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Grundlagen der Elektrotechnik

Seminar / Kurs / Lehrgang

Elektrofachkraft

Dozent / Ausbilder
T. Oertel / G. Pastore

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Themenbereiche

Grundlagen der Elektrotechnik Blatt 3-11

Einführung in das Messen mit Multimetern Blatt 12

Die Spannungsmessung Blatt 13-15

Die Strommessung Blatt 16-18

Messung von Ohmschen Widerständen Blatt 19

Messübung Widerstand Blatt 20-21

Das Ohmsche Gesetz Blatt 22-24

Messung der Wirkleistung Blatt 25-26

Messübung Leistung Blatt 27-28

Gefahren des elektrischen Stromes Blatt 29-31

Die drei (fünf) Sicherheitsregeln Blatt 32-35

Schmelzsicherungssysteme Blatt 36-39

Leitungsschutzschalter Blatt 40-41

Fehlerstromschutzschalter Blatt 42-45

Schutz durch Abschaltung in TN-Netz Blatt 46

Stromarten Blatt 47-52

Drehstrom Blatt 53-57

Schutzklassen Blatt 58-59

Schutzarten Blatt 60

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Grundlagen der Elektrotechnik
Elektrizität ist eine Energieform, deren Bedeutung ständig steigt, denn
die elektrische Energie läßt sich einfach und mit einem sehr guten
Wirkungsgrad in andere Energieformen wie Wärme, Licht und Kraft
umwandeln.

Verschiedene Möglichkeiten eine elektrische Energie zu Erzeugen:

Energie Mix Deutschland 2012

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Der Atomaufbau:

Ein Atom ist ein unvorstellbar kleines Masseteilchen. Es besteht aus


einem Kern und den Elektronen, die mit einer sehr hohen
Geschwindigkeit um den Kern kreisen. Der Atomkern setzt sich aus den
elektrisch positiv geladenen Protonen und den elektrisch neutral
geladenen Neutronen zusammen. Die Elektronen sind elektrisch negativ
geladen.
Die Elektronen der äußeren Kreisbahn werden als Valenzelektronen
bezeichnet und bestimmen unter anderem auch die elektrische
Leitfähigkeit.
Die elektrisch geladenen Teilchen verhalten sich ähnlich wie
Dauermagnete, d.h. gleichmäßig geladene Teilchen stoßen einander ab,
ungleichmäßig geladene Teilchen ziehen sich an.
Atome haben die gleiche Anzahl Protonen (positive Ladung) wie
Elektronen (negative Ladung). Im Atom herrscht also
Kräftegleichgewicht und ist demnach nach außen hin elektrisch neutral.
Durch Kräfteeinwirkung von außen
(z.B. ein sich vorbeibewegendes Magnetfeld) können Valenzelektronen
vom Kern wegbewegt werden. Es entstehen dann Atome bei denen die
elektrisch positive Ladung überwiegt. Die Zahl der freien Elektronen
bestimmt die Leitfähigkeit eines Stoffes.

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Der Leiter:

Stoffe mit vielen freien Elektronen, sind Leiter der Elektrizität.


(z.B. Kupfer, Silber Aluminium)

Der Nichtleiter:

Nichtleiter oder Isolatoren haben keine oder kaum bewegliche


Elektronen und können deshalb die Elektrizität nicht leiten. Sie dienen
der Isolierung von Leitern gegeneinander oder gegen Berührung.
(z.B. Kunststoffe, Porzellan, Glas, Öl )

Der Halbleiter:

Zwischen Leiter und Nichtleiter sind, wie der Name schon sagt,
die Halbleiter einzuordnen. Kristallgitter- und
Grenzschichtvorgänge lassen manche Halbleiter steuerbar
leitend oder sperrend werden. Die Stoffe Selen, Germanium,
Silizium z.B. finden in Transistoren und Dioden als
Gleichrichter, Verstärker oder als elektronischer Schalter.

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Die Spannung
Positive und negative Elementarladungen werden unter Energieaufwand
(z.B. Reibung, Wärme, Magnetismus) voneinander getrennt. Es entsteht
an einer Stelle Elektronenmangel (Pluspol), an einer anderen Stelle
Elektronenüberschuß (Minuspol). Die Atome haben aber das Bestreben,
ihren neutralen Gleichgewichtszustand wieder herzustellen.
Das Ausgleichsbestreben zwischen den verschiedenen Ladungen nennt
man elektrische Spannung.

Die elektrische Spannung hat das Formelzeichen U und


wird in Volt ( V ) gemessen.
Die Spannung U tritt stets zwischen 2 Punkten eines elektrischen
Systems auf, d.h. je größer der Ladungsunterschied, desto höher ist die
Spannung.
Die elektrische Spannung kann symbolisch mit dem Druck in einer
Wasserleitung verglichen werden.

Die Spannungserzeugung:
Die elektrische Spannung entsteht im Spannungserzeuger.
Man unterscheidet zwischen einer Gleich- und einer Wechselspannung.
Bei der Gleichspannung gibt es einen Plus- und einen Minuspol, bei der
Wechselspannung wechselt die Polarität ständig.

