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ICS 13.040.40, 97.

020 VDI-RICHTLINIEN September 2012

VEREIN Emissionsminderung VDI 3464


DEUTSCHER Lagerung von Holzpellets beim Verbraucher
INGENIEURE Anforderungen an das Lager unter Sicherheitsaspekten Entwurf

Emission control – Storage of wood pellets at the Einsprüche bis 2012-12-31


end user – Requirements for the storage room x vorzugsweise in Tabellenform als Datei per E-Mail an
concerning safety aspects krdl@vdi.de
Die Vorlage dieser Tabelle kann abgerufen werden unter
http://www.vdi-richtlinien.de/einsprueche
x in Papierform an
Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN
Fachbereich Umweltschutztechnik
Postfach 10 11 39
40002 Düsseldorf

Inhalt Seite Inhalt Seite


Vorbemerkung ......................................................... 2 8 Sicherheitstechnische Aspekte ..................... 13
Einleitung ................................................................. 2 8.1 Allgemeine sicherheitstechnische
Aspekte zum Lager .................................. 13
1 Anwendungsbereich ......................................... 2 8.2 Zusätzliche sicherheitstechnische
2 Begriffe .............................................................. 2 Aspekte zum Betreiben von
bestimmten Lagern .................................. 14
3 Herstellung von Holzpellets ............................. 3
8.3 Sicherheitstechnische Aspekte zu
3.1 Rohstoffe für die Herstellung von mechanischen Fördersystemen ................ 15
Holzpellets ................................................. 3
3.2 Prozess der Pelletherstellung ..................... 3 9 Emissionsminderungsmaßnahmen .............. 15
9.1 Technische Maßnahmen .......................... 15
4 Anlieferung und Zuführung der Pellets
zum Lager .......................................................... 3 9.2 Organisatorische Maßnahmen ................. 17
4.1 Allgemeines ............................................... 3 10 Richtwerte für den Gesundheitsschutz ........ 17
4.2 Zwischenlagerung und 10.1 Allgemeine Hinweise über die
Verkaufseinheiten von Holzpellets ............ 4 Wirkung/Toxizität von CO ...................... 17
4.3 Vorlieferkette Holzpellets .......................... 4 10.2 Empfehlungen für den Aufenthalt im
4.4 Anlieferkette Holzpellets zum Lagerraum (Richtwerte für zulässige
Verbraucher ............................................... 4 CO-Konzentrationen im Lagerraum) ....... 18
5 Lagermöglichkeiten für Pellets beim 10.3 Mobile Überwachung von CO ................. 18
Verbraucher ....................................................... 6 11 Hinweise zum Explosionsschutz................... 19
6 Zuführung der Pellets zur Brennkammer........ 9 12 Hinweise zum Schallschutz ........................... 19
6.1 Allgemeines ............................................... 9 Anhang Ausführungsbeispiele geeigneter
6.2 Entnahmesysteme .................................... 10 Warnhinweisschildern gemäß
6.3 Rückbrandsicherungen ............................. 11 Abschnitt 9.2 ......................................... 20
7 Einflussfaktoren auf die Schrifttum .............................................................. 22
Emissionsentwicklung im Pelletlager ........... 11
7.1 Pelletrohstoff und
Herstellungsverfahren .............................. 11
7.2 Anlieferung und Zuführung zum
Pelletlager ................................................ 12
7.3 Pelletlagerung .......................................... 13
7.4 Feuerung .................................................. 13

Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN – Normenausschuss KRdL


Fachbereich Umweltschutztechnik

VDI/DIN-Handbuch Reinhaltung der Luft, Band 3: Emissionsminderung II


–2– VDI 3464 Entwurf

Vorbemerkung 1 Anwendungsbereich
Der Inhalt dieser Richtlinie ist entstanden unter Diese Richtlinie legt Anforderungen an Ausfüh-
Beachtung der Vorgaben und Empfehlungen der rung und Ausstattung von Pelletlagern bis zu ei-
Richtlinie VDI 1000. nem Fassungsvermögen von ca. 100 t sowie an die
Alle Rechte, insbesondere die des Nachdrucks, der Anlieferung der Pellets fest. Diese Anforderungen
Fotokopie, der elektronischen Verwendung und der dienen zur Vermeidung bzw. Minderung möglicher
Übersetzung, jeweils auszugsweise oder vollstän- Emissionen oder Gefahren im Pelletlager. Sie ba-
dig, sind vorbehalten. sieren auf der ausschließlichen Verwendung von
Pellets gemäß DIN EN 14961-21).
Die Nutzung dieser VDI-Richtlinie ist unter Wah-
rung des Urheberrechts und unter Beachtung der Durch die Sicherstellung der Pelletqualität entspre-
Lizenzbedingungen (www.vdi-richtlinien.de), die chend DIN EN 14961-2 und DIN EN 15234-2 gilt
in den VDI-Merkblättern geregelt sind, möglich. bei der Lagerung von Holzpellets, dass mit keinem
explosionsgefährdeten Bereich zu rechnen ist (sie-
An der Erarbeitung dieser VDI-Richtlinie waren
he [1]).
beteiligt:
Die Richtlinie richtet sich an all jene Personen, die
Anja Behnke, Dessau-Roßlau
ein Pelletlager oder eine Pelletheizung errichten
Hans Martin Behr, Olsberg und/oder betreiben bzw. überwachen.
Waltraud Emhofer, AU-Wieselburg
Volker Geisler, Meitingen 2 Begriffe
Bernd-M. Kemper, Karlsruhe In der vorliegenden Richtlinie werden die nachfol-
gend aufgeführten Begriffe verwendet:
Redelf Kraft, Göttingen
Martin Lienhard, Donaueschingen Befüllleitung
Fest installierte Verbindungsleitung, die den Be-
Peter Plegnière, Düsseldorf
füllstutzen mit dem Lagerraum oder Lagerbehälter
Helmut Schellinger, Weingarten verbindet, wenn der Befüllstutzen nicht direkt am
Kerstin Wahlers, Recklinghausen Lagerbehälter oder Lagerraum angebracht ist.
Hans Peter Zacharias, Köln Befüll- und Absaugstutzen
Allen, die ehrenamtlich an der Erarbeitung dieser A-Festkupplung PN 16 (System gemäß DIN 14323)
VDI-Richtlinie mitgewirkt haben, sei gedankt. aus Aluminiumlegierung oder Stahl mit Dichtring
für Druck- und Saugbetrieb, die zur Befüllung des
Einleitung Pelletlagers (Lagerraum oder Lagerbehälter) dient.
Holzpellets werden sowohl im Kraftwerksbereich Fassungsvermögen
wie auch im privaten und gewerblich/kommunalen Effektiv einfüllbare und automatisch austragbare
Bereich als Brennstoff zur Wärmeerzeugung ein- Menge an Pellets in t.
gesetzt. Holzpellets erfordern einen sachgerechten
Umgang bei der Produktion, dem Transport und Lagerbehälter
der Lagerung. Es können, ausgelöst durch den Allseits geschlossener Behälter, der unabhängig
Produktionsprozess und die Rohstoffe der Pellets, von baulichen Gegebenheiten aufgestellt wird.
gesundheitsgefährdende Emissionen im Lager Anmerkung: Dies können Behälter aus luftundurchlässigen
oder luftdurchlässigen Materialien, z. B. Metall, Beton, Kunst-
freigesetzt werden. Darüber hinaus kann es durch stoff, Holz oder Textilgewebe sein.
Druckdifferenzen zwischen Heizraum und Lager-
raum zu Rückströmungen von Rauchgasen in hu- Lagerraum
mantoxischen Konzentrationen aus dem Feue- Baukörper, der für die Lagerung der Pellets vorge-
rungsraum der installierten Heizanlage in den La- sehen ist.
gerraum kommen. Die Richtlinie beschreibt die Anmerkung: Der Lagerraum kann Pellets direkt aufnehmen
Mechanismen, die für Emissionen verantwortlich oder dem Lagerbehälter als Aufstellraum dienen. Zu unter-
scheiden ist der Lagerraum für abgepackte Pellets
sind und wie Pellets sicher angeliefert und gelagert (Sackware/Big-Bags) und für lose eingeblasene Pellets. Bei
werden sollten. automatischer Zuförderung zum Heizkessel sind im Lager-
raum Befüll- und Austragseinrichtungen installiert.

