Sie sind auf Seite 1von 31

Merkblatt 474

Verpackung, Lagerung und Transport


von Feinblech

Stahl-Informations-Zentrum
Das Stahl-Informations-Zentrum
Das Stahl-Informations-Zentrum ist Vortragsveranstaltungen informieren
eine Gemeinschaftsorganisation der über Stahlanwendungen und bieten
deutschen Stahlindustrie. Markt- und ein Forum für Erfahrungsberichte aus
anwendungsorientiert werden firmen- der Praxis. Die Themen reichen von
neutrale Informationen über Verarbei- Konstruktion über Anwendung und
tung und Einsatz des Werkstoffs Stahl Verarbeitung bis hin zur Ökologie.
bereitgestellt.
Messen und Ausstellungen dienen der
Verschiedene Schriftenreihen bieten Präsentation spezifischer Leistungs-
ein breites Spektrum praxisnaher merkmale von Stahl. Neue Werkstoff-
Informationen für Planer, Konstrukteure entwicklungen sowie innovative,
und Verarbeiter von Stahl: zukunftsweisende Stahlanwendungen
werden exemplarisch dargestellt.
„Merkblätter“ sind mit Fotos und tech-
nischen Zeichnungen illustrierte Schrif- Marketing-Aktivitäten werden zur
ten, die konzentrierte praxisorientierte Förderung des Stahleinsatzes in ver-
Informationen über die Anwendungs- schiedenen Märkten durchgeführt,
vielfalt sowie die Bandbreite der Be- beispielsweise im Automobilbau sowie
und Verarbeitungsverfahren von Stahl im Wohnungs- und Wirtschaftsbau. Im
vermitteln. Sie finden auch Anwendung Abstand von drei Jahren wird der
in Ausbildung und Lehre. Stahl-Innovationspreis verliehen. Die
Aus- und Weiterbildung wird mit spe-
„Charakteristische Merkmale“ berich- ziellen Aktionen, wie dem Europäi-
ten über Produkteigenschaften und schen Stahlbau-Lehrprogramm ESDEP
technische Lieferbedingungen von (European Steel Design Education
oberflächenveredeltem Stahlblech und Programme), unterstützt.
geben Hinweise auf Regelwerke.
Bei Anfragen werden als individueller
„Stahl und Form“ hat ästhetisch, Service Kontakte zu Instituten, Fach-
gestalterisch und funktionell vorbild- verbänden und Spezialisten aus
liche Beispiele von Stahlanwendungen Forschung und Industrie vermittelt.
in der Architektur zum Inhalt. Es wer-
den Bauwerke mit Fotos, Zeichnungen Die Pressearbeit richtet sich an
und Skizzen signifikanter Details aus- Fach-, Tages- und Wirtschaftsmedien
führlich dargestellt. und informiert kontinuierlich über
neue Werkstoffentwicklungen und
„Dokumentationen“ beschreiben die -anwendungen.
Leistungsfähigkeit von Stahl aus
technischer, ökologischer und öko-
nomischer Sicht in verschiedenen
Anwendungsfeldern.

1
Impressum Inhalt Seite
Merkblatt 474 1. Geltungsbereich 3
„Verpackung, Lagerung und Transport 2. Herstellung von Feinblech 3
von Feinblech“ 3. Temporärer Korrosionsschutz
1. Auflage 1999 für Lagerung und Transport 4
ISSN 0175-2006 4. Verarbeitungshinweise 4
5. Lagerung 5
Herausgeber: 5.1 Umgebungseinflüsse 5
5.2 Lagersicherheit 5
Stahl-Informations-Zentrum 6. Verpackung 7
Sohnstraße 65, 40237 Düsseldorf 6.1 Verpackungsmaterialien 7
6.2 Verpackungsarten 8
Diese Publikation wurde in Zusam- 6.2.1 Verpackung von Coils 8
menarbeit mit dem Unterausschuss 6.2.2 Verpackung von Spaltringen 12
Adjustage des VDEh-Kaltwalzaus- 6.2.3 Verpackung von Blechen in
schusses erstellt. Paketen 15
7. Ladungssicherung/Versand/
Ein Nachdruck dieser Veröffentlichung Transport 18
ist – auch auszugsweise – nur mit 7.1 Verladung auf Bahnwaggons 18
schriftlicher Genehmigung des Heraus- 7.1.1 Verladung von Coils
gebers und bei Quellenangabe mit waagerechter Achse 18
gestattet. Die zugrunde liegenden 7.1.2 Verladung von Coils
Informationen wurden mit größter mit senkrechter Achse 20
Sorgfalt recherchiert und redaktionell 7.1.3 Verladung von Paketen 21
bearbeitet. Eine Haftung ist jedoch 7.1.4 Andere Verladearten 23
ausgeschlossen. 7.2 Verladung auf LKW 23
7.2.1 Ladungssicherung 23
7.2.2 Verladung von Coils
mit waagerechter Achse 24
7.2.3 Verladung von Coils/Spalt-
ringen mit senkrechter Achse 25
7.2.4 Verladung von Paketen 26
8. Schrifttum 27
8.1 Produktnormen 27
8.1.1 Unbeschichtetes Feinblech
und Kaltband 27
8.1.2 Metallisch beschichtetes
Feinblech und Kaltband 27
8.1.3 Nichtrostende, säure- und
hitzebeständige Stähle 28
8.1.4 Elektroblech 28
8.2 Schriften des S-I-Z 28
8.3 Schriften zur Ladungssicherung 29
8.3.1 Normen 29
8.3.2 Richtlinien 29
8.3.3 Weitere Regelwerke 29

2
1. Geltungsbereich Anwendung von HCl oder H2SO4 von
der Warmbandoberfläche chemisch
Die in dieser Broschüre beschriebenen entfernt wurde, wird das Band in Tan-
Hinweise beziehen sich auf kaltgewalzte dem- oder Reversierstraßen kaltge-
Flacherzeugnisse ohne Überzüge nach walzt. Die dabei entstehende starke
DIN EN 10130 und DIN EN 10131, Verfestigung des Stahls gestattet keine
sowie auf Elektroblech nach DIN EN weitere Verarbeitung. Daher wird das
10106, DIN EN 10107, DIN EN 10126 Band rekristallisierend geglüht, um ver-
und DIN EN 10165. Die Hinweise be- arbeitergerechte Eigenschaften einzu-
züglich Verpackung und Versand kön- stellen. Dies erfolgt entweder in Durch-
nen ebenfalls für Feinblech mit metalli- laufglühlinien oder in Haubenglühan-
schen Überzügen angewendet werden. lagen unter Schutzgas, um eine Oxy-
dation der Bandoberfläche zu vermei-
den. Bei dem nachfolgenden Dressier-
2. Herstellung von vorgang (technologisches Nachwalzen
mit geringen Umformgraden) werden
Feinblech die Oberflächenfeingestalt des Bandes
Abb. 1 zeigt schematisch die Herstellung (Rauheit) und die endgültigen mecha-
von Feinblech mit und ohne Überzügen. nisch-technologischen Eigenschaften
des Bandes entsprechend der jeweili-
Nachdem der beim Warmwalzen ent- gen Norm oder Kundenspezifikation
standene Zunder in der Beize unter endgültig eingestellt.

