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ICS 03.100.

40 VDI-RICHTLINIEN April 2008

VEREIN Schadensanalyse VDI 3822


DEUTSCHER Schäden durch mechanische
INGENIEURE Beanspruchungen Blatt 2 / Part 2
Former editions: 02/84; 05/06 Draft, in German only
Frühere Ausgaben: 02.84; 05.06 Entwurf, deutsch

Failure analysis
Failures caused by mechanical working
Ausg. deutsch/englisch
conditions Issue German/English

Die deutsche Version dieser Richtlinie ist verbindlich. The German version of this guideline shall be taken as authorita-
tive. No guarantee can be given with respect to the English trans-
lation.

Inhalt Seite Contents Page

Vorbemerkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Preliminary note . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2


Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Introduction . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . 3 1 Scope . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2 Schadensarten . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 2 Types of failure . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2.1 Benennung von Gewaltbrüchen . . . . . . . 3 2.1 Designation of forced fractures. . . . . . . 3
2.2 Benennung von Schwingbrüchen . . . . . . 4 2.2 Designation of fatigue fractures . . . . . . 4
2.3 Tabellen mit Schadensarten . . . . . . . . . 5 2.3 Tables surveying types of failure . . . . . . 5
3 Bilder von Brüchen, die durch mechanische 3 Pictures of fractures that resulted from 
Beanspruchungen entstanden sind . . . . . . 32 mechanical conditions . . . . . . . . . . . . . 32

Schrifttum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 Bibliography . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

VDI-Gesellschaft Werkstofftechnik
Ausschuss Schadensanalyse

VDI-Handbuch Werkstofftechnik
VDI-Handbuch Betriebstechnik, Teil 4: Betriebsüberwachung/Instandhaltung
VDI-Handbuch Produktentwicklung und Konstruktion
VDI-Handbuch Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen, Band 3: Verfügbarkeit/Schadensanalyse
–2– VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Vorbemerkung Preliminary note


Der Inhalt dieser Richtlinie ist entstanden unter Be- The content of this guideline has been developed in
achtung der Vorgaben und Empfehlungen der Richt- strict accordance with the requirements and recom-
linie VDI 1000. mendations of the guideline VDI 1000.
Alle Rechte, insbesondere die des Nachdrucks, der All rights are reserved, including those of reprinting,
Fotokopie, der elektronischen Verwendung und der reproduction (photocopying, micro copying), storage
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sind vorbehalten. the full text or of extracts.
Die Nutzung dieser VDI-Richtlinie ist unter Wahrung The use of this guideline without infringement of cop-
des Urheberrechts und unter Beachtung der Lizenz- yright is permitted subject to the licensing conditions
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VDI-Merkblättern geregelt sind, möglich.
Allen, die ehrenamtlich an der Erarbeitung dieser We wish to express our gratitude to all honorary con-
VDI-Richtlinie mitgewirkt haben, sei gedankt. tributors to this guideline.

Einleitung Introduction
Durch Schadensanalysen sollen die Ursachen für das By analyzing failures, it should be possible to dis-
Versagen von Werkstoffen und Bauteilen aufgedeckt cover what causes materials and components to fail.
werden. Die sich hieraus ergebenden Erkenntnisse The findings derived from such analyses provide a
bilden die Grundlage gezielter Maßnahmen zur Scha- basis for measures aimed at remedying and prevent-
densabhilfe und -verhütung. Eine der Hauptaufgaben ing failures. One of the main tasks of failure analysis
der Schadensanalyse ist die Auswahl geeigneter Un- is to select suitable methods of assessment and to per-
tersuchungsverfahren und die wissenschaftlich fun- form sound, comprehensive scientific assessments of
dierte, zusammenfassende Auswertung der Einzel- the individual findings. Correspondingly, the purpose
ergebnisse. Demnach ist es Zweck der Richtlinie: of this guideline is:
• Begriffe zu definieren • to define terminology
• Schadensarten einheitlich zu benennen und zu be- • to provide uniform designations and descriptions
schreiben of types of failure
• die systematische Vorgehensweise bei einer Scha- • to facilitate a systematic approach to failure analy-
densanalyse zu ermöglichen sis
• Vergleichbarkeit der Ergebnisse verschiedener • to ensure the comparability of the findings of dif-
Untersuchungsstellen zu gewährleisten und damit ferent testing facilities, thereby creating the neces-
Voraussetzungen zur Dokumentation zu schaffen sary preconditions for proper documentation
Die Richtlinie VDI 3822 Blatt 1 behandelt Grund- The guideline VDI 3822 Part 1 addresses fundamen-
lagen, Begriffe und den Ablauf einer Schadensana- tals, terminology and definitions, as well as proce-
lyse. In den folgenden Blättern werden die verschie- dures for analyzing failure. In the following parts,
denen Schadensarten, die Schadenserscheinungen, various types of failure, their appearance, their causes
die Schadensursachen und die Schadensabläufe be- and the processes involved shall be described.
schrieben.
Blatt 1 Grundlagen, Begriffe und Definitionen; Part 1 Fundamentals, terms, definitions;
Ablauf einer Schadensanalyse Procedure of failure analyses
Blatt 2 Schäden durch mechanische Beanspru- Part 2 Failures caused by mechanical working con-
chungen ditions
Blatt 3 Schäden durch Korrosion in Elektrolyten Part 3 Failures caused by corrosion in electrolytes
Blatt 4 Schäden durch thermische Beanspruchun- Part 4 Failures caused by thermal loading
gen
Blatt 5 Schäden durch tribologische Beanspru- Part 5 Failures caused by tribology working condi-
chungen tions
VDI 3822 Blatt 2 bis Blatt 5 gelten jeweils nur in Ver- VDI 3822 Part 2 to Part 5 are valid only in conjunc-
bindung mit VDI 3822 Blatt 1. tion with VDI 3822 Part 1.
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 –3–

1 Anwendungsbereich 1 Scope
In der vorliegenden Richtlinie sind Schäden beschrie- In this guideline, failures that result from mechanical
ben, die durch mechanische Beanspruchungen ent- conditions are described. By referring to the types of
stehen. Mithilfe der aufgeführten Bruchformen kön- fracture described in this guideline, it is possible to
nen die in der Praxis auftretenden Brüche klassifiziert classify fractures that occur in practice (Table 2 to
werden (Tabelle 2 bis Tabelle 5). Table 5).
Bruchformen, die fast ausschließlich bei Laborversu- Types of fracture that occur almost exclusively in lab-
chen entstehen, z. B. das Ausziehen zu einer Spitze oratory testing, e. g. the elongation of purely ductile
oder einer Schneide bei reinen duktilen Metallen, metals to a point or blade, are not considered in this
sind in dieser Richtlinie nicht berücksichtigt. Herstel- guideline. Production flaws that can lead to fractures
lungsfehler, die zu Brüchen führen können, sind are also not discussed. Therefore, failures that result
ebenfalls nicht aufgeführt. Daher sind auch keine from elongated slag inclusions or twinning will also
Schäden erfasst, die durch starke Schlackenzeilen not be addressed.
oder Doppelungen entstehen.
Schwingbrüche im Zusammenhang mit tribologi- Fatigue fractures in conjunction with tribology condi-
schen Beanspruchungen (z. B. bei Wälzlagern und tions (e. g. in roller bearings and gears) will be de-
Zahnrädern) werden in der Richtlinie VDI 3822 scribed in guideline VDI 3822 Part 5. Failures
Blatt 5 beschrieben. Schäden durch Verformungen caused by deformation are addressed in guideline
behandelt die Richtlinie VDI 3822 Blatt 4, da sie VDI 3822 Part 4, since they occur more frequently at
häufiger bei erhöhten Temperaturen auftreten. Sind higher temperatures. In cases where failures caused
Verformungsschäden bei Raumtemperatur entstan- by deformation have occurred at room temperature
den, gilt VDI 3822 Blatt 4 sinngemäß. Zu berück- VDI 3822 Part 4 applies analogously. Finally, it must
sichtigen bleibt, dass die Festigkeitskennwerte tem- also be kept in mind that strength factors are depend-
peraturabhängig sind und die Wirkung von Deck- ent upon temperature, and that the effects of coatings
schichten nicht berücksichtigt ist. are also not considered.

