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1.1 Allgemeines

Das Herz ist bei Erwachsenen ein circa 300 g schwerer Hohlm uskel, der in der Brusthöhle
zwischen den beiden Lungenflügeln oberhalb des Zwerchfelles, liegt. Es wird durch das so
genannte Herzseptum vertikal in ein linkes und rechtes Herz unterteilt und horizontal in die
Herzvorhöfe und Herzkammern unterteilt. Das rechte Herz, das den Lungenkreislauf
versorgt, weist eine dünnere Herzmuskulatur auf als das linke, das den großen
Körperkreislauf versorgt. Es wird zwischen dem so genannten Arbeitsmyokard, welches für
die mechanische Pumpleistung des Herzens verantwortlich ist und die Herzmuskelfasern
des Erregungsbildungs- und Leitungssystem, welches für die spontane Bildung und
Weiterleitung von elektrischen Erregungen an die Zellen des Arbeitsmyok ards sorgt.

Zwei Besonderheiten unterscheiden das Herz von allen ande ren Körpermuskeln. Erstens: im
Gegensatz zur normalen Muskulatur, bei der die Muskelerregung durch Innervation induziert
wird, besitzt das Herz die Fähigkeit zur rhythmischen Eigen Erregung. Dies wird

 
 
genannt. Zweitens sind die Zellen der
Herzmuskulatur auf besondere Art und Weise miteinander verbunden. Diese Koppelung
ermöglicht die schnelle Erre gung Ausbreitung von einer Zelle zur nächsten. Alle Zellen, die
durch diese Brücken miteinander verbunden sind , werden erregt, wenn die Erregung
innerhalb des Verbandes entsteht. Das heißt die Zellen des Herzens gehorchen gemäß
einem 

 .

1.2. Herzmechanik

jeder Herzzyklus besteht aus vier Phasen: der Anspannung und Austreibungsphase, die zur

gehören, und der Entspannung und Füllungsphase, die zur 

zusammengefasst werden. Somit besteht ein
 aus einer Kontraktionsphase
(Systole) und der Erschaffungsphase (Diastole). Zu Beginn der Ventrikel Systole steigt der
Inter Ventrikel Druck durch die Kontraktion der Ventrikelmuskulatur. Wenn der Druck in den
Ventrikel in den Druck in den Arterien überschreitet öff nen sich die Taschen klappen. Es
beginnt die Austreibungsphase, in der ein Schlagvolumen von etwa 70 ml ausgeworfen wird.
Die Diastole beginnt mit der Entspann ungsphase wenn sich die Taschen klappen sich infolge
des niedrigen Druckes in den Ventrikel schlie ßen. Sobald der Ventrikeldruck unter dem
Vorhofdruck absinkt, öffnen sich die Atrioventrikularklappen und es beginnt die
Füllungsphase. Bei einer physiologischen Ruhefrequenz des Herzens haben die Ventrikel
schon nach dem ersten Viertel der Ve ntrikelfüllungs Phase 80 % ihrer Erfüllung erreicht.
c. . U l ti ti it t

l i i l ti E . Si f
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K l it K t ti . i l ti E it t i i t
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von Kalciumionen verursacht wird, ist wesentlich fü r die Kopplung zwischen elektrische r
Erregung und mechanischer Kontraktion des Herzens. In der Zeit vom Beginn der De-
polarisation bis zur Repolarisation des M embranpotenzials a uf etwa -40 bis -50 mV reagiert
der Myokardmuskel nicht auf neue Reize. Diese Phase wird absolute Refraktärp hase
genannt. Im Gegensatz zum Myokard, dass ein konstantes Ruhepotenzial und eine
Refraktärphase besitzt, beginnt bei den Zellen des Erregung und Leitungssystems sofort
nach Depolarisation eine langsame Repolarisation, die im Sinusknoten am schnellsten
erfolgt. Damit ist sichergestellt, dass sich der Herzmuskel nur durch Impulse des Erregung
und Leitungssystems wieder erregen kann. Der Sinusknoten ist in einem normalen gesunden
Herzen der primäre Schrittmacher mit einer Eigenf requenz von 60-80 Erregungen pro
Minute; die Geschwindigkeit der spontanen Depolarisation bestimmen die weiteren
Schrittmacher: der AV Knoten mit einer autonomen Frequenz von etwa 40 -60 bpm und die
so genannten tertiären Schrittmacher ( His -Tawara-Purkije-System ) mit 20-40 bpm. Da die
einzelnen Schrittmacher über unterschiedliche Refraktärzeiten verfügen , wird eine
Mehrfacherregung des Herzens verhindert.

