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Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen
aus Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl im
Teil 1: Schrauben
(ISO 898-1 : 1999)
Deutsche Fassung EN ISO 898-1 : 1999
EN iSo898-1
ICS 21.060.10 Ersatz für
DIN EN 20898-1 : 1992-04
Mechanical properties of fasteners
made of carbon steel and alloy steel -
Part 1: Bolts, screws and studs
(ISO 898-1 : 1999);
German version EN ISO 898-1 : 1999

Carateristiques mecaniques des elements


de fixation en acier au carbone et acier all@ -
Partie 1: Vis et goujons
(ISO 898-1 : 1999);
Version allemande EN ISO 898-1 : 1999

Die Europäische Norm EN ISO 898-1 : 1999 hat den Status einer Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Diese Norm ist identisch mit der Europäischen Norm EN ISO 898-1, in die die Internationale Norm ISO 898-1
unverändert übernommen wurde.

Diese Norm wurde vom ISOIfC 2 “Verbindungselemente” unter Mitwirkung des FMV-2.1 “Festigkeitsklassen Stahl”
erarbeitet.

Für einige der im Abschnitt 2 zitierten Internationalen Normen wird im folgenden auf die entsprechenden
Deutschen Normen hingewiesen:

ISO 225 siehe DIN EN 20225


ISO 273 siehe DIN EN 20273
ISO 898-2 siehe DIN EN 20898-2
ISO 898-5 siehe DIN EN ISO 898-5
ISO 898-7 siehe DIN EN 20898-7
ISO 6157-1 siehe DIN EN 26157-7
ISO 6157-3 siehe DIN EN 26157-3

Änderungen

Gegenüber DIN EN 20898-1 : 1992-04 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Titel der Norm geändert


b) Anwendungsbereich überarbeitet
c) Normative Verweisungen aktualisiert
d) Bor als Legierungsbestandteil zugelassen
e) Mindest-Kohlenstoffgehalt für Festigkeitsklasse 5.6 herabgesetzt
f) Definition von “legierter Stahl” erweitert
g) Maximale Härten für die Festigkeitsklassen 3.6 bis 5.8 geändert
h) Festlegung der Bruchdrehmomente aufgenommen
i) Festlegung der Brucheinschnürung für die Festigkeitsklassen 8.8 bis 12.9 aufgenommen
j) Klarstellung aufgenommen, daß unabhängig vom Prüfprogramm alle festgelegten mechanischen Eigen-
schaften zu erfüllen sind

Fortsetzung Seite 2
und 26 Seiten EN ISO

Normenausschuß Mechanische Verbindungselemente (FMV) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.

Q DIN Deutsches Institut für Normung e.V. Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, Ref. Nr. DIN EN ISO 898-7 : 1999-7 1
nur mit Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Nonung e.V., Berlin, gestattet, freisgr. 74 Verfr.-Nr. 2 3 1 4
Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin
Seite 2
DIN EN ISO 898-1 : 1999-11

k) Prüfprogramme entsprechend den zusätzlich aufgenommenen Anforderungen erweitert

1) Senkschrauben vom Schrägzugversuch ausgeschlossen

m) Kopfschlagversuch auf d I 10 mm begrenzt

n) Wiederanlaßversuch nicht mehr obligatorisch

o) Abschnitt “Kennzeichnung” überarbeitet und dabei Uhrzeigersystem zusätzlich aufgenommen

p) Kennzeichnung von Außen- und Innensechsrundschrauben aufgenommen

q) Kennzeichnung von Stiftschrauben erweitert

r) Kennzeichnung von Flachrundschrauben mit Vierkantansatz zusätzlich aufgenommen

s) Kennzeichnung der Verpackung festgelegt

Frühere Ausgaben

DIN 266: 1931x-03; DIN 589: 1931-07, 1934-01; DIN Kr 550: 1936-03; DIN 267: 1940-06, 1943-01, 1954-01,
1960-12; DIN 267-1: 1937-04; DIN 267-2: 1937-04; DIN 267-3: 1967-10; DIN 267-7: 1968-05;
DIN ISO 898-1: 1979-04, 1989-01; DIN EN 20898-1: 1992-04

Nationaler Anhang NA (informativ)

Literaturhinweise

DIN EN 20225
Mechanische Verbindungselemente - Schrauben und Muttern - Bemaßung (ISO 225 : 1983); Deutsche Fassung
EN 20225 : 1991

DIN EN 20273
Mechanische Verbindungselemente - Durchgangslöcher für Schrauben (ISO 273 : 1979); Deutsche Fassung
EN 20273 : 1991

DIN EN 20898-2
Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen - Teil 2: Muttern mit festgelegten Prüfkräften -
Regelgewinde (ISO 898-2 : 1992); Deutsche Fassung EN 20898-2 : 1993

DIN EN 20898-7
Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen - Teil 7: Torsionsversuch und Mindest-Bruchdreh-
momente für Schrauben mit Nenndurchmessern 1 mm bis 10 mm (ISO 898-7 : 1992); Deutsche Fassung
EN 20898-7 : 1995

DIN EN 26157-1
Verbindungselemente - Oberflächenfehler - Schrauben für allgemeine Anforderungen (ISO 6157-1 : 1988);
Deutsche Fassung EN 26157-1 : 1991

DIN EN 26157-3
Verbindungselemente - Oberflächenfehler - Schrauben für spezielle Anforderungen (ISO 6157-3 : 1988);
Deutsche Fassung EN 26157-3 : 1991

DIN EN ISO 898-5


Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl - Gewinde-
stifte und ähnliche, nicht auf Zug beanspruchte Verbindungselemente (ISO 898-5 : 1998); Deutsche Fassung
EN ISO 898-5 : 1998
EUROPÄISCHE NORM EN ISO 898-1
0 EUROPEAN STANDARD

NORME EUROPEENNE August 1999

CS 21.060.10

Deskriptoren:

Deutsche Fassung

Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen


aus Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl
Teil 1: Schrauben
(ISO 898-1 : 1999)

Mechanical properties of fasteners Caracteristiques mecaniques des elements de


made of carbon steel and alloy steel - fixation en acier au carbone et en acier allie -
Part 1: Bolts, screws and studs Partie 1: Vis et goujons
(ISO 898-1 : 1999) (ISO 898-1 : 1999)

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 16. Juli 1999 angenommen.
Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CENCENELEC-Geschäftsordnung zu erfüilen, in der
die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede
Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographi-
schen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Franzö-
sisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener
Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Zentralsekre-
tariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland,
Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik
und dem Vereinigten Königreich.

CEN
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
European Committee for Standardization
Comite Europeen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-l 050 Brüssel

0 1999 CEN - Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem
Verfahren, sind weitweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten. Ref. Nr. EN ISO 898-1 : 1999 D
Seite 2
EN ISO 898-1 : 1999

Inhalt
Seite Seite

Vorwort ............................ 2 8.9 Entkohlungsprüfung: Bestimmung des


Kohlungszustandes ................ 17
Anwendungsbereich .............. 3 8.10 Wiederanlaßversuch . . . . . . . . . . . . . . . 20
8.11 Prüfung des Oberflächenzustandes . . . . . 20
Normative Verweisungen . . . . . . 3
9 Kennzeichnung .................. 20
Bezeichnungssystem . . . . . . . . . . . 5 9.1 Kennzeichnung mit Herstellerzeichen 20
9.2 Kennzeichen der Festigkeitsklasse 20
Werkstoffe . . . . . . . . . . . . . . . 6 9.3 I d e n t i f i z i e r u n g 21
9.4 Kennzeichnung von Schrauben mit
Mechanische und physikalische Linksgewinde - . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Eigenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 9.5 Wahlweise Kennzeichnung . . . . . . . . . . . 24
9.6 Kennzeichnung von Verpackungen . . . . . 24
6 Zu ermittelnde mechanische und
physikalische Eigenschaften . . . . . . . . 8 Anhang A (informativ) Untere Streckgrenze
oder 0,2%-Dehngrenze bei höherer
7 Mindestbruchkräfte und Prüfkräfte . . . 10 Temperatur . . . . . . . . . . . . 25

6 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anhang ZA (informativ) Abschnitte dieser Euro-


12
8.1 Zugversuch an abgedrehten Proben . . 12 päischen Norm, die grundlegende Anforde-
8.2 Zugversuch an ganzen Schrauben . . 13 rungen der Richtlinie 87/404/EWG des
8.3 Torsionsversuch . . . . . . . . . . . 13 Rates betreffen . . . . . . . . . . 25
8.4 Härteprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . 13
8.5 Prüfkraftversuch an ganzen Schrauben . . 14 Anhang ZB (normativ) Normative Verweisungen
8.6 Schrägzugversuch an ganzen Schrauben auf internationale Publikationen mit ihren
(nicht Stiftschrauben) . . . . . . . . . . . . 15 entsprechenden europäischen Publika-
8.7 Kerbschlagbiegeversuch an spanend tionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
hergestellten Proben . . . . . . . . . . . . . 17
8.8 Kopfschlagversuch an ganzen Schrauben
mit d I 10 mm und an Schrauben, die für
einen Schrägzugversuch zu kurz sind . . . 17

Vorwort
Der Text der Internationalen Norm ISO 898-1 : 1999 wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 2 “Fasteners” in
Zusammenarbeit mit dem Technischen Komitee CEN/TC 185 “Mechanische Verbindungselemente mit und ohne
Gewinde und Zubehör” erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN gehalten wird.