2 Schadensarten 2 Types of failure


2.1 Benennung von Gewaltbrüchen 2.1 Designation of forced fractures
Aufgrund ihrer Bildungsmechanismen und ihrer Er- As a result of the mechanisms that lead to the propa-
scheinungsformen weisen die Brüche zahlreiche spe- gation of fractures and the situations in which they
zifische Merkmale auf, die man alternativ zu ihrer occur, fractures display a number of specific charac-
Bezeichnung verwendet. In der vorliegenden Richt- teristics that are used alternately in designating them.
linie werden die Brüche in erster Linie nach ihrer ma- In this guideline, fractures will be designated prima-
kroskopischen Erscheinung und nach der von außen rily in accordance with their macroscopic appearance
einwirkenden Beanspruchungsart benannt. and according to the type of load that affects them.
Gewaltbrüche mit makroskopisch sichtbarer Verfor- Forced fractures that exhibit a macroscopically visi-
mung des Bauteils werden als zähe Gewaltbrüche be- ble deformation of the component are designated as
zeichnet. Umgekehrt definiert der spröde Gewalt- ductile forced fractures. Conversely, brittle forced
bruch (Sprödbruch) das gewaltsame Bauteilversagen fracture (brittle fracture) is defined as the forced fail-
ohne erkennbare makroskopische plastische Defor- ure of a component without previous, macroscopi-
mation. Häufig treten auf einer Bruchfläche Anteile cally visible, plastic deformation. Fractured surfaces
von zähem und sprödem Gewaltbruch nebeneinander often exhibit areas of both ductile and brittle forced
auf. Zusätzlich kann zur Namensgebung die Form fracture in close proximity to each other. In addition,
des Bruchs, z. B. fräserförmig, angegeben werden. the designation of the fracture can be determined by
its shape, e. g. cutter shaped.
Nach dieser Regel wird der Oberbegriff der Bruchbe- The general term for designating the type of fracture
nennung gebildet (Tabelle 1). is derived according to this rule (Table 1).
Parallel dazu unterteilt man die Gewaltbrüche nach Parallel to this, forced fractures are classified accord-
ihrem Bildungsmechanismus und der zugehörigen ing to their propagation mechanisms and their corre-
mikroskopischen Erscheinungsform (siehe auch sponding microscopic appearance (cf. SEP 1100
SEP 1100 Teil 1). Als Gleitbruch bezeichnet man Part 1). A shear fracture is the microscopically duc-
die mikroskopisch duktile Modifikation des Gewalt- tile modification of a forced fracture; the decisive fac-
–4– VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Tabelle 1. Benennung von Gewaltbrüchen


Benennungsparameter Beispiel
Makroskopisches  ggf. makroskopische Gestalt (fräserförmig …)  fräserförmiger zäher Zug-Gewaltbruch
Verformungsverhalten und makroskopisches Verformungsverhalten (zäh, spröde)
und Belastungsart (Zug, Druck, Torsion …)
und Bruchart

Mikroskopisches  Gleitbruch (Wabenbruch) oder Spaltbruch transkristalliner Spaltbruch


Verformungsverhalten und ggf. transkristallin, interkristallin (Korngrenzenbruch)

Table 1. Designation of forced fractures


Designation parameter Example

Macroscopic  if exhibited: macroscopic form (cutter shaped …)  cutter shaped forced ductile fracture
deformation behaviour and macroscopic deformation behaviour (ductile, brittle)  under tensile loading
and loading conditions (tensile, compressive, torsional …) 
and type of fracture

Microscopic  shear fracture (dimple fracture) or cleavage fracture transcrystalline cleavage fracture
deformation behaviour and, if exhibited, transcrystalline, intercrystalline
(grain boundary fracture)

bruchs; maßgeblich für die Trennung sind die maxi- tor leading to separation is maximum shear stress.
malen Schubspannungen. Aufgrund des rastermikro- Based on the images produced by scanning micro-
skopischen Bilds wird in diesem Fall auch von Wa- scopes, one refers to such fractures as dimple frac-
benbruch gesprochen. Spaltbrüche nennt man die tures. A cleavage fracture is the microscopically
mikroskopisch spröde Modifikation des Gewalt- brittle modification of the forced fracture caused by
bruchs, ausgelöst durch die maximale Zugspannung. maximum levels of tensile stress. Shear and cleavage
Gleit- und Spaltbruch können sowohl transkristallin fractures can be both transcrystalline as well as inter-
als auch interkristallin (Korngrenzenbruch) verlau- crystalline (granular boundary fracture).1)
fen.1)
In den nachfolgenden Bruchbeschreibungen wird The descriptions of fractures in the following will re-
von dem üblichen Fall ausgegangen, dass makrosko- fer to normal cases, in which macroscopic and micro-
pisches und mikroskopisches Verformungsverhalten scopic deformation behaviour correspond with each
übereinstimmen (beide zäh oder beide spröde). Gele- other (both are ductile or both brittle). Occasionally,
gentlich versagt jedoch auch ein Werkstoff nach star- however, a material will also fail as a result of cleav-
ker plastischer Verformung des Bauteiles als Spalt- age fracture after a component has exhibited consid-
bruch; umgekehrt kann er sich zu Waben ausziehen erable plastic deformation; conversely, it can be elon-
lassen, ohne dass eine erkennbare Bauteildeforma- gated to form dimples, without previous recognizable
tion vorangegangen wäre. deformation of the component.

2.2 Benennung von Schwingbrüchen 2.2 Designation of fatigue fractures


Die Schwingbrüche werden ähnlich wie die Gewalt- Similar to the case with forced fractures, fatigue frac-
brüche anhand des makroskopischen Schadensbilds tures can also be designated according to the macro-
und der Art der äußerlich wirkenden Beanspruchung scopic appearance of the failure and the type of load
benannt. Zusätzlich soll der Anteil der Restgewalt- condition that effects it externally. In addition, the
bruchfläche (Restbruchfläche) an der Gesamtbruch- proportion of the residual forced fracture surface (re-
fläche angegeben werden (Tabelle 2). sidual fracture surface) in relation to the total fracture
surface should be indicated (Table 2).

1) 1)
Den missverständlichen Begriff „Normalspannungsbruch“ sollte The ambiguous term “normal stress fracture” should be avoided. It
man vermeiden. Er wird sowohl zur Beschreibung des Bruchmecha- is used both to describe the fracture mechanism as well as to indicate
nismus als auch als Orientierungsangabe für die Lage der Bruchflä- the orientation of the fracture surface. The term “shear stress fracture”
che herangezogen. Wenig präzis ist auch die Angabe „Schubspan- is also imprecise; it generally applies to all types of shear fracture.
nungsbruch“; sie trifft generell für alle Arten des Gleitbruchs zu.
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 –5–

Tabelle 2. Benennung von Schwingbrüchen


Benennungsparameter Beispiel

Belastungsart (Zug, Druck, Zug-Druck, Biegung, Torsion;  Zug-Schwingbruch, Zug-Druck-Schwingbruch mit kleinem Restgewalt-
schwellend, wechselnd, umlaufend) und Bruchart, und ggf. bruch, Wechselbiege-Schwingbruch mit großem Restgewaltbruch,
Anteil der Rest(gewalt)bruchfläche (klein, groß, Prozent der Umlaufbiege-, Schwellbiege-, Wechseltorsions-, Schwelltorsions-
Gesamtbruchfläche) Schwingbruch mit einer Restgewaltbruchfläche von 30 %

Table 2. Designation of fatigue fractures


Designation parameter Example

Loading condition (tensile, compressive, tensile-compres- tensile fatigue fracture, tensile-compressive fatigue fracture with low
sive, bending, torsional; pulsating, alternating, rotating) and residual forced fracturing, alternating bending-fatigue fracture with high
type of fracture, and, if exhibited, the proportion of residual residual forced fracturing, circumferential bending, bulge bending,
(forced) fracture surface (low, high, percentage of the entire alternate torsion, and bulging torsion fatigue fractures with a residual
fracture surface) forced fracture surface of 30 %

Mikroskopisch kann sich der Schwingbruch sowohl Microscopically, the fatigue fracture can expand in
duktil als auch spröde (orientiert an kristallografi- both a ductile and a brittle manner (oriented on the
schen Ebenen) ausbreiten. Spröder Rissfortschritt ist crystallographic planes). Brittle crack propagation is
dabei nicht zwangsläufig mit sprödem Restgewalt- therefore not necessarily related to brittle residual
bruch verknüpft. force fracture.
Um die Bruchmerkmale auf Bruchflächen einheitlich In order to facilitate the consistent description of frac-
beschreiben zu können, wurden die entsprechenden ture characteristics on fracture surfaces, the corre-
Begriffe für die makrofraktografische und die mi- sponding terms used in the macrofractographic and
krofraktografische Beschreibung in Tabelle 3 und microfractographic descriptions have been listed in
Tabelle 4 zusammengestellt. Die Bruchmerkmale Table 3 and Table 4. The fracture characteristics
werden bei der Beschreibung der Schadenserschei- used in describing the appearance of failures in
nungen in Tabelle 5 berücksichtigt. Table 5.

