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Abstrakt

 Eine Gestalt tritt auf mich zu. Ein sanfter Schleier umhüllt mich in eine
Wärme, die ich so lange nicht mehr gespürt habe. Meine Illusionsfähigkeit
kenne ich nur allzu gut, und lache über mich selbst als ich die weichen Lippen
auf meiner Haut spüre und mich ein zarter Duft in Ekstase versetzt. Ich lasse
diesen schönen Trug einfach geschehen, kämpfe nicht mehr dagegen an und
gleite langsam mit meiner rechten Hand zu dem Gesicht hoch, das im Schatten
liegt.
 „Lass dich fallen“, flüstert mir eine Stimme ins Ohr.
 Ich falle.
 Das Glänzen des anbrechenden Tages weckt mich allmählich. Die milchig
trüben Fenster sind weit aufgerissen.
 Meine Augen brennen und lassen sich kaum öffnen, schon gar nicht offen
halten. Ich liege zwischen weißen Leinen im oberen Zimmer. Wie bin ich
hierher gekommen? Der modrige Geruch scheint verflogen und der Staub ist
weg. Was habe ich gestern getan? So oft habe ich bereits getrunken, mich in
die Bewusstlosigkeit gesoffen, aber dabei nie einen Putzfimmel entwickelt. Es
ergibt keinen Sinn und ich fühle nur, dass mich noch immer dieser sanfte
Schleier umhüllt.
 Träume ich noch.