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31/8/2020 Zahlenwerk: Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland | bpb

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migrationshintergrund-in-deutschland
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14.11.2018 | Von: Viktoria Latz

Viktoria Latz
ist Absolventin des Masterstudiengangs Internationale Migration
und Interkulturelle Beziehungen (IMIB) am Institut für
Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der
Universität der Universität Osnabrück.

Zahlenwerk: Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland


Wie viele Frauen mit Migrationshintergrund leben in Deutschland? Aus welchen Ländern stammen sie? Welche Auskunft
geben Statistiken über ihre Lebenslagen? Ein Datenüberblick.

Frauen mit Migrationshintergrund sind keine homogene Gruppe. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Biogra en,
Alltagserfahrungen und Lebenslagen. Bereits ein Blick auf die Statistik macht die Vielfalt innerhalb dieses Teils der
Bevölkerung deutlich.

Die nachfolgenden Daten zu soziodemogra schen Merkmalen stammen aus dem Mikrozensus 2016 des Statistischen
Bundesamts und wurden gerundet. Sie beziehen sich auf Frauen mit Migrationshintergrund, genauer "mit
Migrationshintergrund im engeren Sinn". Laut Mikrozensus 2016 hat eine Person einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst
oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht seit der Geburt besitzt. Das betrifft zugewanderte und
nicht zugewanderte Ausländer_innen, Eingebürgerte, (Spät)-Aussiedler_innen sowie Nachkommen dieser Gruppen, die die
deutsche Staatsangehörigkeit qua Geburt besitzen.

"Migrationshintergrund im engeren Sinn" bedeutet, dass Menschen, die in Deutschland geboren wurden und deren
Migrationshintergrund nur aus den Eigenschaften der Eltern resultiert, die ausländisch, eingebürgert oder (Spät-)
Aussiedler_innen sind, nur dann als Person mit Migrationshintergrund identi ziert werden, wenn sie mit ihren Eltern in einem
Haushalt zusammenleben.

Anzahl
Fast jeder fünfte in Deutschland lebende Mensch hat laut Mikrozensus 2016 einen Migrationshintergrund im engeren Sinn. Das
sind 18,6 Millionen der insgesamt 82,4 Millionen Einwohner_innen, was einem Anteil von 22,5 Prozent der Gesamtbevölkerung
entspricht. Mit rund 9 Millionen ist fast die Hälfte (48,5 Prozent) der in der Bundesrepublik lebenden Menschen mit
Migrationshintergrund weiblich. 4,9 Millionen Frauen besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit, 4,2 Millionen sind
Ausländerinnen, haben also keinen deutschen Pass.

Von den Frauen mit Migrationshintergrund, die im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft sind, haben 2,7 Millionen "eigene
Migrationserfahrung", sind also nach Deutschland eingewandert; 2,1 Millionen wurden dagegen in Deutschland geboren, haben
also keine eigene Migrationserfahrung. Hinzu treten 3,6 Millionen Ausländerinnen, die nach Deutschland migriert sind und
608.000 Ausländerinnen, die seit ihrer Geburt in der Bundesrepublik leben.[1]

Herkunftsländer
6,2 Millionen der 9 Millionen Frauen mit Migrationshintergrund haben Wurzeln in einem europäischen Land[2], darunter 3,2
Millionen aus einem der 28 EU-Mitgliedstaaten. Die meisten Frauen, die aus dem EU-Raum stammen, sind polnischer Herkunft.
Aus den nicht zur EU gehörenden europäischen Staaten kommen rund 3 Millionen Frauen (oder deren Vorfahren), aus Afrika

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319.000, aus Amerika 211.000 und aus Asien 1,6 Millionen. Das Hauptherkunftsland von Frauen mit Migrationshintergrund ist
die Türkei (1,4 Millionen).[3]

Altersstruktur
Die meisten in Deutschland lebenden Frauen mit Migrationshintergrund sind zwischen 35 und 40 Jahre alt. Im Jahr 2016
zählten 761.000 Frauen zu dieser Altersgruppe. Das Durchschnittsalter von Frauen mit Migrationshintergrund beträgt 36,2
Jahre. Es liegt damit deutlich unter dem Durchschnittsalter von Frauen ohne Migrationshintergrund (48,3 Jahre).[4]

Schulabschlüsse
2,3 Millionen der 9 Millionen Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland be nden sich entweder noch in der Schule oder
sind noch nicht im schulp ichtigen Alter. Von den insgesamt 6,7 Millionen Frauen mit Migrationshintergrund, auf die das nicht
zutrifft, haben 10,8 Prozent die Schule verlassen, ohne einen Abschluss erworben zu haben. 19,9 Prozent verfügen über einen
Hauptschulabschluss, 0,5 Prozent schlossen eine polytechnische Oberschule ab. 16,5 Prozent der Frauen mit
Migrationshintergrund erlangten einen Realschul- oder diesem vergleichbaren Abschluss, 4,8 Prozent erreichten die
Fachhochschulreife und 21,4 Prozent beendeten ihre Schullaufbahn mit dem Abitur.

Von den 27,7 Millionen Frauen ohne Migrationshintergrund, die einen Schulabschluss erworben haben, verfügen 29,4 Prozent
über einen Hauptschulabschluss, 7,5 Prozent absolvierten eine polytechnische Oberschule, rund 23 Prozent erreichten den
Abschluss einer Realschule oder einer ähnlichen Schulform, 5,5 Prozent besitzen die Fachhochschulreife und 19,3 Prozent das
Abitur.[5]

Beru icher Abschluss


Von denjenigen Frauen mit Migrationshintergrund, die sich nicht mehr in der schulischen oder beru ichen Ausbildung be nden,
haben 2,6 Millionen (41,9 Prozent) keinen berufsquali zierenden Abschluss, 3,6 Millionen (58,2 Prozent) dagegen schon. Von
diesen haben 66,8 Prozent eine Lehre abgeschlossen oder einen Meister gemacht bzw. verfügen über einen
Fachschulabschluss aus der ehemaligen DDR. 32,8 Prozent besitzen dagegen einen akademischen Abschluss von
Berufsakademien, Fachhochschulen oder Universitäten oder haben eine Promotion abgeschlossen.