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Spannung kann erzeugt werden durch:

 Reiben zweier geeigneter Körper


(Reibungselektrizität bzw. statische Aufladung
 Chemische Wirkung (galvanische Elemente)
 Wärme (Thermoelemente)
 Licht (Fotoelemente z.B. Solarzellen)
 Magnetismus (Induktion) bei der Induktion wird ein
elektrischer Leiter in einem Magnetfeld bewegt.

Die Spannungsbenennung:
 Kleinspannung: Bis 50V AC Wechselspannung ()
und 120V DC Gleichspannung (=)
 Niederspannung: bis AC 1000V und DC 1500V
 Mittelspannung: von 10000 (10kV) bis 30000V (30kV)
 Hochspannung: von 60000V (60kV) bis 110000V (110kV)
 Höchstspannung: von 220000V (220kV) bis 380000V (400kV)

 Netzspannung:
In Deutschland 230V bzw.
Drehstromnetzen 230/400V

 Nennspannung:
Ist die Spannung, die auf dem Typenschild
eines Verbrauchers angegeben ist. Sie
besagt, an welche Spannung das Gerät
anzuschließen ist.

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Der Strom
Stellt man zwischen den Polen eines Spannungserzeugers eine leitende
Verbindung mit einem Verbraucher her, so kommt es zu einem
Elektronenfluß. Die durch die Spannung erzeugte Elektronenbewegung
nennt man elektrischen Strom.

Der elektrische Strom kann verglichen werden mit der Wassermenge,


die in einer Zeiteinheit durch den Querschnitt einer Wasserleitung fließt.

Der Stromkreis:
Ein Stromkreis besteht aus mindestens einer Spannungsquelle, einer
Hinleitung, dem Verbraucher und einer Rückleitung.

Die Stromrichtung:
Im technischen Stromkreis fließt der Strom vom Pluspol zum Minuspol
durch den Verbraucher. Bei einer Wechselspannung fließt auf Grund der
ständig wechselnden Polarität auch ein ständig die Richtung
wechselnder Strom. (Wechselstrom)

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Die Stromdichte:

Der elektrische Strom erhitzt den Draht eines Heizkörpers bis zur
Rotglut. Die Drähte der Anschlußleitung werden aber kaum
erwärmt. Durch den kleinen Querschnitt des Heizdrahtes und den
großen Querschnitt der Anschlußleitung fließt der gleiche Strom.
Im kleinen Querschnitt werden die Elektronen schneller, und durch die
hierbei entstehende größere Reibung der Elektronen wird eine größere
Wärme verursacht.
Den Strom je qmm Querschnitt nennt man Stromdichte
Formelzeichen: Stromdichte S ( S= I / A )

Der Widerstand
Der Widerstand ist abhängig vom Material des Leiters (Anzahl der freien
Elektronen), seiner Länge und dem Querschnitt. Er wird mit dem
Widerstandsmessgerät (Ohmmeter) gemessen.
Der elektrische Wider stand hat das Formelzeichen R und wird in Ohm
() gemessen.
Die Abhängigkeit des Widerstandes von Querschnitt und Länge des
Leiters läßt sich mit einer Wasserleitung vergleichen. Das Wasserrohr
setzt der Wasserströmung einen Widerstand entgegen, der umso größer
ist, je länger das Rohr und je kleiner der Querschnitt ist.
Der elektrische Widerstand eines Leiters ist ebenfalls größer, wenn der
Leiter länger ist und einen kleineren Querschnitt hat.
Alle elektrischen Geräte (Verbraucher) besitzen einen elektrischen
Widerstand. Würde man einen Verbraucher mit einem sehr kleinen
Widerstand an einer Spannungsquelle anschließen, würde das ein
Kurzschluß zur Folge haben.

Formelzeichen : R

Einheit : 

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Bauformen und Arten von Widerständen

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Einführung in das Messen mit Multimetern
Bei Multimetern unterscheidet man zwischen analogen und digitalen
Geräten. Bei den analogen Multimetern erfolgt die Anzeige durch einen
Zeiger über einer Skala. Bei den digitalen Multimetern wird der Meßwert
dagegen durch eine Ziffernfolge angezeigt.

Bei Messungen mit dem Multimeter müssen grundsätzlich


folgende Hinweise beachtet werden.
 Ist das Meßgerät für die zu messende Größe geeignet?
 Ist die Genauigkeit des Meßgerätes ausreichend?
 Vor jeder Spannungs- oder Strommessung ist der
Messbereichswahlschalter stets auf den jeweils größten Meßbereich
einzustellen.
 Ein auf Strommessung geschaltetes Multimeter darf auf keinen Fall
(auch nicht kurzzeitig) wie ein Spannungsmesser angeschlossen
werden, denn durch den kleinen Innenwiderstand des
Strommessgerätes würde ein sehr großer Strom zum fließen kommen,
der zur Beschädigung des Multimeters führen kann.
 Ist ein Multimeter auf Widerstandsmessung geschaltet, so darf auf
keinen Fall eine Spannung an dem zu messenden Objekt
(Widerstand) anliegen. Auch hier kann sehr leicht eine Beschädigung
des Multimeters auftreten.
 Nach Abschluss von Messungen sollten Multimeter grundsätzlich auf
den größten Wechselspannungsbereich eingestellt und auch
aufbewahrt werden. Bei elektronischen Multimetern ist dann
selbstverständlich auch die Betriebsspannung abzuschalten.