Diese Europäische Norm ersetzt EN 20898-1 : 1991.

Diese Europäische Norm muß den Status einer nationalen Norm erhalten; entweder durch Veröffentlichung eines
identischen Textes oder durch Anerkennung bis Februar 2000 und etwaige entgegenstehende nationale Normen
müssen bis Februar 2000 zurückgezogen werden.

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen Kommission und
der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet und unterstützt grundlegende Anforderungen der EU-
Richtlinien.

Zusammenhang mit EU-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil dieser Norm ist.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder
gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz,
Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich.

Anerkennungsnotiz
Der Text der Internationalen Norm ISO 898-1 : 1999 wurde von CEN als Europäische Norm ohne irgendeine
Abänderung genehmigt.

ANMERKUNG: Die normativen Verweisungen auf Internationale Normen sind im Anhang ZB (normativ)
aufgeführt.
Seite 3
EN ISO 898-1 : 1999

1 Anwendungsbereich
Dieser Teil von ISO 898 legt die mechanischen Eigenschaften von Schrauben aus Kohlenstoffstahl und legiertem
Stahl bei Prüfung in einem Bereich der Umgebungstemperatur von 10 “C bis 35 “C fest.

Produkte, die den Anforderungen dieser Norm entsprechen, werden nur im Bereich der Umgebungstemperatur
bewertet und können ihre mechanischen und physikalischen Eigenschaften bei höheren oder niedrigeren Tempe-
raturen verändern. In diesem Zusammenhang wird auf den informativen Anhang A verwiesen, der Beispiele für die
Streckgrenze und 0,2%-Dehngrenze bei höheren Tempraturen enthält.

Bei Temperaturen unterhalb der Umgebungstemperatur kann eine deutliche Veränderung der Eigenschaften
insbesondere der Kerbschlagzähigkeit auftreten. Werden Verbindungselemente oberhalb oder unterhalb der
Umgebungstemperatur eingesetzt, ist der Awender dafür verantwortlich sicherzustellen, daß die mechanischen und
physikalischen Eigenschaften für die jeweiligen Betriebsbedingungen geeignet sind.

Bestimmte Verbindungselemente erfüllen möglicherweise nicht die in diesem Teil von ISO 898 festgelegten
Anforderungen an die Zug- oder Torsionsfestigkeit, weil wegen der Kopfgeometrie die Scherfläche im Kopf
gegenüber dem Spannungsquerschnitt im Gewinde verkleinert ist, z. B. Senkköpfe, Linsensenkköpfe und niedrige
Zylinderköpfe (siehe Abschnitt 6).

Dieser Teil von ISO 898 gilt für Schrauben

- mit Regelgewinde M1,6 bis M39 und Feingewinde M8 x 1 bis M39 x 3


- mit ISO-Gewinde nach ISO 68
- mit Durchmesser-SteigungsKombinationen nach ISO 261 und ISO 262
- mit Gewindetoleranzen nach ISO 965-1 und ISO 965-2
- aus unlegiertem oder legiertem Stahl.

Sie gilt nicht für Gewindestifte und ähnliche Verbindungselemente mit Gewinde, die nicht auf Zug beansprucht
werden, (siehe ISO 898-5) und legt keine Anforderungen für Eigenschaften wie

- Schweißbarkeit,
- Korrosionsbeständigkeit,
- Warmfestigkeit über + 300 “C (+ 250 “C für 10.9) oder Kaltzähigkeit unter - 50 “C,
- Scherfestigkeit oder
- Dauerfestigkeit

fest.

ANMERKUNG: Das Bezeichnungssystem in diesem Teil von ISO 898 darf auch für Nenngrößen außerhalb
der in diesem Abschnitt angegebenen Grenzen verwendet werden (z. B. > 39 mm) unter der Voraus-
setzung, daß die Schrauben alle die der jeweiligen Festigkeitsklasse zugeordneten mechanischen Eigen-
schaften aufweisen.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden Normen enthalten Festlegungen, die durch Bezugnahme zum Bestandteil dieser Teils der Norm
ISO 898 werden. Die angegebenen Ausgaben sind die beim Erscheinen dieser Internationalen Norm gültigen. Da
Normen von Zeit zu Zeit überarbeitet werden, wird dem Anwender dieses Teils der Norm ISO 898 empfohlen, immer
auf die jeweils neueste Fassung der zitierten Normen zurückzugreifen. IEC- und ISO-Mitglieder haben Verzeichnisse
der jeweils gültigen Ausgabe der Internationalen Normen.

ISO 68-1 : 1998


ISO general purpose screw threads - Basic Profile - Part 1: Metric screw threads
(ISO-Gewinde für allgemeine Anwendung - Grundprofil - Teil 1: Metrische Gewinde)

ISO 83 : 1979
Steel-Charpy impact test (U-notch)
(Stahl-Kerbschlagbiegeversuch nach Charpy (U-Kerb))

ISO 261 : 1998


ISO general purpose metric screw threads - General Plan
(Metrische ISO-Gewinde für allgemeine Verwendung - Ubersicht)

ISO 262 : 1998


ISO general purpose metric screw threads - Selected sizes for screws, bolts and nuts
(Metrische ISO-Gewinde für allgemeine Verwendung - Auswahlgrößen für Schrauben und Muttern)
Seite 4
EN ISO 898-1 : 1999

: 1979
Fasteners - Clearance holes for bolts and screws
(Mechanische Verbindungselemente; Durchgangslöcher für Schrauben)

ISO 724 : 1978


ISO general purpose metric screw threads - Basic dimensions
(Metrische ISO-Gewinde für allgemeine Anwendung - Grundmaße)

ISO 898-2 : 1992


Mechanical properties of fasteners made of carbon steel and alloy steel - Part 2: Nuts with specified proof load
values - Coarse thread
(Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl -
Teil 2: Muttern mit festgelegten Prüfkräften - Regelgewinde)

ISO 898-5 : 1998


Mechanical properties of fasteners made of carbon steel and alloy steel - Part 5: Set screws and similar
threaded fasteners not under tensile Stresses
(Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl -
Teil 5: Gewindestifte und ähnliche nicht auf Zug beanspruchte Verbindungselemente)

ISO 898-7 : 1992


Mechanical properties of fasteners made of carbon steel and alloy steel - Part 7: Torsional test and minimum
torques for bolts and screws with nominal diameters 1 mm to 10 mm
(Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl -
Teil 7: Torsionsversuch und Mindest-Bruchdrehmomente für Schrauben mit Nenndurchmessern von 1 mm bis
10 mm)

ISO 965-1 : 1998


ISO general purpose metric screw threads - Tolerantes - Part 1: Principles and basic data
(Metrische ISO-Gewinde allgemeiner Anwendung - Toleranzen - Teil 1: Grundlagen und Grundabmaße)

ISO 965-2 : 1998


ISO general purpose metric screw threads - Tolerantes - Part 2: Limits of sizes for general purpose external
and internal screw threads - Medium quality
(Metrische ISO-Gewinde allgemeiner Anwendung - Toleranzen - Teil 2: Grenzmaße von Außen- und Innen-
gewinden allgemeiner Anwendung - Toleranzklasse Mittel)

ISO 6157-1 : 1988


Fasteners - Surface discontinuities - Part 1: Bolts, screws and studs for general requirements
(Verbindungselemente - Oberflächenfehler - Teil 1: Schrauben für allgemeine Anforderungen)