2.3 Tabellen mit Schadensarten 2.3 Tables surveying types of failure


Die Schäden durch mechanische Beanspruchung sind The failures resulting from mechanical (load) condi-
in Tabelle 5 beschrieben. Dabei wird versucht, die tions are described in Table 5. In this context an at-
charakteristischen Merkmale der Schadenserschei- tempt is made to describe characteristics of their ap-
nung, die Voraussetzungen für den Schadenseintritt pearance, of the conditions that lead to their occur-
und den Schadensablauf zu erfassen. Die Aufstellung rence and of the processes that result in failure. This
erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. list does not, however, claim to be exhaustive.
Für die gängigen Schwingbrüche sind die typischen Typical examples of common types of fatigue frac-
Erscheinungsbilder in Abhängigkeit von Nennspan- ture – in relation to nominal stress and specimen form
nung und Probenform (ungekerbt/gekerbt) zusätzlich (unnotched/notched) – are also described in Table 6.
in Tabelle 6 zusammengestellt.
In der Praxis treten die Schäden oftmals in modifi- In actual practice, the failure often occurs in a modi-
zierter Form auf, da das Bruchverhalten nicht nur von fied form, since fracture behaviour is not only de-
der Beanspruchung, sondern auch maßgeblich vom pendent upon load conditions, but is also determined
Werkstoffzustand abhängt. Darüber hinaus können by the condition of the material. Furthermore, the in-
die einzelnen Brüche Mischformen ausbilden. Nicht dividual fractures can occur in mixed forms. In many
selten sind die Bruchflächen nachträglich verhäm- cases, the fracture surfaces display evidence of ham-
mert oder korrodiert und kaum noch auswertbar. mering or are corroded, making it nearly impossible
to analyze them.
–6– VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Tabelle 3. Makrofraktografische Bruchmerkmale Table 3. Macrofractographic fracture characteristics


1. Bruchlage zur Axialrichtung 1. Axial orientation of the fracture 
(zur Bohrung, Fase, Nut) (towards the bore, chamfer, groove)

• quer • perpendicular
• längs • parallel
• schräg • diagonal
• radial • radial
• tangential • tangential
• schraubenwendelförmig • conchoidal

2. Äußere Verformung 2. External deformation

• verformungslos • no deformation
• verformungsarm • little deformation
• stark verformt • considerable deformation

3. Topografie 3. Topography

• eben • flat
• abgewinkelt • angular
• stufenförmig • stepped
• terrassenförmig • terraced
• zerklüftet • jagged
• kegelförmig • conical
• trichterförmig • funnel shaped
• faserig • fibrous

4. Reflexionsvermögen 4. Reflectance

• matt • dull
• glitzernd • glistening
• glänzend • shiny

5. Rauigkeit 5. Roughness

• rau • rough
• feinkörnig • fine grain
• grobkörnig • course grain
• glatt • smooth
• samtartig (Schwingbruch) • silky (fatigue fracture)

6. Hinweis auf Bruchanfang 6. Indication of fracture origin

• Bruchlinien • fracture path


• Absätze • steps
• Rastlinien • beach marks
• Riss • cracks
• Rissfeld • crack field
• Belag • deposits

7. Hinweis auf Bruchende 7. Indication of fracture end

• Schublippen, Scherlippen • thrust lips, shear lips


• Bruchlinien • fracture paths
• Nebenrisse • secondary cracks
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 –7–

Tabelle 4. Mikrofraktografische Bruchmerkmale Table 4. Microfractographic fracture characteristics


1. Topografie 1. Topography

• eben • kegelförmig • flat • conical


• abgewinkelt • trichterförmig • angular • funnel shaped
• stufenförmig • duktil • stepped • ductile
• terrassenförmig • spaltflächig • terraced • cleavage planar
• zerklüftet • faserig • jagged • fibrous

2. Merkmale auf interkristallinen Bruchflächen 2. Characteristics of intercrystalline fracture surfaces

• Ausscheidungen (z. B. Korngrenzenphasen, Zweit- • precipitation (for example grain boundary phases,
phasen, kugelförmig, filmartig) secondary phases, globular, filmy)
• Waben (z. B. Schub-, Scher-, Reiß-Waben, flache, • dimple (e. g. thrust, shear, tear, flat, small, deep)
kleine, tiefe)
• Spaltflächen • cleavage planes
• Absätze (Bruchfortschritt bei SpRK und Versprödung • steps (fracture progress in SCC fracturing and 
durch Wasserstoff) hydrogen embrittlement)
• Haarlinien (Versprödung durch Wasserstoff, duktile • hairline cracks (hydrogen embrittlement, ductile 
Zonen) zones)
• Nebenrisse • secondary cracks
• Gleitbänder • slip bands
• Abgleitspuren bei Korngrenzengleiten  • slip traces in grain boundary slip
(z. B. Hochtemperatur) (e. g. high temperature)
• Schwingstreifen, Schwingungslinien • fatigue striations, fatigue lines
• Korngrenzflächen, Korngrenzen • granular boundary surfaces, granular boundaries

3. Merkmale auf transkristallinen Bruchflächen 3. Characteristics of transcrystalline fracture surfaces

• Waben (z. B. Schub-, Scher-, Reiß-Waben, flache, • dimples (e. g. thrust, shear, tear, flat, small, deep)
kleine, tiefe)
• Grat (z. B. Wabenrand) • ridges (e. g. dimple rims)
• Spaltfläche (weitgehend eben) • cleavage planes (mainly flat)
• Spaltbruchbahn (begrenzt durch Bruchlinien) • cleavage fracture path (limited by fracture lines)
• Zwillinge, Zungen • microtwins, tongues
• Stufen (Höhenunterschiede zwischen Bahnen) • steps (different heights of the paths)
• Schubfläche (Restbruch zwischen Teilbrüchen) • thrust surface (residual fracture between partial 
fractures)
• Schwingbruchbahnen (verbunden durch Stufen) • fatigue fracture paths (connected by steps)
• Schwingstreifen, Schwingungslinien • fatigue striations, fatigue lines
• Nebenrisse (parallel und senkrecht zu den • secondary cracks (parallel and perpendicular to
Schwingstreifen) fatigue striations)
• Gleitbänder • slip bands
• Zipfel (z. B. Hochtemperatur) • earing (e. g. high temperature)
• Federstruktur, Fiederstruktur (Wasserstoff) • feathering, heringbone pattern (hydrogen)
• Venenmuster (verkrümmte Waben) • vein pattern (elongated dimples)

4. Werkstoffinhomogenitäten 4. Material inhomogeneity

• Ausscheidungen (z. B. Zweitphasen) • precipitation (e. g. secondary phases)


• Einschlüsse (z. B. Verunreinigungen) • inclusions (e. g. impurities)
• Hohlräume (z. B. Lunker, Gasblasen) • cavities (e. g. voids, blowholes)

5. Bruchorientierung an 5. Fracture orientation towards

• Einschlüssen • Zwillingen • inclusions • microtwins


• Riefen • Oberflächenschichten • tire tracks • surface layers
• Gleitbändern • Dendriten • slip bands • dendrites
• Lunkern • Ausscheidungen • voids • precipitation
• Poren • Kornstreckungen • pores • grain elongation
• Blasen, Fasern • Stengelkörnern • blisters, fibres • dendritical cast
• Korngrenzenflächen • Spaltebenen • grain boundary surfaces structures
• cleavage planes
–8– VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Übersicht zu Tabelle 5
1 Gewaltbruch 2) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
1.1 Zäher Gewaltbruch (Gleitbruch) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
1.1.1 Zäher Zug-Gewaltbruch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
1.1.1.1 Zäher Zug-Gewaltbruch mit Schublippen . . . . . . . . . . . . . . . 10
1.1.1.2 Fräserförmiger zäher Zug-Gewaltbruch . . . . . . . . . . . . . . . . 10
1.1.2 Zäher Biege-Gewaltbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
1.1.3 Zäher Torsions-Gewaltbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
1.1.4 Zäher Druck-Gewaltbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
1.1.5 Scherbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
1.1.5.1 Scherbruch durch Zugkräfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
1.1.5.2 Scherbruch durch Scherkräfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
1.2 Spröder Gewaltbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
1.2.1 Spröder Zug-Gewaltbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
1.2.2 Spröder Biege-Gewaltbruch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
1.2.3 Spröder Torsions-Gewaltbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
2 Schwingbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
2.1 Schwingbruch mit zähem Restgewaltbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
2.2 Schwingbruch mit sprödem Restgewaltbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

2)
Man unterscheidet zwischen den aufgebrachten Kräften bzw. Momenten und den dadurch induzierten Spannungen. Sämt-
liche Arten des Gleitbruchs (Tabelle 5, Punkt 1.1) werden durch die maximalen Schubspannungen bewirkt, sämtliche
Spaltbrucharten (Tabelle 5, Punkt 1.2) durch die maximalen Zugspannungen.
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 –9–

Overview of Table 5
1 Forced fracture2) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
1.1 Forced ductile fracture (shear fracture) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
1.1.1 Forced ductile fracture under tensile load. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
1.1.1.1 Forced ductile fracture under tensile load with shear lips . . . . . . . 20
1.1.1.2 Cutter-shaped ductile fracture under tensile load . . . . . . . . . . . 20
1.1.2 Forced ductile bending fracture . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
1.1.3 Forced ductile fracture under torsional load . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
1.1.4 Forced ductile fracture under compression . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
1.1.5 Shear fracture . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
1.1.5.1 Shear fracture caused by tensile force . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
1.1.5.2 Shear fracture caused by shear force . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
1.2 Forced brittle fracture . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
1.2.1 Forced brittle fracture under tensile load . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
1.2.2 Forced brittle fracture under bending load . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
1.2.3 Forced brittle fracture under torsional load . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
2 Fatigue fracture . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
2.1 Fatigue fracture with ductile residual force fracture . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
2.2 Fatigue fracture with brittle residual force fracture . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

2)
A differentiation is made between loading force or moment and the stress caused by it. All types of shear fractures
(Table 5, Point 1.1) are caused when shear stress reaches the yield load, all cleavage fractures (Table 5, Point 1.2) when
tensile stress reaches the yield load.
– 10 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Tabelle 5. Schäden durch mechanische Beanspruchungen


Schadensart Schadensmerkmale

makroskopisch mikroskopisch

1 Gewaltbruch
1.1 Zäher Gewaltbruch
(Gleitbruch)
1.1.1 Zäher Zug-Gewalt-
bruch
1.1.1.1 Zäher Zug-
Zone 1:
Gewaltbruch mit Die Bruchfläche setzt sich 
Die Bruchfläche verläuft
Schublippen aus einer Vielzahl schmaler 
quer zur Axialrichtung, ist
45 °- Scherenflächen zusam-
eben, matt und rau. Ein
Trichter-Kegel-Bruch men, die sich jeweils 
Bruchanfang ist nicht zu
(Kegel-Tasse-Bruch) über einige Dutzend Waben
erkennen.
erstrecken. Die Kämme der
(Bei einer Zugprobe beginnt Waben sind in Zugkraftrich-
die Trennung in Proben- tung orientiert.
mitte.)

