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→ THEMA: LUNGE
Atemnot (Dyspnoe): Ursachen, Diagnose,
Therapien
Atemnot (Kurzatmigkeit, Dyspnoe) ist das – häufig Angst machende –
Gefühl erschwerten Atmens. Die Ursachen, vor allem Lungen- und
Herzkrankheiten, sind vielfältig und mitunter lebensbedrohlich
Unsere Inhalte sind pharmazeutisch und medizinisch geprüft →

VON DR. MED. CLAUDIA OSTHOFF, AKTUALISIERT AM 08.03.2019

Luftnot versetzt viele Betroffene in Angst und Panik


© Your Photo Today/A1Pix

ATEMNOT: ÜBERBLICK →

ATMEN OHNE NOT: WIE "ES UNS ATMET" →

ATEMNOT – DIAGNOSE →

ATEMNOT – URSACHEN: OBERE ATEMWEGE / KEHLKOPF →

ATEMNOT – URSACHEN: UNTERE ATEMWEGE →

ATEMNOT – URSACHEN: LUNGENERKRANKUNGEN →

ATEMNOT – URSACHEN: LUNGENGEFÄSSE →

ATEMNOT – URSACHEN: RIPPENFELLERKRANKUNGEN →

ATEMNOT – URSACHEN: HERZKRANKHEITEN →

ATEMNOT – URSACHEN: MUSKELN, NERVEN, SKELETT →

ATEMNOT – URSACHEN: BLUT & CO. →

ATEMNOT – URSACHEN: HYPERVENTILATION →

ATEMNOT: FACHLITERATUR →

Atmung und Atemnot: Info vorab


Atmung: Gesunde Erwachsene atmen etwa 15 bis 20-mal pro Minute ein und
aus (Ruhefrequenz). Pro Tag sind es etwa 30.000 Atemzüge. Die Atmung ist
komplex geregelt. Beteiligt sind vor allem die Lungen und Atemmuskeln ("äußere
Atmung") sowie das Blut und die Körperzellen, die den Sauerstoff verwenden
("innere Atmung"). Oberste steuernde Instanz ist das Gehirn. Eine
Schlüsselfunktion bei der Atmung hat der Austausch von Kohlendioxid gegen
Sauerstoff in den Lungenbläschen (siehe auch Bildergalerie im Kapitel "Atemnot-
Ursachen: Lungenerkrankungen").

Natürliche "Atembreite": Emotionale Faktoren wie Angstattacken,


Erschrecken, aufwallender Zorn oder freudige Überraschung schlagen sofort auf
die Atmung durch: Sie kann kurz, aber heftig zulegen (Hyperventilation), oder
der Atem kommt ins Stocken. In der frühen und späten Phase der
Schwangerschaft tritt Kurzatmigkeit auf, jeweils aus unterschiedlichen Gründen.
Auch körperliche Anstrengung steigert die Atmung vorübergehend. Der
Trainingslevel aber macht den Unterschied: So haben Leistungssportler eine viel
größere Luftreserve als durchschnittlich bewegungsaktive Menschen.

Ungünstige Einfüsse: Haltung, Körperlage, Körperbau: In


zusammengesunkener Körperhaltung atmen wir passiv und flach. Luftnot kann
im Liegen zunehmen – viele Herzerkranke kennen das. Hochlagern des
Oberkörpers bringt ihnen meist Erleichterung. Bei Bronchialasthma hilft der
"Kutschersitz" Betroffenen oft, mehr Luft zu bekommen (siehe Bild weiter
unten). Auch ein verformtes Skelett oder starkes Übergewicht (Adipositas)
können das Atmen erschweren.

Unterschiedliche Dauer: Atemnot kann akut auftreten, etwa bei einer


Lungenentzündung. Länger als vier Wochen anhaltende Atemnot wird als
chronisch bezeichnet. Je nach Ursache können dabei auch akute Schübe
auftreten.

Frei strömender Atem: Zug um Zug frische Energie


Zwar geht das Atmen normalerweise ganz von alleine. Doch wir können die Luft auch sehr
bewusst mit einem tiefen Atemzug in uns aufnehmen und sie gezielt einsetzen – etwa um
uns selbst stärker zu spüren. Oder beim Singen und Tanzen. Und wer dabei über perfekte
Atemtechniken verfügt, hat schon mal ganz gute Voraussetzungen, um es zu stimmlicher
oder körperlicher Ausdruckskraft zu bringen.