1.4 Primäre Wirkungen von Sympathikus und Vagus auf das Herz

Das Herz wird von den vegetativen Herznerven Sympathikus nd Parasympathikus


innerviert. Der Sympathikus wir kt hierbei über die post -gangionären n. Cardiaci du rch
lokale Freisetzung von ora drenalin auf alle Anteile des Herzens ein. Der Paras ympathikus
innerreviert als .v agus hauptsächlich den Sinusknoten und die Vorhöfe, der linke .vagus
zusätzlich den AV Knoten. Überträgers toff ist Acethychlolin. Man unterscheidet eine
chronotope (Frequenz), inotrope ( Kontraktionskraft) und eine dromotrope (Über -
Leitungsgeschwindigkeit) Wirkung der Herzne rven. Beispielsweise besteht eine
Frequenzerhöhung bei Sympathikus Aktivierung und eine Frequenzabnahme bei Vagus
Aktivierung. nter Ruhebedingungen wirkten Sympathikus und Vagus beide auf die
Herzfrequenz ein. Alle drei Wirkungen lassen sich auf Ionaell e Mechanismen zurückführen
und haben damit direkten Einfluss auf die elektrische Herzaktivität (Erhöhung von K+ bei
Vagus Aktivierung und Ca+ bei Sympathikus Aktivierung). Diese Wirkungen werden als




bezeichnet; zusätzlich sendet ein 


Teil dieser ervensysteme
Informationen über den aktuellen Status des Herzens an verschieden Regionen des Gehirns.

Dies sind die klinisch beobachtbaren  


 Wirkungen der Herznerven auf Das Herz und
berücksichtigen nicht die komple en Wirkungen von Sympathikus und Vagus auf die Organe
des menschlichen Organismus, den menschlichen Organismus als Ganzes und die
vielfältigen Wechselwirkungen die sich aus der Interaktion zwischen dem Menschen und
seiner mwelt bzw. seinem Verhalten ergeben .
1.5. Das EKG

Als Folge der Erregungen des Myokards werden die dabei entstehenden
Potenzialschwankungen des Herzens über die __ der zellulären Flüssigkeit bis an die
Oberfläche geleitet. Diese abgeschwächten Potenzialschwankungen im Bereich von 1 mV
können von einem EKG erfasst werden. Sie lassen sich als elektrische Vektoren einer
definierten Größ e und Richtung (minus nach plus ) darstellen. Die bei jeder Herzaktion
tätigen Herzmuskelzellen erzeugen jew eils diskrete Vektoren, die auf summiert den so
genannten Summations oder Integralvektor ergeben. Diese r beschreibt die Hauptrichtung
der Ausbreitung oder Rückbildung der Erregung wi e in der Illustration unten ersichtlich.

Abb. nach Deetjen/Speckmann


Die gängigste und einfachste Form eines EKGs ist jene nach Einthoven. Zur Vereinfachung
wird angenommen dass das Herz und die Ableitpunkte in der Frontalebene liegen, sich das
Herz im Mittelpunkt eines gleichzeitigen Dreiecks befindet und die elektrische
Gesamtaktivität des Herzens in Form eines Rektors dargestellt werden kann. Man sieht das
P Welle die Ausbreitung der Erregung über die Vorwürfe darstellt. Die Q-Zacke seit dem
Beginn der Erregung Ausbreitung über die Ventrikel an. In der obigen Illustration erkennt
man das ab der gut sagte die Haupterregung Ausbreitung ab der gut sagte er im
hrzeigersinn verläuft. Aufgrund der anatomischen Struktur des Herzens ist klar dass bei der
Ventrikelerregungen der Summationsvektor R am größten ist. Die ST Strecke ist Ausdruck
der vollständigen Erregung der Ventrikel. Die T -Zacke beschreibt die Erregungs Rückbildung
im Ventrikel Myokards. Obwohl es eine Vielzahl an Ableitungen und EKG Anordnungen g ibt
und sämtliche Vektoren sich in drei Dimensionen bewegen beschreibt obige Illustration der
Grundprinzipien, die für die meisten EKG Ableitungen gelten. Somit ergibt sich folgendes
typisches Bild eines EKGs mit physiologischen Referenzwerten :

Abb. ach Deetjen/Speckmann

Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass obige Darstellungen aufgrund der


