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Autoren: Dietmar Benda, Herbert Bernstein, Bo Hanus, Michael Hoffmann, Burkhard Kainka, Rüdiger Klein,
Dieter Schulz, Frank Sichla

ISBN 978-3-645-39092-7
INHALTSÜBERSICHT

1. Teil: Grundwissen Elektronik ............................................................................ PDF-S. 4

2. Teil: Der leichte Einstieg in die Elektrotechnik & Elektronik ................... PDF-S. 689

3. Teil: Das neue Werkbuch Elektronik ........................................................... PDF-S. 921

4. Teil: Elektronik ohne Ballast ........................................................................ PDF-S. 1696

5. Teil: Richtig löten .......................................................................................... PDF-S. 2896

6. Teil: Richtig messen und prüfen ................................................................. PDF-S. 3061

7. Teil: Akkus und Batterien ............................................................................ PDF-S. 3185

8. Teil: Wie misst man mit dem Oszilloskop? ............................................... PDF-S. 3309

9. Teil: Wie liest man eine Schaltung? ........................................................... PDF-S. 3538

10. Teil: Wie sucht man Fehler in elektronischen Schaltungen? ................. PDF-S. 3786

11. Teil: Mikrocontroller für Einsteiger .......................................................... PDF-S. 3997

12. Teil: Schnellstart LEDs ................................................................................ PDF-S. 4233


ELEKTRONIK

Burkhard Kainka/Herbert Bernstein

Grundwissen

Elektronik
Die Grundlagen für Hobby, Ausbildung und Beruf
Teil A: Analogtechnik
Teil B: Messtechnik
Teil B
Messtechnik
Vorwort
Die messtechnische Erfassung der Umwelt ist für den Physiker und Ingenieur von je-
her die Voraussetzung für seine Arbeit. Seit 1970 ist bei der immer umfang­reicher
werdenden Arbeit in der Praxis und im Betrieb auch für den Facharbeiter, Techniker
und Meister die Anwendung der Messgeräte und die Kenntnis der Messver­fahren un-
entbehrlich. Das Buch ist ideal für die Prüfungsvorbereitung. Der Autor hat sich be-
müht, selbst für komplexe Vorgänge oder Formeln praktische, kurze Erklärungen bzw.
Näherungsrechnungen zu entwickeln, ohne die Darstellungen zu simplifizieren.
Aus dieser Überlegung heraus entstand das vorliegende Buch, das im Unterricht an
der Technikerschule und bei der IHK eingesetzt wird. Es soll jedem, der in der Elektro-
technik während der Ausbildungszeit oder in der Berufsausübung zu messen hat, be-
hilflich sein, die Zusammenhänge zu verstehen und die richtigen Ver­fahren auszuwäh-
len. Es soll den Auszubildenden in der Berufsschule, den Facharbeiter in der Praxis
und den Meister beim Entwurf beraten. Es wird auch dem Techniker im Betrieb nütz-
lich sein und in vielen Fällen sogar dem Fachmann anderer Berufe Hinweise auf die
vielfältigen Möglichkeiten der elektrischen und elektronischen Messtechnik geben
können.
Der Umfang des Buches reicht im Interesse der Vollständigkeit über das hinaus, was in
der Berufs-, Meister- und Technikerschule zum Thema „Elektro-Messtechnik“ vermit-
telt werden kann. Dem Fach­lehrer und Dozenten bleibt daher die Auswahl überlassen.
Dafür kann aber das gleiche Buch in Fachkursen, Meisterkursen und Technikerschu-
len weiter verwendet werden.
Bei meiner Frau Brigitte möchte ich mich für die Erstellung der Zeichnungen bedan-
ken.

München, Sommer 2010 Herbert Bernstein


7

Inhaltsverzeichnis
1 Zeigerinstrumente (analoge Messtechnik). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
1.1 Analoge Messinstrumente. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
1.1.1 Messwerk, Messinstrument und Messgerät. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
1.1.2 Beschriftung der Messgeräte. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
1.1.3 Messinstrumentengehäuse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
1.1.4 Skalen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
1.1.5 Drehmomente und Einschwingen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
1.1.6 Zeiger, Lager und Dämpfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
1.1.7 Genauigkeitsklassen und Fehler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
1.1.8 Justierung (Eichung) von Betriebsmessgeräten . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
1.1.9 Bedienungsregeln und Beurteilung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
1.2 Arbeitsweise von Zeigermessgeräten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
1.2.1 Dreheisen-Messwerk. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
1.2.2 Drehmagnet- und Eisennadel-Messwerk. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
1.2.3 Drehspul-Messwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
1.2.4 Zeiger-Galvanometer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
1.2.5 Drehspul-Quotientenmesswerk. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
1.2.6 Elektrodynamisches Messwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
1.2.7 Elektrodynamisches Quotienten-Messwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
1.2.8 Elektrostatisches Messwerk. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
1.2.9 Induktions-Messwerk. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
1.2.10 Hitzdraht-Messwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
1.2.11 Bimetall-Messwerk. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
1.2.12 Vibrations-Messwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
1.2.13 Elektrizitätszähler. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
1.3 Messungen elektrischer Grundgrößen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
1.3.1 Messwiderstände. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
1.3.2 Universal-Messinstrumente. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
1.3.3 Strommessung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
1.3.4 Spannungsmessung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
1.3.5 Widerstandsbestimmung durch Strom- und Spannungsmessung. . . 84
1.3.6 Widerstandsmessung mit Ohmmetern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
1.3.7 Brückenmessungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
1.3.8 Kompensationsmessungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
1.3.9 Kapazitätsmessung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92
1.3.10 Induktivitätsmessung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
8

1.3.11 Wechselstrom-Messbrücken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97
1.4 Messverfahren in der Starkstromtechnik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
1.4.1 Leistungsmessung im Einphasennetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101
1.4.2 Leistungsmessung im Drehstromnetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
1.4.3 Blindleistungsmessung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
1.4.4 Leistungsfaktormessung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108
1.4.5 Messen der elektrischen Arbeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111
1.4.6 Isolationsmessung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
1.4.7 Fehlerort-Bestimmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116
1.4.8 Erdwiderstandsmessung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120
1.5 Vom elektrischen zum elektronischen Stromzähler. . . . . . . . . . . . . 122
1.5.1 Umstellung auf elektronische Zähler. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123
1.5.2 Arten von Stromzählern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
1.5.3 Elektronische Stromzähler. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
1.5.4 Elektronischer Stromzähler mit Mikrocontroller. . . . . . . . . . . . . . . . 126

2 Analoge und digitale Oszilloskope. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130


2.1 Aufbau eines analogen Oszilloskops. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132
2.1.1 Elektronenstrahlröhre. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
2.1.2 Horizontale Zeitablenkung und X-Verstärker. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140
2.1.3 Triggerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143
2.1.4 Y-Eingangskanal mit Verstärker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146
2.1.5 Zweikanaloszilloskop. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
2.1.6 Tastköpfe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153
2.1.7 Inbetriebnahme des Oszilloskops. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155
2.2 Praktische Handhabung eines Oszilloskops. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159
2.2.1 Einstellen der Empfindlichkeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160
2.2.2 Anschluss eines Oszilloskops an eine Messschaltung. . . . . . . . . . . 164
2.2.3 Triggerverhalten an einer Messschaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 170
2.3 Digitales Speicheroszilloskop . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175
2.3.1 Merkmale eines digitalen Oszilloskops. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175
2.3.2 Interne Funktionseinheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 176
2.3.3 Digitale Signalspeicherung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 177
2.3.4 Analog-Digital-Wandler. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179
2.3.5 Zeitbasis und horizontale Auflösung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 180
2.3.6 Möglichkeiten des Abtastbetriebs. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184
2.3.7 Speicherung von Signalinformationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 188
2.4 Funktionen und Bedienelemente. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 192
2.4.1 Parametereinstellungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 192
2.4.2 Triggerfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194
2.4.3 Spezielle Triggerfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 198
2.4.4 Triggermethoden für Störimpulse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202
9

2.4.5 Auswertung von Messsignalen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 204


2.4.6 Digitale Filterung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208
2.4.7 Verarbeitung von Messsignalen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211
2.4.8 Spezialfunktionen eines digitalen Speicheroszilloskops. . . . . . . . . 213
2.4.9 Automatische Messung mit der Cursorsteuerung. . . . . . . . . . . . . . . 217
2.4.10 Arbeiten mit dem Messcursor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220

3 Digitale Messgeräte. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225


3.1 3½-stelliges Digital-Voltmeter mit LCD-Anzeige. . . . . . . . . . . . . . . . 225
3.1.1 Arbeiten mit Flüssigkristall-Anzeigen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 228
3.1.2 Aufbau und Funktionen von Flüssigkristall-Anzeigen. . . . . . . . . . . . 230
3.1.3 3½-stelliges Digital-Voltmeter ICL7106 LCD (und ICL7107 LED). . . 232
3.1.4 Betriebsfunktionen ICL7106 und ICL7107 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 234
3.1.5 Auswahl der externen Komponenten für ICL7106 und ICL7107 . . . 239
3.1.6 Praktische Anwendungshinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241
3.1.7 Schaltung für den ICL7106. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 247
3.1.8 Umschaltbares Multimeter mit dem ICL7106. . . . . . . . . . . . . . . . . . 249
3.1.9 Digital-Voltmeter mit elektronischer Bereichsumschaltung. . . . . . . 253
3.2 3½-stelliges Digitalvoltmeter mit LED-Anzeige. . . . . . . . . . . . . . . . . 262
3.2.1 Digitalvoltmeter mit LED-Anzeige. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 263
3.2.2 3½-stelliges LED-Thermometer mit dem ICL7107 . . . . . . . . . . . . . . 265
3.3 3½-stelliges Digitalvoltmeter mit dem ICL7116 und ICL7117. . . . . 268
3.4 4½-stelliges Digitalvoltmeter mit dem ICL7129. . . . . . . . . . . . . . . . 268
3.4.1 Triplex-LCD-Anzeige für den ICL7129. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271
3.4.2 Anwendungen mit dem ICL7129 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 274
3.5 4½-stelliges Digitalvoltmeter mit dem ICL7135. . . . . . . . . . . . . . . . 276
3.5.1 Betriebsarten des ICL7135. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 276
3.5.2 Anschlussbelegung des ICL7135. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 280
3.5.3 Auswahl der Komponenten für den ICL7135. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 281
3.5.4 Schaltungen mit dem ICL7135. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287
3.6 3½-stelliges Digitalvoltmeter mit dem ICL7137. . . . . . . . . . . . . . . . 291
3.6.1 Messzyklen des ICL7137 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 292
3.6.2 Anschlussbelegung des ICL7137. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 294
3.6.3 Auswahl der Komponenten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 296
3.7 Vierstelliger Vor-Rückwärtszähler mit dem ICM7217. . . . . . . . . . . . 297
3.7.1 Vierstelliger Ereigniszähler mit dem ICM7217 . . . . . . . . . . . . . . . . . 299
3.7.2 Vierstelliger Tachometer mit dem ICM7217 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 304
3.7.3 IC-Zeitgeber 555 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 305
3.7.4 Vierstellige Uhr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 310
3.7.5 Vierstelliger Präzisionszähler bis 1 MHz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 314
3.8 Multifunktionszähler und Frequenzzähler. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 320
3.8.1 Multifunktionszähler ICM7216A/B und Frequenzzähler ICM7216C/D.320
10

3.8.2 Funktionen des ICM7216A/B. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 323


3.8.3 Multifunktionszähler mit dem ICM7216A bis 10 MHz . . . . . . . . . . . 327
3.8.4 Frequenzzähler bis 10 MHz mit dem ICM7216. . . . . . . . . . . . . . . . . 330
3.8.5 Erweiterte Schaltungen mit dem ICM7216 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 333
3.8.6 Universalzähler ICM7226A/B. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 345
3.8.7 Steuerfunktionen des Universalzählers ICM7226A/B . . . . . . . . . . . 349
3.8.8 Genauigkeit des Universalzählers ICM7226A/B. . . . . . . . . . . . . . . . 355
3.8.9 100-MHz-Universalzähler ICM7226A. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 355
3.8.10 100-MHz-Frequenzzähler ICM7226A. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 360
3.9 Funktionsgeneratoren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 363
3.9.1 Funktionsgenerator ICL8038 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 363
3.9.2 Funktionsgenerator und Wobbler. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 367
3.9.3 Schaltungen mit dem ICL8038. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 368
3.9.4 Funktionsgenerator mit Endstufe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 373
3.10 Präzisions-Funktionsgenerator MAX038. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 379
3.10.1 Blockschaltung des Funktionsgenerators MAX038. . . . . . . . . . . . . . 379
3.10.2 Funktionsgenerator mit dem MAX038. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 382
3.10.3 Wobbler mit dem MAX038. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387
3.11 Integrierter Funktionsgenerator XR2206. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 391
11

1  Zeigerinstrumente (analoge
Messtechnik)
In der praktischen Messtechnik (Messgeräte unter 200 €) unterscheidet man zwischen
●● analogen Messgeräten
●● digitalen Messgeräten
Analoge Messgeräte sind Zeigerinstrumente und bei diesen erfolgt die Anzeige auf ei-
ner Skala durch einen Zeiger. Digitale Messgeräte geben das Messergebnis über eine
mehrstellige 7-Segment-Anzeige aus. Die digitalen Messgeräte werden im dritten Ka-
pitel behandelt. Abb. 1.1 zeigt den Unterschied zwischen analogen und digitalen Mess-
geräten.

Abb. 1.1: Unterschied zwischen analogen und digitalen Messgeräten

Das analoge Messgerät zeigt Messwerte zwischen 0 V und 300 V an. Bei dem digitalen
Messgerät handelt es sich um eine 3½-stellige Anzeige und es zeigt einen Messwert von
±1.999 an. Während für ein analoges Messgerät kaum eine Elektronik erforderlich ist,
benötigt ein digitales Messgerät eine aufwendige Zusatzelektronik.

1.1  Analoge Messinstrumente


Bei elektrischen Größen wird stets eine Wirkung gemessen, da man die Elektrizität
nicht unmittelbar mit den Sinnesorganen wahrnehmen kann wie etwa die Länge beim
Messen eines Werkstückes. Die Wirkungen der Elektrizität sind vielfältig und dement-
sprechend sind es auch die elektrischen Messverfahren. Am häufigsten wird die
Wechsel­wirkung zwischen Elektrizität und Magnetismus ausgewertet. Über 90 % aller
praktisch eingesetzten Messgeräte beruhen auf der magnetischen Wirkung.
12 1  Zeigerinstrumente (analoge Messtechnik)

In der Praxis kann elektrische Energie in jede andere Energieform umgewandelt wer-
den und mit ihrer Wirkung zur Ausführung von Messungen dienen:
●● Magnetische Wirkung: Jeder Stromfluss ruft ein Magnetfeld hervor und somit
wird dieses Verfahren in 90 % der elektrischen Messtechnik verwendet.
●● Mechanische Wirkung: Beim elektrostatischen Prinzip stoßen sich gleichnamig
elektrisch geladene Körper ab. Das Piezo-Kristall biegt sich, wenn eine Spannung
angelegt wird.
●● Wärmewirkung: Bei der direkten Wirkung erwärmt der Strom einen Hitzdraht
und damit verändert sich die Längenausdehnung. Nutzt man die indirekte Wir-
kung, wird der erwärmte Draht mittels eines Thermoelements gemessen.
●● Lichtwirkung: Man unterscheidet zwischen Gasentladung und Glühlampe. Die Art
und Länge des Glimmlichts hängt von der Spannung ab und die Helligkeit des
Glühfadens ist von der elektrischen Leistung abhängig.
●● Chemische Wirkung: Die Menge der Gasentwicklung ist von der elektrischen Ar-
beit abhängig.
Alle Messgeräte dieser Art gehen auf die physikalische Tatsache zurück, dass ein elekt­
rischer Strom ein Magnetfeld hervorruft, welches von der Stromstärke abhängig ist.
Schickt man den zu messenden Strom durch eine Spule, dann wird ein Weicheisen-
stück in Abhängigkeit von der Stromstärke mehr oder weniger tief in die Spule hinein-
gezogen (Abb. 1.2a).

Abb. 1.2: Prinzip der magnetischen Wirkung


1.1  Analoge Messinstrumente 13

a. Beim Dreheisen-Messwerk wird das Weicheisenstück in eine stromdurchflossene


Spule hineingezogen.
b. Beim Drehspul-Messwerk dreht sich die stromdurchflossene Spule im Feld eines
Dauermagneten.
c. Beim elektrodynamischen Messwerk dreht sich die stromdurchflossene Spule im
Feld eines Elektromagneten.
Ist die stromdurchflossene Spule drehbar zwischen den Polen eines Dauermagneten
gelagert, dann dreht sie sich gegen eine Spannfeder, je nach der Stromstärke (Abb. 1.2b).
Die Abhängigkeit von zwei Strömen kann gemessen werden, wenn die Drehspule sich
im Feld eines Elektromagneten bewegt (Abb.  1.2c). Spannungsmessungen werden
ebenfalls meistens auf derartige Strommessungen zurückgeführt.
Reine Spannungsmessung ist mit elektrostatischen Verfahren möglich, bei denen sich
zwei gleichnamig aufgeladene Platten abstoßen (Abb. 1.3a). Hierbei fließt, im Gegen-
satz zu den magnetischen Verfahren, kein Strom, die Messung wird also leistungslos
durchgeführt. Ebenso kann eine mechanische Wirkung unmittelbar durch eine elekt­
rische Spannung hervorgerufen werden, wenn man die Messspannung an ein beson-
deres Kristallplättchen, einem Piezo-Kristall, anlegt, der sich dann unter Einfluss der
Spannung mechanisch verbiegt (Abb. 1.3b).

Abb. 1.3: Prinzip der mechanischen Wirkung

a. Beim elektrostatischen Messwerk stoßen sich gleichnamig elektrisch geladene Kör-


per ab.
b. Ein Piezo-Kristall verformt sich, wenn Spannung angelegt wird.
Durch den Stromfluss in einem elektrischen Leiter entsteht Wärme, die wiederum als
ein Maß für die Stärke des Stroms verwendet werden kann. Entweder misst man die
Längenausdehnung eines Drahts bei der Erwärmung infolge des durchfließenden
Stroms (Abb. 1.4a), oder man misst die Durchbiegung eines Bimetallstreifens. Weiter-
hin kann die Erwärmung durch ein Thermoelement bestimmt werden (Abb.  1.4b).
Der Messstrom wird durch einen Widerstandsdraht geleitet. Ein Thermoelement be-
rührt den Draht oder sitzt ganz dicht daran. Die Thermospannung ist ein Maß für die
Tem­peratur und damit für die Stromstärke.
14 1  Zeigerinstrumente (analoge Messtechnik)

Abb. 1.4: Prinzip der Wärmewirkung

a. Beim Hitzdraht-Messwerk erwärmt der Strom den Hitzdraht und die Längenaus-
dehnung bewirkt einen Zeigerausschlag.
b. Beim Bimetall-Messwerk erwärmt der Strom den Draht und dieser wird mittels
Thermoelement gemessen.
Lichtwirkung (Abb. 1.5) nutzt man bei manchen Messverfahren durch Feststellung der
Länge einer Glimmentladung oder durch Messung der Helligkeit einer Glühlampe,
beides als Maß für die angelegte Spannung oder den durchfließenden Strom.

Abb. 1.5: Prinzip der Lichtwirkung

a. Bei der Gasentladung sind Art und Länge des Glimmlichts spannungsabhängig.
b. Die Helligkeit des Glühfadens ist von der elektrischen Leistung abhängig.
Chemische Wirkungen werden genutzt durch Messung der Ausscheidung von Gasen
oder Abscheidung von Metallen oder Salzen bei der Elektrolyse (Abb. 1.6).

Abb. 1.6: Bei der Elektrolyse ist die Menge der


Gasentwicklung von der elektrischen Arbeit abhängig
1.1  Analoge Messinstrumente 15

In manchen Fällen erscheint das Messverfahren grundsätzlich umständlich und kom-


pliziert, ist aber in der Praxis oft das einfachste Prinzip. Es ist vergleichbar mit der
Energie­umwandlung. So wird beispielsweise die chemische Energie der Kohle erst zur
Ver­dampfung von Wasser verwendet, dann wird die Dampfturbine betrieben, dann in
einem Generator mithilfe von magnetischen Feldern ein elektrischer Strom erzeugt.
Trotzdem ist dies das wirtschaftlichere Verfahren gegenüber der unmittelbaren Um­
wandlung chemischer Energie in elektrischen Strom in einer Taschenlampenbatterie.
Ähnlich verhält sich die Messtechnik. Das anscheinend einfachste Verfahren der un-
mittelbaren Umwandlung elektrischer Energie in mechanische Bewegung im Piezo-
Kristall wird nur äußerst selten angewendet, dagegen der Umweg über die magneti-
schen Verfahren am häufigsten. Welche Methode am besten geeignet ist, kann nur von
Fall zu Fall entschieden werden. Hohe Anforderungen an die Genauigkeit oder geringe
zur Verfügung stehende Energie können besondere, außergewöhnliche Messverfahren
erforderlich machen.
Ein Messwert muss erkennbar werden, entweder angezeigt auf einer Skala oder aufge-
zeichnet auf einem Registrierstreifen oder auch unmittelbar in Ziffern ablesbar. Den
größten Anteil aller elektrischen Messgeräte nehmen immer noch die Zeigergeräte ein,
obwohl die elektronischen Messinstrumente zahlreiche Vorteile aufweisen.
Im Laufe der Zeit haben sich unterschiedliche Formen entwickelt, die den ver­
schiedensten Bedürfnissen angepasst wurden. Diese Formen waren zum Teil bedingt
durch das physikalische Verfahren, zum Teil durch den Aufstellungsort der Messgeräte,
ob fest montiert in einer Schalttafel oder als transportables Tischgerät ausgeführt. Sie
sind zum Teil auch bedingt durch den Preis des Geräts, da eine Verbesserung der An-
zeige oft eine erhebliche Verteuerung mit sich bringt.
Bei den Messgeräten mit mechanischem Zeiger herrscht der Kreisbogenzeiger vor. In
erster Linie ist das bedingt durch die Bauart des Messgeräts, da zum Beispiel bei den
viel verwendeten Drehspulgeräten dies die einfachste Konstruktion ist. Die drehbare
Spule ist unmittelbar mit dem mechanischen Zeiger zu einer Einheit ver­bunden. For-
dert man in Sonderfällen eine gerade und ebene Skala, dann kann man durch Umlen-
kung oder Seilführung diese Forderung erfüllen. Wenn die Stirnfläche möglichst ge-
ringen Raum einnehmen soll, kann sich der Zeiger in einem Zylinderausschnitt drehen
und das Gerät flach hinter der Schalttafel angeordnet werden.
Zur Bewegung eines mechanischen Zeigers benötigt man eine bestimmte Energie, die
nicht in allen messtechnischen Fällen zur Verfügung steht.
Eine fast trägheitslose Anzeige erhält man bei einem Oszilloskop oder bei den elektro-
nischen Messgeräten. In der Elektronenstrahlröhre wird der Strahl magnetisch oder
elektrisch abgelenkt. Mechanisch bewegte Teile existieren überhaupt nicht. Hier kann
man sehr rasche Bewegungen ausführen lassen und das Messgerät als Schreiber für
sehr schnell ablaufende Vorgänge oder Schwingungen benutzen. Für einfache Messun-
gen ist das Verfahren zu teuer, für Laborzwecke dagegen heute allgemein in Benutzung.
16 1  Zeigerinstrumente (analoge Messtechnik)

Bei Registriergeräten ist die mechanische Aufzeichnung die einfachste. Der Energie­
bedarf (Eigenverbrauch) ist noch höher als bei dem mechanischen Zeigergerät. Der
Schreibstift muss den Reibungswiderstand auf dem ablaufenden Papierstreifen über­
winden können. Geringer Energiebedarf und die Möglichkeit zur Aufzeichnung rasch
ablaufender Vorgänge ist kennzeichnend für die fotografisch registrierenden Licht-
schreiber-Geräte.

1.1.1 Messwerk, Messinstrument und Messgerät


Um Verwechslungen und Irrtümer zu vermeiden, sollten nur genormte Bezeichnungen
verwendet werden. Die Normen unter­scheiden die drei wichtigen Begriffe Messwerk,
Messinstrument und Messgerät. Zum Messwerk gehören nur das bewegliche Organ mit
dem Zeiger, die Skala und weitere Teile, die für die Funktion ausschlaggebend sind, wie
z. B. eine feste Spule oder der Dauermagnet. Durch eingebaute Vorwiderstände, Um-
schalter, Gleichrichter und das Gehäuse wird das Messwerk zum Messinstrument er-
gänzt. Das Messwerk allein ist also zwar funktionsfähig, aber nicht unmittelbar ver-
wendbar, das Messinstrument dagegen kann in dieser Form schon endgültig benutzt
werden, z.  B. bei Tischgeräten. Kommen noch äußere Zubehörteile hinzu, wie etwa
Messleitungen oder getrennte Vor- und Nebenwiderstände, getrennte Gleichrichter und
andere, dann ist ein vollständiges Messgerät zusammengestellt. Abb. 1.7 zeigt Teile und
Zubehör elektrischer Messgeräte. Tabelle 1.1 beinhaltet die Benennung der Messgeräte.

Abb. 1.7: Teile und Zubehör elektrischer Messgeräte


1.1  Analoge Messinstrumente 17

Tabelle 1.1: Benennung der Messgeräte

a) Nach Art des Messwerks: Kennzeichnung


1. Drehspulinstrumente Feststehender Dauermagnet, bewegliche
Spulen
2. Drehmagnetinstrumente Beweglicher Dauermagnet, feststehende
Spulen
3. Dreheiseninstrumente Bewegliche Eisenteile, feststehende Spulen
4. Eisennadelinstrumente Bewegliche Eisenteile, fester Dauermagnet;
feste Spule
5. Elektrodynamische Instrumente Feststehende Stromspulen, bewegliche
Messspulen
6. Elektrostatische Instrumente Feststehende Platten, bewegliche Platten
7. Induktionsinstrumente Feststehende Stromspulen, bewegliche Leiter
(Scheiben)
8. Hitzdrahtinstrumente Vom Stromdurchgang erwärmter Draht
9. Bimetallinstrumente Vom Stromdurchgang erwärmter Draht
10. Vibrationsinstrumente Schwingfähige bewegliche Organe
b) Nach Art der Messumformer
1. Thermoumformer-Messgeräte Thermopaar liefert Messspannung
2. Gleichrichter-Messgeräte Gleichrichter formt Wechselstrom in
Gleichstrom um
c) Nach Art von Sondermaßnahmen
1. Quotientenmesser Das Verhältnis elektrischer Größen wird
gemessen
2. Summen- oder Differenzmesser Mit zwei Wicklungen werden Ströme
summiert
3. Astatische Instrumente Paarweise gekoppelte Messwerke mit entgegen
gerichteten Feldern
4. Eisengeschirmte Instrumente Eisenabschirmung gegen Fremdfelder

Auch die Benennung der Messgeräte-Arten ist in den Normen festgelegt und soll der
Beschreibung entsprechend verwendet werden. In erster Linie unterscheidet man die
Geräte nach dem physikalischen Vorgang der Messung (Tabelle 1.1). Die Messwerke
sind danach in zehn Gruppen eingeteilt. Die Reihenfolge und Einteilung ist kein
Werturteil und gibt keine Auskunft über die Zweckmäßigkeit des Einsatzes. Sie be-
sagt lediglich etwas über die grundsätzlichen Eigenschaften und damit über die
18 1  Zeigerinstrumente (analoge Messtechnik)

Verwendungsmöglich­keit. So kann beispielsweise ein Drehspulinstrument mit ei-


nem feststehenden Dauermagneten und einer beweglichen Spule nur für Messungen
von Gleichströmen geeignet sein. Das Gleiche gilt bei der Umkehrung, dem Dreh-
magnetinstrument, bei der die stromdurchflossene Spule fest steht und ein Dauer-
magnet beweglich angeordnet ist. Dreheiseninstrumente wurden früher oft als
Weicheiseninstrumente bezeichnet. Das ist inzwischen überholt, da heute das be-
wegliche Eisenteil stets drehbar gelagert ist. Die Eisen­nadelinstrumente unterschei-
den sich von den Dreheiseninstrumenten durch den zu­sätzlich vorhandenen Dauer-
magneten, dessen Wirkung durch den Stromfluss in der Spule verstärkt oder
geschwächt wird. Elektrodynamische Instrumente haben eine feststehende und eine
bewegliche Spule und können damit das Produkt zweier Ströme anzeigen. Auch In-
strumente mit mehreren Spulen im beweglichen Organ oder festen Teil tragen die
gleiche Bezeichnung. Elektrostatische Instrumente bestehen aus festen und bewegli-
chen Platten. Induktionsinstrumente arbeiten mit Strömen, die in beweg­lichen Lei-
tern oder Metallscheiben induziert werden. Hitzdrahtinstrumente messen die Län-
genausdehnung eines vom Stromfluss erwärmten Drahts und Bimetallinstrumente
die Bewegung des erwärmten Bimetallorgans. Die Vibrationsinstrumente schließlich
besitzen mechanisch schwingfähige Teile, Zungen oder Platten, die in Resonanz
kommen können.
Eine weitere Unterteilung wird nach Art der Zusatzgeräte zur Messwertumformung
vorgenommen. Die Umformung ist häufig dann erforderlich, wenn Wechselströme
mit Messwerken gemessen werden sollen, die ihrer Eigenschaft nach nur für Gleich-
ströme geeignet sind. Schließlich kann man noch nach Sondermaßnahmen untertei-
len. Durch Anbringung mehrerer Spulen im beweglichen Organ oder festen Teil ist die
Bildung von Quotientenwerten möglich. Ebenso kann man eine Summen- oder Diffe-
renzbildung aus zwei Messwerten erreichen.
Bei Messverfahren der magnetischen Gruppe haben magnetische Fremdfelder einen star-
ken verfälschenden Einfluss. Als Gegenmaßnahme kann man im astatischen Instru­ment
zwei Messwerke paarweise koppeln, sodass die Fremdeinflüsse sich aufheben. Auch durch
magnetische Abschirmung kann ein Fremdfeldeinfluss ausgeschaltet werden.

1.1.2 Beschriftung der Messgeräte


Für die Beschriftung von elektrischen Messgeräten sind ebenfalls VDE-Normen auf­
gestellt. Alle in Deutschland für den Inlandsbedarf hergestellten Messgeräte müssen
diese Regeln befolgen. Auch bei Auslandslieferungen wird nur auf besondere An­
forderung davon abgewichen. Für die Einheiten auf Messinstrumentenskalen sind
Bei­spiele von Kurzzeichen angeführt (Tabelle 1.2). Diese umfassen nicht nur die
Grundeinheiten, sondern auch die Teile und Vielfache davon, also zum Beispiel nicht
nur A für die Einheit des Stroms in Ampere, sondern auch bei Bedarf mA für Milliam-
pere, µA für Mikroampere oder selbst kA für Kiloampere. Bei elektrischer Messung
nicht elektrischer Größen können die Anzeigegeräte auch mit diesen Einheiten unmit-
1.1  Analoge Messinstrumente 19

telbar beschriftet werden, wie zum Beispiel für Temperaturanzeige in °C, Weglängen in
mm oder Prozentanteile von Gasmischungen in % CO2 oder % O2.
Tabelle 1.2: Kurzzeichen für Einheiten auf Messinstrumentenskalen

kA Kiloampere MW Megawatt MHz Megahertz cos j Leistungsfak-


tor
A Ampere kW Kilowatt kHz Kilohertz Ah Ampere-
stunden
mA Milliampere W Watt Hz Hertz kWh Kilowattstun-
den
µA Mikroampere mW Milliwatt MW Megaohm Wh Wattstunden
kV Kilovolt kvar Kilovar kW Kiloohm Ws Watt-
sekunden
V Volt var var W Ohm
mV Millivolt (var  Volt-Ampere-reaktiv)
µV Mikrovolt

Zur schnellen Orientierung über die Daten und Eigenschaften eines vorhandenen
Messinstrumentes werden Kurzzeichen und Sinnbilder auf den Skalen eingetragen.
Diese Sinnbilder dürfen nicht als Schaltbilder in Schaltungen und Stromlaufplänen
verwendet werden. Die Sinnbilder sind meistens in einer Gruppe auf der Skala zusam-
mengefasst und müssen beim Umgang mit Messgeräten vertraut und geläufig sein.
Die erste Gruppe gibt die Stromart an, für die das Messgerät verwendbar ist (Abb. 1.8).
Unterschieden wird für reinen Gleichstrombetrieb (DC = Direct Current), für reinen
Wechselstrombetrieb (AC = Alternating Current) und verwendbar für Gleich- und
Wechselstrom (AC/DC). Bei Drehstrom wird durch Fettdruck gekennzeichnet, ob ein,
zwei oder drei Messwerke in dem Messgerät eingebaut sind, die dann auf einem einzi-
gen Zeiger mit einer Skala arbeiten.
Die Prüfspannung gibt an, wie der Aufbau, der Klemmenabstand und die Isolation
geprüft sind. Meistens beträgt die Prüfspannung 2 kV, bei einfacheren Messgeräten vor
allem auch in der Nachrichtentechnik 500 V. In diesem Falle enthält der Prüfspannungs­
stern keine Zahlenangabe.
Die vorgeschriebene Gebrauchslage muss unbedingt eingehalten werden, da andern-
falls die Anzeigegenauigkeit leidet. Gewöhnlich wird nur angegeben, ob für senkrech-
ten Einbau in einer Schalttafel oder waagerechten Gebrauch, bei Tischgeräten, geeig-
net. In Sonderfällen kann bei Präzisionsinstrumenten auch noch eine Einschränkung
über die zulässige Abweichung gemacht werden.
65118-9 Titelei 29.12.2011 12:59 Uhr Seite 3

FRANZIS
ELEKTRONIK

Bo Hanus

Der leichte Einstieg in die

Elektrotechnik &
Elektronik
Vorwort

Albert Einstein hat irgendwann gesagt, dass es zu den größten Herausforde-


rungen gehört, eine komplizierte Sache einfach zu erklären. Dem kann man
zustimmen. Und gerade bei Fachbüchern für Einsteiger ist es wichtig, dass
die einzelnen Themen leicht verständlich erklärt werden.
Wir haben dieses Buch wie eine Erzählung verfasst, die man gemütlich Sei-
te für Seite von Anfang an lesen sollte. Überspringen von Seiten kann Lü-
cken zur Folge haben, bei denen der Faden leicht verloren gehen könnte,
denn jedes neue Thema baut auf den vorhergehenden Informationen auf.
Wie so vieles, was der Mensch erlernt und ausübt, erhebt auch das Fachge-
biet der Elektrotechnik einen gewissen Anspruch auf praktische Übungen
in Form von z. B. einfacheren Experimenten. Die Elektrotechnik lässt sich
ebenso wie Kochen, Schlittschuhlaufen oder Klavierspielen nicht allein
durchs Lesen lernen. Aus einem guten Buch kann man zwar in Erfahrung
bringen, worauf es bei der Sache ankommt, wozu das eine oder das andere
geeignet ist und wie man damit umzugehen hat, aber ohne etwas Praxis ge-
rät das erworbene Wissen ziemlich schnell in Vergessenheit.
Dieses Buch wurde mit sehr vielen Abbildungen gespickt, die als greifbare
Beispiele den Zusammenhang zwischen Bekanntem und Unbekanntem er-
läutern.
Viel Spaß beim Lesen dieses Buchs und viele Erfolgserlebnisse beim Expe-
rimentieren wünschen Ihnen
Bo Hanus und seine Co-Autorin (und Ehefrau) Hannelore Hanus-Walther
6

Inhalt

1 Die elektrische Energie ................................................................... 9


1.1 Die elektrische Spannung ................................................................. 10
1.2 Der elektrische Strom ....................................................................... 11
1.3 Die elektrische Leistung ................................................................... 14
1.4 Die Kilowattstunden.......................................................................... 17
1.5 Elektrische Leitungen ....................................................................... 18

2 Batterien und Akkus....................................................................... 21


2.1 Batteriespannung .............................................................................. 25
2.2 Batteriekapazität ............................................................................... 26
2.3 Das Laden ......................................................................................... 28
2.4 Selbstentladung ................................................................................. 30

3 Magnetismus.................................................................................... 32
3.1 Dauermagnete ................................................................................... 32
3.2 Zungenschalter (Reed-Kontakte) ...................................................... 35
3.3 Elektromagnete ................................................................................. 36
3.4 Hubmagnete ...................................................................................... 38
3.5 Elektromagnetisches Türschloss....................................................... 39
3.6 Elektromagnetisch bediente Glocke ................................................. 39
3.7 Elektromagnetischer Türgong........................................................... 40
3.8 Elektromagnetische Türklingel......................................................... 40
3.9 Zungenrelais (Reed-Relais) .............................................................. 41
3.10 Elektromagnetische Relais................................................................ 43
3.11 Lautsprecher...................................................................................... 47

4 Elektrische Stromgeneratoren ....................................................... 50


4.1 Strom aus dem öffentlichen Netz...................................................... 57

5 Energie erzeugende Minigeneratoren ........................................... 58


5.1 Elektromagnetischer Gitarrentonabnehmer ...................................... 58
5.2 Elektromagnetisches Mikrofon......................................................... 61
5.3 Elektrodynamisches Mikrofon.......................................................... 62
Inhalt 7

6 Solarstrom........................................................................................63
6.1 Photovoltaik und Solarzellen ............................................................ 64
6.2 Temperaturabhängigkeit der Solarzellen...........................................77
6.3 Mechanische Eigenschaften der Solarzellen.....................................79
6.4 Kühlung der Solarzellen ...................................................................80
6.5 Schutzdioden (Bypass-Dioden) ........................................................80
6.6 Solarwechselrichter ...........................................................................84

7 Gleichspannung kontra Wechselspannung ................................... 86

8 Messgeräte ....................................................................................... 88
8.1 Voltmeter...........................................................................................88
8.2 Amperemeter.....................................................................................90
8.3 Ohmmeter .........................................................................................91
8.4 Multimeter.........................................................................................91
8.5 Richtig messen ist einfach ................................................................92
8.6 Oszilloskope......................................................................................98

9 Der ohmsche Widerstand .............................................................100


9.1 Das ohmsche Gesetz .......................................................................104
9.2 Codierung von Widerständen.......................................................... 109
9.3 Potenziometer..................................................................................110
9.4 Fotowiderstände ..............................................................................112

10 Kondensatoren...............................................................................114

11 Spulen und Drosseln .....................................................................125

12 Transformatoren ...........................................................................130

13 Halbleiterdioden............................................................................ 135
13.1 Zenerdioden ....................................................................................141

14 Gleichrichter..................................................................................144

15 Netzgeräte und Netzteile...............................................................150

16 Elektrische Leuchtkörper.............................................................158
16.1 Leuchtdioden (LEDs)......................................................................159
16.2 Infrarotdioden (IR-Dioden).............................................................176

17 Elektrische Heizkörper.................................................................179
8 Inhalt

18 Elektrische Ventilatoren ............................................................... 181

19 Elektrische Kühlkörper................................................................ 182

20 Elektromotoren ............................................................................. 183

21 Schalten in der Elektrotechnik .................................................... 186


21.1 Einfache Schalter ............................................................................ 186
21.2 Schalten mit Relais ......................................................................... 188
21.3 Bistabile Relais ............................................................................... 191
21.4 Kontrollglimmlampen..................................................................... 192
21.5 Elektronische Lastrelais .................................................................. 193

22 Sicherungen ................................................................................... 198

23 Drahtloses Schalten....................................................................... 202

24 Transistoren ................................................................................... 206

25 Integrierte Schaltungen – ICs ...................................................... 211

26 Digitale Fernsehtechnik ................................................................ 219


26.1 Das Satelliten-Fernsehen ................................................................ 223
21

2 Batterien und Akkus

Die Bezeichnung „Batterie“ wird gegenwärtig ziemlich wahllos sowohl für


aufladbare als auch für nicht aufladbare Batterien angewendet. Unter dem
Begriff „Akku“ (Akkumulator) ist dagegen ausschließlich eine „aufladbare
Batterie“ zu verstehen.
In Batterien entsteht die
elektrische Energie durch
chemische Vorgänge. Wer-
den z. B. in ein Gefäß mit
verdünnter Schwefelsäure
(als Strom leitende Flüs-
sigkeit) eine Kupferplatte
und eine Zinkplatte ge-
taucht, entsteht zwischen
diesen zwei „Elektroden“
ein elektrisches Potenzial.
Die Kupferplatte (Kupfer-
elektrode) ist der Pluspol,
die Zinkplatte (Zinkelek-
trode) der Minuspol dieser
Batterie.
Als Batterie-Elektroden werden auch andere Metalle oder Materialien wie
Aluminium, Eisen, Zinn, Gold, Silber, Quecksilber, Lithium, Wasserstoff,
Natrium u. a. verwendet.
Eines haben die meisten „normalen“ Batterietyp: Abmessungen:
Batterien gemeinsam: sie sind nicht Micro H 44 ∅ 10 mm
wiederaufladbar. Der elektrische Strom
Mignon H 50 ∅ 14 mm
kann nur so lange bezogen werden, bis
Baby H 50 ∅ 25 mm
nach Ablauf der chemischen Reaktion
eine der Elektroden chemisch zersetzt Mono H 60 ∅ 32 mm
wird. Die Batterie liefert dann keine Block 9 V 49 × 26 × 16 mm
Spannung mehr (ist „leer“).
22 2 Batterien und Akkus

Wiederaufladbare Batterien (Akkus) können die elektrische Energie nicht


intern erzeugen, sondern nur speichern. Sie müssen daher bereits beim Her-
steller aufgeladen und danach vom Anwender nach Bedarf nachgeladen
werden.
Die gängigsten Akkus sind:
a) Bleiakkus (zu denen auch Autobatterien gehören)
b) Nickel-Cadmium(NiCd)-Akkus
c) Nickel-Metallhydrid(NiMH)-Akkus
d) Lithiumakkus und Knopfzellen
Bleiakkus kennen wir vor allem als Autobatterien, die für eine Nennspan-
nung von 12 Volt ausgelegt sind. Eine solche Batterie setzt sich aus sechs in
Reihe geschalteten Blei-Einzelzellen zusammen, deren Nennspannung je
2 Volt beträgt (6 × 2 Volt = 12 Volt). Diese 2-Volt-Zellenspannung stellt
eine typische Nennspannung eines Bleiakkugliedes dar.
Kleinere Bleiakkus sind für 6-Volt- und 12-Volt-Spannungen ausgelegt. Die
hier abgebildeten Blei-Gel-Akkus verfügen über Kapazitäten zwischen
1,2 Ah (bei 6-V-Nennspannung) und 42 Ah (bei 12-V-Nennspannung).
Die Bezeichnung Nennspannung bezieht sich bei allen Batterien auf einen
Spannungswert, der tatsächlich repräsentativ für einen breiteren Span-

Foto: ELV
1.5 Elektrische Leitungen 23

nungsbereich ist. So liegt z. B. die tatsächliche Spannung einer aufgelade-


nen Autobatterie bei etwa 13,8 Volt und die einer „ziemlich leeren“ in der
Nähe von 10–10,5 Volt (typenabhängig).
Dass man eine Autobatterie als „ziemlich leer“ bezeichnen darf, obwohl
ihre Spannung z. B. nur auf 10,5 Volt gesunken ist, hat folgende Gründe:
Ein jeder Bleiakku reagiert sehr empfindlich auf die Entladung unterhalb
einer sogenannten Tiefentladeschwelle. Wenn seine Spannung einmal unter
diese Schwelle (bei einem 12-Volt-Akku unterhalb von ca. 10–10,5 Volt)
sinkt, wird er intern stark beschädigt oder vernichtet.
Eine solche Beschädigung ist zwar nicht nach außen sichtbar, aber der
Akku hält nach dem Aufladen die in ihm gespeicherte Energie nur noch re-
lativ kurze Zeit (wobei seine Speicherfähigkeit und „Selbstentladung“ vom
Ausmaß der Beschädigung abhängen).
Ganz anders sieht es beim Umgang mit einem NiCd-Akku aus: Ein NiCd-
Akku liebt es, wenn er mindestens einmal in drei Monaten bis in die Nähe
von 0,9 Volt pro Zelle (= um ca. ¼ der Nennspannung) entladen und danach
wieder aufgeladen wird. Geschieht dies nicht, wird dieser Akku im Laufe
der Zeit „faul“ und lässt sich nicht mehr „ordentlich“ (auf seine volle Kapa-
zität) nachladen.
Verantwortlich für diesen Spleen ist bei den NiCd-Akkus ein sogenannter
Memory-Effekt: Der Akku merkt sich, dass er nicht allzu sehr beansprucht
wird, und stellt sich darauf ein.
Sowohl die NiCd- als auch die
NiMH-Akkus sind für eine Span-
nung von 1,2 Volt pro Glied aus-
gelegt. NiMH-Akkus sind im Ver-
gleich zu den NiCd-Akkus we-
sentlich strapazierfähiger, weisen
eine höhere Kapazität wie auch
eine längere Lebensdauer auf und
leiden nicht unter dem erwähnten
Memory-Effekt. Sie beinhalten zu-
dem keine giftigen Stoffe und gel-
ten daher als umweltfreundlich.
Sie setzen sich trotzdem nur rela-
tiv langsam durch, weil sie noch
ziemlich teuer sind.
24 2 Batterien und Akkus

Wiederaufladbare Lithium-Knopfzellen
sind für die Energieversorgung diverser
Kleingeräte – wie Solartaschenrechnern,
Armbanduhren, Film- und Fotogeräte –
zuständig und weisen eine „hohe Ener-
giedichte“ (= hohe Speicherkapazität bei
geringem Platzbedarf) auf. Ihre Nennspannung beträgt 3 Volt und ihre Ka-
pazität liegt (größenabhängig) zwischen ca. 25 und 1.000 Milliamperestun-
den (mAh).
Eine „aus dem Rahmen fallende Spezies“ stellen die limitiert aufladbaren
alkalischen 1,5-Volt-Batterien der Type „Rayovac“ dar (Anbieter: Conrad
Electronic). Diese Zellen können etwa 25-mal neu aufgeladen werden und
verkraften bis zu 100 Ladevorgänge bei regelmäßiger Ladung, die mit ei-
nem speziellen Rayovac-Ladegerät vorgenommen wird. Diese Batterien
sind vor allem durch die 1,5-V-Zellenspannung interessant, da sie anstelle
von nicht wiederaufladbaren 1,5-V-Batterien angewendet werden können.
2.1 Batteriespannung 25

2.1 Batteriespannung
Wird eine höhere Batte-
riespannung benötigt, als
eine einzige Zelle auf-
bringt, können beliebig
viele Zellen in Reihe (in
Serie) verschaltet wer-
den. Der Pluspol der ei-
nen Batterie muss dabei
jeweils mit dem Minus-
pol der nächsten Batte-
rie verbunden werden.