Bild T1 Bild T2
Zone 2:
An der Außenoberfläche ist
eine starke Brucheinschnü-
rung erkennbar. Die Bruch-
fläche ist trichterförmig
ausgebildet, ist glatt und
glänzt. Die Bruchfläche
Auf der konischen Bruch-
erscheint matt, wenn Blick-
fläche sind Scherwaben vor-
und Schubrichtung überein-
handen.
stimmen.
Trichter- und Kegelstumpf-
anteile verteilen sich
gewöhnlich auf beide
Probenbruchstücke. Die
Siehe Scherlippen weisen auf das
Bild T1 Bruchende hin. Bild T3

1.1.1.2 Fräserförmiger Eine Brucheinschnürung ist  Zone 1:


zäher Zug- sichtbar.  Die Scherflächen sind eben
Gewaltbruch  und mit Scherwaben bedeckt;
Zone 1:
 die Scherwaben sind in
Die Bruchfläche verläuft  Abgleitrichtung ausgezogen.
quer zur Zugrichtung und  Auf den axial ausgerichteten
setzt sich aus radial ange-  Bruchflächenanteilen (Bruch-
ordneten 45-Grad-Scherflä-  aufreißungen) findet man
chen und axial orientierten  flache Waben; zeilenförmig
Bruchflächenanteilen Scherflächen aufgereihte Einschlüsse
zusammen.
siehe Bild T3 bestimmen das Bruchbild.
Zone 2:
Die Kernbruchfläche ist
eben, matt und rau. Sie ver-
läuft ohne radiale Strukturie-
rung quer zur Zugrichtung.
Bruchanfang und -ende sind
nicht erkennbar.
Zone 2:
 Die Bruchfläche ist eben und
Siehe Bild T2 besitzt gerade, tiefe Waben.

Bild T4
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 11 –

Schadensverursachende Voraus- Schadensablauf Bemerkungen


setzungen und Beanspruchungen







Zäher Werkstoffzustand, glatte oder Plastische Verformung und Einschnü-


schwach gekerbte Bauteile, homogene rung, Hohlraumbildung durch Ablösen
Zugbeanspruchung der Matrix von Partikeln 2. Phasen (Ein-
schlüsse, Ausscheidungen) oder durch
Partikelbruch, beginnend im Kern der
Einschnürungszone; Wabenbildung und
Rissausbreitung radial nach außen durch
Abgleiten der Stege zwischen den Hohl-
räumen

Ausziehen zur Spitze oder Schneide bei hoch-


reinen Metallen/Legierungen (einschlussfrei !)
oder bei höheren Temperaturen. Brüche in Ble-
chen und Rohren entsprechen der Trichterbil-
dung (Zone 2).

Zäher Werkstoffzustand, glatte oder Abgleiten entlang von Ebenen maximaler


schwach gekerbte Bauteile, Zugscher- Schubspannung (45° gegenüber Zug-
beanspruchung kraftrichtung) über den gesamten Rand-
 bereich; flache Waben, ausgezogen in
Abgleitrichtung

Zäher Werkstoffzustand, glatte oder Zone 1:


schwach gekerbte Bauteile, homogene Aufgrund hoher Umfangsspannung 
Zugbeanspruchung (Einschnürung) und ausgeprägten
Bei mehrachsigen Zugspannungen Zeilengefüges Aufreißen entlang radialer
führt die Querkontraktion zu Bruchauf- Ebenen; Abscheren der keilförmigen
reißungen entlang von Gefügezeilen Streifen zwischen den aufgerissenen
(Einschlüsse, Seigerungen, Texturen). Ebenen unter 45°

Diese Bruchart tritt besonders bei Vergütungs-


stählen mit ausgeprägtem Zeilengefüge auf.

Zone 2:
Plastische Verformung und Waben-
bildung
– 12 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Tabelle 5. Schäden durch mechanische Beanspruchungen (Fortsetzung)


Schadensart Schadensmerkmale

makroskopisch mikroskopisch

1.1.2 Zäher Biege- Das Bauteil ist sichtbar ver- 


Gewaltbruch bogen.

Zone 1: Die Bruchfläche ist eben und


Die Bruchfläche verläuft besitzt gerade Waben wie
quer zur Axialrichtung, ist beim zähen Zug-Gewaltbruch.
verformungsarm, eben, matt
und rau.

Zone 2:
Die Bruchfläche verläuft
Bild T5
schräg zur Axialrichtung,
ist stark verformt, eben,
glänzend und glatt.
Bild T6

Die Bruchfläche ist eben und


besitzt Schubwaben.

vgl. Bild T3

1.1.3 Zäher Torsions- Das Bauteil ist sichtbar Die Bruchfläche ist eben und
Gewaltbruch verdreht. Die Bruchfläche besitzt Schubwaben.
liegt quer zur Axialrichtung, Die Waben liegen flach in der
ist verformungsarm, eben, Bruchfläche und sind rotati-
glänzend und glatt. Keine onssymmetrisch angeordnet.
Hinweise auf Bruchanfang
und Bruchende.

Bild T7 Bild T8

1.1.4 Zäher Druck- Es findet üblicherweise nur Nach Aufbrechen der Risse:
Gewaltbruch ein Ausbauchen des Bau- Die Bruchfläche ist eben und
teils und Anreißen der Ober- besitzt gerade, tiefe Waben.
fläche in Axialrichtung statt
(druckkraftinduzierte
Umfangsspannungen).

Bild T9 Bild T10


VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 13 –

Schadensverursachende Voraus- Schadensablauf Bemerkungen


setzungen und Beanspruchungen

Bild T5: Ausbildung des Bruches quer zur Axial- Werkstoffe mit hinlänglicher Bruchdehnung
Hochfester Werkstoff (gehärtete oder richtung in Zone 1 (größer ca. 20 %) lassen sich im Faltversuch
vergütete Stähle), glattes Bauteil, Bruch liegt längs eines Schubbandes in meist um 180 ° (rissfrei) falten. Höherfeste Alu-
Biegebeanspruchung Zone 2. miniumlegierungen zeigen vielfach asymmetri-
sche Trichter-Kegel-Brüche.

Zäher Werkstoffzustand, glattes  Der Bruch beginnt infolge von Schub- Spannungszustand bei Torsion
oder gekerbtes Bauteil, Torsions- spannungen an der Oberfläche und
beanspruchung schreitet zur Mitte fort.

Bild T11
Bei ausgeprägtem Zeilengefüge auch Auf-
reißen in Längsrichtung möglich (z. B. Holz).

Zäher Werkstoffzustand, hohe Festig- Ausbauchen des Querschnitts, wenn Rei- Das Bauteil zerbricht nicht. Bei zähen Werk-
keit, glattes Bauteil, gleichmäßige bung an den Stauchflächen vorhanden stoffen mit niedriger Festigkeit tritt nur ein Aus-
Druckbeanspruchung ist. bauchen, jedoch kein Einreißen der Oberfläche
Bei Überschreiten des Formänderungs- ein.
vermögens Einreißen der Oberfläche in
Axialrichtung infolge von Zugspannungen
am Umfang.
– 14 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Tabelle 5. Schäden durch mechanische Beanspruchungen (Fortsetzung)


Schadensart Schadensmerkmale

makroskopisch mikroskopisch

1.1.5 Scherbruch
1.1.5.1 Scherbruch
durch Zugkräfte

Abgleiten auf einer einzigen Ebene Bruchfläche mit Scher-


45 °-Fläche über den waben langgestreckt und in
gesamten Querschnitt, Abgleitrichtung (vgl. Trichter-
häufig nach geringer Ein- bereich beim Trichter-Kegel-
schnürung Bruch)

Bild T12 vgl. Bild T3

1.1.5.2 Scherbruch
durch Scher-
kräfte

Abgleiten auf einer einzigen Ebene Bruchfläche mit weit-


90 °-Fläche über den gehend eingeebneten und in
gesamten Querschnitt Abgleitrichtung orientierten
Scherwaben

Bild T13 Bild T14


VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 15 –

Schadensverursachende Voraus- Schadensablauf Bemerkungen


setzungen und Beanspruchungen

Wechselwirkung zwischen Verset- Konzentration der Abgleitung auf Bei Raumtemperatur insbesondere Al-Legie-
zungen und Substitutions-Fremd- schmale Scherbänder (d50 µm).  rungen (Al Mg 3...10)
atomen (Verankern und Losreißen) Rissbeginn im Inneren Scherbrüche außerdem bei überlagerter Bie-
innerhalb begrenzten Temperatur- und  gung und bei Zugversuchen nahe des absolu-
Geschwindigkeitsbereichs  ten Nullpunkts
(Portevin-LeChalelier-Effekt)

