Sie sind auf Seite 1von 13

DER HEIMGANG MARIENS

Deutsch von Torsten Schwanke

ERSTES KAPITEL

Als die allheilige glorreiche Mutter Gottes und immerwährende Jungfrau Maria, wie es ihre
Gewohnheit war, ging zum heiligen Grab unseres Herren, zu verbrennen Weihrauch, und ihre
heiligen Knie beugte, sie war zudringlich , dass Christus, unser Gott, der geboren worden war von
ihr, sollte zu ihr zurückkehren. Als die Juden sahen, dass sie am göttlichen Grab verweilte, kamen
sie zu den Hohepriestern und sagten: Maria geht jeden Tag zum Grab. Und die Hohepriester, die die
von ihnen gesetzten Wachen herbeigerufen hatten, um niemanden am heiligen Grab beten zu lassen,
erkundigten sich nach ihr, ob in Wahrheit es so war. Und die Wachen antworteten und sagten, dass
sie so etwas nicht gesehen hätten, Gott habe ihnen nicht erlaubt, sie dort zu sehen. Und an einem
der Tage, als Vorbereitung, kam die heilige Maria, wie sie es gewohnt war, zum Grab; und während
sie betete , geschah es, dass die Himmel geöffnet wurden und der Erzengel Gabriel zu ihr herabkam
und sagte: Sei gegrüßt, du, die du Christus, unseren Gott, hervorgebracht hast! Dein Gebet, das in
den Himmel zu dem durchgekommen ist, der von dir geboren wurde, wurde angenommen. Und von
dieser Zeit an wirst du nach deinem Wunsch, nachdem du die Welt verlassen hast, zu den
himmlischen Orten deines Sohnes gehen, in das wahre und ewige Leben.

Und nachdem sie dies vom heiligen Erzengel gehört hatte, kehrte sie mit ihren drei Jungfrauen, die
ihr dienten, nach dem heiligen Bethlehem zurück. Und nachdem sie sich eine kurze Zeit ausgeruht
hatte, setzte sie sich auf und sagte zu den Jungfrauen: Bringt mir ein Räuchergefäß, damit ich beten
kann. Und sie brachten es, wie es ihnen befohlen worden war. Und sie betete und sprach: Mein Herr
Jesus Christus, der durch deine höchste Güte von mir geboren wurde, höre meine Stimme und sende
mir deinen Apostel Johannes, damit ich bei seinem Anblick Freude empfange; und sende mir auch
den Rest deiner Apostel, sowohl diejenigen, die bereits zu dir gegangen sind, als auch diejenigen in
der Welt, die jetzt, in welchem Land sie auch sein mögen, durch dein heiliges Gebot kommen,
damit ich, wenn ich sie gesehen habe, deinen Namen segne, um ihn zu preisen, denn ich bin
zuversichtlich, dass du deine Dienerin in allem hörst.

Und während sie betete, kam ich, Johannes, im Heiligen Geist, der mich mit einer Wolke aus
Ephesus gerissen hatte, und setzte mich an den Ort, an dem die Mutter meines Herrn lag. Und ich
trat neben sie und pries den, der von ihr geboren worden war, und sprach: Sei gegrüßt, Mutter
meines Herrn, die Christus, unseren Gott, hervorgebracht hat, freue dich, dass du in großer
Herrlichkeit aus diesem Leben hinausgehst. Und die heilige Mutter Gottes verherrlichte Gott, weil
ich, Johannes, zu ihr gekommen war, und dachte an die Stimme des Herrn, der sagte: Siehe, deine
Mutter, und siehe, dein Sohn. Und die drei Jungfrauen kamen und verehrte.n Und die heilige Mutter
Gottes sprach zu mir: Bete und vergieße Weihrauch. Und ich betete so: Herr Jesus Christus, der
wundervolle Dinge getan hat, tu jetzt auch wundervolle Dinge an ihr, die dich hervorgebracht hat;
und lass deine Mutter von diesem Leben weichen und lass diejenigen, die dich gekreuzigt haben
und die nicht an dich geglaubt haben, verwirrt werden. Und nachdem ich das Gebet beendet hatte,
sagte die heilige Maria zu mir: Bring mir das Räuchergefäß. Und Weihrauch ausgegossen habend,
sie sagte: Ehre sei dir, meinem Gott und meinem Herrn, denn in mir ist alles erfüllt, was du mir
versprochen hast, bevor du in den Himmel aufgestiegen bist, dass du zu mir und der Menge
kommen würdest, wenn ich von dieser Welt weichen sollte mit deinen Engeln zur Glorie. Und ich,
Johannes, sage zu ihr: Jesus Christus, unser Herr und unser Gott, kommt, und du siehst ihn, wie er
dir versprochen hat. Und die heilige Mutter Gottes antwortete und sprach zu mir: Die Juden haben
geschworen, dass sie meinen Körper verbrennen werden, nachdem ich gestorben bin. Und ich
antwortete und sagte zu ihr: Dein heiliger und kostbarer Körper wird auf keinen Fall die Verderbnis
sehen. Und sie antwortete und sprach zu mir: Bring ein Räuchergefäß und gieße Weihrauch aus und
bete. Und es kam eine Stimme aus dem Himmel, die Amen sagte. Und ich, Johannes, hörte diese
Stimme. Und der Heilige Geist sprach zu mir: Johannes, hast du diese Stimme gehört, die im
Himmel gesprochen hat, nachdem das Gebet beendet war? Und ich antwortete und sagte: Ja, ich
habe gehört. Und der Heilige Geist sprach zu mir: Diese Stimme, die du gehört hast, zeigt an, dass
das Erscheinen deiner Brüder, der Apostel, und der heiligen Mächte, die sie heute hierher kommen,
nahe ist.

Und darauf betete ich, Johannes.

Und der Heilige Geist sprach zu den Aposteln: Lasst euch alle zusammen, die durch die Wolken von
den Enden der Welt gekommen sind, durch einen Wirbelwind wegen der Mutter unseres Herrn
Jesus Christus zum heiligen Bethlehem versammelt werden; Petrus aus Rom , Paulus aus Tiberia,
Thomas aus Indien, Jakobus aus Jerusalem. Andreas, Petri Bruder, und Philipp, Lukas und Simon
der Kanaanäer und Thaddäus, die eingeschlafen waren, wurden vom Heiligen Geist aus ihren
Gräbern auferweckt; als der Heilige Geist sagte: Glaubt nicht, dass es jetzt die Auferstehung ist;
aber darum seid ihr du aus euren Gräbern auferstanden, damit ihr die Ehre und das Wunderwirken
der Mutter unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus begrüßt, denn der Tag ihrer Abreise ist nahe,
und sie geht in den Himmel. Und Markus, der ebenfalls vorbeikam, war aus Alexandria anwesend;
er auch mit dem Rest, wie gesagt, aus jedem Land. Und Petrus wurde von einer Wolke
emporgehoben und stand zwischen Himmel und Erde, und der Heilige Geist hielt ihn fest.
Gleichzeitig wurden auch die übrigen Apostel, die in Wolken gehüllt waren, zusammen mit Petrus
gefunden. Und so durch den Heiligen Geist, wie gesagt, sie kamen alle zusammen.

Und als wir neben die Mutter unseres Herrn und Gottes getreten waren und angebetet hatten, sagten
wir: Fürchte dich nicht und trauere nicht; Gott, der Herr, der von dir geboren wurde, wird dich mit
Herrlichkeit von dieser Welt nehmen. Und sie freute sich an Gott, ihrem Erlöser, setzte sich im Bett
auf und sagte zu den Aposteln: Jetzt habe ich geglaubt, dass unser Meister und Gott vom Himmel
kommen wird, und ich werde ihn sehen und so von diesem Leben weichen, wie ich es gesehen
habe, dass ihr gekommen seid. Und ich möchte, dass ihr mir sagt, woher ihr wisst, dass ich abreiste,
und zu mir kamt, und aus welchen Ländern und über welche Entfernung ihr hierher gekommen
seid, und dass ihr es so eilig habt, mich zu besuchen. Denn er, der aus mir geboren wurde, unser
Herr Jesus Christus, der hat auch nicht den Gott des Universums verborgen; denn ich bin überzeugt,
dass Er der Sohn des Höchsten ist.