Von 26,9 Millionen Frauen ohne Migrationshintergrund, die sich nicht mehr in der schulischen oder beru ichen Ausbildung
be nden, haben 21,9 Millionen (81,5 Prozent) einen beru ichen Abschluss und rund 5 Millionen (18,5 Prozent) keinen
Abschluss. Unter den Frauen mit einem Berufsabschluss haben 80,6 Prozent einen nicht-akademischen und 19,2 Prozent einen
akademischen Abschluss.[6]

Erwerbsstatus, Stellung im Beruf, Wirtschafsbereich und Einkommen


42,8 Prozent der 9 Millionen Frauen mit Migrationshintergrund zählen zu den Erwerbspersonen, sind damit also entweder
erwerbstätig (3,6 Millionen bzw. 93,8 Prozent) oder erwerbslos (244.000). Zum Vergleich: Von den 32,7 Millionen Frauen ohne
Migrationshintergrund gehören 49,3 Prozent zu den Erwerbspersonen, die meisten davon sind erwerbstätig (96,9 Prozent).

Die meisten erwerbstätigen Frauen mit Migrationshintergrund arbeiten als Angestellte (2,4 Millionen). Weitere große Gruppen
bilden Arbeiterinnen (785.000) und Selbstständige (243.000). Frauen mit Migrationshintergrund sind vor allem im
Dienstleistungsbereich vertreten, unter anderem in Handel, Gastgewerbe und Verkehr (1,1 Millionen). Eine nicht geringe Zahl
(543.000) arbeitet im produzierenden Gewerbe bzw. im Baugewerbe. 110.000 Frauen mit Migrationshintergrund nden sich in
öffentlichen Verwaltungen.

Die meisten Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland (844.000) verdienen zwischen 900 und 1300 Euro monatlich,
gefolgt von 725.000 Frauen, die zwischen 500 und 900 Euro verdienen. 594.000 Frauen verdienen unter 500 Euro, 14.000
haben gar kein Einkommen. Dies ist zum Teil dadurch bedingt, dass sie im Unternehmen eines Ehepartners oder Verwandten
als mithelfende Familienangehörige tätig sind und dafür nicht entlohnt werden.

Das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen beträgt bei den Frauen mit Migrationshintergrund 1.276 Euro und liegt
damit unter dem durchschnittlichen Nettoeinkommen von Frauen ohne Migrationshintergrund (1.557 Euro).[7]

Familienstand
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Von den 6,8 Millionen Frauen mit Migrationshintergrund, die volljährig (18 Jahre und älter) sind, sind etwa 59,5 Prozent
verheiratet, 23,6 Prozent ledig, 7,8 Prozent verwitwet und 9 Prozent geschieden. Von den 28,5 Millionen gleichaltrigen Frauen
ohne Migrationshintergrund sind 50,6 Prozent verheiratet, 25,5 Prozent ledig, 14,4 Prozent verwitwet und 9,5 Prozent
geschieden (Angaben zu 0,03 Prozent der Frauen mit Migrationshintergrund fehlen).[8]

Kinderzahl
Frauen mit Migrationshintergrund haben im Durchschnitt 1,4 Kinder im Vergleich zu Frauen ohne Migrationshintergrund, die im
Durchschnitt 1,2 Kinder haben.[9]

Lebensunterhalt
3,1 Millionen Frauen mit Migrationshintergrund sichern sich ihren Lebensunterhalt durch eine Berufstätigkeit, 670.000
beziehen Arbeitslosengeld oder sonstige staatliche Unterstützung wie Sozialhilfe oder Elterngeld (531.000). 961.000 Frauen
erhalten eine Rente oder Pension, 31.000 nanzieren sich durch eigenes Vermögen, Vermietung oder Zinsen und 3,8 Millionen
werden durch Angehörige unterstützt.[10]

Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland unterscheiden sich, schaut man sich sozio-demogra sche Daten an,
genauso voneinander wie Frauen ohne Migrationshintergrund. Ihre Lebenslagen und Biogra en lassen sich nicht pauschal
zusammenfassen, sondern ergeben ein differenziertes Gesamtbild.

Dieser Artikel ist Teil des Kurzdossiers Frauen in der Migration.

Literatur
Statistisches Bundesamt (2017): Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des
Mikrozensus 2016. Fachserie 1 Reihe 2.2, Wiesbaden.

Fußnoten
1. Statistisches Bundesamt (2017), S.37-39.
2. Zu Europa zählen in der Statistik des Statistischen Bundesamtes auch die Türkei und die Russische Föderation.
3. Statistisches Bundesamt (2017), S.153.
4. Statistisches Bundesamt (2017), S.87-89.
5. Statistisches Bundesamt (2017), S.194f.
6. Statistisches Bundesamt (2017), S.234-236.
7. Statistisches Bundesamt (2017), S.446-450.
8. Statistisches Bundesamt (2017), S.125.
9. Statistisches Bundesamt (2017), S.490.
10. Statistisches Bundesamt (2017), S.396-397.

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE -
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veröffentlicht. Autor/-in: Viktoria Latz für bpb.de

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