Kurzdarstellung stark vereinfacht wurde . Dennoch soll angedeutet werden, dass die
Herzmuskelaktion durch ein sehr komple es und dennoch wohlgeordne tes Zusammenspiel
verschiedener Faktoren, die miteinander verwoben sind und nur im Zusammenhang mit dem
Gesamt Organismus gesehen werden kann , beeinflusst wird. Bei den Bedingungen im
realem Leben besteht zusätzlich eine Vielzahl verschieden gewichteter Me chanismen, die
Einfluss auf die Herzaktion nehmen, wobei hier vor allem das Autonome ervensystem mit
ihren vielfältigen Steuerungsmöglichkeiten nicht n ur auf die Herztätigkeit, sondern auf die
gesamte menschliche Physiologie , eine zentrale Rolle einnimmt
V 
 
  

V c


Die
 
   ist definiert als die Fähigkeit des Herzen, sich durch Veränderung
der Herzfrequenz wechselnden Belastungen anzupassen und beschreibt daher die Fähigkeit
des Herzens den Abstand von Herzschlag zu Herzschlag belastungsabhängig laufend zu
verändern. Die HRV ist somit eine Kenngröße für die Anpassungsfähigkeit des menschlichen
Organismus an innere und äußere Belastungsfaktoren. Im normalen Alltag unterscheidet
man innere und äußere Faktoren, die bei nach der Physiologie eines bestimmten Menschen
unterschiedlich gewichtet wirksam sind.

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 wären solche die z.B. Änderungen der Herzfrequenz (HF = Anzahl der
Herzschläge pro Minute) in bestimmten Zeitabständen hervorrufen z.B.: alle 10 Sekunden
ändert sich die HF durch die sogenannte Blutdruck -Rhythmik.

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 beeinflussen den Herzschlag hingegen, wenn man z.B. durch einen lauten
Knall hin erschrickt oder wenn man sich beim Stiegen steigen in den 5. Stock anstrengt,
wenn man den zu schweren Einkauf nach Hause schleppt oder der Ärger über den
anmaßenden Chef - immer beginnt unser Herz plötzlich schneller zu schlagen, manchmal
klopft es auch bis in den Hals. nd umgekehrt verlangsamt sich der Herzschlag, wenn man
sich entspannt, im Wald spazieren geht oder sich an einem guten Buch erfreut. Alle positiven
Gedanken an ein abgeschlossenes Projekt oder an die letzten schönen rlaubstage bringen
Ruhe ins System und damit in die Herzfrequenz.

Dies sind normale Anpassungsreaktionen auf $



 
 

 "

, die ständig
registriert und durch kleinere oder größere Varia tionen in der Herzschlagfolge ± eben der
Herzratenvariabilität ± beantwortet werden.

Problematisch wird es, wenn sich das Herz nicht mehr fle ibel diesen Belastungen anpassen
kann, d.h. regelmäßig schlägt. Menschen mit eingeschränkter HRV werden durch größ ere
Belastungen rasch überfordert und erleben dies oft als Stress. 
 ist das
ngleichgewicht zwischen den Anforderungen einerseits und den eigenen, zur Verfügung
stehenden Bewältigungsmöglichkeiten andererseits. Überlastete Personen entwickeln auch
zu einem deutlich höheren Prozentsatz gravierende Gesundheitsstörungen wie
Herzkrankheiten, Depressionen oder Burn -Outs.

Der chinesische Arzt Wang Shuhe (3 Jahrhundert nach Chr.) beschrieb dieses Phänomen
wie folgt: &'


 

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Die HRV ist ein sehr individueller Wert und hängt unter anderem vom Geschlecht, Alter,
Trainingszustand und Aktivität des betreffenden Individuums ab. Des Weiteren beeinflussen
+


, Alkohol, , 
, Erschöpfung, akute Infekte und  

,  
 die Variabilität. Insgesamt lässt sich sagen: Je ausgeruhter und entspannter
der Organismus ist, desto größer wird die nregelmäßigkeit und in diesem Zusammenhang
auch die Variabilität. Regelmäßigkeit bzw. eine geringe Variabilität des Herzschlages
(ÄPulsstarre³) sind dagegen immer ein Anzeichen von intensiver Belastung des Herz -
Kreislaufsystems z.B. durch körperliche Anstrengung, aber auch durch Krankheit.
Eine ausreichend große HRV scheint demnach erwünscht und ein Hinweis auf Gesundheit
zu sein. D.h. umso fle ibler das Herz ist bzw. umso größer die Varianz der Abstände
zwischen den Herzschlägen, umso fitter ist dies es auch.
V V -

