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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren

von Sibylle Mühlke

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren

Inhaltsverzeichnis

Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe...................................................................3

Vor dem Scannen........................................................................................................................4


dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck...............................................................................5
So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Auflösung für die Praxis......................................14
Farbe und Farbtiefe...................................................................................................................21
Mehr Rohdaten: Bildkorrektur im Scanprogramm.................................................................23
Rohscans richtig abspeichern.................................................................................................28
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen................29

Scannen gerasterter Vorlagen..................................................................................................30


Rauschunterdrückung..............................................................................................................33
OCR - Zu wenig Kontrast Papier - Schrift................................................................................37

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe

Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe

In diesem Kapitel sind folgende Abschnitte enthalten:

Vor dem Scannen....................................................................................................................4


Ein ordentlich ausgeführter Scan spart später viel Nachbearbeitungszeit.
Deshalb sollten Sie einige Regeln beachten.

dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck..........................................................................5


"Auflösung" ist ein zentraler Begriff der Bildbearbeitung, und auch beim
Scannen kommen Sie nicht darum herum, sich mit diesem Parameter
auseinanderzusetzen.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Auflösung für die Praxis.................................14
Je nach Vorlagentyp und Verwendungszweck bekommen Sie in diesem
Abschnitt Regeln für die beim Scan benötigte Schärfe.

Farbe und Farbtiefe...............................................................................................................21


Nachdem Sie die Auflösung bestimmt haben, müssen Sie als nächstes die
Farbtiefe (Datenmenge) des Bildes bestimmen.

Mehr Rohdaten: Bildkorrektur im Scanprogramm............................................................23


In den meisten Fällen bietet die Scansoftware nicht nur die Möglichkeit,
Schärfe und Farbtiefe einzustellen. Auch regelrechte Bildkorrekturen
können oft direkt dort vorgenommen werden.

Rohscans richtig abspeichern.............................................................................................28


Um bei weiteren Arbeitsschritten Qualitätsverluste zu vermeiden, ist die
Wahl eines verlustfreien Dateiformats für das Abspeichern wichtig.

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
Vor dem Scannen

Vor dem Scannen

Ein ordentlich ausgeführter Scan spart später viel Nachbearbeitungszeit. Es zahlt sich
daher aus, wenn Sie die folgenden praktischen Ratschläge beachten:

• Vorlage: Auch der beste Scan macht ein schlechtes Bild nicht besser, eher
umgekehrt: Kleinere Unschärfen, die das Auge auf dem Papierabzug eines Fotos
gnädig übersieht, treten nach dem Scannen gnadenlos zutage. Gehen Sie bei der
Auswahl kritisch vor und nehmen Sie nur scharfe Bilder zum Scannen. Mit Bildkorrektur
kann man zwar einiges hinbiegen, aber nie wirklich reparieren.
• Viele Scanprogramme erkennen das auf ihrer Glasplatte liegende Bild und markieren
den zu scannenden Bereich automatisch. Das kann aber nur dann richtig klappen, wenn
der Kontrast Bild/Deckelunterseite stimmt. Helfen Sie gegebenenfalls nach, indem Sie
ein kontrastierendes Blatt Papier über die Scanvorlage legen. Ein dunkler Karton
zwischen Vorlage und Deckel kann auch helfen, wenn bei dünnen Papieren die Schrift
von der Rückseite durchscheint.
• Wenn Sie mehrere Fotos auf einen Schlag scannen, sollten Sie jeweils farbähnliche
Bilder mit gleicher Helligkeit zusammen aufs Scannerglas legen. Die automatische
Farb- und Kontrast-Justierung (die fast jeder Scanner durchführt) erzielt dann bessere
Ergebnisse.
• Wenn Sie nur einen Bildausschnitt brauchen, sollten Sie auch nur den scannen. Jedes
Scanprogramm kann eine Vorschau anzeigen und hält Tools zum Auswählen des
gewünschten Ausschnitts parat. Der Scan geht dann schneller, die eventuelle Automatik
arbeitet genauer. Die Benutzung der Voransicht und ein optimales Festlegen des
Scanbereichs sollten ohnehin bei jedem Scan selbstverständlich sein.
• Besonders wenn Sie eine dünne Vorlage scannen, die der Deckel nicht genug andrückt,
kann es sinnvoll sein, ein Buch zur zusätzlichen Beschwerung des Deckels auf den
Scanner zu packen. Durch die Vibrationen beim Scannen verschieben sich leichte
Vorlagen schon einmal - hier genügen Milimeterbruchteile, um für Unschärfen zu sorgen.

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck

dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck

"Auflösung" ist ein zentraler Begriff der Bildbearbeitung, und auch beim Scannen kommen
Sie nicht darum herum, sich mit diesem Parameter auseinanderzusetzen.

Die Einstellungsmöglichkeiten unterschiedlicher Scan-Programme variieren. Der wichtige


Parameter "Scanauflösung" ist immer dabei.

Die Einstellung der Scanauflösung beim Agfa Snapscan...

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck

...und hier bei der herstellerunabhängigen, sehr leistungsfähigen Scan-Software Silverfast

Mit dem Scannen legen Sie fest, wieviel Bildinformation Ihnen in digitaler Form zur
Verfügung stehen wird. Zwar lassen sich Bildgröße und Auflösung auch nach dem Scan per
Bildbearbeitungssoftware ändern - mehr digitale Daten erhält Ihre Datei dadurch jedoch
nicht. Die Scanauflösung muss also ausreichend hoch sein, damit später genügend digitale
Daten zur Verfügung stehen.

"Hohe Auflösung = gute Bildqualität" ist eine Binsenweisheit des Publishing-Handwerks.


Das lässt sich allerdings nicht beliebig steigern: Eine noch höhere Auflösung steht nicht
automatisch für noch bessere Bildqualität, denn alle Ausgabegeräte (Bildschirme, Drucker)
haben technische Grenzen, jenseits derer die Bilder gar nicht mehr besser werden können.
Nur noch die Dateigröße steigt dann an - bei überhöhten Scanauflösungen so drastisch,
dass der Datentransfer erschwert und jeder Bearbeitungsschritt stark verlangsamt wird.

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck

"Wenn die optimale Bildauflösung bei 200 dpi liegt, die tatsächliche Auflösung jedoch 300
beträgt, benötigt die Bilddatei nicht etwa 1,5, sondern 2,25 mal so viel Verarbeitungszeit", hat
Helmut Kraus in "Scans, Prints und Proofs" (Galileo Press, vergriffen1) errechnet. Es lohnt
sich also, vor dem Scan ein wenig nachzudenken, was man braucht!