In den meisten Kleingeräten werden


die einzelnen Zellen jeweils – wie ab-
gebildet – „gegengepolt“ eingesetzt,
wodurch sich die einzelnen Verbin-
dungen herstellungsseitig einfacher
bewerkstelligen lassen.

Nicht nur einzelne Zellen, son-


dern auch beliebig große Batteri-
en – darunter z. B. Autobatterien
– können in Reihe geschaltet wer-
den, um eine höhere Ausgangs-
spannung zu erhalten.
Für eine Reihenschaltung sollten
grundsätzlich jeweils Batterien
26 2 Batterien und Akkus

derselben Type (zumindest der gleichen Kapazität) verwendet werden. Zur


Not können auch „halb leere“ Batterien mit neuen Batterien kombiniert
werden, wenn z. B. ein Gerät nicht mehr funktioniert und nicht genügend
neue Batterien vorrätig sind. Die Lebenserwartung der neuen Batterien
wird durch eine solche Kombination nicht beeinträchtigt, aber die alters-
schwachen Batterien tragen in diesem Fall verständlicherweise nur mit ih-
ren „Restspannungen“ zur Ausgangsspannung der ganzen Spannungsver-
sorgung bei. Ein möglichst schleuniges Ersetzen der einzelnen alten Batte-
rien ist verständlicherweise sinnvoll. Andernfalls bleibt man beim Improvi-
sieren oder es werden eines Tages die noch intakten zusammen mit den ver-
brauchten Batterien entsorgt.

2.2 Batteriekapazität

Die Batteriekapazität stellt das Fassungsvermögen (den energetischen In-


halt) einer Batterie dar. Sie wird in Amperestunden (Ah) angegeben. Diese
Angabe dürfte alternativ als Ampere mal Stunden formuliert werden.

Eine 60-Ah-Autobatterie kann beispielsweise:


6 Stunden lang einen Strom von 10 A liefern (6 Stunden × 10 A = 60 Ah) oder
10 Stunden lang einen Strom von 6 A liefern (10 Stunden × 6 A = 60 Ah) oder
40 Stunden lang einen Strom von 1,5 Ah liefern (40 Stunden × 1,5 Ah = 60 Ah)
usw.
219

26 Digitale Fernsehtechnik

Das digitale Fernsehen und somit auch diverse andere digitale Techniken
sind inzwischen Normalität geworden. Worum es sich dabei konkret han-
delt, ist den meisten Menschen nicht ganz deutlich. Am einfachsten lässt
sich der Unterschied anhand eines digital gespeicherten oder digital über-
tragenen Tons erklären:
Ein Ton verbreitet sich in der Luft in der Form von Schwingungen, die uns
bereits der Lehrer in der Schule mit dem Verhalten einer Wasserfläche er-
klärt hat: Wirft man einen Stein in den Weiher, bilden sich um die „Auf-
prall-Stelle“ ringförmige Wellen, die sich von dem Mittelpunkt in alle Rich-
tungen ausbreiten usw. So weit müssen wir aber mit der Aufklärung nicht
gehen. Es genügt, wenn wir eine solche Welle auf ein Blatt Papier zeichnen:
In dieser exakten Form kann die Klangwelle
auch analog gespeichert werden (z.B. auf ein
Audio-Band).
Wir können aber eine solche Welle auch digi-
talisieren und in der Form von einzelnen „Bal-
ken“ folgendermaßen digital speichern:
220 26 Digitale Fernsehtechnik

Die in der Zeichnung abgestuften Balken A bis G dienen nur einer leichte-
ren Vorstellung der Zusammensetzung eines solchen Klangbildes. Solche
Balken können als Spannungen gespeichert bzw. als nacheinander folgende
Spannungs-Größen (Spannungswerte) übertragen werden.

Das Größenverhältnis einzelner „Balken“ bestimmt in unserem Beispiel die


Form, und die „Feinheit“ (Frequenz) der Digitalisierung ist dafür bestim-
mend, wie fein oder grob der dargestellte Signalverlauf wird. Je feiner die
Abbildung zerschnitten wird, desto kleiner werden die hier eingezeichneten
Stufen und desto „feiner“ wird das Bild. Das Bild kann die Form eines
Klanges, aber z.B. auch die Form eines Hauses oder eines beliebigen ande-
ren Objektes darstellen. Man kann sich anhand dieses Beispiels leicht vor-
stellen, dass sich mit dieser Methode eine solche Form auch nur mit Hilfe
von Zahlenreihen registrieren oder versenden lässt. Die einzelnen Zahlen
können sich z.B. nur auf die Höhe der einzelnen Balken beziehen. Da diese
Balken jeweils eine einheitliche Breite haben, ergibt sich aus der Vorgabe
des Rasters ein relativ exaktes Bild (in diesem Fall der Verlauf eines Tones
oder einer Silhouette).

Das Relative an solcher Darstellung ist die Feinheit des Rasters. Wir haben
in unserem Beispiel ein ziemlich grobes Raster der Digitalisierung (relativ
breite Balken) gewählt, wodurch der Signalverlauf ziemlich „ungehobelt“
treppenförmig ausgefallen ist. In der Technik bestimmt die Breite der Bal-
ken die Frequenz, mit der ein Signal digitalisiert wird. Je höher die Fre-
quenz ist, desto weniger fallen die Treppen bei dem Signalverlauf auf.

Wird ein Klang aus Kostengründen zu grob digitalisiert, klingt er unnatür-


lich scharf. Das kennen wir z.B. von sprechenden oder musizierenden
Spielzeugen, von billigen elektronischen Tür-Gongs oder von primitiv digi-
talisierten Handy-Melodien.

Vom geometrischen Standpunkt aus betrachtet, dürfte man prinzipiell da-


von ausgehen, dass auch ein sehr gut digitalisiertes Signal (Klang oder
Bild) ein Analogsignal eigentlich nicht übertreffen kann. Das stimmt auch.
Allerdings nur in Hinsicht auf eine grafische Darstellung. Wenn jedoch ein
Audio- oder Videosignal elektronisch verarbeitet bzw. gesendet und emp-
fangen wird, unterliegt es vielen Verzerrungen und Störungseinflüssen, ge-
gen die digitale Signale relativ unempfindlich sind. Dies ist der Hauptgrund
dafür, dass bei dem heutigen Stand der Technik die digitale Ton- und Vide-
overarbeitung – darunter auch das digitale Fernsehen – als die vorteilhaftere
Technik angesehen wird.
21.5 Elektronische Lastrelais 221

Der drahtlose (kabellose) Empfang kann über zwei Wege erfolgen: terrest-
risch oder über Satelliten. Der terrestrische Empfang stellt als solcher
nichts Neues dar, es gibt ihn schon „ewig“. Vor einiger Zeit, als es noch kei-
ne Übertragung über Satelliten gegeben hat, konnte man die Fernsehpro-
gramme nur terrestrisch – also nur über Antennen – empfangen. Die Über-
tragung beruhte jedoch auf der Analogtechnik, die ziemlich störungsanfäl-
lig war und zudem auch nur eine beschränkte Reichweite hatte.
Eine beschränkte Reichweite hat zwar auch das terrestrisch ausgestrahlte
Digitalfernsehen (DVB-T-Fernsehen), das nur im Umkreis von etwa 75 km
vom Sender optimal empfangen werden kann, aber es ist – im Vergleich
zum Analogfernsehen – relativ störungsfrei.
Der „stationäre“ Empfang digital ausgestrahlter TV- und Radioprogramme
kann prinzipiell über drei Wege erfolgen. Den dritten Weg bildet das Kabel.
Das eigentliche System für die Übertragung von Bild und Ton in digitaler
Form, nach dessen Kriterien in weiten Teilen der Welt das Digitalfernsehen
konzipiert ist, wird als „DVB (Digital Video Broadcasting)“ bezeichnet.
Die drei unterschiedlichen Übertragungswege werden bei dem DVB-Sys-
tem mit einem zusätzlich angehängten Buchstaben spezifiziert:
DVB-T – digitales terrestrisches Fernsehen – stellt nur eine neue Variante
der traditionellen direkten drahtlosen „Luftverbindung“ von Sendeantenne
zu Empfangsantenne dar. Für den Empfang von DVB-T benötigen die Fern-
sehgeräte einen zusätzlichen „DVB-T-Receiver“, der in manchen Fernse-
hern bereits herstellerseitig integriert ist bzw. als ein kostengünstiges Klein-
gerät zusätzlich anfällt. Für den Empfang ist im „Sendebereich“ nur noch
eine kleine Zimmerantenne erforderlich, die z. B. direkt auf dem Fernseher
stehen kann.
DVB-S – digitale Satelliten-Programmübertragung – bietet den mit Ab-
stand komfortabelsten Empfang von einer großen Menge an Fernseh- und
Radioprogrammen, stellt aber auch systemspezifische Ansprüche an eine
gute Planung und Installation der Anlage.
Die Vernetzung der Empfangsantenne (des SAT-Spiegels mit LNB – Low
Noise Block converter) mit den Anschlüssen einzelner Teilnehmer, muss
neben ihrer Anzahl auch ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigen.
Das ist bei einem Einfamilienhaus einfacher als bei einem größeren Wohn-
haus mit vielen Teilnehmern. Dennoch müssen auch bei einem Einfamilien-
haus die individuellen Gegebenheiten und Wünsche in die Planungsüberle-
222 26 Digitale Fernsehtechnik

gungen sorgfältig einbezogen werden, da spätere Änderungen mit oft auf-


wendigeren baulichen Maßnahmen verbunden sind.
DVB-C – digitales Kabelfernsehen. Um das digitale Kabelfernsehen emp-
fangen zu können, muss zwischen dem TV-Wandanschluss und dem Fern-
seher eine „Set-Top-Box“ (ein spezieller digitaler Receiver) angeschlossen
werden. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Fernseh- und Radiopro-
gramme hängt von dem Angebot des jeweiligen Kabelnetz-Betreibers ab.
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5

Inhaltsverzeichnis
1 Elektrotechnik Grundlagen............................................................................ 15
1.1 Grundbegriffe in der Elektrotechnik ................................................15
1.1.1 Woher kommt der Name Elektrizität? ..............................................15
1.1.2 Positiv und negativ .........................................................................15
1.1.3 Atome, Moleküle, Elektronen, Ionen ...............................................15
1.1.4 Aggregatzustände ..........................................................................16
1.1.5 Beispiele des Atomaufbaus ............................................................16
1.1.6 Leiter, Nichtleiter (Isolator) und Halbleiter ......................................16
1.2 Erscheinungsformen der Elektrizität ...............................................17
1.2.1 Elektroskop ....................................................................................17
1.2.2 Das elektrische Pendel ...................................................................18
1.2.3 Spannungsquellen .........................................................................19
1.3 Die elektrischen Wirkungen ............................................................22
1.3.1 Wärmewirkung ...............................................................................22
1.3.2 Chemische Wirkung des elektrischen Stromes................................22
1.3.3 Magnetische Wirkung des elektrischen Stromes.............................23
1.3.4 Wirkungen des elektrischen Stromes auf den menschlichen
Körper ............................................................................................24
1.4 Aufgabenkatalog ............................................................................26
1.4.1 Ungebundene Aufgaben .................................................................26
1.4.2 Multiple-Choice-Aufgaben ..............................................................26

2 Elektrotechnik Grundgesetze ........................................................................ 29


2.1 Der elektrische Strom .....................................................................29
2.1.1 Stromdichte ...................................................................................30
2.2 Die elektrische Spannung...............................................................30
2.3 Der elektrische Widerstand.............................................................31
2.3.1 Leiterwiderstand ............................................................................32
2.3.2 Der Temperaturkoeffizient ..............................................................32
2.4 Das ohmsche Gesetz ......................................................................34
2.5 Arbeit und Leistung in der Mechanik...............................................36
2.5.1 Die Arbeit W ...................................................................................36
2.5.2 Die Leistung P ................................................................................36
2.6 Arbeit und Leistung in der Elektrotechnik .......................................37
2.7 Der Wirkungsgrad...........................................................................40
2.8 Aufgabenkatalog ............................................................................40
2.8.1 Ungebundene Aufgaben .................................................................40
2.8.2 Multiple-Choice-Aufgaben ..............................................................41

3 Der Gleichstromkreis .................................................................................... 51


3.1 Reihenschaltung ohmscher Widerstände........................................51
3.1.1 Allgemeines ...................................................................................51
3.1.2 Reihenschaltung von 3 ohmschen Widerständen ...........................51
3.1.3 Reihenschaltung eines Innen- und Außenwiderstandes..................53
6 Inhaltsverzeichnis

3.2 Parallelschaltung ohmscher Widerstände.......................................54


3.3 Der ohmsche Spannungsteiler........................................................56
3.3.1 Der unbelastete Spannungsteiler ...................................................57
3.3.2 Der belastete Spannungsteiler .......................................................57
3.4 Anpassung – Belastungsfälle bei Spannungserzeugern..................58
3.4.1 Leerlauf ..........................................................................................59
3.4.2 Kurzschluss....................................................................................59
3.4.3 Leistungsanpassung ......................................................................59
3.4.4 Spannungs- und Stromanpassung..................................................59
3.5 Das elektrische Feld .......................................................................61
3.5.1 Der Kondensator.............................................................................61
3.6 Laden und Entladen des Kondensators – Die Zeitkonstante ...........69
3.6.1 Laden und Entladen des Kondensators über einen ohmschen
Widerstand.....................................................................................70
3.7 Reihen- und Parallelschaltung von Kondensatoren .........................77
3.7.1 Reihenschaltung zweier Kondensatoren .........................................77
3.7.2 Parallelschaltung von Kondensatoren.............................................79
3.8 Der Magnetismus ...........................................................................80
3.8.1 Erscheinungen des magnetischen Feldes .......................................80
3.8.2 Dauermagnet (Permanentmagnet) ..................................................83
3.8.3 Der magnetische Kreis....................................................................83
3.8.4 Bauformen der Spule......................................................................89
3.8.5 Magnetische Kraftwirkung – Magnetische Induktion.......................96
3.8.6 Selbstinduktionskoeffizient – Induktivität ....................................101
3.9 Die Spule im Gleichstromkreis......................................................102
3.10 Aufgabenkatalog ..........................................................................107
3.10.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................107
3.10.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................108

4 Der Wechselstromkreis ............................................................................... 121


4.1 Allgemeines .................................................................................121
4.1.1 Wichtige Basisgrößen der Wechselstromtechnik ..........................123
4.2 Der kapazitive Blindwiderstand ....................................................130
4.3 Die kapazitive Blindleistung .........................................................135
4.4 Der verlustbehaftete Kondensator ................................................137
4.4.1 Reihenschaltung von Kapazität C und Widerstand R .....................137
4.4.2 Parallelschaltung von Kapazität C und Widerstand R ....................140
4.5 Der induktive Blindwiderstand .....................................................144
4.6 Die induktive Blindleistung...........................................................148
4.7 Die induktive Kopplung ................................................................149
4.7.1 Reihen- und Parallelschaltung von Induktivitäten ohne
gegenseitige magnetische Beeinflussung (ohne Kopplung) ..........149
4.7.2 Spulen mit gegenseitiger magnetischer Beeinflussung.................151
4.8 Der Transformator.........................................................................155
4.9 Elektromagnetische Verträglichkeit ..............................................159
4.9.1 Allgemeines .................................................................................159
4.9.2 Ziel der EMV .................................................................................159
4.10 Die verlustbehaftete Spule ...........................................................160
4.10.1 Reihenschaltung von Induktivität L und Widerstand R...................160
4.10.2 Parallelschaltung von Induktivität L und Widerstand R..................164
Inhaltsverzeichnis 7

4.11 Frequenzabhängige Schaltungen..................................................166


4.11.1 Allgemeines .................................................................................166
4.11.2 LC-Schwingkreise .........................................................................166
4.11.3 Siebschaltungen ..........................................................................178
4.11.4 LC-Bandfilter-Schaltungen............................................................187
4.11.5 Mechanische Filter-Schaltungen...................................................194
4.12 Aufgabenkatalog ..........................................................................197
4.12.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................197
4.12.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................199

5 Grundlagen der Messtechnik ...................................................................... 205


5.1 Messtechnik-Grundlagen..............................................................205
5.1.1 Allgemeines .................................................................................205
5.1.2 Was ist Messen?...........................................................................205
5.1.3 Direkt anzeigende Messgeräte......................................................206
5.2 Erweiterung des Messbereiches bei Spannungs- und
Strommessern..............................................................................210
5.2.1 Erweiterung des Spannungsmessbereiches..................................212
5.2.2 Erweiterung des Strommessbereiches ..........................................214
5.3 Messfehler bei der Spannungs- und Strommessung .....................216
5.3.1 Messfehler bei der Spannungsmessung .......................................216
5.3.2 Messfehler bei der Strommessung ...............................................218
5.3.3 Spannungsfehler-/Stromfehlerschaltung......................................218
5.4 Brückenschaltung ........................................................................220
5.5 Arbeiten mit dem Oszilloskop.......................................................222
5.5.1 Allgemeines .................................................................................222
5.5.2 Darstellung elektrischer Signale auf dem Bildschirm des
Oszilloskops ................................................................................223
5.5.3 Das Oszilloskop PM 3200.............................................................229
5.5.4 Übungen mit einem einfachen Oszilloskop...................................230
5.5.5 Das zweikanalige triggerbare Oszilloskop.....................................231
5.5.6 Messen mit dem Tastkopf.............................................................233
5.6 Aufgabenkatalog ..........................................................................236
5.6.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................236
5.6.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................236

6 Grundlagen der Halbleitertechnik ............................................................... 241


6.1 Begriffe der Halbleitertechnik .......................................................241
6.2 Anwendungen der Störstellenleitung bei
Halbleiterwiderständen ................................................................244
6.2.1 NTC-Widerstände..........................................................................244
6.2.2 PTC-Widerstände ..........................................................................246
6.2.3 VDR-Widerstände .........................................................................247
6.2.4 Fotowiderstände...........................................................................247
6.3 Halbleiterdioden ..........................................................................249
6.3.1 Der pn-Übergang ..........................................................................249
6.3.2 Ausführungsformen von Halbleiterdioden ....................................250
6.4 Der Bipolar-Transistor...................................................................257
6.4.1 Funktionsprinzip ..........................................................................258
6.4.2 Die Kennlinien des Bipolar-Transistors .........................................261
8 Inhaltsverzeichnis

6.4.3 Der Ausgangswiderstand – der Ausgangsleitwert .........................265


6.4.4 Das Vierquadrantenfeld................................................................265
6.4.5 Spannungen und Ströme des Bipolar-Transistors .........................266
6.5 Weitere Transistor-Bauformen und -Typen ....................................267
6.5.1 Der Feldeffekttransistor ................................................................268
6.5.2 Der Doppelbasistransistor (Doppelbasisdiode, Unijunction-
Transistor UJT) ..............................................................................270
6.6 Mehrschichtelemente der Halbleitertechnik .................................270
6.6.1 Die Vierschichtdiode ....................................................................270
6.6.2 Die Zweirichtungs-Thyristordiode (DIAC).......................................274
6.6.3 Die Triggerdiode ...........................................................................274
6.6.4 Der Thyristor.................................................................................275
6.6.5 Der Triac .......................................................................................280
6.7 Aufgabenkatalog ..........................................................................281
6.7.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................281
6.7.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................282

7 Standardschaltungen mit Halbleiterdioden und Bipolar-Transistoren .......... 287


7.1 Gleichrichterschaltungen mit Halbleiterdioden.............................287
7.1.1 Einweggleichrichtung ...................................................................287
7.1.2 Zweiweggleichrichtung.................................................................291
7.1.3 Spannungs-Verdopplung, Spannungs-Vervielfachung ..................293
7.2 Bipolar-Transistor-Schaltungen ....................................................297
7.2.1 Stabilisierung des Arbeitspunktes ................................................297
7.2.2 Grundschaltungen des Bipolar-Transistors ...................................299
7.2.3 Dimensionierungs-Einflüsse beim Bipolar-Transistor ....................309
7.2.4 Ermittlung von Spannungsverstärkung Au und Phasenwinkel
φ im Vierquadrantenfeld ..............................................................314
7.2.5 Signal-Spannungs- und -Strom-Steuerung beim Bipolar-
Transistor .....................................................................................316
7.2.6 Gegenkopplung in 1-stufigen Bipolar-Transistor-Verstärkern ........319
7.2.7 Gegenkopplung in zweistufigen Bipolar-Transistor-
Verstärkern...................................................................................324
7.2.8 Leistungsverstärker mit Bipolar-Transistoren ................................330
7.2.9 Grundlagen der Stereofonie..........................................................334
7.2.10 Abführen entstehender Wärme in elektronischen
Schaltungen .................................................................................336
7.2.11 Der Bipolar-Transistor als Schalter................................................341
7.3 Aufgabenkatalog ..........................................................................349
7.3.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................349
7.3.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................351

8 Grundlagen der Oszillator-Schaltungen mit Bipolar-Transistoren................. 361


8.1 Allgemeines .................................................................................361
8.1.1 Gegenkopplung............................................................................361
8.1.2 Mitkopplung.................................................................................363
8.2 Oszillatoren für sinusförmige Schwingungen ................................366
8.2.1 LC-Oszillatoren .............................................................................366
8.2.2 RC-Oszillatoren.............................................................................370
8.3 Oszillatoren für nichtsinusförmige Schwingungen ........................379
Inhaltsverzeichnis 9

8.3.1 Sperrschwinger (blocking oscillator).............................................379


8.3.2 Gleichspannungswandler .............................................................380
8.3.3 Schaltnetzteil ...............................................................................382
8.3.4 Die astabile Kippschaltung mit Bipolar-Transistoren.....................384
8.4 Aufgabenkatalog ..........................................................................388
8.4.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................388
8.4.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................389

9 Operationsverstärker.................................................................................. 393
9.1 Allgemeines .................................................................................393
9.2 Differenzverstärker .......................................................................393
9.3 Idealer und realer Operationsverstärker........................................397
9.4 Der Operationsverstärker in seiner Eigenschaft als Verstärker ......399
9.4.1 Der invertierende Verstärker .........................................................399
9.4.2 Der nicht invertierende Verstärker ................................................403
9.5 Kompensations-Schaltungen beim Operationsverstärker .............405
9.5.1 Offset-Spannungs-Kompensation .................................................406
9.5.2 Frequenzkompensation ................................................................407
9.6 Addierender Operationsverstärker (Summierer)............................408
9.7 Subtrahierender Operationsverstärker (Subtrahierer,
Differenzverstärker)......................................................................410
9.8 Integrierender Operationsverstärker (Integrator) ..........................412
9.9 Differenzierender Operationsverstärker (Differenzierer) ................417
9.10 Der Operationsverstärker als Komparator und Schmitt-Trigger ......421
9.10.1 Komparator ..................................................................................421
9.10.2 Schmitt-Trigger .............................................................................423
9.11 Aufgabenkatalog ..........................................................................425
9.11.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................425
9.11.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................426

10 Hochfrequenz auf Leitungen ....................................................................... 429


10.1 Leitungseigenschaften .................................................................429
10.1.1 Einfluss der Hochfrequenz auf die Leitungseigenschaften ............429
10.1.2 Der Wellenwiderstand der Hochfrequenzleitung ...........................430
10.2 Schwingkreiseigenschaft der HF-Leitung.......................................431
10.3 Leitungskreise..............................................................................433
10.3.1 Verkürzung von Leitungskreisen ...................................................435
10.4 Hochfrequenzleitungen ................................................................437
10.4.1 Allgemeines .................................................................................437
10.4.2 Leitungsverluste...........................................................................438
10.4.3 Das Pegelmaß und weitere Anwendungen des Maßes dB .............445
10.5 Aufgabenkatalog ..........................................................................447
10.5.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................447
10.5.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................447

11 Sende- und Empfangstechnik...................................................................... 451


11.1 Hochfrequenz-Abstrahlung...........................................................451
11.1.1 Allgemeines .................................................................................451
11.1.2 Die Abstrahlung elektromagnetischer Energie ..............................451
11.2 Wellenausbreitung .......................................................................456
10 Inhaltsverzeichnis

11.2.1 Ausbreitungseigenschaften des Fernfeldes ..................................456


11.3 Polarisation, Richt-Strahlung, Antennenhöhe und
Strahlungswiderstand von Antennen ............................................458
11.3.1 Allgemeines .................................................................................458
11.3.2 Polarisation und Richtstrahlung....................................................459
11.3.3 Effektive Antennenhöhe und Strahlungswiderstand .....................460
11.4 Antennenarten .............................................................................461
11.4.1 Ferritantennen..............................................................................461
11.4.2 Stabantennen ..............................................................................462
11.4.3 Dipolantennen .............................................................................462
11.4.4 Richtantennen..............................................................................463
11.5 Aufgabenkatalog ..........................................................................467
11.5.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................467
11.5.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................468

12 Modulationsarten ....................................................................................... 473


12.1 Allgemeines .................................................................................473
12.2 Amplitudenmodulation (AM) ........................................................473
12.2.1 Zusammensetzung des AM-Signals ..............................................474
12.2.2 Der Modulationsvorgang am einfachen AM-Modulator .................477
12.2.3 Amplitudenmodulation mit unterdrücktem Träger.........................479
12.2.4 Demodulation des AM-Signals mit ausgestrahltem Träger ............483
12.2.5 Demodulation eines AM-Signals mit unterdrücktem Träger...........484
12.3 Frequenzmodulation (FM).............................................................486
12.3.1 FM-Prinzip ....................................................................................486
12.3.2 Demodulation frequenzmodulierter Signale .................................488
12.4 Tastung der Trägerfrequenz ..........................................................493
12.4.1 Allgemeines .................................................................................493
12.4.2 Amplitudenumtastung..................................................................493
12.4.3 Frequenzumtastung......................................................................493
12.5 Pulsmodulation ............................................................................494
12.5.1 Allgemeines .................................................................................494
12.5.2 Pulsamplitudenmodulation ..........................................................494
12.5.3 Pulscodemodulation ....................................................................496
12.6 Aufgabenkatalog ..........................................................................497
12.6.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................497
12.6.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................498

13 Rundfunk-Empfänger-Technik ..................................................................... 505


13.1 Allgemeines zur Rundfunktechnik ................................................505
13.1.1 AM-Sender ...................................................................................505
13.1.2 FM-Sender....................................................................................506
13.2 Empfänger-Technik.......................................................................506
13.2.1 Geradeausempfänger-Prinzip .......................................................506
13.2.2 Der Überlagerungsempfänger .......................................................507
13.2.3 Ausführungsbeispiel eines Radio-Empfangs-Moduls ....................510
13.3 Aufgabenkatalog ..........................................................................524
13.3.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................524
13.3.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................525
Inhaltsverzeichnis 11

14 Digitaltechnik ............................................................................................. 527


14.1 Die logischen Grundfunktionen ....................................................527
14.1.1 Prinzip der logischen Grundfunktionen.........................................527
14.1.2 Realisierung der logischen Grundfunktionen ................................530
14.2 Wichtige logische Verknüpfungen ................................................536
14.2.1 Allgemeines .................................................................................536
14.2.2 NAND- und NOR-Funktion .............................................................536
14.2.3 Antivalenz-Verknüpfung ...............................................................537
14.2.4 Äquivalenz-Verknüpfung ..............................................................538
14.3 Gesetze der Schaltalgebra............................................................539
14.3.1 Kommutativ-Gesetze ....................................................................539
14.3.2 Assoziativ-Gesetze .......................................................................540
14.3.3 Distributiv-Gesetze .......................................................................541
14.3.4 Die De Morgan’schen Gesetze ......................................................542
14.4 Disjunktive und Konjunktive Normalform......................................543
14.4.1 Disjunktive Normalform................................................................543
14.4.2 Konjunktive Normalform...............................................................544
14.5 Kodierung.....................................................................................547
14.5.1 Allgemeines .................................................................................547
14.5.2 Code-Eigenschaften .....................................................................547
14.6 Die Grundrechenarten im Dualsystem...........................................553
14.6.1 Allgemeines .................................................................................553
14.6.2 Addition .......................................................................................553
14.6.3 Subtraktion ..................................................................................553
14.6.4 Multiplikation...............................................................................555
14.6.5 Division ........................................................................................556
14.6.6 Halbaddierer ................................................................................556
14.6.7 Volladdierer .................................................................................557
14.7 Logikfamilien................................................................................558
14.7.1 Allgemeines .................................................................................558
14.7.2 DTL-Schaltungen ..........................................................................559
14.7.3 TTL-Schaltungen ...........................................................................559
14.7.4 ECL-Schaltungen ..........................................................................561
14.7.5 P-MOS-, N-MOS- und CMOS-Schaltungen .....................................561
14.8 Besondere Eigenschaften und Leitungsmerkmale.........................564
14.8.1 Allgemeines .................................................................................564
14.8.2 Wired-AND- und Wired-OR-Schaltungen........................................564
14.8.3 Schaltungen mit offenem Kollektor (OC) bzw. mit offenem
Drain (OD) ....................................................................................565
14.8.4 Tri-State-Ausgänge .......................................................................566
14.8.5 Sperreingänge..............................................................................566
14.8.6 Erweiterungseingänge ..................................................................567
14.8.7 Dynamische Eingänge ..................................................................567
14.9 Kippschaltungen ..........................................................................569
14.9.1 Allgemeines .................................................................................569
14.9.2 Bistabile Kippschaltungen............................................................569
14.9.3 Monostabile Kippschaltungen ......................................................575
14.9.4 Astabile Kippschaltungen.............................................................579
14.10 Der Schmitt-Trigger.......................................................................584
14.10.1 Allgemeines .................................................................................584
12 Inhaltsverzeichnis

14.10.2 Schmitt-Trigger als Schwellenwertschalter....................................585


14.10.3 Schmitt-Trigger als Rechteckformer ..............................................585
14.11 Schaltwerke .................................................................................586
14.11.1 Allgemeines .................................................................................586
14.11.2 Zähler...........................................................................................586
14.11.3 Register........................................................................................592
14.11.4 Symbole für Schaltwerke ..............................................................593
14.12 Wandlung zwischen analogen und digitalen Signalen ..................594
14.12.1 Allgemeines .................................................................................594
14.12.2 Digital/Analog-Wandler ................................................................594
14.12.3 Analog/Digital-Wandler ................................................................596
14.13 Aufgabenkatalog ..........................................................................602
14.13.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................602
14.13.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................602

15 Grundlagen der Mikrocomputertechnik ....................................................... 609


15.1 Einführung ...................................................................................609
15.1.1 Allgemeines .................................................................................609
15.1.2 Begriffe ........................................................................................610
15.1.3 Anwendungsbeispiele für Mikroprozessoren ................................612
15.1.4 Ausführung des Programms..........................................................613
15.1.5 Darstellung von Informationen .....................................................614
15.1.6 Übersicht Mikrocomputer-System.................................................619
15.2 Grundlagen zur Programmierung des Mikroprozessors 8085 ........622
15.2.1 Die verschiedenen Zyklen im Prozessor 8085 ...............................623
15.2.2 Adressierungsarten beim Prozessor 8085.....................................623
15.2.3 Zustandsbits (Bedingungsbits, flags) im Prozessor 8085..............625
15.2.4 Die Befehle des Mikroprozessors 8085 ........................................626
15.2.5 Unterprogramm(UP)-Technik ........................................................641
15.2.6 Ein-/Ausgabe(E/A, I/O)-Befehle....................................................644
15.2.7 Interrupt-Technik ..........................................................................646
15.2.8 Programmierbeispiele zum Befehlssatz des Mikroprozessors
8085 ............................................................................................646
15.2.9 Darstellung der Abläufe auf Busleitungen.....................................702
15.2.10 Wirkungsweise einer Speichereinheit ...........................................704
15.2.11 Der Mikroprozessor 8085 .............................................................705
15.3 Praktische Ausführung eines 8085-Einplatinencomputers............710
15.3.1 Betrieb als CPU-Karte....................................................................710
15.3.2 Betrieb als Einplatinencomputer ..................................................711
15.3.3 Schaltungsbeschreibung des Einplatinencomputers ....................712
15.4 Aufgabenkatalog ..........................................................................713
15.4.1 Ungebundene Aufgaben, zu denen Sie mit Ihren eigenen
Worten zutreffende Antworten formulieren können.......................713
15.4.2 Lösungsvorschläge zu den ungebundenen Aufgaben ...................715
15.4.3 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................743

16 Elektroakustische Wandler.......................................................................... 747


16.1 Allgemeines .................................................................................747
16.2 Mikrofone.....................................................................................749
16.2.1 Kohlemikrofon..............................................................................749
Inhaltsverzeichnis 13

16.2.2 Kristallmikrofon............................................................................751
16.2.3 Dynamisches Mikrofon .................................................................751
16.2.4 Kondensatormikrofon...................................................................752
16.3 Richteffekt von Mikrofonen...........................................................753
16.4 Übertragungsfaktor von Mikrofonen .............................................755
16.5 Schallaufzeichnung......................................................................755
16.5.1 Das Magnetton-Verfahren.............................................................755
16.5.2 Optisches Verfahren [C(ompact) D(isc)] ........................................758
16.6 Der Lautsprecher ..........................................................................760
16.6.1 Der elektrodynamische Lautsprecher............................................760
16.6.2 Elektrostatischer Lautsprecher .....................................................765
16.6.3 Kopfhörer .....................................................................................765
16.7 Aufgabenkatalog ..........................................................................765
16.7.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................765
16.7.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................766

17 Grundlagen der Regeltechnik...................................................................... 771


17.1 Allgemeines .................................................................................771
17.2 Prinzip der Steuerung ...................................................................771
17.3 Die Regelung ................................................................................771
17.3.1 Größen und Begriffe der Regeltechnik...........................................771
17.3.2 Darstellungsmöglichkeiten des Regelkreises................................772
17.3.3 Das Verhalten des Regelkreises....................................................772
17.4 Aufgabenkatalog ..........................................................................776
17.4.1 Ungebundene Aufgaben ...............................................................776
17.4.2 Multiple-Choice-Aufgaben ............................................................777
51

3 Der Gleichstromkreis

3.1 Reihenschaltung ohmscher Widerstände

3.1.1 Allgemeines
In der Elektronik haben wir es häufig mit ohmschen Widerständen zu tun. Ein Stromkreis
besteht meist nicht nur aus Spannungsquelle mit Zuleitungen und einem Verbraucher, sondern
enthält auch eine Anzahl parallel und in Reihe geschalteter Widerstände in sogenannten
gemischten Schaltungen. Diese Widerstände sind manchmal nicht auf Anhieb als solche erkenn-
bar, müssen aber oft mit berücksichtigt werden, wenn die Funktion einer Schaltung betrachtet
wird. Andererseits kann es notwendig sein, um zu verwertbaren Ergebnissen bei der Unter-
suchung von elektronischen Schaltungen zu kommen, dass der eine oder andere ohmsche
Widerstand bei der Berechnung vernachlässigt wird.
So hat der Fachmann immer die fachlich richtige Entscheidung zu treffen, wenn er die
Wirkungsweise einer elektronischen Schaltung messtechnisch oder mathematisch untersuchen
will, ob ein solcher Widerstand vernachlässigbar ist oder nicht. Die folgenden Übungen sollen
dabei helfen, die Sinne in dieser Hinsicht zu schärfen.
Wir werden uns in diesem Kapitel mit der Reihenschaltung von ohmschen Widerständen und
deren Gesetzmäßigkeiten beschäftigen.

3.1.2 Reihenschaltung von 3 ohmschen Widerständen


Beispielhaft für die Reihenschaltung ohmscher Widerstände können 3 Widerstände R1 = 47 Ω,
R2 = 100 Ω und R3 = 180 Ω sein, die nacheinander mit Hilfe der Schalter S1 und S2 in Reihe
geschaltet und an eine Spannungsquelle U = 1,5 V angeschlossen werden (Abb. 3.1). Der jeweils
fließende Strom lässt sich nach dem ohmschen Gesetz berechnen. Hierzu ist es erforderlich, die
Spannung U am jeweiligen Widerstand und den Widerstand R selbst zu messen. Die rechnerische
Ermittlung des Stromes wird auch indirekte Strommessung genannt.

Abb. 3.1: Reihenschaltung von Widerständen


52 Kapitel 3: Der Gleichstromkreis

Erläuterungen und Erkenntnis:


Bei geschlossenen Schaltern S1 und S2 ist R1 alleine im äußeren Stromkreis. Wird S1 geöffnet,
sinkt der Strom ab. Das Öffnen des Schalters S2 reduziert den Strom nochmals. Der Widerstand
zwischen den Punkten A und D wird Gesamtwiderstand Rges oder Rg genannt. Es berechnet sich
der Gesamtwiderstand aus den Einzelwiderständen nach der Gesetzmäßigkeit:
Rges = R1 + R2 + R3 (3.1),

allgemein geschrieben:
Rges = R1 + R2 + ... + Rn (3.2).

In einer Reihenschaltung addieren sich auch die Teilspannungen (auch Spannungsabfälle


genannt) zur Gesamtspannung (hier an den Punkten A-D gemessen):
U ges = U 1 + U 2 + U 3 (3.3),

allgemein geschrieben:
U ges = U 1 + U 2 + ... + U n (3.4).

