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Baustoffe des Innenausbaus

Fh – Würzburg – Schweinfurt, FAB Dipl.-Ing. Wolfgang Sorge


Lehrbeauftragte: M. Dold, T. Geiger

DÄMMSTOFFE

1. Allgemeine Informationen zu Bedeutung und Funktion Angelika Balling


2. Materialien
a) Anorganische Dämmstoffe Susanne Rachor
b) Organische Dämmstoffe
• Polysterol – Kork Franziska Popp
• Schafwolle – Stroh Michaela Muth
c) Sonstige Dämmstoffe und Systeme Angelika Balling
3. Bemusterung Michaela Muth

Quellen:
- http://www.baunetzwissen.de/standardartikel/Geneigtes-Dach_Anorganische-Daemmstoffe_158437.html
- http://www.waermedaemmstoffe.com/htm/anorganisch.htm
- http://wwx.baunetz.de/sixcms_4/sixcms/detail.php?template_id=2684
- http://wecobis.iai.fzk.de/cms/content/site/wecobis/lang/de/
- http://www.verbraucherinfothek.de/media/Uebersicht_BlaeperliteSchaumglas.pdf? PHPSESSID=287...
- Schneider, Bautabellen für Architekten, 18. Auflage, Werner Verlag
- http://www.waermedaemmstoffe.com/
- http://www.baudirwas.at/home.html
- http://www.bauwelt.de/sixcms_4/sixcms/detail.php?template_id=2683
- http://www.heinze.de/hbo/typID_528/obID_1845845/module_1000/modulePageID_3/context_1/natuerliche-organische-daemmstoffe.html
- http://www.architektur-lexikon.de/lexikon/waermeleitfaehigkeit.htm
- http://wecobis.iai.fzk.de/cms/content/site/wecobis/lang/de/Expandiertes_Polystyrol
Allgemeine Informationen zu Bedeutung und Funktion
von Dämmstoffen
Dämmstoffe dienen dem Wärmeschutz, Schallschutz und Brandschutz.

DIN 4108 Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden


Winterlicher Wärmeschutz
hat den Zweck, während der Heizperiode an den Innenoberflächen der Bauteile eine ausreichend hohe
Oberflächentemperatur zu gewährleisten und damit Oberflächenkondensat bei in Wohnräumen üblichem
Raumklima auszuschließen. Weiter dient der Winterliche Wärmeschutz dazu, Bauteilkonstruktionen zu
definieren, die den Wärmeverlust durch Transmission so weit begrenzen, dass die in der
Energieeinsparverordnung (EnEV) genannten Grenzwerte eingehalten werden können. Diese werden durch
den Wärmedurchgangskoeffizienten, den sogenannten U-Wert (früher k-Wert) in W/m²K beschrieben.

Sommerlicher Wärmeschutz
dient dazu, die durch Sonneneinstrahlung verursachte Aufheizung von Räumen, die in der Regel im
Wesentlichen auf eine Einstrahlung durch die Fenster zurückzuführen ist, so weit zu begrenzen, dass ein
behagliches Raumklima gewährleistet wird. Hierbei soll gemäß den Vorschriften der Energieeinsparverordnung
nach Möglichkeit auf den Einsatz von Klimatisierung verzichtet werden. Der sommerliche Wärmeschutz wird
beeinflusst durch die Abmessungen des Raumes, die Ausrichtung und Größe der Fenster, die Art der
Verglasung und dem Sonnenschutz, dem Lüftungsverhalten, interne Wärmequellen (z. B. Personenwärme,
Abwärme von Computern oder Beleuchtung) sowie der Wärmespeicherkapazität der verwendeten Baustoffe
(Innen- und Außenwände, Geschossdecken, Dämmstoff im Dach).

Energieeinsparverordnung (EnEV)
bezeichnet alle Maßnahmen zur Verringerung der „verbrauchten“ Energie der Energieträger.
Die EnEV ist ein Teil des deutschen Baurechts. In ihr werden von der Bundesregierung auf der rechtlichen
Grundlage der Ermächtigung durch das Energieeinspargesetz (EnEG) Bauherren bautechnische
Standardanforderungen zum effizienten Betriebsenergieverbrauch ihres Gebäudes oder Bauprojektes
vorgeschrieben. Sie gilt für Wohngebäude, Bürogebäude und gewisse Betriebsgebäude

DIN 4109 Schallschutz im Hochbau


Die DIN 4109 behandelt die Bereiche:
Luftschallschutz (Schalldämmung)
Trittschallschutz (Trittschalldämmung)
Körperschallschutz

Brandschutz
Brandschutzmatten/dämmung aus feuerfestem Material, ist dazu da, der Ausbreitung eines Brandes entgegen
zu wirken.
Auszug aus der Bayerischen Bauordnung
BAYERISCHE
BAUORDNUNG

Dritter Teil - Bauliche Anlagen


Abschnitt II - Allgemeine Anforderungen an die Bauausführung

Art. 16 Wärme-, Schall und Erschütterungsschutz

(1) Bei der Errichtung oder Änderung baulicher Anlagen oder bei einer Nutzungsänderung ist ein den
klimatischen Verhältnissen, dem Standort und der vorgesehenen Nutzung entsprechender ausreichender
Wärmeschutz vorzusehen. Der Wärmeverlust soll niedrig gehalten werden.

(2) Bei der Errichtung oder Änderung baulicher Anlagen oder bei einer Nutzungsänderung ist ein der
vorgesehenen Nutzung und dem Standort entsprechender ausreichender Schallschutz vorzusehen.
Lärmschutzmauern, bepflanzte Lärmschutzwälle oder ähnliche Anlagen können verlangt werdet, wenn Lage
und Nutzung von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen das erfordern.

(3) Erschütterungen, Schwingungen oder Geräusche, die von ortsfesten Einrichtungen (Anlagen und Geräten) in
baulichen Anlagen oder auf Baugrundstücken ausgehen, sind so zu dämmen, daß keine Gefahren,
vermeidbaren Nachteile oder vermeidbaren Belästigungen entstehen.

Anorganische Dämmstoffe

Zu den anorganischen Dämmstoffen zählen:


- Mineralwolle
- Schaumglas
- Perlite
- Kalziumsilikat
- Blähglimmer
- Blähton
- Silikatschaum
- Naturbims
- pyrogene Kieselsäure
- Aerogle

1. Mineralwolle (MW) – DIN EN 13162

Herstellung:
Zu den Mineralwolle oder Mineralfaserdämmstoffen zählen Stein- und Glaswolle oder Kombinationen daraus.
Steinwolle wird aus Gesteinsarten wie Diabas, Basalt oder Dolomit hergestellt. Glaswolle besteht zu 70 % aus
Altglas, Sand, Soda und Kalk.
Stein- bzw. Glaswolle wird durch Schmelzen der jeweiligen Ausgangsstoffe, Weiterverarbeitung zu Fäden und
anschließendem Vernadeln zu Matten und Platten hergestellt. Den Steinwolle- und Glaswollefasern können
Kunstharze und Öle zur Verringerung des Staubanteils oder wasserabweisende Stoffe zugegeben werden.
Mineralfaserdämmstoffe werden weich und formbar (als Rollware) oder als festgepresste Platten
(Mineraldämmplatten) geliefert.

Eigenschaften:
- nicht brennbar
- zum Teil wasserabweisend
- alterungsbeständig
- leicht zu verarbeiten
- dampfdurchlässig

Anwendungsbereiche:
Durch die unterschiedlichen Herstellungsverfahren gibt es eine breite Angebotspalette von
Mineralfaserdämmstoffen mit unterschiedlichen Eigenschaften, die im gesamten Gebäude eingesetzt werden
können: Als Dämmung von Dächern, Fassadenplatten, Trennwanddämmung, Innenraumdämmung,
Trittschalldämmung, technischer Isolierung und bei Wärmedämmverbundsystemen.

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,041 – 0,046 W/mK
Rohdichte: 10 – 180 kg/m³
Formen: Matten, Platten
Baustoffklasse: A1
Wasserdampfdiffusionswiderstand µ: 1

2. Schaumglas (CG) – DIN EN 13167

Herstellung:
Schaumglas wird aus Glaspulver (Quarzsand + Spezialzusätze wie Calciumcarbonat, Feldspat oder Eisenoxyde)
und Kohlenstoff bei 1000°C hergestellt. Durch den Kohlenstoff bilden sich kleine Glasblasen, die den
Dämmstoff aufschäumen und ihm seinen typischen aufgeschäumten, geschlossenzelligen Charakter verleihen.