Und Petrus antwortete und sprach zu den Aposteln: Lasst uns alle nach dem tun, was der Heilige
Geist uns angekündigt und geboten hat, und der Mutter unseres Herrn alle Informationen geben.
Und ich, Johannes, antwortete und sprach: Gerade als ich zum heiligen Altar in Ephesus ging, um
den Gottesdienst zu verrichten, spricht der Heilige Geist zu mir: Die Zeit der Abreise der Mutter
deines Herrn ist nahe, gehe nach Bethlehem, um sie zu grüßen. Und eine Lichtwolke schnappte
mich und setzte mich in die Tür, wo sie liegt. Petrus antwortete auch: Und ich, der ich in Rom lebte,
hörte gegen Morgen eine Stimme durch den Heiligen Geist, der sprach zu mir: Die Mutter deines
Herrn soll gehen, wie die Zeit nahe ist, gehe nach Bethlehem, um sie zu grüßen. Und siehe, eine
Lichtwolke schnappte mich auf; und ich sah auch die anderen Apostel, die auf Wolken zu mir
kamen, und eine Stimme sagte zu mir: Geht alle nach Bethlehem. Und auch Paulus antwortete und
sprach: Und ich, der ich in einer Stadt lebte, die nicht weit von Rom entfernt war und das Land
Tiberia hieß, hörte den Heiligen Geist zu mir sagen: Die Mutter deines Herrn, die diese Welt
verlassen hat, macht ihren Weg zu den Himmelsregionen durch ihren Abgang; so gehe auch nach
Bethlehem, um sie zu grüßen. Und siehe, eine Lichtwolke, die mich hinauf gerissen hat, setzte mich
an der gleichen Stelle ab wie euch. Und Thomas auch antwortete und sprach: Und ich, der
durchquert das Land der Inder, als die Verkündigung durch die Gnade von Christus vorherrschend
wurde, und die Schwester des Königssohns, Labdan mit Namen, war über mir in dem Palast.
Plötzlich sagt der Heilige Geist zu mir: Geh auch, Thomas, nach Bethlehem, um die Mutter deines
Herrn zu grüßen, weil sie ihren Abschied in den Himmel nimmt. Und eine Lichtwolke, die mich
hinauf gerissen hatte, setzte mich neben euch. Und Markus antwortete auch und sagte: Und als ich
den Kanon des dritten Tages in der Stadt Alexandria beendete, gerade als ich betete, der Heilige
Geist schnappte mich und brachte mich zu euch. Und Jakobus antwortete und sprach: Als ich in
Jerusalem war, befahl mir der Heilige Geist und sprach: Gehe nach Bethlehem, weil die Mutter
deines Herrn ihre Abreise nimmt. Und siehe, eine Lichtwolke, die mich hinauf gerissen hat, stellte
mich neben euch. Und auch Matthäus antwortete und sprach: Ich habe Gott verherrlicht und
verherrliche ihn, als ich in einem Boot saß und von einem Sturm überholt wurde, verwandelte sich
das Meer mit seinen Wellen plötzlich in eine Lichtwolke, die die stürmische Woge überschattete.
Nachdem sie mich hinauf gerissen hatte, setzte sie mich neben euch. Und diejenigen, die zuvor
gekommen waren, antworteten ebenfalls und berichteten, wie sie gekommen waren. Und
Bartholomäus sprach: Ich war in der Thebais und verkündigte das Wort, und siehe, der Heilige
Geist spricht zu mir: Die Mutter deines Herrn zieht sich zurück; geh also, um sie in Bethlehem zu
grüßen. Und siehe, eine Lichtwolke, die mich hinauf gerissen hat, hat mich zu euch gebracht.

Die Apostel sprachen alle diese Dinge zur heiligen Mutter Gottes, warum und auf welche Weise sie
gekommen waren; und sie streckte ihre Hände in den Himmel und betete und sprach: Ich verehre
und preise und lobe deinen viel zu lobenden Namen, o Herr, weil du auf die Niedrigkeit deiner
Magd geschaut hast und weil du, der du mächtig bist, Großes an mir getan hast; und siehe, alle
Generationen werden mich als gesegnet betrachten. Und nach dem Gebet sagte sie zu den Aposteln:
Gießt Weihrauch aus und betet. Und als sie gebetet hatten, donnerte es vom Himmel, und es ertönte
eine furchterregende Stimme wie von Streitwagen. Und siehe, eine Menge von Engeln und Mächten
und eine Stimme, wie vom Sohn des Menschen, wurden gehört, und die Seraphim in einem Kreis
um das Haus, wo die heilige makellose Mutter Gottes und Jungfrau lag. Alle, die in Bethlehem
waren, sahen all die wunderbaren Dinge und kamen nach Jerusalem und berichteten über all die
wunderbaren Dinge, die geschehen waren. Und es begab sich, als die Stimme gehört wurde, dass
die Sonne und der Mond plötzlich um das Haus erschienen; und eine Versammlung der
erstgeborenen Heiligen stand neben dem Haus, in dem die Mutter des Herrn lag, zu ihrer Ehre und
ihrem Ruhm. Und ich sah auch, dass viele Zeichen eintraten, dass Blinde sehen, dass Taube hören,
dass Lahme gehen, die Aussätzigen gereinigt werden und diejenigen, die von unreinen Geistern
besessen waren, geheilt; und jeder, der krank und elend war und die Außenseite der Mauer des
Hauses berührte, in dem sie lag, rief: Heilige Maria, die Christus, unseren Gott, hervorgebracht hat,
erbarme dich unser. Und sie wurden sofort geheilt. Und aus jedem Land, die in Jerusalem lebten,
kamen große Mengen zum Gebet, nachdem sie von den Zeichen gehört hatten, die in Bethlehem
durch die Mutter des Herrn eingetreten waren, und suchten nach Heilung für verschiedene
Krankheiten, die sie auch erlangten. Und da war Freude an jenem Tag unaussprechlich unter der
Menge derer, die geheilt worden waren, sowie derer, die zuschauten und Christus, unseren Gott, und
seine Mutter verherrlichten. Und ganz Jerusalem und Bethlehem feierten Feste mit Psalmen und
geistlichen Oden.