Das Kirchhoff'sche (Gustav Robert Kirchhoff 1824-1887, deutscher Physiker) Gesetz Nr. 2
(Maschenregel) hierzu lautet:
Σ(I ⋅ R ) = 0 (3.5).
In einer Reihenschaltung sind auch die Teilspannungen den Teilwiderständen, an denen sie
anliegen, direkt verhältnisgleich (proportional). Es gilt die Formel:
U ges : U 1 : U 2 : U 3 = Rges : R1 : R2 : R3 (3.6),

aber auch allgemein geschrieben:


U ges : U 1 : U 2 : ... : U n = Rges : R1 : R2 : ... : Rn (3.7).

Hinweise
Die Summe aller Teilspannungen entlang eines geschlossenen Stromweges ist gleich 0.
Die Teilspannungen verhalten sich zu den Teilwiderständen wie die Gesamtspannung zum
Gesamtwiderstand.

Eine der häufigsten Anwendungen der Reihenschaltung von Widerständen ergibt sich, wenn wir
eine Stromversorgung in Betrieb nehmen. Um die Stromversorgung eines elektronischen Gerätes
zu realisieren, benötigen wir eine Spannungsquelle, eine Batterie z. B., oder ein spannungsstabili-
siertes Stromversorgungsteil, welches wir aus dem Stromnetz speisen. Einerlei, wie eine solche
Stromversorgung beschaffen ist, soll sie eine Versorgungsspannung für das Gerät liefern, die
unabhängig von der Belastung seitens des Verbrauchers stabil bleibt. Diese Forderung ist aller-
dings nur annähernd erfüllbar, denn die Spannung der Klemmen (Klemmenspannung) der
Spannungsquelle ändert sich bei Belastung mehr oder weniger. Der Grund hierfür liegt in dem
Vorhandensein eines ohmschen Widerstandes im Innern der Spannungsquelle, dem sogenannten
Innenwiderstand Ri.
Hierbei haben wir es mit wenigstens 2 Widerständen zu tun, wenn wir den Verbraucher, das
Gerät also, welches versorgt werden soll, als Außenwiderstand Ra oder Lastwiderstand RL auffassen.
In folgendem Beispiel sollen die Zusammenhänge verdeutlicht werden.
3.1 Reihenschaltung ohmscher Widerstände 53

Erläuterung der verwendeten Formelzeichen


Σ = griechischer Buchstabe »Sigma« steht für Summe
I = elektrischer Strom in A
R = ohmscher Widerstand in Ω
U = elektrische Spannung in V

3.1.3 Reihenschaltung eines Innen- und Außenwiderstandes


Einer 1,5-V-Monozelle kann durch das abwechselnde Einschalten der Widerstände R1 = 47 Ω
und R2 = 5 Ω mittels Umschalter S2 verschieden hoher Strom entnommen werden (Abb. 3.2).
Die Spannung an den Klemmen der Zelle wird dann jeweils im Leerlauf (unbelastete Zelle, kein
Widerstand angeschlossen) und durch die beiden Widerstände R1 und R2 abwechselnd belastet.
Wenn der Versuch praktisch durchgeführt wird, soll der Schalter S1 zum Messen nur kurzzeitig
geschlossen werden, um die Zelle zu schonen. Die Ströme können aus den gemessenen Spannun-
gen und den vorgegebenen Lastwiderständen berechnet werden. Aus den verfügbaren Daten
kann dann der Innenwiderstand Ri der Zelle bestimmt werden.

Abb. 3.2: Reihenschaltung eines Innen- und Außenwiderstandes

Erläuterungen und Erkenntnis:


Die Klemmenspannung UK an den Anschlüssen der Spannungsquelle ist am größten, wenn keine
Belastung vorliegt. Wird der Lastwiderstand RL = 47 Ω eingeschaltet, so sinkt die Klemmenspan-
nung. Der Lastwiderstand RL = 5 Ω führt zur weiteren Verringerung der Klemmenspannung.
Eine höhere Belastung (kleinerer Lastwiderstand) lässt den Strom ansteigen, wie die Berechnung
nach dem ohmschen Gesetz zeigt. Bei wachsendem Strom muss offenbar im Innern der Batterie
ein Spannungsabfall auftreten, der eigentlich unerwünscht ist.
Die wenigsten Bauteile der Elektronik funktionieren ideal. Sie beinhalten Schaltelemente, die solche
unerwünschten, die Funktion einer Schaltung beeinträchtigenden Effekte erklären. Um die Zusam-
menhänge in einer elektronischen Schaltung anschaulich zu machen, ist es deshalb häufig
notwendig, alle oder zumindest einen Teil der nicht sichtbaren Schaltelemente zusätzlich in einer
Schaltung darzustellen. Wir nennen eine solche Schaltung Ersatzschaltung. Auch unsere Spannungs-
quelle enthält ja unter anderem ein solches nicht sichtbares Schaltelement, den Innenwiderstand Ri.
Im Allgemeinen stellt man vereinfachte Ersatzschaltungen dar, die nur die Schaltelemente enthalten,
die für die Funktion und das Verständnis der betrachteten Schaltung von Bedeutung sind.
Eine Spannungsquelle kann aufgefasst werden als eine Reihenschaltung aus einer idealen Batterie
mit der im Innern wirkenden elektromotorischen Kraft oder Urspannung E und einem Widerstand
Ri (Innenwiderstand). Nur die Klemmenspannung UK ist die von außen zugängliche Spannung.
Wie der Versuch zeigt, ist UK keine konstante Größe. Sie hängt von der Bauart der Batterie und
der Belastung ab.
5380-2 Titelei 01.10.2008 12:00 Uhr Seite 3

FRANZIS
ELEKTRONIK

Dietmar Benda

Elektronik
ohne Ballast
Grundlagen der Elektronik leicht verständlich

Mit 1229 Abbildungen


5

Vorwort
Im Zeitalter der integrierten Halbleitertechnik verlieren viele Überlegungen an
Bedeutung, die in der Elektronenröhren- und Transistortechnik für das Funktions-
verständnis von Schaltungen erforderlich waren. Vielfach kam dadurch die irrige
Meinung auf, dass für den Einstieg in die Elektronik keine Grundkenntnisse mehr
erforderlich wären. Dass dies nicht zutrifft, wird in dem vorliegenden Buch an zahl-
reichen Beispielen aus der Elektronik gezeigt.

Die Mikroelektronik, insbesondere die Mikroprozessortechnik, hat zu einer neuen


Schaltungstechnik geführt, die sich wesentlich von der der einfachen Digitaltechnik
unterscheidet und dadurch als eine weitere Schaltungsgruppe betrachtet werden
kann. Somit ergibt sich eine Gliederung gemäß der folgenden Abbildung für elek-
tronische Schaltungen.

Das Werk gliedert sich in Elementar-, Aufbau- und Fachstufe.

In der Elemenatrstufe erfährt der Leser, dass ein tieferer Einsteig bereits mit weni-
gen physikalischen Grundkenntnissen möglich ist. An zahlreichen Beispielen und
Vergleichen wird aufgezeigt, dass die Beherrschung dieser Grundregeln das Pauken
von „Faustformeln“ und „Eselsbrücken“ überflüssig macht.

Eine theoretische, aber praktisch orientierte Minimalausrüstung ist also der Schlüs-
sel für fundiertes Basiswissen.

Bei den Bauelementen unterscheidet man zwischen mechanischen, elektrischen und


elektronischen Bauelementen. Würde man versuchen, alle Varianten zu beschreiben,
wäre ein mehrbändiger Katalog das Ergebnis. Die Vielzahl basiert im Wesentlichen auf
einigen Grundbauelementen, z. B. Widerständen, Kondensatoren, Dioden und Tran-
sistoren. Das Buch zeigt dem Leser die wichtigsten Kennwerte, Leistungs- und Funk-
tionsmerkmale und erklärt anhand praktischer Beispiele die Einsatzmöglichkeiten.
6 Vorwort

Die zunehmende Standardisierung der Komponenten und Funktionseinheiten in


allen Bereichen der Anwendungselektronik sowie die zunehmenden Geschwindig-
keiten bei der Datenübertragung und die Verzahnung von Soft- und Hardware ver-
ändern die Tätigkeitsschwerpunkte der Elektronikberufe.
Nicht mehr das Wissen um die Dimensionierung von Schaltungskomponenten und
deren Anwendung ist gefragt, sondern die Bewertung von Eingangs- und Ausgangs-
größen von Systemkomponenten und Software/Hardware-Schnittstellen.
Die Erfassung und Bewertung dieser Messgrößen erfordert grundlegende und
umfangreiche Kenntnisse in der elektronischen Messtechnik und den angewende-
ten Schaltungs- und Übertragungstechniken.
Daher wird der Leser mit den elementarsten Messkenntnissen und den wichtigsten
Messfehler-Möglichkeiten vertraut gemacht. Weiterhin wird er mit allen wesent-
lichen messtechnisch erfassbaren Funktionsfehlern der Bipolar- und FET-Techno-
logie konfrontiert, statisch und dynamisch, in Linear- und Schaltverstärkern.
Da es für Lernende und Lehrende immer schwieriger wird, aus der vielfältigen Lite-
ratur die wesentlichen elektronischen Grundschaltungen herauszufinden und sich
als Basiswissen anzueignen, liegt in der Aufbaustufe dieses Werkes der Schwer-
punkt auf der Darstellung und der Funktionserklärung repräsentativer Schaltun-
gen. Die einzelnen Funktionen sind dazu unter dem Gesichtspunkt der praxis- und
berufstypischen Situation beschrieben und ausgewertet. Dabei entsprechen die ein-
zelnen Lernabschnitte dem angestrebten Lernumfang.
Gleichungen und Hinweise zur Dimensionierung dienen in erster Linie dazu, dem
Lernenden das Abschätzen und Auswerten der an den Schaltungen gemessenen
Potenziale und Kennwerte zu erleichtern. Wo es für das Verständnis erforderlich
erschien, wurden die Schaltungen auf vereinfachte Funktionsmodelle zurückge-
führt.
Im Wesentlichen werden auch die logischen und sequenziellen Funktionen der
Grundelemente der Digitaltechnik erläutert – einschließlich ihrer Anwendung in
kombinatorischen Standardschaltungen. Auch die wichtigsten Regeln der Boole-
schen Algebra und die Anwendung von KV-Diagrammen sind Bestandteil dieser
Thematik.
Durch die zunehmende Bedeutung der Prozessortechnik verschieben sich die Ein-
satzschwerpunkte der Digitaltechnik: So verliert die Anwendung der Digitaltechnik
in vollständigen Schaltnetzwerken in zunehmendem Maße an Bedeutung; dafür
aber ist ihr Einsatz in Form von Verbindungselementen in Prozessorschaltungen
und zur Adaptierung an andere Systeme und periphere Funktionen (Interfaces)
weiter vorrangig. Ferner erleichtert die Kenntnis der logischen und sequenziellen
Vorwort 7

Standardschaltungen der Digitaltechnik das Verständnis der funktionalen Zusam-


menhänge in der Steuerungs- und Prozessortechnik.
Das Grundwissen über logische Verknüpfungen, Speicherelemente sowie Zeit- und
Zählschaltungen ist Voraussetzung für den Einstieg in die Funktionsabläufe und
Programmbausteine von speicherprogrammierbaren Steuerungen.
Kennzeichnend für Prozessorschaltungen sind die standardisierten (Bus-)Verbin-
dungen, über die alle Schaltungsfunktionen (periphere Schaltungen) von einer zen-
tralen Funktion (CPU) gesteuert werden, die wiederum ihre Funktionsanweisungen
aus einem Speicher(-Programm) erhält.
Der Anwendungselektroniker (Aufbau, Prüfung oder Service) muss daher in erster
Linie wie bei der Analog- oder Digitaltechnik die Schaltungen der Prozessortechnik
lesen und verstehen können. Für das Verständnis der Systemtechnik ist es aber auch
erforderlich, die Steuerungsmöglichkeiten der Befehlsstruktur (Software) zu ken-
nen.
Erläutert werden Aufbau und Funktion der wesentlichsten IS-Bausteine und die zu
ihrer Steuerung erforderlichen Programmstrukturen.
Die Fachstufe befasst sich mit wichtigen speziellen Ausprägungen der Elektronik.
Etwa die fortschreitende Automatisierung durch die Mikroelektronik verlangt auch
im elektrischen Energiebereich Schaltungen zur schnelleren und verlustärmeren
Umwandlung bzw. Steuerung elektrischer Energie. Dieses Thema soll den Anwen-
der beispielhaft aufzeigen, auf welche Weise er die geeignetsten Schaltungen am
zweckmäßigsten in der Energieelektronik einsetzen kann. Daher werden u. a. die
gängigsten Bauelemente sowie die Geräte und Anlagen zur Energieversorgung und
Antriebstechnik beschrieben. Beschreibungen praktisch angewendeter und aktuel-
ler Schaltungen aus den wichtigsten Anwendungsgebieten, z. B. aus der Photovol-
taik, runden das Thema ab.
Der Begriff „Nachrichtentechnik“ für die Übermittlung von Informationen wurde
in den letzten Jahren mehr und mehr durch den Begriff „Kommunikationstechnik“
ersetzt. Dies aus der logischen Konsequenz, dass Entwicklungslinien, die zunächst
nebeneinander liefen – Computertechnik auf der einen und Nachrichtentechnik
sowie Telekommunikation auf der anderen Seite –, nun zusammenlaufen. Daraus
resultieren Schnittstellen, an denen Informationssysteme entstanden sind.
Die unter den Begriff „Kommunikationstechnik“ fallenden Endgeräte und Systeme
sind inzwischen so vielfältig geworden, dass in diesem Buch als Auswahl nur Geräte
und Systeme mit Zentralfunktionen unter schaltungstechnischen Gesichtspunkten
betrachtet werden können. Die Vielzahl der Endgeräte kann nur in Form von Über-
8 Vorwort

sichten, Begriffserklärungen und einheitlichen Funktionsmerkmalen berücksichtigt


werden.
Neben der ausführlichen Darstellung der Grundlagen werden – soweit möglich –
Systemfunktionen anhand von praktischen Anwendungsbeispielen erläutert.
Die Satellitenempfangstechnik wird in einem eigenen Abschnitt eingehend in den
Funktionen und den Installationsmerkmalen beschrieben.
Auch die Regelungstechnik als Grundvoraussetzung der Automatisierung ist im
Wesentlichen durch die Anwendung der Elektronik geprägt. Die zentrale Steuerung,
Überwachung und selbsttätige Regelung von Arbeitsvorgängen und von Produk-
tionsprozessen ist dabei die Aufgabe dieser Technik.
Beispiele für solche Regelungsprozesse gibt es aus allen Fabrikations- und Anwen-
dungsbereichen. Sie reichen von einfachen Soll-Ist-Regelungen bis hin zu den kom-
plexesten Automatisierungs- und Robotersteuerungen.
Analoge und digitale Regelung, speicherprogrammierbare Steuerungen als zentrale
Regelung sowie die Prozessorregelung werden sowohl unabhängig voneinander als
auch im Verbund eingesetzt. Dieser Teil des Buches erklärt für alle Anwendungsbe-
reiche der elektronischen Regelungstechnik die einzelnen Funktionselemente und
vermittelt zahlreiche Anwendungsbeispiele.
Der Anwendungsbereich elektronischer Steuerungselemente ist ebenfalls sehr groß.
Er reicht vom einfachen analogen Verstärkerglied bis zum prozessorgesteuerten
Roboter, von der Lichtschranke bis zur SPS-Fertigungsstraße. Man unterscheidet
hier zwischen analoger und digitaler Steuerung, speicherprogrammierbarer Steue-
rung, Prozessor- und Robotersteuerung (Controller). Diese Techniken können
sowohl unabhängig voneinander als auch im Verbund eingesetzt werden. Dement-
sprechend wurde auch inhaltlich gegliedert. In komplexen Anwendungsbereichen,
z. B. Robotersteuerungen, sorgen Übersichtsbeschreibungen und Anwendungsbei-
spiele für mehr Transparenz.
9

Inhalt

Teil 1 Elementarstufe

A Grundlagen der Elektronik ....................................................... 27

1 Die Grundrechenregeln ........................................................... 29


1.1 Die Addition in verschiedenen Ziffernsystemen ................... 29
1.2 Übungen ................................................................... 39
1.3 Die Subtraktion in verschiedenen Ziffernsystemen ............... 41
1.4 Übungen ................................................................... 43

2 UND, ODER, EXKLUSIV-ODER und NICHT ...................................... 45


2.1 ODER-Verknüpfung ....................................................... 46
2.2 UND-Verknüpfung ........................................................ 50
2.3 EXKLUSIV-ODER-Verknüpfung .......................................... 51
2.4 Übungen ................................................................... 53
2.5 Das Komplement und die Negation .................................. 54
2.6 Übungen ................................................................... 56
2.7 Wie subtrahiert ein Computer? ........................................ 57
2.8 Übungen ................................................................... 59

3 Das ohmsche Gesetz und seine Anwendung ................................. 60


3.1 Zusammenhang zwischen U, I und R ................................. 61
3.2 Übungen ................................................................... 63
3.3 Anwendung des ohmschen Gesetzes ................................ 65
3.4 Übungen ................................................................... 67

4 Die kirchhoffschen Gesetze ...................................................... 69


4.1 Die Reihenschaltung ..................................................... 69
4.2 Übungen ................................................................... 72
4.3 Der Spannungsteiler ..................................................... 73
4.4 Generator mit Lastwiderstand ......................................... 74
4.5 Lineare und nichtlineare Widerstände ............................... 76
4.6 Übungen ................................................................... 80
4.7 Die ParalleIschaltung .................................................... 80
10 Inhalt

4.8 Übungen ................................................................... 87


4.9 Belasteter Spannungsteiler ............................................ 87
4.10 Übungen ................................................................... 90

5 Funktionen von Kondensator und Spule ...................................... 92


5.1 Funktionsbetrachtung des Kondensators ........................... 92
5.2 Übungen ................................................................... 94
5.3 Typen von Kondensatoren .............................................. 95
5.4 Funktionsbetrachtung der Spule ...................................... 95
5.5 Übungen ................................................................... 96
5.6 Stromleiter im Magnetfeld .............................................. 97
5.7 Anwendung von Spulen ................................................ 102

6 Bauelemente und Schaltungen verbrauchen elektrische Leistung ..... 103


6.1 Prinzipielle Berechnung der Leistung ............................... 103
6.2 Belastbarkeit von Bauteilen ........................................... 104
6.3 Leistung bei Wechselspannung ...................................... 107
6.4 Übungen .................................................................. 109
6.5 Leistungsanpassung .................................................... 110
6.6 Übungen .................................................................. 111

7 Zeitglieder und frequenz- abhängige Widerstände ........................ 113


7.1 Nochmals zur Wechselspannung ..................................... 113
7.2 Übungen .................................................................. 115
7.3 Blindwiderstände ....................................................... 115
7.4 Übungen .................................................................. 118
7.5 Spule und Kondensator an Gleichspannung ...................... 118
7.6 Übungen .................................................................. 121

8 Dioden und Transistoren ......................................................... 123


8.1 Dioden ..................................................................... 123
8.2 Z-Dioden .................................................................. 128
8.3 Transistoren .............................................................. 129
8.4 Übungen .................................................................. 135

9 Lösungen zu den Übungen ...................................................... 137


Inhalt 11

B Bauelemente ....................................................................... 147

1 Ohmsche (lineare) Widerstände ................................................. 149


1.1 Kennwerte ................................................................. 149
1.2 Kohleschichtwiderstand ............................................... 155
1.3 Metalloxid-Schichtwiderstand ........................................ 160
1.4 Metallschichtwiderstand ............................................... 160
1.5 Drahtwiderstand ......................................................... 161
1.6 Dreh-, Schiebe- und Trimmwiderstand .............................. 167
1.7 Widerstandsnetzwerk in Schichttechnik ............................ 170

2 Nichtlineare Widerstände ....................................................... 171


2.1 Heißleiter (NTC-Widerstand) ........................................... 171
2.2 Kaltleiter (PTC-Widerstand oder Thermistor) ....................... 172
2.3 Temperaturunabhängiger Widerstand .............................. 172
2.4 Spannungs- und stromabhängiger Widerstand ................... 173

3 Kondensatoren ..................................................................... 175


3.1 Funktion ................................................................... 175
3.2 Kennwerte ................................................................. 177
3.3 Metallpapierkondensator .............................................. 179
3.4 Kunststoff-Folienkondensator ........................................ 181
3.5 Glimmerkondensator ................................................... 182
3.6 Elektrolytkondensator .................................................. 182
3.7 Keramikkondensator .................................................... 184
3.8 Kondensator mit veränderbarer Kapazität ......................... 192

4 Spulen ............................................................................... 194


4.1 Elektrische Eigenschaften ............................................. 194
4.2 Induktivität von Einzel- und Doppelleitungen ..................... 195
4.3 Luftspule .................................................................. 195
4.4 Spule mit Massekern ................................................... 198
4.5 Spule mit Eisenblechkernen .......................................... 200
4.6 Spule mit Ferritkern ..................................................... 203

5 Diskrete Halbleiterbauelemente ............................................... 204


5.1 Was sind Halbleiter? .................................................... 204
5.2 Stromfluss im Halbleiter ............................................... 208
5.3 Dioden ..................................................................... 209
5.3.1 Allzweckdiode ............................................................ 212
12 Inhalt

5.3.2 Kapazitätsdiode ......................................................... 213


5.3.3 Silizium-Schalterdiode ................................................. 216
5.3.4 Si-PIN-Dioden-Regler ................................................... 217
5.3.5 Z-Diode .................................................................... 217
5.3.6 Tunneldiode .............................................................. 218
5.3.7 Backward-Diode ......................................................... 219
5.3.8 Silizium-Kontaktschutzdiode ......................................... 219
5.3.9 Schottky-Diode ........................................................... 220
5.4 Gleichrichter .............................................................. 220
5.4.1 Einweggleichrichter ..................................................... 220
5.4.2 Brückengleichrichter .................................................... 221
5.5 Vierschichthalbleiter .................................................... 222
5.5.1 Vierschichtdiode ......................................................... 222
5.5.2 Diac (Triggerdiode) ...................................................... 223
5.4.3 Thyristoren ................................................................ 224
5.5.4 Thyristortetrode .......................................................... 227
5.5.5 Triac ........................................................................ 227
5.6 Transistoren .............................................................. 228
5.6.1 Bipolartransistor ......................................................... 229
5.6.2 Unipolartransistor ....................................................... 235
5.6.3 Lawinentransistor ....................................................... 238
5.6.4 Unijunction-Transistor .................................................. 239
5.7 Mikrowellengeneratoren ............................................... 239
5.8 Thermogenerator und Thermokühler ................................ 242
5.9 Hallgenerator ............................................................. 244

6 Integrierte Halbleiterschaltungen ............................................. 245


6.1 Digitale TTL-IS ............................................................ 245
6.1.1 Funktionseigenschaften ................................................ 247
6.1.2 Eingangssignale ......................................................... 248
6.1.3 Ausgangssignale ........................................................ 249
6.1.4 TTL-Lasteinheit, Fan-out ................................................ 250
6.1.5 Störspannungsabstände ............................................... 251
6.1.6 Eingangs-Clamping-Dioden ........................................... 253
6.1.7 WIRED-OR ................................................................. 253
6.1.8 Gatter ...................................................................... 255
6.1.9 Flipflops ................................................................... 257
6.1.10 Stromspitzen ............................................................. 258
6.1.11 Temperaturbereiche .................................................... 258
6.2 Digitale CMOS-IS ........................................................ 258
Inhalt 13

6.2.1 Kennwerte ................................................................. 259


6.2.2 Offene Eingänge ......................................................... 260
6.2.3 Fan-out .................................................................... 260
6.2.4 Eingangssignale ......................................................... 261
6.2.5 ParalleIschaltung ........................................................ 261
6.2.6 Interface für TTL-Schaltungen ......................................... 261
6.2.7 Eigenschaften ............................................................ 261
6.2.8 Grenzwerte ................................................................ 261
6.2.9 Betriebsspannung ....................................................... 262
6.2.10 Behandlung von CMOS-Schaltungen ................................ 262
6.3 Analoge (lineare) IS ..................................................... 263
6.3.1 Operationsverstärker ................................................... 263
6.3.2 IS für Rundfunk- und Fernsehempfänger ........................... 266

7 Bus-Funktionen .................................................................... 269


7.1 IS mit Tri-state-Ausgang ................................................ 269
7.2 Halbleiterspeicher ....................................................... 271
7.2.1 Schreib-Lese-Speicher .................................................. 272
7.2.2 Festspeicher .............................................................. 272
7.2.3 Programmierbarer Festspeicher ...................................... 273
7.2.4 Löschbares PROM ....................................................... 273
7.3 Ein-Ausgabe-Bausteine ................................................ 273

8 Sensoren ............................................................................ 276


8.1 Temperatursensoren .................................................... 276
8.2 Lichtsensoren ............................................................ 277
8.3 Druck- und Kraftmess-Sensoren ...................................... 281
8.4 Sensoren zur Erfassung mechanischer Größen ................... 284

9 Optoelektronische Bauelemente .............................................. 287


9.1 Fotowiderstand .......................................................... 287
9.2 Fotodiode ................................................................. 288
9.3 Fototransistor ............................................................ 289
9.4 Leuchtdioden ............................................................. 290
9.5 Optokoppler .............................................................. 294

10 SMD-Technik ....................................................................... 297


10.1 SMD-Widerstände ....................................................... 297
10.2 SMD-Kondensatoren .................................................... 299
10.3 SMD-Dioden und -Transistoren ....................................... 299
10.4 Integrierte SMD-Schaltungen ......................................... 301
14 Inhalt

11 Normen und Symbole ............................................................ 304


11.1 Kennzeichen für Veränderbarkeit .................................... 304
11.2 Widerstände .............................................................. 304
11.3 Spulen ..................................................................... 306
11.4 Kondensatoren ........................................................... 306
11.5 Halbleiterwiderstände .................................................. 307
11.6 Halbleiterdioden und Vierschichtelemente ........................ 307
11.7 Bipolare Transistoren ................................................... 308
11.8 Unipolare Transistoren ................................................. 309

C Messen an Bauelementen und Schaltungen .............................. 311

1 Was man beim Messen alles beachten muss ............................... 312


1.1 Messen der elektrischen Größen ..................................... 314
1.2 Sicherung des Messgeräts ............................................ 320

2 Basiswissen der Messtechnik mit dem Digitalmultimeter (DMM) ...... 322


2.1 Polarität bei Spannungsmessungen ................................. 323
2.2 Übungen .................................................................. 327
2.3 Polarität bei Strommessungen ....................................... 327
2.4 Messen von Gleich- oder Wechselgrößen .......................... 329
2.5 Welcher Messbereich soll gewählt werden? ....................... 330
2.6 Weitere Messfunktionen bei DMM ................................... 335
2.7 Innenwiderstandsverhältnis von Messobjekt und Messgerät .. 341
2.8 Messleitungen, Einfluss von Länge und Qualität ................. 342
2.9 Messgenauigkeit der Messinstrumente ............................ 345
2.10 Fehler im Messaufbau oder im Messobjekt ........................ 346

3 Messpraktikum mit DMM ........................................................ 348


3.1 Durch Widerstandsmessungen im Stromkreis Festzustellendes 348
3.2 Übungen .................................................................. 352
3.3 Schneller Komponententest ........................................... 352
3.4 Übungen .................................................................. 356
3.5 Funktionsprüfungen an Halbleiterbauelementen durch
Spannungsmessungen ................................................. 357

4 Messungen mit dem Oszilloskop .............................................. 362


4.1 Funktionsübersicht und Bedienelemente .......................... 362
4.2 Erzeugung der Zeitablenkung ......................................... 364
Inhalt 15

4.3 Triggerflanke und Triggerpegel ........................................ 365


4.4 Stabilität .................................................................. 366
4.5 Triggersignale ............................................................ 366
4.6 Ankopplung ............................................................... 367
4.7 Helltastung ............................................................... 368
4.8 Dehnung .................................................................. 368
4.9 Übungen .................................................................. 369

5 Messungen mithilfe des PC ..................................................... 373


5.1 Wie funktioniert ein PC-Oszilloskop? ................................ 374
5.2 DMM mit Computerschnittstelle ...................................... 375

6 Lösungen zu den Übungen ...................................................... 379

Teil 2 Aufbaustufe

A Analoge (lineare) Schaltungstechnik ......................................... 381

1 Definitionen und Grundbegriffe der Analogtechnik ....................... 382


1.1 Merkmale analoger Signalverarbeitung ............................. 382
1.2 Übertragungselemente der Analogtechnik ......................... 383
1.3 Funktionsdefinitionen .................................................. 383

2 Grundschaltungen ................................................................ 385


2.1 Spannungsteiler ......................................................... 385
2.2 Brückenschaltungen .................................................... 387
2.2.1 Messbrücken für ohmsche Widerstände ........................... 390
2.2.2 Kapazitäts- und Induktivitätsmessbrücken ........................ 392
2.2.3 Temperatur- und HF-Strom-Messbrücken ........................... 393
2.2.4 Dehnungs- und Druckmessbrücken ................................. 394
2.3 Phasenverschiebungsschaltungen .................................. 395
2.3.1 Phasenverschiebungsglieder ......................................... 395
2.3.2 Phasenbrücken .......................................................... 398
2.4 Frequenzabhängige Übertragungsglieder und Filter ............. 399
2.5 Übungen .................................................................. 402

3 Spannungs- und Stromversorgungsschaltungen ........................... 405


3.1 Gleichrichterschaltungen .............................................. 406
3.1.1 Einwegschaltung ......................................................... 407
16 Inhalt

3.1.2 Zweiwegschaltung ....................................................... 408


3.1.3 Zweiweg-Brückenschaltung ........................................... 409
3.1.4 Gesteuerter Gleichrichter .............................................. 410
3.2 Ladekondensator und Siebglieder ................................... 412
3.2.1 Ladekondensator ........................................................ 412
3.2.2 Siebglieder ............................................................... 413
3.3 Spannungsvervielfachung ............................................. 415
3.4 Begrenzer- und Stabilisierungsschaltungen ....................... 417
3.4.1 Diodenschaltungen ..................................................... 418
3.4.2 Z-Diodenschaltung ...................................................... 419
3.5 Elektronische Regler .................................................... 423
3.5.1 Funktionsmerkmale ..................................................... 424
3.5.2 Spannungsstabilisierung .............................................. 426
3.6 Übungen .................................................................. 433

4 Verstärkerschaltungen ........................................................... 436


4.1 Grundlagen der Verstärkertechnik ................................... 436
4.1.1 Das Dezibel als Maßeinheit der Verstärkung ...................... 437
4.1.2 Übertragungseigenschaften ........................................... 439
4.1.3 Verzerrungen, Klirrfaktor und Störsignale .......................... 443
4.1.4 Nullpunktdrift und Ausgangswerte .................................. 445
4.2 Verstärkergrundschaltungen .......................................... 446
4.2.1 Strom-, Spannungs- und Leistungsverstärkerstufe ............... 447
4.2.2 Erzeugung des Arbeitspunkts ......................................... 454
4.3 Verstärkerkopplungen .................................................. 455
4.3.1 Widerstandskopplung .................................................. 456
4.3.2 Direkte oder galvanische Kopplung ................................. 456
4.3.3 Kapazitive Kopplung .................................................... 457
4.3.4 Übertrager- und Bandfilterkopplung ................................ 457
4.4 Verstärkergegenkopplungen .......................................... 460
4.4.1 Thermische Beanspruchung ........................................... 465
4.4.2 Gegenkopplung über mehrere Stufen ............................... 467
4.5 Mehrstufige Verstärkergrundschaltungen .......................... 468
4.5.1 Differenzverstärker ...................................................... 469
4.5.2 Gegentaktverstärker .................................................... 472
4.5.3 Kaskadenverstärker ..................................................... 474
4.5.4 Kettenverstärker ......................................................... 475
4.6 Übungen .................................................................. 476
Inhalt 17

5 Schwingschaltungen ............................................................. 480


5.1 Mitkopplung .............................................................. 480
5.2 LC-Oszillator .............................................................. 481
5.3 RC-Oszilator ............................................................... 482
5.4 Quarzoszillatoren ........................................................ 485
5.5 Spannungsgesteuerter Oszillator (VCO) ............................ 486
5.6 Übungen .................................................................. 489

6 Modulator- und Demodulatorschaltungen ................................... 491


6.1 Amplitudenmodulation (AM) .......................................... 492
6.2 Demodulatorschaltungen für AM ..................................... 497
6.3 Frequenzmodulation (FM) ............................................. 499
6.4 Demodulatorschaltungen für FM ..................................... 501
6.5 Übungen .................................................................. 504

7 Integrierte Verstärker ............................................................. 506


7.1 Kennwerte des Operationsverstärkers .............................. 506
7.2 Grundschaltungen ....................................................... 511
7.3 Übungen .................................................................. 511

8 Aktive Filter ......................................................................... 517


8.1 Filter erster Ordnung .................................................... 517
8.2 Filter höherer Ordnung ................................................. 518

9 Analog-Digital-Wandler .......................................................... 521


9.1 Verfahren .................................................................. 521
9.2 Parallelverfahren ........................................................ 522
9.3 Wägeverfahren ........................................................... 523
9.4 Einsatz integrierter AD-Wandler ...................................... 524

10 Lösungen zu den Übungen ...................................................... 530

B Digitale Schaltungstechnik ........................................................ 535

1 Digitale Signale als Träger der Informationen .............................. 536


1.1 Das digital-binäre System ............................................. 536
1.2 Vergleich von digitaler und analoger Signalverarbeitung ....... 537
1.2.1 Leistung und Wirkungsgrad ........................................... 537
1.2.2 Betriebssicherheit und Stabilität ..................................... 538
1.2.3 Genauigkeit ............................................................... 539
18 Inhalt

2 Funktionen der Bauelemente in digitalen Schaltungen ................... 540


2.1 Elektrische Funktion eines Schalters ................................ 541
2.2 Diode als Schalter ....................................................... 541
2.3 Transistor als Schalter .................................................. 543
2.4 Definition der Schaltzeiten ............................................ 546
2.5 Emitterschaltung im Schalterbetrieb ................................ 548
2.6 Kollektorschaltung im Schalterbetrieb .............................. 549
2.7 Transistorschalter bei induktiver und kapazitiver Last .......... 550
2.8 Übertragung, Klammerung und Begrenzung digitaler Signale 554
2.8.1 Kapazitive Kopplung .................................................... 554
2.8.2 Kompensierter Spannungsteiler ...................................... 555
2.8.3 Klammer- und Begrenzerschaltungen ............................... 556
2.9 Übungen .................................................................. 558
2.10 Kennwerte von TTL-ICs .................................................. 560
2.11 Kennwerte von CMOS-ICs .............................................. 563

3 Logische Grundschaltungen .................................................... 565


3.1 Negation (NICHT-Verknüpfung) ....................................... 566
3.2 Konjunktion (UND-Verknüpfung) ..................................... 568
3.3 Disjunktion (ODER-Verknüpfung) ..................................... 569
3.4 NAND-Verknüpfung ..................................................... 571
3.5 NOR-Verknüpfung ....................................................... 573
3.6 ANTIVALENZ-Verknüpfung ............................................. 574
3.7 ÄQUIVALENZ-Verknüpfung ............................................. 575
3.8 Übungen .................................................................. 576

4 Logische Schaltnetze ............................................................. 579


4.1 Prioritätsencoder ........................................................ 579
4.2 Multiplexer (Datenselektor) ........................................... 580
4.3 Demultiplexer (Decoder) ............................................... 582
4.4 Vergleicher ................................................................ 583
4.5 Komplementierer ........................................................ 586
4.6 Volladdierer ............................................................... 587
4.7 Arithmetisch-logische Einheit (ALU) ................................. 593

5 Kippstufen, Speicherschaltungen ............................................. 597


5.1 Gliederung und Funktion .............................................. 597
5.2 Integrierte Kippschaltungen und Taktgeneratoren ................ 599
5.2.1 RS- oder Basis-Flipflop ................................................. 599
5.2.2 Positiv-flankengetriggertes Flipflop .................................. 600
5.2.3 Negativ-flankengesteuertes Flipflop ................................. 602
Inhalt 19

5.2.4 Pulsgetriggertes Flipflop (Master-Slave) ............................ 603


5.2.5 Monoflop .................................................................. 604
5.2.6 Schmitt-Trigger ........................................................... 605
5.3 Übungen .................................................................. 606

6 Schaltwerke ........................................................................ 608


6.1 Betriebsarten ............................................................. 608
6.1.1 Synchrone Steuerung ................................................... 608
6.1.2 Asynchrone Steuerung ................................................. 608
6.2 Taktgenerator ............................................................. 609
6.3 Zähler und Frequenzteiler ............................................. 609
6.4 Ringzähler ................................................................. 614
6.5 Schieberegister .......................................................... 616
6.6 Rechenelemente ......................................................... 619
6.7 Übungen .................................................................. 623

7 Codes und Code-Umsetzer ...................................................... 624


7.1 Code-Umsetzer ........................................................... 625
7.1.1 BCD-zu-Dezimal-Decodierer ........................................... 626
7.1.2 Excess-3-zu-Dezimal-Decodierer ..................................... 626
7.1.3 BCD-zu-Siebensegment-Decodierer ................................. 628
7.2 Paritätsgenerator, Paritätsprüfer ..................................... 630

8 Digital-Analog-Umsetzer (DAU) ................................................ 632


8.1 Stromsummierer ......................................................... 632
8.2 Widerstandskettenleiter ............................................... 636
8.3 DAU mit elektronischen Schaltelementen .......................... 637
8.4 Einchip-DAU .............................................................. 640
8.5 Übungen .................................................................. 644

9 Digitale Filter ....................................................................... 646


9.1 A-D- und D-A-Umsetzung .............................................. 646
9.2 Grundaufbau ............................................................. 647
9.3 IC-Beispiel ................................................................. 648

10 KV-Diagramme zur Erstellung von Schaltnetzen ............................ 652


10.1 Das KV-Diagramm ....................................................... 652
10.2 Beispiel mit drei Variablen ............................................ 653
10.3 Bausteinauswahl ........................................................ 655
10.4 Beispiel mit fünf Variablen ............................................ 656

11 Lösungen zu den Übungen ...................................................... 659


20 Inhalt

C Mikroprozessor- und Computer-Schaltungstechnik ....................... 665

1 Was sind Bus-Leitungen und Bus-Systeme? ................................. 667


1.1 Mögliche schaltungstechnische Lösungen ......................... 669
1.2 Beispiel für eine Programminstruktion ............................. 671
1.3 Blockschaltbild eines Speicherbausteins .......................... 673

2 Aufbau des Computers und der MPU ......................................... 675


2.1 Einige Prozessoren ...................................................... 675
2.2 16-bit-MPU ................................................................ 676
2.3 Eingehendere Erläuterung einiger Anschlussfunktionen ........ 681

3 Was sind Befehle und Adressierungen? ...................................... 685


3.1 Code-Informationen ..................................................... 685
3.2 Befehlsaufbau ........................................................... 685

4 Wie werden Befehle und Unterbrechungen zeitlich gesteuert? ......... 691


4.1 Arbeitsgeschwindigkeit ................................................ 691
4.2 Operationszyklen ........................................................ 691

5 Mikroprozessorgesteuerte Halbleiterspeicher .............................. 699


5.1 Speicherkenngrößen ................................................... 699
5.2 Schreib-Lese-Speicher .................................................. 700
5.2.1 Statische Speicher ...................................................... 700
5.2.2 Dynamische Speicher ................................................... 703
5.3 Festwertspeicher ........................................................ 704
5.4 Wie werden Speicherbausteine an die MPU angeschlossen? .. 707

6 Arbeiten mit Ein-/Ausgabe-Bausteinen ...................................... 716


6.1 Einfache Ein-/Ausgabe-Funktion ..................................... 719
6.2 Programmierbare Ein-/Ausgabe-Funktion .......................... 721
6.3 Einchip-Speicher und Ein-/Ausgabe-Funktion ..................... 724
6.4 Programmierbarer Serienschnittstellen-Baustein ................ 731
6.5 Programmierbarer Tastatur- und Anzeigebaustein ............... 736
6.6 Programmierbarer Zeitgeberbaustein ............................... 741

7 Bildschirmsteuerung ............................................................. 746


7.1 Monochrome Bildschirmsteuerung .................................. 746
7.2 Farb-Bildschirmsteuerung ............................................. 751
7.3 Grafik-Bildschirmsteuerung ........................................... 757
Inhalt 21

8 Erstellen und Prüfen von Programmen ....................................... 760


8.1 Programmbeispiele ..................................................... 763
8.1.1 Addition ................................................................... 763
8.1.2 Speicherplätze löschen ................................................ 765
8.2 Assemblierung mit Computer-Entwicklungssystem .............. 767
8.2.1 Befehls-Syntax des Primärprogramms .............................. 767
8.2.2 Pseudo-Befehle .......................................................... 768
8.3 Debugger .................................................................. 770

Teil 3: Fachstufe

A Energie- bzw. Leistungs-elektronik ........................................... 773

1 Einsatzbereiche und Gliederung ............................................... 775


1.1 Stromrichter-Betriebsarten ............................................ 775
1.2 Stromrichter-Funktionsgruppen ...................................... 776

2 Halbleiterventile ................................................................... 779


2.1 Dioden ..................................................................... 779
2.2 Thyristoren ................................................................ 781
2.3 Triac ........................................................................ 784
2.4 Selengleichrichter ....................................................... 787
2.5 Reihen- und Parallelschaltungen von Ventilen .................... 789

3 Stromrichterschaltungen ........................................................ 791


3.1 Gleichrichterschaltungen .............................................. 791
3.1.1 Brückenschaltungen .................................................... 792
3.1.2 Spannungs- und Stromglättung ...................................... 795
3.2 Wechselrichter ........................................................... 798
3.2.1 Selbstgelöschte Wechselrichter ...................................... 799
3.2.2 Lastgelöschte Wechselrichter ......................................... 800
3.3 Umrichter .................................................................. 802
3.4 Gleichspannungssteller ................................................ 803
3.5 Wechsel- und Drehstromsteller ....................................... 805
3.6 Steuerschaltungen und Taktgeneratoren ........................... 807