 

Der menschliche Organismus ist den ganzen Tag über einer Flut von sich ständig
verändernden mweltanforderungen physikalischer und psychosozialer atur ausgesetzt.
Das Überleben und die Funktionsfähigkeit des Organismus hängen in enger Weise von
seiner Fähigkeit ab, einerseits den Körper auf die Anforderungen akuter Belastungsphasen
einzustellen, andererseits aber auch nach Abklingen dieser Phasen den Körper wieder in
einen entspannten Ruhezustand zu versetzten, damit er sich rege nerieren kann.

Aus der engmaschigen anatomischen Kontrolle der vegetativen Körperorgane durch


ervenbahnen des A S und aus dem weiten Spektrum funktionaler Auswirkungen
sympathischer und parasympathischer Aktivierungen lässt sich erahnen, welche
weitreichenden pathophysiologischen Auswirkungen Funktionsstörungen des A S auf
Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden eines Individuums haben können,
gleichgültig ob es sich dabei um einen generellen Verlust der Regulationsfähigkeit des
Gesamtsystems handelt oder, was häufiger der Fall ist, um eine selektive Beeinträchtigung
eines Teilsystems mit einer daraus resultierenden Verschiebung der sympatho -vagalen
Balance.

Tatsächlich sind Störungen der autonom -nervösen Regulationsfähigkeit unmittelbar in eine


Vielzahl von somatischen und psychosomatischen Erkrankungen wie auch von

* 
 involviert, angefangen von
 
, arteriosklerotischen
und thrombotischen Gefäßveränderungen, - , 

, Reizmagen,
Fibromyalgie, (
, Schwindel und orthostatischen -
 * 
 bis hin
zu chronischer Müdigkeit, - ,


.
 , Angst- und Panikstörungen
sowie verschiedenen somatoformen Störungen.

Obgleich das A S in seinen Grundzügen schon lange bekannt ist, w urde man sich seiner
fundamentalen Bedeutung für die menschliche Gesundheit erst Ende der 70er, Anfang der
80er Jahre des letzten Jahrhunderts bewusst, als die medizinischen Krankheitsmodelle in
verstärktem Maße auf die Rolle des Gehirns bei der Entstehung körperlicher Krankheiten
hinwiesen (multifaktorielle neurobiologische Störungsmodelle) und anhand zahlreicher
e perimenteller Befunde aus Stimulationsstudien des Gehirns darlegten, wie das Gehirn
über die Beeinflussung des autonomen ervensystems in die R egulation vegetativer
Körperprozesse eingreift und damit die Krankheitsentstehung nachhaltig beeinflußt. Einen
besonderen Aufschwung erlebte die A S ± Forschung als sich in den 80er Jahren neben
den e perimentelle auch die klinischen Befunde dafür häuften, dass
%



  in einem 
 /
 zur
  
+  einschließlich dem plötzlichen
 stehen.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt begann eine intensive Suche nach nicht -invasiven
Messverfahren des A S, die in der Lage sind, eine quantitative Analyse und Beschreibung
des Funktionszustandes des A S und seiner beiden Teilsysteme   
  bei Gesunden wie auch bei Kranken zu ermöglichen.

Das Verfahren, das diesen Anforderungen zurzeit a m besten gerecht wird, ist unzweifelhaft
die Analyse der
 
  0 ".1. Die HRV±Analyse ist ein viel versprechendes
und rasch e pandierendes Verfahren, das in der Zwischenzeit weltweit Akzeptanz als
quantitatives Verfahren zur Charakterisieru ng der autonom-nervösen Regulationsprozesse
gefunden hat.

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2  

 ". 