Im Zusammenhang mit der Auflösung kursieren verschiedene Kürzel, die anfangs


verwirren. Im Prinzip geht es aber immer um dieselbe Sache: Eine bestimmte Anzahl von
Bildeinheiten (Bildpixel oder Druckpunkte) auf einer bestimmten Strecke. In der amerikanisch
dominierten DTP-Welt sind dies Inch. (Ein Inch entspricht 2,54 cm). Beim Scannen treffen
Sie auf...

• ...die Geräteauflösung Ihres Scanners - also die Anzahl der Bildpunkte pro
Längeneinheit, mit der die Vorlage vom Scanner maximal erfasst werden kann. Üblich ist
die Maßeinheit dpi (dots per inch). Für die Geräteauflösung von Scannern (und
Druckern) gibt es konstruktionsbedingt Maximalwerte, die von Modell zu Modell
variieren, aber nicht überschritten werden können. Die Scanauflösung, die Sie vor dem
Scannen mithilfe der Scansoftware einstellen, und mit der das Bild dann erfasst wird,
kann zwar unter diesem Limit, aber nicht darüber liegen.
• ...die Bildauflösung der so erzeugten Datei - oft angegeben als dpi. Terminologisch
korrekter wäre ppi (pixel per inch), aber die dpi haben sich schon eingebürgert.
• ...und die Auflösung des Druckers, das heißt die Menge der Druckpunkte, die der
Drucker je Inch erzeugen kann (angegeben in dpi).

Um die richtige Scan- bzw. Bildauflösung zu ermitteln, sollten Sie sich immer nach dem
späteren Verwendungszweck und hier vor allem nach dem Ausgabegerät richten, auf dem
das Bild später reproduziert werden soll, denn dieses ist in der Regel das "schwächste Glied"
im Publishingprozess.

Das heißt allerdings nicht, dass ein Bild nun mit demjenigen Wert als Auflösung gescannt
werden sollte, der bei Ihrem Drucker als Geräteauflösung angegeben ist! Die ideale
Scanauflösung liegt meist unter der Druckerauflösung. Der Grund: Da Drucker nicht jede
mögliche Farbe im Tank resp. der Kartusche haben, entstehen Graustufen und Mischfarben
durch den Druck von Rasterpunkten. Das betrifft alle Halbtonbilder, also Bilder mit
Abstufungen von Tonwert oder/und Farbe. Strichbilder (Pläne, einfache Zeichnungen etc. -
alles, was klare Konturen braucht und ohne Tonwertabstufungen auskommt) und Schriften
stellen einen Sonderfall dar, sie werden mit der geringen Farbtiefe von 1 Bit gescannt und
kennen keine Grauwert-Abstufungen zwischen Schwarz und Weiß (mehr dazu hier).

1 http://www.galileocomputing.de/240?GPP=akademie

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck

Das Druckbild von Office-Laserdruckern sieht in etwa so aus.

Beim Rastern wird das zu druckende Bild in Rasterzellen eingeteilt (sogenannte Raster-
Matrizes). Diese Rasterzellen sind zwar unsichtbar, aber nichtsdestoweniger immens
wichtig. Jede davon entspricht einem Bildpixel und wird mit mehr oder weniger Druckpunkten
gefüllt. Die Übersetzung von Bild- in Druckpunkte erfolgt also nicht 1:1 - um ein einziges
Bildpixel darzustellen, werden mehrere Druckpunkte "verbraucht".

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck

Oben Bildausschnitt und ein stark vergrößertes Pixel, ein 50%iges Grau. Unten: So würde
z.B. ein Schwarz-Weiß-Laserdrucker dieses Grau drucken. Die Rastermatrix hat die Größe
4x4, das ist ein gängiger Wert für Officedrucker.

Wie viele Druckpunkte eine solche Rasterzelle enthält und mithin wie viele Rasterzellen
(abhängig von der Geräteauflösung des Druckers!) wiederum auf der Strecke von 1 Inch
untergebracht sind, hat größeren Einfluß auf die Bildwiedergabe und somit die richtige
Scanauflösung als die schiere Geräteauflösung des Druckers. Man könnte rechnen:

Druckerauflösung : Größe der Druckmatrix = ideale Scanauflösung>

um ein Bild auf diesem Drucker auszugeben. Die Druckerauflösung ist dabei natürlich
technisch bedingt fix. Am Beispiel eines 600-dpi-Druckers mit 4er-Rasterzellen ergibt sich
dann:

600 dpi : 4 = 150.

Eine wesentlich höhere Scanauflösung als 150 dpi (wobei ja 1 Bildpixel einer Druck-
Rasterzelle entspricht!), hätte hat wenig Sinn und wäre unnötiger Datenballast, da der

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck

Drucker nicht mehr leisten kann. In der Praxis wird der oben stehenden Berechnung oft noch
eine Sicherheitsreserve zugeschlagen und die ermittelte "ideale" Scanauflösung um einen
bestimmten Faktor erhöht.

Die Rasterzellen-Anzahl ist neben der Auflösung eine weitere wichtige Größe im Druck. Sie
wird verwirrend mit lines per inch (lpi) bezeichnet. Es handelt sich dennoch um
Rasterpunkte, der Begriff "Linien" hat einen historischen Ursprung. Man spricht gelegentlich
auch von der "Halbtonfrequenz" eines Druckers.

Inches, Zentimeter
Rasterpunkte sind älter als das amerikanisch dominierte digitale
Publishing, deshalb haben sich hier auch traditionelle cm-Maße
gehalten und man trifft gelegentlich auch auf die Maßeinheit lpcm -
Linien per Zentimeter. Die typischen Bezeichnungen des
professionellen Drucks wie "60er Raster", "54er Raster" etc.
beziehen sich auf lpcm.

Wie viele Druckpunkte eine solche Rasterzelle enthält, variiert bei Officedruckern von
Druckertyp zu Druckertyp. Beim Offsetdruck, dessen Druckmaschinen viel leistungsfähiger
sind als ein Bürolaserdrucker und eine höhere Geräteauflösung haben, richtet sich die
Feinheit des Rasters und damit die günstigste Scanauflösung nach dem Einsatzbereich des
gerasterten Bildes. (Das Bildraster im Zeitungsdruck ist bekanntlich viel grober ist als beim
Kunstdruck...).