—————
1)
Die Norm DIN EN 14961-2 ersetzt die DIN 51731.
Entwurf VDI 3464 –3–

Nutzvolumen 3.2 Prozess der Pelletherstellung


Effektiv zu nutzendes Volumen für den automati- Die Pelletherstellung (nähere Informationen siehe
schen Austrag der Pellets (Nettovolumen). [2]) in industriellem Maßstab verwendet überwie-
Schlauch (Befüllschlauch) gend Holzspäne, die als Sägenebenprodukte (In-
Temporäre Verbindung zwischen Pellet-Silolast- dustrierestholz) anfallen oder direkt aus Rundholz
kraftwagen und dem Befüll- und Absaugschlauch- hergestellt werden. Die Holzspäne werden zuerst
stutzen des Lagerraums während des Befüllvor- durch eine indirekt oder direkt beheizte Trock-
gangs bzw. Verbindung zwischen dem Absaugge- nungsanlage (Bandtrockner, Trommeltrockner) bis
bläse und dem Absaugstutzen des Lagerraums. zu einem Wassergehalt von 10 % bis 13 % Mas-
senanteil getrocknet. Anschließend werden die
Verschlussdeckel Späne in einer Hammermühle gemahlen. Während
Deckel aus Metall oder Kunststoff, der den Befüll- der Mahlung in der Hammermühle steigt die Tem-
oder Absaugstutzen verschließt. peratur leicht an, wodurch die Späne weitere 1 %
Anmerkung: Diese Deckel können über eine Lüftungsöff- bis 2 % Massenanteil an Wassergehalt verlieren.
nung verfügen. Sie müssen formschlüssig mit dem Fallweise erfolgt der Mahlvorgang auch vor der
Befüllstutzen verbunden sein und dürfen nur mit Werkzeug
geöffnet werden können. Trocknung der Späne. Anschließend werden die
Späne mit Wasser oder Wasserdampf auf einen
3 Herstellung von Holzpellets Wassergehalt von 10 % bis 13 % Massenanteil
befeuchtet, ehe sie zu Holzpellets gepresst werden.
3.1 Rohstoffe für die Herstellung von Die Befeuchtung der Späne dient hauptsächlich der
Holzpellets
Plastifizierung des Lignins und der Kohlenhydrate.
Für die Herstellung von Holzpellets werden in Das Lignin dient als Bindemittel bei der Herstel-
Deutschland hauptsächlich die Nadelhölzer Fichte lung von Pellets. Zur Erhöhung des Bindevermö-
und Kiefer, fallweise auch Lärche oder Douglasie, gens der Späne wird fallweise z. B. native oder
eingesetzt. Die Herstellung von Holzpellets aus modifizierte Stärke hinzugegeben. Der Einsatz von
Laubhölzern, wie Buche und Birke, oder auch Additiven ist jedoch auf 2 % Massenanteil be-
schnell wachsenden Holzarten im Kurzumtrieb grenzt. Die Temperatur bei der Pelletherstellung
(z. B. Pappel, Weide und Robinie), ist im Prinzip schwankt zwischen 90 °C bis 120 °C. Diese Tem-
auch möglich. Der hohe Rindenanteil (bis zu 25 % peratur reicht aus, um die Additive (z. B. Stärke)
Massenanteil) im Kurzumtrieb (fünf bis sieben zu verkleistern. Nach dem Pressvorgang werden
Jahre) ist wegen des hohen Aschegehalts der Rinde die Holzpellets durch entsprechende Kühlaggrega-
für Pellets, die in kleinen Heizanlagen genutzt te abgekühlt und gelangen in der Regel anschlie-
werden sollen, problematisch. Die harmonisierte ßend vor ihrer Auslieferung in ein Lager.
Norm DIN EN 14961-2 begrenzt den Aschegehalt
Die Lagerkapazitäten für Pellets an den Produkti-
der Pellets für die unterschiedlichen Qualitäten
onsstandorten machen bis zu 5 % der jährlichen
(A1, A2, B).
Produktionsleistung aus; sie werden im Sommer
Die Pelletherstellung erfolgt entweder in der Säge- aufgebaut und im Winter geleert.
industrie in integrierten Betrieben oder örtlich un-
abhängig von der Rohstoffquelle. 4 Anlieferung und Zuführung der Pellets
Bei der Pelletherstellung in Sägewerken oder zum Lager
holzbe- und verarbeitenden Betrieben ist der Roh- 4.1 Allgemeines
stoff bekannt und steht in stets gleicher Qualität
Die physikalischen und chemischen Eigenschaften
und Zusammensetzung zur Verfügung. Eine
sowie Wassergehalt und Heizwert des Produkts
Trocknung der Späne muss nur in den Fällen statt-
„Holzpellet“ sind in DIN EN 14961-2 festgelegt.
finden, in denen der Wassergehalt des Spanmateri-
Durch das Zertifikat ENplus wird die Norm umge-
als mehr als 12 % Massenanteil beträgt.
setzt. Diese Zertifizierung geht über die reine Pro-
Pelletherstellungsbetriebe, die über den Handel duktnorm hinaus und bezieht auch die gesamte
Späne oder Rundholz aus einer Vielzahl von Quel- Lieferkette mit ein. Hintergrund dieser Maßnahme
len zukaufen, kennen den Ursprung der Späne sind Probleme mit der Förderung der Pellets vom
nicht. Die Baumartenzusammensetzung der Späne Transportfahrzeug in den Lagerraum und dem
kann schwanken. Für die Herstellung von einer dabei entstehenden Feinanteil. Da nur selten stan-
Tonne Holzpellets werden ca. 6 m3 Späne benötigt. dardisierte Lagerräume und Fördersysteme einge-
Eine Lagerhaltung des Rohmaterials über einen setzt werden, sind die daraus resultierenden
längeren Zeitraum ist bei der Pelletproduktion aus Schwierigkeiten vielfältig und sehr individuell.
Platzgründen nur eingeschränkt möglich. Auch für die Austragung der Pellets aus dem La-
–4– VDI 3464 Entwurf

gerraum und die Beschickung des Brennraums


existieren verschiedenste Systeme (z. B. Saug- und
Schneckensysteme), die unterschiedliche Ansprü-
che an die Eigenschaften des Schüttguts haben.
Allen Systemen ist jedoch das Problem von Emis-
sionen, einer unbeabsichtigten Zerkleinerung und
nachfolgenden Entmischung unterschiedlicher
Partikelgrößen der Pellets gemeinsam.
4.2 Zwischenlagerung und Verkaufseinheiten
von Holzpellets
Pellets können nach dem Herstellungsprozess an Bild 1. Vorlieferkette für Holzpellets
den Standorten der Pelletproduktion zwischengela- 4.4 Anlieferkette Holzpellets zum
gert werden. Die Produktion erfolgt nicht synchron Verbraucher
mit dem Absatz der Pellets.
Pellets für die Auslieferung zum Verbraucher wer-
Die Lagerstätten sind in erster Linie aus folgenden den entweder direkt an der Produktionsstätte oder
Gründen zweckmäßig: bei Auslieferlagern geladen, sofern diese über die
x Absicherung der Mengen für den Winter mit notwendige Siebtechnik verfügen. Der Feinanteil
Reservelagern (< 3,15 mm) darf bei der Verladung in das Auslie-
x Auslieferlager, um die Spezialfahrzeuge für die ferfahrzeug maximal 1 % Massenteil betragen.
Auslieferung kundennah besser auslasten zu Die Beladung muss trocken erfolgen.
können. Bild 2 veranschaulicht die Anlieferkette zum
Pellets werden in den folgenden Gebindeformen Verbraucher.
transportiert:
x lose als Schüttgut
x in „Big-Bags“ mit einem jeweiligen Fassungs-
vermögen von 1 t bis zu 10 t
x Sackware mit einem Fassungsvermögen von je
8 kg bis 20 kg
Die folgenden Ausführungen beschränken sich auf
die Logistik von losen Pellets. Abgepackte Ware
ist im Regelfall keiner Qualitätsbeeinträchtigung
auf dem Transportweg ausgesetzt.
4.3 Vorlieferkette Holzpellets
Der Transport der Pellets als Schüttgut vom Lager Bild 2. Anlieferkette zum Verbraucher
an der Produktionsstätte zum Winter- oder Auslie-
ferlager erfolgt mit herkömmlichen Schüttgutfahr- Pellets werden in der Regel eingeblasen und nicht
zeugen, wie sie beispielsweise im Getreidebereich geschüttet. Die Anlieferung als Schüttgut setzt vor
eingesetzt werden. Verunreinigungen von der Vor- Ort eine installierte Fördertechnik zur Befüllung
fracht der Fahrzeuge sind mit geeigneten Kontrol- des Lagerraums voraus.
len auszuschließen. Die Lieferung mit dem Einblasen der Pellets er-
Während der Verladung, des Transports und des folgt durch Silofahrzeuge. Sofern keine Komplett-
Abladevorgangs sind die Pellets vor Nässe zu ladungen abgenommen werden, umfasst die tech-
schützen. nische Ausstattung des Fahrzeugs im Wesentlichen
Einflüsse auf Qualität und Emissionen von Holz- ein Wiegesystem, abriebarme Schläuche und ein
pellets sind u. a.: Absauggebläse.
Der Transport der Pellets im Schlauch erfolgt mit
x Feuchtigkeit (direkt oder indirekt durch Kon-
verdichteter Luft.
densation)
Der Einblasvorgang mit einem Silofahrzeug läuft
x Temperatur der Pellets
in der Regel folgendermaßen ab (siehe Bild 3):
x Verunreinigungen durch den Transport 1) Der Kompressor am Fahrzeug wird über den
Bild 1 veranschaulicht die Vorlieferkette für Holz- Nebenantrieb des Fahrzeugmotors angetrieben.
pellets.
Entwurf VDI 3464 –5–

Bild 3. Funktionsweise des Einblasvorgangs mit einem Silofahrzeug


2) Die erzeugte und verdichtete Luftmenge wird x Verunreinigungen durch die Lagerung und den
aufgeteilt. Transport
3) Ein Teil der Luft wird in die Silokammer des Es müssen geeignete technische Einrichtungen
Fahrzeugs geleitet und drückt die Pellets in die zur Lagerung und/oder zum Transport von Pel-
Befüllleitung. Der Druck in der Silokammer des lets vorhanden sein. Funktion und Zustand
Kessels ist am Manometer ablesbar. müssen regelmäßig überprüft werden.
4) Der andere Teil der verdichteten Luft wird als Manipulationsflächen, Silos, Fördereinrichtun-
Treibluft in die mit Pellets gefüllte Leitung ge- gen und Transportfahrzeuge müssen regelmäßig
geben. auf Verschmutzungen kontrolliert und gegebe-
Unter der Voraussetzung, dass der Kompressor/das nenfalls gereinigt werden.
Gebläse mit einer konstanten Drehzahl angetrieben x technische Ausstattung der Auslieferfahrzeuge
wird, kann mit dem Treibluftanteil und der in die Silofahrzeuge für Teillieferungen zum Privat-
Leitung einströmenden Pellets der Druck auf dem kunden müssen mit einem geeichten On-Board-
Kessel geregelt werden. Wiegesystem ausgestattet und das Transport-
Je nach örtlichen Verhältnissen ist ein angemesse- fahrzeug muss mit einem abriebarmen Austra-
nes Druck-Treibluft-Verhältnis zu wählen. gungssystem versehen sein – das heißt, der
Je länger der Einblasweg und je mehr Krümmun- Schlauch soll beschichtet sein, um Reibung zu
gen, desto mehr Abrieb entsteht. reduzieren, und der Anschluss zwischen den
Das Pelletlager beim Verbraucher ist ein geschlos- Schläuchen soll keine scharfen Kanten enthal-
sener Raum, in dem sich beim Einblasen der Pel- ten, die gegen die Richtung des Pelletflusses
lets ein Druck aufbauen würde (Ausnahme Gewe- zeigen. Silofahrzeuge müssen über eine Vor-
besilos); deshalb wird parallel zum Einblasvorgang richtung zum Absaugen der Einblasluft verfü-
die Förderluft mit einem externen Gebläse abge- gen.
saugt. Das Fördervolumen des Absauggebläses x Feinanteil
sollte größer sein als die Luftmenge des Kompres- Wenn vom Lager Pellets an den Verbraucher
sors am Fahrzeug, sodass ein leichter Unterdruck ausgeliefert werden sollen, muss dieses über ei-
im Lagerraum entsteht. Dies verhindert, dass im ne Sieb-/Reinigungsanlage zur Abscheidung
Lagerraum in der Luft schwebende Feinanteile in des Feinanteils vor der Befüllung des Trans-
benachbarte Räume gedrückt werden können. portfahrzeugs verfügen. Nach der Absiebung
Folgende Parameter haben einen Einfluss auf die darf der Feinanteil maximal 1 % Massenanteil
Qualität der Holzpellets: betragen. Umladungen von Fahrzeugen oder
x Feuchtigkeit Fahrzeugteilen ohne erneute Abscheidung des
Feinanteils erhöhen den Feinanteil.
Es darf nicht zu Wasseraufnahme der Pellets
durch Kontakt mit Regen oder Schnee kommen.
Kondensatbildung ist möglichst auszuschließen.
–6– VDI 3464 Entwurf