Und die Priester der Juden waren zusammen mit ihrem Volk erstaunt über das, was geschehen war;
und sie wurden von schwerem Hass bewegt und kamen wieder mit frivoler Argumentation, eine
Anordnung gemacht zu haben gegen die heilige Mutter Gottes und den heiligen Apostel, die gab es
in Bethlehem. Und dementsprechend die Menge der Juden, die ihren Kurs nach Bethlehem gerichtet
hatten, als sie in einer Entfernung von einer Meile passierte, sahen sie eine schreckliche Vision, und
ihre Füße wurden festgehalten, und danach kehrten sie zu ihren Landsleuten zurück und berichteten
den Hohepriestern von allen schrecklichen Visionen. Und sie, die noch mehr vor Wut kochen, gehen
zum Staatsanwalt, schreien und sagen: Die Nation der Juden ist von dieser Frau ruiniert worden;
jage sie aus Bethlehem und der Provinz Jerusalem. Und der Staatsanwalt, erstaunt über die
wunderbaren Dinge, sprach zu ihnen: Ich werde sie weder von Bethlehem noch von einem anderen
Ort verjagen. Und die Juden schrien weiter und beschworen ihn durch die Gesundheit von Tiberius
Cäsar, die Apostel aus Bethlehem herauszubringen. Und wenn du dies nicht tust, werden wir dies
dem Cäsar melden. Entsprechend gezwungen, schickt er einen Tribun mit Soldaten gegen die
Apostel nach Bethlehem. Und der Heilige Geist spricht zu den Aposteln und der Mutter des Herrn:
Siehe, der Prokurator hat einen Tribun gegen euch gesandt, und die Juden haben einen Aufruhr
gemacht. Geht nun von Bethlehem aus und fürchtet euch nicht; denn siehe, durch eine Wolke werde
ich euch nach Jerusalem bringen; denn die Macht des Vaters und des Sohnes und des Heiligen
Geistes ist mit dir. Die Apostel machten sich sofort auf und gingen aus dem Haus, das Bett der Frau,
der Mutter Gottes, tragend, und richteten ihren Weg nach Jerusalem. Und alsbald wurden sie, wie
der Heilige Geist gesagt hatte, von einer Wolke emporgehoben und in Jerusalem im Haus der Frau
gefunden. Und sie standen auf und sangen fünf Tage lang einen unaufhörlichen Lobgesang. Und als
der Tribun nach Bethlehem kam und dort weder die Mutter des Herrn noch die Apostel fand, ergriff
er die Bethlehemiter und sprach zu ihnen: Seid ihr nicht gekommen, um es dem Prokurator und den
Priestern zu sagen?Alle Zeichen und Wunder, die sich ereignet hatten - wie waren die Apostel aus
jedem Land gekommen? Wo sind sie denn? Kommt, geht zum Prokurator in Jerusalem. Denn der
Tribun wusste nicht von der Abfahrt der Apostel und der Mutter des Herrn nach Jerusalem. Der
Tribun ging daraufhin, nachdem er die Bethlehemiter erobert hatte, zum Staatsanwalt und sagte, er
habe niemanden gefunden. Nach fünf Tagen wurde dem Prokurator bekannt und den Priestern und
der ganzen Stadt, dass die Mutter des Herrn war in ihrem eigenen Haus in Jerusalem, zusammen mit
den Aposteln, und die Zeichen und Wunder, die sich dort ereigneten. Und eine Menge Männer und
Frauen und Jungfrauen kamen zusammen und riefen: Heilige Jungfrau, die Christus, unseren Gott,
hervorgebracht hat, vergiss die Generation der Menschen nicht. Und als diese Dinge eintraten,
nahm das Volk der Juden, auch die Priester, die vom Hass mehr bewegt waren, Holz und Feuer und
kam herauf, um das Haus zu verbrennen, in dem die Mutter des Herrn bei den Aposteln lebte. Und
der Staatsanwalt stand da und betrachtete den Anblick von weitem. Und als das Volk der Juden kam
zur Haustür, siehe, plötzlich kam eine Feuerkraft von innen, die durch einen Engel eine große
Menge der Juden verbrannte. Und in der ganzen Stadt herrschte große Angst. Und sie priesen Gott,
der von ihr geboren worden war. Und als der Prokurator sah, was geschehen war, rief er das ganze
Volk und sprach: Wahrlich, wer von der Jungfrau geboren wurde, die ihr zu verjagen gedachtet, ist
der Sohn Gottes ; denn diese Zeichen sind die des wahren Gottes. Und es gab eine Spaltung unter
den Juden; und viele glaubten an den Namen unseres Herrn Jesus Christus in Folge der Zeichen, die
sich ereignet hatten.

Und nachdem all diese wunderbaren Dinge durch die Mutter Gottes und Jungfrau Maria, die Mutter
des Herrn, gekommen waren, als wir, die Apostel, bei ihr in Jerusalem waren, sagte der Heilige
Geist zu uns: Das wisst ihr über des Herrn Tag, an dem der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria die
frohe Botschaft überbrachte; und am Tage des Herrn wurde der Erretter in Bethlehem geboren; und
am Tage des Herrn kamen die Kinder von Jerusalem mit Palmzweigen heraus, um ihm zu begegnen
und sprachen: Hosianna! Gesegnet ist in der Höhe derjenige, der im Namen des Herrn kommt. Und
am Tage des Herrn stand er von den Toten auf; und am Tage des Herrn wird er kommen, um die
Lebenden und die Toten zu richten; und am Tag des Herrn wird er aus dem Himmel kommen, zur
Ehre und Glorie des Abschieds der heiligen herrlichen Jungfrau, die ihn hervorgebracht hat. Und am
selben Tag des Herrn sagt die Mutter des Herrn zu den Aposteln: Streut Weihrauch, weil Christus
mit einer Schar Engel kommt. Und siehe, Christus ist nahe und sitzt auf einem Thron von
Cherubim. Und während wir alle beteten, erschienen unzählige Engel, und der Herr stieg auf den
Cherubim mit großer Kraft herab; und siehe, ein Strom von Licht kam zu der heiligen Jungfrau
wegen der Gegenwart ihres eingeborenen Sohnes, und alle Mächte des Himmels fielen nieder und
beteten ihn an. Und der Herr sprach zu seiner Mutter: Maria! Und sie antwortete und sprach: Hier
bin ich, Herr! Und der Herr sprach zu ihr: Trauere nicht, sondern lass dein Herz sich freuen und
fröhlich sein; denn du hast Gnade gefunden, die Herrlichkeit zu sehen, die mir mein Vater gegeben
hat. Und die heilige Mutter Gottes schaute auf und sah in ihm eine Herrlichkeit, von der der Mund
des Menschen unmöglich sprechen oder sie erfassen kann. Und der Herr blieb neben ihr und sprach:
Siehe, von der Gegenwart an wird dein kostbarer Körper ins Paradies und deine heilige Seele in den
Himmel zu den Schätzen meines Vaters in überragendem Glanz versetzt, wo Frieden und Freude
der Heiligen und Engel herrschen - und noch andere Dinge. Und die Mutter des Herrn antwortete
und sprach zu ihm: Lege deine rechte Hand auf mich, o Herr, und segne mich. Und der Herr
streckte seine rechte Hand aus und segnete sie. Und sie ergriff seine rechte Hand und küsste sie und
sprach: Ich verehre diese rechte Hand, die Himmel und Erde geschaffen hat; und ich rufe dich an,
viel gepriesen zu werden, Christus, o Gott, König der Ewigkeiten, Eingeborener des Vaters, den
deine Magd empfangen sollte, der von mir in einem niedrigen Stand geboren wurde, um die
Menschheit durch deine unbeschreibliche Demut zu retten. Gib jedem Menschen, der deine Magd
anruft oder zu ihr betet oder ihren Namen nennt, deine Hilfe. Und während sie dies sagt, sagten die
Apostel, nachdem sie aufgestanden sind und angebetet haben: O Mutter des Herrn, lass der Welt
einen Segen, denn du gehst aus ihr weg. Denn du hast sie gesegnet und erhöht, als sie zerstört
wurde, indem du das Licht der Welt hervorbrachtest. Und die Mutter des Herrn betete und sprach in
ihrem Gebet so: O Gott, der durch deine große Güte deinen eingeborenen Sohn vom Himmel
gesandt hat, in meinem demütigen Körper zu wohnen, der sich als von mir geboren erklärt hat,
demütig wie ich, erbarme dich der Welt und jeder Seele, die anruft deinen Namen. Und wieder
betete sie und sprach: O Herr, König der Himmel, Sohn des lebendigen Gottes, nimm jeden auf, der
deinen Namen anruft, damit deine Geburt verherrlicht werde. Und wieder betete sie und sagte: O
Herr Jesus Christus , der im Himmel und auf Erden allmächtig ist, in diesem Aufruf flehe ich dich
an, heiliger Name; zu jeder Zeit und an jedem Ort, an dem mein Name erwähnt wird, mache diesen
Ort heilig und verherrliche diejenigen, die dich durch meinen Namen verherrlichen, und nimm von
solchen Personen all ihre Opfer und all ihr Flehen und all ihr Gebet an. Und als sie so gebetet hatte,
sprach der Herr zu seiner Mutter: Freue dich und sei fröhlich von Herzen; denn jede Gnade und
jedes Geschenk ist dir von meinem Vater im Himmel und von mir und vom Heiligen Geist gegeben
worden: jede Seele, die deinen Namen anruft, wird sich nicht schämen, sondern Barmherzigkeit und
Trost sowie Unterstützung und Vertrauen finden, sowohl in der Welt, die jetzt ist, als auch in der, die
in der Gegenwart meines Vaters im Himmel kommen wird. Und der Herr wandte sich um und
sprach zu Petrus: Es ist an der Zeit, mit dem Gesang der Hymne zu beginnen. Und nachdem Petrus
mit dem Gesang der Hymne begonnen hatte, antworteten alle Mächte des Himmels mit dem
Halleluja. Und das Gesicht der Mutter des Herrn leuchtete heller als das Licht, und sie machten sich
auf und jeder der gesegneten Apostel an ihrer Hand, und alle gaben Gott die Ehre; und der Herr
streckte seine unbefleckten Hände aus und empfing ihre heilige und tadellose Seele. Und mit dem
Abgang ihrer tadellosen Seele war der Ort mit Parfüm und unbeschreiblichem Licht erfüllt; und
siehe, eine Stimme aus dem Himmel wurde gehört und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen.
Und Petrus und ich, Johannes, und Paulus und Thomas liefen und wickelten ihre kostbaren Füße für
die Weihe ein; und die zwölf Apostel legten ihren kostbaren und heiligen Leib auf eine Sänfte und
trugen ihn. Und siehe, während sie sie trugen, legte ein gewisser edel-geborener Hebräer, Jephonias
mit Namen, der gegen den Körper lief, seine Hände an die Sänfte; und siehe, ein Engel des Herrn
durch unsichtbare Kraft, mit einem Schwert des Feuers, schnitt seine zwei Hände von seinen
Schultern ab und ließ sie über der Sänfte hängen, die in die Luft gehoben wurde. Und bei diesem
Wunder, das sich ereignet hatte, schrie das ganze Volk der Juden, die es sahen: Wahrlich, er, der von
dir hervorgebracht wurde, ist der wahre Gott, o Mutter Gottes, Jungfrau Maria. Und Jephonias
selbst, als Petrus ihm befahl, die wunderbaren Dinge Gottes zu zeigen, trat hinter die Sänfte und
rief: Heilige Maria, die Christus hervorbrachte, der Gott ist, erbarme dich meiner. Und Petrus
wandte sich um und sprach zu ihm: Im Namen dessen, der von ihr geboren wurde, werden deine
Hände, die dir weggenommen wurden, wieder befestigt. Und alsbald kamen auf Petri Wort die
Hände, die an der Sänfte Unserer Dame hingen, und waren an Jephonias fixiert. Und er glaubte und
verherrlichte Christus, Gott, der aus ihr geboren worden war.

