?

IP 3: Mach ich selber.

I: Also du meintest, dass du ganz gern Sü ßes isst und das kö nntest du
verbessern, wenn du dich gesü nder ernä hren wü rdest?

IP 3: Ja.

I: Kö nnte man eventuell machen? Was ist sonst dein Lieblingsessen?

IP 3: Also so in der Art wie ehm zum Beispiel jetzt wie heißt das ehm
Germknö del oder Apfelstrudel oder so was in der Art.

I: Also Sü ßspeisen magst du gern?

IP 3: Ja genau. Obwohl Gulasch auch nicht schlecht schmeckt.

I: Was ist gesundes Essen und wieso ist es gesund?

IP 3: Also zum Beispiel Obst, nehmen wir eine Orange, da sind viele
Vitamine drin.

I: Generell Vitamine in Obst oder auch in Gemü se sind Vitamine drin
genau.

IP 3: Und Nä hrstoffe. Halt, das was nicht dick macht.

I: Kennst du das Wort „Ballaststoffe“?

IP 3: Ja.

I: Das ist eben dort auch drin. Wie schmeckt dir gesundes Essen
generell?

IP 3: Kommt drauf an was. Obst schmeckt sehr gut.

I: Weil es sü ß ist?

IP 3: Genau, ja. (lacht) Und Gemü se schmeckt auch gut. Also ich mag
Obst lieber.

I: Du isst gerne Obst. Wieso ist ungesundes Essen ungesund?

IP 3: Weil viel Fett drin ist, meistens auch viel Zucker, bei Fastfood ist
Fett drin, es ist in Fett gebraten. Und ...

I: Was passiert, wenn man viele ungesunde Sachen isst?

IP 3: Man wird dick.

I: Ja, was noch?

IP 3: Man wird also krank, krank kö nnte man werden.

I: Was kö nnte man fü r Krankheiten bekommen?

IP 3: Keine Ahnung. (lacht)

I: An ungesundem Essen magst du Sü ßigkeiten. Was davon isst du ganz
gerne?

IP 3: An Sü ßigkeiten? Schokolade.

I: Also eher was Sü ßes?

IP 3: Ja.

I: Du siehst ein paar Bilder von Lebensmitteln. Du musst sie auf einer
Skala von eins bis sechs bewerten. Eins ist sehr gesund und sechs ist
nicht gesund.

IP 3: Schulnoten?

I: Genau, Schulnoten. Das ist Gemü se.

IP 3: So wie ich es inde oder wie es konkret ist?

I: Wenn das Konkrete mit deiner Meinung auseinandergeht, dann
kannst du beides sagen.

IP 3: (Gemü se) Also ich wü rde sagen, eins.

I: Ok.

IP 3: (Obst) Zwei, weil Fruchtzucker drin ist.

I: Mhm.

IP 3: (Chips) Sechs.

I: Wegen?

IP 3: (Chips) Weil das sind Chips. Es kö nnten zwar Kartoffelchips sein,
sind aber ungesund.

I: Wegen Fett?

IP 3: Ja genau. (Burger) Sechs wegen Fett.

I: Wasser mit Zitrone.

IP 3: Ehm ich weiß nicht, ob da recht viel Zucker drin ist.

I: Nein, nur Wasser mit einer Zitrone drin.

IP 3: Dann wü rde ich sagen eins.

I: Schokolade.

IP 3: (Schokolade) Sechs. Naja.

I: Dann eine Limonade.

IP 3: (Limonade) Drei bis vier.

I: Wieso in der Mitte? Wieso ist es nicht so schlecht wie eine Sechs zum
Beispiel? Wieso nicht so schlecht wie Schokolade.

IP 3: Ich meine, da ist schon Zucker drin, weil Limonade, aber da sind
halt auch noch die Zitrone enthalten. Drei wü rde ich doch nicht geben.
So gesund wird es doch nicht sein.

I: Du denkst der Zucker ü berwiegt und die Vitamine sind letztendlich
nicht viel drin?

IP 3: Ja.

I: Kann man so sagen? Ok. Ein Vollkornbrot mit Frischkä se.

IP 3: (Vollkornbrot mit Frischkä se) Eine Drei, wegen dem Frischkä se.

I: Wenn da jetzt ein Weißbrot wä re, wie wü rdest du das dann
bewerten?

IP 3: Schlechter. Drei minus.

I: Also schlechter als das Vollkorn?

IP 3: Ja schon.