Eigenschaften:
- hohe Druckfestigkeit
- dampfdicht
- fäulnisresistent
- verrottungsbeständig
- beständig gegen Nagetiere, Insekten und sonst. Schädlingen
- nicht brennbar
- wasserabweisend
- frostbeständig
- gute Beständigkeit gegen Säuren und Chemikalien
- alterungsbeständig

Anwendungsbereiche:
Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sich Schaumglas bestens für den Außenbereich (Terrassen, Flachdächer)
oder wo hohe Druckbelastungen vorkommen (Kellerböden, Bodenplatten). Von Nachteil sind die hohen
Kosten.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,04 - 0,06 W/(m²K)
Rohdichte: 110 – 150 kg/m3
Formen: Platten, Formteile
Baustoffklasse: A1
Wasserdampfdiffusionswiderstand µ: dampfdicht

3. Perlite (EPB) – DIN EN 13169

Herstellung:
Perlit bzw. Blähperlit besteht aus vulkanischem Gestein, das durch schockartiges Erhitzen bei Temperaturen
von 1000°C aufbläht (Blähperlit). Der Blähperlit kommt dann als Dämmstoff in Form einer Schüttung (= der lose
Einbau eines Dämmstoffs) zum Einsatz. Die Korngröße und Schüttdichte wird durch den Blähprozess
beeinflusst. Je nach Anwendungszweck werden diese dann mit Silikonen hydrophobiert oder mit Bitumen oder
Naturharzen ummantelt.

Eigenschaften:
- temperaturbeständig
- leicht
- unempfindlich gegen Feuchtigkeit
- widerstandsfähig
- verrottungsbeständig
- Resistent gegen Ungeziefer
- nicht brennbar

Anwendungsbereiche:
Perlite werden als Zwischensparrenschüttung für Dächer, als Schüttung für Decken und Fußböden, als
Kerndämmung oder als Leichtzuschlag für Dämmmörtel und Dämmestriche eingesetzt.

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ: (je nach Verwendungszweck) 0,04-0,06 W/(m²K)
Rohdichte: 70 – 280 kg/m³
Formen: Granulat
Baustoffklasse: A1/ B1 (je nach Oberflächenbehandlung)
Wasserdampfdiffusionswiderstand µ: 5

4. Kalziumsilikat

Herstellung:
Kalziumsilikat ist ein poröser Stoff, der mit Zellstoff vermischt und unter überhitzten Wasserdampf und hohen
Druck gehärtet wird. Dabei entsteht eine feinporige, offene Struktur.

Eigenschaften:
- nicht brennbar
- hohes Wasseraufnahmevermögen
- gute Feuchtigkeitsregulierung (daher ist keine Dampfbremse nötig)
- Schimmelresistent
- einfache Verarbeitung
- formstabil
- schallhemmend
- druckfest

Anwendungsbereiche:
Kalziumsilikatplatten werden vor allem als Innendämmung in denkmalgeschützten Gebäuden, wo keine
Außendämmung angebracht werden kann, bei Fachwerkwänden, bei Bauteilen, wo keine ausreichende
Erwärmung erfolgt, bei Räumen, die wegen hoher Feuchtigkeitsbelastung optisch und raumklimatisch
verbessert werden sollen, verwendet.

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,05-0,065 W/mK
Rohdichte: 200-260 kg/m³
Formate/ Dicken: 1250 mm x 1000 mm x 2 - 5 cm (beziehungsweise je nach Herstellerangebot)
Baustoffklasse: A1
Wasserdampfdiffusionswiderstand µ: 3-4

5. Blähglimmer

Herstellung:
Blähglimmer ist ein in der Natur vorkommendes, durch Verwitterung entstandenes Mineral (Glimmerschiefer).
Der Glimmerschiefer wird ohne Zusätze thermisch expandiert. Zwischen den Schichten seiner Blättchenstruktur
ist Kristallwasser chemisch gebunden. Durch kurzes Verweilen in speziellen Öfen wird das chemisch gebundene
Wasser schockartig ausgetrieben, wobei der Rohstoff aufgebläht wird. Blähglimmer ist meist als Granulat,
teilweise auch als Platten erhältlich.

Eigenschaften:
- nicht brennbar
- gute Schall- und Wärmedämmung
- recyclebar
- unverrottbar
- beständig gegen Ungeziefer

Anwendungsbereiche:
Blähglimmer wird bei Schüttung, Kerndämmung, als Leichtzuschlag für Mörtel und Putz, sowie als Brandschutz
eingesetzt.

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit: 0,065 - 0,07 W/mK
Rohdichte: 100 – 180 kg/m³
Formen: Schüttung, Platten
Baustoffklasse: A1, wenn bituminiert: B2 (normal entflammbar)
6. Blähton

Herstellung:
Blähton besteht im Wesentlichen aus Ton, der durch Blähen und
Brennen in einem Blähofen – zum Teil unter Verwendung von
Blähhilfsmitteln – produziert wird. Blähton wird in unterschiedlichen
Korngrößen am Markt angeboten, die in der DIN 4226 definiert sind.

Eigenschaften:
- mäßige Wärmedämmeigenschaften, dafür gute
Wärmespeicherfähigkeit und Schalldämmung
- nicht brennbar
- frost- und feuchtigkeitsbeständig
- atmungsaktiv
- verrottungsfest
- Nagetiersicher
- besitzt hohe Festigkeit

Anwendungsbereiche:
Die Korngrößen 4-8 mm und 8-16 mm werden als Schüttgut zur Wärmedämmung in Fußböden, Hohlwänden
und Dächern eingesetzt. In gebundener Form unter Zusatz von Zement und Kalk wird Blähton auch für die
Herstellung hochwärmedämmender und schallabsorbierender Leichtbetonbauteile eingesetzt.

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,10 – 0,16 W/mK
Kornrohdichte: 500 - 1.600 kg/m³
Schüttdichte: 300 – 700 kg/m³
Formen: Schüttung
Baustoffklasse: A1
Wasserdampfdiffusionswiderstand µ: 1-8

7. Blähglas
Herstellung:
Blähglas wird aus gereinigtem Recycling-Glas hergestellt. Als Blähglas
bezeichnet man ein mit Hilfsmitteln aufgeschäumtes Glas mit kleinen,
geschlossenen Poren. In der Regel besteht Blähglas aus geblähten
Glaskügelchen (Glas aus der Altglassammlung).

Eigenschaften:
- einfach zu verarbeiten
- nicht brennbar
- hohe Belastbarkeit
- unverrottbar
- Resistent gegen Nagetiere
Anwendungsbereiche:
Blähglas wird verwendet: Als Dämmung von geneigten Dächern, Hohlraumdämmung in Decken, als
Sauberkeitsschicht, als Zuschlag für Leichtbeton, Leichtputz und Leichtmauermörtel, als Wärmedämmplatten,
Wärmedämmschüttungen, Putzträgerplatten, vorgehängte Fassadensysteme und Dekorfarben.

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,06 – 0,07 W/m²K
Rohbaudichte: 100 – 390 kg/m³
Formen: Schüttung
Baustoffklasse A1
Wasserdampfdiffusionswiderstand µ:5

8. Naturbims

Herstellung:
Naturbims wird aus einem porösen, vulkanischen Gestein hergestellt. Er wird erst abgebaut, danach wird das
Material gewaschen und gesiebt, evtl. ist weiteres Brechen und Mahlen erforderlich. Die einzelnen Körnungen
werden klassiert und in Korngruppen eingeteilt. Als Zuschlag wird meist noch Blähperlit hinzugegeben. Der
Dämmstoff wird als Schüttung ausgeliefert. Es ist aus gasreicher Lava bei Vulkanausbrüchen entstanden.
Naturbims hat durch kleine Gaseinschlüsse ein feinporiges, meist geschlossenes Gefüge. Es handelt es sich um
ein Auslaufmodell, das heute eher selten zum Einsatz kommt.

Eigenschaften:
- unverrottbar
- nicht brennbar

Anwendungsbereiche:
Naturbims wird als Zuschlag für Leichtbeton oder als Schüttung von Decken verwendet.

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,060-0,080 W/mK
Rohbaudichte: 175-285 kg/m³
Formen: Schüttgut
Baustoffklasse: A1
Wasserdampfdiffusionswiderstand µ: 4

9. Silikatschaum:

Herstellung:
Silikatschaum wird aus Quarzmehl, Kalkhydrat, Zement, Wasser und Schäummittel hergestellt. Dem werden
teilweise noch Hydrophobierungsmittel und organische Fasern zugegeben.

Eigenschaften:
- nichtbrennbar
- verrottungsbeständig
- ungezieferresistent
- besitzt hohe Volumenbeständigkeit

Anwendungsbereiche:
Er wird als Außen- und Innendämmung von Wänden und für Unterseitendämmung von Decken verwendet.

