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Seminar der Medizinischen Psychologie und Medizinischen Soziologie

Glossar „Bezugssysteme von Gesundheit und Krankheit“

Aggravation Übertreiben von Krankheitsanzeichen (Ziel: Krankschreibung,


sekundärer Krankheitsgewinn o.ä.)
Allostase Als Allostase werden langfristige Anpassungsmechanismen des
Organismus an chronische Belastungen bezeichnet.
Ambivalenzkonflikt Ein Konflikt, der dadurch gekennzeichnet ist, dass das Zielobjekt
gleichzeitig positive und negative Seiten hat, also gleichzeitig
anzieht und abstößt (auch: Appetenz-Aversions-Konflikt)
Ätiologie Lehre von den Krankheitsursachen
Attribution Ursachensuche, Ursachenzuschreibung
Ursachenzuschreibungen lassen sich z.B. unterteilen nach
- ihrer Lokation (Intern vs. Extern)
- ihrer Stabilität (stabil vs. variabel)
Attributionstheorien Theorien, die sich mit Ursachenzuschreibungen befassen
Bezugsnormen Normen einer bestimmten Gruppe
Chronisches Krankheitsverhalten Chronisches Krankheitsverhalten liegt vor, wenn das subjektive
Krankheitserleben und das daraus resultierende Verhalten nicht
durch medizinische Befunde zu rechtfertigen ist. Merkmale
chronischen Krankheitsverhaltens sind u.a. Passivität, Verlust an
Vertrauen in die eigene physische und psychische
Funktionsfähigkeit sowie Medikamentenmissbrauch
Coping-Konzept (nach Lazarus) Das Coping-Konzept geht davon aus, das es von der Bewertung der
jeweiligen Person abhängt, ob ein Ereignis als Belastung
wahrgenommen wird.
Primärbewertung (primary appraisal): Bewertung des Reizes
(Ereignis, Situation etc.) als
+ bedrohlich/belastend,
+ günstig/positiv oder
+ neutral/irrelevant.
- Sekundärbewertung (secondary appraisal): Bewertung der
eigenen Handlungsmöglichkeit im Hinblick auf den Reiz
- Anschließend ist eine Neubewertung (reappraisal) der Situation
unter Einbeziehung der eigenen Fähigkeiten möglich
Devianz Abweichendes Verhalten (Alkoholmissbrauch, Kriminalität.
Drogenmissbrauch, Krankheit). Siehe auch: Labeling-Ansatz
Diagnostic and Statistical Manual Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen.
of Mental Disorders (DSM) Dieses Klassifikationssystem wurde in den USA entwickelt. Es ist
mittlerweile in der vierten Version erschienen (DSM-IV).

auch Haupteffekt-Modell; geht davon aus, dass soziale


Direkt-Effekt-Modell Unterstützung positive gesundheitliche Wirkungen entfaltet. Im
Unterschied zum Stress-Puffer-Modell bezieht es sich nicht auf
konkrete Belastungssituationen, sondern auf alle Lebensumstände.
Dissimulation Leugnung eines Symptoms (z.B. um die Chance auf einen
erwünschten Arbeitsplatz zu erhöhen)

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Dissonanz, kognitive Unangenehmer Zustand, der daraus resultiert, dass eine