x Maßgeblich für die Menge an Feinanteil im Lagervariante 3


Lagerraum sind neben der Festigkeit der Pellets Lager mit Holz-Schrägboden in Kellerraum
und der Lagerraumgestaltung: Merkmal: E
 Druck- und Treibluft während des Einblas- x Aufstellung im Keller, frei zugänglich
vorgangs Merkmale: H, O
 Schlauch- bzw. Leitungslänge x Austragung über Saugentnahme und Förder-
 Schlauch- bzw. Leitungskrümmungen schnecke Merkmale: P, M
Nachfolgend werden für die einzelnen Merkmale
5 Lagermöglichkeiten für Pellets beim Spezifika beschrieben. Unabhängig davon sind
Verbraucher folgende allgemeine Spezifikationen (Merkmal A)
Die Pelletlagermöglichkeiten lassen sich grob nach für alle Anlagenarten zu berücksichtigen.
vier Kriterien unterscheiden: Merkmal A (allgemeine Anforderungen)
x Standort Planung
x Einbausituation x Schnittstellen
x Herstellung Häufige Schnittstellen mit Erfordernis einer
exakten Definition der Leistungsbereiche unter-
x Pelletfördersystem
schiedlicher Komponenten und Lieferanten er-
Diese Unterscheidungskriterien können wiederum geben sich besonders bei:
jeweils zwei Merkmalsausprägungen annehmen,
wie in Tabelle 1 dargestellt ist.  Austragung (Schlauch-, oder Schneckenfüh-
rung)
Grundsätzlich sind alle Kombinationen der Merk-
malsausprägungen möglich. Die Merkmale kom-  Steuerung (erforderliche bzw. mögliche
men mit Ausnahme von „P“ und „M“ für das glei- Schaltimpulse)
che Kriterium nicht in Kombination vor. Darüber  Stromversorgung (gegebenenfalls über die
hinaus gelten allgemeine Anforderungen (A). Kesselanlage)
Typische Ausführungsbeispiele sind:  Leerrohre (gegebenenfalls erdverlegt)
Lagervariante 1 x Entfernung Lkw – Lager
Gewebesilo mit Gestellrahmen aus Metall oder Holz Die maximale Einblasdistanz beträgt 30 m, da-
Merkmal: S rüber hinausgehende Einblasentfernungen füh-
x Aufstellung im Keller, frei zugänglich ren zu einem erheblichen Feinanteil. Die Zu-
Merkmale: H, O gangsmöglichkeit zum Lager muss eine wie-
derholte und häufige Befüllung (mindestens
x Austragung von unten über Förderschnecke
einmal jährlich) ermöglichen.
Merkmal: M
x Leitungsverlegung vom Lager zum Kessel
Lagervariante 2
Für die Transportleitungen (Austragung) sind
Zylindrischer Fertigteil-Stahlbetonbehälter sowohl hinsichtlich der Schnecken- wie der
Merkmal: S Saugtrassen die Vorgaben der Hersteller zu be-
x Einbau im Garten, unterirdisch rücksichtigen. Erforderliche Restriktionen für
Merkmale: G, U die Abstände zwischen Lager und Kessel sind
x Austragung von oben über Saugsystem zu beachten. Bei pneumatischem Transport sind
Merkmal: P Förderhöhen von über 5 m und Entfernungen
von mehr als 20 m zu vermeiden. Jeder Bogen

Tabelle 1. Varianten der Pelletlagerung


Unterscheidungskriterium Merkmalausprägung
Standort Haus (Keller, Dachboden usw.) H Außenlage (Hof, Garten usw.) G
Einbausituation Erdvergraben (unterirdisch) U oberirdisch (frei aufgestellt) O
Herstellung Serienfertigung (industriell) S Einzelfertigung (handwerklich) E
Pelletförderung pneumatisch P mechanisch M
Entwurf VDI 3464 –7–

in Querschnitt und Draufsicht erhöht die För- Befüllstutzen sowie, mit Ausnahme von einigen
derwiderstände und reduziert die herstellerseitig Gewebesilos, einem Absaugstutzen voraus.
angegebenen Maximalwerte teilweise erheblich.
Befüllstutzen
x Nutzvolumen
x Querschnitt (100 mm) gemäß A-Druck-Saug-
Für den Ansatz des Nutzvolumens muss gegen-
kupplung 16 (DIN 14323)
über dem Bruttovolumen des Speicherraums ei-
ne Minderung berücksichtigt werden. Diese x Im öffentlich zugänglichen Bereich mit Deckel
ergibt sich aus dem Schüttwinkel der Pellets (zum Teil belüftet) und Schloss; hinsichtlich er-
von ca. 45° und aus Schrägböden, die bei be- forderlicher Belüftungsquerschnitte in den De-
stimmten Entnahmetechniken erforderlich sind. ckeln wird auf Abschnitt 9.1 verwiesen.
Das Nutzvolumen liegt in der Größenordnung x torsionsfest, um Aufschrauben des Deckels und
von 60 % bis 90 % des Bruttovolumens. Als Befestigung der Befüllleitung zu ermöglichen
Umrechnungsfaktor vom Nutzvolumen auf das x Befüll- und Absaugstutzen dürfen sich maximal
Fassungsvermögen in t kann ein Schüttgewicht in 2 m Höhe über einer Standfläche befinden.
von 0,65 t/m3 bis 0,7 t/m3 angesetzt werden.
x Die Befüll- und Absaugstutzen sollten bevor-
x Lagergröße zugt ins Freie geführt sein. In jedem Fall muss
Die vorgesehene Kesselleistung muss im Ver- für das Ankoppeln der Befüllschläuche eine
hältnis zum vorhandenen Nutzvolumen stehen, ausreichende Bewegungsfreiheit vorgesehen
um eine zu häufige Befüllung (im Abstand von werden.
nur wenigen Wochen) zu vermeiden.
Die Kesselleistung korrespondiert in der Regel x Fest installierte Befüllleitungen sollten mög-
mit dem Nutzvolumen der Speicher. Anhand lichst kurz (nicht länger als 20 m) sein und
des Diagramms (Bild 4) wird beispielhaft die möglichst wenige Richtungsänderungen auf-
Abhängigkeit des Nutzvolumens von der Kes- weisen. Die fest installierte Absaugleitung für
selleistung dargestellt. das Gebläse des Silofahrzeugs sollte maximal
10 m betragen.
Lagerzugänglichkeit
x Die Stutzen sind über Potenzialausgleich zu
Die Zugänglichkeit zum Lagerraum (auch in den erden.
Lagerbehälter) muss derart sichergestellt sein, dass
notwendige Wartungs- und Reinigungsarbeiten Stromanschluss
durchgeführt werden können. Während der Befüllung erfolgt über den Absaug-
stutzen eine „aktive“ Absaugung mittels Gebläse
Befüllung
(Ausnahme einige Gewebesilotypen; siehe Ein-
Die Befüllung des Lagers erfolgt unabhängig vom blasanleitung). Hierfür ist eine Stromversorgung
Austragsystem in der Regel pneumatisch. Dies vorzusehen.
setzt die Anordnung von mindestens einem

Bild 4. Nutzvolumen in m3 bzw. Fassungsvermögen in t des Pelletlagers in Abhängigkeit von der Nennleis-
tung der Heizanlage in kW
–8– VDI 3464 Entwurf

Produktdokumentation Der untere Bereich der Schüttung wird zuletzt


Herstellerseitig sind Unterlagen beizufügen, die ausgetragen. Damit kommt es zu einer Konzentra-
Informationen zu folgenden Punkten enthalten: tion des Feinanteils im unteren Bereich. Die Her-
steller der Kessel- und Austragsysteme haben An-
x Lagerbeschreibung
gaben darüber zu machen, in welchen Intervallen
x Wartung, Bedienung, Reinigungsintervall und der Lagerraum vollständig zu entleeren und zu
Begehung reinigen ist, und wie mit etwaigen Ansammlungen
x Einblasanleitung von Feinanteilen zu verfahren ist.
x Warnhinweise zur Gefahrenabwehr (Stichwort: Über die genannten allgemeinen Anforderungen
Kohlenmonoxid) hinaus sind folgende Punkte besonders zu berück-
sichtigen:
Feuchteschutz
Merkmal H (Lagerung im Haus)
Pellets sind hygroskopisch. Sie müssen ganzjährig
vor Feuchtigkeit geschützt werden. Bei Wasserzu- Feinanteil
tritt entsteht eine Volumenvergrößerung, die die Vermeidung von Staubeinwirkung auf umliegende
Pellets unbrauchbar macht und zur Zerstörung des Räume durch eine staubdichte Bauweise, insbe-
Pelletlagers führen kann. Eine hohe relative Luft- sondere an Wartungsöffnungen, Sichtfenstern,
feuchtigkeit ist unschädlich. Ein kontinuierlicher Türen und Einstiegsluken; Verwendung von Ab-
Feuchteeintrag über den Luftaustausch beim sauggebläsen (Erzeugung eines Unterdrucks) und
Befüllvorgang hinaus (z. B. Diffusion) ist zu ver- güteüberwachten Holzpellets
meiden.
Schallschutz
Standsicherheit Vermeidung von Körperschallübertragung bei der
Die statischen Anforderungen sind zu beachten, Anordnung von Gestellen, Schrägböden und Aus-
insbesondere: trageinrichtungen
x Lasten aus Behälterfüllung Merkmal G (Lagerung in Außenlage)
(spezifisches Gewicht, Überdruck, Situation
während des Befüllens) Leerrohrführung
x Erddruck Die erforderlichen Leerrohre sind hinsichtlich Sta-
tik, Dichtigkeit und Durchmesser auf die Belange
x Grundwasser/Auftrieb der Austragung (beachte auch eventuell Elektro-
x Verkehrsbelastung/Überfahrung versorgung) auszurichten. Bei Saugschläuchen
x Wind, Schnee sollten Bögen mit Radien > 1 m ausgebildet wer-
den, es sind Bogenstücke mit maximal 15° Ab-
Decken- und Wandgestaltung winklung einzusetzen. Die Leerrohre sind mit Nei-
Decken und Wände sind so zu gestalten, dass es gung zum Keller auszubilden, um Feuchtigkeits-
nicht durch Abrieb oder Ablösen zu einer Verun- eintritt in den Lagerraum im Fall einer Beschädi-
reinigung des Brennstoffs kommt. gung auszuschließen.
Brandschutz Witterungsschutz
Hierzu sind länderspezifische Regelungen (z. B. die Beanspruchungen durch Wind, Schnee, Frost und
jeweilige Feuerschutzverordnung, siehe M-FeuVO) UV-Strahlung müssen aufgenommen werden.
zu beachten.
Kondenswasser
Feinanteil Das Auftreten von Kondenswasser ist zu vermei-
Lagerräume und Befüllleitungen sind derart auszu- den.
führen, dass eine Entstehung von Feinanteilen
Merkmal U (erdvergrabene Lager)
möglichst gering gehalten wird.
Wasserdichtigkeit
Entmischung von Pellets und Feinanteil
Zur Vermeidung von Wassereintritt sind wasser-
Der Feinanteil in den Pellets entmischt sich und
dichte Abdeckungen zu verwenden. Die Abde-
konzentriert sich im unteren Bereich einer Schüt-
ckung sollte nicht in einer Senke angeordnet wer-
tung. Das Austragsystem befindet sich in der Regel
den.
unter der Schüttung. Als Erstes werden die Pellets
direkt über der Austragung entnommen. Die Pel-
lets rieseln wie bei einer Sanduhr von oben nach.
Entwurf VDI 3464 –9–