4 Schutz- und Hilfseinrichtungen ................................................ 812


4.1 Überspannung- und Überstrom-Schutzschaltungen ............. 812
4.2 Schutz vor Netzrückwirkungen ........................................ 815
4.3 Funk-Entstörung ......................................................... 818
22 Inhalt

5 Stromversorgungsschaltungen ................................................. 820


5.1 Lade- und Puffergeräte ................................................. 820
5.2 Notstromgeräte für Wechselstrom ................................... 824
5.3 Elektronisch geregelte Gleichstrom-Versorgungsschaltungen 825

6 Anwendungsbeispiele mit integrierten Steuer- und Regelfunktionen 829


6.1 Sensorbedienbarer Treppenlicht-Zeitschalter ..................... 829
6.2 Nullspannungsschalter ................................................. 833
6.3 Phasenanschnittsteuerung ............................................ 835
6.4 Weitere Anwendungsbeispiele für integrierte Steuer- und
Regelbausteine .......................................................... 840

7 Antriebssteuerungen und Antriebsregelungen ............................. 843


7.1 Drehzahlregelung mit Impulssteuerung ............................ 843
7.2 Drehzahlregelung mit Sägezahnsteuerung ......................... 844
7.3 Motorsteuerungen mit SPS ............................................ 846
7.4 Wechselrichterbetrieb für Gleichstromantriebe ................... 851
7.5 Getaktete Endstufen .................................................... 856

8 Drehstrom-Servoantriebe mit modularen Regelverstärkersystemen .. 859


8.1 Versorgungsmodul ...................................................... 860
8.2 Verstärkermodul ......................................................... 863
8.3 Drehstrom-Servomotor ................................................. 865
8.4 Netzanschluss für AC-Antriebe ........................................ 866

9 Anwendungsbeispiele für Wechselrichter in der Photovoltaik .......... 868


9.1 Schaltungsübersicht und Teilschaltungen .......................... 868
9.2 Dreiphasige Einspeisung .............................................. 868
9.3 „Multi-String“-Netzkopplung .......................................... 871

Teil B Nachrichtentechnik ............................................................ 873

1 Übersicht ............................................................................ 875


1.1 Fernseh- und Rundfunktechnik ....................................... 877
1.2 Fernsprechsysteme ..................................................... 877
1.3 Bildschirmtext (Btx) ..................................................... 877
1.4 Datentechnik, sprachgesteuert ....................................... 879
1.5 Funktechnik ............................................................... 880
1.6 Verkehrs- und mobile Informationstechnik ........................ 881
1.7 Übertragungstechnik ................................................... 881
Inhalt 23

2 Grundlagen der Nachrichten- und Übertragungstechnik ................. 882


2.1 Schwingungen und ihre Übertragungseigenschaften ............ 883
2.1.1 Lange Wellen ............................................................. 888
2.1.2 Mittlere Wellen ........................................................... 888
2.1.3 Kurze Wellen .............................................................. 888
2.1.4 Ultrakurze Wellen ........................................................ 890
2.2 Kabel und Glasfaserleitungen ........................................ 891
2.2.1 Doppeladerkabel ........................................................ 892
2.2.2 Koaxialkabel .............................................................. 894
2.2.3 Lichtwellenleiter (LWL) ................................................. 895
2.3 Sende- und Empfangsantennen ...................................... 898
2.3.1 Sendeantennen .......................................................... 898
2.3.2 Richtfunkantennen als Relaisstationen ............................. 903
2.3.3 Empfangsantennen ..................................................... 903
2.4 Verstärkung, Dämpfung, Anpassung ................................ 906
2.5 Modulation und Demolulation ........................................ 908
2.6 Sender ..................................................................... 913

3 Fernsprech-Vermittlungstechnik ............................................... 914


3.1 Koppelnetze .............................................................. 915
3.2 Teilnehmeranschlusssystem im Fernsprechnetz .................. 918
3.3 Netzstrukturen ........................................................... 923
3.4 Digitales Ortsnetz ....................................................... 925
3.5 Fernvermittlungstechnik ............................................... 926
3.6 Internationale Fernvermittlungstechnik ............................ 927
3.7 Signalisierung im Fernverkehr ........................................ 931
3.8 Gebührenerfassung ..................................................... 935
3.9 Dämpfungsplan .......................................................... 936

4 Digitales Vermittlungssystem (ISDN) ......................................... 938


4.1 Systemstruktur ........................................................... 938
4.2 Verteilte Steuerung ...................................................... 942
4.3 Digital-Koppelnetz ...................................................... 944
4.4 Anschlussmodule ....................................................... 946
4.5 Softwarestruktur ......................................................... 948
4.6 Systemverfügbarkeit .................................................... 950
4.7 Analog-Teilnehmersatz ................................................. 950
4.8 Analog-Verbindungssatz ............................................... 955
4.9 Digitaler Verbindungssatz ............................................. 959
4.10 Koppelnetz-Baustein ................................................... 961
24 Inhalt

5 Richtfunksysteme ................................................................. 969


5.1 Analoges Richtfunksystem ............................................ 969
5.2 Digitales Richtfunksystem ............................................. 970

6 Satellitensysteme ................................................................. 977


6.1 Funktionsübersicht ...................................................... 977
6.2 Digitales Vermittlungssystem ......................................... 979
6.3 Technik des Satellitenempfangs ..................................... 980

C Regelungstechnik ................................................................. 993

1 Regelungstechnische Grundlagen ............................................. 995


1.1 Regelungstechnische Grundbegriffe ................................. 996
1.2 Regelkreis im Blockschema ......................................... 1000
1.3 Regelverstärker ........................................................ 1001

2 Regeln und Steuern ............................................................. 1009


2.1 Beispiele ................................................................ 1009
2.2 Funktionsschema ...................................................... 1012

3 Zeitverhalten von Regelkreisen .............................................. 1015


3.1 Proportionalglied ...................................................... 1016
3.2 Totzeitglied ............................................................. 1019
3.3 Integrierglied ........................................................... 1020
3.4 Differenzierglied ....................................................... 1021
3.5 Summierungsstelle ................................................... 1021
3.6 Kennlinienglied ........................................................ 1022
3.7 Multiplikatives Glied .................................................. 1023
3.8 PI-Regler ................................................................. 1023
3.9 PID-Regler ............................................................... 1025
3.10 Regelung nichtlinearer Strecken .................................... 1028

4 Nachlaufsynchronisation ...................................................... 1032


4.1 Abtast-Halteglied ...................................................... 1033
4.2 Synchrongleichrichter ................................................ 1034
4.3 Frequenzempfindlicher Phasendetektor .......................... 1036
4.4 Phasendetektor mit erweitertem Messbereich .................. 1038
4.5 Frequenzvervielfacher mit PLL ...................................... 1039
Inhalt 25

5 Sensoren .......................................................................... 1041


5.1 Schutzarten und Einsatzbeanspruchung ......................... 1042
5.2 Induktiver Wegsensor ................................................ 1043
5.3 Drehzahlsensor ........................................................ 1045
5.4 Kraftsensor ............................................................. 1047
5.5 Absolutdrucksensor .................................................. 1049
5.6 Gabelkoppler ........................................................... 1051
5.7 Reflexkoppler ........................................................... 1052
5.8 Inkrementale Drehgeber ............................................. 1056

6 Robotersteuerung und -regelung ............................................ 1059


6.1 Mechanische Grundlagen ............................................ 1059
6.2 Steuerung und Bedienung ........................................... 1060

7 Anwendungsbeispiele und Anwendungsschaltungen ................... 1063


7.1 Spannungsregler ...................................................... 1063
7.2 Nachlaufregelung mit P-, I- und D-Regler ......................... 1073
7.3 Drehzahlregelung mit Blockierschutz ............................. 1078
7.4 Nachlaufsteuerung für mechanische Stelleinrichtungen ...... 1080
7.5 Zweipunkt-Temperaturregelung .................................... 1082
7.6 Regelschaltung für die Vertonung .................................. 1083
7.7 Digitalservo ............................................................. 1086
7.8 SPS- und Mikrocomputer-Regelungen ............................ 1088
7.9 Regelverstärker für Drehstrom-Servoantriebe ................... 1092
7.10 Fuzzy-Control ........................................................... 1094

D Steuerungstechnik .............................................................. 1097

1 Grundlagen und Systemübersicht ........................................... 1099


1.1 Grundlagen ............................................................. 1099
1.2 Systemübersicht ....................................................... 1101
1.3 Gesteuerte Verbraucher und Geräte ............................... 1103
1.4 Steuereinrichtungen .................................................. 1106

2 Analoge Steuerungen .......................................................... 1111


2.1 Stabilisierungsschaltungen für Strom und Spannung ......... 1111
2.2 Verstärkerschaltung ................................................... 1119
2.3 Steuerschaltung für Gleichstrommotor ........................... 1120
2.4 Nachlaufsteuerung .................................................... 1122
26 Inhalt

2.5 Frequenz- und Drehzahlmessung .................................. 1124


2.6 Impulsbreiten-Steuerung für Gleichstromlast ................... 1128

3 Digitale Steuerungen ........................................................... 1131


3.1 Normierschaltung ..................................................... 1131
3.2 Sicherheitsschaltung ................................................. 1132
3.3 Führungssteuerung ................................................... 1132
3.4 Drehrichtungssteuerung ............................................. 1133
3.5 Digitale Drehzahlsteuerung für einen Gleichstrommotor ..... 1134
3.6 Steuerschaltung für einen Schlittenantrieb ...................... 1136
3.7 Drehzahlmesser ....................................................... 1137
3.8 Umdrehungswächter .................................................. 1138
3.9 Erstlingsmelder ........................................................ 1140
3.10 Prüfschaltung für Schaltnetze ....................................... 1142
3.11 Druckgussautomat .................................................... 1145
3.12 Hydraulische Presse .................................................. 1147
3.13 Digitaler Phasenschieber ............................................ 1151

4 Speicherprogrammierbare Steuerungen ................................... 1157


4.1 Wie arbeiten speicherprogrammierbare Steuerungen? ........ 1158
4.2 Programmsteuerung der SPS ....................................... 1158
4.3 Programmieren von logischen Verknüpfungen .................. 1162
4.4 Programmieren von Speicherfunktionen ......................... 1163
4.5 Zeit- und Zähloperationen ........................................... 1165
4.6 Sprunganweisungen .................................................. 1167
4.7 Lade-Sofort-Anweisung .............................................. 1169
4.8 Flankenerkennung .................................................... 1170
4.9 Anwendungsbeispiele ................................................ 1172

5 Mikrocomputer-Steuerungen ................................................. 1178


5.1 Steuerung einer Modell-Verkehrsanlage .......................... 1178
5.2 Schrittmotorsteuerung ............................................... 1182
5.3 Schnittstelle für Steuerungsmodelle .............................. 1189

6 Roboter-Controller .............................................................. 1195


6.1 Steuerungssysteme ................................................... 1195
6.2 Sensor-Datenverarbeitung ........................................... 1196
6.3 Anwendungsbereiche von RC-Systemen .......................... 1198
Teil B Nachrichtentechnik
874
875

1 Übersicht
Kommunikationstechnik im weitesten Sinne bedeutet „Senden – Übertragen –
Empfangen“ (Abb. 1.1).
Sende- und Empfangs-Endgeräte sind in der Regel identisch und von vielfacher
Funktion und Anwendung. Ein Telefongespräch erfordert z. B. Telefonapparate als
Sende- und Empfangsgerät. Ein Telex erfordert einen Fernschreiber und eine Tele-
kopie einen Fernkopierer auf beiden Seiten. Sender und Empfänger werden je nach
Entfernung und Standort durch die vielfältigsten Vermittlungseinrichtungen mit-
einander verbunden.
Eine interne Vermittlung zweier Gesprächspartner erfolgt über ein hauseigenes Ver-
mittlungsnetz in Form eines Koppelfelds in einer eIektronischen Wählanlage
(Abb. 1.2).
Eine Fernverbindung erfordert neben der internen Vermittlung noch weitere Ver-
mittlungsstellen im Nachrichtennetz der entsprechenden Gesellschaft (Abb. 1.3).
Diese Vermittlungsstellen oder Knotenpunkte sind im öffentlichen Netz nach
Zonen und Gruppen eingeteilt. Das Ferngespräch gelangt über die Hausvermittlung
in die Ortsvermittlung und über regionale Vermittlungsstellen zu den länderüber-
greifenden Vermittlungseinrichtungen.
Die Vermittlungsstellen arbeiten vollelektronisch und damit vollautomatisch. Die
Wegefindung erfolgt durch die in der Fernsprechnummer enthaltenen Kennziffern
für die einzelnen Vermittlungsstellen.

Abb. 1.1: Kommu-


nikationsweg

Abb. 1.2: Hausinterne Vermittlung

Abb. 1.3: Fernver-


mittlung
876 1 Übersicht

Abb. 1.4: Übertragungsarten

Abb. 1.5: Vermittlung und Übertragung eines Telefongesprächs nach Übersee

Die Informationen werden durch die verschiedensten Übertragungssysteme


(Abb. 1.4) weitergeleitet.
So erfolgt die hausinterne sowie die Orts- und Regional-Übertragung über Draht-
kabel bzw. Leitungen, die Fernvermittlung über Draht- oder Glasfaserkabel und
über Richtfunkstrecken. Die Überseeübertragung erfolgt über Hochfrequenzsen-
der- und -empfänger sowie über Satelliten. Die Übertragungsart ist weitgehend von
der Entfernung, der geographischen Lage und der Übertragungsdichte abhängig.
Hauptträger der Nachrichten- und Datenübermittlung ist das Telefon bzw. der
standardisierte Telefonanschluss. Rund 500 Mio. installierte Anschlüsse, 18 Mio.
Fernsprech-Nebenanlagen, 200.000 Ortsvermittlungen, 30.000 Fernvermittlungen,
3 Mrd. Sprechkreiskilometer, 40 Nachrichtensatelliten mit etwa 350 Erdfunkstellen
bilden das weltweite Kommunikationsnetz.
Das Beispiel von Abb. 1.5 zeigt die Vermittlung und Übertragung bei einer Nach-
richtenverbindung von Stuttgart nach Chicago. Über die Haus-, Orts- und Fernver-
mittlung wird die Verbindung über Kabel hergestellt. Darin folgt eine Richtfunkver-
bindung und von Kontinent zu Kontinent die Satelliten- oder wahlweise die Seeka-
belverbindung. Eine Kopfstation verteilt die Überseenachricht an das dortige Län-
dernetz.
Die neuen Fernsprechsysteme sind so ausgelegt, dass die Einbeziehung neuer Kom-
munikationsformen möglich ist. Das Integrationszentrum bleibt hierbei die haus-
1.3 Bildschirmtext (Btx) 877

interne Fernsprech-Nebenstellenanlage. Diese dezentrale Anordnung von Endgerä-


ten unterschiedlicher Telekommunikationsmedien und der Aufbau eines Netzes für
die unternehmensinterne und -externe Kommunikation erfordern einen zentralen
Punkt, der alle Terminals miteinander verbindet. Für diese Aufgabe ist die Fern-
sprech-Nebenstellenanlage besonders geeignet. Ihr Zugang zu den unterschied-
lichen öffentlichen Netzen macht sie dabei zu einer Fernmeldeanlage, die alle Fern-
meldedienste voll integriert.
In Abb. 1.6 sehen Sie eine Gesamtübersicht über die in der Kommunikationstechnik
zur Anwendung kommenden Sende- und Empfangs-Endgeräte sowie die Vermitt-
lungs- und Übertragungsfunktionen (vgl. Abb. 1.1, Kommunikationsweg). Aus der
Vielzahl der Anwendungsbereiche ist nachfolgend eine Beschreibung in Stichwor-
ten gegeben:

1.1 Fernseh- und Rundfunktechnik


Sender: Studio- und Videokameras, Rundfunk- und Fernseh-Übertragungs-
wagen
Empfänger: Fernsehgeräte, Videorecorder, Rundfunkgeräte, Kassettenrecorder,
HiFi-Geräte

1.2 Fernsprechsysteme
Über diese kann man sprechen, hören, sehen, schreiben, fernkopieren und Daten
übertragen.
Telefax: Fernkopieren über Telefon
Teletex: Einst die schnelle Art, einen Brief zu verschicken. Diese Empfangs-
und Sendegeräte verbanden die Leistung einer modernen Speicher-
schreibmaschine mit der eines Fernschreibers.

1.3 Bildschirmtext (Btx)


Btx verbindet Telefon- und Fernsehtechnik zu einem Medium. Der Benutzer kann
über seine Sende- und Empfangsstation nicht nur Daten abfragen, sondern auch
Aufträge erteilen. Computerdialoge eröffnen privaten oder gewerblichen Nutzern
den Weg zur modernen Datenverarbeitung.
878 1 Übersicht

Abb. 1.6: Übersicht über Sende- und Empfangsgeräte, Systeme sowie Vermittlungs- und
Übertragungstechnik

Ein dialogfähiges Btx-System besteht aus einem Bildschirm, aus einer Tastatur für
Ziffern und Buchstaben und einem Drucker zur Dokumentierung der empfange-
nen Informationen. Kommerzielle Btx-Systeme bestehen aus hochauflösenden
Farbdaten-Sichtgeräten, Editiertastaturen, Personalcomputern, Laufwerken, Grafik-
tabletts und Druckern.
1.4 Datentechnik, sprachgesteuert 879

1.4 Datentechnik, sprachgesteuert


Im öffentlichen Telefonnetz sind Computer gefragt, die eine direkte Sprachübertra-
gung ermöglichen. Zur Spracherkennung untersucht der Computer das Sprachsignal
in einer Analysiereinheit auf sein Frequenzspektrum und andere charakteristische
Merkmale. Der aus den Daten gewonnene Code wird dann mit allen gespeicherten
Sprachmustern als Referenz verglichen. Diese Vergleichsmuster bilden den „Wort-
880 1 Übersicht

Abb. 1.7: Sprach-


signalerzeugung:
phonetisch und
elektronisch

schatz-Klassifikator“, der in einer Lernhase des Spracherkennungssystems erst


gebildet wird. Die Sprachausgabe erfolgt mit halbsynthetischer Stimme. Halbsyn-
thetisch heißt, dass sich der Computer einer menschlichen Stimme bedient
(Abb. 1.7), die einmal alle Wörter, die im Aussagetext vorkommen sollen, gespro-
chen hat. Daraus werden dann Steuerdaten für einen Sprachsynthetisator berech-
net, eine Art elektronischer Mund. Dieser Sprachsynthetisator verfügt über eine
Quelle, die ähnliche Signale wie der menschliche Kehlkopf erzeugen kann. Zusätz-
lich bildet ein steuerbares Filtersystem die Schalleigenschaften des Mundes nach. So
hört sich der Computer nahezu menschlich an.
Will man große Textmengen – z. B. von einer Datenbank – abfragen, wird es
unmöglich sein, vorher jeden einzelnen Begriff des Wortschatzes von einem Men-
schen sprechen zu lassen. Deshalb muss man sich in diesem Fall der vollsyntheti-
schen Sprache bedienen. Hierbei werden aus geschriebenen Texten Sprachsignale
geformt, wobei linguistische und phonetische Regeln eingesetzt werden, die der
Sprachausgabe exakte Hinweise für die Aussprache geben, sodass z. B. selbst der
Begriff „Blumentopferde“ richtig ausgesprochen wird.

1.5 Funktechnik
Das Angebot umfasst z. B. Sprechfunkanlagen, Kraftfahrzeugfunk, Handsprech-
funk, Funkalarmsysteme und Personenrufanlagen. Drahtlose digitale Ruf- und
Informationssysteme können von jedem Fernsprechapparat einer Telefon-Neben-
stellenanlage erreicht werden.
Die Funksysteme eignen sich auch für den Dialog zwischen Mensch und Maschine.
Beim Ausfall von Maschinen oder Anlageteilen werden codierte Funktelegramme
ausgesendet, die den Träger eines Empfangsgeräts alarmieren und ihm Art und Ort
der Störung mitteilen. Je nach Empfängerart ist auch ein Sprachdialog mit der Zen-
trale möglich.
1.7 Übertragungstechnik 881

1.6 Verkehrs- und mobile Informationstechnik


Dazu gehören das Autoradio für den Verkehrsfunk, Autofahr- und Leitsysteme,
Informationssysteme und der elektronische Verkehrslotse.
Das Autoradio entwickelt sich immer mehr zum intelligenten Terminal. Es identifi-
ziert Sender und zeigt sie digital an. In einem Speicher sind alle Kenndaten der Ver-
kehrssender gespeichert. Dies sind bis zu 1000 Daten.
Navigationsgeräte sind die modernste Form der mobilen Informationstechnik.

1.7 Übertragungstechnik
Zur Übertragungstechnik gehören Vermittlungssysteme, Multiplexgeräte, Fernmel-
deanlagen, Richtfunksysteme, Sender, Erdefunkstellen und Satelliten.
882

2 Grundlagen der Nachrichten-


und Übertragungstechnik
In der Übertragungstechnik vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel durch die Digi-
talisierung des Nachrichtennetzes und den Einsatz breitbandiger Netze zur Ver-
wirklichung neuer Teilnehmerdienste. Digitale Vermittlungssysteme führen zum
Zusammenwachsen vermittlungstechnischer und übertragungstechnischer Funk-
tionen, die bisher völlig getrennt waren.
Obwohl die optische Nachrichtenübertragung sich rasch entwickelte und dort, wo
neue Kabel installiert sind, bereits Kosten- und Qualitätsvorteile bietet, werden
sowohl Kupfer-Doppelkabel (vgl. Abb. 1.6) als auch Kupfer-Koaxialkabel, die welt-
weit schon in großer Menge verlegt sind, noch für viele Jahre weiter vorherrschen.
Viele dieser Kabel sind nicht mit Trägerfrequenzsystemen ausgerüstet und bieten
sich daher für eine Nutzung mit Pulscodemodulations-Übertragungssystemen
(PCM) unterschiedlicher Übertragungsgeschwindigkeiten an. Solche Systeme wer-
den im Bereich von Zehnkanaleinrichtungen mit 0,7 Mbit/s für dünn besiedelte
Gebiete und mit 56 Mbit/s für als Hochgeschwindigkeitssysteme über Koaxialkabel
eingesetzt.
Bei neu einzurichtenden Strecken werden in zunehmendem Maße Koaxialkabel-
Übertragungssysteme durch Systeme der optischen Nachrichtentechnik abgelöst.
Wobei nicht abzusehen ist, ob die optischen Multimoden- oder die Monomoden-
technik zum Standard wird. Mit Monomodenfasern erreicht man die höchste Über-
tragungskapazität (565 Mbit/s und darüber). Unter 140 Mbit/s hat das Multimo-
densystem Vorteile.
Richtfunk-Übertragungssysteme mit ihren besonderen Vorteilen und Anwendungs-
gebieten werden wohl durch die Einführung der optischen Nachrichtentechnik
nicht berührt werden. Auch hier ist die Digitalisierung vorangeschritten. Durch
Einführung verbesserter Modulationsverfahren wird die Kapazität der Systeme
noch gesteigert.
In integrierten Nachrichtennetzen wird sich die Übertragungstechnik vor allem auf
Glasfaserkabel stützen. Richtfunk- und Satellitenstrecken sind nur für große Entfer-
nungen ökonomische Übertragungswege.
2.1 Schwingungen und ihre Übertragungseigenschaften 883

2.1 Schwingungen und ihre


Übertragungseigenschaften
Die von den Sendern ausgestrahlten elektromagnetischen Wellen sind verschieden
lang. Lange Wellen haben eine niedrigere Frequenz, d. h., sie schwingen langsamer,
sie machen in einer Sekunde weniger Schwingungen als kurze Wellen. Aber alle
elektromagnetischen Schwingungen haben die gleiche Ausbreitungs- oder Fort-
pflanzungsgeschwindigkeit. Lichtwellen, Wärmewellen, Sendewellen legen in einer
Sekunde einen Weg von 300.000 km im Vakuum zurück, d. h., sie haben dort eine
Geschwindigkeit von 300.000 km/s.
Da die einzelnen Wellen verschieden schnell schwingen – bei gleicher Fortpflan-
zungsgeschwindigkeit (300.000 km/s) –, besteht zwischen Wellenlänge und Fre-
quenz ein Zusammenhang (Abb. 2.1):
Wegstrecke pro Sekunde
Frequenz =
Wellenlänge
300.000 km/s
f in Hz =
Wellenlänge in km
Entsprechend kann bei gegebener Frequenz die Wellenlänge bestimmt werden:

Abb. 2.1: Zusam-


menhang zwischen
Frequenz und Wel-
lenlänge
884 2 Grundlagen der Nachrichten- und Übertragungstechnik

300.000 km/s
Wellenlänge in km =
f in Hz
Sender strahlen grundsätzlich hochfrequente Wellen ab, wegen besserer Übertra-
gungseigenschaften.
Rundfunkwellen haben Frequenzen zwischen 150 kHz und 300 MHz und dement-
sprechend Wellenlängen von etwa 2000 m bis 1 m. Die Abhängigkeit der Wellen-
länge von der Frequenz ist für die Hochfrequenztechnik in Tabelle 2.1 zusammen-
gestellt.

Tabelle 2.1: Wellenlänge und Frequenz hochfrequenter Schwingungen (für 1 Milliarde Hz


setzt man 1 Gigahertz, abgekürzt GHz)

Wellenlänge Frequenz
30 km 10.000 Hz = 10 kHz
10 km 30.000 Hz = 30 kHz
6000 m 50.000 Hz = 50 kHz
3000 m 100.000 Hz = 100 kHz
1000 m 300.000 Hz = 300 kHz
600 m 500.000 Hz = 500 kHz
300 m 1 Mio. Hz = 1000 kHz = 1 MHz
300 m 3 Mio. Hz = 3000 kHz = 3 MHz
60 m 5 Mio. = 5 MHz
30 m 10 Mio. Hz = 10 MHz
10 m 30 Mio. Hz = 30 MHz
6m 50 Mio. Hz = 50 MHz
3m 100 Mio. Hz = 100 MHz
1m 300 Mio. Hz = 300 MHz
60 cm 500 Mio. Hz = 500 MHz
30 cm 1 Mrd. Hz = 1000 MHz = 1 GHz
10 cm 3 Mrd. Hz = 3000 MHz = 3 GHz
6 cm 5 Mrd. Hz = 5 GHz
3 cm 10 Mrd. Hz = 10 GHz
1 cm 30 Mrd. Hz = 30 GHz
6 mm 50 Mrd. Hz = 50 GHz
3 mm 100 Mrd. Hz = 100 GHz
1 mm 300 Mrd. Hz = 300 GHz
6 mm 500 Mrd. Hz = 500 GHz
3 mm 1 Bio. Hz = 1000 GHz
1 mm 3 Bio. Hz = 3000 GHz
2.1 Schwingungen und ihre Übertragungseigenschaften 885

Tabelle 2.2: Bereiche der Rundfunkwellen

Bezeichnung Wellenlänge Frequenz


Langwellen 2000 m bis 1000 m 150 kHz bis 300 kHz
Mittelwellen 600 m bis 200 m 500 kHz bis 1500 kHz
Kurzwellen 60 m bis 10 m 5 MHz bis 30 MHz
Ultrakurzwellen 10 m bis 1 m 30 MHz bis 300 MHz

Die Einteilung der Rundfunkwellen, deren Bezeichnungen sowie Bereiche (Fre-


quenzabstand) ist in Tabelle 2.2 zusammengefasst. Wie viele Sender in den jeweili-
gen Frequenzbändern arbeiten können oder dürfen, ist durch die Übertragungs-
bandbreite festgelegt. Im Mittelwellenbereich beträgt die Bandbreite 9 kHz. Im
Kurzwellenbereich stehen als Bandbreite 10 kHz zur Verfügung.
Jeder Sender strahlt eine bestimmte hochfrequente Trägerfrequenz aus. Die zu
übertragenden niederfrequenten Schallwellen (Wörter, Musik, Geräusche) werden
dieser Trägerfrequenz mitgegeben, d. h. aufmoduliert (vgl. Abb. 2.2).

Abb. 2.2: Ausstrahlung von Wellen


a) Trägerfrequenz (TF)
b) Niederfrequenz (NF)
c) Amplitudenmodulation (AM)
886 2 Grundlagen der Nachrichten- und Übertragungstechnik

Abb. 2.3: Träger-


frequenzband
a) Seitenbänder
b) Kanalabstände

Dazu müssen Ton oder auch Bilder in elektrische Signale umgewandelt werden.
Diese Umwandlung erfolgt beim Ton über das Mikrofon, bei Bildaufnahmen über
die Videokamera. In Abb. 2.2 a ist die unmodulierte Trägerfrequenz dargestellt.
Abb. 2.2 b zeigt die niederfrequente Schwingung und Abb. 2.2 c die resultierende
Amplitudenmodulation (AM). Daneben gibt es noch die Frequenzmodulation
(FM) und die Pulscodemodulation (PCM). Darüber wird in einem gesonderten
Abschnitt gesprochen.
Durch die Frequenzbreite der der Trägerfrequenz mitgegebenen niederfrequenten
Schwingungen wird die Trägerfrequenz nach beiden Seiten zu einem Band ausein-
andergezogen. Die Bandstücke rechts und links neben der Grundfrequenz (in
Abb. 2.3 a und Abb. 2.3 b die Bandstücke von 971 kHz bis 975,5 kHz und von
966,5 kHz bis 971 kHz) nennt man die Seitenbänder. Die geringe Tonfrequenzbreite
von 4,5 kHz = 4500 Hz geht zu Lasten der Tonqualität. Zwar reicht ein Frequenz-
spielraum von 4500 Hz aus, um die Grundtöne sämtlicher Instrumente zu übertra-
gen (Klavier hat den Grundtonumfang 4100 Hz), die Obertöne jedoch, die z. T. mit
höheren Frequenzen schwingen (Vielfache der Grundtöne) und die Klangfarbe des
Instruments bestimmen, werden nicht voll übertragen bzw. unterdrückt.
Ein ebenfalls unerwünschter Nebeneffekt tritt bei der Mischung verschiedener Fre-
quenzen auf. Wie Abb. 2.4 zeigt, addieren sich die Wellen zu einer resultierenden
Welle, die allerdings nichts mehr mit den einzelnen Wellenverläufen, den Amplitu-
den und Vorzeichen der einzelnen Amplitudenwerte gemeinsam hat.
Das Zusammenwirken von zwei und mehr Wellen nennt man Interferenz. Zwei oder
mehrere Wellen interferieren, wenn sie sich gegenseitig beeinflussen.
Jeder Sender strahlt seine elektromagnetischen Wellen nach allen Richtungen hin
aus; es sei denn, dass eine Strahlenrichtung durch besondere Maßnahmen (z. B.
Richtfunk) eingeschränkt wird. Läuft ein Teil der ausgestrahlten Wellen fast parallel
mit der Erdoberfläche, spricht man von Bodenwellen. Bei den Langwellensendern
kommt den Bodenwellen eine große Bedeutung zu. Bei Kurzwellensendern gelangt
hingegen der Hauptteil der ausgestrahlten Wellen in die Atmosphäre, daher spricht
2.1 Schwingungen und ihre Übertragungseigenschaften 887

Abb. 2.4: Interferenz

man von Raumwellen. Sie werden von einer leitenden Schicht der Atmosphäre
reflektiert und gelangen dadurch zur Erdoberfläche zurück. Diese Schicht, die Iono-
sphäre, wird wiederum in verschiedene Schichten eingeteilt (Abb. 2.5). Darunter lie-
gen die Stratosphäre und die Troposphäre.

Abb. 2.5: Atmosphärische Schichten


888 2 Grundlagen der Nachrichten- und Übertragungstechnik

Abb. 2.6: Die Ausbrei-


tung der Langwellen
(LW) erfolgt im Wesent-
lichen mit der Boden-
welle.

Die lonosphäre wirkt also als Spiegel oder Reflektor für die Raumwellen.
Über der E-Schicht breiten sich zwei weitere Schichten aus, die F1- und F2-Schicht
in etwa 200 km bzw. 300 km Höhe. Die Unterteilung erfolgt, da die Reflexionsfähig-
keiten sich unterscheiden. Die Gase, aus denen die Schichten bestehen, werden
durch das Auftreffen von Sonnenstrahlen ionisiert, d. h. leitfähig gemacht. Dadurch
ist die Reflexionsfähigkeit von den Tageszeiten abhängig.
Je kürzer die Wellen sind, je höher also die Frequenz ist, desto geringer ist die Refle-
xion der Ionisationsschichten. Wellen unter 10 m Länge (UKW, Fernsehen und
Richtfunk), also Frequenzen über 30 MHz, werden nicht mehr reflektiert, sondern
können nur noch durch direkte Ausbreitung genutzt werden (Richtantennen).

2.1.1 Lange Wellen


Für Langwellen wirkt die lonosphäre nicht als reflektierender Spiegel, denn diese
Wellen folgen der Erdoberfläche. Bei Tage ist die Reichweite der Bodenwellen gerin-
ger als bei Nacht, sodass meist nur Nahempfang möglich ist. Nachts setzt der Fern-
empfang ein.

2.1.2 Mittlere Wellen


Auch die Mittelwellen sind vor allem Bodenwellen. Nur ein kleiner Teil wird als
Raumwelle abgestrahlt (Abb. 2.7 a und Abb. 2.7 b). Der Empfang kann erheblich
eingeschränkt sein, wenn Raum- und Bodenwelle sich überlagern (Fading). Weiter
kann sich eine sogenannte tote Zone zwischen Ende des Bodenwellenempfangs und
Beginn des Raumwellenempfangs ausbilden – hier ist kein Empfang möglich.

2.1.3 Kurze Wellen


Kurzwellen sind für den Nahempfang ungeeignet, da sie zum größten Teil als
Raumwelle abgestrahlt werden. Trotzdem kann man auch hier ab und an eine tote
2.1 Schwingungen und ihre Übertragungseigenschaften 889

Abb. 2.7: Ausbreitung der Mittel-


wellen (MW)
a) bei Tag
b) bei Nacht

Abb. 2.8: Ausbreitung der Kurz-


wellen (KW)
a) tote Zone
b) Raumwellen

Zone beobachten. In diesem Bereich sind die Bodenwellen nicht mehr empfangbar,
und die Raumwellen treten hier noch nicht auf. Die Raumwellen können mehrmals
890 2 Grundlagen der Nachrichten- und Übertragungstechnik

reflektiert werden (Abb. 2.8 a). In Abb. 2.8 b wird ersichtlich, wie sich Raumwellen
mit der gleichen Frequenz bei der Ausstrahlung unter verschiedenen Winkeln ver-
halten können: a) Reflexion an der E-Schicht, b) Reflexion nach kurzem Eindringen
in die E-Schicht, c) und d) Weiterleitung in einem Kanal (Duct) in der E-Schicht.

2.1.4 Ultrakurze Wellen


Völlig anders verhalten sich die Ultrakurzwellen (UKW). Hier erfolgt direkte Aus-
breitung (direkte Welle). Gelangen UKW-Signale zur Ionosphäre, werden sie von
dieser kaum geschwächt, durchstoßen also diese Schicht und gelangen in den Welt-
raum. Die Reichweite der ultrakurzen Wellen auf der Erde ist ungefähr so groß wie
die ungehinderte Sichtweite bzw. die Reichweite der Lichtstrahlen (Abb. 2.9 a). Je
höher die Sendeantennen (Abb. 2.9 b) und die Empfangsantennen (Abb. 2.9 e) sind,
um so größer wird daher die Reichweite. Die theoretische Reichweite der direkten
Welle lässt sich mit foIgender Formel überschlägig berechnen:
Reichweite in km = 3,6 · (Wurzel aus Sendeantennenhöhe in m + Wurzel aus Emp-
fangsantennenhöhe in m)

Abb. 2.9: Ausbreitung der Ultra-


kurzwellen (UKW)
a) Sichtweite
b) Reichweite abhängig von der
Antennenhöhe
c) Reichweite bei hoher Sende-
und Empfangsantenne
2.2 Kabel und Glasfaserleitungen 891

Abb. 2.10: Reichweite der Ultra-


kurzwellen (UKW)
a) Berechnung der Reichweite
b) Arten von Ultrakurzwellen
c) Schattenreichweite

Die Höhen der Sendeantenne bzw. die Höhe der Empfangsantenne wird über dem
Meeresspiegel eingesetzt (Abb. 2.10 a).
Ultrakurze Wellen zeigen in stärkerem Maße Beugungserscheinungen als Lichtwel-
len, d. h., ihre „Schatten“ hinter Hindernissen sind weniger scharf. Die Wellen bie-
gen sich in gewissem Grade z. B. um einen Gebirgskamm herum, sodass die Talbe-
wohner in günstigen Fällen noch etwas von der Strahlung abbekommen
(Abb. 2.10 b). Außerdem tritt an der Grenze der Sichtweite auch an der ebenen Erd-
oberfläche eine Beugung der Wellen ein, durch welche die Reichweite um die soge-
nannte Schattenreichweite vergrößert wird (Abb. 2.10 c).

2.2 Kabel und Glasfaserleitungen


Wie bereits in der Einleitung dieses Kapitels erwähnt, sind das Doppeladerkabel,
das Koaxialkabel und das Glasfaserkabel die wichtigsten Übertragungsleitungen in
der Übertragung der Nachrichten.
892 2 Grundlagen der Nachrichten- und Übertragungstechnik

2.2.1 Doppeladerkabel
Doppeladerkabel sind Kabel mit verseilten Adern (a- und b-Ader). Grundsätzlich
unterscheidet man bei diesen Kabeln Verseilungen der Adern zu Paaren, Dreiern,
Vierern und Fünfern. Sind zwei Adern miteinander verseilt, spricht man von einem
Paar. Werden drei Adern zu einem Verseilelement zusammengefasst, so ergibt dies
einen Dreier usw. (Abb. 2.11).