Diskrepanz vorliegt zwischen den Einstellungen und dem Verhalten
(z.B. Raucher, der weiß, dass das Rauchen gesundheitsschädlich
ist, aber trotzdem nicht aufhört)
Dissonanzreduktion, kognitive Individuelle Legitimationsstrategien, mit denen die kognitive
Dissonanz (s.o.) reduziert werden soll.
Es lassen sich folgende Strategien unterscheiden:
- selektive Informationsbewertung („Rauchen entspannt mich“)
- Vergleich mit größeren Gefahren („Besser rauchen als in
Unmengen Alkohol trinken“)
- Leugnung persönlicher Konsequenzen („Mein Großvater ist auch
100 Jahre alt geworden“)
- Behauptung von Kontrollmöglichkeiten („Ich kann jederzeit
aufhören“)
- Kosten-Nutzen-Abwägung („Wenn ich nicht rauchen würde, würde
ich viel Ungesundes essen“)
Distress Zermürbender Stress, der als Bedrohung oder Belastung
wahrgenommen wird
emotionszentriertes Coping Unter dem emotionszentrierten Coping (auch palliatives Coping
genannt) werden Bewältigungsstrategien verstanden, bei denen in
erster Linie versucht wird, die durch die Situation entstandene
emotionale Erregung abzubauen. Körperliche und seelische
Stressreaktionen können beispielsweise mittels
Entspannungstechniken oder Ablenkung kontrolliert und reguliert
werden.
Empowerment (Ermächtigung, Übertragung)
Strategien und Maßnahmen, die den Grad an Autonomie und
Selbstbestimmung im Leben von Menschen oder Gemeinschaften
erhöhen sollen und es ihnen ermöglichen, ihre Interessen
eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten.
Eustress Stress, der herausfordernd, spannend und (fast) angenehm sein
kann
fatalistische Kontrollüberzeugung Als fatalistische Kontrollüberzeugung wird die Überzeugung
bezeichnet, dass der Krankheitsverlauf nicht gezielt beeinflusst
werden kann, sondern z.B. Zufällen oder dem Schicksal unterliegt.
(„man kann eh nichts machen“)
Frustrations-Aggressions- Die Frustrations-Aggressions-Theorie erklärt die Entstehung von
Theorie (nach Dollard/Miller) Aggression aus der Existenz und Stärke vorangegangener
Frustration. Zentrale Annahmen dieses Ansatzes sind:
- Die Frustration ist um so stärker, je größer das nicht befriedigte
Bedürfnis ist und je näher die Person an der Befriedigung des
Bedürfnisses war.
- Je stärker die Frustration, desto stärker die anschließende
Aggression.
- Dabei können sich auch mehrere kleine Frustrationen anhäufen.
- Die Aggression kann verschoben werden, sie muss nicht die
Frustration auslösende Person treffen.

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Fundamentaler Attributionsfehler Neigung in der Attribution, die Person (Persönlichkeits- und


dispositionelle Faktoren) als Ursache ihrer Handlung zu
identifizieren und den Einfluss von spezifischen Begleiterscheidung
und situativen Bedingungen (Umwelteinflüsse) zu vernachlässigen.
Funktionsnorm Eine Norm, die sich daran orientiert, welche Eigenschaften für eine
bestimmte Funktion (z.B. Arbeitsfähigkeit) erforderlich sind
Gesunde Kranke Personen, die über körperliche Beschwerden klagen, für die sich
keine eindeutigen Ursachen finden lassen
Gesundheitsverhalten Gesundheitsverhalten umfasst die Einstellungen und Handlungen
einer Person, mit denen sie ihre Gesundheit fördert, erhält oder
schädigt
Health-Belief-Modell Modell der subjektiven Bedingungen für das individuelle
Gesundheits- und Krankheitsverhalten. Demnach ist gesundheits-
bzw. krankheitsbezogenes Handeln von vier
Gesundheitsüberzeugungen abhängig:
- der wahrgenommenen Schwere oder Bedrohlichkeit einer
Erkrankung
- der wahrgenommenen eigenen Krankheitsanfälligkeit
- dem erwarteten Nutzen einer Maßnahme
- den wahrgenommenen Hindernissen bei der Inanspruchnahme
oder Durchführung einer Maßnahme
Hypochondrie Anhaltende Angst vor einer körperlichen Erkrankung (oder die
Überzeugung, körperlich schwer krank zu sein)
Idealnorm höchstes erreichbares Ziel für ein Individuum
International Classification of Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandten
Diseases and Related Health Gesundheitsprobleme. Dieses Klassifikationssystem wurde von der
Problems (ICD) WHO entwickelt. Es ist mittlerweile in der zehnten Version
erschienen (ICD-10). In Deutschland wird es in einer eigenen
Variante angewandt und jährlich angepasst.
International Classification of Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung
Functioning, Disability and und Gesundheit. Dabei handelt es sich um eine von der
Health (ICF) Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelte medizinische
Klassifikation zur Beschreibung des funktionalen
Gesundheitszustandes, der Behinderung und der sozialen
Beeinträchtigung von Menschen sowie der für sie relevanten
Umweltfaktoren.
Interozeption Oberbegriff für die Wahrnehmung körperlicher Prozesse und
Zustände. Dazu zählen Propriozeption, Vizerozeption und
Nozizeption.
Introspektion Die Introspektion (auch Selbstbeobachtung) bezeichnet in der
Psychologie die Betrachtung, Beschreibung und Analyse des
eigenen Erlebens und Verhaltens durch nach innen gerichtete
Beobachtung.
Kognitionen Wahrnehmungen und Gedanken von Individuen. Sie lassen sich
unterscheiden im Hinblick auf das
- funktionales Wissen über einen Gegenstand
- die Bewertung von Wahrnehmungen.
Kompetenzerwartung Siehe Selbstwirksamkeit