Zugänglichkeit Merkmal P (pneumatische Förderung)


Die Zugänglichkeit des Pelletspeichers muss ohne (siehe auch Abschnitt 6.2.1)
Demontage von Einbauteilen möglich sein. War- Randbedingungen
tungsöffnungen dürfen Standsicherheit und Was-
serdichtigkeit nicht beeinträchtigen. Die Anlagen Die Schnittstelle zwischen Sauggebläse/Turbine
sind vor unbefugtem Betreten zu schützen. (in der Regel Teil des Kessels) und Austragsystem
(in der Regel Teil des Speichers) muss insbesonde-
Merkmal O (oberirdische Lager) re hinsichtlich der Ansteuerung vorab exakt defi-
Befüllung niert werden. Die jeweiligen Systemgrenzen (Un-
terdruck, Förderstrom, Höhenunterschiede und
Erforderliche Befüllleitungen müssen zugänglich
Abstände) sind abzugleichen.
und korrosionsfrei ausgebildet und verankert wer-
den. Schlaucherdung
Kondenswasser Zur Vermeidung von elektrostatischer Aufladung
müssen die Saugschläuche geerdet sein.
In oberirdischen Anlagen ist mit großen kurzzeiti-
gen Temperaturschwankungen zu rechnen. Das Dichtigkeit
wiederholte Erwärmen und Abkühlen der Pellets Undichtigkeiten im Saugsystem können durch
kann zu konzentrierter Kondenswasserbildung Aufnahme von „Falschluft“ in der Kreislauffüh-
führen, gegebenenfalls ist eine Außendämmung rung zu Betriebsausfällen oder Verminderung der
vorzusehen. Saugleistung führen.
Merkmal S (Serienfertigung) Merkmal M (mechanische Förderung)
Leistungsgrenzen, Austragsystem Randbedingungen
Herstellerseitig sind exakte Definitionen der Rand- Die Schnittstelle zwischen den Komponenten als
bedingungen (äußere Beanspruchung, Leistungsbe- Teil des Kessels und den Komponenten als Teil
reiche, Betriebsführung) zu definieren. des Austragsystems im Speicher muss insbesonde-
Merkmal E (Einzelfertigung) re hinsichtlich der Ansteuerung vorab exakt defi-
niert werden. Die jeweiligen Systemgrenzen und
Ausstattung Abmessungen (Höhenunterschiede zwischen Spei-
Die Ausstattung der Speicher mit Beleuchtung, cher- und Heizraumsohle und Abstände) sind ab-
Befüllung, Prallschutz usw. ist sorgfältig zu planen zugleichen.
und den Gewerken zuzuordnen. Restriktionen aus
Auflagen des Arbeits-, Brand- oder Explosions- Austragseinrichtung
schutzes sind unbedingt einzuhalten. Konzeption (siehe Abschnitt 6.2.2)
und Ausführung sollten gemäß den DEPV-
Empfehlungen zur Lagerung von Holzpellets [16] 6 Zuführung der Pellets zur
bzw. der ÖNORM M 7137 erfolgen. Brennkammer
Gewährleistungsabgrenzung/System- 6.1 Allgemeines
verantwortung Im Allgemeinen wird der Brennstoff mittels Do-
Die einzelnen Gewerke (Rohbau, Ausstattung, sierschnecke der Verbrennungszone zugeführt,
Elektro, Austragsystem) sind eindeutig voneinan- dabei wird der Brennstoff mit Förderschnecken
der abzugrenzen; insbesondere die Definition der direkt dem Pelletlagerraum oder einem zwischen-
gewerkespezifischen Nebenleistungen gemäß geschalteten Vorratsbehälter entnommen. Die tech-
VOB/C ist zu berücksichtigen. nischen Lösungen zur Vermeidung eines Rück-
brands werden in Abschnitt 6.3 beschrieben.
Qualitätsmanagement
Unterschieden werden folgende Verbrennungssys-
Teilleistungen sind separat abzunehmen. Es ist teme:
darauf zu achten, dass eine zusammenfassende
x Fallschachtsysteme
gewerkeübergreifende Schlussabnahme bzw. Inbe-
triebnahme erfolgt, die in der Regie des Heizungs- x Unterschubfeuerungen
installateurs liegt. x Quereinschubfeuerungen
x Walzenrost
x Stufenrost
– 10 – VDI 3464 Entwurf

Im folgenden Abschnitt werden die am Markt gän- die Pellets bis zum Auslass. Der Auslass kann in
gigen Raumaustragsysteme für Pelletkessel darge- ein weiteres Fördersystem wie in Abschnitt 6.2.1
stellt. Darüber hinaus werden Rückbrandsicherun- beschrieben oder direkt an der Übergabestelle am
gen beschrieben und auf ihre Eignung der Tren- Kessel münden. Innerhalb des Silos oder Lager-
nung von Heizraum und Lagerraum bewertet. raums werden Trogschnecken, außerhalb Rohr-
6.2 Entnahmesysteme
schnecken verwendet.
Als Variante kann die Förderschnecke auch diago-
6.2.1 Pneumatische Fördersysteme
nal aus dem Lagerraum geführt sein und den
Der Heizkessel ist mit einem Vorratsbehälter aus- Brennstoff direkt der Verbrennungszone zuführen.
gestattet, der mit Pellets aus dem Lager befüllt
wird. Der Vorratsbehälter muss ausreichend groß Flexible Lagerraumschnecken
und der Anlagenleistung angemessen sein. Diese Schneckenart (sogenannte seelenlose Schne-
Üblicherweise sind die Vorratsbehälter der Kessel- cke) funktioniert wie die starre Lagerraumschne-
anlagen mit Sensoren bzw. Zeitsteuerungen ausge- cke; die Schnecken können jedoch je nach Bauart
stattet, die die Zustände „leer“ und „voll“ an das in einem gewissen Radius gekrümmt werden.
ebenfalls im Brennerumfeld lokalisierte Austrag- Rührwerk
system (z. B. Sauggebläse) melden. Die Lagerraumaustragung erfolgt mit einem Bo-
Saugsysteme, direkt denrührwerk (Federkern). Eine mit dem Boden-
rührwerk verbundene Schnecke fördert den Brenn-
x Entnahme von unten
stoff weiter zu einem Vorratsbehälter oder direkt
Der Brennstoff wird über eine Zuführleitung zu der Brennkammerzuführungseinrichtung (Sto-
pneumatisch dem Vorratsbehälter am Kessel kerschnecke). Der Antrieb erfolgt z. B. über einen
zugeführt. Im Lagerraum befinden sich Saug- Schneckengetriebemotor auf die Austragschnecke
sonden. Die Pellets fließen zu den und über ein Winkelgetriebe auf das Rührwerk.
Entnahmestellen und werden in den Vorratsbe-
hälter gesaugt. Förderluft und Pellets werden im Schubboden (Schiebeboden)
Zyklon des Vorratsbehälters voneinander ge- Die Lagerraumaustragung erfolgt über einen hyd-
trennt. Zusätzlich kann Feinanteil in der Förder- raulisch angetriebenen sich bewegenden Boden
luft, z. B. über Zyklone, abgeschieden und die bzw. Mitnehmer. Der Schubboden besteht aus
Luft wieder in den Lagerraum zurückgeführt einem Leiterrahmen, an dem Lamellen oder Mit-
werden. nehmer befestigt sind, die mit hydraulischen Zy-
x Entnahme von oben lindern bewegt werden und einen Schneckenkanal
mit Brennstoff befüllen. Die Anordnung des
Eine besondere Ausführung ist ein System bei Schneckenkanals kann am Ende des Lagerraums
dem die Lagerraumaustragung an ein pneumati- aber auch mittig erfolgen.
sches Austragsystem des Kessels angeschlossen
wird. Anders als bei der Entnahme mit Saug- 6.2.3 Fördersysteme ohne Fremdenergie
sonden bewegt sich die Austragseinheit frei im Manuelle Entnahme
Lagerraum. Eine Stromversorgung innerhalb Der Vorratsbehälter am Kessel wird manuell durch
des Lagerraums ist für den Betrieb des Austrag- den Anlagenbetreiber befüllt. Hierzu wird in erster
systems nötig. Linie Sackware verwendet, in einzelnen Fällen
Saugsysteme, indirekt aber auch die lose Ware einem Lagerraum ent-
Ähnlich wie vorher unter „Saugsysteme, direkt“ nommen.
beschrieben, werden die Pellets jedoch nicht direkt Freier Auslauf
aus dem Pelletlagerraum gesaugt, sondern mit Die Lagerraumaustragung wird individuell erstellt
einer Förderschnecke aus dem Lagerraum geför- und erfolgt im freien Zulauf über Schwerkraft. Der
dert und von dort an einer entsprechenden Schnitt- Lagerraum befindet sich oberhalb des Kessels,
stelle (Auslass) abgesaugt. über Zwischenböden fließt das Brennmaterial zu
6.2.2 Mechanische Fördersysteme einem Entnahmetrichter und wird von dort über
Gerade Lagerraumschnecken (starr) Fallleitungen dem Vorratsbehälter des Kessels
zugeführt. Zur Absperrung werden einfache Schie-
Die Lagerraumaustragung erfolgt mittels Förder- ber in die Fallleitung eingebaut.
schnecke. Über schräg angeordnete Zwischenbö-
den fließen die Pellets in einen Förderkanal und
eine darin gelagerte Förderschnecke transportiert
Entwurf VDI 3464 – 11 –