Abb. 2.11: Verseilung von Adern

Unter einer Teilnehmerleitung versteht man z. B. die Verbindung vom Teilnehmer-


anschluss bis zum Anschluss am Hauptverteiler im Amt. Der höchstzulässige ohm-
sche Widerstand der Teilnehmerleitung ist nach den entsprechenden Richtlinien
auf folgende Werte festgelegt:
) für 24-V-Anlagen: 2 · 200 /
) für 48-V-Anlagen: 2 · 400 /
) für 60-V-Anlagen: 2 · 500 /

Tabelle 2.3: Widerstand von 1 km Kabel ohne Pupinspulen


Durchmesser max. Schleifenwiderstand
0,4 mm 300 /
0,6 mm 130 /
0,8 mm 73,2 /
2.2 Kabel und Glasfaserleitungen 893

Abb. 2.12: Elektrische Eigenschaften von Leitungen und Kabeln


a) Pupinspule
b) Kabelstrom bei offener Leitung
c) Physikalische Wirkung von Kabeln
d) Leitungsanpassung

Für 1 km unpupinisiertes Kabel rechnet man mit den Werten nach Tabelle 2.3. Bei
bespulten Leitungen sind je nach Art der Bespulung die Werte je Kilometer um
3,5 / bis 5 / größer. Die Pupinspule (Abb. 2.12 a) besteht aus zwei symmetrisch
gewickelten Drahtspulen auf einem Ringkern aus gepresstem Eisenpulver (Masse-
kern). Pupinspulen haben die Aufgabe, zu der in Fernsprech-Kabelleitungen auftre-
tenden Kapazität (die Sprechadern wirken durch ihre enge Parallelführung wie ein
Kondensator) mit ihrem induktiven Widerstand einen Ausgleich zu schaffen. Dies
ermöglicht größere Reichweiten der Gesprächsübertragung. Als nachteilig wirkt
sich bei bespulten Leitungen die Verringerung der Übertragungsgeschwindigkeit
aus. Außerdem treten Laufzeitverzögerungen zwischen verschiedenen Frequenzen
auf, bedingt durch den frequenzabhängigen induktiven Widerstand. Die Pupinspu-
len sind in verlötete Blechdosen eingegossen und in großer Stückzahl in Spulenkäs-
ten untergebracht. Eine Spule dient zum Kapazitätsausgleich einer Doppelleitung.
894 2 Grundlagen der Nachrichten- und Übertragungstechnik

2.2.2 Koaxialkabel
Für die Übertragung hochfrequenter Signale werden überwiegend koaxiale Leitungen
eingesetzt (vgl. Abb. 1.6). Damit die Signalleitung gegen äußere Einwirkungen von
elektromagnetischen Störwellen gesichert ist, wird eine Abschirmung darumgelegt.
Das Material besteht aus einem aus Kupferdraht dicht geflochtenen Metallschlauch,
der geerdet ist und die Leitung vollständig umhüllt. Damit die Abschirmung mit dem
eigentlichen Leitungsdraht bzw. Innenleiter nicht in Berührung kommt, wird eine Iso-
lierung aus hochwertigem Kunststoff dazwischengelegt. Über diese Isolierumhüllung
ist dann der Metallschirm gezogen, der sogenannte Außenleiter.
Schließt man den Außenleiter und den Innenleiter eines Koaxialkabels an einen
Hochfrequenzgenerator an, dann zeigt ein HF-Strommesser einen Strom an, auch
wenn das Koaxialkabel am anderen Ende offen ist (Abb. 2.12 b). Die so gemessene
HF-Stromstärke ist von der Länge des Kabels abhängig. Dies ist auf die Wellenlei-
tung im Inneren des Kabels zurückzuführen. Diese kommt durch den homogenen
Aufbau zustande (vgl. Abb. 2.12 c). Die Induktivität des Leiters nimmt mit der
Länge des Kabels zu. Die Kapazität nimmt ebenfalls mit der Länge des Kabels zu.
Solange die Wellenfront im Kabel nicht durch Reflexion ganz oder teilweise wieder
den Kabelanfang erreicht hat, verhält sich das Kabel so, als ob ein Widerstand an
den Generator angeschlossen wäre. Dieser Widerstand wird als Wellenwiderstand
(Z) des Kabels bezeichnet. Der Wellenwiderstand kann nach folgender Formel
berechnet werden:
Z = Wurzel aus (L/C)
Damit der Wellenwiderstand bestimmt werden kann, muss die Induktivität und die
Kapazität der Leitung gemessen werden. Dabei ist zu beachten, dass bei der Mes-
sung der Induktivität die Leitung am anderen Ende geschlossen wird, während bei
der Messung der Kapazität die Leitung offen bleibt.
Wichtig ist bei der HF-Übertragung die richtige Leitungsanpassung (Abb. 2.12 d).
Eine Leitung, deren Wellenwiderstand z. B. Z = 240 / beträgt, ist nur dann richtig
angepasst, wenn Z = R gilt. Man spricht dann von Leistungsanpassung. Ist der
Widerstand an Ein- oder Ausgang größer oder kleiner als Z, spricht man von Fehl-
anpassung. Z. B. Generator-Innenwiderstand und Antennen-Eingangswiderstand
müssen dem Wellenwiderstand des Kabels angepasst sein, soll maximale Leistung
übertragen werden.
Vor allem bei Empfangsantennen als Generator für eine Kabeleinspeisung ist eine
Anpassung des hochohmigen Antennenwiderstands an das niederohmige Koaxial-
kabel erforderlich. Dazu sind Transformatoren geeignet.
65268-1_Titelei_Layout 1 15.05.14 11:21 Seite 3

ELEKTRONIK

Dieter Schulz

Richtig löten
· Die perfekte Lötstelle: So geht´s
· Vorbereitung, Reparatur und Entlöten
· Rote Karte für kalte Lötstellen
Vorwort
Möchten Sie kleine Reparaturen in Haushalt und Hobby vornehmen, kommen Sie
vielfach um den Lötkolben nicht herum. Funktioniert beispielsweise ein elektronisches
Gerät nicht mehr, ist häufig eine kalte Lötstelle der Grund. Richtig löten behebt den
Fehler und spart so viel Geld. Defekte Leitungen kann man schnell reparieren oder den
gelockerten Stecker am Kabel festlöten, damit die angeschlossenen Komponenten
wieder funktionieren. Können Sie ein kleines elektronisches Gerät als Bausatz zusam-
menlöten, statt es als Fertigprodukt beim Händler zu kaufen, sparen Sie sich einen
tiefen Griff ins Portemonnaie. Doch wie muss man vorgehen, damit alles klappt? Egal,
ob Sie elektronische Bauteile richtig auf die Platine löten, perfekte Lötpunkte setzen,
überschüssiges Lötzinn sauber entfernen oder schlechte Lötstellen erkennen und
vermeiden möchten – dieses Buch führt Sie zum Erfolg! Für Hobbyelektroniker ist es
außerdem ein Nachschlagewerk, das viele weitere Fragen aus der Lötpraxis beantwortet.
Das Buch erläutert, wie man defekte Leiterbahnen repariert, Drähte und Kabel fach-
gerecht verlötet oder mit bleifreiem Lötzinn arbeitet. Es setzt bei alldem keine
Vorkenntnisse voraus. Wer sich als Einsteiger zunächst über einen passenden Lötkolben
und erforderliches Werkzeug informieren möchte, findet in diesem Buch ebenfalls
wertvolle Tipps.
Viel Spaß und Erfolg beim richtigen Löten!
Ihr
Dieter Schulz
7

Inhaltsverzeichnis
1 Welcher Lötkolben ist der richtige für mich? ................................................ 11
1.1 Feinlötkolben für elektronische Bauteile .......................................... 14
1.2 Universallötkolben – fast immer die richtige Wahl ........................... 15
1.3 Standardlötkolben für dicke Drähte ................................................. 16
1.4 12-Volt-Lötkolben im Auto ............................................................... 17
1.5 Batterielötkolben machen mobil ...................................................... 17

2 Erforderliches Werkzeug und Zubehör ......................................................... 19


2.1 Welche Lötspitze für welchen Zweck?............................................... 19
2.2 Mit Elektronikerzangen Anschlussdrähte zuverlässig
bearbeiten ....................................................................................... 22
2.3 Abisolierzange macht Drahtenden blank.......................................... 25
2.4 Verschiedene Schraubendreher ....................................................... 26
2.5 Pinzette und Lupe dürfen nicht fehlen.............................................. 27
2.6 Woran Sie gute Lötkolbenständer erkennen..................................... 28
2.7 Spezialschraubstöcke machen das Löten leichter ............................ 30
2.8 Flussmittelentferner beseitigt Lötrückstände ................................... 34
2.9 Alte Bauteile auslöten? Entlötlitze und Entlötpumpe helfen ............. 36

3 Sicherheit geht vor ...................................................................................... 41


3.1 Arbeitsstelle mit wenig Aufwand sicher einrichten ........................... 41
3.2 Augen auf bei Lötspitze und Lötzinn ................................................ 42
3.3 Hände weg von zu lötenden Teilen................................................... 47

4 Perfekte Lötpunkte auf Platine setzen.......................................................... 49


4.1 Leitfaden zum Vorgehen .................................................................. 50

5 Rote Karte für kalte Lötstellen...................................................................... 55


5.1 Schlechte Lötstellen erkennen und vermeiden................................. 55

6 Platine mit Bauteilen bestücken – so geht’s ................................................ 59


6.1 Keine Angst vor Maßeinheiten – mit Vorsatzzeichen sicher
umgehen ......................................................................................... 59
6.2 Die Platine – Bestückungsplan als wertvolle Einbauhilfe.................. 60
6.3 Mit Widerständen beginnen ............................................................. 62
6.4 Spulen ............................................................................................. 64
8 Inhaltsverzeichnis

6.5 Dioden............................................................................................. 65
6.6 Leuchtdioden................................................................................... 68
6.7 Kondensatoren ................................................................................ 70
6.8 Transistoren..................................................................................... 76
6.9 ICs oder integrierte Schaltungen ...................................................... 80

7 Elektronikbausatz erfolgreich zusammenlöten ............................................ 85


7.1 Stückliste überprüfen ...................................................................... 86
7.2 Bauteile vorbereiten und fachgerecht einlöten................................. 88
7.3 Empfindliche Bauteile sicher handhaben......................................... 98
7.4 Gelötete Schaltung überprüfen – Anschlussdrähte nicht sofort
abzwicken ..................................................................................... 101
7.5 Bauteile vertauscht? Fehler systematisch beheben ........................ 103
7.6 Stromversorgungskabel richtig anlöten.......................................... 104
7.7 Löten auf sehr glatten Oberflächen ................................................ 106
7.8 Lautsprecher- oder Mikrofon-Kabel anlöten ................................... 107
7.9 Letzte Sichtkontrolle und Schaltung in Betrieb nehmen ................. 109

8 Unerwünschtes Lot zuverlässig entfernen.................................................. 111


8.1 Entlötlitze fachgerecht einsetzen ................................................... 111
8.2 Mit Entlötpumpe Lötzinn absaugen................................................ 114
8.3 Gereinigte Lötkolbenspitze? Nur eine Notlösung ............................ 115

9 Defekte Platine reparieren ......................................................................... 117


9.1 Kaputte Leiterbahn mit Drahtbrücke auf Vordermann bringen ........ 118
9.2 Kaputtes Lötauge mit Anschlussdraht überbrücken ....................... 123

10 SMD-Bauteile löten.................................................................................... 125


10.1 SMD-Adapter bauen....................................................................... 126

11 Drähte und Kabel fachgerecht zusammenlöten .......................................... 131

12 Löten im Auto – Brandflecken keine Chance lassen ................................... 139

13 Bleihaltiges Lot für Anfänger zu empfehlen................................................ 141


13.1 Die Abkürzung »Pb«....................................................................... 141
13.2 Wie dick muss das Lot sein? .......................................................... 143

14 Mit bleifreiem Lot erfolgreich löten ............................................................ 145


14.1 Was muss der Lötkolben können?.................................................. 145
14.2 Schlechte Lötkontakte vermeiden .................................................. 146
14.3 Alte Geräte mit bleihaltigen Lötstellen reparieren........................... 146
14.4 Achtung auch bei bleifreien Loten.................................................. 146
Inhaltsverzeichnis 9

15 Worin unterscheiden sich teure von preiswerten Lötstationen?.................. 147


15.1 Einstellbare Löttemperatur............................................................. 148
15.2 Lötkolbenhalter ............................................................................. 150
15.3 Bei einfachen Geräten auf Betriebsspannung achten ..................... 151
15.4 Sonderfunktionen .......................................................................... 154

16 Fädeltechnik für Lochrasterplatinen........................................................... 157

17 Anhang...................................................................................................... 160
17.1 Weitere Lötkolbentypen ................................................................. 160
17.2 Farbcodes von Widerständen......................................................... 166
17.3 Farbcodes von Spulen.................................................................... 166
17.4 Farbcodes und Kennbuchstaben von Kondensatoren..................... 167
49

4 Perfekte Lötpunkte auf


Platine setzen
Wenn Sie Ihre Arbeitsstelle nach Kapitel 3 sicher eingerichtet, den passenden Lötkolben
sowie erforderliches Werkzeug und Zubehör griffbereit haben, steht dem richtigen
Löten nichts mehr im Wege – und das beginnt bei korrekten Lötverbindungen. Ohne
sie läuft in elektronischen Schaltungen nichts. Man erkennt einwandfreie Lötstellen aus
bleihaltigem Lötzinn an einer möglichst glatten, hochglänzenden Oberfläche ohne
poröse Stellen (Abb. 4.1). Damit die Lötung gelingt, geben Sie nur so viel Lötzinn auf
die Lötstelle, dass Sie die Kontur des Bauteilanschlusses im erstarrten Lotkegel gut
erkennen können. Der Lötzinnkegel sollte beim Handlöten einen Winkel von 30 Grad
bis maximal 50 Grad haben (Abb. 4.2). Die Lötverbindung wird nicht stabiler, wenn Sie
mehr Lot auftragen. Außerdem können Kurzschlüsse auftreten, weil der große
Lotklumpen benachbarte Lötkontakte oder Leiterbahnen berühren kann.

Abb. 4.1 – Einwandfreie Lötpunkte aus bleihaltigem Lötzinn sind am metallischen Glanz zu
erkennen. (Foto: imago)
50 4 Perfekte Lötpunkte auf Platine setzen

Abb. 4.2 – Links die richtige, rechts die falsche Lötung. (Foto: Ersa)

Wie trägt man das Lot richtig auf?


Zuerst erwärmen Sie mit der Lötspitze die zu verbindenden Metallteile auf Arbeitstem-
peratur. Fügen Sie anschließend Lot hinzu, das sich an den heißen Metallen erhitzt und
schmilzt. Die Lötspitze sollte es kaum berühren. So kann sich das Lot gleichmäßig
verteilen und die Metallteile gut miteinander verbinden. Außerdem bleibt es kaum oder
gar nicht an der Lötspitze haften.

4.1 Leitfaden zum Vorgehen


Die folgenden Arbeitsschritte erläutern am Beispiel einer einzubauenden Fassung für
eine integrierte Schaltung (IC), wie man perfekte Lötpunkte auf die Platine setzt. IC-
Fassung (siehe Kapitel 6.9) in die vorgesehenen Bohrungen stecken, und los geht’s.
4.1 Leitfaden zum Vorgehen 51

Abb. 4.3 – Schritt 1: Lötzinn und Lötspitze gleichzeitig auf die Lötstelle führen.

Führen Sie zuerst Lötzinn und Lötspitze gleichzeitig auf die Lötstelle. Die Lötspitze
muss wie in Abb. 4.4 sowohl das IC-Beinchen als auch die Platinenfläche berühren.
Verändern Sie die Position der Lötspitze nicht, bis das Lötzinn die Lötstelle vollständig
bedeckt. Das dauert je nach Temperatur des Lötkolbens eine halbe bis ganze Sekunde.
Danach führen Sie die Lötspitze im Halbkreis rechts um das IC-Beinchen herum (Abb.
4.5). Gleichzeitig das Lötzinn links herum führen und nachschieben, so dass es auf einer
Länge von rund einem Millimeter schmilzt. Durch die Hitze verteilt sich das Lot
gleichmäßig. Ist die richtige Menge Lötzinn verbraucht, nehmen Sie zuerst den
Lötdraht von der Lötstelle weg. Zuletzt ziehen Sie die Lötspitze schnell weg. Das noch
dünnflüssige und durch das Flussmittel geschützte Lötzinn erreicht seine endgültige
Form und erstarrt. Mit etwas Übung gleichen sich am Ende alle Lötstellen auf der
Platine wie ein Ei dem anderen.
52 4 Perfekte Lötpunkte auf Platine setzen

Abb. 4.4 – Schritt 2: Die Position der Lötspitze nicht verändern, bis das
Lötzinn die Lötstelle vollständig bedeckt.
4.1 Leitfaden zum Vorgehen 53

Abb. 4.5 – Schritt 3: Die


Lötspitze im Halbkreis
rechts um das IC-
Beinchen, das Lötzinn
links herum führen.

Abb. 4.6 – Schritt 4: Nachdem Sie den Lötdraht von der Lötstelle entfernt haben, die
Lötspitze schnell wegziehen – fertig.

Informationen und Bilder: Burkhard Kainka


4169-4 Titelei 18.07.2007 12:33 Uhr Seite 3

FRANZIS
DO IT YOURSELF

IM HAUS BAND 23

Frank Sichla

Richtig messen und prüfen


in Haushalt, Hobby und Auto
Leicht gemacht, Geld und Ärger gespart!

Mit 142 farbigen Abbildungen


4169-4 Messen_neu.qxd 17.07.2007 15:37 Seite 5

Vorwort

Vorwort
D ie Technik entwickelt sich in immer kürzerer Zeit weiter – nicht nur in Forschung
und Industrie, sondern auch in Haushalt, Auto und Hobby. Der private Anwender
nutzt immer mehr Kommunikations-, Informations- und Unterhaltungs-Elektronik –
egal, ob Mobiltelefone, Personalcomputer mit schnellem Internetanschluss oder digita-
le Empfangsgeräte mit Flachbildschirmen. Hinzu kommen unterschiedlichste elektrische
Geräte im Haushalt oder elektronische Anwendungen im Auto. Fast überall kann ein
richtig eingesetztes Vielfachmessinstrument wertvolle Dienste leisten: Batterien, Akkus
oder elektrische Bauteile lassen sich kontrollieren, Lampen testen, Sicherungen oder die
Spannung auf Leitungen prüfen. Das Multimeter hilft, defekte Geräte zu reparieren und
sie optimal zu betreiben. Auch den Energieverbrauch einzelner Komponenten kann
man damit bequem feststellen und so Strom sparen. Spannungsmessungen an der
Autoelektronik helfen, Fehler zu finden und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Hat man
ein entsprechendes Multimeter zur Hand, lassen sich auch nichtelektrische Größen wie
Temperatur und Luftfeuchte messen. Wie das alles hinzubekommen ist, darüber infor-
miert dieses Buch sehr praxisnah und setzt dabei keine Vorkenntnisse voraus. Das Multi-
meter erlaubt als universelles Messgerät eine Reise in die Welt der Technik, mit der man
täglich zu tun hat. Dieses Buch möchte Sie bei dieser Reise mit Rat und Tat unterstützen.
Es vermittelt Ihnen die Grundlagen moderner elektrischer und elektronischer Geräte,
die so verständlicher werden – die beste Voraussetzung, um sie kostensparend und mit
allen Vorteilen zu nutzen. Die Reise wird spannend, lehrreich und keinesfalls beschwer-
lich sein. Kommen Sie mit!

Ihr
Frank Sichla

5
4169-4 Messen_neu.qxd 17.07.2007 15:37 Seite 6

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis

1 Elektrische Grundlagen 9
1.1 Spannung 10
1.2 Strom 11
1.3 Widerstand und Ohmsches Gesetz 12
1.4 Elektrische Leistung 13
1.5 Von Pico bis Giga: Vorsatzzeichen bei Maßeinheiten 13
1.6 Wechselspannung 14
1.7 Wichtige elektronische Bauteile 17

2 Sicherheit geht vor 19


2.1 Auf spannungsfestes Multimeter achten 21
2.2 Messleitungen korrekt anschließen 23

3 Tipps zum Kauf eines Multimeters 25


3.1 Analoge Messgeräte 26
3.2 Digitale Messgeräte haben die Nase vorn 28

4 Richtig messen leicht gemacht 31


4.1 Messfehler vermeiden 32
4.2 Spannung messen 34
4.3 Strom messen 36
4.4 Widerstände und Kondensatoren prüfen 38
4.5 Durchgangstest prüft Verbindung 40
4.6 Dioden und Transistoren testen 41
6
4.7 Trafos und Kontaktbauelemente 42
4.8 Wichtige Anwendertipps auf einen Blick 43

5 Strom komfortabel ohne Berührung messen 45


5.1 Wechselstrom-Zangen-Amperemeter 46
5.2 Allstrom-Zangen-Amperemeter 47
5.3 Stromzangen-Multimeter für maximalen Messkomfort 48
5.4 Messgrenzen der Stromzange 49
4169-4 Messen_neu.qxd 17.07.2007 15:37 Seite 7

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
6 Defekte Haushaltsgeräte reparieren 51
6.2 Gerätesicherung prüfen 52
6.1 Zuerst Netzstecker aus Steckdose ziehen 52
6.3 Durch Strommessung zum Fehler 53
6.4 Unterschiedlichste Lampen prüfen 54
6.5 Heizwendeln im Fön oder elektrischen Wärmeofen 57
6.6 Haushaltsgeräte mit Motoren 58
6.7 Fehlersuche bei Kleingeräten 60
6.8 Verlängerungskabel und Steckdosenleiste prüfen 62
6.10 VDE-Prüfzeichen 64
6.9 Sicherheitsniveaus elektrischer Geräte 64

7 Die Elektroinstallation im Griff haben 65


7.1 Die einzelnen Leitungen im Stromkabel 67
7.2 Unterschiedliche Sicherungen 69
7.3 Netzspannung richtig messen 70
7.4 Der Fehlerstrom-Schutzschalter spricht an: Was tun? 72
7.5 Eine Sicherung reagiert: Vorgehen bei der Fehlersuche 73
7.6 Kleinspannungen messen 74

8 Auto, Caravan und Boot unter die Lupe nehmen 75


8.1 Betriebsspannung sicher messen 76
8.2 Die Autobatterie 77
8.3 Batterie mit Sonnenstrom aufladen 79 7
8.4 Spannungswandler 80
8.5 Tipps für den Autobastler 81
8.6 Leitungsfarben im Auto informieren über Verwendungszweck 83
8.7 Motor und Akku im Elektroboot 84

9 Defekte elektronische Geräte reparieren 85


9.1 Stromversorgung bei eingebautem Trafo prüfen 86
9.2 Steckernetzteil auf korrekte Spannung testen 89
9.3 Fehlersuche bei Batterien oder Akkus 91
4169-4 Messen_neu.qxd 17.07.2007 15:37 Seite 8

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis

9.4 Die elektronische Schaltung auf Fehler prüfen 92


9.5 Kopfhörer und Lautsprecherboxen checken 94

10 Batterien und Akkus auf dem Prüfstand 95


10.1 Alkali-Mangan- und Zink-Kohle-Batterien 96
10.2 Lithiumbatterien 98
10.3 Silberoxydbatterien für Armbanduhr und Fotoapparat 99
10.4 Zink-Luft-Batterien für Hörgeräte 100
10.5 Günstige Batterien so gut wie teure? 101
10.6 AccuCell ersetzt Einwegbatterie 102
10.7 Bleiakku als Autobatterie 104
10.8 Bleigelakkus für hohe Ströme 106
10.9 Nickel-Cadmium- und Nickel-Metall-Hydrid-Akkus 107
10.10 Lithium-Ionen-Akkus speichern lange Strom 108

11 Solarstrom mit Multimeter optimal nutzen 109


11.1 Wie erzeugt die Solarzelle den Strom? 112
11.2 Kristalline Solarzellenmodule 113
11.3 Unterschiedliche Solarmodule auf Leistung prüfen 115
11.4 Amorphe Dünnschichtzellen 116

12 Ausflug in die Hobbyelektronik 117


12.1 Bausätze sind Trumpf 118
12.2 Optimierte Fehlersuche bei elektronischen Schaltungen 119
8
13 Mit dem PC Messergebnisse
automatisch auswerten 123
13.1 PC-Multimeter 124
13.2 Computer-Messkarten für unterschiedlichste Anwendungen 126
4169-4 Messen_neu.qxd 17.07.2007 15:37 Seite 45

5 Strom komfortabel ohne Berührung messen


5 Strom komfortabel ohne
Berührung messen

45

U m ein Kabel oder eine Leitung zur Strommessung


nicht auftrennen zu müssen, lässt sich der Strom
indirekt messen. Dazu kann man wie im Kapitel Messen
Zange“ nimmt, gibt es zum Schnäppchenpreis. Das
Zangen-Amperemeter wird auch Strommesszange oder
Stromzange genannt und besitzt einen zangenartig
ohne Leitung auftrennen beschrieben vorgehen und teilbaren Eisenkern, durch den man einen Leiter führen
braucht einen bekannten Widerstand und das Ohm- kann. Der Vorteil: In Anlagen kann man messen, ohne
sche Gesetz. Komfortabler ist dagegen ein sogenann- die Spannung zunächst abschalten zu müssen. Ein
tes Zangen-Amperemeter. Es misst das Magnetfeld um weiterer Vorteil ist die Trennung vom Leiter – das Mess-
den Leiter, das mit dem Strom stärker wird. Man spart signal ist gegenüber der zu messenden Größe vollkom-
sich so den Eingriff und die Mathematik. Ein solches men potenzialfrei. Man unterscheidet zwischen Wech-
Gerät, das den Leiter und damit den Strom „in die selstrom- und Allstrom-Zangen-Amperemeter.
4169-4 Messen_neu.qxd 17.07.2007 15:37 Seite 46

5.1 Wechselstrom-Zangen-Amperemeter
5 Strom komfortabel ohne Berührung messen

W ie der Name bereits vermuten lässt, kann dieses


Zangen-Amperemeter keinen Gleichstrom, son-
dern nur Wechselstrom messen. Es ignoriert einen
tisiert den Eisenkern und produziert so in der Wicklung
auf der rechten Seite nach Abb. 5.1 eine Spannung.
Diese ist so groß, dass man direkt ein Messgerät betrei-
Gleichstrom, der den Wechselstrom überlagert, falls der ben kann. In modernen Geräten ist das empfindliche
Gleichstrom nicht zu groß ist. Das Gerät funktioniert Instrument durch eine elektronische Digitalanzeige er-
nach folgendem Prinzip: Der Strom im Leiter magne- setzt. Man benötigt deshalb eine Batterie.

46

Abb. 5.1 – Aufbau des Wechselstrom-Zangen-Amperemeters mit Zeigerinstrument. (Wikipedia/Gisbert Glökler)


4169-4 Messen_neu.qxd 17.07.2007 15:37 Seite 47

5.2 Allstrom-Zangen-Amperemeter

5.2 Allstrom-Zangen-Amperemeter
B ild 5.2 zeigt den Grundaufbau. Das Allstrom-
Zangen-Amperemeter kann Gleich- und Wechsel-
Ströme messen. Das geschieht durch Hallsensoren, die
in einen Luftspalt des Eisenkerns befestigt sind. Da die
erzeugten Signale verstärkt werden müssen, benötigt
auch dieses Messgerät eine Batterie.

47

Abb. 5.2 – Grundaufbau des Allstrom-Zangen-Amperemeters. (Wikipedia/Gisbert Glökler)


4169-4 Messen_neu.qxd 17.07.2007 15:37 Seite 48

5.3 Stromzangen-Multimeter für maximalen Messkomfort


5 Strom komfortabel ohne Berührung messen

D a eine Stromzange nur zusammen mit einem


Messgerät zu verwenden ist, liegt es nahe,
die Stromzange mit einem Multimeter zu verbin-
den. Dieses Stromzangen-Multimeter (Bild 5.3)
besitzt viele Funktionen eines konventionellen
Multimeters und kann außerdem Strom berüh-
rungslos messen. Die Bilder 5.4 bis 5.6 zeigen,
was so ein Stromzangen-Multimeter alles kann:
Spannung oder Strom an der Hausinstallation
messen, elektronische Schaltungen prüfen oder
die Bordspannung des Autos ermitteln. Diese Ge-
räte müssen keineswegs teuer sein: Man erhält
sie bei Elektronik-Versandhändlern mitunter für
rund 10 Euro.
Abb. 5.3 – Ein Stromzangen-Multimeter ist kompakt und leicht.

Abb. 5.4 – Die Zange misst den


48 Strom.

Abb. 5.5 – Mit dem Stromzangen-Multi- Abb. 5.6 – Im Auto oder Caravan lässt sich
meter kann man auch einzelne Wider- am Zigarettenanzünder die Bordspannung
stände und Spannungen in elektronischen überprüfen.
Schaltungen messen.
4169-4 Messen_neu.qxd 17.07.2007 15:37 Seite 49

5.4 Messgrenzen der Stromzange

5.4 Messgrenzen der Stromzange


B ei der Wechselstrommessung bestimmt das Kernma-
terial der Zange, in welchem Frequenzbereich diese
nutzbar ist. Da meist der Wechselstrom im 230-V-Licht-
te man trotzdem kleinere Ströme messen, so kann man
mehrere Windungen der stromführenden Leitung um
die Zange wickeln. Legt man beispielsweise drei Win-
netz gemessen werden soll, beträgt die Frequenz oft dungen um den Eisenkern, so erhält man den drei-
50-60 Hz. Eine andere Messgrenze markiert ein sehr ge- fachen Wert des Stroms. Allerdings ist die Anzeige nur
ringer Strom, bei dem die magnetische Wirkung entspre- dann am genausten, wenn die Leitung zentral und im
chend schwach ist. Dadurch wird der Eisenkern nicht Winkel von 90 Grad zur Zange durch diese führt. Übri-
mehr genügend magnetisiert, so dass die produzierte gens: Nach oben ist der mögliche Strommessbereich nur
Spannung nicht mehr proportional zum Strom ist. Möch- durch die Größe der Zangenöffnung begrenzt.

49
4389-6 Titelei 13.03.2008 17:32 Uhr Seite 3

Bo Hanus

Akkus und Batterien


richtig pflegen und laden
Leicht gemacht, Geld und Ärger gespart!

Mit 85 farbigen Abbildungen


4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:35 Seite 5

Vorwort

Vorwort
S eit etwa einem Jahrhundert wird gezielt nach Methoden gesucht, mit
denen man elektrische Energie effizient speichern kann. In kleinen Schrit-
ten werden ebenso kleine Erfolge erzielt. So fristen in unseren Autos noch
fast die gleichen Bleiakkus als Energiespeicher ihr Dasein, die Henry Ford
schon vor fast hundert Jahren in seine Automobile einbauen ließ. Die neues-
ten Autobatterien sind noch immer nicht in der Lage, erheblich mehr elektri-
sche Energie zu speichern als ihre Vorgänger.
Nur mäßig hat sich der technische Fortschritt auch auf die Wegwerfbat-
terien ausgewirkt. Geändert hat sich vor allem die Bezeichnung: Sie werden
als Einwegbatterien oder Primärzellen bezeichnet, entsorgen muss man sie
dennoch.
Wesentlich umweltfreundlicher wäre es, würden Wegwerfbatterien auf
breiterer Basis durch wiederaufladbare Akkus, Speicherkondensatoren oder
Netzgeräte ersetzt. Unsere Energieunternehmen können elektrische Energie
für einen Preis erzeugen oder importieren, der bei etwa 4 Cent pro Kilowatt-
stunde liegt. Der Verbraucher zahlt zwar momentan für eine Kilowattstunde
bis zu 20 Cent. Um aber die gleiche Energie beispielsweise aus den gängigs-
ten Mignon-(AA)-Einwegbatterien zu erhalten, müsste er etwa 600 Stück
dieser Energiespeicher kaufen. Der Verbraucher hat hier das letzte Wort.
Solange er bedenkenlos batteriebetriebene Produkte kauft, die aus Kosten-
gründen für den Betrieb mit Wegwerfbatterien ausgelegt sind, wird sich der
Markt nicht verändern – und die Umwelt wird das Nachsehen haben.
Speicherkondensatoren in Kombination mit Solarzellen könnten bei
vielen Kleingeräten die Verschwendung von Einwegbatterien reduzieren.
Dies war uns Grund genug, das Buch mit diesem Thema zu beginnen.
Zudem haben wir im Zusammenhang mit solarelektrischem Laden Lösungen
entwickelt, die sich gut für den Nachbau eignen und kreativen Tüftlern als 5
Inspirationen für eigene Entwicklungen dienen.

Wir hoffen, dass Sie in diesem Buch alles finden, was Sie über Batterien
wissen möchten, und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Bo Hanus und sein Co-Autorin Hannelore Hanus-Walther


4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:35 Seite 6

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis

1 Das Speichern der elektrischen Energie 9

2 Handelsübliche Batterietypen 13

3 Elektrische Eigenschaften einer


Batterie/eines Akkus 19
3.1 Nennspannung 20
3.2 Kapazität und Belastbarkeit 22
3.3 Die Selbstentladung 29
3.4 Tiefentladung 31

4 Nicht wiederaufladbare (Einweg-)Batterien 35

5 Knopfzellen 37

6 Wiederaufladbare Akkus und Batterien 43

7 Solarbatterien 49

8 Akkupacks und Spezialbatterien 53

6 9 Gold-Caps als Energiespeicher 55


9.1 Funk-Türglocke mit Gold-Cap 60
9.2 Solaruhr mit Gold-Cap 62
9.3 Funksender einer Wetterstation mit Gold-Cap 64
9.4 Einbruchschutz-Warngerät mit Gold-Cap 66
Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
10 Batterien seriell und parallel betreiben 67

11 Die Lebensdauer einer Batterie/eines Akkus 71

12 Der Tiefentladeschutz 73
12.1 Tiefentladeschutz-Geräte für Zweitbatterien im Pkw 76
12.2 Tiefentladeschutz-Geräte für stationäre Anlagen 78
12.3 Leuchtdioden mit Low-Batt-Warnung 80
12.4 Schutz gegen Tiefentladung und
Sulfatablagerung bei Bleiakkus 82

13 Das Laden 83
13.2 Teilgesteuerte Ladegeräte 94
13.3 Mit Mikroprozessor gesteuerte Ladegeräte 96
13.4 Ladegeräte für Bleiakkus 98
13.5 Auffrischgeräte, Aktivatoren und Batterieregeneratoren 102
13.6 Test der Batteriekapazität 104
13.7 Funktioniert Ihre Fahrzeuglichtmaschine gut? 109
13.8 Wissenswertes über Autobatterien 110

14 Solarelektrisches Laden 111

15 Netzgeräte anstelle von Batterien? 121


7
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 55

9 Gold-Caps als Energiespeicher


9 Gold-Caps als Energiespeicher

55
G old-Caps (Super-Caps) sind Miniaturkondensa-
toren mit einer hohen Kapazität (momentan bis zu
ca. 22 Farad), die sich die extrem hohe Ladungsdichte
elektrochemischer Doppelschichten zunutze machen.
Diese Kondensatoren wurden ursprünglich als Energie-
speicher für Überbrückungsstromversorgung in elek-
tronischen Geräten entwickelt, in denen Daten auch
nach dem Abschalten des Geräts möglichst lange erhal-
ten werden sollen. Sie eignen sich jedoch auch hervor-
ragend z. B. als Energiespeicher für solarelektrische
Kleingeräte mit niedrigem Stromverbrauch.
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 56

9 Gold-Caps als Energiespeicher


9 Gold-Caps als Energiespeicher

Im Vergleich mit Batterien entste-


hen beim Nachladen der Gold-Caps
keine Ladeverluste und ihre Lebens-
erwartung ist im Allgemeinen
wesentlich höher als die von Akkus.
Der Gold-Cap kann zwar eine
Batterie ersetzen, aber er sollte da-
bei so angewendet werden, dass er
zumindest ab und zu nachgeladen
wird.
Als Energiequelle für das Nachla-
den des Gold-Caps, der in einem Ge-
rät oder in einer Vorrichtung sozusa-
gen als Notstromspeicher dient,
kann eine passende Gleichspannung
angewendet werden, die ihm nach
Abb. 9.1 zur Verfügung steht. Dabei
ist aber zu berücksichtigen, dass sich Tabelle 9.1 – Daten der momentan gängigsten handelsüblichen Gold-Caps
ein voll entladener Gold-Cap beim (Auszug aus den Katalogen von Conrad Electronic und Reichelt Elektronik).
Zuschalten auf die Spannungsquelle
quasi wie ein Kurzschluss verhalten
würde, wenn er nicht einen Schutz-
vorwiderstand nach Abb. 9.1a er-
hält, der den Einschaltstromstoß ver- Die für den Gold-Cap maximal zu- bei einer Lösung nach Abb. 9.1b
ringert. Andernfalls könnte ein zu lässige Spannung darf beim Laden gegeben. Sie hat jedoch den Nach-
hoher Stromstoß sowohl die Span- nicht überschritten werden. Dies teil, dass die im Gold-Cap gespei-
56 nungsquelle als auch den Gold-Cap ließe sich vermeiden, wenn die cherte Spannung wetterabhängig
beschädigen oder vernichten. Je hö- Nennspannung der angewendeten zu sehr variieren würde. Das kann
her der ohmsche Wert des Vorwider- solarelektrischen Spannungsquelle zwar unter Umständen akzeptabel
stands ist, desto schonender verläuft die maximal zulässige Spannung sein, eignet sich aber nicht für die
zwar der Ladevorgang aber desto des Gold-Caps nicht überschreitet. Spannungsversorgung elektroni-
länger dauert es wiederum, bis der Dabei dürfte nicht von der photo- scher Geräte, die für eine ganz be-
Gold-Cap voll aufgeladen ist. voltaischen Nennspannung des stimmte Versorgungsspannung
Ein Ladevorwiderstand darf ent- „Solargenerators“ ausgegangen ausgelegt sind.
fallen, wenn als Spannungsquelle werden, sondern von seiner Leer- Um auch bei schwankenden
Solarzellen/kleine Solarmodule (Mi- laufspannung, die ca. 20 % höher Wetterbedingungen eine ausrei-
nipaneels) verwendet werden. ist. Eine solche Vorbedingung wäre chend hohe Ladespannung für den
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 57

9 Gold-Caps als Energiespeicher

9 Gold-Caps als Energiespeicher


Gold-Cap zu erhalten, wird daher
in der Praxis die Solarnennspan-
nung großzügig höher gewählt.
Eine Zenerdiode, die nach Abb. 9.2
parallel zum Gold-Cap angeschlos-
sen wird, hält dann die ihr zuge-
führte Spannung auf einer kon-
stanten Maximalhöhe, die ihrer
Zenerspannung entspricht – voraus-
gesetzt, das solarelektrische Laden
ist optimal dimensioniert. Darunter
ist zu verstehen, dass eine Zener-
diode die ihr zugeführte Gleich-
spannung zwar reduzieren, nicht
aber erhöhen kann.
Im Beispiel in Abb. 9.2 wurde ei-
ne 3,6-Volt-Zenerdiode verwendet,
um eine Spannungsversorgung für
ein elektronisches Gerät zu ge-
währleisten, das für eine Arbeits-
spannung von 3,6 Volt ausgelegt
ist. Wird eine andere Versorgungs-
spannung benötigt, muss eine an-
dere (passende) Zenerdiode oder
ein Spannungsregler (Abb. 9.3) ver-
wendet werden.
Abb. 9.1 – Prinzip des Ladens eines Gold-Caps: a) von einer Batterie oder einer Handelsübliche Zenerdioden sind 57
anderen konstanten Gleichspannungsquelle; b) von Solarzellen. im unteren Bereich wahlweise für
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 58

9 Gold-Caps als Energiespeicher


9 Gold-Caps als Energiespeicher

Wichtig

58

Abb. 9.2 – Die verwendete Zenerdiode muss in der Lage sein, die überschüssige Leistung
(Spannung × Strom) in Wärme umzuwandeln, ohne dabei zu verbrennen: a) Die theoretische
Spannungsverteilung und die daraus resultierende Leistung, die die Zenerdiode verkraften
muss. b) Eine Schutzdiode darf zwischen den Solarzellen und dem Gold Cap nicht fehlen, da
er sich sonst über inaktive Solarzellen (bei wenig Sonnenschein) entladen würde.
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 59

9 Gold-Caps als Energiespeicher

9 Gold-Caps als Energiespeicher


Zenerspannungen ausgelegt, die
folgendermaßen abgestuft sind:

1 V; 1,5 V; 1,7 V; 2,7 V; 3 V; 3,3 V;


3,6 V; 3,9 V; 4,3 V; 4,7 V; 5,1 V; 5,6
V; 6,2 V; 6,8 V; 7,5 V; 8,2 V; 9,1 V;
10 V usw.

Achten Sie bei der Anschaffung ei-


ner Zenerdiode auch auf ihre Nenn-
leistung, die in den Katalogen z. B.
in Leistungsgruppen von 250 mW,
400 mW, 500 mW, 1 W oder 1,3 W
usw. eingeteilt sind. Abb. 9.3 – Spannungsversorgung mit Spannungsregler

Wichtig
Eine Zenerdiode kann die Spannungsdifferenz zwischen der ihr zugeführten Spannung und der Zenerspan-
nung nicht auf irgendeine Weise sperren, sondern muss die überschüssige elektrische Leistung in Wärme um-
wandeln und diese an die Umgebung abgeben. In dieser Hinsicht fungiert die Zenerdiode gewissermaßen als
ein kleiner Heizkörper. Inwieweit sie sich aufheizt, hängt vom Leistungsüberschuss ab, den sie in Wärme um-
wandeln muss.
Wie hoch die elektrische Leistung [in Watt] ist, die eine Zenerdiode in Wärme umwandeln muss, errechnet sich
nach der Formel
Überschüssige Spannung [V] × Strom [A] der durch den ganzen Kreislauf fließt.
Am einfachsten verdeutlicht die Situation das Beispiel aus Abb. 9.2: Die eigentliche Energiequelle bilden hier 59
zwei gekapselte Solar-Minipaneele, die unter optimalen Bedingungen (bei starkem Sonnenschein) einen Strom
von maximal 80 mA (0,08 A) liefern können. Dieser Strom wird also schlimmstenfalls durch die Zenerdiode
„ZPD 3,6 V“ fließen. Die Solarspannung wird unter optimalen Bedingungen und bei voller Belastung der Solar-
zellen höchstens 6 Volt (2 × 3 Volt) betragen.
Die Zenerdiode aus Abb. 9.2 fängt von der maximalen 6-Volt-Solarspannung ihre 3,6 Volt als Zenerspannung
ab. Die überschüssige Spannung von 2,4 Volt (6 – 3,6 V) muss die Zenerdiode durch den Kreislauf weiterleiten.
Wenn dabei der Solarstrom volle 0,08 A beträgt, ergibt sich daraus eine Leistung von 2,4 × 0,08 A = 0,19 Watt,
die die Zenerdiode unter Umständen in Wärme umwandeln muss, ohne dabei zu verbrennen. Im Beispiel wur-
de eine 0,5-Watt(500-mW)-Zenerdiode verwendet, die für diese Bedingungen ausreichend dimensioniert ist.
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 60

9.1 Funk-Türglocke mit Gold-Cap


9 Gold-Caps als Energiespeicher

F unk-Türglocken – oder zumindest ihre Sender (Klin-


geltaster) – sind üblicherweise für Batteriebetrieb
ausgelegt. Diese Art der Stromversorgung ist zwar bei
und 12 Volt liegt. Je niedriger die vorgesehene Batte-
riespannung ist, desto leichter kann die Batterie durch
einen solarelektrisch geladenen Gold-Cap ersetzt wer-
dem Senderteil nicht teuer, denn der Batterie-Wechsel den, da in dem Fall nur wenige Solarzellen/kleinere
muss nur etwa alle zwei Jahre vorgenommen werden, Solar-Minpaneels als Quellen für das solarelektrische
aber einen Nachteil hat diese Lösung dennoch: Oft be- Laden erforderlich sind. Wird noch vor dem Kauf einer
merkt man erst, dass die Batterie leer ist, wenn Besu- Funk-Türglocke eine solarelektrische Stromversorgung
cher vergeblich geläutet haben und dies wissen lassen in die Planungsüberlegungen einbezogen, sollte man
oder der Paketbote einen Benachrichtigungsschein ein- darauf achten, dass das Senderteil (die eigentliche
wirft. Funk-Türklingel) für eine Batteriespannung von (nur)
Die Sender der Türglocken sind typenabhängig für 3 Volt ausgelegt ist. Anstelle der Batterie wird dann in
Batterien ausgelegt, deren Spannung zwischen ca. 3 den Sender ein Gold-Cap eingesetzt, der z. B. nach

60
Abb. 9.4 – Schaltung eines solarbetriebenen Funk-Türglockensenders.
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 61

9.1 Funk-Türglocke mit Gold-Cap

9.1 Funk-Türglocke mit Gold-Cap


Abb. 9.5 – Schaltung eines solarbetriebenen Funk-Türglockensenders mit drei Solar-Minipanels. Um auch dem weniger
erfahrenen Tüftler den Nachbau zu erleichtern, wurden hier alle Bausteine zeichnerisch dargestellt.

