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HINWEIS: Folgende Aufzeichnungen wurden weden von Herrn Kähler geprüft noch dienen sie als

Musterlösung! Dieses Mal habe ich keinen einzigen Blick auf die Präsentation geworfen, also bloß
mitgeschrieben. Genaueres bitte dem Protokollversuch vom 14.11 entnehmen!

Methodenlehre 7
Systematische Auslegung

I. Gründe der systematischen Auslegung


[Savigny "System des heutigen römischen rechts" (historisch) nicht Gegenteil zur systematischen
Auslegung.
Das gesamte recht muss ausgelegt werden.]

1) Semantisch, Bedeutung des Wortes Bedarf eines Kontexts.


Gesamtheit der Normen auslegen.
Nicht nur einen Paragraphen lesen sondern auch den davor und danach.
Analog Artikel, Gesetze etc.
Amtliche Überschriften beachten.
Vor die Klammer ziehen, allgemeinen Teil an den Anfang damit es nicht immer neu gelesen werden
muss. Bsp. § 15 StGB.

2) Verstehen des gesetzlichen Hintergundes.


Wille des Gesetzgebers berücksichtigen.
Bsp. in Parteien wird viel diskutiert, Einflüsse von rechts und links ändern das Gesamtpaket. Gesetze
Kompromissprodukte.

3) Einheit der Rechtsordnung


Paragraphen dürfen nicht isoliert betrachtet werden.
Recht an sich eine Art Eineheit, Artikel müssen aufeinander abgestimmt sein. Bsp. Art. 20 III GG.
Konsistenzgebot Art. 3 GG Gesetzgeber hat Freiheit zu machen was er will. BVerfG sagt, Freiheiten
müssen konsequent umgesetzt werden. Bsp. Alle Studenten zählen Steuern, nicht nur Jurastudenten.
Entscheidung offengelassener Fragen, Amtsrichter A soll entscheiden wie Amtsrichter B. Einheitlichkeit
wird hier deutlich. Hierzu muss das gesamte Recht ausgelegt werden.

4) Verfassungskonformität
Höheres Gesetz berücksichtigen sonst niedrigeres Gesetz nichtig.
Auch Europarecht beachten.
Auslegungsspielraum zu höheren Normen so nutzen das kein Widerspruch entsteht.

5) Systemideale der Rechtswissenschaft


Erkenntnis ist nach Kant nur dann wissenschaftlich, wenn sie in ein System einordbar ist.
In der deutschen Rechtswissenschaft besteht die Annahme noch immer.
Rationale Argumentation Pflicht.

II. Mittel der systematischen Auslegung

1) Welche Norm hat Vorrang


Systematisch Auslegen welche Norm vorang hat.
Spezialnorm geht vor allgemeiner Norm.
Spezialnorm höherrangig da sie den Schverhalt genauer erfasst.
Gesetzgeber weis nicht wie die generelle ausgelegt wird, deshalb Spezial.
Exkurs: Man kann auf Grundrechte verzichten.
Norm zwingend, verzichtbar oder unverzichtbar?

2) Begriffe einheitlich definieren


Begriffe im AT bedeuten das selbe wie im BT.
Gesetzgeber lässt teilweise definitionen aus.
Definitionen sind gefährlich weil sie schnell gegen einen verwendet werden können.
Problem: selbes Wort in unterschiedlichen Paragraphen mit anderer Bedeutung. Bsp. Angehöriger, Ehe.
StGB nicht gleich BGB.

3) Systematischer Zusammenhang der Begriffe


Begriffsjurisprudenz, definition besteht darin eine gemeinsame Klasse zu finden und dann einen
Unterschied. Bsp. Männer sind Menschen, bekommen aber keine Kinder.
Vorstellung einer Pyramide. Realakte, Willenserklärung (siehe Folie)

4) Umkehrschluss und Analogie


Regelung des eines ist gleich Ausschluss des anderen. Nur wenn A, dann B.
Problem in Klausur: Umkehrschluss oder Analogie?
Sind Normen abschließend

5) Bildung von Grundsätzen


Fülle von Normen in einem Grundsatz begründet.
Positive Vertragsverletzung.
Problem: Gründe nicht immer gleich

III. Grenzen der systematischen Auslegung

1) Kompromissbeschlüsse.

2) Wiedersprüche von Grundsätzen.

3) Kein System hat ein vollständiges Regelwerk.