Sie sind auf Seite 1von 48

Plättchenmuster fortsetzen

und Muster zeichnen


MICHELLE GERZABEK, LUISA WAGNER UND CLARA ANTOCI
Gliederung
1. Allgemeiner theoretischer Einstieg
2. Plättchenmuster fortsetzen
2.1. Fragestellung 1
2.2. Partnerarbeit
2.3. Musterdeutung
2.4. Hilfestellung der Lehrkraft

3. Muster zeichnen
3.1. Gruppenarbeit
3.2. Fragestellung 2
3.3. Lernstand der SuS
3.4. Fazit mit Abschlussdiskussion

4. Quellen
1. Warum in der Schule?
• Mathematik als die Wissenschaft der Muster und Strukturen
• Muster sind überall in der Umwelt zu finden und Kinder sind von klein auf
damit konfrontiert
• Pflastersteine auf der Straße
• Zebrastreifen
• Werbeplakate
• Regelmäßigkeiten erkennen und umsetzen muss geschult werden
1.Exkurs: Wahrnehmungspsychologie
• Prozess zuvor: Struktur der Plättchen erkennen bzw. Aufbau der Zeichnung
erkennen
• Wahrnehmungsprozess hat mehrere Komponenten:
1. Wahrnehmung
2. Erkennen
3. Handlung
4. Wissen

• die Handlung ist das, was man als Beobachter erkennen kann, alles andere
muss aber vorher im Gehirn der Schüler ablaufen
1.Exkurs: Wahrnehmungspsychologie
• Erkennen ist die Fähigkeit ein Objekt in eine Kategorie einzuordnen
• Wichtig: Weltwissen und Vorerfahrungen der Schülerinnen und Schüler
• Die Wahrnehmung kann von zuvor erworbenem Wissen beeinflusst werden
1. Plättchenmuster fortsetzen
• Unterscheidung zwischen statischen- und dynamischen
Plättchenmustern
• kognitive Aufgaben bei statischen Plättchenmustern:
1. Teilmuster erkennen
2. Teilmuster in Beziehung setzen
3. abwechselnde Wiederholung der Teilmuster erfassen
4. Jeweilige Anzahl der Teilmusterplättchen erfassen

 musterwiederholende Deutung

https://www.google.de/search?tbm=isch&q=pl%C3%A4ttchen+muster+fortsetzen+grundschule&spell=1&sa=X&ved=0ahUKEwi25NrBn8XiAhXCQh
UIHbcLB4AQBQhCKAA&biw=1920&bih=911&dpr=1#imgrc=qhKpXds2bhe3bM:&spf=1559287751735 (Abruf am 01.06.2019)
1. Plättchenmuster fortsetzen
•Kognitive Aufgabe bei dynamischen Mustern: dynamische Entwicklung
• mustererweiternde Deutung
• Anforderungen an die Kinder: Erkenntnisse zum Aufbau der Plättchenmuster
bei der Fortsetzung dieser, umsetzen
• Intention: Fortsetzung von Mustern hinsichtlich arithmetischer Kriterien
1. Um was ging es in unserem Kerntext?
• Studie mit Schulanfängern*innen
• über 100 Kinder sollten die dynamischen und statischen Muster weiterlegen
bzw. ergänzen
• dabei wurde analysiert, wie viel Prozent der Kinder diese Aufgaben richtig
gelöst haben und worin die Schwierigkeiten lagen etc.
1. Überblick: Ergebnisse der Studie
• ca. 97% konnten 1. Muster korrekt
fortsetzen
• 69% das 2. Muster
• 15,7% das 3. Muster
• was bei Deutscher (2012) neu ist:
Erhebung der Fortsetzung eines
dynamischen Musters
 die unterschiedlichen
Vorgehensweisen der Kinder beim
Fortsetzen der Muster werden an
späterer Stelle erläutert
1. Muster zeichnen
• Motorische Fähigkeiten spielen eine Rolle
• Vorerfahrung mit Figuren muss vorhanden sein
• Übertragung des gegebenen Musters in eine eigene Zeichnung
1. Kinderzeichnungen
•„Grenzen des inneren Bildes“
• Bild im Kopf fast nie so, wie das
tatsächliche Bild
• Unzureichendes Gegenstandswissen,
Abbildungswissen oder Planung
möglich
• Verhinderung erfolgreichen Zeichnens
durch mangelndes
Instruktionsverständnis möglich
Kinderzeichnungen
•Unterschiedlichste Modelle zu den Phasen der zeichnerischen Entwicklung von
Kindern:
•Luquet (1927) oder Widlöchers (1974), sowie aus der kognitiven Psychologie,
welche auch eine spezielle Einteilung vorgenommen hat
•Verschiedene interne Anweisungen kombinieren sich zum Ergebnis der
Zeichnung
•Kinderzeichnung sind keine Wiedergabe der visuellen Erfahrungen, Kinder
bemühen sich kaum vom Modell zu zeichnen  sie zeichnen aus dem
Gedächtnis
Plättchenmuster
fortsetzen