Noch mehr Rechnerei: Darstellbare Graustufen


Übrigens hängt von diesem Zusammenhang Druckerauflösung/
Rastermatrix/ lpi auch die Anzahl der von einem Laserdrucker
darstellbaren Tonwertstufen ab. Der 600 dpi-Drucker aus dem
Beispiel oben mit seiner 4x4-Rastermatrix kann nur 4²+1 - also 17 -
verschiedene Graustufen darstellen. Wäre die Matrix 6x6
"Kästchen" groß, könnte der Drucker schon 37 (6²+1)
Tonwertabstufungen darstellen. Da die Druckerauflösung jedoch
fix ist und so viel mehr Druckpunkte "verbraucht" würden, können
nur noch 100 lpi (100 Rastermatrizes auf einem Inch) gedruckt
werden. Die Scanauflösung kann dann ebenfalls niedriger liegen.

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck

37 oder nur siebzehn verschiedene Graustufen für ein Bild - das hört sich dramatisch
wenig an. Tatsächlich ist das Auge in vielen Fällen jedoch mit erstaunlich wenig Tonwerten
"zufrieden". Hier zum Vergleich, auch wenn man am Bildschirm die Anmutung im Druck
natürlich nicht exakt nachstellen kann:

...das Originalbild...

...reduziert auf 37 Graustufen...

---und hier auf 17. In der 200%-Ansicht werden erste Vergröberungen sichtbar. Die
Normalansicht wirkt aber immer noch ganz passabel!

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
dpi, ppi, lpi - Auflösung, Raster und Druck

Was kann mein Scanner? Optische und interpolierte


Auflösung
Interessant im Zusammenhang mit dem Thema Auflösung ist
natürlich die Leistungsfähigkeit des eigenen Geräts. Die Scanner-
Auflösung bezeichnet die Anzahl von Dateipixeln, die aus einem
Inch Bildvorlage erzeugt werden kann. Scannerhersteller werben
oft mit der sagenhaft hohen Auflösung, die ihre Geräte erreichen.

Abgesehen davon, dass man eine Bildauflösung von 9600 dpi


kaum braucht - es lohnt sich auch um guter Scanergebnisse willen,
genauer hinzuschauen.

Die physikalische oder optische Auflösung ist der Wert, den das
Gerät mithilfe seiner an dem beweglichen "Schlitten" befestigten
optischen Einheit maximal einlesen kann (das ist bei Angaben wie
"1200 x 600 dpi" übrigens immer der niedrigere der beiden Werte).
Die interpolierte Auflösung kommt durch reine Berechnung
zustande - Interopolation erfasst keinesfalls mehr "echte"
Bildinformation. Bei einer optischen Auflösung eines Geräts von
1200 x 600 dpi und der interpolierten Auflösung von 9600 x 9600
dpi würde das zum Beispiel bedeuten, dass auf ein "echt
gescanntes" Bildpixel 120 (!) berechnete Bildpixel kommen - dass
das nicht unbedingt zum Besten des Scans ist, kann man sich
leicht denken. Interpolation ist also nur etwas für Notfälle.

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Auflösung für die Praxis

So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Auflösung für die


Praxis

Anmerkung:
Alle Auflösungsempfehlungen beziehen sich auf Vorlagen, die
direkt aufs Scannerglas gelegt werden. Die Auflösungen für Dias
oder Negativfilme, die mit einer Durchlichteinheit (oder auf
speziellen Scannern) digitalisiert werden, liegen höher!

Bilder für die Bildschirmausgabe:Egal ob fürs Web oder ein anderes Multimediaprojekt:
Hier scannen Sie gleich mit 72, maximal 100 dpi, denn Bildschirme können Bilder ohnehin
nicht in hohen Auflösungen darstellen. Eine höhere Auflösung führt garantiert nicht zu einer
besseren Qualität, sondern nur zu einer großen Datei und einer unmäßig großen Anzeige
des Bildes auf dem Schirm.

Der 300-dpi-Scan eines 9x13-Fotos sprengt das Bildschirmformat (Scrolleisten!). Monitore


können wegen ihrer eigenen starren Bildpunkt-Struktur hochaufgelöste Bilder nicht
maßstabsgerecht wiedergeben.

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Auflösung für die Praxis

Nicht so einfach ist es, wenn Sie Bilder für den Druck scannen wollen. Hier müssen Sie
neben der Auflösung des Ausgabegerätes noch zusätzliche Parameter jonglieren: die
Rasterung des Druckers und den Qualitätsfaktor.

Wenn Sie ein gescanntes Bild auf dem Office-Laserdrucker ausgeben wollen, können Sie
die Scanauflösung nach der im vorigen Abschnitt gezeigten Exempel-Rechnung bestimmen.
Als Sicherheitsreserve bewährt hat sich hier das Doppelte der ermittelten Ideal-
Scanauflösung. Unter Umständen haben Sie Schwierigkeiten herauszufinden, mit welcher
Halbtonfrequenz der Drucker arbeitet, da die Größe der Rasterzellen selten in der
technischen Dokumentation angegeben ist. Auch arbeiten nicht alle Laserdrucker mit einer
festen Punktmatrix.

Tief vergraben in den Druckereinstellungen findet man bei einigen Geräten Informationen
über die Größe der Raster-Matrizes (hier als 'Farbmischung').

Aber selbst wenn Sie dann nur mit Pi-mal-Daumen-Werten operieren können - eines
können Sie in jedem Fall tun, um die Scan-Ergebnisse zu optimieren: Wählen Sie eine Scan-
Auflösung, durch die die maximale optische Auflösung Ihres Scanners ohne Rest teilbar ist.
Damit vermeiden Sie Ungenauigkeiten und Unschärfen. Nur wenn Auflösungen gewählt
werden, bei denen die glatte Division möglich ist, wird auf Interpolation beim Scannen
gänzlich verzichtet und die Scans werden schön scharf.

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Auflösung für die Praxis

So sieht das Raster aus, das ein Tintenstrahldrucker erzeugt. Die feinen Druckpunkte sind
gleich groß und locker über das Bild verstreut. Auch mit einer relativ niedrigen
Druckerauflösung (nicht: Scanauflösung!) lassen sich so Bilddetails recht gut darstellen.