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,045-0,050 W/mK
Rohbaudichte: 90-140 kg/m³
Formen: Schüttung
Baustoffklasse: A1/ A2
Wasserdampfdiffusionswiderstand µ: 3-6

10. Pyrogene Kieselsäure

Herstellung:
Pyrogene Kieselsäure wird nach patentierten Verfahren
aus pyrogener Kieselsäure meist in Verbindung mit einem
Stabilisator hergestellt. Zurzeit ist pyrogene Kieselsäure, da
es sich um einen recht neuen Dämmstoff handelt, noch
wenig in Gebrauch.

Eigenschaften:
- sehr gute Dämmung
- niedrige Wärmeleitfähigkeit
- nicht brennbar
- chemisch resistent gegen Säuren, Alkalien, Abgase, …
- formstabil
- gut zu verarbeiten

Anwendungsbereiche:
Pyrogene Kieselsäure wird meist als Hinterdämmung (z.B. als Sandwichelement oder mit Kaschierung) oder wo
Hochisolation, Vakuumisolation oder Brandschutz benötigt wird, verwendet.

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,020 W/mK
Rohbaudichte: 150-200 kg/m³
Baustoffklasse: A1
11. Aerogele

Herstellung:
Bei der Herstellung von Aerogel wird eine Flüssigkeit geliert und anschließend das Gel, welches meistens aus
Silikaten besteht,getrocknet. Durch dieses Verfahren entstehen die Nanoporen (können derzeit auf
Porengrößen von fünf Millionstel Millimetern hergestellt werden). Die Eigenschaften des Aerogels werden
entscheidend durch die Auswahl der Ausgangsstoffe beeinflusst.
Die intensive Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Aerogele begann erst in den letzten Jahren.

Eigenschaften:
- extrem leichter, hochporöser Dämmstoff
- sehr hitzebeständig (bis ca. 2000°C)
- verändert seine Dämmeigenschaft auch bei Druckunterschieden nur geringfügig
- Kohlenstoff-Aerogele können durch ihre schwarze Farbe zusätzlich elektromagnetische Strahlen absorbieren

Anwendungsbereiche:
Aerogele werden als Hochleistungswärmedämmung (HLWD)
oder als Vakuumdämmung verwendet.

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,020 W/mK
Rohbaudichte: 50-100 kg/m³
Baustoffklasse: A1

Organische Dämmstoffe

1. Polystyrol
a) Expandiertes Polystyrol (EPS):

Herstellung:
Zur Herstellung von Expandiertem Polstyrol (EPS) wird Polystyrolgranulat - ein
körnig bis pulverförmiger, leicht schüttbarer Feststoff - benötigt. Es ist der
Hauptbestandteil. Polystyrol wird aus dem Erdölraffinerie-Produkt Styrol
hergestellt. Dieses wird erhitzt auf ca. 90° C und mit Hilfe von Wasserdampf
aufgeschäumt. Dadurch bläht sich das thermoplastische Material um sein 20-50-
faches Volumen auf. Anschließend werden die vorgeschäumten
Schaumstoffperlen durch eine zweite Heißdampfbehandlung zwischen 110°C und
120°C in die Form von Blöcken oder Platten gebracht.
Eigenschaften:
EPS-Hartschaumstoff ist ein überwiegend geschlossenzelliger Dämmstoff mit
einem Porenanteil bis zu 98% Luft. EPS besitzt eine Wabenstruktur, ist unverrottbar, wenig elastisch und
feuchtebeständig. Die Wasseraufnahme beträgt < 5%. EPS ist nicht UV-beständig, die Oberfläche vergilbt und
versprödet unter Sonneneinstrahlung.
Anwendung:
EPS wird für nahezu jede Anwendung im Baubereich genutzt; im Decken-, Wand- und Dachbereich sowie als
Trittschalldämmung.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit: 0,035 – 0,040 W/(m²K)
Rohdichte: 15 -30 kg/m³
Druckfestigkeit: 0,070-0,260 N/mm² (Druckspannung bei 10% Stauchung)
0,012-0,062 N/mm² (Dauerdruckbelastung Stauchung <2%)
Baustoffklasse: B1 (schwerentflammbar)

b) Extrudiertes Polystyrol (XPS):

Herstellung:
Polystyrol-Extruderschaumstoff (XPS) ist ein geschlossen-
zelliger, harter Dämmstoff aus Polystyrol. Auch dabei ist der
Ausgangsstoff ein Granulat. Das Polystyrolgranulat wird
zunächst aufgeschmolzen und dann unter Zusatz von
Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), das als Treibmittel
dient, in einem Extruder (Stangpresse) zu Blöcken oder Platten
aufgeschäumt.
Eigenschaften:
Durch Extrusion wird eine Vielzahl kleiner geschlossener Zellen
erzeugt. Dadurch ist XPS sehr druckfest und
feuchtigkeitsunempfindlich. XPS ist wenig elastisch,
verrottungsfest und alterungsbeständig. Polystyrol-
extruderschaum ist nicht UV-beständig.
Anwendung:
XPS wird in Bereichen angewandt, in denen die
Wärmedämmung hoher Feuchtebeanspruchung und mechanischer Belastungen ausgesetzt ist.
Typische Einsatzbereiche sind daher Flachdächer (Umkehrdächer, bekiest, Gründächer, Terrassendächer,
Parkdecks), Böden (lastabtragend) und Sockeldämmung

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit: 0,035 – 0,040 W/(m²K)
Rohdichte: 0,32 – 0,40 kg/m³
Druckfestigkeit: 0,15-0,70 N/mm² (Druckspannung bei 10% Stauchung nach DIN EN 826)
0,06-0,25 N/mm² (Dauerdruckbelastung Stauchung <2%)
Baustoffklasse: B1

2. Polyurethan (PUR):
Herstellung:
PUR entsteht durch chemische Reaktion von flüssigen Rohstoffen
unter Zusatz von Treibmitteln wie Pentan oder CO2 und weiterer
Hilfsstoffe. Es wird entweder als Platten im
Doppeltransportbandverfahren oder in Form von Blöcken nach dem
Blockschaumverfahren hergestellt:
Im Doppelbandverfahren strömt das Reaktionsgemisch aus dem
Mischkopf auf eine untere Deckschicht aus Mineral-, Glasvlies- oder
Aluminiumfolie, schäumt auf und verklebt mit einer oberen
Deckschicht in der gewünschten Dämmstoffdicke. Für
selbsttragende Bauelemente können profilierte Deckschichten aus
Stahl- oder Aluminiumblechen (=Metallsandwichelemente)
verwendet werden.
Im Blockschaumverfahren wird das Reaktionsgemisch in eine
Blockform eingefüllt oder auf ein kontinuierliches Blockband
aufgebracht. Nach dem Aufschäumen und Ablagern werden die Blöcke konfektioniert.
Eigenschaften:
Dämmstoffe aus PUR-Hartschaum sind überwiegend geschlossenzellige, harte Schaumstoffe. Die
Geschlossenzelligkeit beträgt >90%. PUR ist sehr druckfest, alterungsbeständig, schimmel- und fäulnisresistend
und verrotet nicht.
Anwendung:
Eingesetzt wird das Material im Steildach, Flachdach, Fußboden, als Perimeterdämmung, oberste
Geschossdecke, Kellerdecke, Außenwand, WDVS und Innendämmung
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit: 0,024 bis 0,030 W/(m²K)
Rohdichte: > 30 kg/m³
Druckfestigkeit: >0,10 / >0,15 N/mm²
Baustoffklasse: B1, B2 (normalentflammbar)

3. Baumwolle, Flachs, Hanf

a) Baumwolle:

Herstellung:
Baumwolldämmstoffe werden aus der pflanzlichen Faser
hergestellt. Aus dieser wird ein vliesartiger Dämmstoff zu
Matten bis 20 cm Stärke hergestellt. Zum Schutz vor Befall
durch Nagetiere und Insekten und zum Brandschutz wird
Baumwolle mit Borax (Borsalz) imprägniert. Seit einiger Zeit
existieren Baumwollflocken, die ähnlich wie
Zelluloseflocken, in Hohlräume eingeblasen werden
können.
Eigenschaften:
Aufgrund der feinen Faserstruktur hat Baumwolldämmung
gute Wärmedämmwerte. Sie ist atmungsaktiv, elastisch
und deshalb gut verarbeitbar. Durch Feuchtigkeitsausgleich und Diffusionsmöglichkeit, wird das Raumklima
positiv beeinflusst. Die Fasern werden von Fraßschädlingen nicht angegriffen. Baumwolle darf jedoch keiner
längeren Durchfeuchtung ausgesetzt werden, da sie nicht schimmelresistend ist.
Anwendung:
Dieser pflanzliche Dämmstoff wird in verschiedenen Formen angewandt. Es gibt Baumwolle-Dämmmatten
(auch alukaschiert) mit Dicken von 50 bis zu 200 mm sowie Baumwolle-Dämmfilze (Dicke 4 bis 10 mm) für die
Trittschalldämmung und Hohlraumdämmung in leichten Trennwänden.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit: 0,040 W/(mK)
Rohdichte: 20-60 kg/m³
Baustoffklasse: B 1, B 2

b) Flachsdämmstoffe:

Herstellung:
Dieser Dämmstoff wird aus den Kurzfasern der Flachspflanze gewonnen. Die
Flachsfasern werden nach Entfernen der Bastschicht zu Faservlies verarbeitet Es
werden Borsalze zugegeben, um die Brandschutzeigenschaften zu verbessern.
Flachsdämmstoffe bestehen überwiegend aus Zellulose, werden also nicht von
Keratin verdauenden Insekten wie Motten angegriffen.