Beize

Kaltwalzstraße

Durchlaufglühe
Haubenglühe mit Dressiergerüst

Dressiergerüst

elektrolytische Schmelztauch-
Bandveredelung veredelung

Kunststoff-
beschichtung

Adjustage/Verpackung/Versand

Abb. 1: Technologischer Materialfluß zur Feinblechherstellung

3
In den Adjustagebetrieben der Kalt- Die Gewährleistung gegen Korrosion
walzwerke wird die Endbearbeitung für die Lieferung geölter Coils kann für
des Bandes vor Auslieferung an den die Dauer bis zu 3 Monaten nach Fertig-
Verarbeiter vorgenommen. Hier werden meldung nur unter den üblichen Ver-
die Bandoberflächen auf Inspektions- packungs-, Transport-, Verlade- und
anlagen auf etwaige Fehler überprüft Lagerungsbedingungen übernommen
und bei Bedarf mit einem temporären werden.
Korrosionsschutz (vgl. Kapitel 3) ver-
sehen. Je nach Bedarf kann das Band Bei Auslieferung von ungeöltem Fein-
auch in schmalere Streifen längs oder blech kann keine Gewährleistung
in Bleche quer zerteilt werden. gegen Korrosion übernommen werden.

Abschließend werden die Coils oder


Pakete entsprechend Kundenwunsch
verpackt (vgl. Kapitel 6) und zur Aus- 4. Verarbeitungs-
lieferung bereitgestellt. hinweise
Ebenheit
3. Temporärer Die Lieferung von Feinblech erfolgt in
Korrosionsschutz der Regel in ungerichteter Ausführung.
Benötigt der Verarbeiter nach dem
für Lagerung und Abwickeln des Coils ebenes Blech
Transport (ohne coil set), das die Vorschrift nach
DIN EN 10131 erfüllt, so muß das Blech
Zur Vermeidung von Korrosion wird das
beim Verarbeiter mit einer geeigneten
Feinblech in der Regel herstellerseitig
Richtmaschine behandelt werden.
mit Korrosionsschutzölen als tempo-
rären Korrosionsschutz versehen.
Gleichmäßige Ölauflage
Für Feinblech, das für schwierige Um- Mit elektrostatischen Einölmaschinen
formoperationen verwendet werden sind technische Voraussetzungen für
soll, sind Korrosionsschutzöle mit Zieh- eine feindosierte und gleichmäßige Öl-
eigenschaften (Prelubricants) entwickelt auflage in den Unternehmen vorhan-
worden. Hierbei kann unter bestimmten den. Ein wesentlicher Aspekt bei der
Bedingungen auf eine Zusatzbeölung Beölung ist das Resorptionsvermögen
vor dem Umformprozeß verzichtet wer- der Bandoberfläche. Sie hängt ab von
den. Die Auswahl des zu verwendenden der Rauheit, der Viskosität des ein-
Öles ist zwischen Kunde und Lieferant gesetzten Öles, von der Temperatur
abzustimmen. Zum Auftrag des Korro- und der Lagerzeit.
sionsschutzöles haben sich elektrosta-
tische Einölmaschinen durchgesetzt. Untersuchungen zur Ölverteilung im
aufgewickelten Zustand und über eine
Geliefert werden kann in geölter oder längere Lagerzeit ergaben, daß
ungeölter Ausführung. Die gewünschte – im Bereich der Bombierung (Band-
Art der Behandlung muß im Auftrag mitte) die Ölauflage auch schon nach
vorgeschrieben werden. einem Tag Lagerdauer über die Band-

4
länge im Bereich des Resorptions- keit am Material ist unter allen Umstän-
vermögens liegt. An den Bandkanten den zu vermeiden. Erreicht werden kann
liegt die Ölauflage in Folge einer Ver- dies durch eine geeignete Temperatur-
drängung des Öles durch den höhe- führung der Hallenluft bei gleichzeitig
ren Druck in der Bandmitte deutlich geringer Luftzirkulation innerhalb der
höher. Halle.
– mit zunehmender Lagerdauer und
zunehmendem Coildurchmesser im Kalt ins Lager genommenes Material
Kantenbereich weitere Differenzie- sollte aus vorstehendem Grund erst
rungen unter Einwirkung der Schwer- nach dem Temperaturausgleich aus-
kraft auftreten. gepackt werden. In der Nähe von
Toren ist besondere Sorgfalt geboten,
Diese Tendenzen sind um so stärker, je da hier durch höhere Windgeschwin-
höher die Zielauflage über dem Resorp- digkeiten feuchte Außenluft und Staub
tionsvermögen des Bandes liegt. an das Lagergut gelangen können.

Wenn bei der Verarbeitung hohe An-


sprüche an einen gleichmäßigen Ölfilm
5.2 Lagersicherheit
über Bandlänge und Bandbreite gestellt Coils und Spaltband mit waagerechter
werden, muß der Verbraucher geeig- Achse müssen insbesondere bei
nete Vorkehrungen zur Vergleichmäßi- mehrlagiger Lagerung gegen Verrollen
gung der Ölverteilung, z. B. durch Trei- gesichert werden. Dies kann vorzugs-
berrollen oder Richtmaschinen, treffen. weise über eingebaute Sicherungsmit-
tel wie Coilmulden oder Roll-Stops er-
folgen. Der für die Sicherung benötigte
Keilwinkel beträgt:
5. Lagerung
n–1
5.1 Umgebungseinflüsse tan β = ––––– tan α
n+1
Wird nicht umverpacktes Material ge- (n = Anzahl der Lagen)
lagert, so sollte die Luftfeuchtigkeit der
Hallenluft 60 % möglichst nicht über-
schreiten. Höhere Werte begünstigen
die Bildung von Flugrost (bei verzinktem n=2
Material von Weißrost) überproportio-
nal. Eine Kondensation von Feuchtig-

n=1

Abb. 2:
Zweilagige
Coillagerung

5
Abb. 3: Coilmulden

Werden die Coils mehrlagig eingelagert, eingelagert werden. Hierbei ist auch
wirken sich reibwerterhöhende Mittel die Belastbarkeit der Verpackungs-
an den Berührungsstellen der Coils, hölzer zu beachten.
wie z. B. Hartfaser und/oder Antirutsch-
matten, günstig auf Sicherheit und Diese Obergrenze kann durch den
Materialschonung aus. Kran selbst, durch die Art der Kran-
anschlagmittel oder die Sicht des
Beispielhaft seien einige Arten von Kranführers reduziert sein.
Sicherungseinrichtungen zum Schutz
vor Coilbewegungen bei Lagerung
mit waagerechter Achse in Abb. 3 dar-
gestellt.