ISO 6157-3 : 1988


Fasteners - Surface discontinuities - Part 3: Bolts, screws and studs for special requirements
(Verbindungselemente - Oberflächenfehler - Teil 3: Schrauben für spezielle Anforderungen)

ISO 6506 : 1981


Metallic materials - Hardness test - Brinell test
(Metallische Werkstoffe - Härteprüfung - Brinellprüfung)

ISO 6507-1 : 1997


Metallic materials - Hardness test - Vickers test - Part 1: Test method
(Metallische Werkstoffe - Härteprüfung - Vickersprüfung - Teil 1: Prüfverfahren)

ISO 6508 : 1986


Metallic materials - Hardness test - Rockwell test (scales A, B, C, D, E, F, G, H, K)
(Metallische Werkstoffe - Härteprüfung - Rockwellprüfung (Skalen A, B, C, D, E, F, G, H, K))

ISO 6892 : 1998


Metallic materials - Tensile testing at ambient temperature
(Metallische Werkstoffe - Zugversuch bei Raumtemperatur)
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EN ISO 898-1 : 1999

3 Bezeichnungssystem
Das Bezeichnungssystem für die Festigkeitsklassen von Schrauben zeigt Tabelle 1. Die Abszisse des Koordinaten-
systems gibt die Nennzugfestigkeit R; in N/mm*, die Ordinate die Mindestbruchdehnung A,, in % an.

Das Kennzeichen der Festigkeitsklasse besteht aus zwei Zahlen:

- die erste Zahl entspricht l/,oo der Nennzugfestigkeit in N/mm’ (siehe 5.1 in Tabelle 3)

- die zweite Zahl gibt das 1 Ofache des Verhältnisses der unteren Streckgrenze R,, (oder 0,2%-Dehngrenze Rp&
zur Nennzugfestigkeit R,, Nenn an (Streckgrenzenverhältnis).

Die Multiplikation der beiden Zahlen ergibt ‘/,,, der Streckgrenze in N/mm’.

Der Mindestwert der unteren Streckgrenze Re,d,min (oder der Mindestwert der 0,2%-Dehngrenze RpO,Z,min) und die
Mindestzugfestigkeit R,, min sind gleich oder größer als die Nennwerte (siehe Tabelle 3).

Tabelle 1: Bezeichnungssystem der Festigkeitsklassen

Nennzugfestigkeit

12 5.8 I 9.8 a
Mindest- 14 8.8
bruch-
dehnung 16 1
1 1I 1m 4.8 1 1 1 1 1 1 1 1 1
% 18
20 I I I
22 I I I 5.6
25 4.6
30 3.6

Verhältnis Streckgrenze zur Zugfestigkeit


Zweite Zahl des Bezeichnungssystems .6 -%- .9
untere Streckgrenze ReLb
x 100 %
Nennzugfestigkeit R,” Nenn

oder
60 80 90
42% -Dehngrenze RP o 2 b
xlOO%
Nennzugfestigkeit Rm, Nznn

ANMERKUNG: Die aufgeführten Festigkeitsklassen in diesem Teil von ISO 898 gelten nicht alle grundsätzlich
für alle Arten genormter Schrauben. In den einzelnen Produktnormen ist eine sinnvolle Auswahl der
Festigkeitsklassen getroffen worden. Bei Anwendung der Festigkeitsklassen für nicht genormte Schrauben wird
empfohlen, sich so eng wie möglich an die für ähnliche genormte ,Produkte erfolgte Auswahl anzulehnen.

a Gilt nur für Gewinde-Nenndurchmesser d I 16 mm.

b Es gelten die Nennwerte nach Tabelle 3.


Seite 6
EN ISO 898-1 : 1999

4 Werkstoffe

Tabelle 2 legt Stähle und Anlaßtemperaturen für die unterschiedlichen Festigkeitsklassen der Schrauben fest.

Die chemische Zusammensetzung ist nach den entsprechenden ISO-Normen zu ermitteln.

Tabelle 2: Stähle

Zusammensetzung
(Masseanteil in %)
Werkstoff und Wärmebehandlung

Kohlenstoffstahl

Cr), abgeschreckt und angelassen


legierter Stahl, abgeschreckt und angelassen g 0,20 0,55 0,035 0,035
2.9 ‘ fl ’ Legierter Stahl, abgeschreckt und angelassen g 0,28 0,50 0,035 0,035 0,003 380

a Der Bor-Gehalt darf 0,005 % erreichen vorausgesetzt, daß das nicht wirksame Bor durch Zusätze von Titan
und/oder Aluminium kontrolliert wird.
b Für diese Festigkeitsklassen ist Automatenstahl mit folgenden maximalen Phosphor-, Schwefel- und
Bleianteilen zulässig: Schwefel: 0,34 %; Phosphor: 0,ll %; Blei: 0,35 %.
’ Für Nenndurchmesser über 20 mm kann es notwendig sein, einen für die Festigkeitsklasse 10.9
vorgesehenen Werkstoff zu verwenden, um eine ausreichende Härtbarkeit sicherzustellen.
d Bei Kohlenstoffstählen mit Bor als Zusatz und einem Kohlenstoffgehalt unter 0,25 % (Schmelzanalyse)
muß ein Mangangehalt von mindestens 0,60 % für Festigkeitsklasse 8.8 und 0,70 % für die Festigkeits-
klassen 9.8, 10.9 und 10.9 vorhanden sein.
e Für Produkte aus diesen Stählen muß das Kennzeichen der Festigkeitsklasse zusätzlich unterstrichen sein
(siehe Abschnitt 9). 10.9 muß alle in Tabelle 3 für 10.9 festgelegten Eigenschaften erreichen. Die geringere
Anlaßtemperatur bei 10.9 ergibt jedoch ein unterschiedliches Spannungsrelaxationsverhalten bei höheren
Temperaturen (siehe Anhang A).
’ Der Werkstoff für diese Festigkeitsklassen muß ausreichend härtbar sein, um sicherzustellen, daß im
Gefüge des Kernes im Gewindeteil ein Martensitanteil von ungefähr 90 % im gehärteten Zustand vor dem
Anlassen vorhanden ist.
g Legierter Stahl muß mindestens einen der folgenden Legierungsbestandteile in der angegebenen Mindest-
menge enthalten: Chrom 0,30 %, Nickel 0,30 %, Molybdän 0,20 %, Vanadium 0,lO %. Wenn zwei, drei oder
vier Elemente in Kombination festgelegt sind und geringere Legierungsanteile haben, als oben angegeben,
dann ist der für die Klassifizierung anzuwendende Grenzwert 70 % der Summe der oben angegebenen
Einzelgrenzwerte für die zwei, drei oder vier betreffenden Elemente.
h Für die Festigkeitsklasse 12.9 ist eine metallographisch feststellbare, mit Phosphor angereicherte weiße
Schicht an Oberflächen, die auf Zug beansprucht werden, nicht zulässig.
’ Die chemische Zusammensetzung und die Anlaßtemperatur werden zur Zeit untersucht.
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EN ISO 898-1 : 1999

5 Mechanische und physikalische Eigenschaften

Die mechanischen und physikalischen Eigenschaften von Schrauben nach Tabelle 3 gelten für Prüfungen nach
Abschnitt 8 bei Raumtemperatur.

Tabelle 3: Mechanische und physikalische Eigenschaften

Mechanische und physikalische

Rockwellhärte HR

Spannung unter Prüfkraft

’ Bei Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 mit Gewindedurchmesser d < 16 mm besteht ein erhöhtes Abstreifrisiko für
Muttern, wenn die Schraubenverbindung über die Prüfkraft der Schraube hinaus angezogen wird. Die Norm ISO 898-2 wird zur
Beachtung empfohlen.
’ Die Festigkeitsklasse 9.8 gilt nur für Gewinde-Nenndurchmesser d 5 16 mm
’ Für Stahlbauschrauben liegt die Grenze bei 12 mm.
’ Die Mindest-Zugfestigkeiten gelten für Schrauben mit Nennlängen 12 2,5 d. Die Mindest-Härten gelten für Schrauben mit
Nennlängen 1~ 2,5 d und für solche Produkte, die nicht im Zugversuch geprüft werden können (z. B. wegen der Kopfform).
’ Für die Prüfung an ganzen Schrauben müssen die Bruchkräfte, die zur Berechnung von R, verwendet werden, mit den Werten in
den Tabellen 6 und 8 übereinstimmen.
Ein Härtewert am Ende der Schraube darf höchstens 250 HV, 238 HB oder 99,5 HRB betragen
g Die Oberflächenhärte darf am jeweiligen Produkt 30 Vickerspunkte der gemessenen Kernhärte nicht überschreiten, wenn
sowohl die Oberflächenhärte als auch die Kernhärte mit HV 0,3 ermittelt werden. Für die Festigkeitsklasse 10.9 darf eine
Oberflächenhärte von 390 HV nicht überschritten werden.
h Falls die untere Streckgrenze R,, nicht bestimmt werden kann, gilt die 0,2%-Dehngrenze R,0,2. Für die Festigkeitsklassen 4.8, 5.8
und 6.8 sind die Werte für R,, nur als Berechnungsgrundlage angegeben, sie werden nicht geprüft.
’ Das der Bezeichnung der Festigkeitsklasse entsprechende Streckgrenzenverhältnis und die Mindestspannung an der 0,2%-
D e h n g r e n z e R p0,2 gelten für spanend bearbeitete Proben. Bei Prüfung von ganzen Schrauben variieren diese Werte aufgrund von
Auswirkungen des Herstellverfahrens und der Größeneinflüsse.
Seite 8
EN ISO 898-1 : 1999