Eigenschaften:
Flachsdämmstoffe sind weitgehend resistent gegen Fäulnis und
Schimmelpilzbefall. Sie wirken außerdem feuchteausgleichend. Die Fasern sind jedoch relativ steif. Flachs
besitzt nicht so ein gutes Wärmespeichervermögen wie z.B. Holzfasern und ist deshalb nur bedingt für den
sommerlichen Wärmeschutz geeignet.
Anwendung:
Flachsdämmstoffe werden als Dämmbahnen in Holzkonstruktionen verwendet, wie z.B. zur Dachdämmung als
Zwischensparrendämmung, in Außen- und Trennwänden bei Holzständerkonstruktionen oder bei
Holzbalkendecken und Fußbodenaufbauten.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit: 0,040-0,045 W/(mK)
Rohdichte: 20-80 kg/m³
Baustoffklasse: B 2

c) Hanf:

Herstellung:
Zur Gewinnung von Hanfdämmstoffen wird der Faseranteil des Hanfstengels verwendet. Dieser ist nicht
feuchteempfindlich und sehr reißfest. Hanffaser enthält kein Eiweiß, dadurch entfällt eine Behandlung gegen
Motten und Käfer. Auf Imprägnierungen kann weitestgehend verzichtet werden. Durch Zusatz von Borsalzen
wird der Brandschutz verbessert.
Eigenschaften:
Hanf besitzt gute wärmedämmende und schalldämmende Eigenschaften. Hanffasern sind robust,
feuchtigkeitsbeständig und aufgrund ihrer Inhaltsstoffe resistend gegen Schädlingsbefall. Die
Wärmespeicherfähigkeit ist nicht so gut, so dass auch Hanf nur bedingt für den sommerlichen Wärmeschutz
geeignet ist.
Anwendung:
Matten aus Hanf können als Dämmung für Wand, Dach und im Bodenbereich eingesetzt werden, sofern sie
keiner permanenten Feuchte ausgesetzt sind
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit: 0,040-0,045 W/(mK)
Rohdichte: 20-25 kg/m³
Baustoffklasse: B 2
4. Holzfaser:
Herstellung:
Grundsubstanz für Holzfaserdämmungen sind Weichholzfasern von
Fichte oder Tanne. Diese werden thermisch-mechanisch zerfast und
mit Wasser zu einem Brei vermengt. Holzfasern werden als
Einblasdämmstoff oder als Platten verwendet.
Als loser Einblasdämmstoff (wird mittels einer Einblasmaschine mit
Hilfe von Luft in ein Bauteil eingebracht) werden die Fasern
anschließend getrocknet.
Bei Holzfaserdämmplatten werden die Weichholzfasern anschlißend
unter Druck und Temperaturen um die 380 °C gepresst. Während
dieses Vorgangs findet eine Verfilzung und Verklebung der Fasern
statt.
Bei Holzweichfaserplatten erfolgt die Bindung ohne chemische Bindemittel durch holzeigene Bindestoffe
(Harze). Bei Holzfaserplatten wird die Festigkeit durch Zugabe von Zement oder Magnesit erhöht.
Eigenschaften:
Lose Holzfasern bieten hohe Dampfdiffusionsoffenheit, haben hohe Wärmespeicherfähigkeit und wirken
feuchteregulierend.
Holzfaserplatten sind vielseitig einsetzbar, besitzen gute Wärmedämm- und Schalldämmeigenschaften. Durch
die hohe Wärmespeicherfähigkeit und Dichte eignen sich Holzfaserdämmplatten besonders für
Leichtbaukonstruktionen und den sommerlichen Wärmeschutz.
Anwendung:
Holzfaserplatten können als Dämmstoff im Wand- und Dachbereich, und als Wärme- und Trittschalldämmung
im Bodenbereich eingesetzt werden.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit für Holzfaserdämmplatten: 0,040 – 0,070 W/(m²K),
für lose Holzfasern:0,040 – 0,045 W/(m²K)
Rohdichte für Holzfaserdämmplatten: 120 – 450 kg/m³, für lose Holzfasern: 23 – 60 kg/m³
Baustoffklasse: B2

5. Kokosfasern:
Herstellung:
Die Umhüllung der Kokosnuss, welche die benötigten
Kokosfasern enthält, wird längere Zeit in einem größeren
Sumpfbecken einem Fäulnisprozess ausgesetzt. Alle
organischen fäulnisanfälligen Stoffe werden bei diesem
Verfahren der Abfaulung unterworfen. Nur die absolut
fäulnisresistente, sogenannte Kokosfaser bleibt zurück und
wird nach einem Wasch- und Trockenprozess zu einem Vlies
verarbeitet. Zur Verbesserung des Brandschutzes werden
teilweise Borsalze und Ammoniumsulfat zugegeben.
Eigenschaften:
Kokosfasern haben eine sehr hohe Elastizität. Im Vergleich zu
mineralischen Fasern sind sie außerdem sehr bruch- und
reißfest. Sie sind diffusionsoffen, wirken feuchteausgleichend und sind insektensicher. Kokosfasern sind
aufgrund pflanzeneigener Gerbstoffe fäulnissicher auch bei starker Wasserberührung. Verfilzt haben sie gute
Wärme- und Schalldämmeigenschaften.
Anwendung:
Kokosfasern werden als Filz, Matte oder Platte angeboten. Kokosfaserdämmstoffe eignen sich besonders zur
diffusionsoffenen Dämmung in Innenbereichen (Decken, Böden) bei Holzleichtbauweisen oder als
Zwischensparrendämmung. Kokosfasermatten werden auch zur Dämmung von Fensteranschlüssen eingesetzt.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit: 0,040-0,050 W/(m·K)
Rohdichte: 40-90 kg/m³ (Stopfwolle), 70-120 kg/m³ (Filze, Platten)
Baustoffklasse: B 2
6. Kork:
Herstellung:
Die Korkrinde wird vom Baumstamm gelöst und in Mühlen grob
gemahlen (Korngröße 1 mm bis 20 mm). Durch das Erhitzen auf etwa
400 °C vergrößert sich das Korkschrotvolumen um das 2- bis 4-fache.
Dabei wird das Korkgranulat durch das korkeigene Harz, das Suberin,
gebunden und verklebt zu großen Blöcken. Nach einer halben Stunde
Behandlung mit Heißdampf in Autoklaven wird der heiße „Backkork“
abgekühlt. Die Korkblöcke werden anschließend auf das Format 50 x
100 cm und die Plattenzuschnitte gebracht.
Niedrig-expandierter-Dämmkork entsteht, wenn das Korkgranulat nach
der Volumenvergrößerung nur mit dem eigenen Harz verklebt (ohne
fremde Zusätze).
Es gibt auch Korkprodukte, die unter Zusatz von Bindemitteln wie Harnstoff-Formaldehydharz oder Bitumen
hergestellt werden.
Eigenschaften:
Kork ist alterungsbeständig, schalldämmend und hochbelastbar. Er besitzt eine gute Wärmespeicherfähigkeit
sowie gute Wärmedämmeigenschaften und ist atmungsaktiv. Kork ist verrottungs- und fäulnisresistent.
Anwendung:
Korkdämmung ist als Platte und Granulat erhältlich. Im Innenraum ist Kork nur bedingt geeignet (Eigengeruch).
Am häufgsten werden Korkplatten als Vollwärmeschutz verwendet, da sie eine gute ökologische Alternative zu
Polystyrolplatten darstellen.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit: 0,045-0,060 W/(m·K)
Rohdichte: 100-220 kg/m³
Druckfestigkeit: < 0,10 N/mm² (bei 10% Stauchung)
Baustoffklasse: B2