https://www.amazon.de/spielend-aktiv-lernen-Wendepl%C3%A4ttchen-
blau/dp/B07JZ68KPB/ref=sr_1_1?keywords=rechenpl%C3%A4ttchen&qid=1558263091&s=gateway&sr=8-1 (Abruf am 19.05.2019)
2.1. Fragestellung 1
Beim Fortsetzen von Plättchenmustern passieren immer wieder
Fehler. Wie kann die Lehrkraft im Unterricht am besten Hilfestellung
leisten, damit die Schüler*innen diese Fehler nicht mehr begehen?
2.2. Partnerarbeit
Arbeitsauftrag:
1. Vervollständigt die drei unten stehenden Plättchenmuster sinnvoll.
2. Versetzt euch in die Lage von einem Schulanfänger oder einer
Schulanfängerin.
Was könnten für Probleme oder Fehler beim Fortsetzen der Muster auftreten?
Schreibt eure Ergebnisse stichpunktartig auf die farbigen Karten auf!
2.4. Was könnten für Fehler auftreten?
• (genaue) Anzahl der gelegten Plättchen einer Farbe wird nicht berücksichtigt
• Teilmuster der Plättchenreihe wird teilweise wahrgenommen, jedoch bleibt die
konkrete Anzahl unberücksichtigt
• Anzahl der gelegten Plättchen wird vom letzten Teilmuster abgeleitet
• Muster wird von Beginn an wiederholt
• Mehrzahl der SuS hat keine fehlerhafte Strategie der Musterfortsetzung,
sondern wechselt die Vorgehensweise
2.3. Vorgehensweise bei der Fortsetzung von
Plättchenmustern
Drei Beobachtungskategorien
◦ Teilmusterwahrnehmung
◦ Teilmusterstrukturierung
◦ Musterfortsetzung
2.3. Teilmusterwahrnehmung
• Kleinere Einheiten müssen identifiziert werden
• Beeinflussung von konzeptgesteuerten Bedürfnissen des Menschen und
datengesteuerten Reizen der Plättchenordnung
• Durch Vorgehensbeschreibung: Erkennen von willkürlichem Handeln oder
Beitrag durch bewusste Teilmusterwahrnehmung
2.3. Teilmusterwahrnehmung
• Teilmuster und passende Plättchenanzahl werden wahrgenommen