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Die Spannungsmessung

 Das Spannungsmeßgerät muß auf den größten Gleich- bzw.


Wechselspannungsbereich eingestellt werden.
 Der Spannungsmesser wird parallel zur Spannungsquelle bzw. zum
Verbraucher angeschlossen.
 Bei der Verwendung von analogen Meßgeräten muß zusätzlich auf die
Gebrauchslage und bei Gleichspannung auf die richtige Polung
geachtet werden.

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Messübungen zur Spannung
Aufgabe 1

Wechselspannung

U/R1 U/R2 U/R3

Aufgabe 2

Wechselspannung

U/R1 U/R2 U/R3

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Aufgabe 3

Wechselspannung

U/R1 U/R2 U/R3

Aufgabe 4

Wechselspannung

U/R1 U/R2 U/R3

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Die Strommessung

 das Strommeßgerät muß auf den größten Gleich- bzw.


Wechselstrombereich eingestellt werden.
 Der Strommesser wird in Reihe zur Spannungsquelle bzw. zum
Verbraucher angeschlossen.
 Bei der Verwendung von analogen Meßgeräten muß zusätzlich auf die
Gebrauchslage und bei Gleichstrom auf die richtige Polung geachtet
werden.

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Messübungen zum Strom
Aufgabe 1

Wechselspannung

I1 I2 I3

Aufgabe 2

Wechselspannung

I1 I2 I3 I4

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Aufgabe3

Wechselspannung

I1 I2 I3 I4

Aufgabe 4

Wechselspannung

I1 I2 I3 I4

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Messung von Ohmschen Widerständen

 Der Widerstandsmessbereich von Multimetern ist im Bereich


von etwa1 bis 3 M für die Praxis ausreichend genau.
 Bei der Widerstandsmessung wird im Prinzip ein Strom
gemessen, angezeigt wird aber ein Widerstandswert. Das
Messgerät rechnet sich den Wert über Spannung und Strom
aus. Die Spannung für diese Messung kommt aus einer
Batterie bzw. Akku (1,5-9V), die sich im Messgerät befindet.
 Bei analogen Messgeräten muß vor jeder Messung ein
Nullabgleich vorgenommen werden. Bei diesem Nullabgleich
werden die Anschlußklemmen kurzgeschlossen, und über ein
Potentiometer (veränderbarer Widerstand) wird der Zeiger auf
Vollausschlag (0) gestellt. Dieser Nullabgleich ist
erforderlich, da die im Messgerät eingebaute Batterie keine
konstante Spannung liefert.
 Da die Meßspannung gepolt ist, können auch Dioden in
Durchgangs- oder Sperrichtung gemessen werden.
(siehe Bild)

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Messübungen vom Widerstand
Aufgabe 1

R1.2 R1.2.3

Bemerkung

Aufgabe 2

R1.2.3

Bemerkung

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Aufgabe 3

R1.2.3 R2.3

Bemerkung

Aufgabe 4

R1.2.3

Bemerkung

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Das Ohmsche Gesetz

Die drei Grundgrößen der Elektrotechnik:

 Spannung U in Volt ( V )
 Strom I in Ampere ( A )
 Widerstand R in Ohm ( Ω )

stehen in ganz bestimmten Beziehungen zueinander, die sich wiederum


mit den Verhältnissen einer Wasserleitung vergleichen lassen.

Die fließende Wassermenge pro Zeiteinheit ist abhängig vom


Wasserdruck. Ein elektrischer Strom I kann nur fließen, wenn
eine elektrische Spannung U vorhanden ist.

Bei höherem Wasserdruck erhöht sich die ausfließende


Wassermenge. Eine höhere Spannung U hat einen größeren
Strom I zur Folge.

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Bei größerem Strömungswiderstand durch ein engeres Rohr
fließt eine kleinere Wassermenge. Je größer der Widerstand R ,
desto kleiner der Strom I.

Der elektrische Strom ist also von der Spannung und dem
Widerstand abhängig.

Der deutsche Physiker Ohm erkannte diese Zusammenhänge. Das nach


ihm benannte Ohmsche Gesetz ist das Grundgesetz der Elektrotechnik.

Wenn zwei Größen bekannt sind, läßt sich nun nach diesem Gesetz die
dritte Größe ausrechnen. Das gilt für jede beliebige Stelle eines
Stromkreises.

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Beispiele:
 An einer Batterie mit einer Spannung von 12V ist eine
Glühlampe mit einem Widerstand von 1,5  angeschlossen.
Wie groß ist der Strom?

 An welcher Spannung ist ein Widerstand von 25,3 


angeschlossen, wenn ein Strom von 9,1A fließt?

 Welchen Widerstand hat ein Gerät, durch den bei der


Nennspannung von 230V ein Strom von 4,5A fließt?

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Messung der Wirkleistung

Die Wirkleistung eines Verbrauchers läßt sich ermitteln, indem man die
Spannung am Verbraucher und den Strom durch den Verbraucher mißt.
Werden diese beiden Werte miteinander multipliziert (P = U x I), so erhält
man die Wirkleistung des Gerätes.

