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Ingrid Margarita Sosa Ehnis

Adresse: 811 Aniceto Ortega Straße,


PLZ 03100
Mexiko Stradt,
Mobil: 5587919119
E-Mail: ingridsosaehnis@gmail.com

Goethe Institut Mexiko


Motivationsschreiben

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich für die Stelle Projektarbeit auf Honorarbasis für den Bereich Bildende
Kunst in Mexiko bewerben. Das Kunstausstellungsgebiet ist nicht nur meine Leidenschaft,
sondern auch mein Erkenntnisumfeld, wie ich am folgenden Beispiel verdeutlichen möchte.

Ein Volkswagen Auto befindet sich in einem großen weißen Saal. Der Volkswagen bleibt
still bis einige Protestsongs zu hören sind “Kill the cars” (engl. “Tötet die Wagen”). Im
selben Saal kann man auch ein kleines Demo sehen, wo sich viele Wagen rund um einen
Container befinden und ihre CO2-Abgase ableiten, die gleiche Substanz, die in den
Konzentrationslagern benutzt wurde. Das, was ich hier beschrieben habe, war ein Teil der
Ausstellung des deutschen Künstlers Gustav Metzger im Jahr 2015 im Museo Jumex in
Mexiko Stadt. Seine Kunstwerke sind Ausdruck der Gewalt und der Grausamkeit, die er als
deutscher Jude im Nazi-Deutschland erlebt hat, aber auch Protestschrei gegen das heute
vorherrschende System. Meiner Meinung nach, stellt der Titel dieser Ausstellung
„Debemos convertirnos en idealistas o morir“ (dt. „Wir sollten uns in Idealisten
verwandeln oder sterben“) die Wichtigkeit des Kunstwerkes für das Leben da. Deswegen
bin ich davon überzeugt, dass die Kunst unweigerlich ein Mittel zur Weltveränderung ist.

Mein Arbeitsumfeld befindet sich im Kunst- und Kulturbereich seitdem ich ein
Bachelorstudium in Bildende Kunst an der UNAM absolvierte und eine Anerkennung für
vorzügliche Arbeitsergebnisse verliehen bekam. Schon im Laufe meine Studiums begann
ich an kulturellen Institutionen in Mexiko Stadt zu arbeiten. Einen herausragenden Einfluss
auf meine Weiterbildung hatte meine fast zwei Jahre lang andauernde Tätigkeit als
Museumsführerin am Soumaya Museum. An dieser Einrichtung nahm ich ebenfalls an einer
Reihe von Bildungsprojekten für verschiedene Altersgruppen teil. Zu einem späteren
Zeitpunkt betätigte ich mich auch als Assistentin der Kuratorin Amanda de la Garza des
Museo Universitario de Arte Contemporáneo (MUAC), heutige Direktorin dieser
Institution, wo ich u.a. an der Ausstellung von Harun Farocki teilnahm. Danach war ich
Mitarbeiterin des Teams für künstlerische Vermittlung des Jumex Foundation Museums.
Die dabei gesammelten Erfahrungen überzeugten mich von der Relevanz des Kuratierens
und der Kunstvermittlung für die Gesellschaft.
Zur Zeit absolviere ich das letzte Semester eines Magisterstudiums in Kunstgeschichte mit
Spezialisierung auf dem Fachgebiet der Studien in Kuration an der UNAM. Mein Ziel ist,
an wichtige Kunstausstellungen und Kuratorieprojekten mitwirken zu können. Im Laufe
meines Magisterstudiums machte ich mich mit den Verwaltungsprozessen im Rahmen des
Konzipierens und der Verwirklichung von Ausstellungen, sowohl bei privaten (z.B. Museo
Jumex) als auch bei öffentlichen Institutionen (z.B. die Museen von Instituto Nacional de
Bellas Artes y Literatura (INBAL)) vertraut. Momentan arbeite ich mit zusammen mit
anderen Studenten des Magisterstudiengangs an der Verwirklichung einer Ausstellung des
Museo Nacional de San Carlos, INBAL, die am Jahresende eröffnet werden soll.

Zu meinem Interessensgebiet gehören Kuratorie, Kunstvermittlung und Kunsttheorie, Zu


diesen Fachbereichen habe ich als Dozentin eine Vielzahl von Vorlesungen gehalten. Seit
2016 bin ich an der Fakultät von Kunst und Design (FAD) an der UNAM beschäftigt, wo
ich verschiedene Seminare über Kunst, Ästhetik und Bildtheorie leite. Desweiteren habe
ich Weiterbildungskurse zu Themen der oben genannten Wissensfelder an den an der
UNAM eingegliederten Gymnasien und am CASA (Centro de las Artes de San Agustín) in
Oaxaca erteilt.

Ich war immer offen, andere Sprachen und Kulturen kennenzulernen. Seit meiner frühesten
Kindheit war meine Mutter, als Dozentin für englische Sprache und Literatur am Escuela
Nacional de Lengua Lingüística y Traducción (ENALLT, UNAM), immer bestrebt, mir die
Liebe für die englische Sprache einzuflößen. Die Motivation für Deutsch kam von meiner
Großmutter, die Deutschlehrerin war und mir ihre Liebe zu ihren deutschen Wurzeln
offenbarte. Meine familiäre Atmosphäre war immer der deutschen Kultur sehr nah. Aus
diesem Grund widmete ich mich jahrelang der deutschen Sprache und besuchte Kurse am
Goethe Institut und an der UNAM. Angesichts dessen, dass Deutschland eine
außerordentliche Rolle in der zeitgenössischen Kunstwelt spielt, entschied ich mich, bei
meiner ersten Deutschlandreise im Jahre 2017, die Documenta 14 zu besuchen. Derzeit
befinde ich mich in der Abschlussphase meiner Magisterarbeit zum Thema
Kunstvermittlung und Kuratorie Aneducation der Documenta. Die Kunstszene Kassels
veränderte grundlegend meine Meinung über die Relevanz der Kunst für die
Sozialgesellschaft und ich richtete mein Forschungsinteresse auf die Künstlerbewegungen
und der politischen Wirkung ihrer Kunstwerke, wie im Falle des Werks „7000 Eichen“ von
Beuys in der Nachkriegszeit Kassels.

Es wäre für mich faszinierend im Goethe Institut zu arbeiten, nicht nur, weil ich seine
kulturellen Aktivitäten, besonders die Deutsche Filmwoche bewundere, sondern auch
überzeugt bin, durch meine Erfahrungen und Kenntnissen einen wichtigen Beitrag für den
Kulturbereich des Instituts leisten zu können.

Mit freundlichen Grüßen,

Ingrid Margarita Sosa Ehnis


BA in Bildende Kunst, UNAM
MA in Kunstgeschichte / Studien in Kuration, UNAM