Druck am Tintenstrahl-Drucker: Tintenstrahler rastern nicht in einem festen Rastergitter


sondern verteilen die Druckpunkte locker über das Bild.. Bedingt durch das andersartige
Rasterverfahren kann die optimale Scan-bzw. Bildauflösung für den Ausdruck am
Tintenstrahler nicht ohne weiteres aus der Druckerauflösung abgeleitet werden. Es gibt
inzwischen zahlreiche Verfahren2, mit denen die Tintenpunkte zu Papier gebracht werden,
und so variieren auch die jeweils günstigsten Scanauflösungen. Auch die gewählte
Papierqualität - Stichwort Photo-Spezialpapiere - beeinflusst die Ausgabeleistung des
Druckers. Allgemein gültige Empfehlungen für die richtige Scan-/ Bildauflösung können kaum
gegeben werden. Meist fahren Sie am besten, wenn Sie die Herstellerempfehlungen
befolgen.

Die ideale Scanauflösung für den professionellen Druck kann man errechnen, wenn
weiss, mit wieviel lpi/ lpcm das Bild später gedruckt wird. Zusätzlich arbeitet man hier noch

2 http://www.digitalkamera.de/Info/Drucker/Tintenstrahl-de.htm

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Auflösung für die Praxis

mit einem Qualitätsfaktor, um den die errechnete Ideal-Scanauflösung erhöht wird, damit
die während der Digitalisierung und durch die Rasterwinkelung3 entstehenden Verluste
ausgeglichen werden können.

Beim Offsetdruck gibt es Standard-lpcm-Werte, die man nutzen kann, um die beste
Scanauflösung zu ermitteln. Für den Zeitungsdruck auf ungestrichenem Papier sind es etwa
34 lpcm, eine Illustrierte wird mit 48 lpcm gedruckt, ein Magazin mit 54 lpcm, Bücher mit
höherwertigen Abbildungen im 60er-Raster, Kunstdruck mit 80 lpcm. Die gängigsten
Rasterweiten können Siehier4 ansehen.Je nach eingesetztem Druckraster ergibt sich
folgende Rechenformel:

Rasterweite (in cm) x 2,54 x 2 = dpi

Zur Erklärung:

• Die Multiplikation mit 2,54 rechnet die Linien per Zentimeter in die für die Scanauflösung
maßgeblichen Inches um.
• Der Qualitätsfaktor (hier: 2) sollte zwischen 1,2 und 2 liegen. Er richtet sich nach dem
Bildmotiv: Motive mit weichen Formen und Übergängen kommen mit einem niedrigeren
Faktor aus als solche mit geometrischen Formen und scharfen Kanten und Linien. Bei
letzteren sollte der Faktor 2 betragen. Mehr als 2 bringt i.d.R. keine Zugewinne an
Qualität, wohl aber an Datenmenge.
• Der dpi-Wert am Ende der Formel ist die Auflösung, mit der Sie Ihr Bild scannen sollten.

Vergrößern/ verkleinern: Alles bisher Gesagte und Errechnete bezog sich auf Vorlagen,
die in der gleichen Größe ausgegeben werden sollten, in der Sie auch vorliegen. Natürlich
können Sie auch ein Bild in einem größeren Format drucken, als die Vorlage selbst.
Voraussetzung: Sie haben genügend Bildinformationen erzeugt. Konkret heißt das, Sie
müssen die Scanauflösung erhöhen, damit Ihr Bild auch nach dem Vergrößern in der
korrekten Auflösung vorliegt.

Tipp: Hintergrund: Auflösung und Bildgröße


Zwischen der Bildgröße - also der Kantenlänge - und der
Bildauflösung besteht ein enger Bezug. "Auflösung" meint ja
"bestimmte Menge von Bildpixeln auf bestimmter Strecke".
Verkürzt man nun die Strecke (also die Kantenlänge) des Bildes,

3 http://www.members.aol.com/graustufe/Lexikon/Separation.html
4 http://www.caro-druck.de/frame.htm?seite=http%3A//www.caro-druck.de/beratung/papier/rasterbeispiele/default.htm

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indem man es kleiner skaliert, steigt die Auflösung, da sich ja nun


mehr Bildpixel auf einer kleineren Strecke zusammendrängen.
Umgekehrt sinkt der Wert der Bildauflösung, wenn das Bild
vergrößert wird. Dabei wird das Bild schnell unscharf. Daher ist bei
Vergrößerungen eben der Scan mit erhöhter Auflösung notwendig.

Vielfach können Sie direkt im Scanprogramm den gewünschten Skalierungsfaktor als


Prozentwert eingeben und sparen sich die Rechnerei. Ist dies nicht möglich, fügen Sie der
Berechnung noch einen Bruchwert hinzu:

Bildmaße, die erreicht werden sollen (lange oder kurze Kante) : bestehendes Bildmaß
(dieselbe Kante!) x Rasterweite (in cm) x 2,54 x 2 = dpi

Anstelle der Multiplikation "Rasterweite (in cm) x 2,54" kann man natürlich auch direkt mit
dem lpi-Wert rechnen, wenn man ihn schon kennt. In einem zweiten Arbeitsschritt muss der
Rohscan dann per Bildbearbeitungsprogramm auf die gewünschte Größe gebracht werden.

Bei Vergrößerungen stößt man auch schon einmal an die Leistungsgrenzen eines
Scanners! Besser als zu interpolieren ist es dann oft, den Qualitätsfaktor leicht zu senken.
Wenn das nicht ausreicht, besteht die Möglichkeit, die Vorlage vor dem Scan fotografisch
vergrößern zu lassen.

Beim Verkleinern eines Bildes kann entsprechend eine geringere Scanauflösung angeben
werden.

Achtung: Bildgröße in Photoshop ändern


In Photoshop lassen sich Rohscans bequem größer rechnen (via
Menü "Bild - Bildgröße"). Achten Sie beim Skalieren von Rohscans
aber unbedingt darauf, dass die Option "Bild neuberechnen"
deaktiviert ist. Ansonsten würde Photoshop interpolierte Pixel
hinzufügen, die das Bild unschärfer machen. Ändern Sie dann
einfach unter "Dateigröße" die Bildgröße oder die Auflösung - der
jeweils andere Wert wird dann automatisch umgerechnet.

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Schwarz auf Weiß - Strichzeichnungen und Verwandtes: Vorlagen, die keine


Tonwertabstufungen haben, bei denen aber die Schärfe der Linien sehr wichtig ist -
beispielsweise Logos, Schriften oder Strichzeichnungen wie Pläne oder auch Illustrationen
(zur späteren Kolorierung im Bildbearbeitungsprogramm) - werden am besten als Strichbilder
(sogenannte Bitmaps) gescannt. Diese Art von Dateien kann nur Schwarz und Weiß
enthalten, keine Zwischentöne oder Farben.

