Sie sind auf Seite 1von 2

Jesus macht frei !

Foto: Corel
GESETZ UND
ELLET WAGGONER

Ein Vers-ffür-V
Vers-K
Kommentar zum Galaterbrief – Teil 24
Kapitel 3, Verse 15 bis 20

Das Gesetz kann den Bund nicht men das Erbe zu schenken und 5,20) erst mit der Gesetzgebung
ungültig machen die dazu nötige Gerechtigkeit. am Sinai begann. Gottes Gesetz
»Denn nicht durch Gesetz wurde existierte schon zur Zeit Abra-

V ergessen wir also nicht: Der


Bund und die Verheißung
sind ein und dasselbe. Hier wird
Abraham oder seinem Samen
die Verheißung zuteil, dass er
der Welt Erbe sein sollte, son-
hams, denn dieser hielt es (1.
Mose 26,5). Auch bei den Israe-
liten prüfte Gott, ob sie sein Ge-
Abraham und seinem Samen dern durch Glaubensgerechtig- setz befolgten – und zwar schon
das Land, ja die ganze erneuer- keit.« (Römer 4,13 Elberfelder über einen Monat vor der Geset-
te Erde übertragen. Aber nur Fußnote) Das Evangelium war zu zesverkündung am Sinai (2. Mo-
Gerechtigkeit kann auf der neu- Abrahams Zeit genauso umfas- se 16,1-4.27.28).
en Erde wohnen, die Abraham send und vollständig wie eh und
und seinem Samen verheißen je. Nachdem Gott dem Abra- Es ist hinzugekommen …
ist. Deshalb steckt in der Verhei- ham seinen Eid geschworen hat- (Vers 19)
ßung auch das Versprechen, te, konnten seine Bestimmungen
dass alle Glaubenden gerecht
gemacht werden. Jesus macht
sie gerecht. Durch ihn wurde die
oder Bedingungen nicht mehr
geändert werden. D as griechische Wort, das
hier mit »hinzugekommen«
wiedergegeben wird, ist dassel-
Verheißung bestätigt. »Man hebt Wofür brauchen wir das be wie in Hebräer 12,19, das
doch das Testament eines Men- Gesetz? mit »gesagt« übersetzt worden
schen nicht auf, wenn es bestä- ist: »… bei denen die Hörer ba-
tigt ist, und setzt auch nichts da-
zu.« (Galater 3,15) Wie viel
mehr gilt das erst für Gottes
D iese Frage stellt der Apostel
Paulus in Vers 19. Er möchte
damit einerseits den Einwänden
ten, dass ihnen keine Worte
mehr gesagt würden.« Es ist das-
selbe Wort wie in der Septuagin-
Bund! Der Bund mit Abraham der Gesetzlosen begegnen und ta, der griechischen Übersetzung
garantiert vollkommene und andererseits die Stellung des des Alten Testaments, in 5. Mose
ewige Gerechtigkeit, denn Gott Gesetzes im Evangelium beto- 5,22. Dort lesen wir, dass Gott
bekräftigte ihn durch einen Eid nen. Die Frage ergibt sich wie die zehn Gebote mit lauter Stim-
und Jesus bestätigte ihn. Es kann von selbst. Warum wurde das me verkündete »und tat nichts
daher nicht sein, dass das Ge- Gesetz erst 430 Jahre später hinzu«. Die Antwort auf die Fra-
setz, das 430 Jahre später ver- verkündet? Das Erbe beruht ge Was soll dann das Gesetz?
kündet wurde, den Bund irgend- doch auf einer Verheißung, auf lautet also: Es wurde verkündet
wie verändert hat. Abraham er- einem unveränderlichen Bund, um der Sünde willen. Es tadelt
hielt das Erbe durch eine Verhei- von dem man nichts wegneh- die Sünde.
ßung. Wenn sich nun nach 430 men, dem man aber auch nichts
Jahren plötzlich herausstellt, hinzufügen darf! »Was soll dann … um der Sünde willen
dass man das Erbe nur auf eine das Gesetz?« (Vers 19) Oder (Vers 19)
andere Art erhalten kann, wäre wörtlicher: Warum dann das
die Verheißung hinfällig gewe-
sen und der Bund ungültig. Das
hätte den Untergang von Gottes
Gesetz? Was für eine Aufgabe
hat es? Welche Rolle spielt es?
Was bringt es?
D as Gesetz aber ist dazwi-
schen hineingekommen,
damit die Sünde mächtiger wür-
Regierung bedeutet, ja das Ende »Es ist hinzugekommen um der de.« (Römer 5,20) Oder anders:
seines Daseins. Denn er hat sich Sünden willen.« (Vers 19) Das »damit die Sünde überaus sün-
mit seinem Dasein verpfändet, bedeutet nicht, dass sein »Da- dig werde durchs Gebot.« (Rö-
dem Abraham und seinem Sa- zwischenhineinkommen« (Römer mer 7,13) Es wurde mit ehr-