I: Cola.

IP 3: (Cola) Sechs, wegen dem Zucker.

I: Vollkorn generell.

IP 3: Eins.

I: Wieso denkst du, dass Frischkä se nicht so gut ist?

IP 3: Das sagt mir mein Bauchgefü hl.

I: Das hatten wir schon ein bisschen: Was ist deine Erfahrung, wenn
sich Menschen gesund oder ungesund ernä hren. Du hast gesagt, wenn
man gesund isst, bleibt man gesund, man bleibt auch sportlich schlank.
Fä llt dir noch was ein?

IP 3: Nein, eigentlich nicht.

I: Bei ungesund wird man fett, wird man dick.

IP 3: (lacht) Ja. Keine Ahnung.

I: Man wird außerdem krank.

IP 3: Vielleicht Zuckerkrankheit.

I: Ja, kann passieren. Ja genau. Welche Lebensmittel werden in der
Werbung gezeigt?

IP 3: Wie in der Werbung?

I: Werbung: Fernsehen, Zeitschriften, vor allem im Fernsehen.

IP 3: Da kann man ja alles zeigen.

I: Fü r euch Kinder.

IP 3: Chips.

I: Mhm. Kinderschokolade so etwas?

IP 3: Ja Sü ßigkeiten, eigentlich.

I: Also ist es eher gesund oder ungesund was in der Werbung gezeigt
wird?

IP 3: Eher ungesund.

I: Ja, gut erkannt. Mö chtest du dann die Lebensmittel, die im Fernsehen
gezeigt werden gerne kaufen und essen oder denkst du dir „Ne, muss
nicht sein.“

IP 3: Das interessiert mich eigentlich nicht.

I: Wieso interessiert dich das nicht?

IP 3: Halt Werbung interessiert mich nicht.

I: Schaust du nicht so oft?

IP 3: Ne.

I: Dann noch die letzte Frage. Wie viel Sport treibst du in der Woche
und welchen?

IP 3: Naja eigentlich nur in der Schule nur.

I: Wie oft habt ihr Sport in der Schule?

IP 3: Zwei Stunden am Donnerstag – also zwei Schulstunden.

I: Ok. In der Freizeit? Hast du frü her Sport gemacht?

IP 3: Also ich mache auch noch Rü ckensportgymnastik. Getanzt habe
ich frü her mal.

I: Du bist ja trotzdem sehr schlank. Wenn man es nur hö rt, dass du
gerne Sü ßigkeiten magst und so weiter, kö nnte man meinen, dass du
ein dickes Kind bist, aber du bist ja echt ganz dü nn. Liegt
wahrscheinlich doch an der Ernä hrung, am Stoffwechsel oder, dass du
dich generell viel draußen bewegst.

Interviewpartnerin

I: Wie sollten sich Kinder am besten ernä hren? Was das Trinken und
Essen betrifft.

IP 4 (w, 40 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern (acht; zehn), Erzieherin,
leicht ü bergewichtig): Also ausgewogen, Frü chte oder Obst, Gemü se,
bisschen Fleisch, Fisch in Maßen.

I: Proteine?

IP 4: Auch in Maßen und hin und wieder Sü ßigkeiten sind auch okay,
wenn es nicht zu viel ist.

I: Wie viel sollten Kinder trinken?

IP 4: Ja knapp einen Liter. Tee oder Wasser .

I: Worin liegt deine Aufgabe beim Thema gesunde Ernä hrung? Was
musst du machen?

IP 4: Naja den Kindern eben Obst und Gemü se schmackhaft machen.

I: Wie geht das am besten?

IP 4: Ehm man kö nnte ihnen zum Beispiel schö n herrichten, dass man
ihnen einen Obstteller macht oder auch zwischendurch mal Obst auf
einen Tisch stellt. Ja Gemü se genauso schö n anrichten.

I: Gibt es bei euch nur die drei Hauptmahlzeiten oder auch
Zwischenmahlzeiten? Fü r die Kinder vor allem.

IP 4: In der Regel schon die Hauptmahlzeiten. Aber hin und wieder, vor
allem am Wochenende vielleicht auch mal, dass ich ihnen einen Apfel
aufschneide oder Obst.

I: Ok.

IP 4: Also die Jü ngere isst viel Obst. Die macht sich das dann selber.

I: Schö n. Wie achtest du darauf, dass sich deine Kinder gesund
ernä hren?