Wie schon gesagt könnte man also intuitiv annehmen, dass ein konstanter Herzschlag
Ausdruck für ein gesundes Herz ist. Wie bereits festgestellt ist entspricht dies nicht den
physiologischen Tatsachen . Im Gegenteil, gerade der variable zeitliche Abstand von
Herzschlag zu Herzschlag und die damit verbundene permanent wechselnde aktuelle
Herzfrequenz zeichnen einen gesunden Organismus aus. Das gesunde Herz des
Erwachsenen schlägt in Ruhe bei einem normalen Sinusrythmus zwischen 60 bis 80-mal in
der Minute. Die Herzfrequenz (HF) gibt die Anzahl der Herzschläge pro Minute an. Eine HF
von 60 bedeutet also 60 Kontraktionen (aktives Anspannen) des Herzens in einer Minute. Im
Durchschnitt beträgt dann der Abstand von einem Herzschlag zum nächsten 1 Sekunde oder
1000 Millisekunden (ms). Dies entspricht jedoch nicht der Arbeitsweise eines gesunden
Herzens. Dieses schlägt in Ruhe unregelmäßig. Die Intervalle zwischen den Herzschl ägen
betragen mal mehr und mal weniger als 1000 ms ± sie schwanken also um Bruchteile von
Sekunden um einen Mittelwert.

to = 0.9sec t1 = 1.2sec t2 = 0.7sec t3 = 1sec t4 = 1.1sec t5 = 1.1sec

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Die Regelmäßigkeit unseres Herzen hängt vom Wechselspiel des Sympathikus und
Parasympathikus, welche gemeinsam  „  „    „

„  
 das A S
(Autonome ervensystem) bilden, ab. Das Autonome ervensystem innerviert die glatte
Muskulatur aller Organe und Organsysteme sowie das Herz und die Drüsen. Somit regelt es
die lebenswichtigen Funktionen des Kreislaufes, der Atmung, der Verdauung, des
Stoffwechsels, der Körpertemperatur, der Drüsensekretion und der Fortpflanzung..Da man
kaum eine willentliche Kontrolle über diese Prozesse hat wird das vegetative ervensystem
( im Gegensatz zum somatischen ervensystem, dass die Muskeln steuert) auc h autonomes
ervensystem genannt. direkte willkürliche Kontrolle hat nennt man es auch das autonome
ervensystem.

Das A S passt die Prozesse im Körper an die wechselnden äußeren Einflüssen und
Zuständen bzw. Belastung en in einem kontinuierlich en Adaptionsprozess an. Dabei handelt
es sich nicht (nur) um reflektorische Mechanismen , sondern die vegetativen Veränderungen
werden aktiv vom Gehirn bzw. bestimmten Gehirnarealen erzeugt. Das bedeutet, dass die
  
 
  


 
  
  

 


-
 


.

 mit aktiver Einbeziehung des Gehirns und seiner Funktionen
ist. Ein typisches Beispiel ist der Anstieg der Magensaft - und Speichelsekretion beim Anblick
oder Vorstellung einer Lieblingsspeise.

! V   






Sympathikus und Parasympathikus bilden als Teile des A S ein komple es


Steuerungssystem und sind keine funktionell homogene Systeme. Dennoch kann man
allgemein sagen, dass der Sympathikus bei Kampf- und Fluchtreaktionen für die
Leistungsanpassung (eher)sorgt, während der Parasympathikus für die
Regenerationsfähigkeit und in Ruhephasen (eher) dominiert. Der Einfachhalthalben kann
man sie jedoch unter bestimmten Gesichtspunkten als homogen beschreiben. Dazu
betrachtet man die Herzfrequenz. nter normalen Bedingungen wird sie durch ein
Wechselspiel von frequenzsteigerndem Sympathikus und frequenzbremsenden
Parasympathikus kontrolliert. Im Ruhezustand haben die eurone beider erven eine
spontane Entladungsfrequenz der einen konstanten Ruhepuls zu Folge hat. Dieses
gegensätzlich steuernde Phänomen wird als   bezeichnet Dies gilt
grundsätzlich für einen Großteil der Organe, die sowohl sympathisch als auch
parasysympatisch gesteuert werden und, dies sowohl peripher als auch aktiv im zentralem
Z S.

Allerdings wird im Alltag -wenn man den gesamten Organismus -betrachtet, häufiger ein



 beobachtet. Dieser funktionelle Synergismus zeigt sich z.B. bei
einer akuten Blutdruckerhöhung: diese bewirkt reflektoris ch eine Abnahme der
Herzschlagfrequenz (Zunahme der parasympathischen Aktivität) und der Kontraktionskraft
des Herzens (Abnahme der sympathischen Aktivität). Diese antagonistischen und
synergistischen Systeme zusammen mit den aktiven vegetativen Reaktionen des Gehirns
und dem dritten Bein des A S, dem 

 ,  

 wirken wie die
untenstehende Illustration zeigt auf die Organe und Organsystem des Körpers ein und
zeigen komple e Wechselwirkungen mit - und untereinander um den Organismus optimal auf
die inneren und äußeren Einflüsse des Lebens zu adaptieren .



