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Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen

Fakultät für Architektur


Technische Universität München

EBB Entwurf „Künstlerkolonie“


Nachbesprechung 1. Testat

21. November 2017

Boris Berndtson
Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen
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Themenfelder

•Städtebau
•Gebäudeform
•Materialität
•Belichtung
•Installation
•Lüftung
•Gebäudehülle
•Brandschutz
Ressource
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Städtebau
März Juni Sept. Dec.
•Himmelsrichtungen bei der internen Organisation beachten
•Auswirkungen auf Heiz- und Kühlenergiebedarf, Blendschutz
•Abstandsflächen sind in §6 BayBO geregelt. (Hier gilt 1 H)
•Geringe Abstandsflächen = gegenseitige Verschattung > dies führt
zu höherem Heizenergiebedarf

•Flächeneffizienz
•Fläche ist eine knappe Ressource
•Hohe Dichte vs. Verschattung

•Bodenversiegelung durch
Überbauung, asphaltierte Flächen
führt zu mehr Abwasser und
Aufheizung im Sommer
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•Orientierung? •Orientierung? •Nord-Süd Typen


•Wenig Flächeneffizienz •Sehr hohe Dichte •Mittlere Dichte
führt zu erhöhtem •Viel Eigenverschattung •Durch Versetzte
Mobilitätsbedarf daher Tagesbelichtung Anordnung kann die
•Versieglung gering, viel schwierig Eigenverschattung
Grün möglich und daher •Versieglung hoch daher reduziert werden.
gutes Mikroklima. schwieriges •Je nach Art der
Abwassermanagement Erschließung kann die
und „aufheizen“ des Versieglung hoch oder
Gebiets im Sommer gering sein.
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Gebäudeform
•neue Materialien für Gebäudehülle
•A/V Verhältnis nicht so relevant
•Kompakte Bauformen sind trotzdem energieeffizienter

•Aber:
•Bei vielen Vor und Rücksprüngen und komplexer Geometrie, sind
aufwendige Detaillösungen nötig um Wärmebrücken zu vermeiden
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Materialität
•Die Wahl des Materials sollte nicht nur nach gestalterischen
Gesichtspunkten stattfinden, sondern auch technische
Randbedingungen. Z.B. große Spannweiten, Freiformen,
Energieeffizienz, „graue Energie“ etc. berücksichtigen

•Graue Energie bezeichnet die Energie die in einem Baustoff


gebunden ist. Beton hat eine hohe graue Energie, weil die
Zementproduktion sehr viel Energie benötigt.

•Der Baustoff Holz bindet CO2.

•Monolithische Bauweisen sind auch mit z.B. hochdämmenden


Ziegeln möglich.
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Tageslicht
•Nach§45 BayBO werden für
Aufenthaltsräume Fenster gefordert:
•Das Rohbaumaß der Fensteröffnungen muss mindestens ein Achtel
der Netto-Grundfläche des Raums haben (einschl. verglaster Vorbauten
und Loggien)
•Orientierung der Nutzungen beachten:
•Nord > fast nur diffuses Licht (indirekte Strahlung)
•Ost/West > Licht am Morgen/Abend, flacher Einstrahlwinkel
•Süd > im Sommer steiler Einstrahlwinkel/im Winter flacher Winkel
•Raumtiefen beachten > Vernünftig belichtbar ca. 6 m (siehe Grafik)
(normale Geschosshöhe)
•Lichthöfe können zur Versorgung von Tageslicht verwendet werden
•Lichthöfe nicht überdacht (kalter Innenhof)
•Ausnutzung des Tageslichts aus den Lichthöfen
•Nutzung als Atrium / Solarkamin zur natürlichen Lüftung
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•Orientierung:

•Atelier im Süden angeordnet


•Südfassade nicht genutzt
•Wohnung im Norden nicht
optimal belichtbar
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Belichtung Atelier?
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Bad hat Außenfassade,


Fenster zu empfehlen,
ansonsten Lüftungsanlage
nötig.

Schlafzimmer brauchen
Außenbezug = Fenster

Südfassade nicht genutzt

Nicht optimal belichtbar


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Bad hat Außenfassade,


Fenster zu empfehlen,
ansonsten Lüftungsanlage
nötig.

Schlafzimmer brauchen
Außenbezug = Fenster

Hier gibt es nur ein kleines


Oberlichtband. Belichtung
nicht optimal.
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Lüftung
•Natürliche Lüftung:
•Wohnräume, Schlafräume: Fensterlüftung ausreichend
•Ateliers: Fensterfläche nach ASR beachten (Tabelle 3)

•Mechanisch:
•Bei fensterlosen Bädern, Toiletten, Küchen und Kochnischen ist nach
§43 Musterbauordnung eine mechanische Abluftanlage
vorgeschrieben (Tabelle 1)
•Abluftschächte müssen bis über das Dach geführt werden
•Nutzungsabhängig brauchen Ateliers eine Abluftanlage
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Atelier, Schlafen und


Wohnen ein Luftraum.