Die beste Lagerung in bezug auf


Sicherheit und Materialschonung ist die
in einem Regal- oder Hochregallager.

Tafeln oder Spaltband mit senkrechter


Achse können bei ebenem und ausrei-
chend tragfähigem Boden bis zu einer
Höhe von
H = 4 B bzw. 4 Da

6
F = 18 G
F · Hmax. = G · B
2
F = 18 G

Hmax. = 4 B für
Pakete

H max.

H max.
Hmax. = 4 Da für
Spaltband

G G

B Da

Abb. 4: Ermittlung der maximalen Stapelhöhe

6. Verpackung Spediteurs zurückzuführen sind oder


sich aus einer vom Kunden vorgeschrie-
Die Art der Verpackung richtet sich benen unzweckmäßigen Verpackung
nach: ergeben, kann das Lieferwerk nicht
• der Empfindlichkeit des Materials haftbar gemacht werden.
• dem Transportweg
• der Umschlagmöglichkeit und
Umschlaghäufigkeit
6.1 Verpackungsmaterialien
• den Lagerbedingungen beim Ver- Als grundlegende Materialien zur
braucher und beim Zwischenlagern. Verpackung von Feinblech werden
verwandt:
Für die sachgemäße Ausführung der • Stahl
vom Besteller vorgeschriebenen Ver- • Hartfaser
packung ist das Lieferwerk verantwort- • Hartpappe
lich. Dabei wird unterstellt, daß das • PE-Material
verpackte Material während des Trans- • Holz.
portes, beim Umschlagen, Ent- oder
Beladen sowie beim Lagern fachge- Für das Bindeband kommt in der
recht und mit der gebotenen Sorgfalt Regel Hochleistungsband mit min.
behandelt wird. Besonderes Augen- 750 N/mm2 der Abmessung min.
merk ist bei Lagerung, Transport und 0,8 mm x min. 19 mm zum Einsatz.
Umschlag auf trockene Umwelt-
bedingungen zu legen. Ergibt sich eine Andere Materialien bzw. andere Ab-
Beanstandung der Verpackung, muß messungen des Bindebandes können
dem Lieferwerk Gelegenheit gegeben nach Absprache unter Berücksichti-
werden, sich von der Berechtigung der gung der Bestimmungen aus der Ver-
Beanstandung zu überzeugen. Für packungsverordnung zur Anwendung
Schäden, die auf ein Verschulden des kommen.

7
6.2 Verpackungsarten Werden diese Werte unterschritten,
müssen gesonderte Vereinbarungen
6.2.1 Verpackung von Coils getroffen oder die Richtlinien zur Ver-
Bei der Entscheidung über die Ver- packung von Spaltringen angewendet
packungsart von Coils (Verpackung werden.
ohne Palette) muß im Vorfeld neben
den Kundenwünschen bereits der Zur Verpackung von Coils wurde beim
konzipierte Versand berücksichtigt VDI unter Einbeziehung von Automobil-
werden. Dementsprechend sind spe- unternehmen und der Stahlindustrie die
zifische Untergrenzen im Breiten-/ Richtlinie VDI 3319 „Verpackungsricht-
Durchmesserverhältnis der Coils ein- linie für Spaltbänder und Coils aus
zuhalten. Stahl“ erarbeitet.

Breiten-/ Transport Verweis in


Durchmesser- mittels
verhältnis

0,66 LKW, VDI 2700, S. 20


Einzelcoil Verladung mit Rollrich-
tung quer zur Fahrtrich-
tung (Coilachse in
Fahrtrichtung)

0,55 LKW, VDI 2700, S. 20


Einzelcoil Verladung mit Rollrich-
tung längs zur Fahr-
trichtung (Coilachse
quer zur Fahrtrichtung)

0,50 Bahn, Verladerichtlinie


Einzelcoil Verladung mit Rollrich- 1.3.1 der Bahn
tung längs zur Fahr-
trichtung (Coilachse
quer zur Fahrtrichtung)

0,70 Bahn, DB Blatt


Schmalbandringe zu Verladung mit Rollrich- 100 / 80-001-95,
Ladeeinheit zusammen- tung längs zur Fahr- Mitteilung über ein
gebunden trichtung (Rollenachse Verladebeispiel
quer zur Fahrtrichtung)

Tabelle 1: Zulässige Breiten-/Durchmesserverhältnisse von Coils

8
6.2.1.1 Verpackungselemente
Die Verpackung von Coils und Spalt-
ringen besteht aus den in Tabelle 2
erläuterten Hauptelementen.

Element Material

a) Bindeband/ Stahl
Bindeband-
verschluß

b) Seitenteil Stahl
Hartfaser
Hartpappe

c) Kantenschutz- Stahl
winkel unter PE-Material
Bindeband

d) Umlaufender Stahl
Innen-/Außen- PE-Material
kantenschutz Hartpappe

(Außenkanten-
schutz auch als
Viertelsegment)

e) Umverpackung Folie, Tafeln PE-Material


Stahl
Hartfaser

f) Zwischenlagen Holz
PE-Material
Pappe

g) Paletten Holz

Tabelle 2: Hauptverpackungselemente für die Coilverpackung

9
6.2.1.2 Verpackungsvarianten für Coils
Aufbauend auf die VDI 3319 werden
von den Feinblechherstellern die in
Tabelle 3 genannten typischen Ver-
packungsvarianten für Coils empfohlen.

Varianten Inland Export

I1 I2 I3 E1 E2

Bindebänder, quer
• • • • •
Bindebänder, längs
• • • • •
Flexstreifen
• •
Umlaufender
Innenkantenschutz • • • • •
Coilschutz
Seitenteil
• • • • •
Außenkantenschutz
• • • • •
Kantenschutzwinkel unter Bindeband
• • • • •
Umverpackung
• • • • •
Tabelle 3: Empfohlene Verpackung für Coils
• - Option

Üblicherweise werden diese Varianten Folgende Bilder zeigen schematisch


eingesetzt für: den Aufbau der Verpackung:
Inland I 1 Oberflächengüte A (O3)
I 2 Oberflächengüte B (O5)
I 3 ungeöltes Material
Export E 1 Oberflächengüte A (O3)
E 2 Oberflächengüte B (O5)

10
Variante I 1 Variante I 2

Variante I 3

Variante E 1 Variante E 2

Abb. 5: Verpackungsvarianten für Coils (Schematischer Aufbau)

11
6.2.2 Verpackung von Spaltringen 6.2.2.1 Verpackung von Spaltringen
mit waagerechter Achse
Für die Verpackung von Spaltringen
werden die unter 6.2.1.1 genannten Das Zusammenbinden der Spaltringe
Hauptelemente verwendet. mit waagerechter Achse zu Transport-
einheiten beinhaltet die in Tabelle 4
Die einzelnen Spaltringe werden in der aufgeführten Elemente.
Regel nach den Empfehlungen gemäß
Pkt. 6.2.1.2 verpackt und danach zu
Transporteinheiten zusammengestellt.
Je nach Bedarf und Möglichkeit (Breite
der Spaltringe) kann auf den genannten
Coilschutz auch verzichtet werden.