IP 4: Also wir kaufen eigentlich selten Sü ßigkeiten. Zwar schon immer
wieder mal, aber wir haben generell wenig Sü ßigkeiten zuhause und
ich gebe ihnen in der Pause auch manchmal Nü sse mit oder eben Obst,
Gemü se.

I: Achtest du darauf, dass die Verteilung von den Makronä hrstoffen
ausgeglichen ist?

IP 4: Doch ich schaue schon, dass das abwechslungsreich ist. Ich esse
auch selber nicht so viel Fleisch oder schaue, dass es nicht jeden Tag
Fleisch gibt oder dass es eben bisschen abwechslungsreich ist.

I: Du sagtest, dass wenig Fleisch gegessen wird und wie schaust du
sonst noch drauf, dass du dich selber gesund ernä hrst – als Vorbild fü r
die Kinder?

IP 4: Ich esse selten, aber schon auch mal Sü ßigkeiten, aber wie gesagt
auch nicht viel, weil wir nicht so viel daheim haben, wegen dem Papa.
Der wü rde das gern ö fters essen. (lacht) Ich esse gerne Salat.

I: Wie gehst du mit dem Verlangen Ihrer Kinder nach Sü ßigkeiten um?
Wie schon gesagt es werden Sü ßigkeiten wenig eingekauft. Sonst noch
was?

IP 4: Wenn sie das Verlangen haben, dann kriegen sie schon was. Wir
haben zum Beispiel keine Nutella, sondern Schokostreusel dafü r.

I: Die schmelzen dann?

IP 4: Genau. Aber so kriegen sie schon Sü ßigkeiten oder Sä fte zum
Trinken.

I: Was hä ltst du von einer zuckerfreien Ernä hrung – ohne raf inierten
Zucker, der in vielen Produkten versteckt vorkommt.

IP 4: Ja also gar nicht ist auch nix. Ein bisschen brauchen die Kinder ja
auch.

I: Zu einer weizenfreien Ernä hrung?

IP 4: Ich denke das ist auch nicht das Ideale.

I: Ja okay. Wie wü rdest du reagieren, wenn deine Kinder zunehmen?
Drastisch zunehmen?

IP 4: Ja gut. (lacht). Also erst einmal abklä ren, da sie beide sehr schlank
sind, ob es gesundheitliche Ursachen hat. Kö nnte auch der Fall sein.
Ansonsten wü rde ich ihnen gesunde Ernä hrung erklä ren.

I: Also nicht zum Beispiel zum Sport schicken?

IP 4: Nein. Nein. (lacht)

I: Wie wichtig ist es dir, dass sich deine Kinder ausreichend bewegen?

IP 4: Sie machen es beide eigentlich von selber.

I: Sind jetzt nicht Stubenhocker, sondern eher aktiv und draußen?

IP 4: Ja, beide sind viel draußen, spielen im Garten, bewegen sich gern.
Das war immer schon so bei beiden Kindern.

I: Also sind sie wenig drinnen am Handy oder so?

IP 4: Ja genau.

I: Wie fö rderst du, dass sich die Kinder bewegen? Sie haben zwar selber
den kindlichen Drang dazu, aber...

IP 4: Ich schaue schon, dass sie zum Sport kommen. Ja gut, meine große
Tochter hat in der Schule zweimal die Woche Sport – Sport und alle
zwei Wochen Schwimmen. Ja genau. Manchmal machen wir mit der
Familie zusammen Sport – Schlittschuhlaufen zum Beispiel.

I: Stellst du einen Unterschied fest zu deinem Ess- und Sportverhalten
als Kind im Gegensatz zu deinen Kindern heute, wie sie sich sportlich
verhalten und was sie so essen?

IP 4: Eigentlich nicht. Ich war auch immer sehr zart besaitet. (lacht) Sie
probieren auch alles.

I: Ja das ist gut. Nun zum Thema Ernä hrungserziehung in der Schule.
Wie wird das Thema gesunde Ernä hrung und Sport in der Schule
behandelt?

IP 4: Also bei der Kleinen, die ist jetzt in der zweiten Klasse, da gibt es
ein Projekt von der Regierung. Das heißt „Schulobst“ und da bekommen
die Kinder einmal die Woche Obst gestellt. Daraus kö nnen sie sich was
nehmen. Die hatten jetzt das Thema „gesunde Ernä hrung“. Sie haben
die Ernä hrungspyramide angesprochen. Die Lehrerin hat auch
geschaut, wie oder was die Kinder zum Essen dabei haben.