Zäher Werkstoffzustand, hohe Quer- Konzentration der Abgleitung auf eine Typisches Beispiel:
kräfte bei kurzer Einspannung oder Ebene Bruch eines Scherstifts
kurzem Hebelarm  
– 16 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Tabelle 5. Schäden durch mechanische Beanspruchungen (Fortsetzung)


Schadensart Schadensmerkmale

makroskopisch mikroskopisch

1.2 Spröder Gewaltbruch Die Bruchfläche verläuft Transkristalliner Spaltbruch:


1.2.1 Spröder Zug- quer zur Axialrichtung, ist Die Bruchfläche verläuft trans-
Gewaltbruch verformungsarm, eben, glit- kristallin auf ebenen Spalt-
zernd und rau. Bruchlinien flächen. Diese Spaltflächen
und ggf. Absätze lassen den entsprechen definierten Kris-
Bruchanfang und die Riss- tallebenen. Die Spaltflächen
ausbreitungsrichtung erken- erstrecken sich maximal über
nen. ein Gefügekorn. Der Bruch
kann sich innerhalb eines Kor-
nes auf unterschiedlichen
Spaltflächen ausbreiten. Es
sind keine Werkstoffinhomoge-
nitäten sichtbar.

Bild T15 Bild T16

Interkristalliner Spaltbruch:
Die Bruchfläche ist häufig zer-
klüftet und es sind Korngrenz-
flächen erkennbar. Auf den
Korngrenzflächen sind gele-
gentlich Ausscheidungen und
Einschlüsse vorhanden.

Bild T17

1.2.2 Spröder Biege- Die Bruchfläche verläuft Trans- oder interkristalliner


Gewaltbruch quer zur Axialrichtung, ist Spaltbruch (siehe Punkt 1.2.1)
verformungsarm, eben,
glitzernd und rau. Bruch-
linien und ggf. Absätze
lassen den Bruchanfang
und die Rissausbreitungs-
richtung erkennen.

Bild T19

1.2.3 Spröder Torsions- Die Bruchfläche verläuft Trans- oder interkristalliner


Gewaltbruch unter 45° zur Axialrichtung, Spaltbruch (siehe Punkt 1.2.1)
ist verformungsarm, eben,
glitzernd und rau. Bruch-
linien lassen den Bruch-
anfang und das Bruchende
erkennen.

Bild T20
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 17 –

Schadensverursachende Voraus- Schadensablauf Bemerkungen


setzungen und Beanspruchungen

Sprödes Verhalten, auch von duktilen Instabile Rissausbreitung Hohe instabile Rissausbreitungsgeschwindig-
Werkstoffen. keit (ca. 2000 m/s)
Ursachen (insbesondere Kombinatio-
Die Ausbreitung des Bruchs von einem Korn
nen):
zum anderen durch den gesamten Querschnitt
1. Tiefe Temperaturen ist erkennbar.
2. Hohe Beanspruchungsgeschwin-
digkeit Der bisherige Begriff „Quasispaltbruch“ soll
3. Mehrachsiger Spannungszustand ersetzt werden durch „Spaltflächen mit verform-
4. Werkstoff-Versprödung ten Graten“.
• Starke Kaltverfestigung Keine Spaltbrüche in Kfz-Metallen
• Alterung
Die Ausbreitungsrichtung des Bruchs ist
• Grobkorn
anhand von Flusslinien auf den Spaltflächen
• Korngrenzenschädigung
erkennbar.
• Strahlen-Versprödung
• Eindiffundierende Fremdatome
(Spannungsrisskorrosion, Ver-
sprödung durch Wasserstoff
sowie Lötbruch, siehe VDI 3822
Blatt 3)

Bild T18

Sprödes Werkstoffverhalten, Instabile Rissausbreitung Hohe instabile Rissausbreitungsgeschwindig-


Biegebeanspruchung keit (ca. 2000 m/s), siehe auch Punkt 1.2.1

Sprödes Werkstoffverhalten, Instabile Rissausbreitung Hohe instabile Rissausbreitungsgeschwindig-


Torsionsbeanspruchung keit (ca. 2000 m/s)
Spannungszustand bei Torsion:

vgl. Bild T11


– 18 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Tabelle 5. Schäden durch mechanische Beanspruchungen (Fortsetzung)


Schadensart Schadensmerkmale

makroskopisch mikroskopisch

2 Schwingbruch Zone 1 (Stadium I): Die Rissfläche verläuft etwa


2.1 Schwingbruch mit Diese Zone tritt nur bei unter 45 °
zähem Restgewalt- polierten (Labor-)Proben
bruch (Schwingbruch- auf. Sie ist ein bis drei Gefü-
flächen siehe gekörner breit, daher
Tabelle 6) makroskopisch nicht sicht-
bar.

Bild T21 Bild T22


Zone 2 (Stadium II): Die Rissfläche liegt quer und
Die Rissfläche verläuft ent- ist eben. Erkennbar sind
sprechend der Darstellung Bruchbahnen, Schwingstreifen
in Tabelle 6, ist verfor- und evtl. Nebenrisse. Möglich
mungslos, eben, matt und ist duktiles oder sprödes Riss-
samtartig rau. Absätze und wachstum.
Rasterlinien kennzeichnen Duktile Ausbreitung meist
den Bruchanfang, Neben- transkristallin, spröde Aus-
risse das Bruchende. breitung häufig kristallogra-
fisch orientiert.
Bei Wechselbeanspruchung
mechanisch verhämmerte
Bild T23 Rissfläche
Zone 3 (Stadium III): Die Rissfläche ist eben und
Die Rissfläche verläuft ent- besitzt streifenförmig angeord-
sprechend der Darstellung in nete Waben, evtl. Nebenrisse.
Tabelle 6, ist verformungs-
arm, eben, matt und rau.

Zone 4 (Restbruch): Die Bruchfläche ist eben und


Die Bruchfläche verläuft besitzt Schubwaben.
häufig schräg zur Axialrich-
tung, ist stark verformt,
eben, glänzend und glatt.
Die Schublippen weisen auf
das Bruchende hin.

2.2 Schwingbruch mit Zone 1 (Schwingungsriss): Die Rissfläche verläuft trans-,


sprödem Restge- Die Rissfläche verläuft ent- selten interkristallin. Sie ist
waltbruch sprechend der Darstellung eben und besitzt Schwing-
in Tabelle 6, ist verfor- streifen und Nebenrisse. (Es
mungslos, eben, matt und sind keine Ausscheidungen
rau. Absätze weisen auf den und Einschlüsse erkennbar.)
Bruchanfang hin.
Zone 2 (Restbruch):
Die Bruchfläche verläuft
quer zur Axialrichtung, ist
verformungslos, eben, matt
und rau.
Bild T24
Die Bruchfläche ist eben und
weist trans- oder interkristal-
line Spaltflächen auf. Es sind
keine Ausscheidungen und
Einschlüsse erkennbar.
Bild T25
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 19 –

Schadensverursachende Voraus- Schadensablauf Bemerkungen


setzungen und Beanspruchungen

Zäher Werkstoffzustand An glatten Oberflächen Auftreten irrever- Inkubationsphase: Schädigung des Werkstoffs
Schubspannungen infolge Schwingbe- sibler Abgleitungen. Bildung von Extru- bis zur Anrissbildung
anspruchung sionen und Intrusionen. Nach Erreichen Zone 1 fehlt auf Schwingbrüchen an Bauteilen.
eines charakteristischen Verformungs- Dort Rissstart an lokalen Spannungsspitzen
zustands entsteht ein Mikroriss in ober- (Steifigkeitssprünge, Kerben)
flächennahen Gefügekörnern.

Zugspannungen an der Rissfront Der Riss breitet sich senkrecht zur größ- Stabiles Risswachstum
infolge Schwingbeanspruchung ten Zugspannung über den Bauteilquer- Schwingstreifenbreite von ca. 0,1 µm auf 1 µm
schnitt aus. zunehmend.
Duktile Rissausbreitung: Jeder Schwingstreifen entsteht bei einem
Wiederkehrendes plastisches Aufweiten einzigen Lastspiel. Aber: Nicht jedes Lastspiel
und Zusammenstauchen an der Rissfront erzeugt einen Schwingstreifen.
Kristallografisch orientierte Rissausbreitung
Spröde Rissausbreitung:
z. B. in Ni-, Co-, Ti-, (Al)-Legierungen bei
Folge begrenzter Spaltbruchschritte langsamem Risswachstum

Zone 3: Folge begrenzter (duktiler) Gewaltbruch- Schmale, häufig vollständig fehlende Zone auf
Inhomogene Zugbeanspruchung schritte der Bruchfläche


Zone 4: Schlagartiges Versagen des Restquer- Bei dem Restgewaltbruch handelt es sich um
Inhomogene Zugbeanspruchung schnitts einen Gewaltbruch wie unter Punkt 1 beschrie-
 ben.
Die Lage des Restgewaltbruchs ist ein Hinweis
auf das Bruchende.
Der Restbruch kann fehlen (parallel geschaltete
oder durch Rissausbreitung entlastete Bau-
teile).