Varianten Inland Export

I1 I2 I3 E1 E2

Kantenschutzwinkel unter Bindeband


• • • • •
Bindebänder, quer
• • • • •
Umverpackung
• • •
Palette
• • • • •
Tabelle 4: Empfohlene Verpackungen zum
Zusammenbinden von Spaltringen • - Option

Üblicherweise werden diese Varianten


eingesetzt für Feinblech und auch für
Elektroblech:
Inland I 1 Oberflächengüte A (O3)
I 2 Oberflächengüte B (O5)
I 3 ungeöltes Material
Export E 1 Oberflächengüte A (O3)
E 2 Oberflächengüte B (O5)

Folgende schematische Darstellungen


zeigen die einzelnen Varianten:

12
Variante I 1 und I 3

Variante I 2

Exportverpackung

Abb. 6: Verpackung von Spaltringen (Schematischer Aufbau)

13
6.2.2.2 Verpackung von Spaltringen
mit senkrechter Achse
Das Zusammenbinden der Spaltringe
mit senkrechter Achse zu Transport-
einheiten erfolgt gemäß Tabelle 5.

Varianten Inland Export

I1 I2 I3 E1 E2

Bindebänder, quer
• • • • •
Distanzleisten zwischen
den Spaltringen • • • • •
Flexstreifen
• • • • •
Boden
• • • • •
Umverpackung Ummantelung
• • • • •
Dach
• • • • •
Kantenschutzwinkel unter Bindeband
• • • • •
Palette
• • • • •
Abbindung Spaltringe mit Gestell
(Kreuzverband) • • • • •
Üblicherweise werden diese Varianten
Tabelle 5: Empfohlene
Verpackungen für Spaltringe • - Option

eingesetzt für Feinblech und auch für mit senkrechter Achse


Elektroblech:
Inland I 1 Oberflächengüte A (O3) Es ist zu berücksichtigen, daß aufgrund
I 2 Oberflächengüte B (O5) von Feuchte in den Distanzleisten Kor-
I 3 ungeöltes Material rosionsbefall an den Kontaktflächen
Export E 1 Oberflächengüte A (O3) auftreten kann. Entsprechende Maß-
E 2 Oberflächengüte B (O5) nahmen sind individuell abzustimmen.

14
6.2.3 Verpackung von Blechen in Paketen
6.2.3.1 Verpackungselemente

Element Material

a) Bindeband/ Stahl
Bindebandverschluß

b) Bindebandunterlage Holz
Hartpappe
Hartfaser

c) Seitenschutz Stahl

d) Kantenschutzwinkel Stahl
unter PE-Material
Bindeband

e) Boden-, Stahl
Decktafeln Hartfaser

f) Seiten- und Stahl


Boden-/Deckenschutz

g) Umverpackung Folie PE-Material

h) Eingebundene Hölzer Holz

i) Paletten Holz/Stahl

Tabelle 6: Hauptverpackungselemente für die Paketverpackung

15
6.2.3.2 Verpackung von Paketen
Für die Verpackung von Paketen
werden die unter 6.2.3.1 genannten
Hauptelemente verwendet.

Von den Feinblechherstellern werden die


in Tabelle 7 genannten typischen Verpak-
kungsvarianten für Pakete empfohlen:

Varianten Inland Export

I1 I2 I3 E1 E2

Bindebänder, quer, längs


• • • • •
Seitenschutz
• • • • •
Boden-/Decktafel
• • • • •
Seiten- und Boden-/Deckenschutz
(alternativ zu Seitenschutz mit
Boden-/Decktafel)
• • • •
Kantenschutzwinkel
• • • • •
Bindebandunterlage
• • •
Umverpackung
• • • • •
Eingebundene Hölzer oder Palette
• • • • •
Tabelle 7: Empfohlene Verpackung für Pakete

Üblicherweise werden diese Varianten


• - Option

eingesetzt für Feinblech:


Inland I 1 Oberflächengüte A (O3) Folgende schematische Darstellungen
I 2 Oberflächengüte B (O5) zeigen die einzelnen Varianten:
I 3 ungeöltes Material
Export E 1 Oberflächengüte A (O3)
E 2 Oberflächengüte B (O5)

16
Ausführung I 1 Ausführung I 1

Ausführung I 3

Exportverpackung von Paketen

Abb. 7: Verpackung von Blechen in Paketen (Schematischer Aufbau)

17
7. Ladungssicherung/
Versand/Transport
In Kapitel 5 ist bereits auf die Gefähr-
dung von Kondensation auf dem Fein-
blech hingewiesen worden. Die Kon-
densation tritt auf, wenn das Material
eine niedrigere Temperatur als die
Umgebungstemperatur der Luft auf-
weist. Zur Vermeidung von Kondensa-
tion sind beim Versand von Feinblech
möglichst kurze Transportzeiten einzu-
halten. Wenn die Gefahr des Tempera-
turunterschiedes offensichtlich ist, ist
auf eine ausreichende Verweilzeit des
Materials zum Temperaturausgleich in
den Hallen vor dem Entfernen der Ver- Abb. 8a und 8b: Verladung von Coils mit
packung zu achten. waagerechter Achse auf Waggon

7.1 Verladung auf


Bahnwaggons
Bei der Auswahl der Waggons ist deren
Eignung zum Transport von nässe- etwa 50 cm
empfindlichen Gütern zu beachten.
Gleichfalls müssen die Waggons in
sauberem Zustand und deren Stell-
glieder (Öffnungsmechanismen, Siche- 35°
rungsarme etc.) funktionsfähig sein.

7.1.1 Verladung von Coils mit


waagerechter Achse Festlegeholz

7.1.1.1 Wahl der Wagen


≥ 5/10 Ø nur in Wagen mit Wänden

Keil mit zusätzlichem Sicherungsholz


Zur Verladung von Coils mit waage-
rechter Achse werden vor allem
Waggons der Bauart Rils mit Planen-
verdeck und Coilmulden empfohlen.
≥ 7/10 Ø

7.1.1.2 Verladeart
Die Coils werden in die Mulden mit
einem Mittenversatz von max. 50 mm
abgesetzt und die Sicherungsarme in
Position gebracht (Abb. 8a und 8b).