Die Wirkleistungsmessung kann auch mit einem Leistungsmesser


durchgeführt werden. Dieser besitzt einen Strom- und Spannungspfad.
Beide Pfade müssen auf den richtigen Meßbereich eingestellt sein.

Spannungspfad

Strompfad

Verbraucher

Bei einem symmetrisch belasteten Drehstromnetz genügt eine


einphasige Leistungsmessung, denn die Gesamtleistung ist in
diesem Fall dreimal so hoch (Pges = 3 x P).
Bei einer Unsymmetrischen Belastung sind drei
Leistungsmesser bzw. eine Leistungsmesszange erforderlich.

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Wirkleistungsmessung mit einem Zähler:

Für die überschlägige Ermittlung der Wirkleistung eines


angeschlossenen Verbrauchers kann man auch den Zähler verwenden.
Auf dem Leistungsschild eines Zählers ist die Zählerkonstante (cz)
angegeben. Sie gibt an, wie viele Umdrehungen der Zähler pro kWh
macht. Zählt man nun die Umdrehungen (n) innerhalb eines bestimmten
Zeitraumes (t), so lässt sich mit unten angegebener Formel die
Wirkleistung berechnen

Aufgabe:

Der Anschlusswert einer Maschine soll durch Zählerablesen bestimmt


werden. Die Zählerkonstante sind 120 Umdr. / KWh und die
Zählerscheibe macht in 30 Sekunden 21 Umdrehungen.
Berechne den Anschlusswert der Maschine.

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Messübungen zur Leistung

Aufgabe 1

Wechselspannung

Spannung U Strom I Leistung P

Aufgabe 2

Wechselspannung

Spannung U Strom I Leistung P

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Aufgabe 3

Wechselspannung

Spannung U Strom I Leistung P

Aufgabe 4

Wechselspannung

Spannung U Strom I Leistung P

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Gefahren des elektrischen Stroms

Maßgebliche Größen bei der Verletzung durch


elektrischen Strom:
 Stromstärke
 Stromweg durch den Körper (Körperwiderstand)
 Spannung
 Zeit

Einfluss des Körperwiderstands:


 Die Berührungsspannung treibt den Strom durch den Körper
des Menschen.
 Die Stärke des Stroms und damit die Unfallfolgen werden
aber vom Körperwiderstand beeinflußt.
 Der Körperwiderstand nimmt mit steigender Spannung und
größer werdender Berührungsfläche ab. Bei Wechselstrom
fließt ein größerer Strom, deshalb ist die Wechselspannung
gefährlicher als eine gleich große Gleichspannung.

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Entscheidend für die Folgen eines Elektrounfalls ist die Höhe
des Stromes, der beim Berühren durch den Körper fließt, der
Einwirkdauer auf den Körper und dem Weg den der Strom
über den Körper nimmt. Aus Erfahrung ist bekannt, dass schon
ein Strom von 50mA tödlich sein kann, wenn er über das Herz
fließt.

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Welcher Strom ist besonders gefährlich?

Elektrische Wechselströme im Bereich der Netzfrequenz 50Hz sind ab


0,5 mA für den menschlichen Organismus spürbar und bei höheren
Stromstärken über 10 mA, welche länger als 2 s einwirken, gefährlich.
Gleichströme sind ab 2 mA spürbar und ab 25 mA, welche länger als
2 s einwirken, gefährlich.

Sofortmaßnahmen bei einem Elektrounfall

1. Unterbrechen Sie sofort den Stromkreis! Alle Mittel sind erlaubt!


Die Zeit zählt! Vorsicht bei der Berührung des Verunglückten!
Achten Sie darauf, nicht selbst mit der Spannung in Berührung zu
kommen!
2. Bei Atemstillstand beginnen Sie sofort mit der Beatmung,
ansonsten bringen Sie die betroffene Person in Seitenlage!
3. Veranlassen Sie sofort den Transport ins Krankenhaus!

EKG - Elektrokardiogramm
Prüfung Aktivität vom Herz
EEG - Elektroenzephalogramm
Prüfung Aktivität vom Gehirn

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Die drei (fünf) Sicherheitsregeln

1. Freischalten

alle Leiter, die Spannung an den Arbeitsort heranführen,


müssen vor Beginn der Arbeiten allpolig abgeschaltet
werden. Rückspannungen beachten (z.B. wenn an einem
Drehstrom-Verbraucher nur zwei Außenleiter abgeschaltet
sind.

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2. Gegen Wiedereinschalten sichern

Damit abgeschaltete Anlagenteile nicht versehentlich


eingeschaltet werden, sind folgende Maßnahmen zu
treffen.
 Herausnehmen und sicheres verwahren von
Sicherungen
 Leitungsschutzschalter mit einem Schloß bzw. Draht
sichern
 zuverlässig angebrachtes Verbotsschild
 Blindeinsätze verwenden
 Steckkappen oder Klebefolien verwende

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3. Spannungsfreiheit feststellen
Vor Beginn der Arbeit ist unbedingt die
Spannungsfreiheit am Arbeitsort zu überprüfen. Diese
Prüfung muß mit einem direkt vor der Prüfung
überprüften zweipoligen Spannungsprüfer erfolgen.