Und als dieses Wunder geschehen war, trugen die Apostel die Sänfte und legten ihren kostbaren und
heiligen Körper in Gethsemane in ein neues Grab. Und siehe, aus dem heiligen Grab Unserer
Lieben Frau, der Mutter Gottes, kam ein wohlriechender Duft; und drei Tage lang hörte man die
Stimmen unsichtbarer Engel, die Christus, unseren Gott, verherrlichten, der aus ihr geboren worden
war. Und als der dritte Tag zu Ende war, wurden die Stimmen nicht mehr gehört; und von da an
wussten alle, dass ihr makelloser und kostbarer Körper ins Paradies gebracht worden war.

Und nachdem er übertragen worden war, siehe, wir sehen Elisabeth, die Mutter des heiligen
Johannes des Täufers, und Anna, die Mutter Unserer Dame, und Abraham und Isaak, und Jakob und
David, die Halleluja sangen, und alle Chöre der Heiligen, die die heiligen Reliquien der Mutter des
Herrn verehren, und den Ort voller Licht, als das nichts brillanter sein könnte, und eine Fülle von
Parfüm an jenem Ort, an den ihr kostbarer und heiliger Körper ins Paradies überführt worden war,
und die Melodie derer, die ihn priesen, der aus ihr geboren wurde, süße Melodien, von denen es
kein Sättigungsgefühl gibt, wie sie Jungfrauen gegeben wird und ihnen nur, sie zu hören. Wir
Apostel, nachdem wir die plötzliche kostbare Übersetzung ihres heiligen Leibes gesehen hatten,
verherrlichten Gott, der uns seine Wunder bei der Abreise der Mutter unseres Herrn Jesus Christus
gezeigt hatte, unter Gebeten und guten Diensten wir alle für würdig befunden wurden, zu
empfangen ihren Schutz, ihre Unterstützung und ihren Trost in der Welt, die jetzt ist, und in der
Welt, die noch kommen wird. Sie wird verherrlicht zu jeder Zeit und sitzt neben ihrem
eingeborenen Sohn zusammen mit dem Vater und dem Heiligen Geist für immer und ewig. Amen.

ZWEITES KAPITEL

In dieser Zeit, bevor der Herr zu seiner Passion kam, und unter vielen Worten, die die Mutter vom
Sohn verlangte, begann sie, ihn nach ihrer eigenen Abreise zu fragen, und sprach ihn wie folgt an: O
liebster Sohn, ich bete deine Heiligkeit an, dass, wenn meine Seele meinen Körper verlässt, sagst du
mir das am dritten Tag zuvor und gibst mir Bescheid. Und empfange mich, geliebter Sohn, mit
deinen Engeln. Da empfing er das Gebet seiner geliebten Mutter und sprach zu ihr: O Palast und
Tempel des lebendigen Gottes, o gesegnete Mutter, o Königin aller Heiligen und gesegnet über alle
Frauen, bevor du mich in deinem Leib getragen hast, habe ich dich immer beschützt und dich
täglich mit meiner engelhaften Nahrung gefüttert, wie kann ich dich verlassen, nachdem du mich
getragen und genährt und mich gestürzt hast, auf der Flucht nach Ägypten, und ertrugst viele Nöte
für mich? Wisse also, dass meine Engel dich immer bewacht haben und dich bis zu deiner Abreise
bewachen werden. Aber nachdem ich unternommen, für die Menschen zu leiden, wie es
geschrieben steht, und aufsteige wieder am dritten Tag, und nach 40 Tage fahre in den Himmel,
wenn du sehen wirst mich kommen mit den Engeln und Erzengeln, mit Heiligen und mit
Jungfrauen, und mit meinen Jüngern, wisse sicher, dass deine Seele wird vom Körper getrennt, und
ich werde sie in den Himmel tragen, wo sie niemals Trübsal oder Angst haben wird. Dann freute
und pries sie sich selig und küsste die Knie ihres Sohnes und segnete den Schöpfer des Himmels
und der Erde, der ihr durch Jesus Christus, ihren Sohn, ein solches Geschenk machte.

Im zweiten Jahr, also nach dem Aufstieg von unserem Herrn Jesus Christus, die allerseligste
Jungfrau Maria weiterhin blieb immer im Gebet Tag und Nacht. Und am dritten Tag, bevor sie
starb, kam ein Engel des Herrn zu ihr und grüßte sie und sprach: Sei gegrüßt, Maria, voller Gnade!
Der Herr sei mit dir. Und sie antwortete und sagte: Gott sei Dank. Wieder sagte er zu ihr: Nimm
diese Hand, die der Herr dir versprochen hat. Und sie dankte Gott und empfing mit großer Freude
die Hand des Engels, die ihr die Palme sandte. Der Engel des Herrn sagte zu ihr: Deine Aufnahme
wird nach drei Tagen sein. Und sie antwortete: Gott sei Dank.

Dann rief sie Joseph von der Stadt Arimathäa und die anderen Jünger des Herrn. und als sie, sowohl
Verwandte als auch Bekannte, versammelt waren, kündigte sie allen, die dort standen, ihren
Abschied an. Dann wusch sich die selige Maria und kleidete sich wie eine Königin und wartete auf
die Ankunft ihres Sohnes, wie er ihr versprochen hatte. Und sie bat alle ihre Verwandten, sich neben
sie zu stellen und sie zu trösten. Und sie hatte bei sich ihre drei Jungfrauen Sepphora, Abigea und
Zaël; aber die Jünger von unserem Herrn Jesus Christus bereits hatte in der ganzen Welt zu predigen
dem Volk, so verteilte sie Gott.

