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Beratungsleitfaden

Obstipation

Definition:
Als Obstipation wird eine erschwerte und weniger als alle drei Tage stattfindende Darmentleerung bezeichnet.

Fragen für das Beratungsgespräch:


Für wen ist das Mittel? Wann war Ihr letzter Stuhlgang? Wie viel Flüssigkeit trinken Sie täglich? Wie ernähren Sie sich?
Treiben Sie Sport? Nehmen Sie Arzneimittel ein? Bestehen Unverträglichkeiten und/oder Vorerkrankungen?

Symptome:*
Dauerhaft harter Stuhl und starkes, unter Umständen schmerzhaftes Pressen bei der Stuhlentleerung

Wann zum Arzt?*


Abgang von Blut, Gewichtsverlust, abwechselnd Verstopfung und Durchfall, schwere Bauchschmerzen,
Fieber, chronische Obstipation

Therapie in der Selbstmedikation

Akute Obstipation Chronische Obstipation


Meist ausgelöst durch Änderung Mindestens zwei der folgenden Kriterien bestehen über einen
der Lebensumstände: Zeitraum von 12 Wochen (3 Monaten):
• Ernährungsumstellung • heftiges Pressen
• harter Stuhlabgang
• Reisen
• Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
• wenig Bewegung, Bettruhe • Gefühl der analen Blockierung
• weniger als drei Stuhlgänge pro Woche

Beispielhafte Wirkstoffe/ Beispielhafte Wirkstoffe/


Arzneimittelgruppen Arzneimittelgruppen
} Bisacodyl: } Quellstoffe:
• Dosierung: 5–10 mg 1 x abends • z. B. Leinsamen, indischer Flohsamen, Weizenkleie
• Wirkeintritt nach 6–12 Stunden, • Dosierung: mehrere Gramm ein- bis dreimal täglich
rektal nach 15–30 Min. • mind. 2 l Flüssigkeit täglich trinken
} Lactulose:
} Natriumpicosulfat: • Dosierung: 5–10 g 1–2 x täglich
• Dosierung: 5–10 mg 1 x abends • Wirkeintritt nach 2–48 Stunden
• Wirkeintritt nach 10–12 Stunden } Macrogol:
} Anthrachinonderivate: • auch in Kombination mit Elektrolyten
• z. B. Aloe, Faulbaumrinde, Kreuzdorn- • Dosierung: 1–3 x täglich Inhalt eines Beutels
beeren, Sennesblätter, Rhabarber } Osmotische Substanzen:
• Dosierung: vorrangig abends • z. B. Glycerol, Sorbitol
• Dosierung: rektale Anwendung (Zäpfchen oder Klistier)
© DAP DeutschesApothekenPortal, Stand: Dezember 2019

• Wirkeintritt nach 8–10 Stunden


• Wirkeintritt: kurzfristig

KI und WW beachten! Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (mind. 2 l/Tag).

Zusätzliche Tipps:
} Ballaststoffreiche Kost, je nach Verträglichkeit } Zeit für den Toilettengang einplanen/nicht verschieben
} Ausreichend Bewegung } Aufbau der Darmflora
Foto: © visivasnc / fotolia

} Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (1,5–2 l tgl.)

* Lennecke, K., Hagel, K. Selbstmedikation; Leitlinien zur pharmazeutischen Beratung; 6. Auflage 2016; Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart

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