  
 
 ,4
        

5 
3

Abb: www.lehrbuch-psychologie.de/files/0000/0151/Kap06. 

Herzvariabilität

Der Parasympathikuseinfluss zeigt sich in einer Zunahme der nregelmäßigkeiten in der


Herzschlagfolge, während der Sympathikus eine geringere Varianz in der Herzschlagfolge
bewirkt.
Überblick uber einige Auswirkungen der Sympatikus -/Parasysmatikuserrgung



 6,
 3 

  6
,
 3

V weite Pupillen V kleine Pupillen


V gesteigerte Herzfrequenz V niedrige Herzfrequenz
V gesteigerte Atemfrequenz V niedrige Atemfrequenz
V gehemmte Verdauung V Verdauung angeregt
V Blutgefäße verengen sich V Blutgefäße erweitern sich
V Vergrößerung der Bronchien V Verkleinerung der Bronchien
V Geringe nregelmäßigkeiten des V Viele nregelmäßigkeiten
Herzens (Varianz)

Antagonismus (Gegenspieler -Prinzip)

Sympathikus und Parasympathikus wirken (meist) auf die selben Organe, funktionieren aber
als Antagonisten.

Sympathikus-Erregung (Adrenalinausschüttung) steigert die Fähigkeit zu Arbeitsleistung/


Leistungsfähigkeit ± Angriffs- oder Fluchtwirkung. Er ist für den Energieabbau verantwortlich.

Parasympathikus-Erregung fördert Verdauung und Erholung des Körpers. Ist für den
Energieaufbau veranwortlich.
Ein weiterer Einflussfaktor auf die Herzschlagfolge ist die Atmung. Da Atem - und
Kreislaufzentrum im Hirnstamm eng beieinander liegen, werden bei der Einatmung die
sympathischen 
 
( ervenzelle mit Zellkörper, Synapsen, A on [Achsenzylinder der
eurone] und Dendriten [baumartige Fortsätze ± hier enden die ervenfasern an den
ervenzellen]), die zum Herzen führen, immer mit erregt. D.h. bei Starker Einatmung wird
auch der Herzschlag schneller. Beim Ausatmen sinkt die Herzfrequenz wieder ab. Dieses
Phänomen wird respiratorische Sinusarrythmie (RSA) genannt und ist für die klinische
Diagnostik von Bedeutung. Senkt man nun die Atemfrequenz auf ca. 6 Atemzüge pro Minute
(Taktatmung), kommt es zu einer deutlichen Steigerung der Varianz, d.h. der
Parasympathikuseinfluss nimmt zu.


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Die HRV lässt sich durch mehrere Methoden beschreiben. Basis fast aller Studien zur
Herzratenvariabilität ist die Aufzeichnung eines EKGs und die Erstellung eines
Tachogramms. Zur Bestimmung der HRV ist die %
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besonders geeignet.

7 c

 

Voraussetzung für das Erkennen der HRV ist die Messung mit einem EKG. Das Programm
verwendet eine automatische Herzschlag -Erkennung (R-Zacken-Erkennung). Der
Algorithmus erkennt die R-Zacken anhand des Überschreitens eines einstellbaren
Schwellenwertes. Schematisch kann die Datengewinnung wie folgt dargestellt werden.
Parasympathikus

Innere Rythmik

Atmung

Blutdruck Rückkopplungsschleife

Durchblutung
ANS Herz
Herzratenvariabilität
z.B. Stress

Äußere Rythmik

Sympathikus

Auf Grund dieser Messung erhält man Rohdaten die weiterverarbeitet werden müssen.
Diese Rohdaten zeigen die Herzschlagfolge und die Dauer jedes Herzschlages.

to = 0.9sec t1 = 1.2sec t2 = 0.7sec t3 = 1sec t4 = 1.1sec t5 = 1.1sec

m diese für die Spektralanalyse verwertbar zu machen müssen im nächsten Schritt diese
Herzschläge in einem Tachogramm umgewandelt werden. Hierzu werden Herzschläge
innerhalb einer Minute aufeinander gereih t und als Summe entsteht ein Bit -per-Minute
(BpM). Eine vereinfachte Darstellung soll dies zeigen:

B M

„
  
o + + + «


       Z
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i i B f i S t l l it it t .

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l i t i i l ft t t llt.

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l t t .