Dann, in der dritten Stunde, gab es große Donner und Regen und Blitze und Trübsal und ein
Erdbeben, während die Königin Maria in ihrer Kammer stand. Johannes, der Evangelist und
Apostel, wurde plötzlich aus Ephesus geholt und trat in die Kammer der seligen Maria ein, grüßte
sie und sprach zu ihr: Gegrüßet seist du, Maria, voller Gnade! Der Herr sei mit dir. Und sie
antwortete: Gott sei Dank. Und sie richtete sich auf und küsste Sankt Johannes. Und die selige
Maria sprach zu ihm: O mein liebster Sohn, warum hast du mich zu einer solchen Zeit verlassen
und die Gebote deines Meisters nicht beachtet, auf mich aufzupassen, wie er es dir befohlen hatte,
während er festhielt das Kreuz? Und er bat um Verzeihung mit gebeugtem Knie. Dann gab ihm die
selige Maria ihren Segen und küsste ihn erneut. Und als sie ihn fragen wollte, woher er gekommen
war und aus welchem Grund er nach Jerusalem gekommen war, siehe, alle Jünger des Herrn, mit
Ausnahme von Thomas, der Didymus genannt wird, wurden von einer Wolke zur Tür der Kammer
der Mutter des Herrn gebracht, zur seligen Maria. Sie standen und gingen hinein und begrüßten die
Königin mit den folgenden Worten und verehrten sie: Gegrüßet seist du, Maria, voller Gnade! Der
Herr sei mit dir. Und sie erhob sich eifrig und verneigte sich und küsste sie und dankte Gott. Dies
sind die Namen der Jünger des Herrn, die in der Wolke dorthin gebracht wurden: Johannes der
Evangelist und sein Bruder Jakobus, Petrus und Paulus, Andreas, Philippus, Lukas, Barnabas,
Bartholomäus und Matthäus, Matthias, genannt Justus, Simon der Kanaanäer, Judas Taddäus und
sein Bruder Nikodemus, und Maximianus und viele andere, die nicht gezählt werden können. Da
sprach die selige Maria zu ihren Brüdern: Was ist das, dass ihr alle nach Jerusalem gekommen seid?
Petrus antwortete und sagte zu ihr: Wir müssten das von dir verlangen, und fragst du uns? Sicher,
wie ich denke, so weiß es keiner von uns, warum sind wir heute so schnell hergekommen? Ich war
in Antiochia, und jetzt bin ich hier. Alle erklärten deutlich den Ort, an dem sie an diesem Tag
gewesen waren. Und sie alle wunderten sich, dass sie da waren, als sie diese Dinge hörten. Die
selige Maria sagte zu ihnen: Ich fragte meinen Sohn, bevor er die Passion ertrug, dass er und ihr bei
meinem Tode da sein solltet. Und er gewährte mir dieses Geschenk. Woher wisst ihr vielleicht, dass
meine Abreise morgen sein wird? Wacht und betet mit mir, dass der Herr euch beobachtet, wenn er
kommt, um meine Seele zu empfangen. Da versprachen alle, dass sie zuschauen würden. Und sie
schauten zu und beteten die ganze Nacht mit Psalmen und Gesängen und mit großer Erleuchtung.

Und als der Tag des Herrn in der dritten Stunde kam, als der Heilige Geist in einer Wolke auf die
Apostel herabstieg, stieg Christus mit einer Vielzahl von Engeln herab und empfing die Seele seiner
geliebten Mutter. Denn es war ein solcher Glanz und Duft der Süße und Engel, die Lieder sangen,
wo der Herr sagte: Wie eine Lilie unter den Dornen, so ist meine Liebe unter den Töchtern, dass
alle, die dort anwesend waren, fielen auf ihre Gesichter, wie die Apostel nieder fielen, als Christus
sich vor ihnen auf dem Berg Tabor verklärte, und eineinhalb Stunden lang konnte sich niemand
erheben. Aber als der Glanz und gleichzeitig das Licht selbst erloschen, wurde die Seele der seligen
Jungfrau Maria mit Psalmen und Hymnen und Oden in den Himmel aufgenommen. Und als die
Wolke aufstieg, zitterte die ganze Erde, und in einem Moment sahen alle Einwohner Jerusalems
offen die Abreise der heiligen Maria.

Und in derselben Stunde trat Satan zu ihnen, und sie begannen zu überlegen, was sie mit ihrem
Körper tun sollten. Und sie nahmen Waffen, um ihren Körper zu verbrennen und die Apostel zu
töten, weil von ihr die Zerstreuung Israels wegen ihrer Sünden und der Versammlung der Heiden
ausgegangen war. Aber sie wurden von Blindheit getroffen, schlugen mit dem Kopf gegen die
Wände und schlugen sich gegenseitig. Dann machten sich die Apostel, die von so viel Helligkeit
beunruhigt waren, auf und trugen mit Psalmen den heiligen Körper vom Berg Zion zum Tal
Josaphat hinunter. Aber als sie mitten auf der Straße unterwegs waren, siehe, da war ein gewisser
Jude namens Ruben, der die heilige Bahre mit dem Leib der seligen Maria zu Boden werfen wollte.
Aber seine Hände trockneten bis zum Ellbogen aus; ob er wollte oder nicht, er ging selbst in das Tal
Josaphats hinunter, weinte und jammerte, weil seine Hände zur Bahre erhoben waren und er seine
Hände nicht zurückziehen konnte. Und er begann die Apostel zu fragen, ob er durch ihr Gebet
errettet und zum Christen gemacht werden könne. Da baten die Apostel den Herrn, ihn loszulassen.
Und er, der in derselben Stunde geheilt wurde, dankte Gott, und als er die Füße der Königin aller
Heiligen und Apostel küsste, wurde er an derselben Stelle getauft und begann, den Namen unseres
Gottes Jesus Christus zu predigen.

Dann legten die Apostel mit großer Ehre den Körper in das Grab und weinten und sangen mit
übermäßiger Liebe und Süße. Und plötzlich umstrahlte sie ein Licht vom Himmel, und sie fielen zu
Boden, und der heilige Körper wurde von Engeln in den Himmel aufgenommen.

Dann Thomas wurde plötzlich zum Berg der Oliven gebracht und sah den allerseligsten Körper in
den Himmel hinaufsteigen, und fing an zu weinen und sagen: O heilige Mutter, gesegnete Mutter,
makellos Mutter, wenn ich jetzt gefunden haben Gnade, weil ich dich sehe, mach deinen Diener
freudig durch dein Mitgefühl, weil du in den Himmel gehst. Da wurde der Gürtel, mit dem die
Apostel den heiligsten Körper umkreist hatten, vom Himmel auf den gesegneten Thomas
niedergeworfen. Und er nahm ihn und küsste ihn und dankte Gott, und er kam wieder in das Tal
Josaphat. Er fand alle Apostel, und eine andere große Menge schlug sich wegen der Helligkeit, die
sie gesehen hatten, auf die Brüste. Und der selige Petrus sah ihn und küsste ihn und sprach zu ihm:
Wahrlich, du warst immer verstockt und ungläubig, weil es Gott wegen deines Unglaubens nicht
gefiel, dass du bei der Beerdigung der Mutter des Erlösers mit uns zusammen warst. Und er schlug
sich auf die Brust und sagte: Ich weiß und glaube fest daran, dass ich immer ein schlechter und ein
ungläubiger Mann gewesen bin; darum bitte ich euch alle um Verzeihung für meine Sturheit und
meinen Unglauben. Und sie alle beteten für ihn. Dann sagte der selige Thomas: Wo habt ihr ihren
Körper hingelegt? Und sie zeigten mit dem Finger auf das Grab. Und er sagte: Der Leib, der als der
Allerheiligste bezeichnet wird, ist nicht da. Da sagte der selige Petrus zu ihm: Schon bei einer
anderen Gelegenheit wolltest du die Auferstehung unseres Meisters und Herrn bei unserem Wort
nicht glauben, es sei denn, du würdest ihn mit deinen Fingern berühren und ihn sehen; Wie wirst du
uns glauben, dass der heilige Körper hier ist? Trotzdem sagte er immer noch: Es ist nicht hier. Dann
gingen sie wie in Wut zum Grab, das ein neues war, das in den Felsen ausgehöhlt war, und nahmen
den Stein auf; aber sie fanden die Leiche nicht und wussten nicht, was sie sagen sollten, weil sie
nach den Worten von Thomas verurteilt worden waren. Dann erzählte der gesegnete Thomas ihnen,
wie er in Indien Messe sang, er trug immer noch seine priesterliche Robe. Ich, der das Wort Gottes
nicht kennt, ich war auf den Berg von Oliven gebracht worden und sah den heiligsten Leib der
seligen Maria in den Himmel aufsteigen und bat sie, mir einen Segen zu geben. Sie hörte mein
Gebet und warf mir ihren Gürtel zu, den sie um sich hatte. Und die Apostel, die den Gürtel sahen,
den sie um sie gelegt hatten, verherrlichten Gott, und alle baten den gesegneten Thomas um
Verzeihung wegen des Segens, den die selige Maria ihm gegeben hatte, und weil er den heiligsten
Körper gesehen hatte, der in den Himmel aufstieg. Und der gesegnete Thomas gab ihnen seinen
Segen und sprach: Siehe, wie gut und wie angenehm es für Brüder ist, in Einheit zusammen zu
wohnen!