Abb. 9.4/9.5 von Solarzellen nach- Tipp


geladen wird.
In Abb. 9.5 wurden als Arbeits- Für das laufende Nachladen von
spannung für den Gold-Cap nicht Gold-Caps, die für die Stromver-
sorgung kleiner Geräte mit we-
die offiziellen 3 Volt, sondern 3,3
nig Stromverbrauch vorgesehen
Volt gewählt, was sich auf die Sen-
sind, können Solarzellen aus
derleistung unterstützend auswirkt. ausgedienten Taschenrechnern
Durch eine derartig geringe Erhö- (Abb. 9.6) verwendet werden.
61
hung der Versorgungsspannung Die maximale Solarspannung
wird kein Batteriegerät überstrapa- einer solchen Zellenfläche (mit
ziert, da auch der Hersteller davon vier sichtbaren Einzelzellen) liegt
ausgeht, dass eine neue, voll aufge- bei ca. 1,8 bis 1,9 V. Je nach
ladene 3-Volt-Batterie eine höhere Spannungsbedarf können belie-
Spannung hat, als es der offiziellen big viele solcher Mini-Solarmo- Abb. 9.6 – Dünnschicht-Solarzellen
Nennspannung entspricht. dule in Reihe geschaltet werden. aus ausgedienten Taschenrechnern
können für das Nachladen von Gold-
Caps verwendet werden, die Klein-
geräte mit niedrigem Energiever-
brauch versorgen.
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 62

9.2 Solaruhr mit Gold-Cap


9 Gold-Caps als Energiespeicher

B atteriebetriebene Uhren haben einen sehr niedri-


gen Energieverbrauch. Daher kann auch ein kleiner
Gold-Cap als solargeladener Energiespeicher eine
Wand- oder Tischuhr anstelle einer Batterie wartungs-
frei mit der benötigten Energie versorgen – vorausge-
setzt die Lichtverhältnisse erlauben es. Die Ansprüche
an die Lichtverhältnisse sind hier jedoch ähnlich
bescheiden wie bei einem Solar-Taschenrechner: Die
Solarzellen beanspruchen kein volles Sonnenlicht, son-
dern einfach nur eine Kombination diffusen Lichts oder
Kunstlichts, das automatisch vorhanden ist, sobald der
Raum beleuchtet wird. Da bei der Stromversorgung
einer Wand- oder Tischuhr der Gold-Cap täglichen
Nachladebedarf in der Größenordnung von nur etwa
0,0014 Ah hat, macht er sich auch den geringsten
Ladestrom zunutze, den gering belastete Solarzellen
auch bei sehr wenig Licht liefern. Befindet sich eine so-
larbetriebene Uhr in einem hellen Raum, können Solar-
zellen, die nach Abb. 9.8 einen Gold-Cap laden, die ur-
sprüngliche Batterie endgültig ersetzen.
Die Solarzellen können nach Abb. 9.7 auch ober-
halb oder neben der Uhr angebracht werden.

Wichtig Abb. 9.7 – Eine solarbetriebene Uhr im Wintergarten.

Bevor Sie den Gold-Cap in eine neu modifizierte


62 Solaruhr einlöten, sollten Sie ihn erst extern auf die
erforderliche Spannung aufladen. Dies kann entwe-
der nach dem Prinzip aus Abb. 9.8a/b erfolgen oder
Sie richten die Solarzellen samt Zubehör erst für eini-
ge Tage optimal gegen die Sonne aus.
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 63

9.2 Solaruhr mit Gold-Cap


63

Abb. 9.8 – Solarbetriebene Funkuhr: Die Zahl der verwendeten Solarzellen richtet sich nach der Versorgungsspannung, die
bei den meisten Uhren 1,5 oder 3 V beträgt.
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 64

9.3 Funksender einer Wetterstation mit Gold-Cap


9 Gold-Caps als Energiespeicher

Ä hnlich wie bei der vorher be-


schriebenen Uhr kann auch
z. B. bei einem Funk-Temperatur-
sensor einer Wetterstation (Abb.
9.9) die Stromversorgung mithilfe
eines solarelektrisch geladenen
Gold-Caps erfolgen. Dadurch erüb-
rigt sich das Auswechseln der Batte-
rien. Im Vergleich mit der Uhr haben
viele Funksender einen etwas höhe-
ren Stromverbrauch. Daher emp-
fiehlt es sich, die Kapazität des
Gold-Caps angemessen zu erhö-
hen. Wir haben bei unseren Experi-
menten zu diesem Thema zwei in
Reihe geschaltete Gold-Caps nach
Abb. 9.10 verwendet. Durch die
Reihenschaltung der zwei Gold-
Caps à 2,3 Volt/22 Farad verdoppelt
sich (annähernd) die maximal zuläs-
sige Betriebsspannung auf ca. 4,6
Volt und halbiert sich die Kapazität
des Energiespeichers auf 11 Farad.
Auf Grund der Herstellungsstreu-
ung können die zwei verwendeten
Gold-Caps etwas unterschiedliche
64 Kapazitäten haben, wodurch auch
die Spannungsverteilung in Mitlei-
denschaft gezogen wird. Da wir
den zwei Kondensatoren in Serie
nur eine Spannung von maximal 3 Abb. 9.9 – Solarbetriebener Funk-Temperatursensor mit Gold-Caps statt
Volt zumuten, ist nicht zu befürch- Batterien.
ten, dass auf einen von ihnen eine
zu hohe Spannung entfällt.
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 65

9.3 Funksender einer Wetterstation mit Gold-Cap

9.3 Funksender einer Wetterstation mit Gold-Cap


Abb. 9.10 – Schaltung des
solarbetriebenen Funk-
Temperatursensors aus der
vorhergehenden Abbildung.

65

Abb. 9.11– Solarelektrische Spannungsversorgung eines 4,5-Volt-Wetterstation-Außensensors (eine geringfügig erhöhte


Versorgungsspannung ist nicht hinderlich, da neue (voll aufgeladene) Batterien oft eine etwas höhere Spannung als die
1,5 V pro Zelle haben)
4389-6 Batterien_Neu.qxd 13.03.2008 15:36 Seite 66

9.4 Einbruchschutz-Warngerät mit Gold-Cap


9 Gold-Caps als Energiespeicher

A ls vorteilhaft kann sich ein Gold-Cap auch in Ein-


bruchschutzgeräten erweisen, die z. B. im Außen-
bereich installiert sind und darauf warten, zum Einsatz
geräte mit niedrigem oder nur gelegentlichem Strom-
bedarf können auf die gleiche Weise ihre Stromversor-
gung aus einem Gold-Cap-Kondensator beziehen, der
zu kommen. Abb. 9.12 zeigt die Stromversorgung eines solarelektrisch geladen wird. Solche Geräte über-
Voice-Moduls mit zwei in Reihe geschalteten Gold- wachen das unbefugte Betreten eines Grundstücks
Caps. In einem solchen Kleinmodul kann z. B. eine ge- oder Einbruchsversuche. Sie können vorprogrammierte
sprochene Warnung gespeichert werden, die von Wahrnehmungen – wie z. B. die Betätigung eines
einem Alarmkontakt aktiviert wird. Alarmschalters am Türgriff der Garage – weiterleiten
Bei unseren Experimenten für dieses Buch stellte (ins Haus funken) und vorgegebene Einschaltvorgänge
sich heraus, dass ein vollgeladener 5-Farad-Gold-Cap oder Meldungen auslösen. Als Alarmschalter können
etwa 100-mal eine ca. 10-sekündige Warnung des ein Mikro-, Neigungs-, Stolper- oder Zungenschalter
Voice-Moduls in voller Lautstärke wiedergeben kann, sowie eine Kontakttrittmatte dienen.
bevor er nachgeladen werden muss. Andere Klein-

66

Abb. 9.12 – Beispiel der Energieversorgung eines Voice-Moduls mithilfe eines Gold-Caps (Anbieter der Voice-Module:
Conrad Electronic).
65017-5 Titelei 29.06.2010 10:37 Uhr Seite 3

ELEKTRONIK

Dietmar Benda

5. überarbeitete Auflage

Wie misst man mit dem


Oszilloskop?
Technik, Geräte, Messpraxis mit über 150 Messbeispielen

190 Abbildungen
5

Vorwort

Das Angebot an Oszilloskopen ist sehr vielfältig geworden. Es gibt einfache digi-
tale Handoszilloskope (HDO), Analogoszilloskope (AO, ASO), digitale Speicher-
oszilloskope (DSO), Analog-/Digital-Oszilloskope (ADSO) und Mixed-Signal-
Scopes (MSO) mit bis zu vier analogen und 18 digitalen Kanälen.
Im Gegensatz zu einfach zu bedienenden Anzeigemessgeräten erfordert das Oszil-
loskop Kenntnisse über seine vielfältigen einstellbaren Messfunktionen zur Sichtbar-
machung, Speicherung, Auflösung und Berechnung elektrischer Signale und anderer,
über Sensoren aufnehmbare Funktionsabläufe. DSOs und ADSOs sind mit bis zu 50
Bedienelementen und weiteren zahlreichen Softkey-Funktionen ausgestattet.
Bis auf die Netz-EIN-AUS-Taste werden bei höherwertigen Oszilloskopen die Be-
dienelemente elektronisch abgefragt. Alle elektronisch erfassten Bedienfunktionen
und ihre aktuellen Einstellungen können daher gespeichert oder von extern gesteuert
werden. Aber in der umfangreichen Angebotspalette gibt es sie noch, die einfachen
und preiswerten AOs, wie z. B. das einkanalige 10-MHz-Oszilloskop.
In diesem praxisnahen Buch erwarten den Anfänger folgende Schwerpunkte:
● In den ersten fünf Abschnitten wird an einem zweikanaligen Analogoszilloskop
(AO) gezeigt, wie man misst (Funktionen und Bedienung des Oszilloskops sowie
Einsatz der Hilfsmittel wie Messkabel, Masseverbindungen und Tastköpfe). Fer-
ner erfährt man, warum man so misst (Funktionserkennung) und was man misst
(zahlreiche Anwendungsbeispiele, Übungen und Versuche).
● An einem Kombi-Scope (ADSO) werden in Abschnitt 6 die zahlreichen Funk-
tionen der digitalen Signalverarbeitung dargestellt. Diese Geräte vereinigen die
Vorteile der analogen Messung und die Möglichkeit der digitalen Speicherung
und Auflösung (FFT). Es werden auch die Unterschiede von Elektronenstrahlröh-
re, LCD- und VGA-Bildschirmen in der horizontalen Auflösung und der maxi-
mal erfassbaren Signalfrequenz betrachtet.
● In Abschnitt 7 erfolgt eine Einführung in die SCPI-Sprache zur Steuerung von
Messinstrumenten, die auch bei computergesteuerten Oszilloskopen zur Anwen-
dung kommen.
● Im letzten Abschnitt werden zahlreiche Messbeispiele aus allen Bereichen der
Technik (Computertechnik, Messen, Steuern, Regeln, Sensorik, Signalleitungen,
Medizintechnik, Bioforschung) vorgestellt.
6 Vorwort

Wenn der Leser nicht die Möglichkeit einer regelmäßigen Messpraxis hat, kann er ent-
stehende Kenntnislücken sozusagen im Trockenkursverfahren mithilfe dieses Buchs
wieder auffrischen. Dazu helfen nicht nur die in allen Abschnitten zu den Funktions-
erklärungen folgenden zahlreichen Beispiele, sondern auch die Abschnitte „Übungen
zur Vertiefung“.
7

Inhalt

1 Die Elektronenstrahlenröhre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
1.1 Aufbau und Funktion der Elektronenstrahlröhre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
1.2 Anforderungen an Elektronenstrahlröhren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
1.3 Bezeichnungsschlüssel (Typenbezeichnung). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
1.4 Elektronenstrahl positionieren und fokussieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
1.5 Die Funktionen TRACE und BEAM FIND . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
1.6 Übungen zur Vertiefung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

2 Eigenschaften und Funktionen des Oszilloskops . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25


2.1 Messtechnische Grundlagen der Signalaufzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
2.1.1 Signalarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
2.1.2 Größen der Signalspannung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
2.1.3 Zeit- und Frequenzwerte von Signalspannungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
2.2 Funktionen des Analog-Oszilloskop . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
2.2.1 Vertikalverstärkersystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
2.2.2 Horizontalverstärkersystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
2.2.3 Zeitablenkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
2.2.4 Triggerfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
2.2.5 Triggerquellen und Triggersignalkopplung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
2.3 Bedien- und Anzeigeelemente eines Analogoszilloskops . . . . . . . . . . . . . . . 40
2.3.1 Einstellfunktionen am vertikalen Messverstärker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
2.3.2 Einstellfunktionen an der horizontalen Zeitablenkung . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
2.3.3 Triggerfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
2.3.4 Bauelemente-(Komponenten-)test und Kalibrierer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
2.4 Kennwerte und technische Daten eines Analogoszilloskops . . . . . . . . . . . . . 47
2.5 Übungen zur Vertiefung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49

3 Spannungs- und Amplitudenmessungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51


3.1 Messaufbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
3.1.1 Bezugspotenzial, Erdungsprobleme und Masseführung . . . . . . . . . . . . . . . . 52
3.1.2 Innenwiderstand. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
3.1.3 Messleitungen, Einfluss von Länge und Qualität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
3.2 Messung von Gleich- und Wechselspannungen ohne Zeitablenkung . . . . . . 59
3.2.1 Messung von Gleichspannungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
8 Inhalt

3.2.2 Messung von Wechsel-(Sinus-)Spannungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63


3.3 Messung von Gleich- und Wechselspannungen mit Zeitablenkung . . . . . . . 64
3.3.1 Messung von Gleichspannungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
3.3.2 Messung von Wechselspannungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
3.3.3 Messung von Mischspannungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
3.4 Messungen mit Tastköpfen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
3.4.1 Tastteiler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
3.4.2 Dioden-(Demodulator-)Tastkopf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
3.5 Übungen zur Vertiefung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73

4 Triggerung und Synchronisation von Messsignalen . . . . . . . . . . . . . . . . . 81


4.1 Triggerquelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
4.2 Auswahl der Triggerart . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
4.3 Auswahl der Triggerflanke und des Triggerpegels . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
4.4 Hinweise und Beispiele für die Triggersignalankopplung . . . . . . . . . . . . . . 93
4.5 Dehnung des Zeitablenkkoeffizienten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97
4.6 Übungen zur Vertiefung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98

5 Messungen mit Zweikanaloszilloskop . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113


5.1 Betriebsarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114
5.2 Differenzmessungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
5.3 Phasendifferenzmessung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122
5.4 Übungen zur Vertiefung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123

6 Digitale Speicher- und Kombi-Oszilloskope . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125


6.1 Technische Kennwerte und Funktionen des ADSO . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
6.2 Bedienelemente und Bildschirmeinblendungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129
6.2.1 Grundeinstellungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131
6.2.2 Bedienung der Menüanzeigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131
6.3 Betriebsarten der Messverstärker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
6.3.1 Automatische Messungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134
6.3.2 Cursor-Messungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134
6.3.3 Mathematische Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134
6.3.4 Kalkulator-Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 136
6.4 Triggerung und Zeitablenkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 136
6.4.1 Ablenkverzögerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137
6.5 AUTOSET . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
6.6 Mittelwertanzeige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140
6.7 Speicherbetrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
6.7.1 Random-Sampling . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
6.7.2 Betriebsarten zur Signalerfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 142
6.7.3 Speicherauflösung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143
6.7.4 Alias-Signale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143
Inhalt 9

7 Standard-Befehlssatz für programmierbare Instrumente . . . . . . . . . . 146


7.1 Systembefehle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146
7.2 Steuerungsbefehle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147
7.3 Aufbau und Beispiele für SPCI-Kommandos . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148

8 Messungen an Anwendungs- und Versuchsschaltungen . . . . . . . . . . . . 151


8.1 Aliasing-Effekt vermeiden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153
8.2 Amplituden- und Frequenzmodulation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153
8.3 Antriebsregelsysteme. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155
8.4 Buskonflikte mit Logiktriggerung erfassen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158
8.5 BUS-Systeme. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161
8.6 Darstellung der Kennlinien von Bauelementen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164
8.7 Drehzahlmessungen an Inkrementalgebern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169
8.8 Frequenzfilter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171
8.9 Frequenzmessungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173
8.10 Gleichtaktstörsignale an Schaltungen prüfen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 178
8.11 Impulsmessungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179
8.12 Impulsmessungen mit Spitzenwerterfassungsfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . 181
8.13 Digitale Signalformen stabilisieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 183
8.14 Metastabile Zustände in digitalen Systemen finden und darstellen . . . . . . . 184
8.15 Netzgleichrichter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 186
8.16 Operationsverstärker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 189
8.17 Phasenmessungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 191
8.18 Physikalische Funktionsabläufe von Sensoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194
8.19 Puls- und EKG-Signale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 196
8.20 Rauschen von Netzgeräten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 199
8.21 Reflexionsmessungen an Verbindungs- und
Übertragungsleitungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
8.22 Seltene Signale erfassen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207
8.23 Spannungs- und Stromverstärker. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209
8.24 Ursachen von Störsignalen schnell diagnostizieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211
8.25 Verzerrungsanalyse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 212
8.26 Videosignale an Fernsehgeräten und Monitoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213
8.27 Übungen zur Vertiefung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 217

Lösungen zu den Übungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220


10
11

1 Die Elektronenstrahlenröhre

Die Elektronenstrahlröhre wird für die Erzeugung und Ablenkung des sichtbaren
Elektronenstrahls im Oszilloskop benötigt. Auf ihrer Funktion basiert die Arbeitswei-
se eines Oszilloskops. Daher soll auf ihren Aufbau und ihre Funktion etwas näher
eingegangen werden.

1.1 Aufbau und Funktion der Elektronenstrahlröhre

Die Elektronenstrahlröhre ist in langjähriger Entwicklungsarbeit aus der Braunschen


Röhre (Katodenstrahlröhre) hervorgegangen. Technik, Bauart, Herstellung und An-
wendung unterliegen der laufenden Weiterentwicklung, das Funktionsprinzip jedoch
ist unverändert.
Die Elektronenstrahlröhre (Abb. 1.1) besteht aus einem zylindrischen Glaskolben,
der sich zur Bildschirmseite pyramidenstumpfähnlich (bei Rechteckröhren) verjüngt.
In diesem Glaskolben ist das z. T. kompliziert aufgebaute Elektrodensystem, auch
einfach System genannt, untergebracht. Die Anschlüsse des Systems sind an Sockel-
stifte geführt, die die Verbindung mit den elektrischen Zuleitungen ermöglichen. Die
Ablenkanschlüsse sind in unmittelbarer Nähe der Ablenkplatten (elektrostatische
Ablenkung) angeordnet, damit Streufelder weder im System noch anderweitig Stö-
rungen hervorrufen können. Aus Isolationsgründen ist der Anodenanschluss ebenfalls
getrennt nach außen geführt.
Auf der Bildschirmseite der Röhre ist eine fluoreszierende Schicht aufgebracht, die
durch den auftreffenden Elektronenstrahl zur Lichtemission angeregt wird.
Zur Erzeugung des Elektronenstrahls wird eine Katode benutzt, die bei Netzgeräten
indirekt, bei batteriebetriebenen Oszilloskopen meistens direkt geheizt wird. Die dem
Steuergitter entsprechende Elektrode, der Wehnetz-Zylinder, wird als Steuergitter be-
zeichnet. Durch die Form seines Aufbaus kann nur ein Teil der emittierten Elektro-
denwolke das System passieren. Das Steuergitter ist zylindrisch aufgebaut und wie
die anderen Elektroden, die den Elektronenstrahl bündeln, zentrisch zur Katode ange-
ordnet. Somit ist eine Formung des Strahls, der wegen der gewünschten Abbildungs-
schärfe stark gebündelt auf dem Bildschirm auftreffen muss, erreicht. In der Mitte des
12 1 Die Elektronenstrahlenröhre

Zylinders befindet sich eine kreisförmige Öffnung, durch die nicht alle emittierten
Elektronen gelangen können. Indem man an das Steuergitter eine einstellbare Poten-
zialdifferenz legt, ist die Intensität des auftreffenden Strahls in gleichem Maße wie
die Potenzialdifferenzänderung zu beeinflussen. Auf diese Weise ist die Helligkeits-
steuerung (Intensität) des Bildes möglich. Der erzeugte Elektronenstrahl wird durch
die Einwirkung der sich räumlich an das Steuergitter anschließenden Elektroden, der
sogenannten Elektrodenlinse oder Elektrodenoptik, weiter gebündelt und in seiner
Konzentration durch entsprechende Potenzialveränderungen variiert (Abb. 1.2).

Abb. 1.1: Elektronenstrahlröhre mit


rechteckigem Bildschirm

In dieser Anordnung von Beschleunigungs- und Linsenelektroden wird in deren


Strahlraum ein zusätzliches Feld aufgebaut, das auf den Elektronenstrahl ähnlich
wirkt wie eine Linsenoptik auf einen Lichtstrahl.
Durch die unterschiedlichen Potenzialdifferenzen der verschiedenen Elektroden der
Elektronenlinse bilden sich Linienfelder mit gleichen Potenzialen (Äquipotenziallinien-
felder) aus, in denen der Strahl so geformt wird, dass er auf dem Bildschirm gebündelt
(fokussiert) auftritt. Mit dem Fokus-Einsteller, der die an der Elektronenlinse liegende
Spannung verändert, lässt sich das Bild auf maximale Schärfe einstellen. Räumlich
hinter der Fokussiereinrichtung angeordnet, befinden sich die Ablenkplattenpaare für
1.1 Aufbau und Funktion der Elektronenstrahlröhre 13

die horizontale und vertikale Ablenkung des emittierten Elektronenstrahls (Abb. 1.3).
Wenn an die Ablenkplattenpaare, die um 90° gegeneinander versetzt sind, Spannungen
gelegt werden, bauen sich an den Platten elektrostatische Felder auf, die die gewünschte
Ablenkung des Elektronenstrahls zur Folge haben. Somit ist es möglich, den vorher
gebündelten Strahl an beliebige Punkte auf der Bildschirmfläche zu dirigieren.

Abb. 1.2: Äquipotenziallinien


bündeln den Elektronenstrahl

Der Elektronenstrahl wird durch das positive Potenzial der Anodenspannung be-
schleunigt und kann daher die verschiedenen Linsen- und Ablenksysteme durchlau-
fen. Vom Röhrenkonzept her unterscheidet man nach der Art der Beschleunigung
Elektronenstrahlröhren mit Beschleunigungs- und mit Nachbeschleunigungselektro-
den. Die erstgenannten beschleunigen den Elektronenstrahl, bevor er abgelenkt wird;
beim zweiten Röhrenkonzept wird nach der Ablenkung beschleunigt. Daher auch der
Name Nachbeschleunigung.

Abb. 1.3: Funktionselemente einer Elektonenstrahlröhre mit Nachbeschleunigungselektrode

Da die Lichtausbeute von der Anzahl der auf das Phosphor treffenden Elektronen und
deren Auftreffgeschwindigkeit abhängt, ist eine möglichst hohe Beschleunigungs-
spannung wünschenswert. Im Falle der einfachen Beschleunigung kann mit einer Po-
14 1 Die Elektronenstrahlenröhre

tenzialdifferenz von 3 kV bis 4 kV zwischen Anode und Katode gearbeitet werden.


Die Beschleunigungsspannung reicht aber in vielen Fällen, beispielsweise bei der
Darstellung von langsam repitierenden Signalen oder kurzen Pulszeiten, nicht aus, um
ein gut sichtbares Signal zu erzeugen. Aus diesem Grund wird in Oszilloskopen mit
breitbandigem Frequenzbereich die Nachbeschleunigung eingesetzt. Diese Funktion
wird durch die Nachbeschleunigungselektrode bewirkt, die als Widerstandswendel
oder -belag auf der Kolbenwand aufgebracht ist. Dieser Teil der Kolbenwand liegt
außerhalb des Bereichs, in dem das System angeordnet ist, also im freien Strahlraum,
der auch Nachbeschleunigungsraum genannt wird.

1.2 Anforderungen an Elektronenstrahlröhren

Die heute verwendeten Bauformen von Elektronenstrahlröhren sind ein Kompromiss


zwischen den erzielbaren Eigenschaften und den Anforderungen, die an eine Elek-
tronenstrahlröhre gestellt werden. Diese Anforderungen lassen sich wie folgt zusam-
menfassen:
● Hohe Helligkeit
Wichtig für Messungen in der Impulstechnik, wenn einmalige Vorgänge oder Vor-
gänge mit niedriger Wiederholfrequenz bei hoher zeitlicher Auflösung dargestellt
oder fotografiert werden sollen.
● Hohe Ablenkempfindlichkeit
Aufgrund der niedrigen Betriebsspannungen der Horizontal- und Vertikalverstär-
ker (Halbleiterschaltungen) und den damit verbundenen geringen Ablenkspan-
nungen muss die Elektronenstrahlröhre eine hohe Ablenkempfindlichkeit haben.
● Hohe Grenzfrequenz
Diese Forderung entspricht dem Bestreben nach hohen Messfrequenzen, die die
Verstärkertechnik der Analogoszilloskope ermöglicht.
● Hohe Messgenauigkeit
Damit verbunden sind eine hohe Punktschärfe, eine große Schirmfläche sowie
eine fehlerfreie, daher lineare Auslenkung des Elektronenstrahls.
Wie schwierig es ist, die verschiedenen Forderungen gleichzeitig zu erfüllen, soll
anhand einiger einfacher Zusammenhänge erläutert werden. Voraussetzung für eine
hohe Helligkeit ist eine hohe Elektronenstrahl- und Auftreffgeschwindigkeit der
Elektronen auf dem Phosphor. Da die Geschwindigkeit in direktem Zusammen-
hang mit der Beschleunigungsspannung steht, ist es sinnvoll, die Elektronenstrahl-
röhre mit einer hohen Beschleunigungs- bzw. Nachbeschleunigungsspannung
auszustatten. Eine höhere Elektronenstrahlgeschwindigkeit hat aber zwangsläufig
eine Verkürzung der Verweildauer des Strahls in den Ablenkfeldern zur Folge. Der
Strahl kann dadurch durch die Elektrodensysteme nicht mehr so stark beeinflusst
1.3 Bezeichnungsschlüssel (Typenbezeichnung) 15

werden. Die Folge ist eine Verschlechterung der Ablenkempfindlichkeit. Abhilfe


könnte durch Verlängerung der Ablenkplatten oder durch Verringerung des Platten-
abstands geschaffen werden.

Abb. 1.4: Begrenzter Ablenkwinkel durch


parallele Ablenkplatten

In beiden Fällen steigt die Plattenkapazität, wodurch sich die Grenzfrequenz verrin-
gert. Im Ersatzschaltbild sind die Ablenkplatten die kapazitive Last des Vertikalend-
verstärkers, die mit dem Innenwiderstand des Endverstärkers einen Tiefpass bilden.
Ein weiterer Nachteil liegt in der Begrenzung des Ablenkwinkels bei parallel lie-
genden Ablenkplatten (Abb. 1.4). Bei zu langen Ablenkplatten erhöht sich die Ver-
weildauer des Elektronenstrahls innerhalb des Ablenkplattenbereichs. Dies hat zur
Folge, dass der Strahl nur von langsameren Ablenksignalen beeinflusst werden kann.
Entspricht die Periodendauer des angelegten Ablenksignals der Verweildauer des
Elektronenstrahls, hebt sich die Ablenkwirkung, die beide Halbwellen des Signals
hervorrufen, auf. Aus diesem Grund muss die Verweildauer des Elektronenstrahls im
Ablenkfeld bedeutend kleiner sein als die Periodendauer des an die Ablenkplatten
gelegten Messsignals. Aus diesen einfachen, logischen Zusammenhängen erkennt
man die Schwierigkeit, die anfangs erwähnten Forderungen zu erfüllen. Die im Zu-
sammenhang mit der Fokussierung erwähnten Linienfelder treten überall zwischen
den Elektroden des Systems auf und beeinflussen auch die Strahlablenkung. Eine
relativ starke Beeinflussung der Ablenkung wird durch die Linienfelder verursacht,
die sich zwischen der Nachbeschleunigungselektrode und den Ablenkplatten bilden.
Die Linienfelder greifen in die Ablenkfelder ein und reduzieren dadurch die Ablenk-
wirkung.

1.3 Bezeichnungsschlüssel (Typenbezeichnung)

Die Qualität eines Oszilloskops wird auch von den Eigenschaften der eingesetzten Elek-
tronenstrahlröhre bestimmt.
Die Elektronenstrahlröhren sind mit rechteckigen Planschirmen ausgestattet. Ihre Größe
wird durch die Diagonallänge angegeben, z. B. 10, 14 und 18 cm.
Die Auflösung des Elektronenstrahls in beiden Ablenkrichtungen wird im Wesentlichen
durch die Intensität (Helligkeit) des Elektronenstrahls und damit von der Nachleuchtdau-
16 1 Die Elektronenstrahlenröhre

er bestimmt. Je höher die Ablenkgeschwindigkeit ist, desto dunkler werden die Signalli-
nien. Die Auflösung der Elektronenstrahlröhre im Digitalbetrieb ist ca. 8-mal größer als
bei VGA-Bildschirmen und 4-mal größer als bei LCD Bildschirmen.
Die Elektronenstrahlröhren werden vom Hersteller mit Bildschirmen verschiedener
Kennwerte angeboten. Die Auswahl richtet sich nach dem Verwendungszweck und
unterscheidet sich vor allem in der Grenzfrequenz, der Farbe des Leuchtpunkts und
der Nachleuchtdauer.
Das zeitliche Verhalten der Leuchtschicht beim Auftreffen des Elektronenstrahls un-
terscheidet zwischen Fluoreszenz und Phosphoreszenz. Die Bezeichnung Fluoreszenz
wird für die Leuchtfarbe verwendet, die zu sehen ist, wenn der Elektronenstrahl auf
die Leuchtschicht trifft. Das Nachleuchten wird durch die Phosphoreszenz bestimmt.
Bei geringer Geschwindigkeit des Leuchtpunkts auf dem Leuchtschirm ist langes
Nachleuchten von Vorteil, damit ein vollständiges Signalbild dargestellt wird. Aber
bei hohen Signalfrequenzen würden bei langer Nachleuchtdauer mehrere Signalbilder
gleichzeitig dargestellt.
Tabelle 1.1 zeigt eine Auflistung der Schirmbezeichnungen und deren Farben und
Nachleuchtdauer. Die angegebenen Zeiten für die Nachleuchtdauer definieren den
Abfall der Helligkeit (Leuchtdichte) des Elektronenstrahls auf 10 % des Anfangs-
werts.

Schirmbezeichnung Schirmfarbe Nachleuchtdauer


Fluoreszenz Phosphoreszenz
BA purpurblau blau < 1 μs
BE blau blau 10 μs bis1 ms
GE grün grün 1 μs bis 10 μs
GH grün grün 10 μs bis1 ms
GJ gelblich grün gelblich grün 1 ms bis 100 ms
GL gelblich grün gelblich grün 10 μs bis 1 ms
GM purpurblau gelblich grün 100 ms bis 1s
LC orange orange <1 s
Tabelle 1.1: Bildschirmbezeichnungen

Für universelle Anwendungen werden Oszilloskope mit Elektronenstrahlröhren vom


Typ GH ausgerüstet. Leuchtschichten für langes Nachleuchten werden bei langsamen
Zeitabläufen eingesetzt, z. B. in der Medizintechnik für Atem-, EKG- und Pulsdarstel-
lungen.
Die Typenbezeichnungen von den Herstellern der Elektronenstrahlröhren sind genormt.
Daher können daraus die wichtigsten Daten entnommen werden. Die folgende Typen-
bezeichnung beinhaltet folgende Kennwerte:
1.4 Elektronenstrahl positionieren und fokussieren 17

D 14 – 363 GY 8 x 10 cm mit Innenraster

1. Buchstabe: Teilung:
D = Einstrahl X = 8 cm, Y = 10 cm
E = Mehrstrahl Schirmbezeichnung
Bildschirmdiagonale: Bauartbezeichnung
14 cm

Weitere Kennwerte und Betriebswerte der Elektronenstrahlröhren finden Sie in den


Datenblättern der Hersteller.

1.4 Elektronenstrahl positionieren und fokussieren


Nachdem wir nun Vieles über Aufbau, Funktionen und Zusammenhänge der Elek-
tronenstrahlröhre erfahren haben, wollen wir damit beginnen, uns mit der Inbetrieb-
nahme des „Messgeräts Oszilloskop“ vertraut zu machen. Zuerst wird das Gerät

Abb. 1.5: Einstellmöglichkeiten für den Elektronenstrahl


18 1 Die Elektronenstrahlenröhre

mit dem Netzschalter eingeschaltet. In unserem Beispiel ist der Netzschalter mit dem
Einsteller INTENS kombiniert (vgl. Abb. 1.5).
Man beachte hierbei die Anwärmzeit des Geräts. Die Zeit, die zur Erreichung der
Betriebstemperatur erforderlich ist, beträgt ca. 5 bis 10 Minuten. Auch der Elektro-
nenstrahl wird erst nach einigen Sekunden sichtbar. Erst nach Erreichen der Betriebs-
temperatur hat sich das Elektrodensystem der Elektronenstrahlröhre so weit stabili-
siert, dass die Lage des Elektronenstrahls keine nennenswerte Drift mehr aufweist.
Dies macht sich durch eine konstante Nulllage und gleichbleibende Strahlschärfe so-
wie Helligkeit des Elektronenstrahls bemerkbar.
Mitunter kann es Schwierigkeiten bereiten, den Strahl überhaupt sichtbar zu machen.
Dies kann verschiedene Ursachen haben und ist in der Regel auf falsch eingestellte Be-
dienelemente zurückzuführen.
Daher wird eine Grundeinstellung der Bedienelemente nach dem Einschalten empfohlen.
Folgende Einstellungen sind zur Einstellung der Strahlschärfe der Reihe nach vorzuneh-
men bzw. zu überprüfen (vgl. Abb. 2.15):
● Einsteller INTENS etwa auf Skalenteil 8 einstellen,
● Eingangskopplung des Y-Einganges auf GND schalten,
● Einsteller für Y- und X-Verschiebung (Y-POS, X-POS) in Mittelstellung drehen,
● Zeitablenkung abschalten (Taste XY in Abb. 2.15 betätigen).
Der Strahlpunkt müsste sich jetzt im mittleren Bildschirmbereich darstellen. Falls erfor-
derlich, mit Y-POS und X-POS korrigieren. In den folgenden Übungen versuchen wir die
Wirkung der Einsteller FOCUS, ASTIGM und INTENS auf den Strahlpunkt darzustellen.
Betätigen wir den Einsteller INTENS von rechts nach links, dann stellen wir fest, dass
im linken Einstellbereich der Leuchtfleck immer schwächer wird, bis er verschwindet.
Mit zunehmender Rechtsdrehung wird der Leuchtfleck heller und zeigt im letzten rechten
Drittel des Einstellbereichs einen zunehmenden Lichthof (Abb. 1.6a).
Der Einsteller ASTIGM ist auf die geometrische Form des Strahlpunkts wirksam. Drehen
wir den Einsteller von der Mitte aus nach links, dann wird sich der Leuchtpunkt über eine
elliptische Form zu einem Strich verändern. Bei einer Rechtsdrehung des Einstellers wird
sich in etwa derselbe Effekt ergeben, nur mit dem Unterschied, dass sich eine andere Lage
ergibt (Abb. 1.6b).
Wird der Einsteller FOCUS von links nach rechts gedreht (ASTIGM in Mittelstellung),
dann stellen wir fest, dass sich der Leuchtpunkt in der mittleren Stellung am kleinsten
und schärfsten darstellt und sowohl nach links als auch nach rechts zu einem Leuchtfleck
vergrößert. (Abb. 1.6c).
Wenn die geometrische Form des Leuchtpunkts mit dem Einsteller ASTIGM nicht opti-
mal eingestellt ist, wird bei der Schärfeeinstellung mit FOCUS kein kreisrunder kleiner
Punkt erreicht. Der Punkt bleibt oval- oder stabförmig oder ändert seine Form in Abhän-
gigkeit von der eingestellten Intensität des Strahls.
1.6 Übungen zur Vertiefung 23

1.6 Übungen zur Vertiefung


Muss man sich mit etwas völlig Neuem mit Hilfe eines Fachbuches auseinandersetzen,
dann sind die ersten Einführungs- und Beschreibungsabschnitte die schwersten. Neben
neuen Funktionen und Bedienungsabläufen sind es vor allem die vielen neuen Begriffe,
die einen anfänglich verwirren. Daher sollen in jedem Abschnitt zu allem Ungewohnten,
weil Neuem, einige Vertiefungsübungen angeboten werden.
1. Auf dem Bildschirm ist kein Strahlpunkt und keine Linie sichtbar. Die Bildschirm-
funktionen haben folgende Einstellungen:
● FOCUS in Mittelstellung
● ASTIGM in Mittelstellung
● INTENS in linker Stellung
● TRACE in rechter Stellung
Wenn der BEAM FIND betätigt wird, wird der Strahlpunkt in der Mitte des Bild-
schirms sichtbar.
Welche Funktion ist falsch eingestellt?
2. Der sichtbare Strahlpunkt auf dem Bildschirm verändert mit der Erhöhung der
Helligkeit durch INTENS seine Form und Größe.
Folgende Einstellungen müssen überprüft werden:
● X- und Y-POS
● TRACE und FOCUS
● FOCUS und ASTIGM
● TRACE und ASTIGM
● Nur FOCUS
● Nur ASTIGM
3. Bei den in Abb. 1.9 dargestellten Einstellungen ist kein Strahlpunkt sichtbar. Mit
BEAM FIND wird der Strahlpunkt in der oberen Hälfte der Bildschirmmitte sicht-
bar. Welche Stellfunktion ist falsch eingestellt?

Abb. 1.9
24 1 Die Elektronenstrahlenröhre

4. Der Strahlpunkt kann nur mit BEAM FIND sichtbar gemacht werden; er zeigt
sich hierbei in der rechten oberen Ecke des Bildschirms. Welche Stellfunktionen
in Abb. 1.10 müssen korrigiert werden, damit der Strahlpunkt auf dem Bildschirm
sichtbar wird?

Abb. 1.10

5. Auf dem Bildschirm ist bei den in Abb. 1.11 vorgegebenen Einstellungen kein
Ablenkstrahl sichtbar. Durch Betätigen von BEAM FIND wird der Ablenkstrahl
verkürzt in der Bildschirmmitte sichtbar. Welche Einstellung muss geändert wer-
den?

Abb. 1.11

● Mit FOCUS muss der Strahlpunkt schärfer eingestellt werden


● Y-POS muss korrigiert werden
● Mit INTENS muss die Strahlhelligkeit erhöht werden
● Die Zeitablenkung TIME/DIV muss auf langsamere Ablenkzeiten gestellt werden
6. Der Strahlpunkt steht in der linken unteren Ecke des Bildschirms. Wie müssen
die Steller Y- und X-POS gedreht werden, damit der Strahlpunkt in der Mitte des
Bildschirms positioniert wird?
● Y-POS und X-POS nach rechts drehen
● Y-POS und X-POS nach links drehen
● Y-POS nach rechts und X-POS nach links drehen
● Y-POS nach links und X-POS nach rechts drehen
Lösungen ab Seite 220
4356-8 Titelei neu:4356-8 Titelei 10.09.2008 11:39 Uhr Seite 3

Elektronik
Dietmar Benda

Wie liest man eine


Schaltung?
13. vollständig überarbeitete Auflage

Mit 128 Abbildungen


5

Vorwort

Das Zeitalter der hochintegrierten Schaltungsfunktionen und das Zusammenfassen


dieser Bausteine zu steckbaren und einfach lösbaren Baugruppen in Baugruppenträ-
gern, erfordert vom anwendungsorientierten Elektroniker keine tiefgehenden Grund-
kenntnisse über die einzelnen Bauelemente und ihre Funktionen.
Die hierfür zur Verfügung stehenden Dokumentationsunterlagen sind Darstellungen
(Hardware/Software) der Geräte- und Anlagenfunktionen, mit deren Hilfe der Elektro-
niker die Softwaresteuerung und die Funktionsabläufe der Schaltungstechnik erkennt
und entsprechend auswerten kann.
Wie schnell ein Techniker die für ihn erforderlichen Informationen aus einer Geräte-
dokumentation auswerten und in entsprechende Maßnahmen seiner Prüf-, Wartungs-
und Servicearbeit umsetzen kann, ist im entscheidenden Maße davon abhängig, mit
welchem fachlichen und methodischen Rüstzeug er diese Aufgabe angeht.
Bedenkt man, dass das Lesen und Auswerten der Dokumentationsunterlagen einen ho-
hen Prozentsatz an den auszuführenden Arbeiten ausmacht – je nach der Geräte- und
Anlagenfunktionen 60 bis 80% –, ist es sinnvoll, auch bei diesem wesentlichen Tätig-
keitsmerkmal nach methodisch effektiven Verfahrensweisen vorzugehen.
Daher will dieses Lehrbuch:

das Lesen von Schaltungen unter verschiedenen Funktionsbetrachtungen lehren


und üben.
Vor allem den Youngstern, sei es als Berufsanfänger oder Fachschulabgänger, sollen
die Lücken geschlossen werden, die ihnen den Übergang von der einfachen Lehrbuch-
schaltung in die umfangreichen Industrieunterlagen und Dokumentationen erleichtert
und die sonst damit verbundenen Anlaufprobleme und Verwirrungen vermeiden helfen.

die unterschiedlichsten Dokumentationsarten auf allen Anwendungsgebieten


aufzeigen.
Dies erleichtert nicht nur die Arbeit des Technikers, sondern kann auch denen nützlich
sein, die eine Dokumentation erstellen müssen, manuell oder als CAD-Dokumentation.

ein umfangreiches Nachschlagewerk sein.


Vielen Geräten liegen als Unterlagen nur noch Bedienungsanleitungen bei. Die Beiga-
be der Schaltungsunterlagen ist nicht mehr üblich. Mit Hilfe dieses Buches kann man
6 Vorwort

sich mit der Technik vertraut machen und die eine oder andere Schaltungsverbindung
oder -funktion rekonstruieren.

durch viele Übungs- und Vertiefungsaufgaben richtig fit machen.