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7 V+




7 V c%
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Der Methode der Frequenzbereichsanalyse liegt die Überlegung zugrunde, dass durch die
Einteilung des Signals in verschiedene Frequenzanteile. ach Burg
(Autoregressionsanalyse) bzw. Fourier lässt sich jedes periodische Signal als eine eventuell
unendliche Summe von Sinusschwingungen darstellen, deren Frequenzen ganzzahlige
Vielfache der Grundfrequenz sind. Betrachtet man ein Sinus oder Cosinus -Signale im
Zeitbereich, so werden diese durch ihre Amplitude A und durch ihre zeitlichen Abstände
zwischen 2 Ma ima charakterisiert (T1 und T2). 1K
     
   
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Ziel der Frequenzbereichsanalyse im Bereich der HRV ist zwischen sympatiko toner und para
sysmatikontoner Aktivität des Herzens zu unterscheiden und einer quantitativen und
qualitativen Analyse zu unterziehen.
i Si ll t i i f l ti i t ll : i f c/ .
lt i t l Si l l S t lli i . l Pi i i t i
t l l S li t i .B. i B t t i
li .

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S l t i i V t il l i t ll i i it ilf i
f ti t ll , i i t ll ilt: c/ f t i t c/f .
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V V V : . .

 
a as m a h usan 
 
m a h usan 


 f [H
]


[ms² / H
]


.  .  . .

l i U t i i S t i t il P t i t il .

8

(

3 %0: c; 6: 7: 1

IHF-Komponente ist Ausdruck einer efferenten vagalen Aktivität, die sowohl durch den
respiratorischen Frequenzbereich als auch durch eine basale Vagusaktivität bedingt ist. Das
Ma imum findet sich im Bereich der Atmungsfrequenz und die Rhythmik ist Ausdruck der
RSA. Die HF-Power korreliert mit dem Vagotonus und quantifiziert die kardiale vagale
Aktivität. Einflüsse auf dieses Band haben unter anderem das Atemzugvolumen,
Atmungsfrequenz, mittlere Herzfrequenz und das biologische Alter.

+

8

(

3<%0::7 6:c; 1

Diese Komponente weist auf e ine komple e Interaktion von Sympathikus und
Parasympathikus hin. Die Periodenlänge beträgt 10 -20 s. Schwankungen werden neurogen
sympathisch vermittelt und unterl iegen über dem Baro -Refle auch dem direkten vagalen
Einfluss.




8

(

3 .<%0:::!6::7 1=<%0>:::! 1

Diese reflektieren humoral bedingte Sinusknoten Modulationen ( endogene Katecholamine,


Renin-Angiotensin-System) sowie thermoregulatorische und vasomotorische Einflüsse.
Somit sind wichtige Regulatoren der VLF -Leistung Atmung und körperliche Aktivität.

V Im Bereich der  %


8
(HF) ±  anteil
V Im Bereich der .
<?<%
8
 (VLF, LF) ± im überwiegenden Teil
anteile; enthält auch leichte Parasympathikusanteile.
Die Leistungen in den Frequenzbereichen werden mit der Einheit ms² angegeben um das
Ergebnis zu verdeutlichen.

0

 
1 ist die Leistungsspektraldichte und beschreibt die Häufigkeit
des Vorkommens von Veränderungen zwischen den Herzschlägen. Je häufiger
Veränderungen vorkommen, desto höher ist die Spektraldichte und desto intensiver die
Einfärbungen.

<%@ %6A
3

Der LF/HF ± Quotient gibt eine Aussage über die Erholungsfähigkeit. Überwiegt der
Parasympathikus also die HF, dann ist der Quotient niedrig und die Entspannungsfähigkeit
gut. Überwiegt hingegen der LF -Teil (Sympathikus) dann wird der Wert des Quotienten
größer und die Entspannungsfähigkeit sinkt ± Ausrichtung des Körpers auf Leistung. Dies
entspricht einer sympathovagalen Balance, wobei der We rt, aufgrund der Tatsache das die
mittelfrequente Komponenten sowohl sy mpathische als auch parasympathische Anteile hat,
entsprechend interpretiert werden muss. Bei einem gesunden Erwachsenen beträgt der Wert
zwischen 1,5 und 2,0.
7 V V /





Die HRV wird zusätzlich anhand der Zeitbereichsmethode analysiert. Mit dieser Methode
kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt die Herzfrequenz bzw. die Intervalldauer bestimmt
werden. /udem können einfache Variablen wie die mittlere Herzfrequenz, die mittlere
Intervalldauer sowie die Differenz zwischen dem längsten und dem kürzesten Intervall
berechnet werden. Basierend auf diesen Berechnungen werden weitere Parameter, die
entweder aus der direkten Messung  !