6.3 Rückbrandsicherungen werden. Hierfür werden folgende Mechanismen


Ein Rückbrand zwischen Brennkammer und diskutiert:
dem Pellet-Zwischenbehälter/Vorratsbehälter oder Mikrobieller Abbau von Holz
zum Lagerraum ist zu verhindern. Um dies zu ge-
Inwieweit mikrobielle Aktivitäten am Holz zur
währleisten, gelten die aufgeführten Möglichkeiten
Freisetzung von Kohlenmonoxid (CO) und flüchti-
beispielhaft. Die wirksame Verhinderung eines
gen organischen Kohlenwasserstoffen (VOC) bei
Rückbrandes gilt als gewährleistet, wenn der Kes-
der Lagerung beitragen, wurde vor allem im Zu-
sel und die Rückbrandsicherung nach DIN
sammenhang mit dem Thema der Selbsterwär-
EN 303-5 geprüft sind.
mung und spontanen Entzündung von Holz unter-
Temperaturüberwachung mit sucht (siehe auch [7; 8; 9]). In der Veröffentli-
Löschwassereindüsung chung [8] berichten die Autoren über die Entste-
An der Dosierschnecke sind Temperatursensoren hung von CO2 in frühen Stadien der von Mikroor-
bzw. Schmelz- oder Thermostatventile angebracht, ganismen ausgelösten biologischen Selbsterwär-
die bei Übertemperatur, z. B. infolge eines Strom- mung, wohingegen sie die Bildung von CO einem
ausfalls, die Brennstoffzufuhr in den Brennraum chemischen Oxidationsprozess zu einem späteren
abschalten und einen Rückbrand durch Eindüsung Zeitpunkt bei höheren Temperaturen (> 70 °C)
des Löschwassers verhindern. Rauchgase können zuschreiben. In dieser Studie wurde das Phänomen
die Rückbrandsicherung durchströmen, sofern der der Bildung von CO bei niedrigen Temperaturen
Temperatursensor nicht ausgelöst wird. nicht beobachtet und daher das Auftreten von CO
unmittelbar mit der Gefahr einer spontanen Ent-
Brennstoffschieber/Klappe oder Kugelhahn
zündung des Holzes in Verbindung gebracht.
Brennstoffschieber/Klappen oder Kugelhahn sind
Mikroorganismen haben allerdings nur bei feuch-
für alle drucklosen Brennstofflagerräume als
ten Lagerbedingungen einen relevanten Einfluss
Rückbrandsicherung geeignet. Sie werden bei grö-
auf die Freisetzung von Emissionen aus Holzpel-
ßeren Kesselleistungen beim Zwischenbehälter
lets, da der üblicherweise niedrige Wassergehalt
(mit Niveauregulierung) zwischen Dosier- und
von Holzpellets (ca. 10 % Massenanteil) keinen
Förderschnecke eingesetzt. Zur Sicherheit sind der
guten Nährboden für Mikroorganismen darstellt.
Schieber bzw. Klappe oder Kugelhahn federbelas-
tet ausgeführt, um bei Stromausfall einen Rück- Autooxidation von holzeigenen Fettsäuren
brand zu verhindern. Autooxidation von holzeigenen Fettsäuren ist ein
Zellenradschleusen in der Literatur oftmals erwähnter Mechanismus
für die Freisetzung von CO und VOC bei der La-
Geeignet für Brennstofflagerräume, die Druck-
gerung von Holzpellets. So wird in [10] die Auto-
schwankungen unterliegen. In einem Gehäuse be-
oxidation von holzeigenen Fettsäuren für die Sau-
findet sich ein genau eingepasster Rotor. Jede Ro-
erstoffverarmung und Entstehung von CO, CO2
torzelle nimmt an der Einlassstelle Brennstoff auf,
und VOC in Schiffsladeräumen bei Überseetrans-
und am Auslass fällt der Brennstoff in den Zwi-
porten von Pellets verantwortlich gemacht. Die
schenbehälter, auf die Dosierschnecke oder in den
Studie von Svedberg (siehe [11]) beschäftigt sich
Brennraum (nur bei Fallschachtsystemen). Druck-
mit der Beschreibung der bei der Lagerung von
differenzen zwischen Gehäuse und Rotor können
Holzpellets in Pelletproduktionsstätten freiwerden-
nicht voneinander getrennt werden.
den Emissionen. In dieser Arbeit wird besonderes
7 Einflussfaktoren auf die Augenmerk auf die Messung von CO und Hexanal
Emissionsentwicklung im Pelletlager (C6H12O) gerichtet.
Es konnte festgestellt werden, dass diese Emissio-
7.1 Pelletrohstoff und Herstellungsverfahren
nen auch schon vor der Pelletierung und generell
7.1.1 Emissionen aus Holz bzw. Holzpellets bei der Zersetzung von Holz entstehen.
Aus Holzpellets entweichen eine Reihe an flüchti- 7.1.2 Einflussfaktoren auf die Emissionen
gen, organischen und anorganischen Verbindungen aus Holzpellets
(siehe [3]). Hierzu gehören Volatile Organic In geschlossenen Behältern stellt sich im Gasraum
Compounds (VOC) wie Hexanal, Heptanal und über Holz bzw. Holzpellets im zeitlichen Verlauf
Octanal. Weiterhin sind Holzpellets eine Quelle eine bestimmte Sättigungskonzentration an Koh-
von Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid lenmonoxid und Kohlendioxid ein dies geht mit
(CO2). Untersuchungen (siehe [4; 5; 6]) zeigen, einer Abnahme des Sauerstoffgehalts im Gasraum
dass Emissionen nicht nur aus Holzpellets, sondern (siehe [12]) sowie der Entstehung von VOC einher.
allgemein aus Holz und Holzprodukten abgegeben
– 12 – VDI 3464 Entwurf

Die Kohlenmonoxidemission hängt von folgenden einer deutlichen Zunahme der CO-Emission aus
Faktoren ab: dem Holz.
x Temperatur In den bereits existierenden Pelletproduktionen
Bei Lagerung der Holzpellets in geschlossenen sollten Maßnahmen geprüft werden, inwieweit
Behältern vervielfacht sich die CO-Konzentra- einzelne der folgenden Punkte umgesetzt wer-
tion im Gasraum der Behälter mit steigender den können. Bei neuen Pelletproduktionen sind
Lagertemperatur zwischen 20 °C und 55 °C diese Punkte bei der Planung zu beachten.
[12].  Die Holzspäne sollten vor der Pelletherstel-
x Holzart lung unter optimierten Bedingungen kontrol-
Holz bzw. Holzpellets aus fett- und fettsäurerei- liert gelagert werden. Dies ist besonders bei
che Holzarten wie Kiefernholz (vgl. [13]) geben Pellets aus extraktstoffreichen Holzarten
im Vergleich zu Holz bzw. Holzpellets aus fett- notwendig
und fettsäurearmen Holzarten wie Fichtenholz  Der Anteil frischer extraktstoffreicher Holz-
ein Mehrfaches an CO-Emissionen ab. arten sollte im Rohstoffmix zur Pelletierung
x Lagerung nicht zu hoch sein.
Mit zunehmender Lagerungszeit des Holzes  Nach ihrer Trocknung, aber insbesondere
bzw. der Holzpellets nimmt der Fett- und Fett- nach ihrer Zerkleinerung in der Hammer-
säuregehalt im Holz bzw. in den Holzpellets ab mühle sollten die Holzspäne zwischengela-
(siehe [14]). Im gleichen Zug verringert sich die gert werden.
CO-Emission aus dem Holz bzw. den Holzpel-
 Lagerung der Pellets nach der Herstellung
lets.
für einige Tage vor der Auslieferung.
x Holzfeuchte
Wenn Späne bei der Bearbeitung von bereits
Im Gasraum über nassfeuchtem Holz lässt sich
trockenem Schnittholz in der Pelletierung ein-
im geschlossenen Behälter kein bzw. kaum CO
gesetzt werden, ist von einem geringen Emissi-
nachweisen. Im Zuge der Trocknung des Hol-
onspotenzial auszugehen, da der Abbau der
zes nimmt seine CO-Emission zu [15].
Fettsäuren bereits stattgefunden hat.
x Oberfläche Diese produktionsseitigen Maßnahmen können
Voraussetzung für den oxidativen Abbau von jedoch nicht gewährleisten, dass im Pelletlager
Holzinhaltsstoffen ist deren Zugänglichkeit für keine gesundheitsschädlichen oder belästigen-
Luftsauerstoff. Aus frisch hergestellten, kleinen den Emissionen mehr entstehen können. Des-
Holzpartikeln mit entsprechend großer Oberflä- wegen sind weitere Maßnahmen (siehe Ab-
che sind somit höhere CO-Emissionen zu er- schnitt 9) unumgänglich, um ein sicheres Lager
warten als aus größeren Holzpartikeln mit geal- gewährleisten zu können.
terten Oberflächen.
7.2 Anlieferung und Zuführung zum
x Herstellung von Holzpellets Pelletlager
Zur Herstellung der Holzpellets werden Holz-
späne getrocknet, gemahlen und anschließend 7.2.1 Feinanteil durch mechanische
unter Einwirkung von Druck und Temperatur Beanspruchung
zu Pellets verpresst. Die durch das Verpressen Beim Transport von Holzpellets und speziell auch
herbeigeführte starke Verdichtung der Zell- beim Befüllen von Pelletlagern sind Holzpellets
wandstruktur führt dazu, dass eingeschlossene einer starken mechanischen Belastung ausgesetzt.
Holzinhaltsstoffe wie Fette und Fettsäuren an Dadurch entstehen Feinanteile mit frischen Bruch-
die Oberfläche der Pellets gelangen und somit flächen, an denen reaktive Holzinhaltsstoffe wie
für Luftsauerstoff zugänglich werden. Ferner Fette und Fettsäuren in Kontakt mit Luftsauerstoff
wird das Lignin im Holz, insbesondere aber in kommen können. In der Folge werden Freiset-
den Zellwänden stark plastifiziert (die zungsreaktionen von CO und anderen Emissionen
Plastifizierung des Lignins während des Press- gestartet, und es ist mit erhöhten Emissionswerten
vorgangs ist für den Zusammenhalt der Pellets aus den Pellets zu rechnen.
bedeutend) und wirkt nach dem Abkühlen als Maßgeblich für die Menge an Feinanteil im Lager-
Bindemittel. Thermohydrolytische Prozesse raum sind neben der Festigkeit der Pellets und der
während der Trocknung und im Zuge des Lagerraumgestaltung:
Pressvorgangs sowie mechanisches „Ausquet-
x Druck- und Treibluft während des Einblasvor-
schen“ des Holzes in der Pelletpresse führen zu
gangs
Entwurf VDI 3464 – 13 –