I: Hat sie dann auch an die Eltern Feedback gegeben?

IP 4: Nein.

I: Ok, das wä re ja schon interessant.

IP 4: Das wurde nur mal am Elternabend angesprochen, was die Kinder
dabei haben sollten. Sonst gab es keine Rü ckmeldung von der Lehrerin.

I: Sonst noch was? Gesundes Pausenbrot? Dass man mit den Kindern
was gemacht hat?

IP 4: Nein.

I: Gar nichts?

IP 4: Nein gar nichts.

I: Letztendlich wurde nur die Ernä hrungspyramide behandelt, das
Essen wurde kontrolliert und der Obstkorb wurde gestellt.

IP 4: Ja genau.

I: Wie stehst du dazu, dass Ernä hrungspä dagogik in der Schule
behandelt wird? Was ist gut daran, was vielleicht nicht?

IP 4: Also ich denke, dass das schon gut war und die kleine Tochter hat
es auch sehr interessiert.

I: Was kann Ernä hrungspä dagogik bringen?

IP 4: Es bringt bestimmt etwas, wenn manche Kinder in der Hinsicht
wenig gesunde Sachen essen oder hauptsä chlich Zuckersachen dabei
haben oder oft Cola trinken, dass sie ein bisschen sensibilisiert werden.

I: Wobei die Eltern da schon den Großteil dafü r leisten mü ssen.

IP 4: Aber oft kann man es den Kindern ein bisschen gesunde
Ernä hrung nä her bringen.

I: Findest du, dass Ernä hrungspä dagogik ein eigenstä ndiges
Unterrichtsfach sein sollte?

IP 4: Nein, ich denke es reicht, wenn es ab und zu in der Schule
behandelt wird. Die große Tochter hat es jetzt auch wieder im
Gymnasium. Im Kindergarten wird es auch teilweise auch behandelt.

I: Also wä re es zu viel?

IP 4: Ja ich denke, dass es wie es ist, ausreicht.

I: Auch mit der Hinsicht, dass die Kinder immer dicker werden und sich
weniger bewegen?

IP 4: Ja gut. Es liegt halt einfach an den Medien, Tablet, Handy. Generell
an den Eltern, wie sie zu der Benutzung von elektronischen Medien
stehen.

I: Wie wü rdest du dich in der Schule engagieren, um die Gesundheit der
Kinder zu fö rdern, wenn es Projekte geben wü rde? Oder wü rdest du
sagen „Nein ich habe eher weniger Interesse daran.“?

IP 4: Ich wü rde es schon machen, aber wenn es zu viel wird, dann nicht.

I: Inwiefern?

IP 4: Da ich halbtags arbeite. Wenn es Workshops geben wü rde, wü rde
ich mitmachen.

I: Stimmt, wenn man arbeitet ist es eine Zeitfrage, wie man sich in der
Schule engagieren kann. Gibt es einen Unterschied, was im
Kindergarten mit den Kindern zum Thema gesunde Ernä hrung zu dem
was in der Grundschule behandelt wurde?

IP 4: Ja, wir hatten auch das Thema „Ernä hrung“ und wir haben mit
Zuckerwü rfeln den Kindern verdeutlicht, was in Cola drinnen ist zum
Beispiel oder im Apfel – der reine Zucker. Wir haben es eben
veranschaulicht. Das war in der Schule nicht so. Das haben im
Kindergarten dagegen die Kinder deutlich gesehen. Oder auch im
Apfelsaft oder Apfelschorle, was sie eher trinken.

I: Generell, dass man zeigt, was man ü ber den ganzen Tag verteilt an
raf inierten Zucker zu sich nimmt. Also es war praktischer durch
Anschauungen.

IP 4: Anschaulicher dargestellt. Das war vor allem in der Schule nicht.
Kö nnte mich nicht erinnern.

I: Was wü rdest du dir wü nschen, wie man das Thema Ernä hrung in der
Schule behandelt? Was kö nnte man mehr behandeln?

IP 4: Vielleicht ü ber ein Projekt ü ber einen lä ngeren Zeitraum, denn es
war nur ganz kurz.

I: Zum Beispiel was fü r eins?

IP 4: Keine Ahnung. Ehm wie gesagt anschaulicher, dann auch die Eltern
mit einbeziehen.

I: Inwiefern miteinbeziehen? Konkret?