Das Gegenteil ist Luftnot (Dyspnoe), womit nicht etwa die Atemlosigkeit nach einer starken
körperlichen Anstrengung gemeint ist, sondern jedes nicht normal bis krankhaft
erschwerte Atmen, mithin auch Kurzatmigkeit.

Kurzatmig bei körperlicher Belastung, atemlos bei Stress?


Atemnot ist in gewissen Grenzen alltäglich. So fühlen wir uns bei starkem Stress
manchmal irgendwie atemlos. Die in unseren Genen liegende Reaktionsbereitschaft lässt
Puls und Atemfrequenz ansteigen. Die gefühlte Atemlosigkeit ist hier einerseits der
Ausdruck des Getriebenseins. Sie hat aber auch eine körperliche Entsprechung, denn viele
von uns nehmen sich bei Stress buchstäblich keine Zeit mehr, um bewusst durchzuatmen.
Sie tun das oberflächlich und dazu oft in ungünstiger Haltung. Den Atemfluss beschwingt
das nicht gerade.

Insgesamt funktioniert das Atemsystem in diesen Situationen aber normal. Wichtig wäre es
allerdings, den Stress in den Griff zu bekommen, ebenso ein eventuelles Übergewicht und
allenthalben abgeschlaffte Muskeln, sozusagen "Schwächefaktoren" beim Atmen. Wer den
Körper auf Trab bringt, schlägt gleich allen drei ein Schnippchen.

Normal ist auch das Hecheln nach Luft nach einer starken sportlichen Leistung. Viele
kennen das: Bei Trainingsmangel reicht die Puste gerade mal für einen kurzen Sprint.
Athleten dagegen haben nach einer Höchstleistung sogar oft noch etwas Luft für ein flottes
Interview übrig.

Über die Lungenbläschen und die verbundenen Gefäße findet der Gasaustausch statt
© Your Photo Today/A1Pix

Atemnot gehört zu den häufigsten Symptomen überhaupt


Etwa 25 Prozent der ambulant versorgten Patienten sind wegen Atemnot(Dyspnoe)in
ärztlicher Behandlung. Kein Wunder, denn Herz- und Atemwegserkrankungen – das
Leitsymptom Atemnot trifft auf beide zu – sind weit verbreitet. Die enge Verbindung der
Funktionen von Herz und Lungen verstärkt diesen Effekt noch. 

Zu Atemnot (Dyspnoe) kommt es – auf der körperlichen Ebene – durch Störungen

beim Lufttransport, also beim Hin- und Herbewegen der Luft in den Atemwegen
(Störung der sogenannten Atempumpe; wichtig hier vor allem die Atemmuskeln und
der elastische Brustkorb mit dem Brustfell)

beim Gasaustausch: betrifft die Lungenbläschen, das dazwischen liegende


Bindegewebe, das Blut und die beteiligten Blutgefäße

bei der Atemregulation (Gehirn: übergeordnete Zentren, Atemzentrum,


Körperimpulse)

Luftknappheit kann sich bekanntlich wie ein Panzer um die Brust legen. Das macht
natürlich große Angst oder Panik und verschlimmert die Situation häufig. Unabhängig von
den Körpervorgängen bei der Entstehung von Atemnot ist die Psyche stets mit zu
berücksichtigen. Daher im Akutfall immer beruhigend auf den Betroffenen einwirken, bis
der Arzt eintrifft.

Was tun bei Atemnot?

Ganz klar: Bei plötzlicher schwerer oder zunehmender Luftnot sollte man unverzüglich den
Notarzt (Rettungsdienst, Notruf 112) alarmieren. Häufig kennzeichnet Atemnot
chronische Erkrankungen wie Asthma, obstruktive Bronchitis, Herzschwäche und begleitet
sie mehr oder weniger ständig und wechselnd stark. Dabei kann sie sich jederzeit akut
verschlechtern.

Wenn das der Fall ist, wenn weitere Warnsymptome dazukommen (siehe unten) oder
starke Luftnot aus unklarer Ursache auftritt, ist eine notfallmäßige Behandlung und
Klinikeinweisung unerlässlich, womöglich lebensrettend.