Im Niederspannungsbereich bis 1KV ist der „einpolige


Phasenprüfer“ in der DIN VDE 0680-6 mit aktueller
Ausgabe vom April 1977 genormt.
Dieser Spannungsprüfer ist nicht verboten, jedoch für die
Feststellung der Spannungsfreiheit nach heutigen
Maßstäben nicht mehr Stand der Technik

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Sicherheitsvorkehrungen

 Messgeräte sind vor dem Messen auf Funktion zu Prüfen


 Keine Sicherungen flicken
 Keine beschädigten Geräte verwenden
 Keine schadhaften Leitungen verwenden
 Lüftungsschlitze bei Motoren bzw. Transformatoren nicht
zudecken.
 Beim Auswechseln von Glühlampen oder
Leuchtstofflampen den Schalter auf Aus
stellen,(Sicherung entfernen) oder den Stecker ziehen.
 Bei mechanischen Reparaturen an elektrischen
Maschinen immer die drei Sicherheitsregeln einhalten.

Sicherheitsregel 4 und 5…

4. Erden und Kurzschließen.

5. Benachbarte unter Spannung stehende Teile


abdecken und abschranken.

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NH Sicherungen

(Niederspannungs - Hochleistungssicherungen)

NH Sicherungen werden hauptsächlich dort eingesetzt, wo


große Ströme fließen, bzw. große Leitungsquerschnitte
abgesichert werden müssen. Die Haupteinsatzgebiete liegen in
Gewerbe- und Industrieanlagen und in Hausanschlusskästen.
Zum Auswechseln müssen spezielle Aufsteckgriffe mit
Isolierstulpe sowie Sicherheitsausrüstung verwendet werden.

MH Mittelspannungs- Hochleistungssicheruung
HH Hoch- Höchstspannungs Hochleistungssicheruung

Vorsicht: NH Sicherungen sind innerhalb ihrer Größe


verwechselbar.

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Schmelzsicherungssysteme
Sicherungen sind absichtlich eingebaute Schwachstellen in
Stromkreisen. Diese Schwachstellen sind bei Diazed- und Neozed
Sicherungen so konstruiert, daß sie auch von Laien gefahrlos
ausgewechselt werden können und dass keine Sicherung mit einem
größeren Nennstrom eingesetzt werden kann. Dies wird bei Diazed
Sicherungen durch einsetzen von Passschrauben (bei Neozed
Sicherungen durch Passhülsen) erreicht.

Diazed Sicherungen:

Durch Abstufung des Durchmessers der Passschraube


wird das Einsetzen größerer Nennstromstärken verhindert.

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Neozed Sicherungen
Der Aufbau ist sehr ähnlich wie bei einer Diazed Sicherung

Durch Abstufung des Durchmessers der Passringe wird


das Einsetzen größerer Nennstromstärken verhindert.

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Gerätesicherungen

Gerätesicherungen werden hauptsächlich in Geräten


eingesetzt, um die darin befindlichen Drähte, Leiterbahnen oder
die elektronischen Bauelemente zu schützen. Sie sind von
0,03A bis 16A erhältlich.
Der Schmelzdraht ist in einem Glasrohr untergebracht. Bei
größeren Nennströmen sind sie mit Quarzsand gefüllt, um ein
zerplatzen zu verhindern.

Vorsicht: Sie sind verwechselbar, d.h. immer nur die vom


Gerätehersteller vorgesehene Sicherung einsetzen.

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Der Leitungsschutzschalter

Der Leitungsschutzschalter
Der Leitungsschutzschalter besteht aus zwei Auslösemechanismen. Das
Bimetall übernimmt den Überlastungsschutz, die Magnetspule löst den
Leitungsschutzschalter bei einem Kurzschluss aus.

Leitungsschutz!

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Auslösekennlinien von Schmelzsicherungen
und Leitungsschutzschaltern

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Fehlerstromschutzschaltern

Ein Fehlerstromschutzschalter, FI-Schutzschalter ist eine elektrische


Schutzeinrichtung in Niederspannungsnetzen. In der Abkürzung FI
steht F für das Wort Fehler und I ist das Formelzeichen für den
elektrischen Strom
Im englischen ist die Bezeichnung RCD
(Residual Current Device, sinngemäß Reststromschutzgerät)

1: Schaltschloss; 2: Auslösespule; 3: Summenstromwandler; 4: Prüftaste

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Aufgrund der verschiedenen Arten von Fehlerströmen, werden folgende
Typen unterschieden:

 Typ AC: Schutz bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen;

 Typ A: Schutz bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen und bei


pulsierenden Gleichfehlerströmen;

 Typ B und Typ B+: Schutz bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen,


pulsierenden Gleichfehlerströmen und glatten Gleichfehlerströmen
in Wechselspannungsnetzen.

Typ F: Schutz bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen und bei


pulsierenden Gleichfehlerströmen und Fehlerströme mit
unterschiedlichen Frequenzanteilen.