18
7.1.1.3 Ladungssicherung
7.1.1.3.1 Coils über 7 t
Zusätzliche Ladungssicherungs-
maßnahmen sind nicht erforderlich.

7.1.1.3.2 Coils bis 7 t


Coils mit einem Gewicht bis zu 7 t
können auch auf Waggons mit Flach-
boden entsprechend den Waggon-
Typen bei Paketen verladen werden,
sofern die Coilachsen quer zur Fahr-
trichtung stehen.

7.1.1.3.2.1 Einzelcoils auf Waggons


mit Flachboden
• Bei der Verladung von Einzelcoils ist
darauf zu achten, daß B/H > 0,5 ist
(Verladerichtlinie 1.3.1 der DB).
• Die Coils müssen auf jeder Seite mit
mindestens zwei Keilen gesichert
sein, die erforderlichenfalls mit Siche-
Keil mit zusätzlichem
rungshölzern verstärkt sind (Abb. 9).
Sicherungsholz
• Die an der Ladeeinheit anliegende
Seite des Keiles muß mit seiner Auf-
lagefläche einen Winkel von etwa 35°
35° bilden. Der Winkel an der Keilspitze
muß mindestens 90° haben.
• Die Höhe des Keiles muß > 1/8 des
Coildurchmessers, mindestens aber
12 cm, betragen. Die Keilbreite muß
mindestens 12 cm betragen.
Festlegehölzer

Abb. 9: Einzelcoils auf Waggons


mit Flachboden

19
7.1.1.3.2.2 Coilgruppen 7.1.2 Verladung von Coils
mit senkrechter Achse
• Werden Coils zu Gruppen mit einem
Gesamtgewicht < 7 t zusammen- 7.1.2.1 Wahl der Wagen
gebunden, sind die außen liegenden
Hier kommen Wagen mit Metallwänden
Coils mit mindestens zwei Keilen zu
und festen Stirnwänden in Frage.
sichern, die – wenn erforderlich – mit
Gleichfalls müssen die Waggons in
zusätzlichen Sicherungshölzern ver-
sauberem Zustand und deren Stell-
stärkt sind (Abb. 10).
glieder (wie z. B. Öffnungsmechanis-
• Werden Coils zu Gruppen mit einem
men) funktionsfähig sein. Möglich-
Gesamtgewicht > 7 t zusammen-
keiten zur Be- und Entladung mittels
gebunden, muß zusätzlich jedes
Gabelstapler sind zu beachten.
einzelne Coil mit Keilen und Siche-
rungsholz gesichert werden.
• Rollen mit einem Breiten-/Durch- 7.1.2.2 Starre Verladung
messerverhältnis < 0,5 müssen zu Die Coils auf Holzgestellen werden nur
Ladeeinheiten mit einem Breiten-/ einlagig verladen.
Durchmesserverhältnis von min. 0,7
zusammengebunden werden. Die Coils auf Holzgestellen sind vonein-
• Jedes Coil oder jede Gruppe von ander und von den Wagenstirnwänden
Coils, die nicht durch andere Coils durch Zwischenlagen wie z. B. Holz
festgelegt ist, muß durch Festlege- oder Holzrahmen zu trennen, die durch
hölzer gesichert sein. Verstrebungen gesichert sind.

Keil mit zusätzlichem Sicherungsholz

Rollen in gerader Anzahl

Keil mit zusätzlichem Festlegeholz Keil Keil mit zusätzlichem


Sicherungsholz Sicherungsholz
Rollen in ungerader Anzahl

Abb. 10: Verladung von Coilgruppen mit waagerechter Achse

20
Zur Vermeidung der Kippgefahr ist dar- Querverschiebungen durch Anbringen
auf zu achten, daß in Wagenlängsrich- seitlicher Sicherungen oder reibwerter-
tung das Maß des Coilgestells > 0,8 höhender Zwischenlagen entgegenzu-
der Höhe desselben ist und das Maß in wirken.
Wagenquerrichtung > 0,7 ist.
7.1.3 Verladung von Paketen
7.1.2.3 Gleitende Verladung
7.1.3.1 Wahl des Waggons
Die Coils auf Holzgestellen werden nur
Hier kommen Wagen mit Metallwänden
einlagig verladen.
und festen Stirnwänden in Frage.
Gleichfalls müssen die Waggons in
Bei gleitender Verladeart ist an jedem
sauberem Zustand und deren Stellglie-
Ende der Ladung der größtmögliche
der (wie z. B. Öffnungsmechanismen)
Gleitweg freizuhalten. Er muß bei Lade-
funktionsfähig sein. Möglichkeiten zur
einheiten, die auf Kufen oder Schlitten
Be- und Entladung mittels Gabelstapler
befestigt sind mindestens 1 m betragen.
sind zu beachten.
Bei transportempfindlichen Ladeein-
heiten sollte dieser Gleitweg auf 1,5 m
Die Pakete dürfen eine maximale Höhe
erhöht werden. Stehen diese Gleit-
von 75 cm (mit U-förmigem Kanten-
wege nicht voll zur Verfügung, so kön-
schutz) oder von 50 cm (ohne Kanten-
nen sie unter der Voraussetzung ver-
schutz) nicht überschreiten.
kürzt werden, daß weder das Gut noch
der Wagen beschädigt werden. Erfor-
derlichenfalls muß das Gleiten der 7.1.3.2 Starre Verladung
Ladung mit geeigneten Mitteln zusätz- Die Pakete werden einlagig oder in
lich gebremst werden. Stapeln gelagert. Der Höhenunter-
schied zwischen benachbarten Stapeln
Wenn wegen zu geringer Reibung (bzw. Paket und Stapel) darf nicht mehr
Verlagerungen der Ladeeinheit bezie- als die Höhe eines Paketes betragen
hungsweise der Gruppe in Wagen- (Abb. 11). Die Gesamtstapelhöhe
querrichtung zu befürchten ist, so ist beträgt max. 1,25 m.