Halten Sie sich als Patient mit einer Erkrankung, die zu akuten Atemproblemen führen
kann, an einen Plan, den Sie genau für diesen Fall mit Ihrem Arzt festgelegt haben. Dazu
gehört auch, ein eventuelles Notfallspray und andere Bedarfsmedikamente nach Vorschrift
einzusetzen. Bewahren Sie Ruhe, nehmen Sie eine aufrechte Körperhaltung ein, die das
Atmen erleichtert.

Spüren Sie – bei bekannter Atemwegserkrankung – durch die Notfallmedikamente alsbald


Erleichterung und Ihr Befinden bessert sich insgesamt wieder, wird der hinzugerufene Arzt
abwägen, ob es vorerst auch ohne Klinikeinweisung geht. Reicht die bisherige Therapie,
oder sollte sie angepasst werden? Das wird dann der behandelnde Arzt prüfen. Oft bessert
sich die Atemnot durch eine vorübergehend intensivierte Behandlung und begleitende
Maßnahmen wieder.

Krankheiten der Atemwege und Lungen: Atemnot ist ein Leitsymptom


Neben Husten – mit und ohne Auswurf – und Brustschmerzen gehört Atemnot zunächst
einmal zu den Hauptsymptomen von Erkrankungen der Atemwege einschließlich der
Lungen. Wer etwa mit Bronchialasthma zu tun hat, spürt häufig einen Widerstand beim
Atmen, insbesondere beim Durch- oder Ausatmen. Das Ausatmen kann hier auch hörbar
erschwert und verlängert sein.

Ein ziehendes oder pfeifendes Geräusch beim Einatmen kann dagegen auf eine Verlegung
der großen Atemwege, etwa der Luftröhre, hinweisen. Eine solche Obstruktion kann innen
in der Luftröhre oder durch Druck von außen entstehen: Beides sind Notfälle.

Das gilt auch für das akute respiratorische Disstress-Syndrom (ARDS). Es kann sich
entwickeln, wenn jemand plötzlich eine Lungenschädigung mit starkem Sauerstoffmangel
und Atemnot erleidet, zum Beispiel im Zuge einer Lungenentzündung oder einer
Entzündung der Bauchspeicheldrüse, nach einer Herzoperation, durch Verletzungen, eine
Rauchgasvergiftung, Verbrennungen oder wenn Magensaft in die Atemwege gelangt ist.

Auch bestimmte Gefäßerkrankungen, wie etwa bei einer Lungenembolie, bei


Lungenhochdruck oder den vergleichsweise seltenen Bindegewebsentzündungen in den
Lungen der Fall, können die Atemfunktion beeinträchtigen.

Das Abhören von Herz und Lungen kann dem Arzt wichtige Hinweise geben
© Thinkstock/Goodshot

Herzkrankheiten: Auch hier ist Atemnot ein wichtiges Symptom


Herzkranke Patienten leiden häufig unter Luftnot. Wenn zum Beispiel ein geschwächtes
Herz nicht mehr genügend Blut in den großen Kreislauf pumpt – auch bei einem
Herzinfarkt möglich –, kann sich Flüssigkeit aus dem Blut in der Lunge stauen. Das
beeinträchtigt den Gasaustausch und erhöht den Tonus der kleinen Bronchien.

Hört der Arzt die Lungen des Betroffenen mit dem Stethoskop ab, stellt er womöglich
krankhafte Atemgeräusche fest, ein feinblasiges Knistern oder sogar Pfeifen und
Brummen, wie eigentlich für Bronchialasthma typisch. Ärzte kennen im Zusammenhang mit
einer Herzschwäche tatsächlich den – mittlerweile veralteten – Begriff Herzasthma
(Asthma cardiale). Mithin kann bei einem Herzinfarkt Atemnot manchmal sogar das einzige
Symptom sein.

Viele andere Ursachen können den Atemfluss behindern


Als weitere mögliche Auslöser von Atemnot folgen Störungen des Gehirns, der Nerven und
Muskeln beziehungsweise Atemmuskeln. Auch sogenannte autoimmune
Systemerkrankungen wie zum Beispiel Kollagenosen, bei denen sich das Bindegewebe in
verschiedenen Organen entzündet, können die Atmung beeinträchtigen, wenn
atmungsaktives Gewebe Schaden nimmt.

Zudem können akute allergische Reaktionen, Stoffwechselstörungen, Krankheiten des


Blutes wie Blutarmut (Anämie) und des Skelettsystems, etwa Verformungen des
Brustkorbs einschließlich der Brustwirbelsäule die Atmung stören. Das gilt auch für
Verletzungen wie etwa Rippenbrüche und Lungenveränderungen durch Vergiftungen oder
Medikamente.