7. Schafwolle
Herstellung:
Schafwolle-Dämmstoffe gibt es seit ca. 1992 auf dem deutschen Markt zu
kaufen. Die gewaschene Schafschurwolle wird mit ca. 3-5% Borsalz, einem
Mittel gegen Holzzerstörenden Pilz- und Insektenbefall, imprägniert, um den
Brandschutz zu verbessern und den Mottenbefall zu verringern. Die
Verwendung dieser Zusatzstoffe ist in diesen geringen Mengen für den
Menschen als unbedenklich eingestuft worden.
Schafwolle ist sehr umweltfreundlich, kann wieder verwendet werden, ist aber
nur ohne Borsalzimprägnierung kompostierbar. Das Ausgangsmaterial stammt
hauptsächlich aus Neuseeland. Mittlerweile gibt es auch gering hergestellte
Mengen aus Österreich oder Großbritannien. Die Produktion von Schaffwolle
ist in sämtlichen Gegenden, in denen eine Schafhaltung stattfindet, möglich.
Schafwolle ist ein natürlicher und umweltschonend produzierter Dämmstoff,
der außerdem als nachwachsend bezeichnet werden kann. Das Vorprodukt
Rohwolle wird erst mit der Hilfe von Soda und Seifen gereinigt bevor die Wolle
zu den Vliesbahnen oder Schafwollfilzen weiter verarbeitet werden kann.
Bei der Herstellung von Matten, also Produkte die eine Dicke über 120mm haben, werden teilweise Polyester-
oder Kokos-Stützfaser verwendet, um die Festigkeit zu steigern. Schafwolle - wird als Dämmfilz, Matte,
Trittschall-Dämmplatte oder Stopfwolle auf dem Markt angeboten und alternativ als Abdichtungsmittel bei Tür-
und Fensteröffnungen benutzt.
Eigenschaften:
Schafwolle lässt sich sehr leicht verarbeiten und eignet sich daher gut im Zusammenhang mit
Holzkonstruktionen. Schafwolle ist hautfreundlich und besitzt gute Dämmeigenschaften und ist weitgehend
gegen Fäule resistent.
Schafwolle kann bis zu 33% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und diese auch relativ schnell
wieder abgeben. Sie reguliert somit natürlich die zusätzliche Luftfeuchte in den darunter liegenden Räumen.
Positive ist das die Schafwolle ein nachwachsender und natürlicher Rohstoff und teilweise wieder verwendbar
ist.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,040 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 960-1.300 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 1-2
Baustoffklasse: B 2 normalentflammbar
Rohdichte ρ: (2-80) 30-138 kg/m³
Primärenergiegehalt: 40-80 kWh/m³
Anwendung:
Schafwolle wird im Dach als Zwischensparrendämmung verwendet.
In der Wand kommt die Schafswolle als Füllung bei Leichtbaukonstruktionen zum Einsatz und in der Decke
dient sie als Füllmaterial zwischen den Balken. Ebenso findet sie Verwendung als Innendämmung und
Trittschalldämmung.

8. Zellulose
a) Zelluloseflocken:

Herstellung:
Die Zelluloseflocken werden aus Altpapier hergestellt. Dies geschieht durch ein Mahlverfahren. Bei der
Zerkleinerung erhalten die Flocken eine dreidimensionale Struktur. Zur Verbesserung des Brandschutzes und
für den Schutz vor Schimmel werden ca. 12-20% Borsalze hinzu gegeben. Die Herstellung geschieht mit einem
geringen Energieaufwand. Die Auslieferung der Flocken geschieht meist in Säcken. Der ökologische Dämmstoff
besitzt mittlerweile einen größeren Marktanteil in Deutschland.
Eigenschaften:
Die Flocken lassen sich durch lose Schüttungen in zweischalige
Konstruktionen, mit dem Einblasverfahren oder dem
Sprühverfahren, einbringen. Sie sind volumenbeständig und
sicher vor Ungeziefer und Schimmel geschützt. Allerdings sind
sie nicht druckbelastbar. Die Zellulose ist wieder verwendbar
und deponiefähig, wenn nicht imprägniert.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,040-0,045 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.700-2.150 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 1-2
Baustoffklasse: B2 normalentflammbar,
B 1 schwerentflammbar
Rohdichte: 30-80 kg/m³
Primärenergiegehalt: 50 kWh/m³
Anwendung:
Die Zelluloseflocken werden in die Hohlräume als Dämmung geblasen, oder als Aufsprühung bei senkrechten
Flächen verwendet. Im Dach als Zwischensparrendämmung oder in der Wand bei Holzständerbauweise, eine
Form des Fachwerkbaus.

b) Zellulosedämmplatten

Herstellung:
Die Dämmplatten werden ebenfalls aus Altpapier hergestellt. Die zerkleinerten Altpapierflocken werden durch
Dampfzufuhr zu Platten gepresst. In der Zellulose befinden sich Bindemittel, wie Ligninsulfonat, Tallharz, die
durch den Wasserdampf aktiviert werden. Zur Stabilisierung der Dämmplatten werden oftmals zusätzliche
Fasern, z.B. Jutegarn, mit eingearbeitet. Um den Brandschutz zu verbessern werden ca. 12% Aluminiumsulfat
und Borsalze (Borsäure, Borax) hinzu gegeben.
Eigenschaften:
Die Zellulosedämmplatten sind besonders elastisch, jedoch nicht belastbar. Bei der Verarbeitung kann es zu
Staubentwicklung kommen und beim Zuschneiden fasern die Platten stark aus.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,040 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c:
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:
Baustoffklasse: B 2 normalentflammbar
Rohdichte: 80 kg/m³
Primärenergiegehalt: 80 kWh/m³
Anwendung:
Die Zellulosedämmplatten werden im Dach als Zwischensparrendämmung verwendet oder in der Wand bei
Holzständerkonstruktionen, eine Form des Fachwerkbaus.

9. Synthetische Dämmstoffe
a) Polyester

Herstellung:
Polyester wird aus dem Rohstoff Erdöl hergestellt. Die Fasern sind seit langem aus der Textilindustrie bekannt
und benötigen keine Zusätze und Flammschutzmittel für den Brandschutz. Die Polyesterfasern werden bei der
Herstellung thermisch gebunden.
Eigenschaften:
Der Dämmstoff Polyester besteht aus reinen Faserstoffen welche elastisch und weich sind. Der Dämmstoff
besitzt gute Wärmedämmeigenschaften und hat eine schallabsorbierende Wirkung. Polyester ist
hautverträglich, diffusionsoffen, fäulnisresistent und verrottungsbeständig. Die Aufnahme von Feuchtigkeit ist
nicht möglich, daher bietet er nur eine sehr geringe
Wärmespeicherfähigkeit. Die Verarbeitung von Polyester ist
problemlos und gesundheitlich und ökologisch unbedenklich.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,035-0,045 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.500 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 1
Baustoffklasse: B 1 schwerentflammbar,
B 2 normalentflammbar
Rohdichte ρ: 15-25 kg/m³
Primärenergiegehalt: 600 kWh/m³
Anwendung:
Polyester kommt im Dach als Zwischensparrendämmung in der Decke zwischen Lagerhölzern oder als
Schallabsorber in Holräumen vor. Polyester kann auch als Trennwand fungieren.

b) Phenolharz-Hartschaum

Herstellung:
Der Hartschaum wird wird aus Phenolharzen gewonnen. Bei der
Herstellung wird ein Treibmittel und ein Härter hinzugefügt. Die
Verarbeitung der Harze erfolgt mit oder ohne Zufuhr äußerer
Wärme. Meist werden die PF-Hartschäume in einem
kontinuierlichen Verfahren als Bandware, wie auch vereinzelt als
Blöcke, hergestellt.

Eigenschaften:
Der Phenolharz-Hartschaum ist ein überwiegend
geschlossenzelliger, harter Schaumstoff, er besitzt gute
Wärmedämmeigenschaftgen. Wird aber in Deutschland kaum benutzt, da im Brandfall Schadstoffe freigesetzt
werden können.

Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,025-0,045 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.500 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 10-50
Baustoffklasse: B1,
B 2 normalentflammbar
Rohdichte ρ:
Primärenergiegehalt: 20-100 kg/m³

10. Natürliche Dämmstoffe

a) Schilf

Herstellung:
Die Schilfrohrhalme werden mechanisch gepresst und durch verzinkte Stahldrähte zu festen jedoch biegsamen
Platten mit einer Stärke von 2cm – 10cm verbunden.
Eigenschaften:
Schilf ist von Natur aus feuchteresistent und schafft mit seinem hohen Kieselsäureanteil die Brandgefahr
einzuhemmen. Schilf ist ein nachwachsender Rohstoff und benötigt keine Imprägnierung. Jedoch ist der
Transport von Schilf aufwändig, da er in Deutschland unter Naturschutz steht.
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,055 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.200 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 2
Brandschutzklasse: B 2 normalentflammbar
Rohdichte ρ: 225 kg/m³
Primärenergiegehalt:
Anwendung:
Schilf wird als Dachdämmung und als Putzträgerplatte verwendet.

b) Stroh:

Herstellung:
Das Stroh wird unter Temperatureinwirkungen bis zu 250 °C zu Platten gepresst
um folgend beide Seiten der Platte mit Spezialpapier zu bekleben.
Strohschüttungen werden aus den getrockneteten Halmen verschiedener
Getreidesorten (Roggen- und Weizenstroh) hergestellt.
Eigenschaften:
Die Dämmung mit Stroh ist nur mäßig wirkungsvoll. Stoh ist ein nachwachsender
Rohstoff und entsteht als Nebenprodukt der Landwirtschaft.
Technische Daten
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,055-0,115 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c:
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 1-2
Brandschutzklasse: B 2 normalentflammbar
Rohdichte ρ: 150 kg/m³
Anwendung:
Als mögliche Anwendungsbereiche von Stroh kommt das Kaltdach, obere und
unter Geschossdecke oder als Innendämmung in Frage.

Sonstige Dämmstoffe/Systeme
a) Holzwolle-Leichtbauplatte (HWL-Platte) DIN 1101 und DIN 1102:

Bestehen aus langfaseriger Holzwolle (Laub-, und Nadelhölzer) die mit Zement oder kaustisch gebrannten
Magnesit gebunden sind. Sie werden bei hoher Temperatur gepresst und anschließend getrocknet. Die
Holzwolle wird gegen Schädlingsangriff vorbehandelt.
Eigenschaften:
- mäßige Wärmedämmeigenschaften
- sehr gute Wärmespeicherfähigkeiten
- sehr gute schalldämmend
- leicht zersägt und eingebaut
Technische Daten:
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,065-0,090 W/(m·K)

spez. Wärmespeicherkapazität c: 2.100 J/(kg·K)

Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 2-5

Baustoffklasse: B 1 schwerentflammbar

Rohdichte ρ: 360-570 kg/m³

Primärenergiegehalt: 1.200 kWh/m³

Standartabmessungen:
15, 20, 35, 50, 75 und 100 mm Dicke
2,00 m Länge
50 cm Breite
Zweck: Dämmstoff als Wärme-, Schall-, und Brandschutz
Durch offenporige Plattenstruktur eignen sich die Platten bei Beachtung bestimmter Verarbeitungsregeln auch
als Putzgrund für mineralische Außen- und Innenputze.
Umweltaspekte:
+ gesundheitlich unbedenklich
- hoher Energieaufwand bei der Herstellung
- relativ schlechte Wärmedämmung
- kaum wieder verwendbar
Anwendung: Putzträger, Innenausbau

b) Mehrschicht-Leichtbauplatten (ML-Platte) DIN 1101 und DIN 1102:

Bestehen aus einer Dämmstoffschicht (Hartschaum oder Mineralfaser) und einer darauf einseitig oder
beidseitig aufgebrachten Deckschicht (mind. 5 mm) aus mineralisch gebundener Holzwolle zusammen.

Eigenschaften:
ähnlich wie bei den HWL-Platten,
werden aber stark von den jeweiligen Dämmstoffschichten
mitbestimmt.

Kennwerte:
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,065-0,150 W/(m·K)
Wärmespeicherkapazität c:
abhängig vom Verbundstoff
2.100 J/(kg·K) (Holzwolleschicht)

Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 2-100

Baustoffklasse: abhängig vom Verbundstoff


Rohdichte ρ:
360-650 kg/m³ (Holzwolle-Einzelschicht)
15-35 kg/m³ (EPS-Schicht)
50-250 kg/m³ (Mineralfaserschicht)

Primärenergiegehalt: - kWh/m³

Standartabmessung:
15, 20, 35, 50, 75 und 100 mm Dicke
2,00 m Länge
50 cm Breite
Umweltaspekte:
- meist nicht recyclebar
Anwendung: Putzträger, Innenausbau

c) Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) DIN EN 13499 und 13500:

Zweck:
Außenseitige Wärmedämmung von Bauwerken,
wenn der Wärmeschutz eines Gebäudes nachträglich verbessert werden soll oder eine Außendämmung
vorgesehen ist (erhöhter Wärmeschutz).
Verwendete Dämmstoffe:
- expandierter Polystyrol-Hartschaum
- Extrudierter Polystyrol-Hartschaum
- Mineralwolle
- Mineralwolle-Lamellenstreifen
- Mineralschaumplatte
Befestigungstechniken:
- Klebeverfahren
- einfache und kostengünstigste Befestigungsart
- Voraussetzung ist ein klebegeeigneter und tragfähiger Untergrund
- Klebemasse: Dispersionskleber als auch mineralisch gebundene Werkstoffe

Der Klebeauftrag erfolgt in der Wulst-Punkt-Methode (randumlaufende


Klebestreifen mit plattenmittigem Batzenauftrag) auf der
Dämmplattenrückseite. Bei planebenen Untergründen kann eine vollflächige
Verklebung erfolgen.
Die feste Verbindung mit dem Untergrund ist notwendig, da sich der
Nachschwindevorgang bei PS-Hartschaumplatten über mehrere Jahre
hinzieht (3 – 5 Jahre) und somit die Schwind- und Kontraktionskräfte in sog.
Zwängungsspannung gehalten werden müssen. Sie verhindert jegliche
Eigenbewegung der Dämmplatten und damit auch die Rissbildung in den Putzbeschichtungen oberhalb
der Stoßfugen.
Vor Beginn der Klebearbeiten sind in Sockelhöhe Sockelabschlussschienen mit Dübelschrauben zu
Befestigen.
Im Bereich der Gebäudeecken sind die Platten miteinander zu Verzahnen.
Nach etwa 3 Tagen hat der Kleber soweit abgebunden,
dass weitergearbeitet werden kann.

- Klebeverfahren und Verdübelung


- bei reduziert tragfähigen Untergründen
- Typ, Länge und Tellerdurchmesser der Dübel richten sich
nach dem jeweiligen Wandmaterial und Dämmstoff.

Es gibt 2 Ausführungsarten:

Typ I:
Die Dübel werden unmittelbar nach der Anbringung der Dämmplatten
gesetzt. So hält der Dübelkopf nur die Dämmplatte (Dübelteller unter Gewebe).
Dies bringt den Vorteil mit sich, dass die Dübel gezielt an den Platten-T-Stößen gesetzt werden
können.
Typ II:
Die Dübel werden nach der Verlegung des Glasgittergewebes gesetzt
(Dübelteller umfasst Gewebe). Dadurch wir die Dämmplatte sowie die Armierungsschicht von dem
Dübelkopf gehalten.

- Schienenbefestigung:
- bei unebenen und nicht tragfähigen Untergründen
- wenn das Abschlagen eines Altputzes zu kosten- und zeitaufwendig
ist
- Mauwerk muss tragfähig sein

Die PVC-Schiene wird mit Dübeln am Untergrund befestigt. Dabei


können Unebenheiten von 3 cm ausgeglichen werden. Die
Dämmplatten die eine umlaufende Nut besitzen, werden in die
Schiene im Verband eingesetzt. Abhängig von dem Untergrund und
der Gebäudehöhe kann es erforderlich sein, die Dämmplatten noch
zusätzlich mittig mit entsprechenden Tellerdübeln zu sichern.

Armierungschicht:

- Armierungsmasse + Glasgittergewebe
- Armierungsmasse mit Glasfasern

Die Armierungsschicht ist für die Qualität des gesamten


Dämmsystems von ausschlaggebender Bedeutung. Das Gewebe muss in der Lage sein, risseauslösende
Zug- und Druckspannungen aufzunehmen, die durch thermische Einflüsse entstehen.
Herstellung der Armierungsschicht:
Auf die Dämmplatten wird eine 3 mm dicke Klebe- und Spachtelmasse verteilt, in die das Gewebe mit
etwa 10 cm Überlappung eingedrückt wird. Anschließend wird das Gewebe in gleicher Dicke nass-in-
nass überspachtelt, sodass eine vollständige Überdeckung entsteht.
Das Gewebe muss mittig bzw. im oberen Drittel der Armierungsschicht angeordnet sein. Alle
Außenecken und Kanten sind mit einem besonderen Gewebeschutz oder Eckschutzschienen zu
sichern. Nach 3 – 5 Tagen kann der Oberputz aufgetragen werden.