6 Zu ermittelnde mechanische und physikalische Eigenschaften


Für die Prüfung der mechanischen und physikalischen Eigenschaften von Schrauben sind in Tabelle 5 zwei
Prüfprogramme, A und B, angegeben, denen die in Abschnitt 8 beschriebenen Prüfverfahren zugrunde liegen.
Unabhängig von der Wahl des Prüfprogrammes sind alle in Tabelle 3 angegebenen Anforderungen zu erfüllen.

Die Anwendung des Prüfprogrammes B ist stets erwünscht, bei Produkten mit Bruchkräften unter 500 kN jedoch
verbindlich, sofern die Anwendung von Prüfprogramm A nicht ausdrücklich vereinbart ist.

Prüfprogramm A ist für abgedrehte Proben und für Schrauben geeignet, deren Schaftquerschnitt kleiner als der
Spannungsquerschnitt ist.

Tabelle 4: Schlüssel für die Prüfprogramme (siehe Tabelle 5)

Schrauben mit Schrauben mit


Größe Gewinde-Nenndurchmesser Gewinde-Nenndurchmesser
I 3 mm oder Länge 1 -C 2,5 da d > 3 mm und Länge 12 25 d

Entscheidende Prüfung l
0
für die Annahme
.
Ia Außerdem Schrauben mit Kopf- oder Schaftformen, die schwächer sind als der Gewindeteil. I
Seite 9
EN ISO 898-1 : 1999

Tabelle 5: Prüfprogramme A und B für Annahmeprüfungen


l (Die Prüfvetiahren gelten für die Bestimmung der mechanischen, nicht jedoch der chemischen Eigenschaften)

Prüfprogramm A Prüfprogramm B
Festigkeitsklasse Festigkeitsklasse
Prüf-
Eigenschaften 3.6, 4.6 8.8, 9.8 3.6, 4.6 0.8, 9.0
wpe Prüfverfahren Prüfverfahren
5.6 10.9 4.0, 5.6 10.9
12.9 5.0, 6.8 12.9
5 . 2 Mindestzug- 8.1 Zugversuch l l 8.2 Zugversuch ’ l l
festigkeit Rimn
5.3 Mindesthärte ’
und
8.4 Härteprüfung’ 0 0 8.4 Härteprüfung ’
0 0
0 0 0 0
1 5.4 Maximale Härte l l l l
und
5.5
5.6 Maximale Ober- * l
flächenhärte 0 0

5.7 Mindestwert der 8.1 Zugversuch l


unteren Streck-
grenze ReL,min d
5 . 8 O,P%-Dehn- 8.1 Zugversuch l
11 grenze R, o,z d
5.9 Spannung unter 8.5 Prüfkraftversuch l l
Prüfkraft Sp

a Falls der Schrägzugversuch bestanden wurde, ist der axiale Zugversuch nicht erforderlich.

b Die Mindesthärten gelten nur für Schrauben mit Nennlängen 1 c 2,5 d und für solche Produkte, die nicht im Zugversuch geprüft
werden können (z. B. wegen der Kopfform).

’ Die Härte darf nach Vickers, Brinell oder Rockwell geprüft werden. In Zweifelsfällen gilt für die Annahme die Härteprüfung nach
Vickers.

d Nur für Schrauben mit Längen 12 6

’ Nur wenn die Schrauben nicht im Zugversuch geprüft werden können.

’ Schrauben mit Kopfformen, die schwächer sind als der Gewindeteil, sind vom Schrägzugversuch ausgeschlossen.

g Nur für Schrauben mit Gewinde-Nenndurchmesern d 2 16 mm und nur nach Vereinbarung.

h Nur für Festigkeitsklasse 5.6.

’ Nur für Schrauben mit Gewinde-Nenndurchmessern d I 10 mm und Langen, die zu kurz für einen Schrägzugversuch sind.

’ Dieser Versuch ist nicht obligatorisch. Er ist nur im Streitfall a!s Schiedsversuch durchzuführen.
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7 Mindestbruchkräfte und Prüfkräfte


Siehe Tabellen 6, 7, 8 und 9

Tabelle 6: Mindestbruchkräfte - metrisches ISO-Regelgewinde

Festigl eitsklasse
Ge-
winde0 4.8 5.6 5.8 6.8 8.8 9.8 ] 10.9 ] 12.9 1
d
Mindestbruchkra CA 5, Ne”” Rmrmn) in N
mm'
M3 I 5,03 I 166OI 2010 i 2110 2510 2 620 3 020 4 020 4530 5 230 6 140
M3,5 6,78 2240 2 710 ' 2850 3 390 3 530 4 070 5 420 6 100 7 050 8270
M4 8,78 2 900 3 510 3 690 4 390 4 570 5270 7 020 7 900 9130 10700
M5 14,2 4 690 5 680 5 960 7100 7 380 8520 11350 12 800 14 800 17 300
M6 20,l 6 630 8 040 8 440 10 000 10400 12 100 16 100 18100 20 900 24500
M7 28,9 9 540 11 600 12100 14400 15 000 17300 23 100 26 000 30 100 35 300
MB 36,6 12 100 14600 15 400 18300 19 000 22 000 29200 32 900 38 100 44600
MlO 58 19 100 23200 24400 29 000 30200 34 800 46 400 52200 60300 70 800
M12 84,3 27800 33700 35 400 42200 43800 50 600 67 400' 75 900 87700 103 000
M14 115 38 000 46000 48 300 57 500 59 800 69 000 92 000' 104000 120 000 140 000
M16 157 51 800 62 800 65 900 78500 81 600 94 000 125 000' 141 000 163 000 192 000
M18 192 63 400 76 800 80 600 96 000 99800 115000 159000 200 000 234 000
M20 245 80800 98 000 103 000 122 000 127 000 147 000 203 000 255 000 299 000
M22 303 100000 121 000 127000 152 000 158 000 182 000 252 000 - 315 000 370 000
M24 353 116 000 141 000 148000 176 000 184000 212 000 293 000 367 000 431 000
M27 459 152 000 184000 193000 230000 239000 275 000 381 000 477000 560 000
M30 561 185000 224000 236 000 280000 292 000 337 000 466 000 583 000 684 000
M33 694 229000 278 000 292 000 347 000 361 000 416000 576000 722 000 847 000
M36 817 270000 327000 343 000 408 000 425000 490 000 678 000 850 000 997 000
M39 976 322 000 390 000 410 000 488000 508000 586 000 810000 - 1020 000 1200 000

a Wenn in der Gewindebezeichnung keine Gewindesteigung angegeben ist,so gilt Regelgewinde (siehe ISO 261 und ISO 262).
b Berechnung von A, siehe 8.2
' Fürstahlbauschrauben gilt70 000 N, 95 500 N bzw. 130 000 N.