x Schlauch- bzw. Leitungslänge a) während der Befüllung abgeschaltet sind und


x Schlauch- bzw. Leitungskrümmungen bei denen kein Brennstoff mehr in der Feuerung
vorhanden ist,
7.2.2 Temperatur der Holzpellets bei der
b) während der Befüllung nicht abgeschaltet wer-
Anlieferung
den können, weil die Brennstoffmenge im Feu-
Die ausgelieferten Pellets sollten auf Umgebungs- erraum zu groß ist (größere Feuerungen), bzw.
temperatur abgekühlt werden und die Temperatur auch nach der Abschaltung noch Glut im Feuer-
von 40 °C nicht überschreiten (siehe DIN raum vorhanden ist.
EN 15234-2), da mit höheren Temperaturen Emis-
sionen aus Pellets stark zunehmen (siehe Ab- Im Fall a wird der Zeitraum der Befüllung des
schnitt 7.1.2). Lagers mit dem damit verbundenen Unterdruck im
Lager nicht betrachtet, da die Anlage für diesen
Die Ursachen für eine erhöhte Temperatur der Zeitraum außer Betrieb ist. Es kann von einer
Pellets sind u. a.: Druckdifferenz von < 5 Pa im Regelbetrieb ausge-
x Beladung des Fahrzeugs mit frisch produzierten gangen werden.
Pellets, die nicht einige Tage abgelagert wurden Im Fall b ist durch die hohe Saugleistung während
x Beladung des Fahrzeugs mit warmen Pellets des Einblasvorgangs von einer Druckdifferenz von
aus einem Lager, in dem exotherme Reaktionen bis zu 300 Pa und für den Zeitraum, in dem nur das
ablaufen Absauggebläse ohne Einblasstrom in Funktion ist,
x ein langer Einblasweg, der zu hohen Treibluft- von bis zu 1500 Pa zwischen Lagerraum und Auf-
anteilen während des Einblasvorgangs führt, bei stellraum der Kesselanlage auszugehen.
gleichzeitiger hoher Umgebungstemperatur Diese Druckdifferenz ist durch geeignete Maß-
x eine zu hohe Temperatur der verdichteten För- nahmen zwischen dem Lagerraum und der Feue-
derluft beim Ausblasen der Pellets rung wirksam zu trennen, um eine Rücksaugung
aus der Feuerung zu verhindern.
7.3 Pelletlagerung
Mit zunehmender Lagerungszeit der Holzpellets 8 Sicherheitstechnische Aspekte
nimmt der Fett- und Fettsäuregehalt in den Holz- Bei der Anlieferung, Befüllung und Lagerung der
pellets ab. Im gleichen Zug verringert sich die CO- Pellets sind nachstehende Sicherheitsmaßnahmen
Emission aus den Holzpellets. zu beachten.
Die Reaktionen und Emissionen sind abhängig von 8.1 Allgemeine sicherheitstechnische
der Umgebungstemperatur, dem Vorhandensein Aspekte zum Lager
von Sauerstoff als Reaktionspartner und Luftbe-
wegungen im Lager durch Öffnungen mit anderen 8.1.1 Anlieferung der Pellets mit Pellet-
Tankwagen
Druckverhältnissen.
x Fahrzeug entsprechend der Straßenverkehrs-
7.4 Feuerung
ordnung abstellen.
Neben Emissionen aus Holzpellets können auch
x Fahrzeug gegen unbefugtes Bedienen sichern.
Rücksaugungen oder -strömungen des Rauchgases
in den Lagerraum durch Fehlfunktionen der Hei- x Auf und an dem Fahrzeug nicht rauchen und
zungsanlage zum Auftreten von Kohlenmonoxid keine offene Flamme verwenden.
und anderen gesundheitsschädlichen Gasen im x Fahrzeug so abstellen, dass die Abgase ins
Lagerraum führen. Diese Saugungen bzw. Strö- Freie abgeleitet werden.
mungen können bei unterschiedlichen Druckver- x Fahrzeug nur auf geeignetem Untergrund ab-
hältnissen zwischen der Feuerung bzw. dem Auf- stellen.
stellraum der Feuerung und dem Lagerraum auftre-
ten, z. B. durch den Einsatz von raumlufttechni- 8.1.2 Befüllung des Lagers
schen Anlagen, eine Überdrucksituation in der x Für die Absaugung des Staubs aus dem Lager
Feuerung oder durch die Absaugung beim Befüllen nur schutzisolierte Absauggebläse verwenden
des Lageraums. Durch eine geeignete steuerungs- bzw. Gebläse über Schutztransformator betrei-
technische oder konstruktive Auslegung ist sicher- ben.
zustellen, dass über das Raumaustragsystem keine x Ableitfähige Ein- und Ausblasschläuche ver-
Rauchgase in gefährdender Menge in den Lager- wenden (Ableitwiderstand RE < 106 ȍ)
raum gelangen können.
Hinsichtlich der Anliefersituation sind Anlagen zu
unterscheiden, die
– 14 – VDI 3464 Entwurf

x Persönliche Schutzausrüstung Warnweste, 8.2 Zusätzliche sicherheitstechnische


Schutzschuhe (mindestens Kategorie S3) und Aspekte zum Betreiben von bestimmten
Schutzhandschuhe verwenden, eventuell Ge- Lagern
hörschutz tragen. 8.2.1 Lagervariante S-H: Gewebesilo in
x Absichern der Arbeitsstelle geschlossenen Räumen
x Selbstmontage nur nach Montageanleitung des
8.1.3 Betreiben des Lagers
Lagersystemherstellers
x Brandschutz nach den regionalen Bestimmun-
gen (Bauordnung, M-FeuVO) betreiben. x Der Aufstellraum muss mit einer unver-
schließbaren natürlichen Lüftung gemäß den
x brandschutztechnische Trennung der Förderan- Anforderungen in Abschnitt 9.1 bzw. gemäß
lage zum Lagerraum den Angaben des Lagersystemherstellers be-
x Elektrische Betriebsmittel im Lager mit hohem und entlüftet sein.
mechanischen Schutzgrad, mindestens IP 54, x Während der Befüllung darf der Aufstellraum
empfohlen IP 65, einsetzen (siehe auch nicht betreten werden.
DIN EN 60529).
x Silobefüllung nur nach Befüllanleitung des
x Leuchten im Lager mit Zulassung für Zone 22 Lagersystemherstellers durchführen.
ATEX einsetzen.
x Befüllanleitung ist vor Ort an der Befüllein-
x Elektrische Anlage von Heizung und Lager richtung auszuhängen.
über einen Fehlerstromschutzschalter mit einem
Auslösefehlerstrom von 30 mA betreiben. x Das Silogewebe muss antistatisch sein (Ableit-
widerstand RE mindestens ” 106 ȍ).
x Lager mit einer unverschließbaren Lüftung
(natürliche Lüftung) ausrüsten. 8.2.2 Lagervariante U: Lager unterirdisch

x Für hochgelegenen Füllanschluss ist eine ge- x Einbau nur nach Montageanleitung des Lager-
eignete Aufstiegshilfe bereitzuhalten. systemherstellers und nach BGV C 22
x Vor Betreten des Lagers die Pelletheizung und x Der Fertigteilbehälter muss mit einer unver-
Fördereinrichtung abschalten und gegen unbe- schließbaren, natürlichen Lüftung nach außen
fugtes Einschalten sichern (z. B. Reparatur- be- und entlüftet sein.
schalter). x Die Einstiegsöffnung ist gegen unbefugtes Be-
x Zugang des Pelletlagers eine Viertelstunde vor- treten abzusichern.
her öffnen und bei der Begehung des Lagers x Die Einstiegsöffnung muss den technischen
geöffnet lassen. Sicherheitsanforderungen der BGV C 5 ent-
x Füll- und Absaugstutzen elektrisch erden. sprechen, damit gefahrlos ein- und ausgestiegen
werden kann sowie die Rettung von Personen
x Bei Verwendung von Kunststoffschläuchen für möglich ist.
die internen Saugsysteme sind diese ableitfähig
auszuführen. x Der Einstiegsdeckel darf im geöffneten Zustand
nicht unbeabsichtigt zuschlagen.
x Fördereinrichtungen und elektrische Betriebs-
mittel regelmäßig gemäß den Herstellerangaben x Zur Schachtbegehung müssen zwei Personen
vom Pelletstaub befreien. zugegen sein. Eine Person zur Personensiche-
rung, die sich außerhalb des Schachts aufhält.
x Beim Säubern bzw. Begehen des Lagerraums Weiterhin ist ein Dreibock oder eine gleichwer-
Staubmaske und ableitfähige Schutzschuhe tra- tige als Anschlageinrichtung geeignete Einrich-
gen. tung zum Anschlagen des Abseil- und Ret-
x Füllstandskontrollen über verschlossene Sicht- tungshubgeräts vorzuhalten sowie das Abseil-
scheiben (z. B. Rundsichtglas) oder technische und Rettungshubgerät.
Messeinrichtungen durchführen. x Behälterbefüllung nur nach Befüllanleitung des
x Regelmäßige Wartung nach Herstellerangaben Lagersystemherstellers durchführen.
durchführen. x Befüllanleitung vor Ort an der Befülleinrich-
x Betreten der Lagerräume unter strikter Beach- tung aushängen.
tung der Anforderungen in Abschnitt 10
Entwurf VDI 3464 – 15 –