Achtung: Bitmap-Verwirrung
Der Begriff "Bitmap" begegnet Ihnen im Zusammenhang mit
Bildbearbeitung mehrfach. Aber Achtung, es ist nicht immer
dasselbe gemeint! Zunächst meint "Bitmap" Dateien mit der
geringen Datentiefe von 1 Bit. Um die soll es hier gehen.

"Bitmap" bezeichnet aber auch einen Bildtyp, nämlich alle Bilder,


die aus Pixeln aufgebaut sind (im Gegensatz zu Vektorbildern).
Alle Dateien, die von Scannern erzeugt werden, sind in diesem
Sinne Pixel- bzw. Bitmapbilder.

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Auflösung für die Praxis

Daneben gibt es das gleichnamige Dateiformat mit der


Dateiendung ".bmp", das Ihnen vielleicht schon bekannt ist. 1-Bit-
Strichbilder und Pixelbilder sind jedoch nicht an den Dateityp
"bmp" gebunden, sondern können auch in zahlreichen anderen
Dateiformaten vorliegen!

Obwohl Strichbilder die einfachsten Bilddateien sind, stellen Sie in der Reproduktion hohe
Ansprüche. Hier sollte im Idealfall tatsächlich die Bildauflösung der Druckerauflösung
genau entsprechen. Trotz des geringen Speicherbedarfs von Strichbildern werden die
Dateien dann schnell sehr groß. In der Praxis hat es sich bewährt, die Scanauflösung
maximal bei 1200 dpi zu halten (bei weniger leistungsfähigeren Druckern natürlich auch
weniger). Wenn Ihr Scanner keine 1200 dpi schafft, scannen Sie einfach mit der höchsten
optischen Auflösung, die möglich ist.

Wenn Sie Dokumente für Archivzwecke scannen, genügen 300 dpi als Scanauflösung.

Relevant für die Qualität von Strichbildern ist der Schwell(en)wert (in englischsprachigen
Programmen "Threshold"), den Sie vor dem Scan einstellen. Dieser Prozentwert (max.
100%) legt fest, welche der originalen Bildfarben in Weiß, welche in Schwarz umgewandelt
werden. Er bildet gewissermaßen den Grenzpunkt, an dem die originalen Bild-Tonwerte
(Helligkeitsabstufungen) entweder zu Weiß oder Schwarz gezählt werden. Je höher der
Schwellenwert, desto kräftiger die gescannten Linien. Standard íst meist 50%.

Einen weiterführenden Artikel über die Erzeugung qualitativ hochwertiger Strichbilder auch
aus schwierigen Vorlagen hat Henning Wargalla geschrieben und netterweise im Web
publiziert5 (als pdf-File).

Scannen für OCR-Texterkennung: Wenn Sie einen Text scannen, um ihn per OCR-
Texterkennungssoftware in ein editierbares Textdokument zu verwandeln, genügt eine
Scanauflösung von 300 dpi, bei sehr kleinen Schriften 400 dpi. Höhere Auflösungen würden
die Verarbeitung nur unnötig verlangsamen. Meist genügt es auch, eine Graustufendatei zu
erzeugen. Farbbilder verschlingen viel mehr Speicherplatz!

5 http://www.wargalla.de/99-05.pdf

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
Farbe und Farbtiefe

Farbe und Farbtiefe

Nachdem Sie die Auflösung bestimmt haben, müssen Sie als nächstes einstellen, mit wie
vielen Farben Sie scannen wollen. Damit bestimmen Sie die Farbtiefe (Datenmenge) des
Bildes und indirekt auch seine Dateigröße.

• Texte und Strichzeichnungen werden als Bitmaps gescannt, damit werden 1-Bit-Dateien
erzeugt.
• Schwarzweiß-Vorlagen undTexte für die OCR-Texterkennung werden als
Graustufenbilder gescannt (und dann als 8 Bit-Dateien angelegt).
• Die meisten Flachbettscanner legen Farbbilder mit 24 Bit an, das heißt für jeden der drei
Farbkanäle Rot, Grün und Blau (aus denen alle Bildfarben "gemischt" werden) stehen 8
Bit zur Aufnahme der Bilddaten zur Verfügung.

Viele Scanner führen einen Farbscan mit mehr als 24 Bit durch, rechnen die Daten dann
jedoch herunter und übergeben nur 24 Bit in die Datei. Gute Scanner können auch Bilder mit
16 Bit je Kanal (also 48 Bit insgesamt) ausgeben. Der Vorteil solcher hohen Farbtiefen ist,
dass man bei der Bildkorrektur mehr Bildinformation je Pixel zur Verfügung hat. Operationen
wie Tonwertkorrektur, Entfernung von Farbstichen oder Änderungen an Helligkeit oder
Kontrast führen dann nicht so schnell zu Tonwert- und Qualitätsverlusten.

Jede Bildkorrektur ist zwangsläufig mit Verlusten am ursprünglichen Datenbestand des

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
Farbe und Farbtiefe

Bildes verbunden. Photoshops Histogramm, eine grafische Darstellung der im Bild


vorhandenen Tonwerte (Farbabstufungen) macht das deutlich. Das Histogramm desselben
Bildes vor (links) und nach der Farbkorrektur (rechts).

Bearbeitet man ein Bild mit einem höheren Datenbestand, kann man solche Ausrisse
geringer halten. Leider können nur wenige Bildbearbeitungsprogramme 48-Bit-Dateien
verarbeiten. Erst in der jüngsten Version stehen in Photoshop auch bei solchen Dateien die
wichtigsten Funktionen zur Verfügung. Und Scanner mit 48-Bit-Ausgabe sind noch recht
kostspielig. Es gibt jedoch noch die Möglichkeit zur Bildkorrektur direkt im Scanprogramm -
damit können Sie auf den größeren Datenbestand des Bildes zugreifen, bevor er
heruntergerechnet wird.

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Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
Mehr Rohdaten: Bildkorrektur im Scanprogramm

Mehr Rohdaten: Bildkorrektur im Scanprogramm

Aussehen und Leistung der verschiedenen Scanprogramme können sehr stark variieren,
jedoch bietet eine Scansoftware in den meisten Fällen weit mehr Möglichkeiten als nur das
Festlegen von Scanauflösung, Farbtiefe und Speicherort des Scans. Auch regelrechte
Bildkorrekturen können manchmal direkt im Scanprogramm durchgeführt werden. Leider
kann ich Ihnen keine Pauschalempfehlung geben, wann besser im Scanprogramm und wann
mit der Bildbearbeitung gearbeitet werden sollte. Je nach Arbeitsschritt und benutzter Scan-
Software kann das Ergebnis nämlich sehr stark variieren.