Tabelle 7: Prüfkräfte - metrisches ISO-Regelgewinde

Festigl eitsklasse

6.8 8.8 9.8 10.9 12.9


I I

;, Nenn . %) in N
2210 2 920 3270 4180 4880
2 980 3 940 4 410 5 630 6 580
3 860 5 100 5 710 7290 8 520
6 250 8230 9230 11 800 13 800
8840 11600 13100 16 700 19500
12700 16 800 18 800 24 000 28 000
16100 21 200 23 800 30 400 35 500
25 500 33 700 37 700 48 100 56300
37 100 48 900" 54 800 70 000 81 800
50 600 66 700' 74800 95 500 112000
69 100 91 000' 102 000 130 000 152 000
84500 115 000 - 159 000 186 000
108000 147000 203 000 238 000
133000 182 000 252 000 294 000
155 000 212 000 - 293 000 342 000
202000 275000 - 381 000 445 000
247 000 337 000 466 000 544 000
305000 416 000 576 000 673 000
359 000 490 000 l - 678000 792 000
429 000 586 000 810 000 947 000

a Wenn in der Gewindebezeichnung keine Gewindesteigung angegeben ist, so gilt Regelgewinde (siehe ISO 261 und ISO 262).
b Berechnung von A, Si8h8 8.2.
' Für Stahlbauschrauben gilt50 700 N,68 800 N bzw.94 500 N.
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Tabelle 8: Mindestbruchkräfte - metrisches ISO-Feingewinde

Nenn-
Festig eitsklasse
spannungs-
Gewinde
4.8 1 5.6 1 5.8 6.8 6.8 9.8 10.9 I 12.9
dxPa

Minde tbruchkra t CA ,, Ncnn R, A in N

Ma x 1 Ts 19 600 20 400 47 800


M10 x 1 27 100 32 300 33 500 78 700
MlO x 1,25 25700 30 600 31 800 74700
hI12 x 1,25 38 46 4 7 112 400
M12 x 1,5 37 000 44100 45 800 107 500
M14 x 1,5 52500 62 500 65 000 152 000
M16 x 1,5 70 100 03 500 86 800 204 000
Ml8 x 1,5 90700 108 000 112 000 264 000
M20 x 1,5 114000 136 000 141 000 332 000

-fm22
x 1s -iTmm 166 000 lf3 406 000
M24 x 2 161 000 192 000 200 000 469 000
M27 x 2 208 000 248 000 258 000 605 000
M30 x 2 261 000 310 000 323 000 758 000
M33x2 320000 380 000 396 000 928 000
M36x3 363000 432 000 450 000 1 055 000
'M39x3 433000 515 556bbb 1260 000

a P ist die Gewindesteigung

b Berechnung von A,siehe 8.2.

Tabelle 9: Prüfkräfte - metrisches ISO-Feingewinde

Gewinde
dxP=

Iv18xl
MlO x 1
MlO x 1,25
hI12 x 1,25
M12 x 1,5
M14 x 1,5
-Ml6 x 135
M16 x 1,5
M20 x 1,5
-hJ122 x 1,5
M24x2
M27x2
M30x2
M33x2
M36x3
m39x3

' P ist die Gewindesteigung

b Berechnung von A, siehe 8.2.


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8 Prüfverfahren
8.1 Zugversuch an abgedrehten Proben

Die folgenden Eigenschaften werden an abgedrehten Proben im Zugversuch nach ISO 6892 geprüft.

a) Zugfestigkeit R,

b) Untere Streckgrenze R,, oder 0,2%-Dehngrenze R, o,2

c) Prozentuale Bruchdehnung:

L -L
A = = x 100 %
Lo

d) Prozentuale Brucheinschnürung:

s -s
z = 0 x 100 %
so

Für den Zugversuch ist die in Bild 1 dargestellte Probe zu verwenden. Wenn die Bestimmung der Bruchdehnung
wegen der Schraubenlänge nicht möglich ist, dann ist die Brucheinschnürung zu messen, vorausgesetzt, daß L,
mindestens 3 d, ist.

Bei vergüteten Schrauben mit d > 16 mm darf die Verringerung des Schaftdurchmessers beim Abdrehen nicht mehr
als 25 % des Ausgangsdurchmessers (entsprechend etwa 44 % der ursprünglichen Querschnittsfläche) betragen.

Schrauben in den Festigkeitsklassen 4.8, 5.8 und 6.8 (kaltverformt) dürfen nur als ganze Schrauben im Zugversuch
geprüft werden (siehe 8.2).

d Gewinde-Nenndurchmesser
dO Schaftdurchmesser der Probe (dO c Kerndurchmesser des Gewindes)
b Gewindelänge (b 2 d)
-
L, = 5 dO oder (5,65{S0 ): Anfangsmeßlänge zur Bestimmung der Dehnung
L, 2 3 dO: Anfangsmeßlänge zur Bestimmung der Einschnürung
L, ist die Länge des zylindrischen Schaftes der Probe (L, + dJ
L, ist die Gesamtlänge der Probe (L, + 2r + b)
L, ist die Meßlänge nach dem Bruch (siehe ISO 6892 : 1998)
S, ist die Querschnittsfläche vor dem Zugversuch
S, ist die Querschnittsfläche nach dem Bruch
r ist der Übergangsradius (r 2 4 mm)

Bild 1: Zugprobe
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8.2 Zugversuch an ganzen Schrauben

Der Zugversuch an ganzen Schrauben ist in gleicher Weise wie der Zugversuch an abgedrehten Proben (siehe 8.1)
durchzuführen. Er ist zur Ermittlung der Zugfestigkeit bestimmt. Grundlage der Berechnung der Zugfestigkeit ist
der Nennspannungsquerschnitt A,, Nenn.

71 4 + 4
A 5. Nenn =-
4 l 2 I

darin ist

d2 Flankendurchmesser des Gewindes (Nennmaß)

d3 Kerndurchmesser des Fertigungsprofiles des Gewindes (Nennmaß)

d3 = d, - ;

mit

d, Kerndurchmesser des Grundprofiles (siehe ISO 724)

H Höhe des Profildreiecks des Gewindes (siehe ISO 68)

Bei der Prüfung von ganzen Schrauben gelten die Kräfte der Tabellen 6 bis 9.

Bei der Durchführung des Versuches muß eine freie Gewindelänge von mindestens 1 d belastet sein. Um die
Forderungen dieser Prüfung zu erfüllen, darf der Bruch nur in der freien Gewindelänge oder im Schaft und nicht im
Übergang zwischen Kopf und Schaft auftreten.

Die Belastungsgeschwindigkeit darf 25 mm/min nicht überschreiten. Die Prüfeinrichtung muß so gestaltet sein, daß
keine Biegespannungen auftreten können.

8.3 Torsionsversuch

Für den Torsionsversuch gilt ISO 898-7.

Die Prüfung gilt für Schrauben mit Gewinde-Nenndurchmesser d I 3 mm sowie für kurze Schrauben mit Gewinde-
Nenndurchmessern von 3 mm < d I 10 mm, die nicht im Zugversuch geprüft werden können.

8.4 Härteprüfung

Für Routineprüfungen darf die Härte auf dem Kopf, dem Schaft oder der Kuppe einer Schraube ermittelt werden,
nachdem etwaiger Oberflächenschutz entfernt und die Probe entsprechend vorbereitet ist.

Wird die maximale Härte bei dieser Prüfung überschritten, so ist ein zweiter Versuch an einem Querschnitt, der 1 cl
vom Schraubenende entfernt ist, auf der Mitte des Radius durchzuführen, wobei die maximale Härte den festge-
legten Wert nicht überschreiten darf. Dies gilt für jede Festigkeitsklasse. In Zweifelsfällen gilt die Härteprüfung nach
Vickers.

Die Prüfungen der Oberflächenhärte sind am Schraubenende oder auf einer Schlüsselfläche durchzuführen. Die
entsprechende Stelle ist für die Prüfung nur leicht zu schleifen oder zu polieren, damit reproduzierbare Prüf-
ergebnisse erzielt werden und die ursprünglichen Eigenschaften der Oberflächenrandzone erhalten bleiben. Für die
Prüfung der Oberflächenhärte gilt in Zweifelsfällen die Vickers-Prüfung HV0,3.

Die bei HV0,3 ermittelte Oberflächenhärte ist, um einen realistischen Vergleich zu haben, mit der ebenfalls bei

l HV0,3 ermittelten Kernhärte zu vergleichen, und der relative Anstieg, der bis zu 30 Vickerseinheiten betragen darf,
ist zu ermitteln. Eine Härtesteigerung um mehr als 30 Vickerseinheiten bedeutet Aufkohlung.
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Für die Festigkeitsklassen 8.8 bis 12.9 ist der Unterschied zwischen gemessener Kernhärte und gemessener
Oberflächenhärte entscheidend für die Beurteilung des Kohlungszustandes der Oberflächenschicht der Schraube.

Zwischen der Härte und der Zugfestigkeit muß bei Schrauben keine direkte Beziehung bestehen. Höchstwerte der
Härte sind aus anderen Gründen als aus Festigkeitsüberlegungen gewählt worden, z. B. um Versprödung zu
vermeiden.