 Korrekte Fortsetzung des Musters


2.3. Teilmusterwahrnehmung
• Vom Muster unabhängige Kriterien
 Bsp.: „Rot ist meine Lieblingsfarbe“

• Farblicher Wechsel wurde erkannt


Tieferlegende Merkmale nicht beachtet

• Keine Fortsetzung des Musters


Fortsetzung ist für Kind unmöglich
2.3.Teilmusterstrukturierung-
Strukturdeutung
• Separates Anlegen der Plättchen
 „Rotes Teilmuster, bestehend aus einem roten Plättchen“
 „Blaues Teilmuster, bestehend aus einem blauen Plättchen“
2.3.Teilmusterstrukturierung-
Strukturdeutung
• Gemeinsames Legen
„Rotes Teilmuster, bestehend aus einem roten Plättchen“
„Blaues Teilmuster, bestehend aus einem blauen Plättchen“
 Erweiterung: „Rotes Teilmuster, bestehend aus zwei roten Plättchen“
2.3.Teilmusterdeutung- Strukturdeutung
• Gemeinsames Legen eines oder mehrerer Teilmuster
 Erweiterung: „Rotes Teilmuster und blaues Teilmuster, bestehend aus
zwei Plättchen“
 „Rotes Teilmuster, bestehend aus zwei roten Plättchen“
2.3.Teilmusterstrukturierung -
Musterdeutung
• Teilmuster und Plättchenanzahlen in Beziehung gesetzt
• Vom Muster unabhängige Kriterien
2.3.Teilmusterstrukturierung -
Musterdeutung
• Merkmalsorientierte Deutung
 oberflächliche Merkmale
 grober Verlauf

• Musterwiederholende Deutung
 Wiedergabe zentraler Mustermerkmale
2.3.Teilmusterstrukturierung -
Musterdeutung
• Mustererweiternde Deutung
 Wiedergabe zentraler Mustermerkmale
 Regelmäßige Plättchenanzahlerhöhung
2.3.Musterfortsetzung
• Zurückgreifen auf Teilmusterwahrnehmung und Teilmusterstrukturierung
• Forschung: Abweichende Strategien der Plättchenfortsetzung variieren
2.1. Fragestellung 1
Beim Fortsetzten von Plättchenmustern passieren immer wieder
Fehler. Wie kann die Lehrkraft im Unterricht am besten Hilfestellung
leisten, damit die Schüler*innen diese Fehler nicht mehr begehen?
2.4.Beantwortung der Fragestellung 1
• Weltwissen und Vorerfahrungen
• so könnten die Aufgaben differenziert werden
• Wenn Fehler entstehen: es muss immer gefragt werden, durch was die Fehler
entstanden sind
• Wahrnehmung kann von zuvor erworbenem Wissen beeinflusst werden
2.4. Beantwortung der Fragestellung 1
• Probleme sollten mit den Kindern zusammen bearbeitet werden
• Im Unterricht sollten Fehler genutzt werden, um diese in der Klasse zu
thematisieren
• Lehrkraft kann direkt zu Anfang auf die unterschiedlichen Teilmuster im Muster
aufmerksam machen
Muster zeichnen

https://wehrfritz.com/de_DE/-stifte-co-schule- http://denada.info/info/?url=jpcedu.org/blumenbilder-zum-
https://www.pinterest.de/pin/420805158916133757/ (Abruf am 19.05.2019) hort/p/073045_1?zg=schule_hort (Abruf am 19.05.2019) ausdrucken/blumenbilder-zum-ausdrucken-mandalas-kinder-mandala-bilder-3-
blumen-zum-ausdrucken-und-ausmalen/ (Abruf am 19.05.2019)
3.1.Gruppenarbeit
1. Findet euch in euren Gruppen zusammen!
2. Bearbeitet gemeinsam das Arbeitsblatt und haltet eure Ergebnisse auf den
bunten Zetteln fest!
3.1. Gruppenarbeit
2.2. Fragestellung 2

Auf welchem Lernstand befinden sich Schulanfänger und


Schulanfängerinnen in Bezug auf „Muster zeichnen“?
3.3 Lernstand der SuS
3.3. Vorgehensweisen der SuS
3.3. Erfolgsquote
3.3.Bewertungskriterien
• Allgemeine Muster
 Beziehung der Teilmuster stimmt mit dem Original im Wesentlichen überein

• Teilmusterform
 Teilmuster werden im Detail gewertet

•Teilmusteranzahl
 Stimmt die Anzahl der Teilmuster?