Und dieselbe Wolke, durch die sie gebracht worden waren, trug sie zurück zu ihrem eigenen Platz,
genau wie Philippus, als er den Eunuchen taufte, wie es in der Apostelgeschichte steht; und wie
Habakuk brachte, der Prophet, Essen zu Daniel, der in der Löwengrube war, und kehrte schnell
nach Judäa zurück. Und so kehrten auch die Apostel schnell dorthin zurück, wo sie ursprünglich
gewesen waren, um dem Volk Gottes zu predigen. Es ist auch nicht verwunderlich, dass Er solche
Dinge tun sollte, der in die Jungfrau hineinging und aus ihr herauskam, obwohl ihr Leib
verschlossen war, der, obwohl die Tore verschlossen waren, zu Seinen Jüngern hineinging; der die
Gehörlosen zum Hören brachte, die Toten auferweckte und reinigte Aussätzige, gab den Blinden
Sehvermögen und tat viele andere wundervolle Dinge. Zu glauben ist recht, dass dies keine
zweifelhafte Angelegenheit ist.
Ich bin Joseph, der den Leib des Herrn in mein Grab gelegt hat und Ihn wieder auferstehen sah und
der vor dem Aufstieg und nach dem Aufstieg des Herrn immer seinen heiligsten Tempel, die
gesegnete Jungfrau Maria, gehalten hat und der schriftlich und in meiner Brust die Dinge
aufbewahrt hat, die aus dem Mund Gottes hervorgegangen sind, und wie die oben genannten Dinge
wurden durch das Gericht Gottes getan. Und ich habe bekannt gemacht für alle, Juden und Heiden,
die Dinge, die ich mit meinen Augen sah und mit meinen Ohren hörte; und solange ich lebe, werde
ich nicht aufhören, sie zu erklären. Und sie, deren Annahme an diesem Tag verehrt und in der
ganzen Welt verehrt wird, lasse uns emsig loben, dass sie in der Gegenwart des Höchsten fromm im
Himmel lebt, bei ihrem Sohn, dem Lob und Ruhm sei durch endlose Ewigkeiten. Amen .

ZWEITES KAPITEL

Daher, als der Herr und Heiland Jesus Christus auf dem Baum für das Leben der ganzen Welt durch
die Nägel des Kreuzes befestigt hing, sieht er unter dem Kreuz seine Mutter stehen und Johannes
den Evangelisten, den besonders liebte vor dem Rest der Apostel, weil er allein eine Jungfrau im
Körper war. Darum gab er ihm den Auftrag der heiligen Maria und sprach zu ihm: Siehe, deine
Mutter! Und sprach zu ihr: Siehe, dein Sohn! Von dieser Stunde an blieb die heilige Mutter Gottes
speziell in der Obhut von Johannes, solange sie in diesem Leben ihre Behausung hatte. Und als die
Apostel hatten die Welt durch das Los geteilt, um zu predigen, ließ sie sich im Haus seiner Eltern in
der Nähe des Ölbergs nieder.

Im zweiten Jahr, nachdem Christus den Tod besiegt hatte und in den Himmel aufgestiegen war,
begann Maria an einem bestimmten Tag, brennend vor Sehnsucht nach Christus, allein im Schutz
ihres Wohnsitzes zu weinen. Und siehe, ein Engel, der in einem Kleid von großem Licht strahlte,
stand vor ihr und gab den Worten des Grußes Ausdruck, die sagten: Sei gegrüßt! Du bist gesegnet
vom Herrn, empfange den Gruß dessen, der Jakob Sicherheit geboten hat. Siehe, sagte er, ein
Palmzweig, den ich dir aus dem Paradies des Herrn gebracht habe, der wird vor deiner Bahre
getragen werden, wenn am dritten Tag du mit dem Körper aufgenommen werden sollst. Denn siehe,
dein Sohn erwartet dich mit Thronen und Engeln und allen Mächten des Himmels. Dann sagte
Maria zu dem Engel: Ich bitte darum, dass alle Apostel des Herrn Jesus Christus zu mir versammelt
werden. Worauf der Engel sagte: Siehe, heute werden durch die Kraft meines Herrn Jesus Christus
alle Apostel zu dir kommen. Und Maria spricht zu ihm: Ich bitte dich, deinen Segen auf mich zu
senden, damit keine Macht der Unterwelt mir widerstehen möge in der Stunde, in der meine Seele
aus meinem Körper ausgehen wird, und dass ich den Fürsten der Finsternis nicht sehe. Und der
Engel sagte: Keine Macht der niederen Welt wird dich verletzen. Und dein Herr Gott, dessen Diener
und Bote ich bin, hat dir gegeben einen ewigen Segen; aber denke nicht, dass das Privileg, den
Fürsten der Finsternis nicht zu sehen, dir von mir gegeben wird, sondern von dem, den du in deinem
Leib getragen hast; denn Ihm gehört die Macht über alle für immer und ewig. So sagte der Engel, er
ist mit großer Pracht gegangen. Und diese Palme strahlte mit überragendem Licht. Dann zog Maria
sich aus und zog bessere Kleider an. Und als sie die Palme nahm, die sie von den Händen des
Engels erhalten hatte, ging sie hinaus zum Ölberg und begann zu beten und zu sagen: Ich war es
nicht wert, Herr, dich zu tragen, es sei denn, du hättest es getan aus Mitleid mit mir; und doch habe
ich den Schatz behalten, den du mir anvertraut hast. Darum bitte ich dich, o König der Herrlichkeit,
dass die Kraft von Gehenna mir nicht wehtut. Denn wenn der Himmel und die Engel täglich vor dir
zittern, wie viel mehr der Mensch, der aus der Erde gemacht ist, der nichts Gutes besitzt, außer so
viel, wie er von deiner gütigen Huld erhalten hat! Du bist, o Herr, der Gott, der für immer gesegnet
ist. Und so sagte sie, und sie kehrte zu ihrer Wohnung zurück.

Und siehe, plötzlich, als Johannes am Tag des Herrn in Ephesus predigte, gab es zur dritten Stunde
des Tages ein großes Erdbeben, und eine Wolke hob ihn auf und nahm ihn vor den Augen aller auf
und brachte ihn vor die Tür des Hauses, in dem Maria war. Und als er an die Tür klopfte, ging er
sofort hinein. Und als Maria ihn sah, jubelte sie vor Freude und sagte: Ich bitte dich, mein Sohn
Johannes, achte auf die Worte meines Herrn Jesus Christus, mit denen er mich betraut hat für dich.
Denn siehe, am dritten Tag, wenn ich mich vom Körper entfernen soll, so habe ich die Pläne der
Juden gehört, und sie sprachen: Lasst uns auf den Tag warten, an dem sie, die diesen Verführer trug,
sterben wird, und lasst uns ihren Körper mit Feuer verbrennen. Sie hat deshalb St. Johannes
gerufen, und führte ihn in die geheime Kammer des Hauses, und zeigte ihm das Gewand ihrer
Beerdigung, und ie Palme des Lichts, die sie von dem Engel erhalten hatte Engel, und wies ihn an,
er solle sie tragen vor ihrer Bahre, wenn sie zu ihrem Grab gehe.