ANMERKUNG: Es muß sorgfältig unterschieden werden zwischen einem Härteanstieg durch Aufkohlung und
dem Härteanstieg durch Wärmebehandlung oder durch Kaltverfestigung der Oberfläche.

8.4.1 Härteprüfung nach Vickers

Die Vickershärte ist nach ISO 6507-1 zu prüfen.

8.4.2 Härteprüfung nach Brinell

Die Brinellhärte ist nach ISO 6506 zu prüfen.

8.4.3 Härteprüfung nach Rockwell

Die Rockwellhärte ist nach ISO 6508 zu prüfen.

8.5 Prüfkraftversuch an ganzen Schrauben

Der Prüfkraftversuch gliedert sich in

a) Aufbringen der festgelegten Prüfkraft (siehe Bild 2) und

b) Messen der bleibenden Verlängerung, falls eine solche durch die Prüfkraft verursacht wurde.

Die Prüfkraft nach den Tabellen 7 und 9 ist in einer Zugprüfmaschine axial auf die Schraube aufzubringen. Die volle
Prüfkraft ist 15 s zu halten. Die freie belastete Gewindelänge über dar Mutter muß 1 d betragen.

Für Schrauben mit Gewinde bis Kopf muß der freie belastete Gewindeteil so genau wie praktisch möglich 1 d
betragen.

Um die bleibende Verlängerung zu messen, müssen die beiden Schraubenenden in geeigneter Weise vorbereitet
werden, siehe Bild 2. Vor und nach dem Aufbringen der Prüfkraft muß die Länge der Schraube mit einem Meßgerät
mit kugeligen Meßflächen gemessen werden. Bei der Messung sind Handschuhe oder Zangen zu benutzen, um
Meßfehler möglichst klein zu halten.

Die Bedingungen des Versuches gelten als erfüllt, wenn die gemessene Schraubenlänge nach dem Versuch bei
einer Meßunsicherheit von f 125 pm mit der vor dem Versuch gemessenen Schraubenlänge übereinstimmt.

Die Prüfgeschwindigkeit darf 3 mm/min nicht überschreiten. Die Prüfeinrichtung muß so gestaltet sein, daß keine
Biegespannungen auftreten können.

Verschiedene Einflußgrößen, wie die Geradheit der Probe und Koaxialität des Gewindes, können zusammen mit
dem Meßfehler zu einer scheinbaren Längenänderung der Schraube führen, wenn die Prüfkraft erstmals aufgebracht
wird. In solchen Fällen ist deshalb ein zweiter Versuch mit einer um 3 % größeren Kraft durchzuführen. Der zweite
Versuch gilt als bestanden, wenn die danach ermittelte Länge mit einer zulässigen Meßunsicherheit von 125 um mit
der nach dem ersten Versuch übereinstimmt.
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t Kraft

GanIze Schraube mit Gewinde bis Kc IPf

l Kraft

Ganze Schraube mit Schaft


Geforderter “Kugel/Konus-Kontakt” zwischen Meßtaster
und Zentrierbohrung an den Enden der Schraube

a dh nach DIN ISO 273, Reihe mittel (siehe Tabelle 10)

Bild 2: Aufbringen der Prüfkraft auf ganze Schrauben

8.6 Schrägzugversuch an ganzen Schrauben (nicht Stiftschrauben)

Der Schrägzugversuch ist nicht bei Senkschrauben anzuwenden.

Der Schrägzugversuch ist in einer Zugprüfeinrichtung nach ISO 6892 unter Verwendung eines Keiles nach Bild 3
durchzuführen.

Der Abstand zwischen dem Gewindeauslauf und der Mutter der Spannvorrichtung muß mindestens 1 betragen.
Eine gehärtete Keilscheibe mit den Maßen nach Tabelle 10 und Tabelle 11 ist unter dem Schraubenkopf anzu-
ordnen. Die Schraube muß im Zugversuch bis zum Bruch belastet werden.

Die Bedingungen dieses Versuches sind erfüllt, wenn der Bruch im Schaft oder freien Gewindeteil eintritt und nicht
im Übergang vom Schaft zum Kopf. Die Schraube muß vor dem Bruch die für die jeweilige Festigkeitsklasse gültige
Mindest-zugfestigkeit entweder bei diesem Schrägzugversuch oder aber bei einem zusätzlichen Zugversuch
erreichen.

Bei Schrauben mit Gewinde bis Kopf sind die Bedingungen des Schrägzugversuches auch dann erfüllt, wenn der
Bruch im Gewindeteil beginnt und von dort in den Übergang zum Kopf oder in den Kopf selbst hineinreicht.

Für Schrauben der Produktklasse C sollte ein Radius r, = r,,,,, + 0,2 mm verwendet werden.
d
w o b e i rm, = a. max - 4 min
2

darin ist

r der Unterkopfradius

d, der Innendurchmesser der Auflagefläche

d, der Durchmesser des glatten Schaftes


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, , (d/2Imin.
I I

a d,, nach ISO 273, Reihe mittel (siehe Tabelle 10)


b Härte mindestens 45HRC
’ gerundet oder unter 45” abgeschrägt

Bild 3: Schrägzugversuch an ganzen Schrauben

Tabelle 10: Lochdurchmesser für Schrägzugversuch


Maße in Millimeter

Nenndurchmesser Nenndurchmesser

Tabelle 11: Keilwinkel

Gewinde- Festigkeitsklassen für:


Nenndurchmesser Schrauben mit Schrauben mit Gewinde bis Kopf oder
der Schraube gewindefreier Schaftlänge l8 2 2 d gewindefreier Schaftlänge ls < 2 d
d 3.6, 4.6, 4.8, 5.6 6.8, 12.9 3.6, 4.6, 4.8, 5.6 6.8, 12.9
5.8, 8.8, 9.8, 10.9 5.8, 8.8, 9.8, 10.9
mm a f 30’
I
ds20 10” 6” 6” 4”
20 < d I 39 6” 4” 4” 4”

Bei Schrauben mit Kopfdurchmesser über 1,7 d, die beim Schrägzugversuch durchfallen, darf der Kopf auf einen
Durchmesser von 1,7 abgedreht und der Versuch mit einem Keilwinkel entsprechend Tabelle 11 wiederholt
werden.

Außerdem darf bei Schrauben mit Kopfdurchmesser über 1,9 d anstelle des IO”-Keilwinkels ein solcher von 6” ver-
wendet werden.
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8.7 Kerbschlagbiegeversuch an spanend hergestellten Proben

Der Kerbschlagbiegeversuch ist nach ISO 83 durchzuführen. Die Probe muß in Längsrichtung möglichst nahe der
Oberfläche der Schraube entnommen werden, und zwar so, daß die nichtgekerbte Seite der Probe zur Oberfläche
der Schraube gerichtet ist. Der Kerbschlagbiegeversuch ist nur bei Schrauben mit Gewinde-Nenndurchmes-
sern d 2 16 mm möglich.

8.8 Kopfschlagversuch an ganzen Schrauben mit d 2 10 mm und an Schrauben, die für einen
Schrägzugversuch zu kurz sind

Der Kopfschlagversuch ist nach Bild 4 durchzuführen.

Der Kopf der Schraube muß sich durch mehrere Hammerschläge um den Winkel 90°-ß biegen lassen, ohne daß
sich Anrisse im Übergang vom Schaft zum Kopf zeigen, wenn mit mindestens 8facher und höchstens 10facher
Vergrößerung geprüft wird.

Bei Schrauben mit Gewinde bis Kopf ist ein Anreißen im ersten Gewindegang zulässig, sofern der Kopf nicht
abplatzt.

ANMERKUNG 1: Werte für d,, und r, (wobei r2 = r,), siehe Tabelle 10

ANMERKUNG 2: Die Dicke der Prüfplatte sollte > 2 d sein.

Bild 4: Kopfschlagversuch

Tabelle 12: Werte für Winkel ß

Festigkeitsklasse 3.6 4.6 5.6 4.8 5.8 6.8 8.8 9.8 10.9 12.9

8.9 Entkohlungsprüfung: Bestimmung des Kohlungszustandes

Mit Hilfe der in den Abschnitten 8.9.2.1 oder 8.9.2.2 angegebenene Meßmethoden ist an einem Längsschliff des
Gewindes zu prüfen, ob die Höhe der Zone des Grundmetalls (E) und die Tiefe der vollständig entkohlten Zone (G),
soweit vorhanden, innerhalb festgelegter Grenzen liegen (siehe Bild 5).