Zone 1: Wiederholte instabile Rissausbreitung Die Zonen 1 und 2 sind häufig makrofraktogra-
Sprödes Werkstoffverhalten (Folge begrenzter Spaltbruchschritte) fisch nicht zu unterscheiden.
Zugspannungen an der Rissfront
infolge Schwingungsbeanspruchung

Zone 2: Schlagartiges Versagen des Restquer- Sehr hohe, instabile Rissausbreitungsge-
Inhomogene Zugbeanspruchung schnitts schwindigkeit (ca. 2000 m/s)
Auch bei sprödem Restbruch zuvor duktile
Rissausbreitung möglich (siehe Punkt 2.1)
– 20 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Table 5. Failures caused by mechanical conditions


Type of failure Failure characteristics

macroscopic microscopic

1 Forced fracture
1.1 Forced ductile frac-
ture (shear fracture)
1.1.1 Forced ductile frac-
ture under tensile
load
Zone 1:
1.1.1.1 Forced ductile
fracture under The orientation of the frac- The fracture surface is com-
tensile load with ture surface is perpendicular posed of numerous, narrow,
shear lips to the axis, flat, dull and 45 ° shear surfaces, each
rough. The origin of the frac- extending across several
ture cannot be recognized. dozen dimples. The rims of the
funnel-cone fracture dimples are elongated in the
(When subjected to tensile
(cone-cup fracture) direction of the tensile stress.
testing, separation begins at
the middle of the specimen.)

Figure T1 Figure T2
Zone 2:
The external surface exhib-
its a high degree of necking.
The fracture surface is fun-
nel shaped, smooth, and
shiny. The fracture surface
looks dull when viewed from
the direction in which the Shear dimples are found on
shearing took place. the conical fracture surface.
The funnel and cone areas
are usually found on both
pieces of the fractured spec-
imen. The shear lips point
towards the end of the frac-
See ture.
Figure T1 Figure T3

1.1.1.2 Cutter-shaped Necking is visible.  Zone 1:


forced ductile  The shear surfaces are flat
Zone 1:
fracture under  and covered with shear dim-
tensile load The orientation of the frac-  ples; the shear dimples are in
ture surface is perpendicular  elongated in the direction of
to the direction of tensile  the shear loading. On the axi-
stress and composed of   ally oriented areas of the frac-
45-degree shear planes in a  ture surface (crack openings)
radial arrangement and axi-  one finds flat dimples; bands
ally oriented fracture surface Shear surfaces of inclusions are characteristic
areas.
see Figure T3 of the appearance of the frac-
Zone 2: ture.
The core fracture surface is
flat, dull, and rough. It is ori-
ented, without the radial
structure, perpendicular to
the direction of tensile
stress. The origin of the
fracture and its end cannot Zone 2:
be recognized.
 The fracture surface is flat and
See Figure T2 has straight, deep dimples.

Figure T4
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 21 –

Conditions and loads that  Process of failure Comments


cause failure







Ductile state, smooth or slightly Plastic deformation and necking, forma-


notched components, homogenous tion of voids as second phase particles
tensile stress loading lose cohesion with the matrix (inclusions,
precipitation) or through particle fracture
beginning at the core of the necking area;
dimple formation and radial crack growth
outwards through shearing of the annu-
lus of material between the voids

Elongation to a point or blade in ultra-pure


metals/alloys (without inclusions!) or at higher
temperatures. Fractures in sheet metal and
pipes correspond with funnel formation
(zone 2).

Ductile state, smooth or slightly Shearing along the planes of maximum


notched components, tensile shear shear stress (at a 45° angle to the tensile
loading strain) over the entire outer edge; flat
 dimples elongated in the direction of
shear stress

Ductile state, smooth or slightly Zone 1:


notched components, homogenous Due to high circumferential stress, neck-
tensile loading ing and a pronounced banding structure,
Under multiaxial tensile stress, lateral cracking along the radial planes; shear-
contraction causes the fracture to ing off of wedge-shaped bands between
expand along the structural bands the cracked planes under 45°
(inclusions, segregations, textures).

This type of fracture occurs especially in tempe-


red steel with a pronounced banding structure.

Zone 2:
Plastic deformation and dimple formation
– 22 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Table 5. Failures caused by mechanical conditions (continued)


Type of failure Failure characteristics

macroscopic microscopic

1.1.2 Forced ductile The component is visibly 


bending fracture bent.

Zone 1: The fatigue surface is flat and


The orientation of the frac- has straight dimples as in
ture surface is perpendicular forced ductile fracture under
to the axis, exhibits little tensile load
deformation, is flat, dull, and
rough.

Zone 2:
Figure T5
The orientation of the frac-
ture surface is diagonal to
the axis, is highly deformed,
Figure T6
flat, shiny and smooth.

The fatigue surface is flat and


has shear dimples.

cf. Figure T3

1.1.3 Forced ductile The component is visibly The fatigue surface is flat and
fracture under twisted. The orientation of has shear dimples.
torsional load the fracture surface is per- The dimples lie flat on the frac-
pendicular to the axial direc- ture surface and are rotation-
tion, displays little ally symmetric.
deformation, is flat, shiny,
and smooth. No indication of
the beginning or the end of
the fracture.

Figure T7 Figure T8

1.1.4 Forced ductile Usually, there is only bulging After the cracks have opened
fracture under of the component and incipi- up: the fatigue surface is flat
compression ent cracking on the surface and has straight, deep dim-
oriented towards the axis ples.
(compressive force induced
circumferential stress).

Figure T9 Figure T10


VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 23 –

Conditions and loads that  Process of failure Comments


cause failure

Figure T5: Formation of the fracture perpendicular Materials with sufficient fracture strain (greater
High-strength material (hardened or to the axis in zone 1 than roughly 20 %) can usually be folded by
tempered steel), smooth components, Fracture is parallel to a shear band in 180 ° in a free fold test (without cracking).
bending load stress) zone 2. Higher strength aluminium alloys often display
asymmetric funnel-cone fractures.

Ductile state, smooth or notched The fracture begins as a result of comple- Stress state under torsion
components, torsional load mentary shear stress on the surface and
extends towards the middle.

Figure T11
In cases of pronounced banding structure also
cracking lengthwise possible (e. g. wood).

Ductile state, high strength, smooth Bulging of the cross-section, when there The component does not break. In the case of
component, constant compressive is friction from crack surfaces trying to low-strength ductile materials only a bulging
load slide by each other. occurs without any cracking of the surface.
When maximum ductility is exceeded,
cracking of the surface in the axial direc-
tion results from tensile stress on the
circumference.
– 24 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Table 5. Failures caused by mechanical conditions (continued)


Type of failure Failure characteristics

macroscopic microscopic

1.1.5 Shear fracture


1.1.5.1 Shear fracture
caused by 
tensile force

Shearing on a single 45 ° Flat fracture surface with shear


plane across the entire dimples elongated and in the
cross-section, often after a direction of shear stress
slight necking (cf. funnel shaped area in
funnel-conical-fracture)

Figure T12 cf. Figure T3


1.1.5.2 Shear fracture
caused by shear
force

Shearing on a single Flat fracture surface with


90 ° plane across the entire mainly flattened shear dim-
cross-section ples oriented in the direction of
shear stress

Figure T13 Figure T14


VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 25 –

Conditions and loads that  Process of failure Comments


cause failure

Interaction between dislocations and Concentration of shearing on narrow At room temperature especially in aluminium
the substitution of impurity atoms shearing bands (d50 µm).  alloys (Al Mg 3...10)
(anchoring and decohesion) within a Cracking begins internally Shear fractures also when combined with bend-
limited span of temperature and veloc-  ing and in stress tests near the absolute zero
ity (Portevin-LeChalelier effect) point

Ductile state, high transverse forces, Typical example: fracture of a shear rod Typical example: fracture of a shear rod
under short clamping or short leverage  
  
– 26 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Table 5. Failures caused by mechanical conditions (continued)


Type of failure Failure characteristics

macroscopic microscopic

1.2 Forced brittle fracture The orientation of the frac- Transcrystalline cleavage
1.2.1 Forced brittle frac- ture surface is perpendicular fracture:
ture under tensile to the axis, exhibits little The fracture surface extends
load deformation, is flat, glisten- transcrystalline on flat cleav-
ing, and rough. The origin of age surfaces. These cleavage
the fracture and the direc- surfaces correspond with
tion of crack propagation defined crystal planes. These
can be recognized by the cleavage surfaces extend at
fracture lines and, if exhib- most over from one grain to
ited, steps. another. The fracture can
extend to various cleavage
planes within a grain. No mate-
rial inhomogeneity is visible.

Figure T15 Figure T16

Intercrystalline cleavage 
fracture:
The fracture surface is often
jagged, and grain boundary
surfaces are recognizable.
Occasionally precipitation and
inclusions are found on grain
boundary surfaces.