Außenputz:
Mineralische oder kunstharzgebundene Putze

d) Transparente Wärmedämmung (TWD):

Das Funktionsprinzip beruht auf einer Kombination von guter Wärmedämmung und guter Durchlässigkeit von
Sonnenenergie, die sich positiv auf die Wärmebilanz des Außenbauteils auswirken.
(transparent gedämmte Wand zu Heizzwecken nutzbar
lichtdurchlässige Dämmstoffe mit guter Wärmedämmung)

Eigenschaften:
- bestehen meist aus einer außen liegenden Glasscheibe oder einem transparenten
Glasputz und einer dahinter liegenden lichtdurchlässigen TWD-Schicht (z.B. Polycarbonat)
- auf der Innenseite befindet sich in der Regel eine Absorberschicht
(schwarzer Anstrich oder Vlies)
- TWD-Systeme (meist mit Glasputz) ohne Sonnenschutz werden mit einem Anteil von 10 bis 30% in die
Fassade integriert. Komplette TWD-Fassaden bedürfen einem zusätzlichen Sonnenschutz.

Kennwerte: Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,066-0,140 W/(m·K) (Durchschnitt, da mehrschichtig)

Dicke: ca. 100-110 mm

Gesamtenergiedurchlassgrad gn,B: 0,19-0,60 (senktrechte Einstrahlung)

solarer Strahlungstransmissionsgrad τn,B: 0,48-0,81 (senkrechte Einstrahlung)

Anwendung: Wand/Fassade: WDVS

e) Vakuumdämmung:

Vakuumdämmplatten bestehen aus einem Kern aus mikroporösen


Materialien (mikroporöser Kieselsäure oder PS- bzw. PUR-Hartschaum)
und einer gasdichten Umhüllung (Metallverbundfolie, Kunststoff oder Edelstahlblech).
In einer Vakuumkammer wird aus den Platten die Luft abgepumpt und diese dann gasdicht versiegelt.
Um die Langzeitstabilität des Vakuums zu verbessern werden Getter (gasabsorbierende Stoffe) zugesetzt.
Eigenschaften:
- Aufgrund der Evakuierung von Dämmstoffen wird der Beitrag von Gasen (Luft, Treibmittel) ausgeschlossen.
- Extrem Feinporige Dämmstoffe wie pyrogene Kieselsäure eignen sich hierfür besonders, da diese geringe
Anforderungen an den Evakuierungsdruck stellen und auch bei Druckeranstieg noch ausgezeichnete
Dämmeigenschaften besitzen.
- Durch die Evakuierung lässt sich die Wärmeleitfähigkeit bis um das 5- bis 10- fache reduzieren.
- Dämmkerne aus Hartschaumstoffen eignen sich nur für den Niedertemperaturbereich, da Schaumstoffe
ausgasen.
- Im Baubereich werden meist Dämmkerne aus Kieselsäurematerial verwendet, da diese nicht brennbar,
langlebig und hitzebeständig sind.

Kennwerte:
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,002-0,008 W/(mK)

Gasdruck (Dämmkern aus Kieselsäure): 50 mbar

Gasdruck (Dämmkern aus Hartschaum oder Glasfaser): <1 mbar

Anwendung: Kühltransporte, Transportboxen, Gebäudedämmung (Passivhaus)

f) Schaltbare Wärmedämmung (SWD):

Das SWD-Paneel ist eine Vakuumdämmung und besteht aus einem evakuierten, verpressten Glasfaserkern, der
gasdicht eingeschlossen ist. Im Innern befindet sich eine Kapsel mit Metallhydritgetter.

Eigenschaften:
- SWD-Paneels können je nach Bedarf in einen hochdämmenden oder wärmeleitenden Zustand geschaltet
werden.
- Bei Bedarf wird die Kapsel kurz aufgeheizt und der gebundene Wasserstoff freisetzt. Dieser diffundiert durch
den Glasfaserkern und erhöht den Druck von unter 0,01 mbar auf ca. 50 mbar.
- Durch Abkühlung der Kapsel wird der Wasserstoff resorbiert und der Druck verringert sich wieder, so dass die
Wärmeleitfähigkeit stark abnimmt.
- Der Vorteil gegenüber einer transparenten Wärmedämmung (TWD) ist der nicht benötigte mechanische
Sonnenschutz.
Kennwerte: U-Wert (Dämmzustand): ~ 0,3 W/(m²K)
U-Wert (wärmeleitender Zustand): ~ 10,0 W/(m²K)

Anwendung: passive Solarnutzung, Alternative zur transparenten Wärmedämmung

Bemerkung: Die SWD befindet sich noch in der Forschung und Entwicklung.

Bemusterung
Diese Europäische Norm legt die Anforderungen an werkmäßig hergestellte, kaschierte oder unkaschierte
Produkte aus fest, die als Wärmedämmstoffe im Bauwesen verwendet werden. Die Produkte werden in Form
von Rollen, Bahnen oder Platten hergestellt. Diese Norm beschreibt die Stoffeigenschaften und enthält die
Prüfverfahren und Festlegungen für die Kennzeichnung und Etikettierung.

a) Mineralwolle:

DIN EN 13 162 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle (MW)

Außenwand- Außenwand-
1) Zwischensparren- Flachdach-
Ausgewählte Produkte: Dämmung für Dämmung für
Dämmung platte
VHF WDVS
DIN EN DIN EN DIN EN DIN 4108-10
Technische Regeln
13162 13162 13162 DIBt (ETAG 004)
Rohdichte [kg/m³] 45 150 50 - 60 90 - 110
Druckspannung bei 10% Stauchung
k.A. k.A. k.A. k.A.
bzw. Druckfestigkeit [kPa]
Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit λd
[W/mK]
0,035 0,040 0,035 0,035
(gemäß Anhang zu den
Übereinstimmungszertifikaten)
2)
Zuschlagsfaktor bezogen auf:
λd = 0,040 W/m²K - 1 - -
λd = 0,035 W/m²K 0,875 - 0,875 0,875
Wärmespeicherkapazität c [J/(kg*K)] 840 840 840 840
Richtwert der
Dampfdiffusionswiderstandszahl μ nach 1 1 1 1
DIN 4108-4
3 3 3
Langzeitwasseraufnahme - <= 3kg/m <= 3kg/m <= 3kg/m
Baustoffklasse nach DIN 4102 A1 A1 A1 A1
Euroklasse nachDIN EN 13 501 A1 A1 A1 A1
Umweltindikatoren
Summe Primärenergieaufwand nicht
3)
regenerierbar [MJ/m³] 500 - 600 ca. 1.900 650 - 800 1.200 - 1.400
(berechnet aus: 12,9 MJ/kg)
4)
Zum Vergleich: Heizwert [MJ/m³] 0 0 0 0
Treibhauspotential [kg CO2-
3)
Äquivalent/m³] 45 - 60 ca. 175 60 - 70 100 - 130
(berechnet aus: 1,16 kg/kg)
5)
Anwendungsgebiete
Zulassung für Gefährdungsklasse 0 nach
+ + + +
DIN 68 800-2
DAD - - - -
DAA - + (dm) - -
DUK - - - -
Decke, Dach
DZ + - - -
nach DIN 4108-10
DI - - - -
DEO - - - -
DES - - - -
WAB - - + -
WAA - - - -
WAP - - - +
WZ - - - -
Wand nach DIN 4108-10
WH + - - -
WI - - - -
WTH - - - -
WTR - - - -
PW - - - -
Perimeter nach DIN 4108-10
PB - - - -
Anwendungshinweise:
Mineralwolle-Dämmstoffe nach DIN EN 13162 dürfen als einziger Dämmstoff ohne weiteren Nachweis in
Konstruktionen für Außenbauteile aus Holz im Bereich der Gefährdungsklasse 0 verwendet werden.

b) Schaumglas:
DIN EN 13167 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Schaumglas (CG).
Dämmplatte 1 Dämmplatte 2 Dämmstein,
1) 5)
Ausgewählte Produkte: rundum bitumen-
beschichtet
DIN EN DIN EN DIN EN
Technische Regeln
13167 13167 13167
Rohdichte [kg/m³] 100 120 165

Druckspannung bei 10% Stauchung bzw. Druckfestigkeit [kPa] 350 600 1.200

Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit λd [W/mK]


0,038 0,042 0,050
(gemäß Anhang zu den Übereinstimmungszertifikaten)
Zuschlagsfaktor bezogen auf:
λd = 0,040 W/m²K 1 1 1
λd = 0,038 W/m²K 0,095 - -
λd = 0,042 W/m²K - 1,05 -
λd = 0,050W/m²K - - 1,25
Wärmespeicherkapazität c [J/(kg*K)] 0,84 0,84 0,84
Richtwert der Dampfdiffusionswiderstandszahl μ nach
unendlich unendlich unendlich
DIN 4108-4
Langzeitwasseraufnahme 0 0 0
Baustoffklasse nach DIN 4102 A1 A1 B2
Euroklasse nachDIN EN 13 501 A1 A1 D