Stützen genügend widerstandsfähig

2 Stahlbänder binden die Stapel Unterlagen (nicht verbindlich)

Abb. 11: Verladung von Paketen

21
7.1.3.2.1 Binden der Stapel • Gesamtdicke aller Bleche ohne
Holzunter- und -zwischenlagen
Im Wagen quer liegende Stapel sind
max. 75 cm; Binden der Stapel
in Wagenlängsrichtung wenigstens
– in Wagenquerrichtung mindestens
zweimal gebunden. Im Wagen längs
zweimal gebunden
liegende Stapel sind in Wagenquer-
– in Wagenlängsrichtung in Abhängig-
richtung im Meter-Abstand gebunden,
keit der Stapelhöhe, und zwar
jedoch mindestens zweimal.
Stapelhöhe bis
35 cm mindestens 3
7.1.3.2.2 Ladungssicherung
35 – 50 cm 4
Pakete oder Stapel werden voneinan- 50 – 75 cm 6
der und von den Wagenstirnwänden 75 – 125 cm 8
durch Zwischenlagen wie z. B. Holz
oder Holzrahmen getrennt, die durch Ladungssicherung:
Verstrebungen gesichert sind.
Zur Vermeidung der Kippgefahr ist dar-
auf zu achten, daß in Wagenlängsrich-
7.1.3.3 Gleitende Verladeart
tung das Auflagemaß der Pakete oder
Die Pakete werden einlagig auf Holz- Stapel > 0,8 der Paket- oder Stapelhöhe
unterlagen gelagert, die lose in Wagen- und in Wagenquerrichtung > 0,7 ist.
längsrichtung auf den Wagenboden
gelegt oder in die Pakete fest einge- An jedem Ende der Ladung ist der
bunden sein können Pakete übereinan- größtmögliche Gleitweg freizuhalten,
dergestapelt auf Holzunterlagen, die in mindestens jedoch 50 cm. Stehen
Wagenlängsrichtung auf den Wagen- diese Gleitwege nicht zur Verfügung,
boden gelegt oder in die Pakete fest muß das Gleiten der Ladung mit geeig-
eingebunden sein können: neten Mitteln zusätzlich gebremst wer-
• Höhe der Stapel max. 125 cm den (beispielsweise Antirutschmatten).

min. min.
50 cm max. 75 cm für Pakete mit Blechverpackung 50 cm
max. 50 cm für Pakete ohne Blechverpackung

Abb. 12: Gleitende Verladeart von Paketen

22
Wenn wegen zu geringer Reibung Kraftschluß wird z. B. durch verschie-
Verlagerungen der Ladeeinheit bezie- dene Zurrmethoden sowie reibwerter-
hungsweise der Gruppe in Wagen- höhende Hilfsmittel (Antirutschmatten)
querrichtung zu befürchten sind, so ist erreicht.
Querverschiebungen durch Anbringung
seitlicher Sicherungen oder reibwert- Hilfsmittel zum Erreichen des
erhöhende Zwischenlagen entgegen- Kraftschlusses sind z. B.
zuwirken. – Ketten
– Seile
7.1.4 Andere Verladearten – Gurte
– Antirutschmatten
Andere als hier beschriebene Verlade-
arten sind bei der Bahn anzufragen.
7.2.1.1 Lasten

7.2 Verladung auf LKW Die Fahrzeuge dürfen nicht überladen


werden. Die Verteilung der Last erfolgt
Um den spezifischen Gegebenheiten nach dem Lastverteilungsplan für den
beim LKW-Versand von Blechen, Coils jeweiligen Fahrzeugtyp. Die Angaben
und Spaltband Rechnung zu tragen, macht der Fahrzeugführer.
sind folgende Richtlinien zu beachten:
7.2.1.2 Kontrolle und Dokumentation
7.2.1 Ladungssicherung der Ladungssicherung
Das Ladegut muß nach allen Seiten Das Verladepersonal hat in jedem
ausreichend gegen Lageveränderungen Fall dafür Sorge zu tragen, daß die
gesichert werden. Diese Sicherung Ladungssicherung ordnungsgemäß
kann durch Form- bzw. Kraftschluß nach den vorgegebenen Richtlinien
oder durch eine Kombination von durchgeführt wird, da eine gesetzliche
beiden erfolgen. Mitverantwortung für das Verladeper-
sonal besteht. Deshalb ist zusammen-
Formschluß wird z. B. erreicht durch fassend auf folgendes zu achten:
– das direkte Anlegen der Ladung
gegen die Laderaumbegrenzungen – Die Kontrolle der Ladungssicherung
– das Anbringen von horizontal muß grundsätzlich an allen Fahr-
gesicherten Distanzstücken zeugen noch in der Ladestelle erfol-
– das Einsetzen von Steckrungen. gen. Dabei ist auch auf den Zustand
der Gurte bezüglich offensichtlicher
Vorrichtungen und Hilfsmittel zum Beschädigungen zu achten.
Erreichen des Formschlusses sind – Dem LKW-Fahrer wird der Liefer-
– Spezial-Fahrzeugaufbauten schein erst nach Kontrolle der
– Bordwände Ladungssicherung und Gutbefund
– Steckrungen ausgehändigt.
– Sperrbalken – Kann die Ladung nicht nach den
– Coil-Mulden-Abdeckungen vorgegebenen Vorschriften gesichert
– Kanthölzer werden, darf das Fahrzeug nicht frei-
– Keile gegeben werden.
– Airbag

23
7.2.2 Verladung von Coils den Coilauflageflächen. Die VDI 2700
mit waagerechter Achse schreibt eine Muldenweite für die 35°-
Mulde von min. 0,58 x D und für eine
Bei Verladung in Rollrichtung quer zur
39°-Mulde von min. 0,63 x D vor.
Fahrtrichtung muß das Coilbreiten/Coil-
Geölte Coils sind zur Vermeidung von
durchmesser-Verhältnis mindestens
Teleskopbildungen generell durch
0,66 betragen; bei Verladung mit Roll-
Formschluß zu sichern. Formschlüssi-
richtung in Fahrtrichtung mindestens
ges Verladen wird erreicht durch An-
0,55. Wird das Breiten-Höhen-Verhält-
legen der Ladung in Axialrichtung.
nis unterschritten, sind gesonderte Ver-
einbarungen zur Verpackung der ein-
zelnen Coils und zur Gestaltung von
zusammengebundenen Ladeeinheiten
zu treffen. Hinweise gibt die Richtlinie
VDI 2700.

Die in Frage kommenden LKW-Böden


müssen entweder eine Mulde mit
einem Neigungswinkel der Auflage-
fläche von 35° in Fahrtrichtung oder
quer zur Fahrtrichtung entsprechend
von 39° aufweisen.