Bei Fieber oder einer Überfunktion der Schilddrüse ist der Sauerstoffverbrauch  gesteigert,
was Luftnot auslösen kann.

Probleme mit den Stimmbändern spielen ebenfalls eine Rolle, ebenso Schmerzen im
Brustbereich. Diese können wiederum zahlreiche Ursachen haben. Dazu gehört auch ein
Krankheitsbild namens Fibromyalgiesyndrom mit chronischen Schmerzen und vielfältigen
anderen Beschwerden, darunter Atemnot. Damit ist die Liste aber noch keineswegs zu
Ende.

Denn Atemnot kann mitunter auch (unbewusster) Ausdruck einer tiefer liegenden
seelischen Belastung sein. Auch hier ist professionelle Hilfe wichtig, etwa in Form einer
Psychotherapie, damit sich das Problem nicht festsetzt.

Weitere Warnsymptome
Neben Atemnot können je nach Ursache noch andere Alarmzeichen auftreten und
Notfallsituationen verschärfen:
Auffällige Atemgeräusche, schnelle, flache oder verminderte Atmung

Atmen wegen sehr starker Atemnot nur mit aufrechtem Oberkörper und abgestützten
Armen möglich (Orthopnoe)

Husten, eventuell blutiger Auswurf 

Blausucht (Zyanose): blau-violette Verfärbung der Haut, Lippen, Nägel und /oder
Schleimhäute, Zunge

Blutdruck sehr hoch oder sehr niedrig


Druck- und Engegefühl in der Brust

Unregelmäßiger, schneller oder sehr langsamer Puls

Bewusstseinsstörung

Kaltschweißigkeit, Unruhe, Zittern

Quaddelbildung auf der Haut mit Rötung und Juckreiz

Schmerzen im Brustkorb (beim Atmen oder unabhängig davon)

Schwellung eines oder beider Beine (Ödeme)

Schwellung der Lippen und Mundschleimhaut

Starker Schwindel, Ohnmachtsgefühl, ausgeprägte Schwäche

LESEN SIE AUCH:


Asthma
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Atemwegskrankheit, die zu Anfällen von
Atemnot und Husten führen kann.
Asthma lässt sich mit Medikamenten
meist gut behandeln →

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Lungenkrankheit
Aus einer chronischen Bronchitis kann
sich eine chronisch obstruktive
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Vor allem Raucher sind betroffen. Alles
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Übersicht: Die wichtigsten Ursachen von Atemnot


Physiologische "Atemnot":

- Schwangerschaft
- Anstrengung (nicht zu verwechseln mit Anstrengungsasthma; siehe dazu Kapitel
"Atemnot – Ursachen: Untere Atemwege, Abschnitt "Bronchien", Punkt "Asthma")

Obere Atemwege(mehr dazu im entsprechenden Kapitel "Atemnot – Ursachen:


Obere Atemwege"; Mund und Nasen-Rachenraum in diesem Beitrag kein Thema):

Kehlkopfbereich

- Pseudokrupp (subglottische Laryngitis)


- Epiglottitis(Kehldeckelentzündung)
- Diphtherie ("echter Krupp")
- Akute Ödeme: Angioödem (früher: Quincke-Ödem) und Nesselsucht (Urtikaria),
Anaphylaxie
- Stimmbandstörung (Vocal Cord Dysfunction, Laryngospasmus)
- Stimmbandlähmung; phonatorische Dyspnoe

Untere Atemwege(Weitere Infos wiederum im Kapitel "Atemnot – Ursachen: Untere


Atemwege"):

Luftröhre

- Verengung (Trachealstenose)
- Verlegung (zum Beispiel durch einen Fremdkörper: Aspiration) oder von außen durch eine
vergrößerte Schilddrüse (Struma) oder einen Tumor

Bronchien

- Asthma
- Chronische (obstruktive) Bronchitis / chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Bronchiektasen
- Mukoviszidose
- Bronchiolitis

Lungen(siehe Kapitel "Atemnot – Ursachen: Lungenerkrankungen"):

- Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)
- Atelektase
- Lungenemphysem (Lungenüberblähung)
- Lungenentzündungen (Pneumonie) durch Infektionerreger
- Andere entzündliche Lungenerkrankungen wie Sarkoidose (Morbus Boeck) oder
Pneumonitis bei Autoimmunkrankheiten, zum Beispiel Systemischer Lupus erythematodes
(SLE)