8.2.3 Lagervariante H-E: Lager mit der Feuerung in der jeweils gültigen FeuVO)
Holzschrägboden im Kellerraum münden.
x Einbau nach den Empfehlungen des DEPV zur b) separate Lüftungsöffnung in den Lagerraum
Lagerung von Holzpellets [16] durchführen.  mindestens eine Lüftungsöffnung mit einem
x Der Aufstellraum und der darin befindliche Querschnitt von mindestens 100 cm2 und ei-
Leerraum müssen mit einer unverschließbaren ner lichten Öffnungsfläche von mindestens
natürlichen Lüftung nach außen be- und entlüf- 80 cm2
tet sein.  Lüftungsleitung mit einer Maximallänge von
x Vor den Wartungs- oder Inspektionsarbeiten bei 5m
einem Förderschneckensystem die drehenden  Die Lüftungsöffnungen müssen ins Freie
Teile abdecken, z. B. mit Holzbohlen. münden.
8.3 Sicherheitstechnische Aspekte zu c) mechanische Belüftung des Lagerraums, falls
mechanischen Fördersystemen Punkt a und b nicht erfüllbar sind
x Selbstmontage nur nach Montageanleitung des  Das Lager wird über Öffnungen nach außen
Fördersystemherstellers durchführen. mit einem Ventilator belüftet. Das sorgt für
x Vor Betreten des Lagers das Fördersystem einen Überdruck im Lagerraum, der die Luft
stromlos schalten und gegen Wiedereinschalten des Lagers durch eine zweite Öffnung nach
sichern. außen drückt.
x Bei einem Fördersystem mit Förderschnecke  Der Ventilator ist mit der dreifachen Luft-
vor Lagerbegehung Schnecke abdecken, z. B. wechselrate bezogen auf das Bruttovolumen
mit Holzbohlen. des Lagerraums auszulegen.
x Bei einem Fördersystem mit Rührwerk vor  Die Funktion des Ventilators ist mit dem
Lagerbegehung die Austragschnecke abdecken, Öffnen der Lagerraumtür zu koppeln.
z. B. mit Holzbohlen.
Für alle in dieser Richtlinie nicht beschriebenen
Anforderungen an die Belüftungsmaßnahmen
Lager ist eine individuelle Gefährdungsbeurteilung für Lager mit einem Fassungsvermögen größer
durchzuführen. 10 t bis maximal 40 t
a) Deckelbelüftung
9 Emissionsminderungsmaßnahmen
 belüftete Deckel auf mindestens zwei Storz-
9.1 Technische Maßnahmen
A-Kupplungen mit einem Gesamtlüftungs-
Da durch produktionsseitige Maßnahmen das Risi- querschnitt von mindestens 4 cm2/t Fas-
ko von Emissionen nicht ausgeschlossen, sondern sungsvermögen
nur reduziert werden kann, sind in den Lagerräu-
men beim Verbraucher parallel weitere Maßnah- Beispiel
men durchzuführen. Dabei handelt es sich in erster Bei einem Lager mit einem Fassungsvermögen
Linie um eine Belüftung des Lagerraums. von 18 t wäre eine ausreichende Belüftung durch
folgende Konfigurationen gegeben:
Die notwendigen Belüftungsmaßnahmen unter-
x 4 Deckel mit je einem Lüftungsquerschnitt
scheiden sich je nach Lagertyp und Fassungsver-
von 20 cm2 (4 Deckel × 20 cm2 Lüftungsquer-
mögen des Lagers. schnitt/Deckel = 80 cm2 > 4 cm2/t Fassungs-
Anforderungen an die Belüftungsmaßnahmen vermögen × 18 t Fassungsvermögen = 72 cm2)
für Lager mit einem Fassungsvermögen bis zu x 3 Deckel mit je einem Lüftungsquerschnitt
10 t von 30 cm2
a) Deckelbelüftung
 Befüllleitungen mit einer Maximallänge von
 belüftete Deckel auf mindestens zwei Storz- 2m
A-Kupplungen mit einem Gesamtlüftungs-
 Die Lüftungsöffnungen müssen ins Freie
querschnitt von mindestens 40 cm2
oder einen ausreichend belüfteten Raum
 Befüllleitungen mit einer Maximallänge von (siehe Anforderungen für den Aufstellraum
2m der Feuerung in der jeweils gültigen FeuVO)
 Die Lüftungsöffnungen müssen ins Freie münden.
oder einen ausreichend belüfteten Raum
(siehe Anforderungen für den Aufstellraum
– 16 – VDI 3464 Entwurf

b) separate Lüftungsöffnung in den Lagerraum Bei Lagerräumen mit einem Fassungsvermögen ab


 mindestens eine Lüftungsöffnung mit einem 40 t ist grundsätzlich vor dem Betreten des Lager-
Querschnitt von mindestens 10 cm2/t Fas- raums mit einem geeigneten, mobilen Warngerät
sungsvermögen und einer lichten Öffnungs- die aktuelle CO-Konzentration im Lagerraum zu
fläche von mindestens 8 cm2/t Fassungsver- bestimmen. Bei Überschreitung der Warnschwel-
mögen len (siehe Abschnitt 10.2) ist der Lagerraum aus-
reichend zu belüften.
 Lüftungsleitung mit einem Querschnitt von
mindestens 100 cm2 und einer Maximallän- Grundsätzliche Anforderungen
ge von 5 m Die Belüftungsfunktion muss den für eine ausrei-
 Die Lüftungsöffnungen müssen ins Freie chende Absenkung der CO-Konzentration erfor-
münden. derlichen Luftaustausch gewährleisten. Die Belüf-
c) mechanische Belüftung des Lagerraums, falls tungseinrichtung ist so auszulegen, dass die Belüf-
Punkt a und b nicht erfüllbar sind tungsfunktion mit möglichst geringem Druckver-
lust sichergestellt ist.
 Das Lager wird über Öffnungen nach außen
Die Belüftungsöffnungen müssen in den Außen-
mit einem Ventilator belüftet und sorgt für
wänden oberhalb der Geländeoberfläche angeord-
einen Überdruck im Lagerraum, der die Luft
net sein oder in einen Aufstellraum der Heizanlage
des Lagers durch eine zweite Öffnung nach
mit Verbrennungsluftöffnung münden. Die Größe
außen drückt.
der Verbrennungsluftöffnung für die Feuerungsan-
 Der Ventilator ist mit der dreifachen Luft- lage ergibt sich aus den Vorgaben der Landesfeue-
wechselrate bezogen auf das Bruttovolumen rungsverordnungen (siehe M-FeuVO). Es ist si-
des Lagerraums auszulegen. cherzustellen, dass durch die Öffnungen kein Was-
 Die Funktion des Ventilators ist mit dem ser oder Insekten in das Pelletlager eindringen
Öffnen der Lagerraumtür zu koppeln. können.
Anforderungen an die Belüftungsmaßnahmen Die Belüftungsöffnungen sind unverschließbar
für Lager mit einem Fassungsvermögen größer anzulegen.
40 t Wenn Befüllstutzen als Belüftungseinrichtungen
a) natürliche Belüftung über separate Lüftungsöff- genutzt werden, sollte die Befüllleitung zum Ende
nungen in den Lagerraum des Befüllvorgangs freigeblasen werden, sodass
 mindestens eine Lüftungsöffnung mit einem keine Pellets in der Leitung liegen bleiben und den
Querschnitt von mindestens 10 cm2/t Fas- Luftaustausch nach draußen einschränken.
sungsvermögen und einer lichten Öffnungs- Im öffentlichen Bereich müssen die Öffnungen
fläche von mindestens 8 cm2/t Fassungsver- gegen unbefugtes Einfüllen fremder Stoffe gesi-
mögen chert werden.
 Mindestquerschnitt von 100 cm2 je Lüf- Ausführungsbeispiele
tungsleitung Bild 5 bis Bild 8 zeigen beispielhaft konkrete
 Maximallänge der Lüftungsleitungen von Ausführungsbeispiele für die Umsetzung von Lüf-
2m tungen in Lagerräumen.
 Die Lüftungsöffnungen müssen ins Freie Im Fall gemäß Bild 5 kann die Lüftung über den
münden. Deckel der Befüllkupplung gewährleistet werden.
b) mechanische Belüftung des Lagerraums, falls Dies gilt auch für luftundurchlässige Lagerbehäl-
Punkt a nicht erfüllbar ist ter.
 Das Lager wird über Öffnungen nach außen
mit einem Ventilator belüftet. Das sorgt für
einen Überdruck im Lagerraum, der die Luft
des Lagers durch eine zweite Öffnung nach
außen drückt.
 Der Ventilator ist mit der dreifachen Luft-
wechselrate bezogen auf das Bruttovolumen
des Lagerraums auszulegen.
Bild 5. Lagerraum mit 2 Stutzen (Befüll- und Ab-
 Die Funktion des Ventilators ist mit dem saugstutzen) ins Freie (Lagervariante E-H)
Öffnen der Lagerraumtür zu koppeln.
Entwurf VDI 3464 – 17 –

Bei der Variante in Bild 6 sollten geschlossene 9.2 Organisatorische Maßnahmen


Deckel genutzt werden, da die Lüftung des Lagers Auf die richtige Planung und Ausführung des La-
über eine separate Öffnung erfolgt. Dies gilt auch gerraums sowie den Umgang mit dem Lagerraum
für luftundurchlässige Lagerbehälter. Die Lüf- ist der Anwender durch geeignete Informationen
tungsöffnung ist bis in den Behälter zu verlängern. hinzuweisen. Dies können Empfehlungen zum
Lagerbau sein, wie sie vom DEPV herausgegeben
werden [16], und zusätzlich Warnaufkleber, die an
den Lagerraumtüren anzubringen sind.
Das Warnhinweisschild für Lager mit einer Lager-
kapazität ” 10 t muss mindestens nachfolgende
Warn- bzw. Verhaltenshinweise beinhalten:
x Unbefugten ist der Zutritt verboten.
x Kinder sind fernzuhalten.
x Rauchen, Feuer und andere Zündquellen sind
Bild 6. Lagerraum mit Befüllstutzen in den Neben- verboten.
raum und Lüftungsöffnung nach außen (Lagervari- x Vor dem Betreten ist mindestens 15 Minuten zu
ante E-H) belüften und die Heizung auszuschalten.
Bei der Variante in Bild 7 sollten Lüftungsdeckel x Verletzungsgefahr durch bewegliche Bauteile
genutzt werden. Die Lüftung des Lagers ist über (Rührwerk, Federarm)
die Verbrennungsluftöffnung der Heizanlage si- x Pelletfeuerungen sind vor Betreten des Lager-
chergestellt. raums abzuschalten.
Das Warnhinweisschild für Lager mit einer Lager-
kapazität > 10 t muss mindestens nachfolgende
Warn- bzw. Verhaltenshinweise beinhalten:
x Unbefugten ist der Zutritt verboten.
x Kinder sind fernzuhalten.
x Gefährliche CO-Konzentration möglich
x Das Betreten des Lagers ist nur gesichert gestat-
tet.
Bild 7. Lagerraum mit Befüllstutzen in den Neben- x Rauchen, Feuer und andere Zündquellen sind
raum und Lüftungsöffnung zum Heizraum (Lager- verboten.
variante E-H) x Vor dem Betreten ist mindestens 15 Minuten zu
Bei der Variante in Bild 8 ist die Be- und Endlüf- belüften und die Heizung auszuschalten.
tung des Heizraums für die Lüftung des Gewebesi- x Verletzungsgefahr durch bewegliche Bauteile
los ausreichend. Bei raumluftunabhängigem Be- (Rührwerk, Federarm)
trieb muss der Gewebetank separat belüftet wer- Im Anhang sind zwei konkrete Ausführungsbei-
den. Der Aufstellraum des Gewebesilos muss die spiele für solche Warnhinweisschilder dargestellt.
Vorgaben des Pelletlagerraums entsprechend erfül-
Fachpersonal wie der Fahrer des Pelletfahrzeugs
len.
oder der Installateur sind durch geeignete Schulun-
gen auf den Sachverhalt zu schulen.