B=
20 mm

Abb. 13: Beschaffenheit von LKW-Mulden Abb. 14: Verladung von Coils mit
zum Transport von Coils waagerechter Achse auf LKW

Die Coils müssen auf den Seitenflächen Um die Vorgaben des Lastverteilungs-
der Mulden so aufliegen, daß zwischen planes einzuhalten, können sehr
dem tiefsten Punkt des Coils und dem schwere Coils nicht direkt an die vor-
Muldenboden ein Abstand von minde- dere Muldenbegrenzung herangelegt
stens 20 mm besteht. Zu beachten ist, werden. Eine Lücke ist erforderlich.
daß die Muldenweite stets größer ist Coils sind dann entweder formschlüs-
als die Berührungspunkte zwischen sig an starke Rungenpaare zu setzen,

24
oder die Lücke zwischen Coil und Ladung gegen die Laderaumbegren-
Lademuldenbegrenzung ist mit Kant- zungen oder mit Hilfe von gesicherten
hölzern auszusteifen. Rückseitig ist das Distanzstücken.
Coil durch Lademuldendeckel oder Kraftschlüssiges Verladen wird erreicht
Kanthölzer formschlüssig zu sichern. z. B. durch verschiedene Zurrmittel
Lademuldenabdeckungen müssen aus- wie Gurte, Ketten, Seile sowie reibwert-
reichend stark sein und dürfen sich nicht erhöhende Materialien.
durch das Coil heraushebeln lassen.
Mindestens zwei Niederzurrungen und
7.2.3 Verladung von
zwei Umspannungen sind anzubringen.
Coils/Spaltringen mit
Kraftschlüssiges Verladen wird mittels
senkrechter Achse
Zurrmittel und reibwerterhöhende
Materialien erreicht. Als LKW-Boden kommen Holz, Kunst-
stoff oder geriffelte Metallböden in
Die Verladung von Coils mit waage- Frage. Sie müssen sauber, trocken und
rechter Achse auf festeingebundenem fettfrei sein. Jedoch dürfen keine
Holzgestell ist auf ein Gewicht von glatten Stahlböden beladen werden.
max. 10 t begrenzt. Das Coil ist auf
dem Holzgestell mit mindestens zwei Die Ladung muß gegen Lageverschie-
Verpackungsbändern über dem Coil- bungen gesichert sein. Dies wird durch
umfang festzubinden. Es ist darauf zu Formschluß erreicht. Formschluß liegt
achten, daß sowohl vor, wenn die Ladung allseitig direkt
2P + D < 0,8B und oder indirekt (Ausfüllen der Zwischen-
2P + D < 0,8L ist (Abb. 15). räume mit beispielsweise Holz) an
Laderaumbegrenzungen, Steckrungen,
Formschlüssiges Verladen wird erreicht Traversen oder sonstige gesicherte
z. B. durch das direkte Anlegen der Abstützungen anliegt.

Abb. 15: Verladung von Coils/Spaltringen mit Abb. 16: Verladung von Spaltringen mit
waagerechter Achse auf festeingebundenem senkrechter Achse
Holzgestell

25
Ist formschlüssiges Verladen nicht gen, Steckrungen oder genagelte Keile
möglich, müssen auf jeden Fall Antirut- gesichert ist. Kraftschluß liegt vor, wenn
schmatten verwendet werden. Anti- die Ladung durch Sicherungsmittel wie
rutschmatten sind reibwerterhöhende Antirutschmatten und/oder Zurrmittel
Materialien in Dicken von 6 bis 12 mm, wie Gurte, Ketten und Seile an einem
die als Quadrate von ca. 300 mm Sei- Verrutschen gehindert wird. Antirutsch-
tenlänge oder Bahnen gleicher Breite matten sind reibwerterhöhende Mate-
unter die Palette gelegt werden. Bei rialien in Dicken von 6 bis 12 mm, die
Verwendung von ca. 10 mm dicken als Quadrate von ca. 300 mm Seiten-
Antirutschmatten und bei Auslegung in länge oder Bahnen gleicher Breite unter
Bahnen auf dem LKW-Boden ist die die Pakete gelegt werden. Bei Verwen-
Ladungssicherung ausreichend sofern dung von ca. 10 mm dicken Antirutsch-
2P + H < 0,8 B ist (Abb. 16). matten und bei Auslegung in Bahnen
Ist 2P + H > 0,8 B, müssen mehrere oder Stücken auf dem LKW-Boden ist
Paletten zu einem Block zusammen- die Ladungssicherung ausreichend. Bei
gebunden werden. Nichteinhaltung dieser Vorgaben, z. B.
bei dünneren Antirutschmatten kann
auf eine zusätzliche Gurtung nicht ver-
7.2.4 Verladung von Paketen
zichtet werden.
Als LKW-Boden kommen Holz, Kunst-
stoff oder geriffelte Metallböden in Werden zwei oder mehrere Pakete
Frage. Sie müssen sauber, trocken übereinander gestapelt, so müssen
und fettfrei sein. Jedoch dürfen keine diese mit Verpackungsband abgebun-
glatten Stahlböden beladen werden. den werden. Ist die Ladung nur durch
Formschluß liegt vor, wenn die Ladung die Laderaumbegrenzung gesichert,
allseitig durch direktes oder indirektes so dürfen die Stapel höchstens bis zur
Ausfüllen der Zwischenräume (mit Holz Oberkante der Laderaumbegrenzung
beispielsweise) an Laderaumbegrenzun- geladen werden.

Fahrtrichtung ladegutschonende, kraftschlüssige Niederzurrung

zwischen LKW-Ladefläche und den Aufstellflächen (Kufen) der


untersten Palette liegen rutschhemmende Matten (Antirutschmatten)

Abb. 17: LKW-Verladung von Paketen

26
8. Schrifttum prEN 10268 (SEW 093)
Kaltgewalzte Flacherzeugnisse mit
8.1 Produktnormen hoher Streckgrenze zum Kaltumformen
aus schweißgeeigneten mikrolegierten
8.1.1 Unbeschichtetes Feinblech Stählen (Weißdruck 1998)
und Kaltband
DIN EN 10130 SEW 094
Kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus Kaltgewalztes band höherer Streck-
weichen Stählen zum Kaltumformen grenze aus P-legierten und
Bakehardening Stählen
DIN EN 10131
Kaltgewalzte Flacherzeugnisse ohne 8.1.2 Metallisch beschichtetes
Überzug aus weichen Stählen sowie Feinblech und Kaltband
mit höherer Streckgrenze zum Kalt-
DIN EN 10142
umformen Kontinuierlich feuerverzinktes Band
– Grenzabmaße und Formtoleranzen und Blech aus weichen Stählen zum
Kaltumformen
DIN EN 10132 – Technische Lieferbedingungen
Kaltband aus Stahl für eine
Wärmebehandlung DIN EN 10143
– Technische Lieferbedingungen Kontinuierlich schmelztauchveredeltes
Blech und Band aus Stahl;
DIN EN 10137 Grenzabmaße und Formtoleranzen
Blech und Breitflachstahl aus Bau-
stählen mit höherer Streckgrenze im DIN EN 10147
vergüteten oder im ausscheidungs- Kontinuierlich feuerverzinktes Blech
gehärteten Zustand und Band aus Baustählen;
Technische Lieferbedingungen
DIN EN 10139
Kaltband ohne Überzug aus weichen DIN EN 10154
Stählen zum Kaltumformen Kontinuierlich schmelztauchveredeltes
Band und Blech aus Stahl mit Alu-
DIN EN 10140 minium-Silicium-Überzügen (AS)
Kaltband – Technische Lieferbedingungen
– Grenzabmaße und Formtoleranzen
DIN EN 10214
DIN EN 10205 Kontinuierlich schmelztauchveredeltes
Kaltgewalztes Feinstblech in Rollen Band und Blech aus Stahl mit Zink-
zur Herstellung von Weißblech oder Aluminium-Überzügen (ZA)
von elektrolytisch spezialverchromtem – Technische Lieferbedingungen
Stahl
DIN EN 10215
DIN EN 10209 Kontinuierlich schmelztauchveredeltes
Kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus Band und Blech aus Stahl mit Alumi-
weichen Stählen zum Emaillieren nium-Zink-Überzügen (AZ)
– Technische Lieferbedingungen – Technische Lieferbedingungen