•Teilmusterlage
3.3. Erfolgsquote Teilaspekte
Muster 1
Muster 2
Muster 3
3.3. Lernstand der SuS
•Häufigkeit und Art der Fehler ist abhängig vom Muster
• Zeichenfähigkeit steht mit mathematischem Können im Konflikt
• Allgemeines Musterverständnis bei allen Schulanfängern*innen vorhanden.
• Teilmusterform: Wird von einem Großteil der SuS korrekt bestimmt
• Teilmusteranzahl: bereitet bei einzelnen Muster große Probleme, bei anderen
gar keine.
• Teilmusterlage: Bereitet für Schulanfänger*innen die größten Probleme
3.4. Fazit mit Abschlussdiskussion
Was müssen Schulanfänger*innen für Fähigkeiten und Kompetenzen
mitbringen um Muster zeichnen zu können?
3.4. Fazit mit Abschlussdiskussion
• Allgemeine Kompetenzen
• Augen-Hand-Koordination
• Feinmotorik/Graphomotorik
• Kreativität und Fantasie
• Räumliche Orientierung

• Mathematische Kompetenzen
• Farb- und Formverständnis
• Symmetrieverständnis
• Wissen, dass Musterfolgen unendlich erweiterbar sind
• Teilmusterwahrnehmung und Beziehung untereinander erkennen
Vielen herzlichen Dank für Eure Aufmerksamkeit!
4. Quellen
Deutscher, T. (2012). Arithmetische und geometrische Fähigkeiten von Schulanfängern: Eine empirische Untersuchung unter besonderer
Berücksichtigung des Bereichs Muster und Strukturen. Wiesbaden: Vieweg, Teubner.

Goldstein, E. B. (2008). Wahrnehmungspsychologie. Der Grundkurs. Heidelberg: Spektrum.

Guski, R. (2000):.Wahrnehmung. Eine Einführung in die Psychologie der menschlichen Informationsaufnahme. Stuttgart: Kohlhammer.

Krauthausen, G. (2018) Einführung in die Mathematikdidaktik. Grundschule. Berlin: Springer.

Lüken, M. (2011). Muster und Strukturen im mathematischen Anfangsunterricht. Grundlegung und empirische Forschung zum
Struktursinn von Schulanfängern. Münster: Waxmann.

Opitz, E. & Schwerer, P. (2010). Fördern im Mathematikunterricht der Primarstufe. Heidelberg: Springer.

Ostermann, A. (2009). Lernvoraussetzungen von Schulanfängern. Beobachtungssituation zur Diagnostik und Förderung. Buxtehude:
Persen.

Schuster, M. (2000). Psychologie der Kinderzeichnung. Göttingen: Hogrefe.

Steinweg, A.(2013). Algebra in der Grundschule. Muster- und Strukturen- Gleichungen-Funktionale Beziehungen. Berlin: Springer.

Söbbeke, E. (2005). Zur visuellen Strukturierfähigkeit von Grundschulkindern – Epistemologische Grundlagen und empirische Fallstudien zu
kindlichen Strukturierungsprozessen mathematischer Anschauungsmittel. Hildesheim: Franzbecker.
4. Bildquellen
https://www.faber-castell.de/tutorials/children/learning-to-write/richtiges-greifen (Abruf am
30.05.2019)
https://lernstuebchen-grundschule.blogspot.com/2016/06/muster-fortsetzen-und-anmalen-
3.html (Abruf am 30.05.2019)
https://www.westermann.de/artikel/978-3-14-129001-1/Sputnik-Schuelerband-1-Teil-A-B
(Abruf am 30.05.2019)
https://www.google.de/search?tbm=isch&q=pl%C3%A4ttchen+muster+fortsetzen+grundschule
&spell=1&sa=X&ved=0ahUKEwi25NrBn8XiAhXCQhUIHbcLB4AQBQhCKAA&biw=1920&bih=911&
dpr=1#imgrc=qhKpXds2bhe3bM:&spf=1559287751735 (Abruf am 01.06.2019)