IP 4: (lacht) Ich muss kurz ü berlegen. (2 Sekunden) Einen Elternabend
dazu veranstalten. Uber gesunde Ernä hrung einfach, dass den Eltern
verdeutlich wird, was fü r die kindliche Ernä hrung wichtig ist und auch
die Wichtigkeit der Bewegung, da Bewegung wichtig ist. Kochen, dass
man Eltern-Kind-Kochen in der Schule macht oder zeigt, was ist ein
gesundes Essen.

I: Wobei ich inde es ist schon wichtig, dass Eltern zum Thema
miteinbezogen werden. Die Schule hat zwar schon einen
Erziehungsauftrag, aber man kann nicht alle Verantwortung dafü r auf
die Schule abwä lzen.

IP 4: Ja genau.

I: Hast du selber in der Schule zum Thema „gesunde Ernä hrung“ etwas
gelernt?

IP 4: (lacht) So weit ich mich erinnern kann, nicht.

I: Kam frü her wahrscheinlich nicht so vor.

IP 4: Ich kann mich echt nicht erinnern.

I: Gab es Momente wo sich deine Einstellung zum Thema „gesunde
Ernä hrung“ geä ndert hat?

IP 4: Ja, seit die Kinder da sind schauen wir schon mehr auf eine
gesunde Ernä hrung. Wobei ich jetzt... Ich esse schon auch Sü ßigkeiten,
aber ich habe mich schon immer normal ernä hrt.

I: Was kaufst du generell ein? Typischerweise halt. Gerade bei den
Kohlenhydraten. Auf was achtest du?

IP 4: Ich kaufe keine Vollkornnudeln. Wir haben schon normale Nudeln.
Die schmecken uns nicht sonderlich. (lacht) Ich kaufe schon Obst,
Joghurts auch, Gemü se gibt’s auch oft. Obstsalat.

I: Vollfett oder Magerfett?

IP 4: Ich habe schon Magermilch. Gut die normalen Joghurts halt.

I: Naturjoghurt oder die mit Frü chten?

IP 4: Beides. Wir kaufen beides. Ich koche hauptsä chlich mit Rapsö l und
Olivenö l. Was kaufen wir noch? Brote wechsel’ ich ab. Ich habe nicht
dauernd Vollkornbrot. Immer unterschiedlich, weil wir nicht immer das
Selbe essen. (lacht)

I: (lacht) Das ist klar.

IP 4: Eigentlich immer Gurken, Tomaten, Paprika.

I: Fleisch und Fisch – wie oft kommt das auf den Speiseplan?

IP 4: Also vielleicht Fleisch zweimal in der Woche. Fisch unterschiedlich
alle zwei bis drei Wochen. Lachs mal ö fter.

I: Wurst und Kä se?

IP 4: Also Wurst kaufen wir hauptsä chlich Putenwurst, aber eigentlich
eher die einfache Putenwurst, weil die Kinder sonst auch keine mö gen
oder Salami hin und wieder mal.

I: Eine generelle Frage noch zum Schluss: Wie wü rdest du
gesundheitsrelevante Verhaltensmuster fö rdern? (lacht)

IP 4: Bei den Kindern jetzt?

I: Oder generell, je nachdem, was dir dazu einfä llt.

IP 4: Hm schwierig (3 Sekunden). Ja gut die Kinder halt schon hm (2
Sekunden) unterstü tzen, wenn sie jetzt zum Beispiel auch anderes Obst
essen mö chten. Es gibt ja unterschiedliches Obst, zum Beispiel
auslä ndisches Obst oder auch zusammen mit ihnen kochen oder die
Kinder kochen lassen. Wir haben verschiedene Kochbü cher fü r die
Kinder, wo sie auch selber ausprobieren dü rfen und kochen kö nnen.

I: Wie siehst du jetzt die Werbung? Findest du, dass es eher nicht so gut
ist, dass so viel Zuckerzeugs angepriesen wird?

IP 4: Ja schon. Selbst MC Donalds probiert es jetzt auf die Bio-Schiene.
Es wird als gesund suggeriert, aber im Grunde ist es nicht.

I: Letztendlich die Kinder anregen gesunde Sachen zu essen und zu
sensibilisieren fü r eine gesunde Ernä hrung.