In jedem Hauptabschnitt werden Übungsaufgaben angeboten, die das Gelernte wie-
derholen und vertiefen helfen, mit einem Lösungsangebot im Anhang.
7

Inhalt

1 Strukturen, Funktionen, Definitionen und Signalformen ..................... 11


1.1 Strukturen der Schaltungen und Wirkungen der zu verarbeitenden Signale .. 11
1.2 Bezug herstellen zwischen symbolischem Schaltbild und der
Verdrahtungsanordnung ............................................................................... 16
1.3 Polarität, Stromrichtung, Bezugspotenzial, Definitionen ............................ 17
1.4 Übungen zur Vertiefung .............................................................................. 18

2 Schaltungsanalyse ein Puzzlespiel? .......................................................... 20


2.1 Funktionsbetrachtungen .............................................................................. 20
2.2 Funktionen von Reihenschaltungen ............................................................ 25
2.3 Funktionen von Parallelschaltungen ............................................................ 28
2.4 Standardisierte Grundschaltungen ............................................................... 30
2.5 Übungen zur Vertiefung .............................................................................. 33

3 Das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden ............................ 34


3.1 Beispiel einer Generatorschaltung ............................................................... 34
3.2 Beispiel einer Impulsformerschaltung ......................................................... 36
3.3 Übungen zur Vertiefung .............................................................................. 38

4 Hauptfunktionen aus Neben- oder Hilfsfunktionen erkennen .............. 39


4.1 Beispiele anhand von Verstärkern aus der Praxis ........................................ 41
4.2 Beispiel anhand einer Impulsschaltung ....................................................... 44
4.3 Beispiel einer Zählkettenschaltung .............................................................. 45
4.4 Beispiel einer Regelschaltung ..................................................................... 47
4.5 Übungen zur Vertiefung .............................................................................. 49

5 Schaltungsmaßnahmen zur Erzeugung und Stabilisierung von


Arbeitspunkten .......................................................................................... 50
5.1 Gebräuchliche Schaltungen zur Arbeitspunkterzeugung ............................ 50
5.2 Schaltungen zur Arbeitspunktstabilisierung ................................................ 51
5.3 Schutz- und Begrenzerschaltungen in diskreten und integrierten
Schaltungen ................................................................................................. 53
5.4 Beispiele aus der Praxis ............................................................................... 55
5.5 Übungen zur Vertiefung .............................................................................. 58
8 Inhalt

6 Kopplungsarten in ihrer Funktion erkennen ......................................... 59


6.1 Verbindungskopplungen .............................................................................. 60
6.2 Gegenkopplungen ....................................................................................... 62
6.3 Mitkopplungen ............................................................................................ 66
6.4 Übungen zur Vertiefung .............................................................................. 69

7 Signalwege und Funktionsabläufe festlegen ........................................... 70


7.1 Kennzeichnung der Signalwege in analogen Schaltungen .......................... 70
7.2 Kennzeichnung des Funktionsablaufs bei digitalen Schaltungen ............... 72
7.3 Übungen zur Vertiefung .............................................................................. 76

8 Schaltungen in Übersichtsplänen dargestellt .......................................... 77


8.1 Schaltungsbeispiele ..................................................................................... 77
8.2 Übungen zur Vertiefung .............................................................................. 85

9 Schaltungsunterlagen in der Praxis anwenden ...................................... 86


9.1 Gerätedokumentationen .............................................................................. 86
9.2 Beispiel aus der Praxis ................................................................................ 87
9.3 Übungen zur Vertiefung .............................................................................. 94

10 Computertechnik: Hardware, Software ................................................. 95


10.1 Tri-state-Ausgänge oder Bus-Funktionen ................................................... 95
10.2 Mikrocomputer-Schaltung ........................................................................ 101
10.3 Software/Hardware-Schnittstellenbausteine ............................................. 106
10.4 Pegel- und Leistungsanpassschaltungen am Mikrocomputer ................... 109
10.5 Flussdiagramme, Befehlslisten ................................................................. 115
10.6 DA- und AD-Wandler ............................................................................... 119
10.7 Übungen zur Vertiefung ............................................................................ 125

11 Bezeichnungs- und Orientierungssysteme gebräuchlicher


Industrieunterlagen ................................................................................. 127
11.1 Referenzbezeichnungen ............................................................................ 127
11.2 Werksnormen für Stromlaufpläne und Funktionsabläufe ......................... 128
11.3 Kennwert- und Datenblätter ...................................................................... 133
11.4 Serviceunterlagen ...................................................................................... 135
11.5 Übungen zur Vertiefung ............................................................................ 144

12 Darstellungshilfen für speicherprogrammierbare Steuerungen ........ 145


12.1 Betriebsmittel- und Zuordnungsliste ......................................................... 146
12.2 Kontaktplan (KOP) ................................................................................... 146
12.3 Logikplan (LOP) ....................................................................................... 147
12.4 Anweisungsliste (AWL) ............................................................................ 147
12.5 Übungen zur Vertiefung ............................................................................ 150
Inhalt 9

13 CAD-Dokumentation .............................................................................. 151


13.1 Installations- und Aufbaupläne .................................................................. 151
13.2 Bezeichnungssysteme für Klemmen, Steckverbinder und Kabel.............. 158
13.3 Stromlaufpläne .......................................................................................... 162
13.4 Bauteil- und Gerätelisten........................................................................... 171
13.5 Klemmen- und Steckverbinderlisten ......................................................... 172
13.6 Verdrahtungspläne ..................................................................................... 173
13.7 Übungen zur Vertiefung ............................................................................ 175

14 Anhang ...................................................................................................... 176


14.1 Genormte und international angewendete Schaltzeichen ......................... 177
14.1.1 Stromquellen .............................................................................................. 177
14.1.2 Sicherungen, Bezugspotenziale ................................................................. 177
14.1.3 Leitungen und Steckverbindungen ............................................................ 178
14.1.4 Einstellung und Veränderung .................................................................... 178
14.1.5 Widerstände ............................................................................................... 179
14.1.6 Spulen ........................................................................................................ 179
14.1.7 Kondensatoren ........................................................................................... 180
14.1.8 Halbleiter ................................................................................................... 180
14.1.9 Halbleiterdioden und Vierschichtelemente ............................................... 180
14.1.10 Bipolare Transistoren ................................................................................ 182
14.1.11 Unipolare Transistoren .............................................................................. 183
14.1.12 Grundform digitaler Verknüpfungsglieder ................................................ 183
14.1.13 Negation .................................................................................................... 183
14.1.16 Kippglieder, Register und Speicher ........................................................... 185
14.2 International gebräuchliche Abkürzungen in englischer Sprache ............. 187
14.2.1 Referenzkennzeichnungen – Reference Designators ................................ 187
14.2.2 Weitere Abkürzungen – Abbreviations ..................................................... 187
14.3 Teilverhältnisse von Spannungsteilern ...................................................... 189
14.4 Parallelschaltung von Widerständen, Serienschaltung von
Kondensatoren ........................................................................................... 191
14.5 Widerstand, Spannung, Strom, Leistung ................................................... 192
14.6 Kennzeichnung von Widerständen und IEC-Reihen ................................. 193
14.7 Kennzeichnung von Kondensatoren .......................................................... 196
14.8 Transistoranschlüsse .................................................................................. 200
14.9 Symbole für Flussdiagramme nach DIN 66001 ........................................ 201
14.10 Erläuterungen der Anschlussbezeichnungen an ICs .................................. 202
14.11 ASCII-Zeichen-Zuordnungstabelle ........................................................... 206
14.11 ASCII-Zeichen-Zuordnungstabelle (Fortsetzung) ..................................... 207
14.12 Griechisches Alphabet für Größen und Maßeinheiten .............................. 208
14.13 Dezibel-Tabelle .......................................................................................... 209
14.14 Stecker und Buchsen für die HiFi- und Videotechnik ............................... 211
14.15 Stecker und Buchsen für die Datenübertragung ........................................ 216
10 Inhalt

14.15.1 Busbelegung .............................................................................................. 216


14.15.2 Serielle TTY/V24-Schnittstelle ................................................................. 217
14.15.3 BAS-Monitorschnittstelle ......................................................................... 219
14.15.4 IEC-Schnittstelle ....................................................................................... 220
14.16 Telekommunikations-Anschlusseinheiten ................................................. 220
14.16.1 Der analoge Netzanschluss ....................................................................... 221
14.16.2 Die analoge Telekommunikations-Anschlusseinheit ................................ 222
14.16.3 Die Gleichstrombedingungen im analogen Netz ...................................... 227
14.17 PC- und Notebook- Anschlussfunktionen ................................................. 228
14.18 Sensoren .................................................................................................... 234

Lösung zu den Übungen ........................................................................................ 237


11

1 Strukturen, Funktionen,
Definitionen und Signalformen

Neben der Methodik sind beim Analysieren und Bewerten einer Schaltung bestimmte
Grundkenntnisse der Schaltungstechnik Grundvoraussetzung für den Erfolg. Daher
wird in den ersten beiden Hauptabschnitten eingehend und ausführlich auf das Verhal-
ten von Bauelementen, Grundschaltungen und Signalformen eingegangen.

1.1 Strukturen der Schaltungen und Wirkungen der zu


verarbeitenden Signale

Schaltungen sind wie Schrifttexte strukturiert und können daher ähnlich wie Texte ge-
lesen werden.
Genauso wie bei der Schrift, bei der man die Buchstaben über die einzelnen Wörter zu
Sätzen und Texten verbinden kann,

O,R,T,W → WORT → Sätze, Texte,

werden bei elektronischen Schaltungen die Einzelfunktionen der Bauelemente zu


Grund- und Einzelschaltungen und diese weiter zu Funktionseinheiten verbunden.
Sinngemäß können die Bauelemente oder Komponenten (vgl. Abb. 1.1) mit ihren
Kurzbezeichnungen:
C für Kondensator (Kapazität),
D für Diode,
L für Spule (Induktivität),
R für Widerstand,
T für Transistor,
als Buchstabe betrachtet und entsprechend der Wortbildung zu Grund- oder Einzel-
schaltungen zusammengeschaltet werden. Dem Zusammensetzen der Wörter würde
dann das Verbinden mehrerer Grund- oder Einzelfunktionen zu mehrstufigen Funk-
tionseinheiten bedeuten. In Abb. 1.1 sind diese Funktions- oder Schaltungseinheiten
zur besseren Übersicht nicht mehr als Einzelfunktionen, sondern vereinfacht mit ei-
nem Symbol dargestellt.
12 1 Strukturen, Funktionen, Definitionen und Signalformen

Abb. 1.1: Aufbau von Schaltungen


1.1 Strukturen der Schaltungen 13

Neben der Zusammensetzung der Komponenten und Einzelfunktionen zu mehrstufi-


gen Schaltungen müssen die zu verarbeitenden Signalspannungen mit ihren unter-
schiedlichen Signalformen berücksichtigt werden. Im Wesentlichen werden drei
grundsätzlich unterschiedliche Spannungsformen (Abb. 1.2) unterschieden, auf die
einzelne Bauelemente mit unterschiedlichen Widerstandsverhalten reagieren.
Spannungsformen werden nach ihrem Zeitverhalten definiert.
Die Gleichspannung (Abb. 1.2a) hat zu jeder Zeit einen gleich hohen Spannungspegel
mit gleicher Polarität. z. B. hat die Autobatterie immer eine Spannung von 12 Volt.
Der Minuspol der Spannung ist hierbei mit dem Blechchassis des Autos als gemeinsa-
mes Bezugspotenzial für alle Verbraucher im Auto (Lampen, Anlasser, Elektronik,
Elektromotoren, Radio u.a.) verbunden.
Die sinusförmige Wechselspannung (Abb. 1.2b) ändert ihren festen Amplitudenwert
in bestimmten Zeitabständen von Pluswerten nach Minuswerten. Bezogen auf ein Be-
zugspotenzial der Schaltung, wechselt diese Spannung ständig die Polarität. Die Netz-
spannung hat z. B. eine gleichbleibende Spannungsamplitude von 230 Volt. Ihr perio-
disches Wechseln der Polarität innerhalb einer Sekunde wird mit der Frequenz f ange-
geben, z. B. f = 50 Hz bedeuten 50 Polaritätswechsel pro Sekunde.
Die Impulsspannungen (Abb. 1.2c) sind schnell geschaltete Gleichspannungen von
einem bestimmten Gleichspannungspegel gegen ein Bezugspotenzial. In der Digital-
technik, bzw. Computertechnik erfolgt das schnelle Ein- und Ausschalten durch einen
Impulsgenerator, der z. B. bei einem PC-Computer die Impulsfolge mit einer Ge-
schwindigkeit von mehreren 100 MHz (100 MHz sind hundert Millionen Schwingun-
gen pro Sekunde) schaltet.
Wechselspannungen und Impulsspannungen können jeweils zusammen mit der
Gleichspannung als Mischspannung (Abb. 1.2d) auftreten. In diesem Fall ist die
Wechsel- oder Impulsspannung einer Gleichspannung mit unterschiedlicher Polarität
überlagert. z. B. sind bei allen elektronischen Schaltungen (Verstärkerstufen), die
Wechsel- oder Impulssignale der für diese Schaltungen erforderlichen Betriebsgleich-
spannung überlagert.

Abb. 1.2: Spannungsformen, a) Gleichspannung, b) Sinusspannung, c) Rechteckspan-


nung, d) Mischspannung
14 1 Strukturen, Funktionen, Definitionen und Signalformen

Abb. 1.3: Übertragungsverhalten der unterschiedlichen Bauelemente

Die verschiedenen Bauelemente reagieren unterschiedlich auf die einzelnen Span-


nungsformen.
Der ohmsche Widerstand in der Übersicht in Abb. 1.3 setzt allen Spannungsformen
den gleichen Widerstandswert entgegen, unabhängig von der Polarität und der Wech-
selfrequenz.
Von der Polarität abhängig ist der Widerstand der Halbleiterdiode. Die Darstellung der
Diode an Gleich- und Wechselspannung zeigt, dass der Widerstand beim Pluspol an
der Kathode sehr hoch ist, in der Größenordnung Mega-Ohm. Bei umgekehrter Polari-
tät, Minuspol an der Kathode, Pluspol an der Anode, sehr niedrig, im Bereich 1 bis 10
Ohm. Dieses Verhalten wird z. B. zum Gleichrichten von Wechselspannungen ausge-
nützt. Diese Dioden bezeichnet man daher auch als Gleichrichterdioden.
Beim Transistor wird der Kollektor-Emitter-Widerstand durch Änderung der Basisspan-
nung gesteuert. Höhere Basisspannung verringert den Kollektor-Emitter-Widerstand
und umgekehrt. Eine Spannungsänderung an der Basis (E) bewirkt eine umgekehrte
Spannungsänderung am Kollektor (A), wenn im Kollektor ein Arbeitswiderstand liegt.
Das Widerstandsverhalten des Kondensators und der Spule ist nur von der Wechselfre-
quenz f der anliegenden Spannung abhängig. Der frequenzabhängige Widerstand X des
1.1 Strukturen der Schaltungen 15

Kondensators wird mit zunehmender Frequenz der Wechselspannung kleiner und umge-
kehrt. Gleichspannung sperrt der Kondensator (Abb. 1.3). Impulsspannungen mit steilen
Schaltflanken verändern den Widerstand X des Kondensators auf sehr niedrige Werte im
Ohm-Bereich, sodass die Schaltflanken des Impulses unverändert übertragen werden.
Genau umgekehrt verhält sich die Spule an Wechselspannung. Der Widerstand X wird
mit zunehmender Frequenz der Wechselspannung größer und umgekehrt. Da eine
Spule eine durchgehende Leitung darstellt, werden Gleichspannungen übertragen.
Wie wir in den folgenden Abschnitten ersehen, wirken die einzelnen Zusammenschal-
tungen von Bauelementen daher unterschiedlich auf die einzelnen Spannungsformen.
Der vorgenommene Vergleich der Elektronikfunktionen und ihrer Symbole mit unserem
Sprachaufbau ist ein anschauliches Beispiel, Strukturmerkmale in den Zusammenhän-
gen der Schaltelemente, Funktionen und Schaltungen aufzuzeigen.
Die Anwendungselektronik deckt mit wenigen Komponenten (Bauelementen) und
Grundfunktionen das gesamte Anwendungsspektrum der Elektronik ab.
Die gebräuchlichsten Komponenten der Elektronik sind die Bauelemente:
• Diode (vgl. Anhang 14.1.9)
• Kondensator (vgl. Anhang 14.1.7)
• Transistor (vgl. Anhang 14.1.10)
• Spule (vgl. Anhang 14.1.6)
• Widerstand (vgl. Anhang 14.1.5)
Diese elementaren Komponenten gibt es in den unterschiedlichsten Funktionsvarian-
ten wie die folgenden Beispiele zeigen:
Diode: Z-Diode für Begrenzer- und Stabilisierungsschaltungen,
Leistungsdioden für Gleichrichterschaltungen,
Dioden für Klammer- und Begrenzerschaltungen,
Vierschichtdioden (Diac, Triac, Thyristor für Schaltfunktionen),
Tunneldioden für Schaltfunktionen.
Kondensator: Fest-, Dreh-, Trimm-, Elektrolytkondensator für Resonanz- und Ab-
stimmkreise, Block- und Siebkondensator, Koppelkondensator.
Spule: Filter-, Drossel-, Resonanzspulen.
Transistor: In der Anwendung unterscheidet man die beiden Transistorarten bipo-
lar- und unipolar.
Bei den bipolaren Transistoren gibt es die NPN- und PNP-Typen und
den Fototransistor.
Die unipolaren Feldeffekttransistoren (FET) unterscheidet man nach
N- und P-Typen in Sperrschicht- und Anreicherungsfunktion.
Widerstand: Ohmsche Widerstände, temperaturabhängige Widerstände (PTC und
NTC), spannungsabhängige Widerstände (VDR).
16 1 Strukturen, Funktionen, Definitionen und Signalformen

Diese Komponenten können nun wiederum in den verschiedensten Grundschaltungen


zur Anwendung kommen, sowohl in der diskreten Schaltungstechnik (Zusammen-
schaltung von Bauelementen auf Lötleisten oder Leiterplatinen) oder in integrierten
Schaltungen (IC-Technik) der Linear-, Digital- oder Computertechnik.

1.2 Bezug herstellen zwischen symbolischem Schaltbild


und der Verdrahtungsanordnung
Das Erkennen einer Schaltungsfunktion aus einem Schaltbild, in dem die Komponen-
ten funktionsgerecht angeordnet sind, und das Aufsuchen der Funktionsverbindungen
sowie die Zuordnung der symbolischen Komponenten zu den realen Bauelementen in
dem dazugehörenden Elektronikgerät sind für die Funktionsprüfung und das Messen
der Signale und Potenziale unerlässlich.
In einem elektronischen Gerät oder einer Anlage sind die Komponenten entsprechend
ihrer Aufgabe, Form oder Größe in einem Gerät untergebracht. Bedien- oder Ab-
gleichkomponenten müssen von außen zugänglich an den Frontseiten der Geräte an-
gebracht sein. Komponenten mit hoher Verlustleistung können außerdem auf Kühlkör-
pern befestigt sein. Große Bauelemente, z.B. Elektrolytkondensatoren mit großer Ka-
pazität, Transformatoren, sind häufig außerhalb der Leiterplatinen an dem Gehäu-
sechassis befestigt.
Aus der Abb. 1.4 ist die mögliche Verdrahtungsanordnung eines Spannungsteilers er-
sichtlich. Abb. 1.4a zeigt die funktionsgerechte symbolische Darstellung. Abb. 1.4b

Abb. 1.4: a) Spannungsteiler, b) Anordnung auf Lötleisten, c) Anordnung auf Leiterplatte


1.3 Polarität, Stromrichtung, Bezugspotenzial, Definitionen 17

Abb. 1.5: a) Spannungsteiler mit Begrenzerdiode, b) Anordnung auf Leiterplatte

zeigt die mögliche Anordnung der Komponenten auf zwei Lötleisten. Die Abb. 1.4c
zeigt die Anordnung der Komponenten auf einer Leiterplatine.

Ein weiteres Beispiel in Abb. 1.5 zeigt einen einstellbaren Spannungsteiler mit Be-
grenzerfunktion durch die in Durchlassrichtung geschaltete Diode. Durch die Bauform
des Trimmwiderstandes ist eine andere Anordnung der Komponenten und Leiterbahn-
führung erforderlich.

Diese zwei Beispiele zeigen, dass bei der zeichnerischen Darstellung eine Systematik
in der funktionsgerechten Anordnung der Komponenten eingehalten wird.

Dagegen ist dies bei der mechanischen Anordnung der Komponenten aus vielerlei ge-
stalterischen Gründen und Einschränkungen nicht möglich.

1.3 Polarität, Stromrichtung, Bezugspotenzial, Definitionen

Zur Verständigung über Funktionsabläufe und Erklärungen wird vorab auf einige De-
finitionen der in diesem Buch verwendeten Begriffe hingewiesen.

Polaritätsangabe: Der Spannungspfeil U zeigt vom Pluspol zum Minuspol (Abb. 1.6a).

Stromrichtung: Die in den Abbildungen verwendeten Strompfeile I zeigen die techni-


sche Stromrichtung vom Pluspol zum Minuspol an (Abb. 1.6a)

Abb. 1.6: a) Polaritäts- und Stromrichtungsangabe, b) Bezugspotenzial, c) Klemme


oder Pol, d) Knoten
18 1 Strukturen, Funktionen, Definitionen und Signalformen

Bezugspotenzial: Sämtliche in den Schaltungsfunktionen angegebenen Spannungs-


werte beziehen sich, wenn nicht besonders gekennzeichnet, auf das in Abb. 1.6b dar-
gestellte Symbol für das Bezugspotenzial.
Klemme oder Pol ist ein Anschlusspunkt in einer Schaltung. Die Kennzeichnung in
Schaltplänen erfolgt durch einen kleinen Kreis (Abb. 1.6c).
Als Knoten bezeichnet man eine Klemme und jede elektrisch leitende Verbindung
zwischen mehreren Klemmen. Kennzeichnungen (Abb. 1.6d):
Unter Bauelement oder Schaltelement versteht man den Baustein eines Geräts oder
einer Schaltung mit bestimmten, durch seine Aufgaben festgelegten Eigenschaften.
Netzwerk, Schaltung oder Stromkreis ist die Zusammenschaltung mehrerer Bauele-
mente, sodass Ströme fließen können.
Die Definitionen gesperrt oder nichtleitend wird für Halbleiterbauelemente ange-
wendet, die keinen Strom führen; die Definition leitend für Halbleiterbauelemente,
die Strom führen.
Rückkopplungen werden nach Mitkopplungen und Gegenkopplungen unterschie-
den. Bei Mitkopplungen werden Spannungen mit gleicher Polarität und Phase vom
Ausgang an den Eingang einer Verstärkerschaltung zurückgeführt. Die Rückführung
mit gegensinniger Polarität und Phase definiert die Gegenkopplung.
Die Definition Stufe (z.B. Verstärker- oder Schaltstufe) bezieht sich immer auf den
Transistor und die dazu erforderlichen Funktionselemente, z.B. Kollektor- und Emit-
terwiderstand sowie Basisspannungsteiler oder Vorwiderstand.

1.4 Übungen zur Vertiefung

Die Übungen am Ende jeden Hauptabschnittes sollen dazu beitragen, das


Gelernte zu wiederholen und die dazu angebotenen zahlreichen Hilfsmittel im
Anhang 14 anzuwenden.
1. Durch welche elektrischen Eigenschaften unterscheidet sich der Kondensator vom
ohmschen Widerstand?
A Der Kondensatorwiderstand ist spannungsabhängig,
B der Kondensatorwiderstand ist stromabhängig,
C der Kondensatorwiderstand ist frequenzabhängig,
D der Kondensatorwiderstand ist neutral.
2. Der Widerstand der Diode ist:
A Von der Polarität der anliegenden Spannung abhängig,
B von der Signalform der anliegenden Spannung abhängig,
C bei hohen Spannungen von der Polarität abhängig,
D nur bei bestimmten Frequenzen bemerkbar.
1.4 Übungen zur Vertiefung 19

3. Welches Bauelement hat 2 Stromkreise?


A Der Widerstand,
B die Diode,
C der Kondensator,
D der Transistor.
4. Welches Bauelement kann Rechteckimpulse verformen?
A Der Kondensator,
B der Widerstand,
C die Induktionsspule,
D die Diode.
5. Welches Schaltungssymbol ist der Z-Diode zugeordnet (siehe Anhang)?
6. Welches Schaltungssymbol ist den temperaturabhängigen Widerstand (PTC) zuge-
ordnet (siehe Anhang)?
7. Welches Schaltungssymbol ist den Thyristor zugeordnet (siehe Anhang)?
8. Welche Darstellung zeigt die Lage des Bauelementes auf einem Baugruppenträger
(z.B. Leiterplatte, Lötleisten)?
A Schaltbild,
B symbolisches Schaltbild,
C Verdrahtungsplan,
D elektrisches Schaltbild.
9. Die symbolische Darstellung eines Bauelementes in einem elektrischen Stromlauf-
plan (Schaltbild) gibt Auskunft über:
A Die Größe des Bauelementes,
B die Funktion des Bauelementes,
C die Anordnung des Bauelementes,
D die elektrischen Eigenschaften des Bauelementes.

Lösungen im Anhang
5268-5 Titelei neu:5268-5 Titelei 10.09.2008 11:37 Uhr Seite 3

Elektronik
Dietmar Benda

Wie sucht man Fehler


in elektronischen
Schaltungen?
Fehlersuche mit Methode

Mit 170 Abbildungen


5

Vorwort

Der Fehlersuche in Anlagensystemen, Baugruppen, Schaltungen und Bauelementen


kommt in Hinblick auf einen kostengerechten und qualitativen Service- und War-
tungsaufwand eine sehr große Bedeutung zu.
Die weitgehendst automatisierten Produktions- und Fertigungsanlagen erfordern gut
ausgebildete Instandhalter.
Die Fehlersuche auf nicht logisch begründete Ursachen oder nur vage Vermutung und
das daraus unsystematische Vorgehen bei der Fehlersuche ist fehlerträchtig, zeit- und
kostenaufwendig. Dies führt auch in den überwiegenden Fällen zu einer erheblichen
Qualitätsminderung des Geräts bzw. der Anlage.
Erfolgreiche Instandhaltung erfordert daher eine Persönlichkeit mit folgenden Eigen-
schaften:
• solides Fachwissen,
• schnelles Erfassen von Systemzusammenhängen,
• Teamfähigkeit und Organisationstalent zum Austausch und zur Beschaffung von
Informationen.
Entsprechend diesem Anforderungsprofil und der Vorgehensweise einer systemati-
schen Fehlersuche, gliedert sich der Inhalt dieses Buchs in vier Themenbereiche:

Aneignung von Systemwissen


An dem Beispiel einer automatisierten Fertigungsanlage wird die Erkundungs- und
Strukturierungsphase zur Ermittlung der Systemzusammenhänge aufgezeigt.

Systematische Fehlersuche an automatisierten Geräten und Anlagen


Anhand von Informationen, Ist-Zustand und Diagnoseergebnissen wird eine Instand-
setzung an einer automatisierten Produktionsanlage beschrieben.

Signalüberprüfungen und Messungen elektrischer Größen in Baugruppen und


Schaltungen
An vielen exemplarischen Schaltungsbeispielen aus der Linear-, Digital-, SPS- und der
Computertechnik wird die schaltungsspezifische Systematik der Fehlersuche erklärt.

Fehlersuche mit automatischen Clip-Test- und Diagnosesystemen in Baugruppen


Möglichkeiten der Funktionsprüfung über Spannungs-, Verbindungs-, VI-Kurven- und
Vergleichstests sowie Kurzschluss-Lokalisierung.
6 Vorwort

In der Elektronik gibt es unterschiedliche Anwendungsbereiche mit unterschiedlichen


Schaltungstechniken und Schaltungskonfigurationen. Daher kann es nicht nur eine
Betrachtungsweise geben, sondern es werden entsprechend den schaltungsspezifi-
schen Merkmalen und den Erfahrungen aus der Praxis unterschiedliche Funktionsbe-
trachtungen und Überprüfungsmethoden beschrieben und dargestellt.
Das Buch versteht sich als Leitfaden für alle, die Instandhaltung und Fehlersuche un-
terrichten, vermitteln und anwenden müssen.
7

Inhalt

1 Grundregeln für erfolgreiche Instandhaltung ................................................ 9


1.1 Systematik, Logik und Erfahrung sichern den Erfolg .......................................... 9
1.2 Auftreten und Verhalten beim Kunden ............................................................. 11

2 Aneignen von Anlagen- und Systemkenntnissen .......................................... 13


2.1 Systemerkundung über Bekanntes und Unbekanntes ....................................... 13
2.2 Informationen gezielt sammeln ......................................................................... 14
2.3 Strukturmerkmale festlegen .............................................................................. 16

3 Systematisierte Fehlersuche an automatisierten Anlagen .......................... 23


3.1 Voraussetzungen und Ablauf einer erfolgreichen Fehlersuche ........................ 23
3.2 Ist-Zustandserfassung ........................................................................................ 25
3.3 Fehlerbereich eingrenzen .................................................................................. 27
3.4 Instandsetzungsmaßnahmen und Wiederinbetriebnahme ................................. 31

4 Bestimmung der Polaritäten und der Spannungen an elektronischen


Baugruppen und Schaltungen ........................................................................ 34
4.1 Spannungsmessungen ....................................................................................... 34
4.2 Fehler im Stromkreis ......................................................................................... 35
4.3 Bezugspotenzial bestimmt Polarität und Spannungswert ................................ 40
4.4 Durchführung von Polaritäts- und Spannungsbestimmungen an Beispielen..... 42
4.5 Übungen zur Vertiefung .................................................................................... 52

5 Fehlersuche mit System an analogen Schaltungen ...................................... 55


5.1 Spannungsbestimmungen an Schaltungen ........................................................ 55
5.2 Auswirkungen von möglichen Kurzschlüssen oder Unterbrechungen bei
unterschiedlichen Kopplungsarten .................................................................... 57
5.3 Systematische Fehlersuche an einer Analogschaltung ...................................... 64
5.4 Fehlersuche an Steuer- und Regelschaltungen .................................................. 71
5.5 Fehlersuche an Schwingschaltungen ................................................................. 78
5.6 Fehlersuche an Operationsverstärkern ............................................................. 85
5.7 Übungen zur Vertiefung .................................................................................... 91

6 Fehlersuche mit System an Impuls- und digitalen Schaltungen ................. 95


6.1 Spannungsbestimmungen an Schaltungen ........................................................ 95
8 Inhalt

6.2 Auswirkungen von möglichen Kurzschlüssen oder Unterbrechungen ........... 97


6.3 Systematische Fehlersuche an einer Digitalschaltung .................................... 107
6.4 Fehler digitaler ICs ......................................................................................... 111
6.5 Übungen zur Vertiefung ................................................................................. 120

7 Fehlersuche mit System an Computerschaltungen .................................... 124


7.1 Fehlerdiagnose an Tri-State-Schaltungen ....................................................... 124
7.2 Überprüfung statischer Funktionszustände ..................................................... 126
7.3 Überprüfung dynamischer Funktionszustände ............................................... 127
7.4 Systematische Fehlersuche an einer Computerschaltung ............................... 132
7.5 Fehlersuche an Schnittstellen-(Interface-)Schaltungen .................................. 136
7.6 Übungen zur Vertiefung ................................................................................. 142

8 Fehlersuche mit System an SPS-Schaltungen ............................................ 144


8.1 Überprüfung statischer und dynamischer Funktionszustände ........................ 147
8.2 Service über Bildschirmdiagnose ................................................................... 148
8.3 Systematische Fehlersuche an einer SPS-Schaltung ...................................... 153
8.4 Übungen zur Vertiefung ................................................................................. 157

9 Fehlersuche mit System an Netz- und Betriebsspannungen ..................... 160


9.1 Netzstörungen und ihre Auswirkungen .......................................................... 160
9.2 Fehlersuche an Gleichrichterschaltungen ....................................................... 164
9.3 Fehlersuche an Netzgeräten ............................................................................ 168
9.4 Übungen zur Vertiefung ................................................................................. 171

10 Fehlersuche mit Testsystemen im Service und in der Fertigung .............. 175


10.1 In-Circuit-Test ................................................................................................ 176
10.2 Fehlersuche mit Clip-Testsystemen ................................................................ 186
10.3 Vorbereitung der Baugruppen ........................................................................ 208
10.4 Kurzschluss-Lokalisierung ............................................................................. 208
10.5 Übungen zur Vertiefung ................................................................................. 210

Lösungen zu den Übungen .................................................................................... 211


13

2 Aneignen von Anlagen- und


Systemkenntnissen

Ausgangspunkt dieser Betrachtung ist die Notwendigkeit, sich an einer unbekannten


automatisierten Produktionsanlage einen Überblick zu verschaffen, insbesondere über
den Aufbau, den Funktions- und den Prozessablauf, die Bedienung und die Program-
mierung.

2.1 Systemerkundung über Bekanntes und Unbekanntes


Bearbeitungszentren, Industrieroboter und Fertigungszentren haben bestimmte Hard-
ware- und Software-Strukturen, die es zu erfassen und der Gesamtfunktion zuzuord-
nen gilt.

Bei den Hardware-Funktionen wären dies z. B. die Fragen:


• Werkstücktransport,
• Werkzeugwechsel,
• CNC-Achsen, Art der Antriebe,
• Schmiersysteme für Achsen,
• hydraulisch und pneumatisch gesteuerte Funktionsabläufe,
• Kühlsystem,
• Hilfsaggregate zur Druck-, Schmier- und Kühlmittelversorgung, Standort,
• Sicherungssysteme für Not-Aus- und Sperrfunktionen, wie z. B. Lichtschranken,
Lichtvorhänge, Kontaktmatten, Schranken und Türen,
• Art und Typ der Steuerungen bzw. der Automatisierungsgeräte, z. B. zentrale oder
dezentrale Steuerung,
• Standorte der Bedienpulte und ihre Zuordnung,
• Standort der Steuerschränke.
Fragen zu den Software-Strukturen:
• Programmstrukturen, Programmiersprache,
• Verkettung von CNC- und SPS-Programmen,
• Vernetzungsstruktur bei dezentraler Steuerung,
• Bedienprogramme,
• Fehlersuchprogramme und Umfang der Service-Unterstützungsprogramme,
• Sicherung der Programme.
14 2 Aneignen von Anlagen- und Systemkenntnissen

Besonders wichtig ist es, detaillierte Informationen über abweichende oder unbe-
kannte Funktionsmerkmale zu bekommen. Dazu gehören Erkundungen über
zuständige Personen für:
• Verantwortung der Produktionseinrichtung,
• Bedienung der Anlage,
• Systemverantwortung,
• CNC-Programmierung,
• SPS-Programmierung,
• Elektrik,
• Mechanik, Hydraulik, Pneumatik.
Ein erheblicher Teil der hier gestellten Fragen und die wichtigsten Informationen kön-
nen mit Hilfe der Dokumentation der Anlage beantwortet werden. Dokumentationen
können sehr umfangreich, aber auch sehr verwirrend und unübersichtlich aufgebaut
sein. Sollten wichtige Bestandteile zur Erlangung einer vollständigen Systemübersicht
oder Bearbeitungsunterlagen (z. B. Programmablaufpläne, Programmlisten, Schal-
tungsunterlagen) fehlen, dann müssten diese Unterlagen unbedingt vor dem Service-
einsatz beschafft werden.

2.2 Informationen gezielt sammeln

Auf die Frage: Was zeichnet einen guten Instandhalter aus? erhält man vielleicht
die Antwort: Der kennt alle wichtigen Informationsquellen!
Einen schlechten Eindruck macht immer der Instandhalter, der planlos in der Gegend
herumtelefoniert, um sich Informationen und Unterlagen zu beschaffen.
Bevor das Betriebspersonal oder über Telefon die Herstellerfirma befragt wird, sollte
sich der Instandhalter eine Checkliste mit den zu stellenden Fragen anlegen. Nur auf
präzise Fragen erhält man präzise Antworten.

Hierzu einige Beispiele:


• unpräzise Frage:
Es fehlen wichtige Programmlisten.
• präzise Frage:
In der Programmliste fehlen die Schrittketten für die Steuerventile des Werkzeug-
wechslers.
• unpräzise Frage:
Die Elemente-Bezeichnungen verstehe ich nicht.
• präzise Frage:
Die Kürzel der Elemente-Bezeichnungen kann ich nicht deuten, haben Sie eine
eigene Hausnorm? Wo finde ich darüber eine Liste?
2.2 Informationen gezielt sammeln 15

Wichtig ist auch bei der Erstellung der Frageliste über fehlende Unterlagen oder Infor-
mationen, an welche Person die einzelnen Fragen gestellt werden sollten. Gezielte
Fragen an die richtigen Personen (Fachkompetenz) erhöhen die Auskunftsbereitschaft
der befragten Personen. Die Hilfsbereitschaft der befragten Personen sinkt, wenn sie
mit Fachfragen überfordert werden.

Hierzu zwei Beispiele:


• Falsche Frage an den Bediener:
Wissen Sie, welche Hydraulikventile den Rundtisch steuern?
Mit einer gezielten Fachfrage wird der Bediener meistens überfordert. Damit er
nicht nochmals in diese Verlegenheit gebracht wird, wird er versuchen, sich weite-
ren Fragen zu entziehen.
• Falsche Frage an den Anlagenführer:
Können Sie mir sagen, wer für die Technik der Anlage in diesem Hause verant-
wortlich ist?
Der Anlagenführer wird in diesem Falle, damit er keinen Fehler begeht, die rang-
höchste Person benennen. Dies sollte man durch Präzisierung der Fragen vermei-
den. Der Technische Leiter wird sonst zu einem Vermittler von Fachpersonal
missbraucht.
Aus diesen Beispielen ist ersichtlich, dass schon die Erkundung von Informationsquel-
len und das Erlangen von Auskünften eine professionelle Fragetechnik und die Beach-
tung von Organisationsstrukturen erfordert.
Der Instandhalter sollte bei der Aneignung von Systemkenntnissen folgende vier
Werkzeuge benutzen:

Beobachten
Gehen Sie an die Anlage. Stellen Sie fest, was Ihnen schon bekannt ist oder was für
Sie neu ist. Beobachten Sie Arbeitsabläufe der Bediener und Anlagenführer sowie die
Funktionsabläufe der Anlageneinheiten.

Auskundschaften
Verschaffen Sie sich Informationen über das Umfeld der Anlage (z. B. Materialfluss,
Verkettung, Informationsvernetzung). Welche Bedeutung hat die Anlage für die Ge-
samtproduktion? Ermitteln Sie Zuständigkeiten zur Betreuung, Bedienung und Pro-
grammierung der Anlage.

Beschaffen
Dokumentationen, Gerätehandbuch, neueste Softwarekopien, Serviceberichte.
16 2 Aneignen von Anlagen- und Systemkenntnissen

Befragen
Bediener, Anlagenführer, Systemverantwortliche gezielt über unklare und unbekannte
Bedien- und Funktionsabläufe sowie Fehlersymptome befragen, die für Ihr Verständ-
nis besonders wichtig sind.

2.3 Strukturmerkmale festlegen


Nachdem Sie sich alle erforderlichen Anlagen- und Systemkenntnisse beschafft ha-
ben, sollten Sie anhand der Informationen und Dokumentationsunterlagen einen Funk-
tionsablauf (Prozess und Arbeitsablauf) in Form eines Programmablaufplans erstellen,
sofern er in den Dokumentationsunterlagen nicht vorhanden ist (Abb. 2.1).
Zur Selbstkontrolle ist es von Vorteil, den vorhandenen Programmablaufplan mit sei-
nen eigenen Kenntnissen zu vergleichen und durch die neu hinzugekommenen aktuel-
len Informationen zu ergänzen. Gliedern Sie den Programmablaufplan in sinnvolle
Teilschritte! Erfassen Sie die Komponenten eines Systems in einer Übersichtsdarstel-
lung, wobei Sie die Begriffsdefinitionen nach DIN 31051 verwenden (Abb. 2.2). Skiz-
zieren Sie eine maßstäbliche Draufsicht der Anlage mit den wesentlichen Umrissen
(Layout der Anlage, soweit nicht in den Dokumentationsunterlagen vorhanden).

Abb. 2.1: Elemente eines Programmablaufplans


2.3 Strukturmerkmale festlegen 17

Abb. 2.2: Begriffsdefinitionen zu einer Systemübersicht nach DIN 31051:


System: In der Instandhaltung die Gesamtheit technischer, organisatorischer und an-
derer Mittel zur selbständigen Erfüllung eines Aufgabenkomplexes.
Anlage: Die Gesamtheit der technischen Mittel eines Systems.
Gruppe: Zusammenfassung oder Verbindung von Elementen. Die Gruppe hat eine ei-
genständige Funktion, sie ist innerhalb einer Anlage jedoch nicht selbständig verwend-
bar.
Elemente: Stellen in Abhängigkeit von der Betrachtung kleinste, als unteilbar aufgefass-
te technische Einheiten dar.
Betrachtungseinheit: In der Instandhaltung der Gegenstand einer Betrachtung, der je-
weils nach Art und Umfang ausschließlich vom Betrachter abgegrenzt wird (DIN 40150).
Ein automatisiertes System entspricht dieser Definition.
Funktion: Eine durch den Verwendungszweck bedingte Aufgabe.
Störung: Eine unbeabsichtigte Unterbrechung der Funktionserfüllung einer Betrach-
tungseinheit.
18 2 Aneignen von Anlagen- und Systemkenntnissen

Abb. 2.3: Systemübersicht am Beispiel einer Transferstraße


Transport (T): Der Transport wird mit der Kopfsteuerung bewegt. Zur Bedienung des
Transports gibt es zwei Möglichkeiten: Hauptbedienpult oder separates Transportbe-
dienpult.
Vereinzelung (V), Belader (BL), Entlader (EL), Wendestation (W2, W16): Trans-
porteinheiten, die mit der Kopfsteuerung bewegt werden. Bedient werden diese Statio-
nen am Hauptbedienpult in Verbindung mit dem Transport. Es gibt auch die Möglich-
keit, diese Einheiten über spezielle Einrichtbilder an den jeweiligen Bedienpulten der
Bearbeitungseinheiten zu bedienen: EL und W16 am Bedienpult der Bearbeitungsein-
heit W16 und W2, BL und V am Bedienpult der Station 1.
Stationen 3, 5, 11, 13, 15: Leerstationen; diese Stationen führen keine Bearbeitungen
aus.
Einheiten 4A, 4B, 6A, 6B, 8A, 8B, 10B, 12B: Einheiten mit zwei Verfahrensachsen und
eigenem Bedienpult. Zur Steuerung und Positionierung der Einheiten sind SPS-Steue-
rungen vom Typ U115 mit der Positionierbaugruppe WF 726 eingebaut.
Einheiten 7A, 7B, 9B: Prüfeinheiten, die Werkzeugbruch erkennen sollen.

