Sie sind auf Seite 1von 2

Simionovici Maria-Loredana

FLSC, Studienjahr II, Semester II

DPPD Nivel I

Kurs: Didaktik der deutschen Sprache

Die Grammatik-Übersetzungs-Methode

Wie der Name schon sagt, steht bei der Grammatik-Übersetzungs-Methode (GÜM)
das Übersetzen im Mittelpunkt. Übersetzt werden einzelne Textpassagen bis hin zu
komplexen literarischen Texten in die Muttersprache, aber auch Einzelsätze aus der
Muttersprache in die Zielsprache. Auch das Lesen literarischer Texte in der Zielsprache,
deren schriftliche Zusammenfassung wie auch Nacherzählung werden praktiziert. Die
literarischen Lesetexte werden auch für Diktate verwendet, da das Diktat bei dieser Methode
eine enorm wichtige Funktion innehat.

Die GÜM entstand bereits im 19. Jahrhundert und geht auf die in Klöstern
praktizierten Übersetzungen von Texten zurück. Es ist eine deduktive Methode, bei der in der
Einführungsphase die Grammatik präsentiert wird. In der folgenden Übungsphase werden
dann Beispielsätze gebildet und in der abschließenden Anwendungsphase Texte zum
Lehrstoff gelesen, geschrieben oder übersetzt. Das Ziel dieser Methode ist also das Erlernen
von Grammatikwissen, ebenso die Schulung der Lesekompetenz. Es wird ausschließlich an
Texten geübt. Die Lektüre literarisch wertvoller Texte der Zielsprache ist also so etwas wie
das Markenzeichen dieser Methode und ein untergeordnetes Ziel der GÜM ist die
„Geistesschulung“.

Es geht hierbei also nicht vorrangig um die praktische Beherrschung der Sprache.
Das ist zur Abgrenzung zu anderen Methoden wichtig. Diese Methode beinhaltet ein
kognitives Lernkonzept, dem das mechanische Auswendiglernen von Grammatikregeln und
Wortschatzlisten zugrunde liegt. Geschult werden also hauptsächlich das Leseverstehen und
die Fähigkeit zu Übersetzen (vorrangig aus der Ziel- in die Muttersprache). Dem
untergeordnet wird schließlich die Schreibkompetenz trainiert. Das Sprechen steht also
überhaupt nicht im Zentrum. Dementsprechend findet der Unterricht auch in der
Muttersprache und nicht in der Zielsprache statt.

Gängige Übungsformen der GÜM sind grammatisch korrekte Ergänzungen von


Lückensätzen oder Umformungen von Sätzen (z. B. aus dem Präsens ins Perfekt und
Präteritum) bis hin zu Übersetzungen. Unbekannte Wörter werden in einem zweisprachigen
Vokabelverzeichnis präsentiert. Diese Vokabellisten sollen beim Lesen, Schreiben und
Übersetzen helfen. Das Hin- und Herübersetzen ist also so etwas wie der Nachweis der
korrekten Sprachbeherrschung.

Die idealen Lernenden für diese Methode müssen eine einheitliche Muttersprache
beherrschen und im Alter- wie auch Bildungsstand möglichst homogen, aber vor allem
leistungsstark sein.

Mit dem Wandel hin zum kommunikativen Sprachunterricht, dessen Ziel die
mündliche Kommunikationsfähigkeit ist, ist die GÜM im Fremdsprachenunterricht nicht
mehr praktizierbar. Auch ist die reine Grammatiklehre aus neurodidaktischer Sicht überholt.
Allerdings enthält diese Methode in Abhängigkeit vom Lernziel und der Lerngruppe
praktikable Ansätze, die man bewusst im Unterricht einsetzten kann. Denn: Viele Wege
führen nach Rom.

Zu den typischen Übungen der GÜM gehören die Übersetzung von Einzelsätzen
von der Muttersprache in die Fremdsprache, die Übersetzung längerer Textpassagen, die
Übersetzung deutscher literarischer Texte in die Muttersprache, das Lesen deutscher
literarischer Texte, die 4 schriftliche Zusammenfassung bzw. Nacherzählung von
Textvorlagen, der Aufsatz und das Diktat.4 Beispiel für die Rückübersetzung und Arbeit mit
den belletristischen Texten Während sich die Übersetzung in die Fremdsprache und die
Themen zum freien Aufsatz mit „Alltagsdingen“ beschäftigten, soll der Schüller bei der
Übersetzung von der Fremdsprache in die Muttersprache von Anfang an mit literarischen
Texten ausgewiesener Autoren umgehen lernen. Dies sollte ihm einen Einblick in die Kultur
der Zielsprache gewähren und sogleich ihr Ausdrucksvermögen in der Muttersprache schulen.