Und der heilige Johannes sprach zu ihr: Wie soll ich allein deine Trauerriten durchführen, wenn
nicht meine Brüder und Mitapostel meines Herrn Jesus Christus kommen, um deinem Leib Ehre zu
erweisen? Und siehe, plötzlich wurden auf Befehl Gottes alle Apostel von den Orten, an denen sie
das Wort Gottes predigten, auf eine Wolke gehoben und vor die Tür des Hauses gesetzt, in dem
Maria wohnte. Und einander grüßend, fragten sie sich, zu sagen: Was die ist Ursache, für die der
Herr uns hier versammelt hat?

Dann beendeten alle Apostel, die sich mit einer Meinung freuten, ihr Gebet. Und als sie das Amen
gesagt hatten, siehe, da kam plötzlich der gesegnete Johannes und erzählte ihnen all diese Dinge.
Die Apostel dann das Haus betraten, fanden Maria, und grüßten sie und sagten: Selig bist du vom
Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Und sie sprach zu ihnen: Friede sei mit euch, geliebte
Brüder! Wie seid ihr hierher gekommen? Und sie erzählten ihr, wie sie gekommen waren, und jeder
von ihnen wurde vom Geist Gottes auf eine Wolke erhoben und setzte sich an den gleichen Ort
nieder. Und sie sprach zu ihnen: Gott hat mich nicht eures Anblicks beraubt. Siehe, ich werde den
Weg der ganzen Erde gehen, und ich bezweifle nicht, dass der Herr euch jetzt hierher geführt hat,
um mir Trost für die Qual zu bringen, die gerade über mich kommt. Nun flehe ich euch an, dass ihr
ohne Unterbrechung alle mit einem Verstand wacht, bis zu der Stunde, in der der Herr kommen
wird, und ich werde mich vom Körper entfernen.

Und als sie sich in einen Kreis gesetzt hatten, um sie zu trösten, als sie drei Tage im Lob Gottes
verbracht hatten, siehe, am dritten Tag, gegen die dritte Stunde des Tages, ergriff ein tiefer Schlaf
alle, die drinnen waren in diesem Haus, und niemand konnte wach bleiben, als nur die Apostel und
nur die drei Jungfrauen, die dort waren. Und siehe, plötzlich kam der Herr Jesus Christus mit einer
großen Menge von Engeln; und ein großer Glanz kam auf diesen Ort herab, und die Engel sangen
eine Hymne und lobten gemeinsam Gott. Dann sprach der Erretter und sagte: Komm, kostbarste
Perle, in den Behälter des ewigen Lebens.

Da warf sich Maria auf dem Boden nieder und betete Gott an und sprach: Gesegnet sei der Name
deiner Herrlichkeit, mein Gott, der mich gerufen hat, mich zu deiner Magd zu machen und mir dein
verborgenes Geheimnis anzuvertrauen. Achte also auf mich, o König der Herrlichkeit, denn du
weißt, dass ich dich von ganzem Herzen geliebt und den Schatz für mich behalten habe. Darum
nimm mich auf, deine Magd, und befreie mich von der Macht der Finsternis, damit sich kein Satan
mir entgegenstellt und ich keine schmutzigen Geister sehe, die mir im Weg stehen. Und der Erretter
antwortete ihr: Als ich von meinem Vater zum Heil der Welt gesandt wurde, hing ich am Kreuz, der
Fürst der Dunkelheit kam zu mir; aber als er in mir keine Spur seiner Arbeit finden konnte, ging er
besiegt davon, und ich zertrat ihn unter meinem Fuß. Aber wenn du ihn sehen wirst, wirst du ihn
tatsächlich nach dem Gesetz der Menschheit sehen, nach dem du an das Ende deines Lebens
gekommen bist. Aber er kann dich nicht verletzen, weil ich bei dir bin, um dir zu helfen. Geh in
Sicherheit, denn das himmlische Heer erwartet dich, um dich in die Freuden des Paradieses zu
führen. Und als der Herr so gesprochen hatte, legte Maria, die vom Boden aufstand, sich auf ihr
Bett zurück und dankte Gott, und gab den Geist auf. Und die Apostel sahen, dass ihre Seele war von
solcher Weiße, dass keine Zunge von Sterblichen es würdig äußern kann; denn sie übertraf das
ganze Weiß des Schnees und jedes Metalls und des glänzenden Silbers durch die große Helligkeit
ihres Lichts.

Dann sprach der Erretter und sprach: Steh auf, Petrus, und nimm den Leib Mariens und sende ihn
zur rechten Seite der Stadt nach Osten, und du wirst dort ein neues Grab finden, in das du sie legen
wirst, und warte, bis ich zu dir komme. Und so sprach der Herr: Die Seele der heiligen Maria wurde
Michael übergeben, der der Herrscher des Paradieses und der Fürst der Nation der Juden ist. Und
Gabriel ging mit ihnen. Und sofort wurde der Erretter zusammen mit den Engeln in den Himmel
aufgenommen.

Und die drei Jungfrauen, die an der gleichen Stelle waren, und waren da, alleszu beobachten,
nahmen den Leichnam der seligen Maria auf, dass sie ihn nach der Art und Weise der
Beerdigungsriten waschen könnten . Und als sie sie ausgezogen hatten, leuchtete dieser heilige
Körper so hell, dass er zwar zur Vorbereitung auf die Beerdigung berührt werden konnte, aber seine
Form vor übermäßigem Blitzen nicht zu erkennen war: außer dass die Pracht der Herrin erschien
großartig und nichts wurde wahrgenommen, was der Körper war, als er gewaschen wurde,
vollkommen sauber und von keiner Feuchtigkeit des Schmutzes befleckt. Und als sie die
Totenkleider über sie gezogen hatten, wurde dieses Licht allmählich verdeckt. Und der Leib der
seligen Maria war wie Lilien; und ein Geruch von großer Süße kam daraus hervor, so dass keine
Süße wie diese gefunden werden konnte.

Da legten die Apostel den heiligen Leib auf die Bahre und sprachen zueinander: Wer soll diese
Palme vor ihrer Bahre tragen? Dann sagte Johannes zu Petrus: Du, der du im Apostelamt Vorrang
vor uns hast, solltest diese Palme vor ihrer Bahre tragen. Und Petrus antwortete ihm: Du warst die
einzige Jungfrau unter uns, die vom Herrn auserwählt wurde, und du fandest so große Gnade, dass
du dich an Seine Brust legtest. Und als er zu unserer Rettung am Pfahl des Kreuzes hing, vertraute
er sie dir mit seinem eigenen Mund an. Du solltest also diese Palme tragen und diesen Körper
nehmen, um ihn zum Ort des Grabes zu tragen. Danach Petrus sagte: Nimm den Leichnam. Und er
fing an zu singen und zu sagen: Israel ist aus Ägypten ausgezogen. Alleluia. Und die anderen
Apostel trugen zusammen mit ihm den Leib der seligen Maria, und Johannes trug die Lichtpalme
vor der Bahre. Und die anderen Apostel sangen mit süßester Stimme.

Und siehe, ein neues Wunder. Über der Bahre erschien eine übergroße Wolke, wie der große Kreis,
der neben der Pracht des Mondes erscheinen wird; und in den Wolken war ein Heer von Engeln, die
ein süßes Lied aussandten, und vom Klang der großen Süße hallte die Erde. Da fragten sich die
etwa fünfzehntausend aus der Stadt hervorgegangenen Leute und sagten: Was ist das für ein
Geräusch von so großer Süße? Dann standen auf, die zu ihnen gesagt hatten: Maria hat sich aus dem
Körper entfernt, und die Jünger von Jesus singen Loblieder für sie. Und als sie hinschauten, sahen
sie die mit großem Ruhm gekrönte Bahre und die Apostel mit lauter Stimme singen. Und siehe,
einer von ihnen, der in seinem Rang Anführer der Priester der Juden war, voller Wut und Zorn,
sprach zu den übrigen: Siehe, die Hütte dessen, der uns und unser ganzes Volk gestört hat, welche
Herrlichkeit hat sie empfangen? Und als er hinaufging, wollte er die Bahre umkippen und den
Körper zu Boden werfen. Und sofort trockneten seine Hände von seinen Ellbogen und klebten an
der Bahre. Und als die Apostel die Bahre erhoben, hing ein Teil von ihm und ein Teil von ihm
klebte an der Bahre; und er wurde heftig mit dem Schmerz gequält, während die Apostel gingen und
sangen. Und die Engel, die in den Wolken waren, schlugen die Menschen mit Blindheit.