Anhang 3 Tabellen der Interviewpartnerinnen

Interviewpartnerin


Interviewpartnerin




Interviewpartnerin



Interviewpartnerin







Anhang 4 Tabelle

Wissen



Einstellung



Erfahrung




Umsetzung







Anhang 4 Bilder der Interviews


Gemü se[94]


Obst[95]


Chips[96]


Hamburger[97]


Wasser mit Zitrone[98]



Schokolade[99]


Limonade[100]



Vollkornbrot mit Frischkä se[101]


Coca Cola[102]


[1] vgl. Bartsch Linten, S. (2007): Gesundheit von Anfang an: Chancengleichheit durch
Ernä hrungserziehung. In: Klein & groß. S. 19.
[2] vgl. Bartsch Linten, S. S. 19.
[3] Um eine bessere Lesbarkeit zu gewä hrleisten, werden im Rahmen dieser Arbeit Doppelungen,
wie "Schü lerinnen und Schü ler", „Schü ler/-innen“, „Lehrerinnen und Lehrer“ und „Lehrer/-innen“
zugunsten der generischen Begriffe "Schü ler" und „Lehrer“ aufgegeben.
[4] vgl.
https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonioring/Studien/Kiggs/Basiserhebung/GPA_Dat
en/Adipositas.pdf ?__blob=publicationFile (Stand am 21.03.2017).