Z.B. macht die Funktion "Drehung" (schief aufgelegter Vorlagen), die von vielen Scan-
Programmen angeboten wird, häufig Probleme. Oft erzielt man mit dem
Bildbearbeitungsprogramm bessere Resultate (noch besser ist es natürlich, wenn Sie
Vorlagen gleich gerade auflegen und den Scannerdeckel behutsam schließen, so dass
nichts verrutscht...).

Zur Interpolation (wenn es denn mal nicht zu umgehen ist...) von Bilddaten gibt es
unterschiedliche Algorithmen, die sowohl von Scan- als auch Bildbearbeitungsprogrammen
benutzt werden können. Die "bikubische" Methode, die bei Halbtonbildern meist zu den
besten Resultaten führt, ist aber auch am langsamsten. In Hinblick auf zügiges Scannen
greifen gerade die Scan-Programme preisgünstigerer Consumer-Geräte oft auf schnellere,
aber weniger leistungsfähige Interpolationsalgorithmen zurück. Dann kann es günstiger sein,
Bilder in der größten optischen Auflösung zu scannen und erst im
Bildbearbeitungsprogramm bikubisch größer rechnen zu lassen.

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
Mehr Rohdaten: Bildkorrektur im Scanprogramm

Dieses Bild wurde mit dem Dreifachen der optischen Scanner-Auflösung eingelesen.
Besonders der vergrößerte Bildausschnitt zeigt, wie "verschmiert" die Bildpixel durch die
Interpolation erscheinen.

Hier wurde mit der höchsten optischen Auflösung gescannt und per Bildbearbeitung
ebenfalls dreifach vergrößert. Die Interpolationsmethode war "bikubisch".

Ob Ihre Scanner-Interpolation etwas taugt, kann leider nur ein kleiner Test zeigen.
Immerhin müssen Sie den nur einmal machen. Dazu empfiehlt es sich, eine detailreiche
Vorlage zweimal zu scannen: einmal passend interpoliert und einmal mit der höchsten
optischen Auflösung. Der zweite Scan sollte zum Vergleich mit der Bildbearbeitungssoftware
um dieselbe Rate vergrößert werden. Danach können Sie vergleichen, welches Ergebnis
besser ist. Dazu darf die Bildansicht aber auf keinen Fall gezoomt sein!

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
Mehr Rohdaten: Bildkorrektur im Scanprogramm

Egal, ob Sie die Ergebnisse Ihres Scannertests in der Bildbearbeitungssoftware...

...oder in einem Bildbrowser ansehen: die Bildansicht sollte auf 100% bzw. "Originalgröße"
eingestellt sein. Dann entspricht ein Bildpixel einem Monitorpixel. Nur so ist die Beurteilung
der Bildschärfe möglich! Diese Regel gilt übrigens auch für andere Operationen, bei denen
Sie die Bildschärfe klar beurteilen müssen (Scharfzeichnen, Störungsentfernung via
Photoshop-Filter etc.).

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
Mehr Rohdaten: Bildkorrektur im Scanprogramm

Wenn Ihr Scanprogramm Funktionen für Bildkorrekturen anbietet, sollten folgende


Bedingungen erfüllt sein, damit die Korrektur gelingt:

• Sie benötigen etwas Erfahrung mit Bildkorrekturen. Sie sollten, was Sie im
Bildbearbeitungsprogramm beherrschen, auf die u.U. etwas anders gestaltete
Programmoberfläche des Scanprogramms "übersetzen" können.
• Das Scanprogramm sollte Ihnen durch ein hinreichend großes Vorschaufenster die
Kontrolle über Ihre Eingriffe ermöglichen.
• Ideal ist auch, wenn Sie Ihre Korrekturen zusätzlich per Histogramm überwachen
können, damit Sie sich nicht allein auf die Monitoranzeige des Bildes verlassen müssen.
Bekanntermaßen sieht ein Bild an jedem Bildschirnm etwas anders aus, die
Druckausgabe variiert nochmals - da ist eine objektive Kontrollmöglichkeit nur
angemessen.

Probieren Sie einfach aus, welche Aufgaben das Scan-Programm gut löst, welche
Photoshop & Co. besser erledigen. Wenn Ihre eigene Scansoftware nicht zufriedenstellend
arbeitet, besteht auch die Möglichkeit, mit einer unabhängigen (nicht von einen bestimmten
Scannerhersteller vertriebenen) Scansoftware aufzurüsten. Ein bewährter Klassiker ist die
Silverfast-Software6, die höchste Ansprüche erfüllt und zahlreiche Scannertypen unterstützt.
Dazu kommt die Möglichkeit zur Erstellung von Scanner-Farbprofilen, die auch
professionelle Ansprüchen genügt. Eine eingehende Rezension von Silverfast finden Sie im
Artikel "Potente Scansoftware, ganz unabhängig"7.

6 http://www.silverfast.com/highlights/de.html
7 http://www.akademie.de/direkt?pid=14359

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
Mehr Rohdaten: Bildkorrektur im Scanprogramm

'Silverfast' bietet zahlreiche sinnvolle Korrekturmöglichkeiten schon vor dem Scan, liefert
gute Ergebnisse und lässt sich nach einer kurzen Einarbeitungsszeit komfortabel bedienen.

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Vorbereitungen, Auflösung und Farbtiefe
Rohscans richtig abspeichern

Rohscans richtig abspeichern

Zu guter Letzt noch einige kurze Hinweise zum Speichern von Scans. Die Einstellung des
Dateiformats, das erzeugt werden soll, nehmen Sie ebenfalls im Scanprogramm vor dem
Scannen vor. Da das Scannen der erste Arbeitsschritt am digitalen Bild überhaupt ist und mit
ziemlicher Sicherheit weitere folgen, sollte der Rohscan in einem Dateiformat abgespeichert
werden, das verlustfrei arbeitet.

Hierzu bietet sich tiff an (das in vielen Scanprogrammen als Standard festgelegt ist). Auch
das Format bmp kommt auch gelegentlich vor, die Dateien sind aber größer. Zudem lassen
sich tiff-Dateien universeller mit anderen Programmen und Plattformen bearbeiten als
Bitmaps.