Der Größtwert von G und die Formel für den Mindestwert von E sind in Tabelle 3 festgelegt.

8.9.1 Begriffe

8.9.1.1 Grundmetallhärte

Härte nahe der Randschicht im Verlauf vom Kern zum Außendurchmesser unmittelbar bevor ein Anstieg oder Abfall
in Erscheinung tritt, der auf Aufkohlung oder Entkohlung hinweist.
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8.9.1.2 Entkohlung

Allgemein, Verringerung des Kohlenstoffgehaltes in der Randschicht handelsüblicher Eisenwerkstoffe (Stähle).

8.9.1.3 Teilweise Entkohlung (Abkohlung)

Entkohlung, bei der die Verringerung des Kohlenstoffgehaltes eine hellere Schattierung des angelassenen Martensits
und eine deutlich niedrigere Härte als im Grundmetall verursacht, ohne jedoch bei metallographischer Prüfung
Ferritkörner zu zeigen.

8.9.1.4 Vollständige Entkohlung (Auskohlung)

Entkohlung mit so starker Verringerung des Kohlenstoffgehaltes, daß bei metallographischer Prüfung ein rein
ferritisches Gefüge sichtbar wird.

8.9.1.5 Aufkohlung

Ergebnis einer Anreicherung der Randschicht mit Kohlenstoff über den Kohlenstoffgehalt des Grundmetalls hinaus.

Legende

1 vollständig entkohlt
2 teilweise entkohlt
3 Plankendurchmesserlinie
4 Grundmetall

H, ist die Gewindetiefe des Schraubengewindes unter Maximal-Material-Bedingung.

Bild 5: Entkohlungszonen

8.9.2 Prüfverfahren

8.9.2.1 Mikroskopische Prüfung

Die mikroskopische Prüfung erlaubt die Bestimmung von E und G.

Sie ist an einem Längsschliff durch die Gewindeachse, ungefähr 55 d vom Gewindeende entfernt, durchzuführen,
nachdem die jeweilige Wärmebehandlung der Schraube abgeschlossen ist. Die Probe ist entweder in einer
Schliffklemme aufzunehmen oder vorzugsweise in Kunststoff einzubetten.
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Nach dem Aufnehmen bzw. Einbetten der Probe ist deren Oberfläche ordnungsgemäß zu schleifen und zu polieren.

Ätzen mit S%iger Salpetersäure (konzentrierte Salpetersäure in Äthanol) ist üblicherweise geeignet, die durch
Entkohlung verursachte Veränderung der Mikrostruktur sichtbar zu machen.

Falls nichts anderes vereinbart wird, ist für die Prüfung ein Mikroskop mit einer Vergrößerung von 100 : 1 zu
verwenden.

Falls das Mikroskop eine Mattscheibe besitzt, kann die Entkohlungstiefe unmittelbar mit einem Maßstab gemessen
werden. Wird ein Meßokular benutzt, sollte ein Fadenkreuz oder ein Maßstab vorhanden sein.

8.9.2.2 Bestimmung durch Härteprüfung (Schiedsverfahren für die Bestimmung der teilweisen Entkohlung)

Die Bestimmung des Entkohlungszustandes im Gewinde vergüteter Schrauben durch Härteprüfung ist nur bei
Gewinden mit einer Steigung P von mindestens 1,25 mm möglich.

Die Härte nach Vickers ist an drei Stellen entsprechend Bild 6 zu bestimmten. Die Formeln für E sind in Tabelle 3
festgelegt. Die Prüfkraft muß 300 g betragen.

Die Meßstelle 3 muß auf der Flankendurchmesserlinie in dem den Meßstellen 1 und 2 benachbarten Gewindezahn
liegen.

Die Vickers-Härte an der Meßstelle 2 muß gleich oder größer als die an der Meßstelle 1 minus 30 Vickerseinheiten
sein. Die Höhe der nichtentkohlten Zone E muß mindestens den Werten nach Tabelle 13 entsprechen.

Die Vickers-Härte an der Meßstelle 3 muß gleich oder geringer als die an der Meßstelle 1 plus 30 Vickerseinheiten
sein.

Eine vollständige Entkohlung bis zu den maximalen Werten nach Tabelle 3 kann nicht durch Härtemessung geprüft
werden.
Maße in Millimeter

Legende

1, 2, 3 Meßpunkte HV, 2 HV, - 30


4 Flankendurchmesserlinie HV, I HV, + 30

Bild 6: Härtemeßpunkte zur Prüfung des Kohlungszustandes


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Tabelle 13: Werte für H, und E

a Für P < 1 mm nur mikroskopische Prüfung.


b Berechnet auf der Grundlage der Festlegung in 5.16, siehe Tabelle 3.

8.10 Wiederanlaßversuch

Die Mittelwerte aus drei Kernhärtemessungen an einer Schraube jeweils vor und nach dem Wiederanlassen mit
einer Temperatur 10 “C unter der festgelegten Mindest-Anlaßtemperatur und einer Haltezeit von 30 Minuten dürfen
um nicht mehr als 20 Vickerseinheiten differieren.

8.11 Prüfung des Oberflächenzustandes l


-
Für die Prüfung des Oberflächenzustandes gelten die Normen ISO 6157-1 oder ISO 6157-3, je nachdem, welche
zutrift?

Im Falle des Prüfprogrammes A ist die Prüfung des Oberflächenzustandes vor dem Abdrehen der Proben
durchzuführen.

9 Kennzeichnung
Mechanische Verbindungselemente, die entsprechend den Anforderungen dieser Norm hergestellt wurden, sind
entsprechend den Abschnitten 9.1 bis 9.5 zu kennzeichnen.

Nur wenn alle Anforderungen dieses Teils von ISO 898 erfüllt sind, sind die Teile nach dem in Abschnitt 3
beschriebenen Bezeichnungssystem zu kennzeichnen und/oder zu beschreiben.

Sofern in den Produktnormen nicht anders festgelegt, geht die Höhe von erhabenen Kennzeichen nicht in die
Kopfhöhe mit ein.

Die Kennzeichnung von Schlitz- und Kreuzschlitzschrauben ist nicht üblich.

9.1 Kennzeichnung mit Herstellerzeichen

Ein Herstellerzeichen ist während des Herstellprozesses an allen Produkten anzubringen, die mit der Festigkeits-
klasse gekennzeichnet sind. Die Kennzeichnung mit dem Hersteilerzeichen wird auch bei Produkten empfohlen, die
nicht mit einer Festigkeitsklasse gekennzeichnet sind.

Im Sinne dieses Teils von ISO 898 gilt ein Händler, der Verbindungselemente mit seinem eigenen Zeichen versieht,
als Hersteller.

9.2 Kennzeichen der Festigkeitsklasse

Kennzeichen der Festigkeitsklassen für Schrauben sind in Tabelle 14 aufgeführt.

Tabelle 14: Kennzeichen


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Im Falle von kleinen Schrauben, oder wenn die Kopfform eine Kennzeichnung nach Tabelle 14 nicht zuläßt, darf das
0 Uhrzeigersystem nach Tabelle 15 angewendet werden,

Tabelle 15: Uhrzeigersystem zur Kennzeichnung von Schrauben

Festigkeitsklasse

•f$y&$~

Kennzeichen

b
b b
b

Festigkeitsklasse

a Die 12 Uhr-Position (Bezugsmarkierung) ist entweder durch das Herstellerzeichen oder durch einen Punkt
festzulegen.

b Die Festigkeitsklasse wird durch einen Strich oder Doppelstrich und im Falle von 12.9 durch einen Punkt
gekennzeichnet.

9.3 Identifizierung

9.3.1 Sechskantschrauben und Schrauben mit Außensechsrund

Sechskantschrauben und Schrauben mit Außensechsrund (einschließlich Produkte mit Flansch) sind mit dem
Herstellerzeichen und mit dem Kennzeichen der Festigkeitsklasse nach Tabelle 14 zu kennzeichnen.

Diese Kennzeichnung ist obligatorisch für alle Festigkeitsklassen und ist vorzugsweise auf dem Schraubenkopf
(erhöht oder vertieft) oder auf einer Schlüsselfläche (vertieft) anzubringen (siehe Bild 7). Bei Schrauben mit Flansch
ist die Kennzeichnung auf dem Flansch anzubringen, sofern der Herstellprozeß eine Kennzeichnung auf dem Kopf
nicht zuläßt.
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Die Kennzeichnung ist vorgeschrieben für Sechskantschrauben und Schrauben mit Außensechsrund mit Gewinde-
Nenndurchmesser d 2 5 mm.