27
prEN 10292 Kontinuierlich schmelz- DIN EN 10126 Elektroblech, nicht
tauchveredeltes Band und Blech aus schlußgeglüht, nichtkornorientiert
Stählen mit hoher Streckgrenze zum
Kaltumformen DIN EN 10165 Elektroblech aus
– Technische Lieferbedingungen legierten Stählen, nicht schlußgeglüht,
nichtkornorientiert
DIN EN 10152 Elektrolytisch verzinkte
kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus DIN EN 10251 Elektroblech,
Stahl geometrische Kenngrößen
– Technische Lieferbedingungen
8.2 Schriften des Stahl-
DIN EN 10202 Kaltgewalztes elektro-
Informations-Zentrums
lytisch verzinntes Weißblech und elek-
trolytisch spezialverchromter Stahl Charakteristische Merkmale 090:
Schwingungsdämpfendes Verbund-
DIN EN 10271 Flacherzeugnisse aus band und Verbundblech
Stahl mit elektrolytisch abgeschiede-
nen Zink-Nickel (ZN)-Überzügen Charakteristische Merkmale 092:
– Technische Lieferbedingungen Elektrolytisch verzinktes Band und
Blech

8.1.3 Nichtrostende, säure- Charakteristische Merkmale 093:


und hitzebeständige Stähle Organisch beschichtete Flacherzeug-
nisse aus Stahl
DIN EN 10088 Nichtrostende Stähle;
Teil 2: Technische Lieferbedingungen Charakteristische Merkmale 094:
für Bleche und Band für allgemeine Feuerverzinkter Bandstahl
Verwendung
Charakteristische Merkmale 095:
DIN EN 10258 Kaltband und Kaltband Schmelztauchveredeltes Band und
in Stäben aus nichtrostendem und hit- Blech
zebeständigem Stahl
– Grenzabmaße und Formtoleranzen Lieferverzeichnis
Oberflächenveredeltes Feinblech
DIN EN 10259 Kaltbreitband und
Blech aus nichtrostendem und hitze- Merkblatt 110: Schnittflächenschutz
beständigem Stahl und kathodische Schutzwirkung
– Grenzabmaße und Formtoleranzen
Merkblatt 112: Lagerung und Transport
von oberflächenveredeltem Feinblech
8.1.4 Elektroblech
Merkblatt 229: Beschichten von
DIN EN 10106 Elektroblech, schluß- oberflächenveredeltem Stahlblech
geglüht, nichtkornorientiert
Dokumentation 535: Weiterverarbeitung
DIN EN 10107 Elektroblech, schluß- von verzinktem und beschichtetem
geglüht, kornorientiert Stahlblech

28
8.3 Schriften zur VDI 2706 Ladungssicherung auf
Ladungssicherung Straßenfahrzeugen – Zusammenladen
von Stückgütern
8.3.1 Normen
DIN EN 12195-1 VDI 2707 Ladungssicherung auf
Ladungssicherungseinrichtungen – Straßenfahrzeugen – Ladungssicherung
Sicherheit; Berechnung von Zurrkräften im kombinierten Ladungsverkehr (KLV)

DIN EN 12195-2 VDI 2362 Konservierung, Verpackung


Ladungssicherungseinrichtungen – und Versand von Stahlblechtafeln
Sicherheit; Zurrgurte aus Chemiefasern
VDI 2373 Konservierung, Verpackung
DIN EN 12195-3 und Versand von Stahlblechcoils
Ladungssicherungseinrichtungen –
Sicherheit; Zurrketten VDI 3319 Verpackungsrichtlinie für
Spaltbänder und Coils aus Stahl
DIN EN 12195-4
Ladungssicherungseinrichtungen – 8.3.3 Weitere Regelwerke
Sicherheit; Zurrdrahtseile
VBG 12 „Fahrzeuge“
DIN EN 12640
Zurrpunkte an Nutzfahrzeugen STVO

STVZO
8.3.2 Richtlinien
Ladungssicherungen für Fahrzeuge BG
VDI 2700 Ladungssicherung auf für Fahrzeughaltungen, Technischer
Straßenfahrzeugen Aufsichtsdienst, Ottenser Hauptstraße
54, 22756 Hamburg, 2. Ausgabe von
VDI 2701 Ladungssicherung auf 01/98 (Vertrieb: ZH 1/413, Carl Heym-
Straßenfahrzeugen – Zurrmittel anns Verlag KG, Luxemburger Straße
449, 50939 Köln)
VDI 2702 Ladungssicherung auf
Straßenfahrzeugen – Zurrkräfte Ladungssicherungshandbuch
(eine Information der deutschen Trans-
VDI 2703 Ladungssicherung auf portversicherer) 12/97; Herausgeber
Straßenfahrzeugen – Hilfsmittel zur Gesamtverband der Deutschen Versi-
Ladungssicherung cherungswirtschaft e.V. (GDV), Referat
Transport, Friedrichstraße 191-193a,
VDI 2704 Ladungssicherung auf 10117 Berlin
Straßenfahrzeugen – Lastverteilungs- (Vertrieb: GDV Dienstleistungs-GmbH,
plan Glockengießerwall 1, 20095 Hamburg)

VDI 2705 Ladungssicherung auf RIV, Anl II; Verladerichtlinien


Straßenfahrzeugen – Ladungssicherung (Beladevorschriften) und Verlade-
in QM-Systemen empfehlungen der Bahnen

29
Stahl-Informations-Zentrum
Postfach 10 48 42
40039 Düsseldorf
E-Mail: siz@stahl-info.de · Internet: www.stahl-info.de