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Kontrollüberzeugung, externale Zuschreibung von Verantwortung und Einflussmöglichkeiten (z.B.


für Erfolge/Misserfolge, auch: für Krankheitsentstehung oder
Gesundheitschancen) an außen stehende Akteure oder objektive
Konstellationen
Kontrollüberzeugung, internale Zuschreibung von Verantwortung und Einflussmöglichkeiten (z.B.
für Erfolge/Misserfolge, auch: für Krankheitsentstehung oder
Gesundheitschancen) an die eigene Person
Kranke Gesunde Personen, sie sich subjektiv wohl fühlen, bei denen jedoch ein
organischer Befund vorliegt
Krankheitstheorien, subjektive Vorstellungen und Annahmen, die Patienten und andere
medizinische Laien von Krankheit und Gesundheit haben. Elemente
subjektiver Krankheitstheorien sind Kontrollüberzeugungen,
Risikoeinschätzungen und Fragen nach dem „Warum?“ und
„Wozu?“
Krankheitsverhalten Beschreibt das Verhalten von Menschen, die sich krank fühlen.
Labeling-Ansatz Der Labeling-Ansatz betont die Rolle gesellschaftlicher
Zuschreibungen bei der Verfestigung von Störungen. Er
unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Devianz.
Primäre Devianz bezeichnet (das oftmals zunächst zufällige)
erstmaliges Auftreten abweichenden Verhaltens. Es folgen
Sanktionen, die betroffene Person wird stigmatisiert. Dadurch
entwickelt sich ein negatives Selbstbild der betroffenen Person und
wird das abweichende verhalten verfestigt.
Die sekundäre Devianz ist die anschließende erneute (und als
Reaktion auf die Stigmatisierung erfolgende)
Verhaltensabweichung.
Laienätiologie Vorstellungen medizinischer Laien über Krankheitsursachen bzw.
über den Krankheitswert von Symptomen
Medizin, evidenzbasierte Die Anwendung solcher medizinischen Maßnahmen (in Diagnose
und Therapie), deren Nutzen nach dem jeweiligen Kenntnisstand
bestmöglich belegt ist
Modell der erlernten Hilflosigkeit Ein Modell, das erklären will, weshalb Personen zu passiv-
apathischem Verhalten neigen (Seligman), anwendbar auch auf das
Gesundheitsverhalten. Ein derartiges Verhalten wird demnach
dadurch begünstigt, dass Personen immer wieder die Erfahrung
machen, problembehaftete Situationen nicht bewältigen zu können.
Modell des geplanten Verhaltens Ein Modell, das erklären will, wie nachhaltige Verhaltensänderungen
zustande kommen (Icek Ajzen), anwendbar auch auf das
Gesundheitsverhalten.
Demnach existieren drei Bedingungen für dauerhafte
Verhaltensänderungen:
- Die Person weist eine positive Einstellung zu der
Verhaltensänderung auf.
- Ein sozialer Druck durch eine Bezugsgruppe ist vorhanden (und
wird von der betreffenden Person akzeptiert), der auf die
Verhaltensänderung hinwirkt.
- Die betreffende Person ist davon überzeugt, dass ihr die fragliche
Verhaltensänderung gelingt (internale Kontrollüberzeugung).