(SD ) oder aus der Differenz der
Intervalle stammen (RMSSD, p 50), hergeleitet. nten angeführt sind ein Auszug wichtiger
Parameter, die in Zeitbereichsanalysen verwendet werden.

 0    1: durchschnittliches -Intervall (normal to normal), alle Intervalle
zwischen QRS-Komple en, die unter physiologischen Bedingungen aus der Depolarisation
des Sinusknotens resultieren ( normaler Sinusrythmus)

: Standardabweichung zum Mittelwert

: Standardabweichung der Mittelwerte aller Intervalle. Dieses Maß reflektiert den
niederfrequen ten Bereich des HRV Spektrums

6+: Quadratwurzel der quadratischen Mittelwerte aller Differenzen zwischen


benachbarten -Intervallen. Steht für die schnellen (hochfrequenten) Schwankungen der
Herzfrequenz (höhere Werte weisen auf eine vermehrte parasy matische Aktivität hin). Dieser
statistische :             
 
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;:: Bezeichnet den Prozentsatz der aufeinanderfolgenden RR -Intervalle, die si ch um


mehr als 50 ms voneinander unterscheiden. Dabei gilt, dass der Parasympathikuseinfluss
umso größer ist, je höher der p 50 -Wert ist.

; 
  * 


 ". 

Das Verfahren der Herzratenvariabilitätsanalyse findet nicht nur Anwendung in der Herz -
Kreislauf Diagnostik, sondern auch bei zahlreichen anderen klinischen Fragestellungen. Die
HRV ist in der Zwischenzeit unter anderem als unabhängiger Prädiktor von hoher
Aussagekraft für das Mortalitätsrisiko nach Herzinfarkt anerkannt sowie als früher
Warnhinweis auf die Entwicklung einer diabetischen europathie. In Anerkennung der
großen Bedeutung der HRV ± Analyse als quantitatives Maß des autonomen
Regulationsstatus haben die European Society of Cardiology und die orth American
Society of Pacing and Electrophysiology 1 6 eine Task Force gegründet mit international
reputierten Wissenschaftlern aus den Bereichen Mathematik, Ingenieurwesen, Physiologie.
Die klinische Aufgabe dieser Task Force war es, verbindliche Messstandards für die HRV ±
Analyse zu entwickeln, Begrifflichkeiten zu definieren, physiologische und
pathophysiologische Korrelate zu benennen und erfolgversprechende klinische
Anwendungen zu beschreiben.

Im Folgenden sind die wesentlichen Anwendungsmöglichkeiten:

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6(


V Vorhersage des Risikos für Erkrankungen des Herz -Kreislauf-Systems wie z.B.
Herzinfarkt und plötzlicher Herztod.
V Risikostratifizierung nach akutem Herzinfarkt.
V Messung der Auswirkung von koronaren Bypass -Operationen.
V Beurteilung der Auswirkungen von Reha -Maßnahmen nach Herzinfarkt.

V 

 +
 

V Frühzeitiges Erkennen des Gefährdungsrisikos für diabetische europathie.


V Kontrolle des Therapieverlaufs bei psychophysiologischen Behandlungen mittels
Betablockern, Antiarrhytmika, Diuretika und blutdrucksenkenden Mitteln.
V Vorhersage der Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten nach schweren
Hirninfarkten und Hirnblutungen.
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V Erfassung der individuellen Stressbelastung und Stressresistenz.


V Als Kontrollparameter bei körperlicher Beanspruchung.
V Kontrolle der Auswirkungen eines veränderten Lebensstils z.B. durch Rauchen,
Alkohol, Medikamente.
V Erfassung von Gefährdungen aufgrund altersbedingter Veränderungen.
7   %


V Messung des Trainingserfolgs bei Leistungssportlern.


V Kontrolle der Auswirkung eines Belastungstrainings.
V Kontrolle der Belastungsintensität zur Vermeidung von Übertraining.
V Anpassung der Trainingsintensität an die individuelle Belastungsfähigkeit.
V Erfassung von Perioden erhöhter Gefährdung bei körperlichen Beanspruchungen.
V Erhöhung der Trainingsmotivation durch Verlaufskontrolle.