Figure T17

1.2.2 Forced brittle The orientation of the frac- Trans- or intercrystalline cleav-
fracture under ture surface is perpendicular age fracture (see Point 1.2.1)
bending load to the axis, exhibits little
deformation, is flat glisten-
ing, and rough. Fracture
lines and steps, if found,
allow the beginning of the
fracture and the direction of
crack growth to be recog-
nized.

Figure T19

1.2.3 Forced brittle  The fracture surface is at an Trans- or intercrystalline cleav-


fracture under  angle of less than 45° to the age fracture (see Point 1.2.1)
torsional load axis, exhibits little deforma-
tion, is flat, glittering, and
rough. The origin and the
end of the fracture can be
recognized by the fracture
lines.

Figure T20
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 27 –

Conditions and loads that  Process of failure Comments


cause failure

Brittle behaviour, also in ductile materi- Instable crack growth High instable crack growth velocity 
als. (ca. 2000 m/s)
Causes (especially combinations):
The expansion of the fracture from one grain to
1. Low temperatures the next across the entire cross-section can be
2. High loading velocity recognized.
3. Multi-axial stress
4. Material embrittlement The previously used term “quasi cleavage frac-
ture” is to be replaced by “cleavage surfaces
• High degree of work hardening
with deformed ridges”.
• Ageing
• Coarse grain No cleavage fractures in automotive metals
• Grain boundary damage
The direction of fracture propagation can be
• Radiation embrittlement
recognized by the river markings on the cleav-
• Impure atoms diffunding in
age fracture surfaces.
(stress-corrosion cracking,
embrittlement through hydrogen
as well as liquid metal embrittle-
ment, see VDI 3822 Part 3)

Figure T18

Brittle behaviour, bending stress Instable crack growth High instable crack growth velocity 
(ca. 2000 m/s), see also Point 1.2.1

Brittle behaviour, torsional loading Instable crack growth High instable crack growth velocity
(ca. 2000 m/s)
Under torsional stress:

cf. Figure T11


– 28 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Table 5. Failures caused by mechanical conditions (continued)


Type of failure Failure characteristics

macroscopic microscopic

2 Fatigue fracture Zone 1 (Stage I): The crack surface is at an


2.1 Fatigue fracture This zone only occurs in  angle of somewhat less than
with ductile residual polished (laboratory) specimens. 45 °.
force fracture It is only as wide as one to three
(fatigue fracture grains in the structure and is,
surfaces see Table therefore not macroscopically visi-
6) ble.

Figure T21 Figure T22


Zone 2 (Stage II): The crack surface is perpen-
The crack surface extends in cor- dicular and flat. Recognizable
respondence with the depiction in are fracture paths, fatigue stri-
Table 6, exhibits no deformation, ations, and sometimes also
is flat, dull, and silkily rough. The secondary cracking. Ductile or
steps and beach marks are char- brittle crack growth is possible.
acteristic of the beginning of the Ductile propagation is mainly
fracture, secondary cracking of transcrystalline, brittle propa-
the end of the fracture. gation is often crystallographi-
cally oriented.
In cases of cyclic loading
mechanically hammered crack
Figure T23 surface
Zone 3 (Stage III): The crack surface is flat and
The cracking surface extends in has bands of dimples, second-
correspondence with the depic- ary cracking is sometimes also
tion in Table 6, exhibits little defor- found.
mation, is flat, dull, and rough.

Zone 4 (residual fracture): The fatigue surface is flat and


The orientation of the fracture sur- has shear dimples.
face is often diagonal to the axis,
highly deformed, flat, shiny, and
smooth. The shear lips are ori-
ented towards the end of the frac-
ture.

2.2 Fatigue fracture Zone 1 (fatigue cracking): The crack surface is transcrys-
with brittle The crack surface extends in the talline and seldom intercrystal-
residual forced same manner as in the depiction line. It is flat and has fatigue
fracture in Table 6, exhibits no deforma- striations and secondary
tion, is flat, dull, and rough. Steps cracking. (No precipitation or
point to the beginning of the frac- inclusions can be recognized.)
ture.
Zone 2 (residual fracture):
The orientation of the fracture sur-
face is perpendicular to the axis,
exhibits little deformation, is flat,
dull, and rough
Figure T24
The fracture surface is flat and
exhibits trans- or intercrystal-
line cleavage surfaces. No pre-
cipitation or inclusions can be
recognized.
Figure T25
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 29 –

Conditions and loads that  Process of failure Comments


cause failure

Ductile state  On smooth surfaces occurrence of irre- Incubation phase: Damage to the material
Tensile stress due to fatigue loading versible shearing. Formation of extru- through the formation of incipient cracks
sions and intrusions. After reaching a Zone 1 is not found in fatigue cracking of
characteristic stage of deformation a components.
micro-crack occurs in the structural There cracking initiated at local stress peaks
grains near the surface. (stiffness cracking, notches)

Tensile stress on the cracking front due The crack expands vertically to the great- Stable crack growth
to fatigue loading. est tensile stress across the component Fatigue striation width from roughly 0,1 µm to
cross-section. 1 µm increasing.
Ductile crack propagation: Each fatigue striation is created during a single
Recurrent plastic expansion and com- load cycle. But not every load cycle creates a
pression on the cracking tip fatigue striation.
Brittle cracking growth: Crystallographically oriented crack propagation
Due to limited cleavage fracture steps. e. g. in Ni-, Co-, Ti-, (Al-) alloys with slow crack
growth

Zone 3: Series of limited forced (ductile) fracture Narrow, often completely missing zones on the
Inhomogenous tensile loading steps fracture surface

Zone 4: Sudden failure of the remaining cross- In residual forced fracture it is a forced fracture
Inhomogenous tensile loading section as described under Point 1.
The location of the residual forced fracture is an
indication of the end of the fracture.
There may be no residual fracture (components
installed in parallel or components where stress
is reduced through crack propagation).

Zone 1: Repeated instable crack propagation The zones 1 and 2 often cannot be differenti-
Brittle behaviour (series of limited cleavage fracture steps) ated macrofractographically.
Tensile stress on the crack tip due to
fatigue loading

Zone 2: Sudden failure of the remaining  Very high, instable crack propagation velocity
Inhomogenous tensile loading cross-section (ca. 2000 m/s)
Also possible in cases of brittle residual fracture
of previously ductile crack propagation 
(see Point 2.1)
– 30 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Tabelle 6. Formen von Schwingungsrissflächen (helle


Flächen) und Restgewaltbruchflächen (dunkle Flä-
chen) in Abhängigkeit von Nennspannung und
Probenform

Geringe Restbruchanteile am Gesamtbruchquerschnitt zei-


gen eine niedrige Nennspannung an. Große Restbruch-
anteile findet man bei hohen Nennspannungen oder bei
geringer Risszähigkeit des Werkstoffs. An Bauteilen mit
umlaufenden Spitzkerben oder unter hohen Nennspannun-
gen entwickeln sich häufig mehrere (viele) Schwingungs-
risse. Bei ihrer Vereinigung entstehen radial ausgerichtete
Stufen („Schießscharten“).
Die Ausbreitung der Schwingungsrisse ist normalerweise
senkrecht zur größten Zugspannung. Das Risswachstum
unter Schubspannung als Stufe („Kurzschluss“) findet zwi-
schen Rissen auf verschiedenen Ebenen oder bei Torsion
an Werkstoffen mit ausgeprägtem Zeilengefüge statt.
Die charakteristischen Rastlinien bilden sich durch Unterbre-
chungen der Rissausbreitung (Oxidschichten unterschiedli-
cher Dicke) oder durch nennenswerte Änderungen der
Lastamplitude (Rauigkeitsunterschiede). Die bogenförmi-
gen Rastlinien markieren die einzelnen Stadien der Rissaus-
breitung; sie lassen sich bis zum Anfangspunkt des Risses
zurückverfolgen.
Achtung: Schwingungsrisse müssen nicht zwangsläufig
Rastlinien aufweisen.
Auffällige Merkmale:
• näherungsweise konzentrische Rastlinien Ÿ einzelne
Fehlstelle (lokaler Kerb, Werkstoffinhomogenität)
• außen sichelförmig voreilende Rastlinien Ÿ umlaufender
Spitzkerb (z. B. Drehriefe)
• Restbruchstreifen zwischen zwei gegenüberliegenden
Schwingungsrissen Ÿ wechselnde Biegebeanspruchung
• Restbruchfläche im Inneren des Bruchquerschnitts
Ÿ umlaufende Biegung
• Bruchfläche schraubenwendelförmig Ÿ Torsionsbelas-
tung (maximale Zugspannung unter 45°)
• fräserförmig angeordnete 45°-Schwingungsrisse Ÿ Tor-
sion gekerbter Proben
• schwarze Bereiche auf Bruchflächen von Aluminium-
Legierungen Ÿ Hinweis auf Schwingungsriss (Reibeoxid
durch Aufeinanderhämmern der Rissflanken)
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 31 –

Table 6. Fatigue cracking surfaces (bright surfaces)


and residual forced fracture surfaces (dark surfaces)
as a function of nominal stress and specimen form