Umweltindikatoren
2)
Summe Primärenergieaufwand nicht regenerierbar [MJ/m³] 1.526,9 - 3.049
3)
Zum Vergleich: Heizwert [MJ/m³] 0 0 0
2)
Treibhauspotential [kg CO2-Äquivalent/m³] 120,74 - 223,75
4)
Anwendungsgebiete
Zulassung für Gefährdungsklasse 0 nach DIN 68 800-2 - - -
DAD - + -
DAA - + (dh) -
DUK - - -
Decke, Dach nach DIN 4108-10 DZ - - -
DI - + -
DEO - + -
DES - - -
WAB + + +
WAA - + +
WAP - + +
WZ + + +
Wand nach DIN 4108-10
WH - - -
WI - + +
WTH - - -
WTR - + +
PW + (dh) + (dh) + (dh)
Perimeter nach DIN 4108-10
PB - + (dh) + (dh)
Anwendungshinweise:
Schaumglas-Platten werden in selten Fällen trocken verlegt. Da Schaumglas sehr spröde ist und bei punktueller
Belastung leicht brechen kann, ist es erforderlich, das Material vollflächig in Bitumen einzuschlämmen.

c) Expandierter Polystyrolschaum:

DIN EN 13163 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem
Polystyrolschaum (EPS)

1) PS 15 SE PS 20 SE PS 30 SE PS T SE
Ausgewählte Produkte: 1.1) 1.2) 1.3) 1.4)

DIN EN DIN EN DIN EN DIN EN


Technische Regeln
13163 13163 13163 13163
Rohdichte [kg/m³] 15 20 30 10 – 15
Druckspannung bei 10% Stauchung bzw. Druckfestigkeit
30 - 90 100 - 150 200 - 500 -
[kPa]
0,040 0,040 0,040 0,040
Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit λd [W/mK]
- - 0,035 0,035
(gemäß Anhang zu den Übereinstimmungszertifikaten)
- - - 0,045
2)
Zuschlagsfaktor bezogen auf:
λd = 0,040 W/m²K 1 1 1 1
λd = 0,035 W/m²K - - 0,875 0,875
λd = 0,045 W/m²K - - - 1,125
Wärmespeicherkapazität c [J/(kg*K)] 1.500 1.500 1.500 1.500
Richtwert der Dampfdiffusionswiderstandszahl μ nach
6) 20 - 70 30 - 70 40 - 100 20 - 40
DIN EN 13163 / Tab. D.2
Langzeitwasseraufnahme 3% 2,3% 2% -
Baustoffklasse nach DIN 4102 B1 B1 B1 B1
Euroklasse nachDIN EN 13 501 E E E E
Umweltindikatoren
Summe Primärenergieaufwand nicht regenerierbar
3)
[MJ/m³] 1.224 1.632 2.448 816 – 1.224
(berechnet aus: 81,587 MJ/kg)
4)
Zum Vergleich: Heizwert [MJ/m³]
599 798 1.197 399 - 599
(berechnet aus: 39,9 MJ/kg)
3)
Treibhauspotential [kg CO2-Äquivalent/m³]
40 54 80 27-40
(berechnet aus: 2,678 kg/kg)
5)
Anwendungsgebiete
Zulassung für Gefährdungsklasse 0 nach
- - - -
DIN 68 800-2
DAD - + - -
DAA - + (dm) + (dh) -
DUK - - - -
Decke, Dach nach DIN 4108-10 DZ + - - -
DI + - - -
DEO - + - -
DES - - - + (sh,sm,sg)
WAB + - - -
WAA - + (dm) + (dh) -
Wand nach DIN 4108-10
WAP - - - -
WZ + - - -
WH + - - -
WI - - - -
WTH - - - -
WTR - - - -
PW - - + 5) -
Perimeter nach DIN 4108-10
PB - - - -

d) Polyurethan:
DIN EN 13165 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Polyurethan-
Hartschaum (PUR)

1) PUR/PIR PUR/PIR PUR/PIR


Ausgewählte Produkte: 1.1) 1.2) 1.3)
024 028 030
Technische Regeln DIN EN 13165 DIN EN 13165 DIN EN 13165
Rohdichte [kg/m³] 33 33 33
Druckspannung bei 10% Stauchung bzw. Druckfestigkeit [kPa] 100 - 150 100 - 150 100 - 150
1.4) 1.6)
Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit λd [W/mK] 0,028 0,028
0,024 1.5) 1.7)
(gemäß Anhang zu den Übereinstimmungszertifikaten) 0,030 0,030
2)
Zuschlagsfaktor bezogen auf:
λd = 0,040 W/m²K 1 1
1
λd = 0,024 W/m²K - -
0,6
λd = 0,028 W/m²K 0,7 0,7
-
λd = 0,030 W/m²K 0,75 0,75
Wärmespeicherkapazität c [J/(kg*K)] 1.400-1.500 1.400-1.500 1.400-1.500
Richtwert der Dampfdiffusionswiderstandszahl μ nach
40-200 40-200 40-200
DIN 4108-4
Langzeitwasseraufnahme <= 6% <= 6% <= 6%
Baustoffklasse nach DIN 4102 B2 B2 B2
Euroklasse nachDIN EN 13 501 C,s3-d0 C,s3-d0 C,s3-d0
Umweltindikatoren
Summe Primärenergieaufwand nicht regenerierbar [MJ/m³] - - -
4)
Zum Vergleich: Heizwert [MJ/m³]
825 825 825
(berechnet aus: 25 MJ/kg)
Treibhauspotential [kg CO2-Äquivalent/m³] - - -
5)
Anwendungsgebiete
Zulassung für Gefährdungsklasse 0 nach DIN 68 800-2 - - -
DAD + + -
DAA + (dh,ds) + (dh,ds) + (dh,ds)
DUK - - -
Decke, Dach nach DIN 4108-10 DZ + + +
DI + + +
DEO + (dh,ds) + (dh,ds) + (dh,ds)
DES - - -
WAB + + +
WAA + + +
Wand nach DIN 4108-10 WAP - + -
WZ + + +
WH - - -
WI + + +
WTH - - -
WTR - - -
PW - - +
Perimeter nach DIN 4108-10
PB - - +

e) Holzfaser:

DIN EN 13 171 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Dämmstoffe aus Holzfasern (WF)
1)
Ausgewählte Produkte: Holzfaserdämmplatte standard
Technische Regeln DIN EN 13171
Rohdichte [kg/m³] ca. 160
Druckspannung bei 10% Stauchung bzw. Druckfestigkeit [kPa] >= 20
Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit λd [W/mK]
0,041
(gemäß Anhang zu den Übereinstimmungszertifikaten)
2)
Zuschlagsfaktor bezogen auf:
λd = 0,040 W/m²K 1
λd = 0,041 W/m²K 1,025
Wärmespeicherkapazität c [J/(kg*K)] 2.100
Richtwert der Dampfdiffusionswiderstandszahl μ nach
5
DIN 4108-4
Langzeitwasseraufnahme k.A.
Baustoffklasse nach DIN 4102 B2
Euroklasse nachDIN EN 13 501 E
Umweltindikatoren
Summe Primärenergieaufwand nicht regenerierbar [MJ/m³] k.A.
4)
Zum Vergleich: Heizwert [MJ/m³]
2.880
(berechnet aus: 18 MJ/kg)
Treibhauspotential [kg CO2-Äquivalent/m³] k.A.
5)
Anwendungsbereiche
Zulassung für Gefährdungsklasse 0 nach DIN 68 800-2 -
DAD + (dm)
DAA -
DUK -
Decke, Dach nach DIN 4108-10 DZ -
DI + (dm)
DEO -
DES -
WAB + (dm)
WAA -
WAP -
WZ -
Wand nach DIN 4108-10
WH +
WI + (dm)
WTH -
WTR +
Perimeter nach DIN 4108-10 PW -
PB -

f) Marktanteile in Deutschland:

Gesamtmarkt Dämmstoffe 2005 nach GDI [Tsd. m³] Anteil am Dämmstoffmarkt


[ca. %]
Mineralwolle-Dämmstoffe 13.320 54,6
EPS-Hartschaumdämmstoffe 7.439 30,5
PUR-Hartschaumdämmstoffe 1.198 4,9
Polystyrol-Extruderschaumstoffe (XPS) 1.426 5,8
Dämmende Leichtbauplatten* 95 0,4
Abzug EPS-Doppelnennung: -50 -0,2
Zwischen-Summe 23.428 96
Andere (Mengenschätzung) 976 4
Gesamtmarkt Dämmstoffe Anteil am Dämmstoffmarkt
aus nachwachsenden Rohstoffen 2004 [%]
Cellulose 32%
Flachs/Hanf 9%
Leichtbauplatten 20%
Schafwolle 4%
Weichholzfaserplatten 28%
Sonstige 7%