[5] Alexy et al. (1999): Was Kinder essen – und was sie essen sollten. Mü nchen. S. 45.
[6] vgl. Herzig, Miriam (2011): Lernen geht durch den Magen. Wie Ernä hrung die geistige
Leistungsfä higkeit unserer Kinder beein lusst. Marburg. S. 23.
[7] vgl. Ehrentreich, M. (1996): Kinderernä hrung heute. Ministerium Lä ndlicher Raum Baden-
Wü rttemberg (Hrsg.). Hohengehren. S. 1-22.
[8] vgl. Kiefer, I. (2006): Fit im Kopf fü r Kinder und Jugendliche: richtig essen, richtig lernen, richtig,
spielen. Wien. S.102.
[9] vgl. Arens-Azevê do, U. (2000): Ernä hrungslehre zeitgemä ß, praxisnah. Gehlen. S.218.
[10]http://www.optimale-ernaehrung.de/assets/images/Ernaehrung-Ernaehrungskreis.gif (Stand
am 21.03.2017).
[11] vgl. Alexy, U. / Kersting, M. (1999): Was Kinder essen – und was sie essen sollten. Mü nchen. S.
107 ff.
[12] Herzig, M. S. 23.
[13] vgl. Herzig, M. S. 23 f.
[14] vgl. https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/bedeutung-von-obst-und-
gemuese-in-der-ernaehrung-des-menschen/ (Stand am 21.03.2017).
[15] vgl. Alexy, U./Kersting, M. S. 133.
[16] vgl. Herzig, M. S. 26 f.
[17] vgl. http://www.fkedo.de/index.php?
module=page_navigation&index%5Bpage_navigation%5D%5Baction%5D=details&index%5Bpage_navigation%5D%
5Bdata%5D%5Bpage_navigation_id%5D=63 (Stand am 21.03.2017).
[18] vgl. Herzig, M. S. 55.
[19] Kiefer, I. (2006): Fit im Kopf fü r Kinder und Jugendliche: richtig essen, richtig lernen, richtig,
spielen. Wien. S. 10.
[20] Mensink, G. B.M. et al. (2007 b, 10): EsKiMo – Das Ernä hrungsmodul im Kinder- und
Jugendgesundheitssurvey (KiGGS). In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung –
Gesundheitsschutz 50. S. 902.
[21] Dietary Interview Software for Health Examination Studies
[22] vgl. Herzig, M. S. 42.
[23] vgl. Herzig, M. S. 42 ff.
[24] vgl. Herzig, M. S. 46 ff.
[25] vgl. Herzig, M. S. 52 f.
[26] KiGGS ist eine Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lange der Kinder
und Jugendlichen in Deutschland.
[27] vgl. Mensink, G.B.M. et al. (2007c): Lebensmittelverzehr bei Kindern und Jugendlichen in
Deutschland. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 50: S. 609-
623.
[28] BMI, deutsch: Kö rpermassenindex
[29] IOTF: International Obesity Task Force.
[30] Kü nast, R. (2004): Eine neue Ernä hrungsbewegung fü r Deutschland. Regierungserklä rung im
Deutschen Bundestag am 17. Juni. Berlin.
[31] vgl. Kü nast, R.
[32] vgl. http://edoc.rki.de/oa/articles/reIXcLKBs9uis/PDF/27A1KTMTtAiWs.pdf. (Stand am 21.03.2017)
[33] Kromeyer-Hauschild, K., Wabitsch, M., Kunze, D., et al. (2001): Perzentile fü r den Body-Mass-
Index fü r das Kindes- und Jugendalter unter Heranziehung verschiedener deutscher Stichproben.
Monatsschreiben Kinderheilkunde 149. S. 807–818.
[34] Kiel Obesity Prevention Study
[35] vgl. Herzig, M. S. 56.
[36] vgl. http://www.kinderumweltgesundheit.de/index2/pdf/themen/Ernaehrung/BGBL_46_KOPS.pdf (Stand am
21.03.2017)
[37] vgl Schrö der, E.-M. (2006): Mein Kind ist zu dick. In: Online-Familienhandbuch des
Staatsinstituts fü r Frü hpä dagogik. http://familienhandbuch.de (Stand am 21.03.2017).
[38] Bö nnhoff, N. (2005): Der Ein luss des Ernä hrungsverhaltens und der kritischen Nä hrstoffe. In:
Bjarnason-Wehrens, B./Dordel, S. (Hrsg.): Ubergewicht und Adipositas im Kinder- und Jugendalter.
Sankt Augustin. S. 22.
[39] vgl. Wozniak, D. S. 36 f.
[40] vgl. Herzig, M. S. 56.
[41] vgl. Wozniak, D. (2009): Gesundheitsfö rderung im ö ffentlichen Schulsystem. Verfassungs- und
schulrechtliche Determinaten des Schulverp legungsangebots, insbesondere im Freistaat Bayern.
Bayreuth, S. 32 f.
[42] vgl. Gortmaker, S. et al. (1996): Television viewing as a cause of increasing obesity among
children in the United States. In: Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine 150, S. 359.
[43] Herzig, M. S. 63.
[44] vgl. Herzig, M. S. 90 ff.
[45] Herzig, M. S. 65.
[46] Herzig, M. S. 65 ff.
[47] vgl. Wozniak, D. S. 35 f.
[48] Hempel, U. et al. (2006): Erste Ergebnisse der KiGGS-Studie zur Gesundheit von Kindern und
Jugendlichen in Deutschland. Berlin: Robert Koch-Institut. S. 27.
[49] Kurth, B.-M. et al. (2007): Die Verbreitung von Ubergewicht und Adipositas bei Kindern und
Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse des bundesweiten Kinder- und
Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung –
Gesundheitsschutz 50. S. 736.
[50] Hempel, U. et al. (2006). S. 27.
[51] vgl. Herzig, M. S. 58 f.
[52] Herzig, M. S. 59.
[53] vgl. Herzig, M. S. 59 f.
[54] vgl. Herzig, M. S. 60.
[55] Kü nast, R.
[56] Wozniak, D. S. 39.
[57] Swedish obese subjects
[58] vgl. https://www.ige.tu-berlin.de/fileadmin/fg176/IGE_Printreihe/Muehlbacher-Epidemiologie-Adipositas-2011.pdf.
(Stand am 21.03.2017).
[59] BZgA/Bundeszentrale fü r gesundheitliche Au klä rung (2000): Schulische
Gesundheitserziehung und Gesundheitsfö rderung – Konzepte. Kö ln.
[60] BZgA/Bundeszentrale fü r gesundheitliche Au klä rung (2000).
[61] BZgA/Bundeszentrale fü r gesundheitliche Au klä rung (2000).
[62] Lampert, M. et al. (2007): Messung soziodemographischer Merkmale im Kinder- und
Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) und ihre Bedeutung am Beispiel der Einschä tzung des
allgemeinen Gesundheitszustandes. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung –
Gesundheitsschutz 50. S. 113.
[63] Health Behaviour in School-aged Children
[64] Herzig, M. S. 136.
[65] Herzig, M. S. 156.
[66] vgl. Herzig, M. S. 156 ff.
[67] BZgA/Bundeszentrale fü r gesundheitliche Au klä rung (2007): Gesundheitserziehung und
Schule. Essgewohnheiten. Materialien fü r 5.-10. Klassen. Kö ln. S. 6.
[68] vgl. Herzig, M. S. 137 f.
[69] Philipps, U. (2007): Evaluation gesundheitsfö rdernder Maßnahmen bezü glich des
Ernä hrungsverhaltens von Grundschulkindern. Bad Heilbrunn. S. 56.
[70] vgl. Heseker, H. (2005): Neue Aspekte der Ernä hrungsbildung (Hrsg.). Frankfurt am Main. S.
180 f.
[71] Herzig, M. S. 143.
[72] vgl. BZgA/Bundeszentrale fü r gesundheitliche Au klä rung. S. 6.
[73] Herzig, M. S. 143.
[74] https://www.lehrplanplus.bayern.de/fachlehrplan/lernbereich/25940 (Stand am 21.03.2017).
[75] Herzig, M. S. 138.
[76] L.: Lehrer; S.: Schü ler
[77]Die Kinder sitzen in drei Reihen stufenweise angeordnet vor der Tafel. In der vordersten Reihe
sitzen sie, in der mittleren Reihe sitzen sie auf den Stü hlen und in der letzten Reihe sitzen sie auf
den Tischen der ersten Sitzreihe des Klassenzimmers
[78] http://www.illumann.de/illuman%20Site/Handgemachtes/schlaraffenland.jpg (Stand am 21.03.2017).