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Modell des Risikoverhaltens Ein Modell, das erklären will, warum es zu individuellem
Risikoverhalten kommt (Leon Festinger), anwendbar auch auf das
Gesundheitsverhalten
Grundannahmen des Modells sind:
- Menschen gehen in bestimmten Situationen ein Risiko ein, wenn
sie dadurch eine Bedürfnisbefriedigung erzielen können.
- Die Bereitschaft, ein Risiko einzugehen, ist insbesondere dann
vorhanden, wenn die Person dabei eine positive Rückmeldung
erfährt.
- Solche positiven Wirkungen treten kurzfristig auch bei
gesundheitsriskantem Verhalten auf.
- Daher neigt die Person dazu, die langfristig negativen Wirkungen
des Verhaltens auf die Gesundheit herunterzuspielen (siehe
Dissonanzreduktion, kognitive).
Modell des sozialen Ein Modell, das Voraussetzungen für dauerhafte
Vergleichsprozesses Verhaltensänderungen formuliert (Leon Festinger), anwendbar auch
auf das Gesundheitsverhalten.
Kernaussagen des Modells sind:
- Handlungsabsichten einer Person bedürfen der sozialen
Verstärkung, damit sie sich gegen innere Widerstände
durchsetzen können.
- Handlungsabsichten einer Person haben häufig zum Ziel, nach
außen ein Selbstbild zu präsentieren, das von als wichtig
angesehenen Bezugspersonen als positiv angesehen wird (auf
diesem Wege wird ein positiver sozialer Vergleich erzielt).
- Die soziale Verstärkung durch eine als wichtig erachtete
Bezugsgruppe und das erwartete Erzielen eines positiven
Vergleichs setzen Energien frei, die der Person helfen, ein neues
Verhalten zu verstetigen.
Norm, funktionale Siehe Funktionsnorm
Norm, soziale eine (verbindliche) Erwartung an das Verhalten eines
Positionsinhabers
Norm, statistische rechnerischer Durchschnitt, Mittelwert der Bevölkerung (mit
Standardabweichung)
Nozizeption Wahrnehmung von Schmerzen
Optimismus, dispositionaler Optimistische Grundhaltung, hier vor allem im Hinblick auf die
Möglichkeit, eine Krankheit zu bewältigen. Es lässt sich zeigen,
dass Menschen mit dispositionalem Optimismus gesünder sind und
eine Krankheit besser bewältigen können (als Menschen ohne diese
Eigenschaft). Dispositionaler Optimismus lässt sich somit auch als
ein Protektivfaktor bezeichnen (siehe Protektivfaktor).
paliatives Coping siehe emotionszentriertes Coping

Pathogenese Lehre von der Entstehungsgeschichte einer Krankheit (ohne


forcierte Ursachensuche)
Position Stelle in einer Gesellschaft, mit der sich bestimmte Erwartungen
verbinden

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Problemorientiertes Coping Unter problemorientiertem Coping werden Bewältigungsstrategien


zusammengefasst, bei denen das Individuum versucht, durch
Informationssuche, direkte Handlungen oder auch durch
Unterlassen von Handlungen Problemsituationen zu überwinden
oder sich den Gegebenheiten anzupassen. Diese
Bewältigungsstrategie bezieht sich auf die Bene der Situation bzw.
des Reizes.

Propriozeption Wahrnehmung der Stellung und Bewegung des Körpers, (Muskel-


und Sehnenspannung, Haut)
Protektivfaktoren Faktoren, die vor dem Auftreten einer Krankheit schützen.
Protektivfaktoren können sowohl in der Person (z.B. Optimismus,
Selbstwirksamkeit) als auch in ihrer sozialen Umwelt (z.B. soziale
Unterstützung) lokalisiert sein
Reaktanz „Trotzreaktion“; tritt oft dann auf, wenn man sich in seiner Rolle
angegriffen und in seiner Handlungs- und Entscheidungsfreiheit
begrenzt fühlt.
Reaktionsbildung ein bestraftes Bedürfnis wird durch ein Verhalten am entgegen
gesetzten Ende des Kontinuums ersetzt (Beispiel: Patient, der
vorher Raucher war, wird nun zum aggressiven Nichtraucher)
Regression Der aus der psychoanalytischen Theorie stammende Begriff
beschreibt einen Abwehrmechanismus: Bei der Regression erfolgt
ein Rückzug auf eine frühere Entwicklungsstufe der Ich-Funktion,
der unbewusst erfolgt. Ursache kann ein traumatisches Erlebnis
sein.
Beispiel: Plötzliches Einnässen eines Kindes, dass eigentlich schon
trocken war, wäre ein Beispiel einer Regression.