10 Richtwerte für den Gesundheitsschutz


10.1 Allgemeine Hinweise über die
Wirkung/Toxizität von CO
Kohlenstoffmonoxid ist ein farb-, geruch- und ge-
schmackloses giftiges Gas. Es entsteht bei der un-
vollständigen Oxidation von kohlenstoffhaltigen
Substanzen. Kommt CO über die Atmung ins Blut,
Bild 8. Gewebesilo im Heizraum (Lager bindet es sich sehr fest an den roten Blutfarbstoff,
variante S-H) der eigentlich Sauerstoff transportieren sollte. Die
Verbindung aus CO und Hämoglobin wird als CO-
– 18 – VDI 3464 Entwurf

Hämoglobin (HbCO) bezeichnet. Ab einem Anteil Zusätzlich sind für unterirdische Läger (U) und
von ca. 60 % HbCO im Blut ist der Sauerstofftrans- Lagerräume mit mehr als 40 t Fassungsvermögen
port des Bluts im Körper so stark gehemmt, dass der folgende Regeln zu beachten:
Tod durch Erstickung eintritt. Der Anteil von HbCO x Lagerräume sollen nur nach vorheriger Mes-
im Blut und damit der Grad der Vergiftung mit sung des CO-Gehalts (siehe Abschnitt 10.3) be-
Kohlenmonoxid sind erstens abhängig von der Dau- treten werden.
er der Exposition und zweitens von der Höhe der
Konzentration an CO in der Umgebungsluft. x Während des Aufenthalts in Lagerräumen sollte
eine mobile CO-Warneinrichtung (siehe Ab-
In einer österreichischen Studie [17] wurden die in schnitt 10.3) ständig am Körper getragen wer-
Tabelle 2 dargestellten Orientierungswerte ange- den, die Warnschwellen bei 100 ppm und bei
geben. 300 ppm besitzen.
Die TRGS 900 legt bei einer Exposition von mehr x Ein Betreten des Pelletlagers wird erst empfoh-
als 8 h einen Arbeitsplatzgrenzwert von 30 ppm len, wenn die CO-Konzentration im Lagerraum
(35 mg/m3) fest. einen Wert von ” 100 ppm aufweist.
10.2 Empfehlungen für den Aufenthalt im x Bei Werten ab 300 ppm ist das Lager unverzüg-
Lagerraum (Richtwerte für zulässige CO-
lich zu verlassen.
Konzentrationen im Lagerraum)
Bei Verbrennungsvorgängen zur Wärmeerzeugung x Sollte der Aufenthalt im Lagerraum (z. B. für
durch Feuerungsanlagen und bei der Lagerung von Reinigungsarbeiten) länger dauern, sollte sich
Holzpellets kann es in Ausnahmefällen in der Um- die maximal zulässige CO-Konzentration an
gebung jeglicher Feuer- und Lagerstätten zu erhöh- dem Arbeitsplatzgrenzwert gemäß TRGS 900
ten Konzentrationen gefährlicher Abgase in der orientieren (siehe Abschnitt 10.1).
Atemluft (z. B. Kohlenmonoxid) kommen, die sich 10.3 Mobile Überwachung von CO
insbesondere in geschlossenen Lagerräumen über Als geeignete Gaswarngeräte gelten nur Geräte,
längere Zeiträume erhöhen und somit eine Gefahr die von einer anerkannten Prüfstelle auf Funktions-
darstellen können. fähigkeit geprüft wurden und für den Stoff Koh-
Auch über natürliche Reaktionen im Holz (siehe lenmonoxid zugelassen sind.
Abschnitt 7.1.1) kann es zu einer Erhöhung der der Die zugelassenen Geräte sind in der von der Be-
Kohlenmonoxidkonzentration bzw. einer Sauer- rufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische In-
stoffarmut kommen. dustrie (BG RCI) herausgegebenen „Liste funkti-
Im Normalfall entsteht für den Betreiber kein Risi- onsgeprüfter Gaswarngeräte“ aufgeführt. Diese
ko, jedoch sind solche Fälle nie auszuschließen. Liste ist auf dem Explosionsschutzportal der BG
Deswegen sollte der Lagerraum erst nach mindes- RCI (www.exinfo.de) unter der Rubrik Dokumente
tens 15 Minuten Belüftung (Querlüftung von Ein- abrufbar und wird halbjährlich aktualisiert. Nähere
stiegstür zur Lüftungsöffnung) betreten werden. Informationen zu Einsatz und Betrieb entsprechen-
Diese Belüftung soll auch für den Zeitraum des der Gaswarngeräte können der BGI 518, BGI 836
Aufenthalts im Lagerraum aufrechterhalten blei- und BGI/GUV-I 8617 entnommen werden.
ben.
Tabelle 2. Beeinträchtigung des menschlichen Organismus bei Exposition mit CO bei starker körperlicher
Belastung

Expositionskonzentration Expositionsdauer Auswirkung


30 ppm über 8 h keine Auswirkung
100 ppm über 3 h Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit

über 1 h Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit


300 ppm
über 3 h Bewusstlosigkeit
über 45 min Schwindel, Übelkeit und Krämpfe
800 ppm über 1 h bis 2 h Bewusstlosigkeit
über 2 h bis 3 h Tod
über 5 min bis 10 min Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit
3.200 ppm über 10 min bis 20 min Bewusstlosigkeit
über 1 h Tod
Entwurf VDI 3464 – 19 –

Die Geräte sind vor dem Betreten des Lagerraums logistik gemäß des ENplus Zertifizierungssys-
so an der Kleidung zu befestigen, dass Warngeräu- tems zur Befüllung der Lager verwendet wer-
sche des Geräts vom Träger bemerkt werden. den oder gleichwertige Voraussetzungen gege-
ben sind,
11 Hinweise zum Explosionsschutz x für die Befüllung nur leitfähige Befüllleitungen
Holzpellets können in Ausnahmefällen durch Ab- verwendet werden. Falls die Befüllleitungen ei-
rieb oder Staubanteil eine explosionsfähige Atmo- ne Beschichtung haben, muss auch die Voraus-
sphäre bilden. Durch einen konstruktiven Explosi- setzung für die Beschichtung bestätigt sein
onsschutz für die Lagerung von Holzpellets kön- (Durchschlagspannung < 4 kV),
nen die erforderlichen Maßnahmen umgesetzt x bei der Lkw-Beladung Glimmnesteintragungen
werden. Mit Maßnahmen des vorbeugenden Ex- mit den Pellets sicher ausgeschlossen werden,
plosionsschutzes (primärer und/oder sekundärer
Explosionsschutz) können Explosionen technisch x bei der Lkw-Befüllung das Hantieren mit offe-
und organisatorisch sicher vermieden werden. nem Licht und Rauchen verboten ist,
Für den Lagerraum: x nach der Verladung die Kammern im Silo des
Lkw dicht verschlossen werden und keine Ein-
x Einbauten, die eine wirksame Zündquellen dar-
bauten, die Zündquellen darstellen können,
stellen können, sind nicht zulässig (siehe Ab-
aufweisen,
schnitt 8.1.3).
x Lkw nur mit ordnungsgemäß betriebenen, ge-
x Wirksame Zündquellen einschließlich elektro-
warteten und instandgehaltenen Absauggeblä-
statischer Entladungen sind technisch und orga-
sen eingesetzt werden und
nisatorisch sicher zu vermeiden, z. B. das elekt-
rische Erden der Füll- und Absaugstutzen. x nur Befüllvorgänge von Lkw und Lagern
durchgeführt werden, bei denen die Pellettem-
x Bei Instandhaltung, Reinigung, Prüfung oder
peratur weniger als 40 °C beträgt (siehe Ab-
Störungsbeseitigung müssen Maßnahmen er-
schnitt 7.2.2 und [1]).
griffen werden, die einen Verbleib von wirksa-
men Zündquellen in explosionsgefährdeten Be- 12 Hinweise zum Schallschutz
reichen und in Bereichen, die auf explosionsge-
fährdete Bereiche Einfluss haben können, orga- Lagerungen, Befestigungen und Wanddurchfüh-
nisatorisch ausschließen. rungen für Austragsysteme sind so auszuführen,
dass die Übertragung von Körperschall auf das
Ein Befüllvorgang darf nur erfolgen, wenn die Bauwerk verhindert wird (siehe auch Abschnitt 5,
Pellet-Lieferfirma nachweisen kann, dass Merkmal H).
x entweder nur zertifizierte Pellets gemäß DIN
EN 14961-2 Klasse A 1/A 2 und eine Pellet-
– 20 – VDI 3464 Entwurf

Anhang Ausführungsbeispiele geeigneter Warnhinweisschildern gemäß Abschnitt 9.2

Bild A1. Ausführungsbeispiel für ein Warnschild zur Kennzeichnung eines Pelletlagers mit weniger als 10 t
Fassungsvermögen (Bildquelle: Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV), Berlin)
Entwurf VDI 3464 – 21 –

Bild A2. Ausführungsbeispiel für ein Warnschild zur Kennzeichnung eines Pelletlagers mit mehr als 10 t
Fassungsvermögen (Bildquelle: Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV), Berlin)
– 22 – VDI 3464 Entwurf

Schrifttum briquettes for non-industrial use; German version EN 14961-3:


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