[79] vgl. http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/GesundeErnaehrung/KitaSchule/_Texte/DossierKitaUndSchule.html?
nn=391874&notFirst=true&docId=3190296 (Stand am 21.03.2017).
[80] vgl. http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/GesundeErnaehrung/KitaSchule/_Texte/DossierKitaUndSchule.html?
nn=391874&notFirst=true&docId=3190296 (Stand am 21.03.2017).
[81] http://www.grundschulernaehrung.bayern.de/pdf/b1.pdf#page=5, S. 22. (Stand am 21.03.2017).
[82] http://www.optimale-ernaehrung.de/assets/images/Ernaehrung-Ernaehrungskreis.gif (Stand am 21.03.2017).
[83] Herzig, M. S. 146.
[84] Herzig, M. S. 146.
[85] DGE/Deutsche Gesellschaft fü r Ernä hrung (2007): Schule + Essen = Note 1. Qualitä tsstandards
fü r die Schulverp legung. Bonn.
http://www.schuleplusessen.de/fileadmin/user_upload/Bilder/151017_DGE_QS_Schule_Essen2015_web_final.pdf
(Stand am 21.03.2017).
[86] Herzig, M. S. 147.
[87] DGE/Deutsche Gesellschaft fü r Ernä hrung. S. 8.
[88] vgl. Herzig, M. S. 146 ff.
[89] vgl.
http://www.schuleplusessen.de/fileadmin/user_upload/Bilder/151017_DGE_QS_Schule_Essen2015_web_final.pdf
(Stand am 21.03.2017).
[90] Hazard Analysis Critical Control Point
[91] vgl. https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zuckersucht-ausstieg-ia.html (Stand am 21.03.2017).
[92] vgl.
https://www.vigo.de/de/vorbeugen/ernaehrung/vigo_kueche_und_rezepte/kochen_mit_kindern/warum_gesunde_erna
ehrung_fuer_kinder_so_wichtig_ist.html (Stand: 23.03.2017).
[93] Um eine bessere Lesbarkeit, besonders bei den Tabellen, zu gewä hrleisten, werden die
Zeilenabstä nde etwas verringert.
[94] https://www.frag-mutti.de/images/uploads/de/orig/51119/obst-und-gemuese-waschen.jpg
[95] https://static.barcoo.com/images/articles/production/0478/9568/1397742930_exotische-fruechte-
obst_871x551_high.jpg

[96] http://ais.rtl.de/masters/215117/gesunde-chips-alternativen.jpg
[97] https://encrypted-tbn1.gstatic.com/images?
q=tbn:ANd9GcQL8i8gN6jEw_cnD3Y6U4PLejbmQAOfy_B09Wzscew2J748ecD2IQ

[98] https://freshideen.com/wp-content/uploads/2015/04/heißes-wasser-mit-zitrone-und-honig-gesundes-wasser.jpg
[99] http://www.weinrich-schokolade.de/fileadmin/_migrated/pics/historie-schokolade_02.jpg

[100] http://www.fuersie.de/sites/fuersie/files/styles/1024x768/public/images/ingwer-limonade.jpg
[101] http://www.womenshealth.de/food/gesunde-rezepte/wp-
content/uploads/2015/02/sh_schab_113723101_Magerquark_Brot_800x462-530x306.jpg

[102] http://www.coca-cola-deutschland.de/content/dam/journey/de/de/private/2015/03/coke-flasche-2015-immersive-
gallery-1280-900-ffdf851f.jpg