Ungeeignet ist das Dateiformat jpg: Das erzeugt zwar schön kleine Dateien, diese büßen
aber durch die Kompression Qualität ein, vor allem, wenn eine Datei bearbeitet und
mehrfach Änderungen gespeichert werden. Die Bildkompression greift bei jedem
Zwischenspeichern erneut und kann das Bild schließlich sichtbar schädigen!

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen

Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim


Scannen

In diesem Kapitel sind folgende Abschnitte enthalten:

Scannen gerasterter Vorlagen.............................................................................................30


Müssen gerasterte Bilder gescannt werden, entstehen durch die Interferenz
von gedrucktem Raster und den durch Scan erzeugten Bildpunkten fast
unweigerlich Schlierenmuster, das sogenannte Moiré, bisweilen sind die
Rasterpunkte selbst sichtbar. Solche Vorlagen müssen deshalb entrastert
werden.

Rauschunterdrückung..........................................................................................................33
Beim Digitalisieren von Bildern im Scanner entsteht unweigerlich ein mehr
oder minder starkes optisches Rauschen: Einfarbige Flächen zeigen
Helligkeitsunterschiede.

OCR - Zu wenig Kontrast Papier - Schrift...........................................................................37


Auch wenn die Kontraste etwa zwischen farbigem Papier und schwarzer
Schrift nicht ausreichen, um eine Texterkennung anzuwenden, können Sie
sich das Kanalprinzip zu nutze machen. Allerdings ist das Verfahren
aufwändig und lohnt sich nur, wenn simples Abtippen aufgrund des
Textumfanges nicht in Frage kommt.

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen
Scannen gerasterter Vorlagen

Scannen gerasterter Vorlagen

Bilder werden gerastert, um im Vierfarb- oder Schwarzweißdruck wiedergegeben zu


werden. Müssen solche bereits gerasterten Bilder gescannt werden, entstehen durch die
Interferenz von gedrucktem Raster und den durch Scan erzeugten Bildpunkten fast
unweigerlich Schlierenmuster, das sogenannte Moiré, und gerade bei niedriger Rasterweite
sind die Rasterpunkte selbst bisweilen als hässliches Muster sichtbar. Solche Vorlagen
müssen entrastert werden. Dazu können Sie entweder die "Entrastern"-Funktion im
Scanprogramm verwenden (auf Englisch: Descreening) oder ein Bildbearbeitungsprogramm.
In beiden Fällen muss damit gerechnet werden, dass das Bild unschärfer wird und eine
Erfolgsgarantie gibt es leider auch nicht... Scannen Sie so etwas also nur, wenn Sie müssen!

Für die Entrasterung im Scanprogramm ist wichtig, dass man weiß, mit wieviel lpi das
Bild gedruckt worden ist, dabei können Sie sich auf schon oben genannten Richtwerte
stützen (Profis benutzen einen Rasterzähler). Dann stellen Sie im Scanprogramm ein,
welcher Art Ihre Scanvorlage und wie groß deren Rasterweite ist.

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen
Scannen gerasterter Vorlagen

Bisweilen ist die Entrasternfunktion des Scanprogramms hinter einer Auswahl verschiedener
Vorlagentypen versteckt.

Wenn das automatische Entrastern zu keinem guten Ergebnis führt oder Ihr
Scanprogramm so etwas nicht kann, müssen Sie mit per Bildbearbeitungsprogramm
entrastern.

Dazu müssen Sie Ihre Vorlage in einer höheren Scan-Auflösung scannen als später
benötigt. Optimal ist eine fünffach höhere Auflösung - jedoch sollten Sie die optische
Auflösung Ihres Scanners nicht überschreiten. Im Bildbearbeitungsprogramm zeichnen Sie
den Rohscan dann etwas weich. In Photoshop bietet der "Gaußsche Weichzeichner" von
allen Weichzeichnungs-Filtern die besten Kontrollmöglichkeiten über das Ergebnis (via "Filter
- Weichzeichnungsfilter - Gaußscher Weichzeichner").

Anschließend bringen Sie das Bild auf die richtige Auflösung. Durch das Herunterrechnen
erscheint das Bild meist auch wieder scharf. Gelegentlich müssen Sie nachschärfen (hier
empfiehlt sich der Filter "Unscharf Maskieren"). Dosieren Sie ihn vorsichtig!

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen
Scannen gerasterter Vorlagen

Tipp: Harte Fälle kanalweise bearbeiten


Wenn Sie es mit einem besonders hartnäckiges Moiré zu tun
haben oder keine Möglichkeit haben, eine Vorlage auf die
beschriebene Art mit überhöhter Auflösung zu scannen, gibt es
trotzdem noch einen Trick:

Sie brauchen dazu ein Bildbearbeitungsprogramm, dass die Arbeit


mit einzelnen Farbkanälen unterstützt. Das Moiré ist meist im Blau-
Kanal am stärksten. Nehmen Sie also als erstes im Blaukanal
separat eine Weichzeichnung vor. Blenden Sie dann wieder alle
Kanäle ein, kehren zur Ebenenpalette zurück und zeichnen dann
bei Bedarf das gesamte Bild nochmals etwas weich.

Der Blaukanal ist der Kanal für "Junk" - Bildstörungen wie hier das
Moiré sind dort meist am stärksten zu sehen. Abhilfe schafft die
gesonderte Bearbeitung

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen
Rauschunterdrückung

Rauschunterdrückung

Beim Digitalisieren von Bildern im Scanner entsteht unweigerlich ein mehr oder minder
starkes optisches Rauschen. Eigentlich einfarbige (vor allem dunkle) Flächen zeigen
Helligkeitsunterschiede, außerdem können Farbmuster auftreten. Bei starkem Rauschen
leidet auch die Bildschärfe. Durch die Oberflächenbeschaffenheit der Bildvorlage
(strukturierte Fotooberflächen) und den Kontakt zur Glasscheibe des Scanners kann
Rauschen noch verstärkt werden. Übrigens produzieren auch Digitalkameras so ein
Rauschen.

Ein stark verrauschtes Bild. Beachten Sie, wie die Detailschärfe (Brillenbügel) bereits
verloren geht.

Um dieses Rauschen zu beseitigen oder zumindest abzuschwächen, gibt es mehrere


Möglichkeiten:

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen
Rauschunterdrückung

• Mehrfaches Scannen ein und derselben Vorlage. Gute Scanprogramme (z.B. Silverfast)

machen das automatisch.