Smaller residual fracture areas across the entire fracture


cross-section indicate low nominal stress. Large residual
fracture areas can be found in cases of high nominal stress
or in cases of low cracking ductility of the material. Compo-
nents with circumferential V-notching or under high nominal
stress often develop a (great) number of fatigue cracks.
When they coalesce, radially oriented steps (“crennelations”)
develop.
The propagation of fatigue cracking usually oriented verti-
cally to the greatest tensile stress. The growth of cracking
under shear stress as a step (“short circuit”) occurs between
cracks on various planes or in cases of torsion in materials
with pronounced banding structure.
The characteristic beach marks are formed by interruptions
in the propagation of cracks (oxide layers of varying thick-
ness) or through considerable changes in the load amplitude
(differences in roughness). The crescent-shaped beach
marks delineate the individual stages of crack growth; these
can be traced to the point at which the crack originated.
Attention: Fatigue cracks must not necessarily display
beach marks.
Conspicuous characteristics:
• nearly concentric beach marks Ÿ individual voids (local
notches, material inhomogeneity)
• sickle-shaped, leading beach marks outside
Ÿ circumferential V-notch (e. g. tool marks)
• residual fracture banding between two opposite fatigue
cracks Ÿ alternating bending load
• residual fracture surface inside the fracture cross-section
Ÿ circumferential bending
• conchoidal fracture surface Ÿ torsional loading (maxi-
mum tensile stress under 45°)
• cutter shaped fatigue cracking at 45° angles Ÿ torsion-
notched specimens
• black areas on fracture surfaces of aluminium alloys
Ÿ indication of fatigue fracture (friction oxide as a result of
the crack flanks hammering against each other)
– 32 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

3 Bilder von Brüchen, die durch 3 Pictures of fractures that resulted from
mechanische Beanspruchungen mechanical conditions
entstanden sind
Zum besseren Verständnis sind dieser Richtlinie für In order to facilitate understanding, illustrations of a
eine Reihe von Schadensmerkmalen, die in Tabelle 5 number of failure characteristics have been provided
dargestellt sind, neben den Skizzen Bilder beigefügt. in this guideline, in addition to the diagrams in
Diese Bilder mit den erläuternden Unterschriften Table 5. These illustrations are given consecutively,
sind nachfolgend aufgeführt. where they have descriptive captions.

Bild 1. Zäher Zug-Gewaltbruch, siehe Bild T1 in Tabelle 5 Bild 3. Hohlraumbildung in der Kernzone eines zähen Zug-
Gewaltbruchs
Werkstoff: St 52-3 Werkstoff: Kupfer ungeätzt
Figure 1. Ductile forced fracture under tensile load, see Figure T1 Figure 3. Void formation in the core zone of a ductile forced frac-
in Table 5 ture under tensile load
Material: St 52-3 Material: copper unetched

Bild 2. Gerade Waben in der Kernzone eines zähen Zug- Bild 4. Zäher Zug-Gewaltbruch (Seitenansicht von Bild 1)
Gewaltbruchs
Werkstoff: Ck 45 V 700 Werkstoff: St 52-3
Figure 2. Straight dimples in the core zone of a ductile forced Figure 4. Ductile forced fracture under tensile load (side view of
fracture under tensile load Figure 1)
Material: Ck 45 V 700 Material: St 52-3
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 33 –

Bild 5. Schubwaben in einem dünnwandigen Blech


Werkstoff: martensitaushärtender Stahl
Figure 5. Shear dimples in a thin sheet of metal
Material: maraging steel

Bild 8. Zäher Biege-Gewaltbruch


Werkstoff: X 45 CrSi 9 V 900 BNT
Der Pfeil zeigt Bruchanfang und Bruchausbreitungsrichtung.
Figure 8. Ductile bending forced fracture
Material: X 45 CrSi 9 V 900 BNT
The arrow shows the beginning of the fracture and the direction
of fracture propagation.

Bild 6. Schubband mit Hohlräumen in der Randzone eines


zähen Zug-Gewaltbruchs
Werkstoff: St 37-3 (ungeätzter Schliff)
Figure 6. Shear band with voids in the rim zone of a forced duc-
tile fracture under tensile load
Material: St 37-3 (unetched surface)

Bild 9. Zäher Biege-Gewaltbruch


Werkstoff: 50 CrV4 V 1400
Bild 7. Fräserförmiger, zäher Zug-Gewaltbruch Der Pfeil zeigt Bruchanfang und Bruchausbreitungsrichtung.
Schraube der Qualität 10.9 Figure 9. Ductile forced fracture under bending load
Figure 7. Cutter-shaped ductile forced fracture under tensile Material: 50 CrV4 V 1400
load The arrow shows the beginning of the fracture and the direction
Screw of the quality 10.9 of fracture propagation.
– 34 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Bild 10. Zäher Torsions-Gewaltbruch


Bild 13. Spaltbruch
Werkstoff: Ck 45 N Hl
Werkstoff: X 8 Cr Ti 17
Figure 10. Ductile forced fracture under torsional load
Festigkeit: 500 N/mm2
Material: Ck 45 N Hl
Figure 13. Cleavage fracture
Material: X 8 Cr Ti 17
Strength: 500 N/mm2

Bild 11. Zäher Druck-Gewaltbruch, Anrisse


Werkstoff: 20 MoCr 4 GKZ
Figure 11. Ductile compression forced fracture, incipient cracks
Material: 20 MoCr 4 GKZ

Bild 14. Spaltflächen mit verformten Graten (bisher Quasispalt-


bruch)
Bild 12. Spröder Zug-Gewaltbruch Werkstoff: 20 CrMo V4, Kernbereich
Werkstoff: GG 26 Figure 14. Cleavage fracture with deformed ridges (previously
Figure 12. Brittle tensile forced fracture quasi cleavage fracture)
Material: GG 26 Material: 20 CrMo V4, core area
VDI 3822 Blatt 2 / Part 2 – 35 –

Bild 17. Spröder Torsions-Gewaltbruch


Werkstoff: Ck 45 N Hl
Figure 17. Brittle torsion forced fracture
Material: Ck 45 N Hl

Bild 15. Interkristalliner Bruch


Werkstoff: 16 MnCr 5 E, Randzone
Figure 15. Intercrystalline fracture
Material: 16 MnCr 5 E, rim zone

Bild 18. Schwellbiege-Schwingbruch


Werkstoff: 50 Cr V4 V 1400
Figure 18. Bulge bending fatigue fracture
Material: 50 Cr V4 V 1400

Bild 16. Spröder Biege-Gewaltbruch Bild 19. Schwingbruchanfang


Werkstoff: 20 MoCr 4 E Werkstoff: Nickelbasislegierung
Der Pfeil zeigt Bruchanfang und Bruchausbreitungsrichtung. Helle Fläche: Stadium I
Dunkle Fläche mit Rasterlinien: Stadium II
Figure 16. Brittle bending forced fracture Figure 19. Beginning of a fatigue fracture
Material: 20 MoCr 4 E Material: Nickel based alloy
The arrow shows the beginning of the fracture and the direction Light surface: Stage I
of fracture propagation. Dark surface with beach marks: Stage II
– 36 – VDI 3822 Blatt 2 / Part 2

Bild 20. Transkristalliner Schwingbruch mit Bahnen, Schwing-


streifen und Nebenrissen, siehe Bild T18 in Tabelle 5
Werkstoff: Ck 45 N
Figure 20. Transcrystalline fatigue fracture with paths, fatigue Bild 22. Spröder Schwingbruch mit Bahnen, Schwingstreifen
striations and secondary cracking, see Figure T18 in Table 5 und Nebenrissen, siehe Bild T20 in Tabelle 5
Material: Ck 45 N Werkstoff: Ti-Gusslegierung
Figure 22. Brittle fatigue fracture with paths, fatigue striations
and secondary cracking, see Figure T20 in Table 5
Material: Ti cast alloy

Bild 21. Schwingbruch mit sprödem Restgewaltbruch


Werkstoff: GK-Al Si 12 CuNi
Figure 21. Fatigue fracture with brittle residual forced fracture
Material: GK-Al Si 12 CuNi

Schrifttum / Bibliography VDI 3822 Blatt 3:20075-03 Schadensanalyse; Schäden durch Kor-
rosion in Elektrolyten (Failure analysis; Failures caused by corro-
SEP 1100 Teil 1:1992-09 Begriffe im Zusammenhang mit Rissen
sion in electrolytes). Berlin: Beuth Verlag
und Brüchen; Teil 1: Erscheinungsformen. Düsseldorf: Stahlinsti-
tut VDEh VDI 3822 Blatt 4:1999-06 Schadensanalyse; Schäden durch ther-
mische Beanspruchungen (Failure analysis; Failures caused by
VDI 1000:2006-10 Richtlinienarbeit; Grundsätze und Anleitungen
thermal loading). Berlin: Beuth Verlag
(Establishing guidelines; Principles and procedures). Berlin: Beuth
Verlag VDI 3822 Blatt 5:1999-01 Schadensanalyse; Schäden durch tribo-
logische Beanspruchungen (Failure-analysis; Failures caused by
VDI 3822 Blatt 1:2004-03 Schadensanalyse; Grundlagen, Be-
tribology working conditions). Berlin: Beuth Verlag
griffe, Definitionen; Ablauf einer Schadensanalyse (Failure analy-
sis; Fundamentals, terms, defintions; Procedure of failer analyses).
Berlin: Beuth Verlag