Ergänzen Sie die Komponenten mit Definitionen (Beispiel Abb. 2.3), wenn diese nicht
vorhanden sind. Aus dieser Zeichnung ist die Lage und die Form der einzelnen Kom-
ponenten ersichtlich. Nachdem Sie die Komponenten der Anlage kennen, ist es für das
Systemverständnis besonders wichtig, die Informationsverbindungen zwischen den
einzelnen Gruppen und Elementen kennen zu lernen. Untersuchen Sie daher die Infor-
mationsflüsse innerhalb eines Systems. Welche Elemente, Gruppen, Anlagen tauschen
Informationen aus? Diese funktionalen Zusammenhänge der Komponenten sollen zur
besseren Übersicht in verschiedenen Ebenen grafisch dargestellt werden. Ein Beispiel
hierzu zeigt Abb. 2.4 für eine Transfer-Bearbeitungsmaschine. In dieser Darstellung
ist nicht die Lage der Einheiten dargestellt, sondern die Informationsverbindungen der
Komponenten.
2.3 Strukturmerkmale festlegen 19

Abb. 2.4: Systemübersicht über elektronische Informationsflüsse

Für die erfolgreiche systematische Fehlersuche ist die Verfolgung von elektrischen Si-
gnalwegen und Fluidwegen von entscheidender Bedeutung (siehe hierzu Abschnitt 3).
Hierbei werden in Systemen und Anlagen drei Funktionsgruppen unterschieden:

• Aktoren, z. B. Ventile, Motoren, Elektromagnete.


• Sensoren, z. B. mechanische-, optische-, induktive-, kapazitive- und Halbleiter-
schalter, Drehzahlgeber, Druckmesser.
• Signalverarbeitung, z. B. speicherprogrammierbare Steuerung, Robotersteuerung,
Computersteuerung, Analogsteuerung, Digitalsteuerung.
20 2 Aneignen von Anlagen- und Systemkenntnissen

Abb. 2.5: Übersicht über elektrische Signalwege

In Abb. 2.5 ist als Beispiel ein Übersichtsplan für elektrische Signalwege dargestellt.
Für die Instandhaltung ist es wichtig, die Funktionsabläufe der einzelnen Elemente,
Gruppen und Anlagen zu kennen. In den Anlagendokumentationen oder den Herstel-
lerunterlagen sollen die Funktionsabläufe von Baugruppen beschrieben sein, wie z. B.
Robotergreifer, Werkzeugwechsler. Darüber müssten auch die Schaltpläne (Pneuma-
tik, Hydraulik, Elektrik) zur Verfügung stehen. Eine vollständige Dokumentation soll-
te im Idealfall die in Abb. 2.6 dargestellten Inhalte aufweisen.
Für die Instandhaltung ist es erforderlich, dass man die Anlage bedienen und in dem
vom Hersteller vorgegebenen Rahmen Programm- oder Parameteränderungen vorneh-
men kann.
Bevor man an dem System und der Anlage selbständig Funktionsabläufe in Gang
setzt, sollte man in der Lage sein – sicherheitshalber im Beisein des Bedienpersonals,
2.3 Strukturmerkmale festlegen 21

Abb. 2.6: Inhalte einer Dokumentation

das Fragen beantworten und notfalls korrigierend eingreifen kann –, die Bedie-
nungsabläufe und die damit verbundenen Systemabläufe auslösen zu können. Hierzu
ist es erforderlich, anhand der Betriebsanleitung die Funktionsgliederung der Bedien-
und Steuerpulte (Abb. 2.7) sowie die Anzeigefelder der Bildschirme (Abb. 2.8) zu stu-
dieren.
FRANZIS
PC&ELEKTRONIK

Michael Hofmann

Mikrocontroller
für Einsteiger
Schaltungen entwerfen und Software programmieren

Mit 102 Abbildungen


 5

Vorwort
Mikrocontroller sind in fast allen elektronischen Geräten zu finden. Dieses Buch zeigt,
dass die Verwendung und Programmierung eines Mikrocontrollers nicht schwer ist.
So manchem sträuben sich die Haare, wenn das Wort Assembler im Zusammenhang
mit der Programmierung fällt. Nach der Lektüre dieses Buchs werden Sie feststellen,
dass es nicht so kompliziert ist, wie Sie vielleicht vermutet haben.
Verschiedene Beispiele zeigen die Möglichkeiten eines Mikrocontrollers. Hierfür wird
der PIC16F876A von Microchip verwendet. Dieser Typ verfügt über verschiedene
Schnittstellen und Features und man kann damit eine große Bandbreite der Funktio-
nalität vorstellen. Die Beispiele werden zeigen, wie Eingänge abgefragt und Ausgänge
geschaltet werden. Sie werden auch lernen, wie man ein Display ansteuert, um Text
und Daten anzuzeigen. Sie werden auch erfahren, wie man analoge Signale misst, die-
se in einem seriellen EEPROM speichert und anschließend über einen PC ausliest. Ein
weiteres Beispiel zeigt die Steuerung der Ausgänge mit einer Infrarotfernbedienung.
Ein Teil der Beispiele kann mit der Entwicklungsumgebung MPLAB simuliert werden.
Daher wird keine funktionsfähige Hardwareschaltung benötigt. Da aber jeder Mikro-
controller irgendwann einmal in einer Schaltung eingesetzt werden soll, wird ein klei-
nes Entwicklungs-Board vorgestellt, mit dem alle Beispiele in einer realen Umgebung
getestet werden können. Um die Arbeit und die Fehlersuche für den Aufbau zu erleich-
tern, können Sie über meine Homepage (www.edmh.de) eine unbestückte Leiterplatte
erwerben. Falls Sie eigene Erweiterungen vornehmen wollen, finden Sie das Layout im
Eagle-Format auf der beiliegenden CD-ROM. Darauf finden Sie auch verschiedene
Unterlagen zum Ausdrucken, z. B. eine Befehlsübersicht und Registerbeschreibungen.
Für die Programmierung des Mikrocontrollers wird der ICD2 von Microchip verwen-
det. Auf der CD-ROM finden Sie aber auch eine sehr einfache Schaltung, mit der der
PIC über die serielle Schnittstelle programmiert werden kann.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg bei der Mikrocontrollerprogrammierung. Für
Kritik, Lob und Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen und freue mich daher
auch über eine Rückmeldung an meine E-Mail-Adresse info@edmh.de.

Michael Hofmann
6

Inhalt

1 Überblick über die Mikrocontroller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11


1.1 Feature-Vergleich der Mikrocontroller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
1.2 Aufbau und Funktionsweise des PIC 16F876A . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
1.2.1 Blockschaltbild. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
1.2.2 Der Flash-Programmspeicher. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
1.2.3 Datenverarbeitung in der ALU. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
1.2.4 Das Statusregister. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
1.2.5 Adressierung des RAM oder des File-Registers. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
1.2.6 Aufruf von Unterprogrammen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
1.2.7 Die indirekte Adressierung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
1.2.8 Lesen und Schreiben vom internen EEPROM . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

2 Die Assemblerbefehle des PIC16F876A . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24


2.1 Befehlsübersicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
2.2 Detailierte Beschreibung der Assemblerbefehle. . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
2.2.2 Zahlenformate. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
2.2.3 Logische Verknüpfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
2.2.4 Schiebebefehle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
2.2.5 Arithmetische Befehle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
2.2.6 Sprungbefehle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
2.2.7 Sonstige Befehle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53

3 Die Programmierung mit MPLAB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56


3.1 Installation von MPLAB. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
3.2 Anpassung des Projektverzeichnisses. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
3.3 Anlegen eines Projekts. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
3.4 Die Arbeitsoberfläche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
3.5 Das Menü View . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
3.5.1 Hardware Stack. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
3.5.2 Watches. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
3.5.3 Disassembly Listing . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
3.5.4 EEPROM. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
3.6 Breakpoints. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
3.7 Simulator. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
3.7.1 Grundeinstellungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
3.7.2 Asynchroner Stimulus. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
Inhalt 7

3.7.3 Zyklischer Stimulus. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71


3.7.4 Sonstige Stimulus Tabs. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
3.8 Logicanalyser. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
3.9 In-Circuit-Debugger ICD2. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
3.10 Programmieren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
3.11 Texteditor. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81

4 Die Programmierschnittstelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
4.1 Programmierung mit dem ICD2. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
4.2 Ablauf der Programmierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
4.3 Die Konfigurationsbits. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
4.3.1 Oszillator . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
4.3.2 Watchdog-Timer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
4.3.3 Power-Up-Timer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
4.3.4 Brown-Out Detect. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
4.3.5 Low Voltage Program. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
4.3.6 Data EE Read Protect. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
4.3.7 Flash Program Write. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
4.3.8 Code Protect. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
4.3.9 Konfigurationsbits im Überblick. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
4.4 OTP-Typ. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90

5 Das Entwicklungs-Board . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
5.1 Schaltungsbeschreibung der Hardware. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
5.1.1 Netzteil. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
5.1.2 Programmierschnittstelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92
5.1.3 Taktgenerierung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92
5.1.4 Analoge Spannungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93
5.1.5 Taster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93
5.1.6 Ausgangstreiber mit Leuchtdioden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
5.1.7 Infrarotempfänger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
5.1.8 I²C-EEPROM. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
5.1.9 RS-232-Schnittstelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96
5.1.10 Display . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96
5.1.11 Stiftleiste für Erweiterungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
5.2 Software. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
5.2.1 Eingebundene Dateien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
5.2.2 Konfigurationsbits. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99
5.2.3 Definitionen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99
5.2.4 Variablen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
5.2.5 Makros . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
5.2.6 Programmstart. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101
5.2.7 Initialisierung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
8 Inhalt

6 Die Ein- und Ausgänge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103


6.1 Pinbelegung PIC16F876A . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103
6.2 Pinfunktionen im Überblick. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
6.3 Digitale Ein- und Ausgänge. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
6.4 Beispielprogramm: LED-Muster. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111

7 Die Timer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112


7.1 Der 8-Bit-Timer (Timer0). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
7.2 Der 16-Bit-Timer (Timer1). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114
7.3 Das Timer2-Modul . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118

8 Verarbeitung analoger Signale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121


8.1 Die Analog-Digital-Wandlung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
8.1.1 A/D-Wandlung nach der sukzessiven Approximation (Wägeverfahren).122
8.1.2 Übertragungsfunktion des A/D-Wandlers. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
8.1.3 Berechnung des Spannungswerts. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126
8.1.4 Aufteilung des digitalisierten Werts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
8.2 Beispielprogramm: Voltmeter. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
8.3 Die 16-Bit-Addition. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
8.4 Die 16-Bit-Subtraktion. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131
8.5 Analyse des digitalisierten Werts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131

9 Anzeige von Daten auf einem Display . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 136


9.1 Der Displaycontroller. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 136
9.1.1 Zeichensatz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137
9.1.2 Display Ansteuervarianten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138
9.2 Display-Initialisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140
9.3 Die Hardwareschnittstelle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 142
9.3.1 Unterprogramm für das Schreiben eines Kommandos . . . . . . . . . . . . 143
9.3.2 Unterprogramm für das Schreiben eines Zeichens . . . . . . . . . . . . . . . 144
9.3.3 Makro für die Initialisierung des Displays. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 145
9.4 Beispielprogramm: Hello World. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146

10 Anzeigen einer analogen Spannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149


10.1 Berechnung der Spannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149
10.2 Unterprogramm AD_konvertieren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151
10.3 Umwandlung der Binärzahl in eine Dezimalzahl. . . . . . . . . . . . . . . . . 153
10.4 Das Hauptprogramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155

11 Messung des Widerstands und der Leistung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159


11.1 Die Strommessung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159
11.2 Die binäre Multiplikation. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160
Inhalt Inhalt 9

11.3 Die binäre Division . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163


11.4 Anzeige der berechneten Leistung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
11.5 Anzeige des berechneten Widerstands. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171

12 Datenübertragung über die serielle Schnittstelle (RS-232) . . . . . . . 177


12.1 Die serielle Schnittstelle RS-232 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 178
12.1.1 Anschluss der seriellen Schnittstelle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 178
12.1.2 Protokoll der RS-232-Schnittstelle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179
12.2 Software zur Datenübertragung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 180
12.3 Verwendung der USART-Schnittstelle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181
12.3.1 Einstellen der Baudrate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182
12.3.2 Einstellung der Register TXSTA und RCSTA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182
12.4 Beispielprogramm: PC-Steuerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184

13 Datenübertragung über den I²C-Bus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 189


13.1 Funktionsweise der I²C-Schnittstelle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 189
13.2 Ansteuerung eines EEPROM. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 191
13.3 Beispielprogramm: Messwertspeicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193
13.3.1 Das Unterprogramm Schreibe_EEPROM . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 196
13.3.2 Das Unterprogramm Lese_EEPROM. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 199

14 Schalten über eine Infrarot-Fernbedienung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203


14.1 Das RC5-Protokoll. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203
14.2 Beispielprogramm: IR-Schalter. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208

15 Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215
11

1  Überblick über die


Mikrocontroller
Einen Mikrocontroller findet man heute in nahezu jedem elektronischen Gerät. Sie
werden in Thermometern zur Anzeige der Temperatur eingesetzt und steuern in Kaf-
feeautomaten die richtige Zusammensetzung des Kaffees. Mikrocontroller öffnen und
schließen automatische Garagentore und unterstützen den Autofahrer in gefährlichen
Situationen durch ABS und ESP.
Ein Mikrocontroller (kurz µC) oder auch Mikrocomputer ist ein elektronischer Bau-
stein, der Berechnungen und Steuerungen ähnlich wie ein PC ausführen kann. Aller-
dings hat dieser häufig nur die Aufgabe, ein einzelnes Gerät zu steuern, wobei der PC
viele unterschiedliche Geräte steuern und auswerten muss. Der PC wird für eine Text-
verarbeitung genauso genutzt wie für ein Computerspiel und muss daher sehr flexibel
sein sowie ausreichend Speicherplatz und Rechenleistung zur Verfügung stellen. Ein
Mikrocontroller hingegen wird für eine spezielle Aufgabe ausgewählt. Er wird z. B. nur
für die Steuerung einer Heizung verwendet, wozu keine hohe Rechenleistung erforder-
lich ist und wenig Speicher benötigt wird. Es muss lediglich die Temperatur gemessen
und ausgewertet werden. Allerdings ist die Grenze, wo der µC aufhört und ein PC
anfängt, fließend. So wird in einem Mobiltelefon der Mikrocontroller für das Wählen
einer Rufnummer und den Aufbau eines Telefonats benötigt. Mit Handys kann man
heute aber auch E-Mails versenden, Videos aufzeichnen und Musik hören.
Da es nicht für jede spezielle Aufgabe einen speziellen Mikrocomputer gibt, kann man
aus einer großen Anzahl von Bausteinen einen geeigneten auswählen. Es gibt unter-
schiedliche Hersteller, die viele Varianten von Controllern produzieren, die sich aber
in der grundsätzlichen Funktionsweise kaum unterscheiden. Die Mikrocontroller ver-
fügen über eine unterschiedliche Anzahl von Ein- und Ausgängen sowie über spezielle
Hardwarebausteine im Innern, mit denen verschiedene Aufgaben vereinfacht werden.
So verfügt nahezu jeder µC über einen Timer, mit dem man Zeiten bestimmen und
Signale definierter Länge generieren kann. Ebenso haben sehr viele Bausteine einen
integrierten Analog-Digital-Wandler, der es ermöglicht, analoge Signale wie z. B. Tem-
peratur oder Batteriespannung zu messen.
Die Größe des Bausteins wird hauptsächlich von der Anzahl der Ein- und Ausgänge
bestimmt. So kann ein Mikrocontroller, der nur die Batteriespannung überwachen
soll und beim Unterschreiten eines Schwellwertes ein Signal ausgeben soll, mit weni-
gen Pins auskommen. Ein Controller hingegen, der die Temperatur mehrerer Zimmer
regeln soll und die Steuerung über ein Farbdisplay mit Touchscreen visualisiert, benö-
tigt wesentlich mehr Ein- und Ausgänge. Daher findet man auch bei den Herstellern
12 1  Überblick über die Mikrocontroller

Mikrocontroller, die mit 6 Pins auskommen, und andere, die mehrere Hundert Pins ha-
ben. Grob kann man sagen, dass auch die Rechenleistung mit der Anzahl der Pins steigt,
da bei vielen Pins auch mehr Aufgaben bewältigt werden müssen. Auch die Anzahl der
Bits, die gleichzeitig verarbeitet werden, steigt mit der Größe des Mikrocontrollers. So
gibt es Bausteine mit einer Busbreite von 4 Bit bis hoch zu 32 Bit. Da im PC-Bereich auch
schon 64-Bit-Prozessoren eingesetzt werden, wird es auch bei Mikrocontrollern nicht
mehr lange dauern, bis diese mit 64 Bit breiten Werten rechnen. Ob dies nun ein Vorteil
oder eher ein Nachteil ist, muss jeder Entwickler selbst entscheiden. Mikrocontroller mit
einer Wortbreite von 4 Bit findet man hauptsächlich in Museen und sehr alten Geräten.
Sie werden aber auch heute noch verkauft, wenn ein altes Gerät wieder funktionstüchtig
gemacht werden muss. Für eine Neuentwicklung spielen diese Bausteine keine Rolle
mehr. Am weitesten verbreitet sind Mikrocontroller mit einer Wortbreite von 8 bis 16 Bit.
Hier ist die Auswahl an verfügbaren Bausteinen sehr groß. Die 32-Bit-Controller werden
hauptsächlich in Geräten eingesetzt, die ein Farbdisplay ansteuern, verschiedene Spei-
chermedien wie USB oder SD-Karten unterstützen und zum Datenaustausch mit dem
PC verbunden werden.
Für eine Vielzahl von Anwendungen sind 8-Bit-Mikrocontroller völlig ausreichend und
zudem auch noch günstig zu erwerben. Es können auch kleine Schaltungen aufgebaut
werden, ohne eine Leiterplatte herstellen zu lassen. Da die größeren Typen ähnlich funk-
tionieren wie die kleinen, wird im Folgenden hauptsächlich auf die Entwicklung einer
Schaltung mit einem 8-Bit-Mikrocontroller eingegangen. Die vorgestellten Schaltungen
und Beispielprogramme lassen sich so einfach aufbauen, simulieren und ausprobieren.
Im Folgenden werden nur die Controller der Firma Microchip in Betracht gezogen. Alle
Beispiele sind mit PIC-Mikrocontrollern (PIC = Programmable Integrated Circuit) pro-
grammiert worden. Die Controller anderer Hersteller, z.  B. Atmel, Motorola, Renesas
etc., funktionieren nach dem gleichen Prinzip und unterscheiden sich hauptsächlich in
der Zusammenstellung der Features und dem Befehlssatz.
Warum in diesem Buch die Wahl auf die Produkte von Microchip fällt, liegt unter ande-
rem daran, dass von Microchip eine komplette kostenlose Entwicklungsumgebung zur
Verfügung gestellt wird, die Controller bei den bekannten Lieferanten für elektronische
Bauteile gekauft werden können und sie sich großer Beliebtheit erfreuen, wodurch man
viele weitere Beispiele und Diskussionen im Internet findet.
Die in diesem Buch vorgestellten Beispiele wurden mit dem In-Circuit-Debugger ICD2
von Microchip programmiert und gestestet. Daher beziehen sich alle Bilder und Be-
schreibungen auf dieses Programmiergerät. Es gibt allerdings auch noch weitere Pro-
grammiergeräte von unterschiedlichen Herstellern, mit denen man die Microcontroller
programmieren und debuggen kann. Ebenfalls findet man im Internet viele Selbstbau-
anleitungen für Programmiergeräte. Eine Bauanleitung eines einfachen PIC-Program-
mierers findet man auf der beiliegenden CD-ROM. Dieser eignet sich allerdings nur
zum Programmieren des Controllers, ein Debuggen (engl. Entwanzen = Fehlersuchen)
ist mit diesem einfachen Programmieradapter nicht möglich.
1.1  Feature-Vergleich der Mikrocontroller 13

Die Programmierung wurde in Assembler durchgeführt. So lassen sich die Funktions-


weise besser verstehen und die Systemressourcen optimal auszunutzen. Auch hier fin-
det man im Internet mehrere kostenfreie C-Compiler. Zu jedem Beispiel findet man
den kompletten, funktionsfähigen und kommentierten Code auf der CD-ROM. Um
optimales Lernen zu gewährleisten, sollte man aber versuchen, die Beispiele selbst zu
programmieren und nur im Notfall die Versionen auf der CD-ROM verwenden. Die
Beispiele sind nicht auf kürzeste Ausführungszeit oder kleinsten Speicherplatz opti-
miert. Sie sollen lediglich die verschiedenen Features eines Mikrocontrollers demon-
strieren.
Alle Beispiele in diesem Buch sind für den PIC16F876A programmiert. Dieser Baustein
hat den Vorteil, dass er alle wichtigen Elemente eines Mikrocontrollers hat. Auch die
Anzahl der I/O-Pins ist für viele Anwendungen ausreichend und ein Umstieg auf andere
Typen ist sehr einfach möglich. Man sollte allerdings die Namen und Adressen der Regis-
ter überprüfen, da nicht alle PICs die gleichen Adressen und Bezeichnungen verwenden.

1.1  Feature-Vergleich der Mikrocontroller


Die folgende Übersicht liefert nur einen kleinen Ausschnitt der verfügbaren Mikro-
controller. Die Tabelle verdeutlicht, wie verschieden die Mikrocontroller sind:
PIC10F222 (sehr kleiner Mikrocontroller mit 6 Pins und einer Größe von 2 x 3 mm)
PIC16F876 (8-Bit-Mikrocontroller mit 28 Pins)
PIC24FJ128 (16-Bit-Mikrocontroller mit 64 bis 100 Pins)
PIC32MX460 (32-Bit-Controller mit 64 bis 100 Pins)
ARM9 im BGA (Ball Grid Array) mit über 300 Pins
Aktueller Desktop-PC

1.2  Aufbau und Funktionsweise des PIC 16F876A

1.2.1  Blockschaltbild
Damit ein Mikrocontroller überhaupt funktioniert, sind viele kleine Funktionsblöcke
nötig, die optimal zusammenarbeiten müssen. Abb. 1.1 zeigt das vereinfachte Block-
schaltbild eines PIC16F876A.
Der wichtigste Bestandteil eines Mikrocontrollers ist die ALU (= Arithmetic Logic
Unit). Mit der ALU, die das Rechenwerk des Controllers ist, werden Additionen und
logische Operationen durchgeführt. Damit sie mit den richtigen Werten rechnen
kann, müssen diese zum richtigen Zeitpunkt vom richtigen Speicherort zur Verfügung
gestellt werden.
14 1  Überblick über die Mikrocontroller

Abb. 1.1: Blockdiagramm PIC16F876A

1.2.2  Der Flash-Programmspeicher


Am Anfang steht das Problem, wie die Daten eigentlich in den Mikrocontroller kom-
men und wie sie generiert werden. Der Mikrocontroller versteht leider keine Program-
miersprache wie Basic, C oder Assembler und muss daher mit reinen binären Werten,
1.2  Aufbau und Funktionsweise des PIC 16F876A 15

also Nullen oder Einsen, beschrieben werden. Diese werden dann im Flash-Pro-
grammspeicher, beginnend bei der Adresse 0x0000, abgelegt. Da der Flash-Speicher
ein nicht flüchtiger Speicher ist, der die Daten auch nach dem Ausschalten behält,
kann hier der Programmcode gespeichert werden. Würde man die Daten in den RAM-
Speicher legen, würde das Gerät nach dem Ausschalten nicht mehr funktionieren. Um
nun Daten zu generieren, die der PIC versteht, sind einige Schritte nötig. Prinzipiell
könnte man direkt den Programmcode in Form von binären Werten schreiben und
mit einem Programmiergerät in den Mikrocontroller laden. Dies wäre aber eine Straf-
arbeit für jeden Entwickler und nahezu unmöglich zu verstehen. Daher benutzt man
verschiedene Sprachen für die Programmierung. Am gebräuchlichsten für die Mikro-
controllerprogrammierung ist C oder Assembler. Beide Sprachen sind hardwarenah
und können daher direkt mit den physikalisch vorhandenen Registern kommunizie-
ren. Für größere Mikrocontroller wird fast ausschließlich C verwendet und bei kleine-
ren, wie bei dem hier vorgestellten, wird häufig Assembler verwendet, um die Hard-
ware optimal auszunutzen. Das folgende Beispiel zeigt einen Abwärtszähler von 9 nach
0 in C, Assembler und als Maschinencode, der am Ende im PIC steht.

C-Code Assembler Maschinencode

for(i=9; i>0; i--); movlw 0x09 000C 3009


movwf 0x20 000D 00A0
zaehler 000E 0BA0
decfsz 0x20, 1 000F 280E
goto zaehler

Wie man am Beispiel erkennen kann, wäre es viel zu unverständlich, direkt in Maschi-
nencode zu programmieren. Daher benutzt man ein Programm, das den C-Code oder
den Assemblercode in die Maschinensprache übersetzt. Man nennt dieses Tool Com-
piler. Ein Compiler geht Schritt für Schritt durch den Code und interpretiert die vom
Entwickler programmierten Befehle. Dies geschieht häufig nicht in nur einem Durch-
gang, sondern in mehreren. Nach dem Kompilieren müssen noch einzelne Module mit
einem weiteren Tool, dem Linker, verbunden werden. Wenn alles richtig funktioniert
und man keinen Fehler gemacht hat, erhält man dann den Maschinencode, der prin-
zipiell nur auf dem vorgesehenen Controller lauffähig ist. Während des Übersetzungs-
vorgangs wird eine Datei mit der Endung „.hex“ generiert, die beschreibt, an welcher
Stelle im Speicher die einzelnen Befehle stehen sollen. Dieses File kann nun mit einem
Programmiergerät in den Mikrocontroller geladen werden.
Das Programm liegt jetzt im Flash-Programmspeicher. Sieht man sich den obigen Ma-
schinencode an, kann man an den ersten vier hexadezimalen Ziffern die Stelle im Pro-
grammcode erkennen. Der Code würde im Speicher an der Stelle 0x000C beginnen
und bei 0x000F enden. Um jetzt mit der Ausführung des Programms zu beginnen,
muss ein Startpunkt definiert werden. Dies ist die Adresse 0x0000, an der das Pro-
16 1  Überblick über die Mikrocontroller

gramm nach dem Start oder nach einem Reset beginnt. Durch einen externen oder
internen Takt wird der Programmzähler schrittweise hochgezählt und führt so einen
Befehl nach dem anderen aus. Würden im Programm keine Sprungbefehle und Schlei-
fen auftreten, würde es bis maximal zur Adresse 0x1FFF (=8292 Befehle) laufen, und
danach wieder von vorn beginnen. Der Befehlszähler hat 13 Bit (2^13 = 8.192) und
kann somit maximal 8.292 Befehle ansprechen. Die Befehle selbst haben eine Breite
von 14 Bit (z. B. movlw 0x09 = 0x3009 = 11 0000 0000 1001). Sie werden im Befehls-
register verarbeitet und die Daten und RAM-Adressen werden über die internen Lei-
tungen an die ALU oder den RAM-Speicher weitergeleitet.

1.2.3  Datenverarbeitung in der ALU


Nachdem nun die Daten bei dem Rechenwerk, der ALU, angekommen sind, können sie
verarbeitet werden. Der Befehl movlw 0x09 bedeutet: „Lade den hexadezimalen Wert
0x09 in das W-Register“. Ohne das W-Register läuft beim PIC nichts. Hierüber müssen
nahezu alle Werte laufen. Um einen Wert in eine RAM-Speicherzelle zu schreiben, muss
diese zuerst in das W-Register geladen werden (movlw 0x09) und erst danach kann der
Wert an ein Register, auch F-Register oder File Register genannt, weitergeleitet werden.
Dies kann z. B. durch den Befehl movwf 0x20 geschehen und bedeutet nichts anderes als:
„Verschiebe den Wert aus dem W-Register an die Speicheradresse 0x20 im File-Register“.

1.2.4  Das Statusregister


Da man bei einigen Befehlen wissen möchte, ob nach einer mathematischen oder lo-
gischen Operation der Wert zu Null geworden oder ein Übertrag aufgetreten ist, wer-
den im Statusregister einzelne Bits in Abhängigkeit vom Befehl gesetzt. Es handelt sich
hierbei um sogenannte Statusflags. Flag bedeutet „Flagge“ und ist ein Zeichen, um zu
erkennen, was bei einer Operation geschehen ist. Es handelt sich dabei um das Carry-
Flag (C), das Digit-Carry-Flag (DC) und das Zero-Flag (Z). Das Carry-Flag zeigt einen
Übertrag an, wenn z. B. nach einer Addition, das Ergebnis nicht mehr mit 8 Bit darge-
stellt werden kann. Das Digit-Carry-Flag ist ähnlich dem Carry-Flag und zeigt einen
Übertrag nach dem vierten Bit an. Und schließlich zeigt das Zero-Flag an, ob nach ei-
ner Operation das Ergebnis Null ist.

Abb. 1.2: Bankumschaltung im Register STATUS


4120-5 Titelei 29.04.2008 11:34 Uhr Seite 3

FRANZIS
DO IT YOURSELF

Burkhard Kainka

Schnellstart
LEDs
Leuchtdioden in der Praxis

Mit 126 Abbildungen


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Vorwort

LEDs sind für Viele der Einstieg in die Elektronik. Der Start ist einfach und motivie-
rend zugleich, eben ein Schnellstart. Schon mit geringstem Aufwand sind die ersten
Erfolge zu erzielen. Und dennoch werden viele Bereiche der Elektronik berührt, wenn
man alle Möglichkeiten ausschöpfen will. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt,
wenn es darum geht eigene Konstruktionen zu verwirklichen, sei es eine stromspa-
rende LED-Taschenlampe, seien es Test- und Prüfgeräte oder eine moderne Raumbe-
leuchtung.
Schon beim Aufbau einfacher Stromkreise mit LEDs muss vieles beachtet werden.
Die Berechnung der geeigneten Vorwiderstände verlangt die Kenntnis elektrotechni-
scher Grundlagen. So fördert die Arbeit mit LEDs nicht nur das handwerkliche Ge-
schick, sondern auch technisches Grundwissen. Wenn es dann um fortgeschrittene
LED-Elektronik mit Transistoren und integrierten Schaltkreisen geht, kommt einiges
an Elektronik-Wissen hinzu. LEDs können damit zum Ausgangspunkt für tiefgreifen-
de Studien werden.
Dieses Buch versucht beides, den Schnellstart für absolute Einsteiger zu garantieren
und zugleich auch Projekte vorzustellen, die höhere Ansprüche an den erfahrenen
Leser stellen. Ich hoffe, dass für jeden das Richtige dabei ist, und wünsche Ihnen viel
Erfolg beim Experimentieren mit LEDs!
Ihr Burkhard Kainka
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Inhalt

1 Vorbereitungen
1.1 Das Steckfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
1.2 Die Batterie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
1.3 Leuchtdioden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
1.4 Widerstände . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

2 LED Grundversuche
2.1 LED mit Vorwiderstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
2.2 Die Richtung des elektrischen Stroms . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
2.3 Test mit unterschiedlichen Vorwiderständen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
2.4 Signallampe mit Tastschalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
2.5 LED-Lampe mit weißer LED . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
2.6 Lumen und Candela . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
2.7 Farben und Wellenlängen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25

3 LED-Schaltungstechnik
3.1 Die Diodenschwelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
3.2 Reihenschaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
3.3 Verbesserter Wirkungsgrad . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
3.4 Parallelschaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
3.5 Gemischte Reihen/Parallelschaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
3.6 Wechselstrombetrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
3.7 Farbspiele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41

4 Testgeräte mit LEDs


4.1 Durchgangstester . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
4.2 Leitfähigkeit von Flüssigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
4.3 Überwachungs-Stromschleife. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
4.4 Polaritätstester . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
4.5 Batterietester . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
4.6 LED als Temperatursensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48

5 Fortgeschrittene Versuche mit LEDs


5.1 Transistoren und mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
5.2 Transistor-Grundschaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
8

5.3 Nachlaufsteuerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
5.4 Die Darlington-Schaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
5.5 LED als Lichtsensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
5.6 Die Konstantstromquelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56

6 Kippschaltungen mit LEDs


6.1 Elektronischer Umschalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
6.2 Die Thyristor-Schaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
6.3 Der Schmitt-Trigger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
6.4 An/Aus-Taster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63

7 Blinker und Oszillatoren


7.1 Transistor-Wechselblinker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
7.2 LED-Spannungswandler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
7.3 Blinkschaltung mit NE555 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
7.4 Timer-Wechselblinker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
7.5 PWM-Helligkeitssteuerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
7.6 LED-Blitzlicht mit dem LM3909 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
7.7 LED-Blitzlicht mit Transistoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
7.8 Ein Soft-Blinker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76

8 Stromversorgung und LED-Beleuchtungen


8.1 Power-LEDs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
8.2 Konstantstromquelle mit LM317 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
8.3 LED-Dimmer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
8.4 Spannungswandler mit NE555 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
8.5 Konstantstrom-Schaltregler mit LM2574 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
8.6 Dimmer-Schaltregler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
8.7 3-A-Schaltregler LM2576 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91

Anhang
Bezugsquellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93
Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
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2 LED-Grundversuche

Mit einer Batterie und einer kleinen Glühlampe könnte man einfach mal dies und je-
nes probieren, bis die Lampe leuchtet. Mit einer LED sollte man das nicht versuchen,
denn der direkte Anschluss an die Batterie kann die LED schnell zerstören. Man muss
schon etwas genauer planen: Wichtig ist die richtige Spannung, die korrekte Polung,
ein geeigneter Vorwiderstand. Aber schwierig ist es nicht. Probieren Sie die vorge-
schlagenen Schaltungen aus, und werden Sie fit für den sicheren Umgang mit LEDs.

2.1 LED mit Vorwiderstand

Bauen sie Ihren ersten Stromkreis mit Batterie, LED und Vorwiderstand. Verwenden
Sie eine rote LED und eine Batterie mit 9 V. Mit dem größten Widerstand (1 kΩ = 1000
Ω, Farben: braun, schwarz, rot) aus dem Lernpaket sind Sie auf der sicheren Seite, was
den LED-Strom angeht. Abb. 2.1 zeigt den Aufbau der Schaltung als Schaltplan.

Abb. 2.1 Schaltbild mit LED und Vorwiderstand

Verwenden Sie die Steckplatine für den Aufbau. Die obere Versorgungsschiene soll
mit dem Pluspol der Batterie, also mit dem roten Anschluss des Batterieclips verbun-
den werden. Die untere Schiene soll entsprechend mit dem schwarzen Clipanschluss,
also mit dem Minuspol der Batterie verbunden werden. Der Aufbau wird auf diese
Weise dem Schaltbild ähnlich, so dass eine Fehlerkontrolle keine Probleme bereitet.
Biegen Sie die Anschlussdrähte der LEDs und der Widerstände so um, dass sie in die
Kontakte passen. Einige Anschlussdrähte wurden übrigens im Interesse einer besseren
Darstellung speziell für den Testaufbau und die Fotos gekürzt. Für Ihre Experimente
16 2.1 LED mit Vorwiderstand

sollten Sie die Drähte nach Möglichkeit ungekürzt lassen, damit die Bauteile für alle
Versuche einsetzbar bleiben.

Abb. 2.2 Der Aufbau auf der Steckplatine

Wahrscheinlich wird der Versuch auf Anhieb funktionieren. Die LED leuchtet hell
auf. Falls nicht, muss der Fehler gesucht werden. Eine Unterbrechung an beliebiger
Stelle im Stromkreis verhindert den Stromfluss komplett. Überprüfen Sie also alle
Leitungen und die Lage der Bauteile auf der Steckplatine. Ein weiterer möglicher
Fehler ist eine falsch herum eingesetzte LED. Und schließlich könnte die Batterie
verbraucht sein. Allerdings werden Sie feststellen, dass auch sehr alte Batterien eine
LED immer noch schwach zum Leuchten bringen können.
Untersuchen Sie einmal eine andere Variante des Aufbaus. LED und Widerstand sol-
len vertauscht werden. Der Strom fließt dann zuerst durch die LED und dann durch
den Widerstand. Die Wirkung ist aber genau die gleiche wie im umgekehrten Fall. Es

Abb. 2.3 Vertauschte Bauteile


2 LED-Grundversuche 17

Abb. 2.4 LED und Widerstand vertauscht

kommt also nur darauf an, dass alle drei Bauteile in einem geschlossenen Stromkreis
angeordnet sind.

2.2 Die Richtung des elektrischen Stroms

Drehen Sie die LED einmal so um, dass die Anode am Minuspol der Batterie liegt.
Nun leuchtet nichts mehr! Strom kann also nur in einer Richtung durch die LED flie-
ßen. Die Durchlassrichtung ist die Stromrichtung von der Anode zur Kathode, also
wenn die Anode dem Pluspol der Batterie zugewandt ist und die Kathode dem Minus-
pol. In Gegenrichtung sperrt die LED. Eine Diode ist so etwas wie ein elektrisches
Ventil. Und nur wenn Strom hindurchgelassen wird, leuchtet sie. Abb. 2.5 zeigt die
LED in Sperrrichtung. So kann sie nicht leuchten...

Abb. 2.5 Die LED in Sperrrichtung


18 2.3 Test mit unterschiedlichen Vorwiderständen

Der Pfeil im Schaltsymbol der Leuchtdiode weist auf die Richtung des elektrischen
Stroms hin. Die Stromrichtung wurde historisch bedingt wie auch die Bezeichnung
Plus und Minus willkürlich festgelegt. Strom fließt also immer vom Pluspol der Bat-
terie durch den Verbraucher zum Minuspol der Batterie. Heute weiß man, dass sich
negativ geladene Elektronen in den Drähten genau anders herum bewegen als es die
Pfeile in Abb. 2.6 zeigen. Tatsächlich gibt es aber z.B. in Flüssigkeiten auch positive
Ladungsträger, die sich in Stromrichtung bewegen. Auch in der LED selbst findet man
sowohl negative wie positive Ladungsträger.

Abb. 2.6 Zur Definition der Stromrichtung

2.3 Test mit unterschiedlichen Vorwiderständen

Setzen Sie nun statt des Widerstands von 1 kΩ einen kleineren Widerstand von 470 Ω
(gelb, violett, braun) ein. Die LED leuchtet deutlich heller. Das ist ein Hinweis auf
den größeren Strom. Die Regel lautet: Je größer der Widerstand, desto kleiner wird
der Strom. Genauere Berechnungen folgen weiter unten.

Abb. 2.7 Mehr Helligkeit mit einem kleineren Vorwiderstand

Untersuchen Sie die Helligkeit aller farbigen LEDs jeweils mit Widerständen von
1 kΩ (braun, schwarz, rot) , 470 Ω (gelb, violett, braun) und 330 Ω (orange, orange,
2 LED-Grundversuche 19

braun). Verwenden Sie aber keinen kleineren Widerstand als 330 Ω, da sonst in dieser
Schaltung mit einer Batterie von 9 V ein zu großer Strom fließen kann, der die LEDs
in Gefahr bringt.

Abb. 2.8 Vorwiderstand 470 Ω

Tabelle 1: LED-Strom bei einer Batteriespannung von 9 V

Widerstand LED rot LED gelb LED grün LED weiß


330 Ω 21.4 mA 21,1 mA 20,8 mA 16,8 mA
470 Ω 15,1 mA 14,9 mA 14,7 mA 12,1 mA
1000 Ω 7,2 mA 7,1 mA 7,0 mA 5,9 mA

Sie können in der selben Schaltung auch die weiße LED einsetzen. Die im Lernpaket
eingesetzte superhelle LED erreicht bereits mit einem Vorwiderstand von 1 kΩ eine
große Helligkeit. Untersuchen Sie die Schaltung einmal im abgedunkelten Raum. Die
weiße LED eignet sich vorzüglich für Beleuchtungszwecke und ersetzt mühelos eine
Taschenlampe. Weiter unten in Kap. 2.5 wird eine solche Lampe noch weiter opti-
miert.
Für die bunten LEDs ist ein Dauerstrom von 20 mA zugelassen. Die weiße LED
darf nach Angaben des Herstellers mit bis zu 25 mA betrieben werden. Die folgende
Tabelle zeigt, dass der tatsächliche Strom von der verwendeten LED und vom Vorwi-
derstand abhängt. Teilweise wird der erlaubte Strom geringfügig überschritten. Das
ist jedoch für kurze Zeit unproblematisch. Nur bei längerer Überlastung altern LEDs
schneller und verlieren ihre Leuchtstärke.
20 2.5 LED-Lampe mit weißer LED

2.4 Signallampe mit Tastschalter

Bauen Sie einen einfachen Tastschalter aus abisoliertem Schaltdraht, wie es das Foto
in Abb. 2.9 zeigt. Der Schalter stellt im geöffneten Zustand eine Unterbrechung des
Stromkreises dar. Wenn man aber auf den Taster drückt, verbindet man dabei zwei
Kontakte und schließt den Stromkreis. Die Federkraft des Drahts löst die Verbindung
wieder, wenn man den Taster loslässt. Die LED im Stromkreis leuchtet also nur, so-
lange man auf den Taster drückt.

Abb. 2.9 Aufbau eines Schalters aus Draht

Abb. 2.10 Ein Stromkreis mit Schalter

Der Aufbau kann als Signallampe für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden.
Signalisieren Sie z.B. ihrer Nachbarin auf der anderen Seite der Straße, dass sie mal
wieder zum Kaffe herüber kommen sollte. Leuchtzeichen ersetzen hier auf etwas alt-
modische Weise das Telefon. Man muss auch zugeben, dass die Sache nur funktio-
niert, wenn sie gerade aus dem Fenster schaut.
Prinzipiell lässt sich die Schaltung auch zur Übertragung umfangreicher Nachrichten
mittels Morsezeichen einsetzen. Zugegeben, Morsen ist etwas veraltet und nicht so be-
quem wie Emails oder das Telefon. Aber Morsen mit Lichtzeichen kann eine reizvolle