 RCCB = Residual Current operated Circuit-Breaker without over current


protection, entspricht den reinen FI- bzw. DI-Schaltern, (ist
gleichwertig zu RCD residual-current device)

 RCBO = Residual Current operated circuit-Breaker with integral Over current


protection, entspricht den kombinierten FI/LS- und LS/DI-Schaltern,

 SRCD = Socket outlet with Residual Current operated Device, sind FI- bzw.
DI-Steckdosen (diese Schutzelemente sind für den Einbau in
Steckdosen gedacht),

 PRCD = Portable Residual Current operated Device, sind ortsveränderlich, am


häufigsten zu finden unter Personenschutz-Adapter,

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Schutz durch Abschaltung im TN – Netz

Bei Auftreten eines Kurzschlusses oder Körperschlusses


zwischen einem Außenleiter und einem Schutzleiter bzw. PEN
– Leiter oder damit verbundenem Körper muss eine
automatische Abschaltung des fehlerbehafteten Stromkreises
durch eine Schutzeinrichtung erfolgen.
Als Schutzeinrichtungen können im TN – Netz Überstrom –
Schutzeinrichtungen oder Fehlerstrom – Schutzeinrichtungen
verwendet werden. Fehlerstrom – Schutzeinrichtungen eignen
sich jedoch nur im TN –S – Netz.

Betriebsmittel 1 Betriebsmittel 2 Betriebsmittel 3


ta  5s ta  0,4 s ta  0,4 s
Ia = 260 A Zs  0,885  Ia = IN Zs  460  Ia = 148 A Zs  1,55 
U0 = 230 V U0 = 230 V U0 = 230 V

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Stromarten

Die Stromarten werden nach der Bewegungsrichtung der


Elektronen unterschieden in Gleichstrom und Wechselstrom.

Gleichstrom:

Bewegen sich die freien Elektronen auf Grund einer


Gleichspannung ständig in gleicher Richtung, so fließt ein
Gleichstrom. (Zeichen: - )

Das Schaubild zeigt den gleichmäßigen Verlauf eines


Gleichstromes während der Zeit t.
Die Konstanz der Gleichspannung läßt Berechnungen
nach dem Ohmschen Gesetz ( U=R x I ) und der Leistung
( P= U x I ) uneingeschränkt zu.

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Wechselstrom:

Im Generator wird durch gleichmäßige Rotation von


Leiterschleifen (Spulen) im Magnetfeld eine Sinusförmige
Wechselspannung erzeugt.
Bewegen sich die freien Elektronen aufgrund einer
Wechselspannung mit regelmäßiger Richtungsänderung,
so fließt ein Wechselstrom (Zeichen  ).
Der Wechselstrom ändert regelmäßig wiederholend seine
Richtung und Stärke.

Frequenz f  Hz 
In Deutschland sind 50 Hz die übliche Wechselstromfrequenz der
Versorgungsnetze. Das bedeutet, dass der Strom in einer Sekunde 50
mal in die eine und 50 mal in die andere Richtung fließt.
Der Wechselstrom hat, wie die Sinuskurve zeigt, ständig andere
Augenblickswerte i , vom Höchstwert (Scheitelwert) i bis zum
Nullpunkt. Ein Wechselstrom bringt die gleiche Wirkung wie ein
gleichgroßer Gleichstrom. Das liegt darin begründet, dass man bei
Berechnungen mit Wechselgrößen ihre Effektivwerte einsetzt.
Effektivwerte sind quadratische Mittelwerte, welche die gleichen Effekte
hervorrufen wie gleichgroße Gleichstromwerte.

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Auch die Messinstrumente messen die Effektivwerte von
Wechselspannung und Wechselstrom.

Aus mathematischen Ableitungen ergibt sich, dass der


Effektivstrom I eff. eines sinusförmigen Wechselstromes das
0,707 Fache des Scheitelwertes i ist.

Das gleiche gilt für die Wechselspannung:


U eff. = U = u/ 2 = 0,0707  u
Beispiel:
Eine Wechselspannung U (=U eff.) von 230V hat einen
Scheitelwert u von:
u= U 2 = 230V 1,41 = 324V

Ein Widerstand, in dem der Wechselstrom die gleiche


Wirkung wie ein Gleichstrom zeigt, nennt man
Wirkwiderstand.
Wirkwiderstände sind z.B.:
Leitungswiderstände, Glühlampen, Heizwiderstände.
In ihnen entsteht Stromwärme.
In einem Wechselstromkreis mit diesen Widerständen ist
das Ohmsche Gesetz anwendbar und auch die
Berechnung der Leistung, hier

Wirkleistung P = U  I möglich.

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In einem Wechselstromkreis mit einem Wirkwiderstand,
z.B. einem Heizgerät, erreicht Strom und Spannung
gleichzeitig die Scheitelwerte und Nullpunkte. Spannung
und Strom sind phasengleich.

Das Schaubild zeigt die Phasengleichheit der Spannungs-


und Stromkurve, und die daraus resultierende
Wirkleistungskurve. Die Wirkleistung ist das Produkt aus
Spannung und Strom. Deshalb ist auch bei negativen
Spannungs- und Stromwerten die Leistung positiv. Die von
der Leistungskurve umfaßte Fläche ist die Wirkarbeit, die
in Stromwärme umgewandelt wird. Die Flächen der
Leistungsspitzen kann man sich zum Auffüllen der
Leistungstäler vorstellen und erhält eine Wirkleistung P,
die der Gleichstromleistung gleicht.