Rehabilitation Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, die Folgen von


Erkrankungen zu lindern oder zu beseitigen, um die Person (vor
allem beruflich und sozial) in die Gesellschaft zu integrieren
Represion „Sensitization“ (siehe Sensitization) und „Repression“ sind
Bewältigungsstile die als stabile Persönlichkeitsmerkmale
verstanden werden können, die sich bei der Verarbeitung
bedrohlicher Informationen bemerkbar machen. „Represser“ sind
Menschen die die mit Bedrohung assozierten Reize häufig
vermeiden, verleugnen oder verharmlosen.
Resilienz Dt.: Spannkraft. Fähigkeit von Individuen, mit belastenden
Situationen umzugehen und sich an sie anzupassen. Eine hohe
Resilienz kann das Krankheitsrisiko vermindern und dazu beitragen,
dass Menschen gesund bleiben.
Rezidiv Rückfall; erneutes Auftreten einer bereits geheilten Krankheit
Selbstwirksamkeit Das Vertrauen darauf, Ziele auf Grund eigener Anstrengungen und
(Kompetenzerwartung) Fähigkeiten erreichen zu können
Sensitization „Sensitization“ und „Repression“ (siehe Repression) sind
Bewältigungsstile die als stabile Persönlichkeitsmerkmale
verstanden werden können, die sich bei der Verarbeitung
bedrohlicher Informationen bemerkbar machen. „Sensitizer“ sind
Menschen die sich häufiger den mit Bedrohung assoziierten Reizen
zuwenden, ihnen Aufmerksamkeit schenken, sich also intensiv mit
ihnen beschäftigen.

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Stoizismus-Fatalismus Beim Stoizismus trägt der Patient seine Erkrankung mit Fassung,
während er sich beim Fatalismus aufgibt und resigniert

Geht davon aus, dass soziale Unterstützung als Protektivfaktor


wirkt; im Unterschied zum Direkt-Effekt-Modell sieht es die Wirkung
Stresspuffer-Modell sozialer Unterstützung v.a. in Stresssituationen, d.h. sozial
unterstützte Personen sind eher in der Lage Belastungssituationen
gesund zu überstehen

Transaktionales Stressmodell siehe Coping-Konzept

Transtheoretisches Modell der Dieses Modell beschreibt unterschiedliche Stufen, die ein
Verhaltensänderung Individuum bei einer Verhaltensänderung typischerweise durchläuft.
Es werden fünf Stufen der Verhaltensänderung unterschieden:
1. Absichtslosigkeit (precontemplation): Keine
Verhaltensveränderung in den nächsten Monaten vorgesehen
2. Absichtsbildung (contemplation): Absicht zur
Verhaltensänderung in naher Zukunft bildet sich heraus
3. Handlungsvorbereitung (preparation): Schritte zur
Verhaltensänderung wurden unternommen
4. Handlung (action): Das Verhalten wird verändert (Dauer dieser
Phase etwa 3-6 Monate)
5. Aufrechterhaltung (maintenance): Die Verhaltensänderung
wurde einige Monate praktiziert; nun wird sie ohne die
Veränderung als solche noch wahrzunehmen, in den Alltag
übernommen
Unterstützung, soziale (Social Zur Verfügung stehende Ressourcen von Mitmenschen sowie deren
Support) emotionale Zuwendung
Verhalten, nonkonformes Verhalten, das den Erwartungen, die an den Inhaber einer Position
gerichtet sind, nicht Rechnung trägt
Viszerozeption Wahrnehmung der Tätigkeit der tiefer gelegenen Organe (z.B.
Verdauungsorgane)

Zusammengestellt auf der Grundlage von:

Buser, K./Kaul-Hecker, U. (2003): Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie Medizinische Soziologie,


5., überarb. Aufl., München/Jena: Urban & Fischer
Buser, K./Schneller, T./Wildgrube, K. (2007): Kruzlehrbuch Medizinische Psychologie Medizinische
Soziologie, 6., überarb. Aufl. München/Jena: Urban & Fischer
Kasten, E./Sabel, B.A. (2005): Medizinische Psychologie, Medizinische Soziologie, 13. Aufl., Stuttgart:
Thieme
Schüler, J./Dietz, F. (2004): Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie und Soziologie, Stuttgart: Thieme
Siegrist, J. (2005): Medizinische Soziologie, 6. Aufl., München/Jena: Urban & Fischer
Strauß, B./Berger, U./v. Troschke, J./Brähler, E. (Hrsg.) (2004): Lehrbuch Medizinische Psychologie
und Medizinische Soziologie, Göttingen: Hogrefe