Da schrie dieser Häuptling und sprach: Ich flehe dich an, Heiliger Petrus, verachte mich nicht, ich
bitte dich in so großer äußerster Qual. Denke daran, dass ich im Präsidium war, als die Magd, die
die Tür hielt, dich erkannte und den anderen befahl, dich zu beschimpfen, dass ich da gute Worte für
dich sprach. Da antwortete Petrus und sprach: Es ist nicht meine Sache, dir etwas anderes zu geben;
wenn du aber von ganzem Herzen an den Herrn Jesus Christus glaubst, den sie in ihrem Schoß trug,
die nach der Geburt noch Jungfrau war, wird das Mitleid des Herrn, das die Unwürdigen mit großer
Güte rettet, dir Erlösung bringen.

Dazu antwortete er: Haben wir nicht Glauben? Aber was sollen wir tun? Der Feind der Menschheit
hat unsere Herzen geblendet, und Verwirrung hat unser Gesicht verdeckt, damit wir nicht die großen
Dinge Gottes bekennen sollten, besonders wenn wir selbst Missetaten gegen Christus aussprachen
und schreien: Sein Blut sei auf uns und auf unseren Kindern. Da sprach Petrus: Siehe, diese
Missetat wird den verletzen, der ihm untreu geblieben ist; aber denen, die sich Gott zuwenden, wird
die Barmherzigkeit nicht verweigert. Und er sagte: Ich glaube alles, was du mir sagst; nur ich bitte,
erbarme dich, damit ich nicht sterbe.

Da ließ Petrus die Bahre stehen und sprach zu ihm: Glaubst du von ganzem Herzen an den Herrn
Jesus Christus, so werden deine Hände von der Bahre befreit. Und als er dies gesagt hatte, wurden
seine Hände sofort von der Bahre befreit, und er fing an, auf seinen Füßen zu stehen; aber seine
Arme waren ausgetrocknet, und die Folter ließ ihn nicht los. Da sprach Petrus zu ihm: Geh hinauf
zum Leib und küsse die Bahre und sage: Ich glaube an Gott und an den Sohn Gottes, Jesus Christus,
den sie geboren hat, und ich glaube alles, was Petrus, der Apostel Gottes, zu mir gesagt hat. Und er
ging hinauf, küsste die Bahre, und sofort ließen alle Schmerzen von ihm ab und seine Hände waren
geheilt. Dann fing er an, Gott in großem Maße zu segnen und aus den Büchern Mose Zeugnis für
das Lob Christi zu geben, so dass selbst die Apostel sich wunderten und vor Freude weinten und
den Namen des Herrn priesen.

Und Petrus sprach zu ihm: Nimm diese Palme von der Hand unseres Bruders Johannes, und wenn
du in die Stadt gehst, wirst du viele Menschen blind vorfinden und ihnen die großen Dinge Gottes
verkünden; und wer an den Herrn Jesus Christus glaubt, dem wirst du diese Palme auf die Augen
legen, und sie werden sehen; wer aber nicht glaubt, der bleibt blind. Und als er dies getan hatte,
fand er viele Menschen blind, die klagten: Wehe uns, denn wir sind gemacht wie die Sodomiten, die
von Blindheit getroffen wurden. Jetzt bleibt uns nichts anderes übrig, als umzukommen. Als sie
aber die Worte des Häuptlings hörten, der geheilt worden war, glaubten sie an den Herrn Jesus
Christus; und als er die Palme über ihre Augen legte, erholten sie sich wieder. Fünf von ihnen, die in
Herzenshärte geblieben waren, starben. Und der Häuptling der Priester trug die Palme zu den
Aposteln zurück und berichtete von allem, was getan worden war.

Und die Apostel trugen Maria und kamen an den Ort des Tals Josaphat, den der Herr ihnen gezeigt
hatte. Und sie legten sie in ein neues Grab und schlossen das Grab. Und sie selbst setzten sich an
die Tür des Grabes, wie der Herr ihnen geboten hatte; und siehe, plötzlich kam der Herr Jesus
Christus mit einer großen Menge von Engeln, mit einem Heiligenschein von großem Glanz, und
sprach zu den Aposteln: Friede sei mit euch! Und sie antworteten und sprachen: Herr, lass deine
Barmherzigkeit über uns sein, wie wir auf dich gehofft haben. Dann sprach der Erretter zu ihnen:
Bevor ich zu meinem Vater aufgestiegen bin, habe ich euch versprochen, dass ihr, die ihr mir bei der
Wiedergeburt gefolgt seid, wenn der Menschensohn auf dem Thron Seiner Majestät sitzt, auch ihr
sitzen werdet auf zwölf Thronen, die die zwölf Stämme Israels richten. Darum habe ich aus den
Stämmen Israels auf Befehl meines Vaters gewählt, in ihr zu wohnen. Was wünschst ihr euch also,
dass ich ihr antue? Dann Petrus und die anderen Apostel sagten: Herr, du hast diese deine Magd im
Voraus ausgewählt, um eine makellose Kammer für dich zu werden, und uns, deinen Dienern, um
dir zu dienen. Vor ewigen Zeiten hast du alle Dinge vorausgesehen, zusammen mit dem Vater, mit
dem und dir und dem Heiligen Geist eine einzige Gottheit besteht, die gleiche und unendliche
Macht hat. Wenn es also möglich wäre, in Gegenwart der Kraft deiner Gnade zu handeln, hätten
wir, deine Diener, die Ansicht, als ob es richtig wäre, wie du, nachdem du den Tod besiegt hast, in
Herrlichkeit regierst, den Leib deiner Mutter solltest in Freude mit in den Himmel nehmen.
Dann sagte der Erretter: Lass es nach eurer Meinung sein. Und Er befahl dem Erzengel Michael, die
Seele der heiligen Maria zu bringen. Und siehe, der Erzengel Michael rollte den Stein von der Tür
des Grabes zurück; und der Herr sprach: Mache dich auf, meine Geliebte und meine engste
Verwandte! Wer keine Verderbnis im Umgang mit dem Menschen hat, der erleidet im Grab keine
Zerstörung des Leibes. Und alsbald stand Maria vom Grab auf, segnete den Herrn und fiel vor dem
Herrn nieder und betete ihn an und sprach: Ich kann dir nicht genug danken, o Herr, für deine
grenzenlosen Vorteile, die du verliehen hast mir, deiner Magd. Möge dein Name, o Erlöser der Welt,
Gott von Israel, für immer gesegnet sein.

Und als der Herr sie küsste, ging er zurück und übergab ihre Seele den Engeln, damit sie sie ins
Paradies tragen sollten. Und er sprach zu den Aposteln: Kommt zu mir! Und als sie heraufkamen,
küsste er sie und sprach: Friede sei mit euch! So wie ich immer bei euch war, werde ich bis ans
Ende der Welt bei euch sein. Und als der Herr dies gesagt hatte, wurde er auf einer Wolke
emporgehoben und mit den Engeln in den Himmel zurückgebracht, um die selige Maria in das
Paradies Gottes zu tragen. Und die Apostel, die in den Wolken aufgenommen wurden, kehrten an
den Ort zurück, an dem sie predigten, die großen Dinge Gottes erzählten und lobten unsern Herrn
Jesus Christus, der mit dem Vater und dem Heiligen Geist in vollkommener Einheit und in einer
Substanz Gottes für immer und ewig lebt und regiert. Amen.