Bis zu 16 Mal wird ein Bild gescannt, um Rauschen verlässlich auszuschließen.
• Störungsentfernung per Photoshop-Filter.
• Inzwischen gibt es auch schon spezielle Zusatztools8 zur Entstörung.

Doch eines nach dem anderen: Ob ihr Scanner Mehrfachscans unterstützt und wie man
diese einstellt, entnehmen Sie am besten Ihrer Gerätedokumentation. Meist hat man die
Wahl zwischen zwischen 2, 4, 8, oder 16 Scandurchgängen. Je mehr dunkle Partien ein Bild
enthält (und je höher die Ansprüche an die Digitalisierung sind), desto mehr Durchgänge
sind angebracht.

In Photoshop steht zur Entfernung von Störungen der Filter "Staub und Kratzer" (unter
"Filter - Störungsfilter") zur Verfügung. Dieser Filter analysiert benachbarte Bildpixel und
korrigiert sie.

8 http://www.digitalkamera.de/Tip/20/25.htm

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen
Rauschunterdrückung

Die Parameter "Radius" und "Schwellenwert" sind universal - Sie treffen sie nicht nur in
Photoshop an.

Dabei haben Sie zwei Möglichkeiten zur Steuerung:

• Radius bestimmt, wie groß der Bereich ist, in dem der Filter nach unähnlichen Pixeln
sucht. Je höher der Radius, desto stärker die Unschärfe, die ins Bild kommt. Sie sollten
den Wert also so klein wie möglich halten. Auch wenn im Dialogfeld die Eingabe sehr
hoher Werte für Radius möglich ist, sollten Sie an der unteren Grenze operieren, um das
Bild nicht zu schädigen.
• Der Schwellenwert legt fest, in welchem Maß die Helligkeits- und Farbwerte der Pixel
voneinander abweichen müssen, damit der Filter darauf angewendet wird. Je geringer
der Wert, desto stärker wirkt der Filter. Der Schwellenwert sollte nicht zu hoch gewählt
werden, sonst wirkt der Filter nicht!
• Wie Sie mit dem Filter tatsächlich Staub und Kratzer von einem gescannten Bild
entfernen (wenn keine Möglichkeit besteht, den Scan nochmal zu machen) beschreibt
Henning Wargalla9 (pdf).

Leider bekommen Sie mit dieser Methode starkes Rauschen nur zum Preis einer
unerwünschten Weichzeichnung des Bildes weg. Nachschärfen sollte behutsam am besten
mit der Funktion "Unscharf maskieren" erfolgen, sonst holt man sich das Rauschen schnell

9 http://www.wargalla.de/01-10.pdf

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen
Rauschunterdrückung

wieder ins Bild hinein. Weitere Möglichkeiten sind auch hier ein Scan mit erhöhter Auflösung
oder die Korrektur einzelner Kanäle per Weichzeichner. Wiederum ist der Blaukanal der
verdächtigste Kandidat für starke Verrauschung - kontrollieren Sie aber sicherheitshalber alle
Kanäle auf optische Kontaminierung.

Wenn Sie gerne mit Photoshop arbeiten und in Ihren verrauschten Scan noch ein wenig
mehr Mühe stecken wollen, können Sie in diesem Fortgeschrittenen-Tutorial10 lesen, wie Sie
die Eigenschaften des Lab-Modus' erfolgreich nutzen. Ähnlich wirkt die Anwendung der
Ebenen-Füllmethode "Farbe", die ich in einem früheren Artikel11 beschrieben habe.

Tipp: Fotos mit strukturierter Oberfläche


Bisweilen hat man es mit Fotografien zu tun, deren Oberfläche
eine deutliche 3 D-Struktur aufweist (oft Passbilder). Beim
Scannen kann diese Struktur sichtbar bleiben. Hier hilft es, einen
Bogen Transparentpapier faltenfrei (!) zwischen Glas und Bild zu
legen. Der Scan wird dann zwar etwas flau, lässt sich durch
anschließende Farbkorrektur jedoch wieder hinbiegen.

10 http://www.wargalla.de/98-07.pdf
11 http://www.akademie.de/gestalten/photoshop/tipps/photoshop/ebenen-fuellmethode-3.html#4

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen
OCR - Zu wenig Kontrast Papier - Schrift

OCR - Zu wenig Kontrast Papier - Schrift

Wenn die Kontraste zwischen farbigem Papier und schwarzer Schrift nicht ausreichen, um
eine Texterkennung anzuwenden, können Sie sich ebenfalls das Kanalprinzip zu nutze
machen. Allerdings ist das Verfahren aufwändig und lohnt sich nur, wenn simples Abtippen
aufgrund des Textumfanges nicht in Frage kommt.

• Scannen Sie die Vorlage mit der erforderlichen Auflösung, und zwar in Farbe.
• Öffnen Sie das Bild in Photoshop oder einem anderen Bildbearbeitungsprogramm, das
Kanäle unterstützt.
• Verändern Sie nun den Bildmodus, in Photoshop via "Bild - Modus - CMYK".

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen
OCR - Zu wenig Kontrast Papier - Schrift

• Rufen Sie die Kanalpalette auf. Sie werden feststellen dass das Bild aus nun vier
Kanälen (statt der RGB-üblichen drei) besteht. Der unterste Kanal enthält nun den
Schwarz-Auszug der Datei.

Im Schwarz-Kanal stimmen die Kontraste - auch wenn der Schrifthintergrund zuvor eine
zu bunte Farbe hatte, von der sich die Schrift nicht genügend abhob.
• Nun müssen die restlichen Kanäle entfernt werden. Ziehen Sie sie einfach mit der Maus
aufs Icon "Mülleimer".
• Speichern Sie die Datei. Dazu müssen Sie sie zuvor wiederum über das Menü "Bild" in
den Modus Graustufen bringen (durch das Löschen der Kanäle liegt die Datei sonst in
einem Format vor, das nur von wenigen Dateiarten unterstützt wird.)
• Rufen Sie dann Ihre OCR-Software auf, laden Sie die eben gespeicherte Datei und
starten Sie die Schrifterkennung.

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Scannen für Könner: Vorlagen perfekt digitalisieren
Moiré, Rauschen & Co. - Bildprobleme und Ihre Lösung beim Scannen
OCR - Zu wenig Kontrast Papier - Schrift

Tipp: Automatisierung
Versierte Photoshop-Nutzer können sich für das beschriebene
Verfahren auch eine Aktion anlegen und so das Verfahren
automatisieren.

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