Dies besser vermeiden, bei


Arbeiten im Atelier
entstehen Lärm und
Dämpfe.
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Bad hat Außenfassade,


Fenster zu empfehlen,
ansonsten Lüftungsanlage
nötig.

Schlafzimmer brauchen
Außenbezug = Fenster
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Wasserbecken und verschatteter Außenbereich

•Optimal in heißen Klimazonen, weil Wasserbecken


für Verdunstungskühlung sorgt.
•In unserer (noch) gemäßigten Klimazone nicht
geeignet, Innenhof mit weniger Verschattung besser.
•Wasser muss sich bewegen, ansonsten Veralgung.
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Sanitärinstallation
•Trinkwasser warm/kalt, Abwasser: Küche, Bad und WC
•Entwässerung:
•Schächte müssen vom UG bis über das Dach (Entlüftung) geführt
werden
•Entwässerung wird über Grundleitung an das öffentliche Kanalnetz
angeschlossen

•Ateliers:
•mindestens ein Ausgussbecken mit Kaltwasseranschluss
•Optimal: Teeküche mit Spüle
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Dimensionierung Rohrleitungen

‚So groß wie nötig, so klein wie möglich‘

Rohrdurchmesser:
DN (engl.: Diameter Nominal) = Nennweite ≈ Innendurchmesser Rohr

Quelle: Hausladen, Tichelmann, Ausbau Atlas


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Vorwandinstallation - Platzbedarf

Vorwandinstallation nach DIN 18022


• bei horizontaler Leitungsführung: 20 cm
• bei vertikaler Leitungsführung: 25 cm

Quelle: Hausladen, Tichelmann, Ausbau Atlas


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Vorwandinstallation - Platzbedarf

Trinkwasser warm (TWW)


Trinkwasser (TW)
Heizungsvorlauf (HVL)
Heizungsrücklauf (HRL)
Trinkwasser Zirkulation (TWZ)
Schmutzwasser (SW)

Quelle: Hausladen, Tichelmann, Ausbau Atlas


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Keine Sanitärinstallation.
•Atelier benötigt Ausgussbecken

Weil Einzelbaukörper:
•WC nötig
•Teeküche optimal
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Wenn alle Sanitäranlagen an


einem durchlaufenden Schacht
liegen keine Leitungsverzüge nötig.

Drehung der
Geschosse:
Anordnung eines
durchlaufenden
Schachts schwierig.
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Fassaden
•Fassadenorientierung (Himmelsrichtung) ist nicht ablesbar
•Verglasungsanteile
•Tageslichtoptimierter Fenstereinbau
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Fassadenorientierung (Himmelsrichtung) ist nicht ablesbar


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•Verglasungsanteil hoch
•außenliegender Sonnenschutz
sinnvoll bei Gemeinschaftsräum
•Verglasung der Zimmer
raumhoch > gut für Tageslicht
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•Hat die Faltung etwas mit der Orientierung der Fenster zu tun?
•Lichteinfall je nach Nutzung in das Gebäude holen.
N
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Südwestecke ist für


Überhitzung aufgrund
von solarer
Einstrahlung
gefährdet.

Bei komplett
verglasten Räumen
ist hier ein
außenliegender
Sonnenschutz zu
empfehlen.
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Außenfassade für
Tagesbelichtung
nutzen.
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Brandschutz
•Gebäudeklasse nach Entwurf
•Notwendige Treppen müssen in einem Zug zu allen
Geschossen führen und in einem eigenen Raum liegen
•Treppenraum muss von jeder Stelle in 35 m erreichbar sein
•Im Treppenraum nur nicht brennbare Materialien
•2. Fluchtweg z.B. über Anleitern > Feuerwehrzufahrt

•Ateliers: Nach Nutzung können feuergefährliche Arbeiten


z.B. Schweißen ausgeführt werden. Dies ist bei einem
gemeinsamen Luftraum mit anderen Nutzungen nicht
möglich.
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Notwendiges
Treppenhaus =
geschlossener Raum
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Notwendiges
Treppenhaus =
geschlossener
Raum
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Entfluchtung von Gemeinschaftsraum in


den notwendigen Flur über Wendeltreppe
schwierig. Besser noch direkte Tür in
Treppenraum.
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Wärmeschutz
•Übergang vom Kalten in das Warme
•Windfang
•Flur
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Windfang oder vorgeschalteter Flur

KALT

Windfang nötig WARM

WARM

KALT
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Übergang zwischen Kalt


und Warm überlegen.

KALT

WARM WARM