* Herstellerzeichen
b Festigkeitsklasse

Bild 7: Beispiele für die Kennzeichnung von Sechskantschrauben und Schrauben mit Außensechsrund

9.3.2 Zylinderschrauben mit Innensechskant und mit Innensechsrund

Zylinderschrauben mit Innensechskant und mit Innensechsrund sind mit dem Herstellerzeichen und mit dem Kenn-
zeichen der Festigkeitsklasse nach Tabelle 14 zu kennzeichnen.
0
Diese Kennzeichnung ist obligatorisch für Festigkeitsklassen 8.8 und höher und ist vorzugsweise auf der Zylinder-
fläche des Kopfes (vertieft) oder auf der Kopfoberfläche (erhöht oder vertieft) anzubringen (siehe Bild 8).

Die Kennzeichnung ist vorgeschrieben für Zylinderschrauben mit Innensechskant und mit Innensechsrund mit
Gewinde-Nenndurchmesser d 2 5 mm.

Bild 8: Beispiele für die Kennzeichnung von Zylinderschrauben mit Innensechskant

9.3.3 Flachrundschrauben mit Vierkantansatz

Flachrundschrauben mit Vierkantansatz mit Festigkeitsklassen 8.8 und höher sind mit dem Herstellerzeichen und mit
dem Kennzeichen der Festigkeitsklasse nach Tabelle 14 zu kennzeichnen.

Die Kennzeichnung ist für Schrauben mit Nenndurchmesser d 2 5 mm verbindlich vorgeschrieben. Sie ist auf dem
Kopf vertieft oder erhöht anzubringen (siehe Bild 9).

Bild 9: Beispiel für die Kennzeichnung von Flachrundschrauben mit Vierkantansatz

9.3.4 Stiftschrauben
-
Stiftschrauben mit Gewinde-Nenndurchmessern d 2 5 mm und Festigkeitsklasse 5.6 sowie mit Festigkeitsklassen 8.8
und höher sind mit dem Kennzeichen der Festigkeitsklasse nach Tabelle 14 und dem Herstellerzeichen auf dem
l
gewindefreien Teil der Stiftschraube vertieft zu kennzeichnen, siehe Bild 10.
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a Wenn die Kennzeichnung auf dem gewindefreien Teil nicht möglich ist, ist eine Kennzeichnung nur mit der
Festigkeitklasse auf dem Mutterende der Stiftschraube zulässig, siehe Bild 10. Für Stiftschrauben mit Festsitzge-
winde ist die Kennzeichnung mit dem Herstellerzeichen auf dem Mutterende nur dann vorzunehmen, wenn dies
möglich ist.

Bild 10: Kennzeichnung von Stiftschrauben

Die in Tabelle 16 angegebenen Kennzeichen zur Kennzeichnung der Festigkeitsklasse sind wahlweise zugelassen.

Tabelle 16: Wahlweise Kennzeichen für Stiftschrauben

Festigkeitsklasse 5.6 8.8 9.8 10.9 12.9

Kennzeichen
-
0 + El A

9.3.5 Andere Arten von Schrauben

Wenn vereinbart, sind die in den vorangehenden Unterabschnitten von Abschnitt 9 beschriebenen

l Kennzeichnungssysteme auch für andere Schraubenarten und für Sonderteile zu verwenden.

9.4 Kennzeichnung von Schrauben mit Linksgewinde

Schrauben mit Linksgewinde sind mit einem Symbol nach Bild 11 entweder auf der Oberfläche des Kopfes oder auf
der Kuppe des Gewindeendes zu kennzeichnen.

Die Kennzeichnung ist vorgeschrieben für Schrauben mit Gewinde-Nenndurchmessern d 2 5 mm.

/ Bild 11: Kennzeichnung von Linksgewinde

a
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Sechskantschrauben mit Linksgewinde dürfen wahlweise auch entsprechend Bild 12 gekennzeichnet werden.
l

Legende

s ist die Schlüsselweite


k ist die Kopfhöhe

Bild 12: Wahlweise Kennzeichnung von Linksgewinde l

9.5 Wahlweise Kennzeichnung


0
Die Verwendung der wahlweisen Kennzeichnungsarten nach Abschnitt 9.2 bis 9.4 bleibt dem Hersteller freigestellt.

9.6 Kennzeichnung von Verpackungen

Bei allen Schraubengrößen sind die Verpackungen mit der Angabe des Herstellers und der Festigkeitsklasse zu
kennzeichnen.
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Anhang A (informativ)

Untere Streckgrenze oder O,P%-Dehngrenze bei heherer Temperatur

Die mechanischen Eigenschaften von Schrauben verändern sich auf unterschiedliche Weise mit wachsender
Temperatur. In Tabelle A.l werden, nur als Richtwerte, Angaben über die Verminderung der unteren Streckgrenze
oder der 0,2%-Dehngrenze bei einigen höheren Temperaturen gemacht. Diese Werte dürfen nicht als Prüfwerte
angesehen werden.

Tabelle A.l: Untere Streckgrenze oder 0,2 %-Dehngrenze bei höherer Temperatur

Temperatur “C
+ 20 + 100 + 200 + 250 + 300
Festigkeitsklasse.
Untere Streckgrenze R,,
oder 0,2%-Dehngrenze R, ,,?
N/mm’
5.6 300 I 270 I 230 215 195
8.8 640 590 540 510 480
10.9 940 875 790 745 705
10.9 940
I 1 I I I

12.9 I 1 100 I 1 020 I 925 1 875 I 825

Fortgesetzter Einsatz bei höheren Temperaturen kann zu deutlicher Spannungsrelaxation führen. Als ein typisches
Ergebnis führen 100 Stunden bei 300 “C zu einem bleibenden Abfall der Klemmkraft der Schraube von 25 %
aufgrund der Reduzierung der Streckgrenze.

Anhang ZA (informativ)

Abschnitte dieser Europäischen Norm, die grundlegende Anforderungen der Richt-


linie 87/404/EWG des Rates betreffen

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen Kommission und
der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet und unterstützt grundlegende Anforderungen der
EWG-Richtlinie 87/404/EWG des Rates vom 25. Juni 1987 über die Harmonisierung der Gesetze der Mitglieds-
staaten für einfache Druckbehälter.

Diese Norm unterstützt als Ganzes die Anforderungen in Anhang 1, Abschnitt 1.3, der oben genannten Richtlinie,
soweit Schrauben aus Kohlenstoffstahl betroffen sind. Die Anwendung dieser Norm ist jedoch auf Schrauben der
Festigkeitsklasse 5.6, die allein für einfache Druckbehälter geeignet sind, beschränkt.

Die Übereinstimmung mit dieser Norm ist eine der Möglichkeiten, die relevanten grundlegenden Anforderungen der
betreffenden Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften zu erfüllen.
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Anhang ZB (normativ)

Normative Verweisungen auf internationale Publikationen mit ihren entsprechenden europäischen


Publikationen

Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publika-
tionen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert und die Publikationen sind
nachstehend aufgeführt. Bei starren Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen dieser
Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei
undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikationen.

Publikation Jahr J-i&! EN Jahr

ISO 273 1979 Fasteners - Clearance holes for bolts and screws EN 20273 1991

ISO 898-2 1992 Mechanical properties of fasteners made of carbon EN 20898-2 1992
steel and alloy steel - Part 2: Nuts with specified
proof load values

ISO 898-5 1998 Mechanical properties of fasteners made of carbon EN ISO 898-5 1998
steel and alloy steel - Part 5: Set screws and similar
threaded fasteners not under tensile Stresses

ISO 898-7 1992 Mechanical properties of fasteners made of carbon EN 20898-7 1992
steel and alloy steel - Part 7: Torsional test and
minimum torques for bolts and screws with nominal
diameters 1 mm to 10 mm

ISO 6157-1 1988 Fasteners - Surface discontinuities - Part 1: Bolts, EN 26157-1 1991
screws and studs for general requirements

ISO 6157-3 1988 Fasteners - Surface discontinuities - Part 3: Bolts, EN 26157-3 1991
screws and studs for special requirements

ISO 6507-1 1997 Metallic materials - Vickers hardness test - EN ISO 6507-1 1997
Part 1: Test method