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Liegt eine Spule, z.B. die Wicklung eines Motors, im
Wechselstromkreis, so tritt eine Phasenverschiebung ein.
Die Spannung muß zunächst eine von ihr in der Spule
induzierte Gegenspannung überwinden, ehe der Strom
fließen kann. Der Strom eilt der Spannung um einen
Phasenverschiebungswinkel  (Griech..: phi) nach.

Das Schaubild zeigt eine Phasenverschiebung, bei der der


Strom der Spannung um  = 60 nacheilt. Infolge der
zeitlichen Verschiebung stellt das Produkt aus Spannung
und Strom nur eine scheinbare Leistung, die
Scheinleistung dar.
Die Scheinleistung setzt sich zusammen aus der
Wirkleistung und einer Blindleistung. Die Blindleistung
wird zum Aufbau des Magnetfeldes der Spule benötigt und
beim Abbau des Magnetfeldes ins Netz zurückgegeben
(negative Leistung).
Diese Energie pendelt ständig zwischen Erzeuger und
Verbraucher hin und her, ohne Wirkarbeit zu verrichten. Im
Wechselstromkreis, in dem auf Grund einer
Phasenverschiebung die Spannungs- und Stromwerte
zeitlich nicht zusammenfallen, kann ihr Produkt nicht die
wirkliche Leistung sein.

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Das Produkt muß mit dem Leistungsfaktor multipliziert
werden. Der Leistungsfaktor cos  (Kosinus phi) gibt an,
wieviel von der Scheinleistung in Wirkleistung umgesetzt
wird.

Die Wirkleistung des Wechselstromes ist das Produkt


von Spannung U, Strom I, und Leistungsfaktor:

P = U  I  cos 

Beispiel:
Der Leistungsfaktor eines Einphasen-Wechselstrommotors
ist mit cos  = 0,85 angegeben. Seine Wirkleistung beträgt
1,5 KW. Welcher Strom fließt bei 230V ?

Da der aus der Blindleistung resultierende Blindstrom die


Leitung mitbelastet (größerer Querschnitt), ohne
Wirkleistung zu erbringen, ist man bemüht, einen guten
Leistungsfaktor in einer Elektrischen Anlage zu erhalten.
Bei reinem Wirkstrom (Elektrowärme) ist der
Leistungsfaktor cos  = 1.
Es gibt elektrische Bauelemente, die im
Wechselstromkreis eine der Spule entgegengesetzte
Phasenverschiebung verursachen, die Kondensatoren.
Hier eilt der Strom der Spannung voraus. Hat eine
elektrische Anlage durch viele Motoren oder Drosseln in
Leuchtstofflampen einen schlechten Leistungsfaktor,
gleicht man die Blindleistung durch Kondensatoren aus
(Kompensation) und verbessert somit den
Leistungsfaktor.

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Drehstrom
Von den Stromarten hat der Drehstrom (Zeichen: 3) die
größte technische Bedeutung erlangt. Drehstrom ist ein
dreiphasiger Wechselstrom. Im Drehstromgenerator sind
drei Phasewicklungen (Stränge), um 120 versetzt,
symmetrisch angeordnet. Durch ein umlaufendes
Magnetfeld (Drehfeld) werden in den drei Wicklungen drei
gleich große Wechselspannungen erzeugt. Sie erreichen
ihre Scheitelwert und Nullpunkte jeweils nach 120 = 1/3
Periode, sind also um 120 phasenverschoben.

L1

N
L2

L3

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Für die Übertragung des Drehstromes wären 6 Leiter
erforderlich. Die 3 Phasen lassen sich jedoch durch eine
geeignete Schaltung miteinander verketten, und man
benötigt nur 3 Leiter. Diese Leiter sind durch die zeitliche
Verschiebung der Spannungen und Ströme abwechselnd
„Hinleiter“ und „Rückleiter“. Die 3 Hauptleiter haben die
Bezeichnung L1, L2, L3.

Das Diagramm zeigt den um 120 verschobenen


Phasenverlauf des Drehstromes.
Fließt beim Phasenwinkel 90 ein positiver Höchststrom
des Außenleiters L1 (Phase)(jetzt Hinleiter) fließen im
gleichen Augenblick zwei negative Ströme der Außenleiter
L2 und L3 (jetzt Rückleiter) mit halbem Höchstwert. Die
Summe der Werte ist in jedem Augenblick gleich Null.
Die Verkettungsschaltungen im Drehstromkreis sind die
Stern- und die Dreieckschaltung.

Die Verkettung wird in Drehstromberechnungen durch den


Verkettungsfaktor 3 = 1,73 berücksichtigt.

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Sternschaltung

In der Sternschaltung (Kurzzeichen: ) sind die


Strangenden (U2, V2, W2) miteinander zum Sternpunkt
verbunden.
Die Leiterspannung U ist bei der Sternschaltung um den
Verkettungsfaktor 3 mal so groß wie die
Strangspannung Ustr (Spannungsverkettung).
Der Leiterstrom I ist gleich dem Strangstrom Istr .