Fundament
Unser festes

18 Nr.4 2003
VERHEISSUNG
furchtgebietender Herrlichkeit aber wird durch seinen Glauben rer Name unter dem Himmel
verkündet. So wurden die Israeli- leben.« (Habakuk 2,4) Das Volk den Menschen gegeben, durch
ten darauf aufmerksam ge- Israel vertraute sich selbst und den wir sollen selig werden.«
macht, dass sie das verheißene misstraute Gott. Das lässt sich (Apostelgeschichte 4,12) J
Erbe zu verlieren drohten. Sie an seinem Aufbegehren gegen
glaubten dem Herrn nicht wie Gottes Führung unschwer erken- Gekürzt aus: Ellet J. Waggoner, Glad
Abraham. »Was aber nicht aus nen, aber auch daran, dass es Tidings, Oakland, Cal.: Pacific Press
dem Glauben kommt, das ist meinte, es könnte alles tun, was Publishing Co. (1900), S. 66-68
Sünde.« (Römer 14,23) Doch Gott von ihnen verlangte, ja es
das Erbe war verheißen »durch könnte Gottes Verheißungen
die Gerechtigkeit des Glaubens« selbst erfüllen. Sie hatten densel-
(Römer 4,13). Daher konnte der ben Geist, den ihre Nachkom-
nicht glaubende Israelit es nicht men bewiesen, als sie Jesus
bekommen. Also wurde ihm das fragten: »Was sollen wir tun,
Gesetz verkündigt, um ihm dass wir Gottes Werke wirken?«
klarzumachen, dass er die Ge- (Johannes 6,28) Die Israeliten
rechtigkeit nicht besitzt, die man hatten so wenig Ahnung von
braucht, um das Erbe zu erhal- Gottes Gerechtigkeit, dass sie
ten. Das Gesetz verleiht zwar dachten, ihre Selbstgerechtigkeit
keine Gerechtigkeit, muss sie wäre genauso viel wert (Römer
aber »bezeugen« bzw. bescheini- 10,3). Solange sie ihre Sünde
gen (Römer 3,21). Kurzum: Die nicht erkannten, konnten sie die
Israeliten empfingen das Gesetz, Verheißung nicht in Anspruch
damit sie erkennen konnten, nehmen. Daher musste das Ge-
dass sie keinen Glauben besa- setz verkündet werden …
ßen und daher auch keine ech-
ten Kinder Abrahams waren. Sie Durch die Hand eines Mittlers
waren vielmehr auf dem besten
Wege, das Erbe zu verlieren.
Wenn sie geglaubt hätten, hätte
Gott das Gesetz in ihr Herz ge-
D as Gesetz wurde dem Volk
am Sinai gegeben »durch
die Hand eines Mittlers« (Vers
schrieben, wie er es bei Abra- 19). Wer war dieser Mittler? Es
ham getan hatte. Da sie ihm kann nur eine Antwort geben:
aber misstrauten – auch wenn »Denn es ist ein Gott und ein
sie noch so sehr darauf pochten, Mittler zwischen Gott und den
Erben der Verheißung zu sein –, Menschen, nämlich der Mensch
musste er ihnen auf eindrückli- Christus Jesus.« (1. Timotheus
che Weise klarmachen, dass ihr 2,5) »Ein Mittler aber ist nicht
Unglaube Sünde war. Das Ge- Mittler eines Einzigen, Gott aber
setz wurde wegen der Sünde ver- ist Einer.« (Vers 20) Gott ist einer,
kündet, oder – und das ist das die Menschen sind der andere
Gleiche – wegen des Unglau- und Christus Jesus ist der Mittler.
bens der Israeliten. So sicher wie Gott der eine Part-
ner der Transaktion ist, so sicher
Selbstvertrauen ist Sünde muss Jesus der Mittler sein; denn
es gibt keinen anderen Mittler

S iehe, wer halsstarrig ist, der


wird keine Ruhe in seinem
Herzen haben, der Gerechte
zwischen Gott und den Men-
schen. »Und in keinem andern
ist das Heil, auch ist kein ande-
Foto: dafo

19