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Beratungsleitfaden

Schlafstörungen

Definition Schlafstörung:
Ein- und/oder Durchschlafstörungen, mit den Folgen „nicht erholsamer Schlaf“ und „chronische Unerholsamkeit“.
Hinweis: Im Alter nimmt die physiologische Melatoninsekretion ab » mögliche Ursache für Schlafstörungen.

Symptome:*
Ein- und/oder Durchschlafstörungen, Tagesmüdigkeit, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, Stress,
schlechter Gesundheitszustand, mangelndes psychisches Wohlbefinden, Einschränkung sozialer Kontakte

Fragen für das Beratungsgespräch:


Dauer der Beschwerden? Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein? Welche? Werden schlafbeeinflussende
Lebensmittel/Genussmittel konsumiert (Alkohol, Koffein, Nikotin)? Wie sind die Schlafgewohnheiten?
Könnte ein altersbedingter Melatoninmangel Ursache der Schlafstörungen sein (Alter des Patienten)?
Wurde bereits ein Therapieversuch mit Schlafmitteln unternommen?

Wann zum Arzt?*


Bei andauernden Beschwerden, Vorliegen körperlicher Begleiterkrankungen/medikamentöser Therapie,
die Schlafstörungen verursachen können. Verdacht auf Melatoninmangel (Alter des Patienten?), Verdacht auf
missbräuchliche Anwendung von Schlafmitteln (Abhängigkeit) » Tipp für den Patienten:
Möglichkeit der Behandlung mit retardiertem Melatonin mit dem Arzt besprechen.

Therapieoptionen:
Pflanzliche Hypnotika/Sedativa H1-Antihistaminika
z. B. Baldrian, Hopfenzapfen, Passionsblumenkraut, z. B. Diphenhydramin, Doxylamin
Melissenblätter, Lavendelöl } sedierende, schlafanstoßende und durchschlaffördernde Wirkung
} gegen nervös bedingte Schlafstörungen } rechtzeitige Einnahme (ca. 1 Stunde vor dem Zubettgehen)
} Wirkung bei regelmäßiger Einnahme notwendig
} Wirkmaximum nach 1–2 Wochen } Schlafdauer von ca. 8 Stunden einplanen, da sonst die Gefahr eines
} Zusätzliche stimmungsaufhellende Wirkung durch Kombinations- Hangovers droht (inkl. Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit und
präparate mit Johanniskraut Verkehrstüchtigkeit)

} Passionsblumenkraut wirkt zusätzlich bei nervöser Unruhe } Einnahme nicht länger als eine Woche

} Lavendelöl hilft bei Angststörungen Vorsicht: Einnahme nicht bei Epilepsie, Schwangerschaft, Stillzeit,
Engwinkelglaukom und Prostatahyperplasie

Allgemeine Tipps zur Schlafhygiene:


© DAP DeutschesApothekenPortal, Stand: Dezember 2019

} Geregelte Zubettgehzeiten } Mittagsschlaf vermeiden


} Nur schlafen gehen, wenn man wirklich müde ist } Nutzung von Smartphone, Computer etc.
} Entspannungsfördernde Schlafrituale am Abend reduzieren
Foto: © princeoflove – stock.adobe.com

} Regelmäßig Sport treiben } Bett nur zum Schlafen


(nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen) (nicht zum Arbeiten, Essen, Fernsehen) aufsuchen
} Koffeinhaltige Getränke/Medikamente innerhalb } Schlafzimmer abdunkeln und richtig temperieren
von 4 Stunden vor dem Schlafengehen vermeiden (ideal: 15–18 °C)
} Alkoholkonsum und Rauchen einschränken
* Lennecke/Hagel: Selbstmedikation für die Kitteltasche, 6. Auflage, Deutscher Apothekerverlag, S. 263 ff. Mutschler/Geisslinger/Kroemer/Menzel/Ruth:
Mutschler Arzneimittelwirkungen, 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, S. 190 ff.

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