- Lungentuberkulose (Tbc, Erstinfektion)


- Lungenfibrose, Staublungenkrankheit (Silikose, Asbesterkrankungen)
- Exogen-allergische Alveolitis
- Akutes Lungenversagen (ARDS)

Lungengefäße(siehe Kapitel "Atemnot – Ursachen: Lungengefäße"):

- Lungenembolie
- Lungenhochdruck
- Lungenödem, Höhenlungenödem

Rippenfell (auch Brustfell oder Pleura; siehe Kapitel "Atemnot – Ursachen:


Rippenfellerkrankungen"):

- Rippenfellentzündung, Rippenfellerguss
- Pneumothorax
- Tumoren (Mesotheliom, Tochtergeschwülste bei anderen Krebserkrankungen)

Herz(siehe Kapitel "Atemnot – Ursachen: Herzkrankheiten"):

- Herzinfarkt
- Herzrhythmusstörungen
- Herzklappenerkrankungen
-Herzschwäche (siehe auch Lungenödem)

Muskeln, Nerven, Skelett (siehe Kapitel "Atemnot – Ursachen: Muskeln, Nerven,


Skelett"):

- Neuromuskuläre Erkrankungen (unter anderem Polymyositis, Dermatomyositis,


Amyotrophe Lateralskerose)
- Zwerchfelllähmung
- Verformung oder Versteifung des Brustkorbs (zum Beispiel Skoliose, Trichterbrust,
Bechterew-Krankheit)

- Verletzungen des Brustkorbs (zum Beispiel Rippenbrüche)

Blut & Co. (siehe Kapitel "Atemnot – Ursachen: Blutkrankheiten"):

- Blutarmut (Anämie)
- Gesteigerter Sauerstoffverbrauch: zum Beispiel bei Schilddrüsenüberfunktion
(Hyperthyreose), Fieber, Blutvergiftung

Gesteigerte Atmung: Hyperventilation (siehe Kapitel "Atemnot – Ursachen:


Hyperventilation"):

- Hyperventilationssyndrom

Bewährte Übung: Im Kutschersitz geht das Atmen leichter


© W&B/Bernhard Huber

Vorbeugung und Selbsthilfe


Einiges kann man auch selbst dazu beitragen, um die Atemwege zu schonen. Die größte
Priorität: Rauchverzicht. Auch ein normales Körpergewicht, regelmäßige körperliche
Bewegung und Einnahme der verordneten Medikamente nach Plan statt "nach Gefühl", was
insbesondere für Herz-, Blutdruck- und Asthmamittel gilt, zählen.

Bei der Atemtherapie werden unter anderem bestimmte Atemtechniken trainiert. Das
Training wirkt sich oft positiv auf die Atemtätigkeit und das Befinden aus. Es gibt fließende
Übergänge zu meditativen Übungen und Entspannungsverfahren. Gut, wenn diese
Übungen zum normalen Bestandteil im Alltag werden.

Asthmakranke zum Beispiel können bei Bedarf mit einem kleinen Gerät namens
Peakflowmeter (PEF) ihr Ausatmungsvolumen (den maximalen Atemfluss beim Ausatmen
oder Peakflow) bestimmen. Das kann ihnen helfen, besser einzuschätzen, wie sie ihr
Asthma unter Kontrolle haben. Voraussetzung ist allerdings eine ausreichende Schulung in
einem Asthmaschulungsprogramm.

Leichte körperliche Bewegung trägt dazu bei, den Atemfluss anzuregen und die Atmung zu
stärken. Das gilt selbst bei eingeschränkter Belastbarkeit, wie sie beispielsweise eine Herz-
oder Lungenkrankheit mit sich bringen kann.

Und wer weiß, dass er auf einen Stoff in der Atemluft, etwa bestimmte Pflanzenpollen
(Heuschnupfen als häufigste (Inhalations-) Allergie), in Nahrungsmitteln oder in einem
Medikament allergisch reagiert, wird den Auslöser so gut es geht meiden. Eine
Allergieimpfung kann bei inhalationsallergischen Erkrankungen häufig die Allergie stoppen
und die Entwicklung von allergischem Asthma verhindern.

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Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur
Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen
Arztbesuch nicht ersetzen.

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