Stern U = 3  UStr I = Istr

Beispiel:
Drei gleich große Heizwiderstände sind in Sternschaltung für den
Anschluß an 400V Drehstrom ausgelegt (400V 3). In den
Anschlußleitungen fließt ein Strom von 6A. Wie hoch ist die
Spannung und der Strom eines Heizwiderstandes?

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Dreieckschaltung

In der Dreieckschaltung (Zeichen: ) ist jedes


Strangende (U2, V2, W2) mit dem Anfang (U1, V1, W1)
eines anderen Stranges verbunden.
Die Spannung der Außenleiter, die Leiterspannung U, ist
gleich der Spannung eines Stranges, der
Strangspannung Ustr.
Der Leiterstrom I ist bei der Dreieckschaltung um den
Verkettungsfaktor 3 mal so groß wie der Strangstrom
Istr (Stromverkettung).

Dreieck U = UStr I = 3  Istr

Beispiel:
Drei gleich große Heizwiderstände sind in Dreieckschaltung für den
Anschluß an 400V Drehstrom ausgelegt (400V 3). In der
Anschlußleitung fließt ein Strom von 20A. Wie hoch ist die
Spannung und der Strom eines Heizwiderstandes?

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Die Spannungsverkettung wird in den Vierleiternetzen
nutzbar gemacht. Es wird außer den 3 Außenleitern (die
Phasen L1, L2, L3) ein zusätzlicher Leiter aus dem
Sternpunkt des Generators herausgeführt, der
Neutralleiter N (Nulleiter).
Bei symmetrischer Belastung der Außenleiter fließt im
Neutralleiter kein Strom, bei ungleicher Belastung ein
geringer Ausgleichsstrom.
Das Mitführen des Neutralleiters hat den Vorteil, daß in
diesen Netzen zwei Spannungen zur Verfügung stehen. In
Deutschland ist 230/400V die übliche Spannung der
Drehstromnetze, d.h. die Spannung zwischen zwei
Außenleiter beträgt 400V und zwischen Außenleiter und
Neutralleiter 230V.

Daraus ergeben sich folgende Anschlußmöglichkeiten:

 Dreiphasiger Anschluß an 400V zwischen den


Außenleitern L1, L2, L3 (Drehstrom) für
Drehstrommotoren und andere Verbraucher mit hoher
Leistung.
 Einphasiger Anschuß an 230V zwischen einem
Außenleiter und dem Neutralleiter N (Lichtstrom) für
Wechselstrommotoren, Haushaltsgeräte und
Lichtanlagen.

Aus dem Leiterstrom I, der Leiterspannung U, dem


Leistungsfaktor cos  und dem Verkettungsfaktor 3 resultiert
die Wirkleistung des Drehstromes:

P = 3  U  I  cos

Da in der Dreieckschaltung der Strom, in der Sternschaltung die


Spannung verkettet ist, berechnet man die Leistung mit einer
Formel für beide Schaltungen.

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Schutzklassen

Schutzklasse I

Schutzleiteranschluss

 Das Gerät verfügt über einen Schutzleiteranschluss.


 Der Schutzleiter verbindet alle leitenden Teile, die im
Fehlerfall unter Spannung stehen können.

Schutzklasse II

Schutzisolierung

 Eine zweite zusätzliche Isolierung übernimmt den Schutz


beim Versagen der Basisisolierung.
 Das Gerät besitzt keinen Schutzleiteranschluss.

Bei der Schutzisolierung sind alle leitfähigen Teile, die bei schadhafter
Basisisolierung Spannung führen könnten, mit Isolierstoff bedeckt, oder
mit fest eingebauten Isolierstücken von Spannung führenden Teilen
zusätzlich getrennt. Diese Schutzmaßnahme ist für ortsveränderliche
Geräte bestens geeignet. Eine gefährliche Berührungsspannung ist
unmöglich und es wird kein Schutzleiter benötigt.

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Schutzklasse III

Schutzkleinspannung

 Das Gerät wird mit einer Spannung betrieben, die maximal


der zulässigen Berührungsspannung entspricht.
 DC≤ 120V AC≤ 50V in normalen Anlagen
 U≤ 25V für Kinderspielzeug
 U≤ 12V in Feuchträumen
 U≤ 6V in der Medizintechnik

Betriebsmittel der Schutzklasse III sind für den Betrieb mit


Kleinspannung gebaut. Die Nennspannung darf die Grenzwerte von 50 V
() Wechselspannung, bzw. 120 V (=) Gleichspannung nicht
überschreiten.
Die Basisisolierung von Schutzklasse III Geräten muss für eine
Nennspannung von 250V ausgelegt sein.
Der Schutz gegen direktes berühren muss gegeben sein.
Anschlußleitungen haben keinen Schutzleiter.

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Schutzarten

IP (International (Ingress) Protection)


Schutz gegen Eindringen

Erste Kennziffer
Berührungs- und Fremdkörperschutz nach DIN 40050 Teil 9

Zweite Kennziffer
Schutzarten für Wasserschutz nach DIN 40050 Teil 9

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