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Molare Masse

Die molare Masse (auch veraltet Molmasse Physikalische Größe


oder Molgewicht; unüblich stoffmengenbezogene
Name Molare Masse
Masse) eines Stoffes ist die Masse pro Stoffmenge
oder, anders gesagt, der Proportionalitätsfaktor Formelzeichen
zwischen Masse und Stoffmenge :[1] Größen- und
Einheit Dimension
Einheitensystem
.
SI kg·mol−1 M·N−1
Sie ist eine intensive Größe. Die SI-Einheit ist
kg/mol; in der Chemie ist g/mol üblich.

Die molare Masse einer chemischen Verbindung ist die Summe der mit dem jeweiligen Stöchiometriefaktor
multiplizierten molaren Massen der an der Verbindung beteiligten chemischen Elemente.
Stöchiometriefaktoren sind die Zahlen in der Summenformel eines Moleküls bzw. im Fall von
nichtmolekularen Verbindungen (Metalle und Ionenverbindungen) der Verhältnisformel.

Die molare Masse eines isotopenreinen Stoffes ist konstant. Der Zahlenwert der molaren Masse in g/mol ist die
relative Molekülmasse und gleich[2] dem Zahlenwert der Molekülmasse in der atomaren Masseneinheit (u oder
Dalton, wenn die Verbindung aus nuklidreinen Elementen besteht.)

Inhaltsverzeichnis
Definition
Berechnung
Bestimmung
Erstmalige Bestimmung
Bestimmung in der Gegenwart
Verwandte Größen
Weblinks
Einzelnachweise

Definition

Hierbei stehen die einzelnen Formelzeichen für folgende Größen:

– Masse
– Stoffmenge
– Avogadro-Konstante
– Teilchenmasse

Berechnung
Die molare Masse einer Verbindung kann
berechnet werden, wenn man ihre
Summenformel kennt: Zu jedem Element
entnimmt man aus der Summenformel
die Indexzahl – sie steht in der
Summenformel hinter dem
Elementsymbol. Zu jedem Element muss
man dann z. B. aus Tabellen die molare
Masse entnehmen – ihr Zahlenwert ist
gleich der relativen Atommasse. Dann Der Zusammenhang zwischen Masse, Stoffmenge, Volumen und
Teilchenanzahl.
erhält man die molare Masse als Summe
der molaren Massen der Elemente, die
die Verbindung aufbauen:

Die molare Masse einer Verbindung ist gleich der Summe aus den molaren Massen der Elemente multipliziert
mit ihren Indexzahlen.

Beispiel für Wasser (H2O):

Aus den molaren Massen der chemischen Elemente kann man die molaren Massen aller Verbindungen
berechnen.

Element Elementsymbol Ordnungszahl Molare Masse


Wasserstoff H 1 1,00794 g/mol
Kohlenstoff C 6 12,0107 g/mol
Sauerstoff O 8 15,9994 g/mol

Verbindung Summenformel Zahl der Atome Molare Masse

Wasserstoff H2 2 2,01588 g/mol

Sauerstoff O2 2 31,9988 g/mol

Wasser H2O 3 18,01528 g/mol

Methan CH4 5 16,043 g/mol

Acetylsalicylsäure C9H8O4 21 180,16 g/mol

Bestimmung

Erstmalige Bestimmung
Für die erstmalige Bestimmung der molaren Masse von Molekülen war das Avogadrosche Gesetz
bestimmend. Im Gaszustand nehmen bei gleicher Temperatur gleich viele Moleküle einen nahezu identischen
Rauminhalt ein. Für einfache Moleküle wie Chlor, Wasserstoff, Chlorwasserstoff, Sauerstoff und
Wasserdampf konnten die Verhältnisse aus Wägungen der Gase nach einer Elektrolyse ermittelt werden. Mit
dem Verfahren nach Bunsen lassen sich molare Massen von Gasen über die Ausströmungszeiten ermitteln. Für
komplizierte organische Moleküle nutzte man zunächst ebenfalls das Avogadrosche Gesetz, indem man die
reinen organischen Stoffe verdampfte und das verdrängte Wasservolumen bestimmte. Die Methode wurde erst
von Joseph Louis Gay-Lussac angewendet, später von Victor Meyer verbessert. Eine weitere Methode war die
Messung der Siedepunktserhöhung (Ebullioskopie). Ein etwas älteres Verfahren ist das nach Dumas, bei dem
ebenfalls die Stoffe verdampft wurden. Für nicht verdampfbare Moleküle nutzte man früher die
Gefrierpunktserniedrigung (Kryoskopie) oder den osmotischen Druck von Lösungen (Osmometrie). Die
letztere Methode entwickelte Jacobus Henricus van ’t Hoff.

Die erstmalige Bestimmung der molaren Masse beruhte auf der Messung von Effekten, deren Größe nur
abhängig von der Anzahl der verursachenden Teilchen, nicht aber von deren Masse ist (kolligative Effekte).

Bestimmung in der Gegenwart

Ein exaktes, sensitives Messverfahren ist die Massenspektrometrie. Hier ergibt sich die relative molare Masse
aus dem Molekülpeak, dem eine Kalibrierung mit einer Standardsubstanz bekannter molarer Masse zugrunde
liegt. In der hochauflösenden Massenspektrometrie kann die molare Masse mit vier Nachkommastellen
ermittelt und auch die Summenformel bestimmt werden.[3] Zu beachten ist dabei, dass die molare Masse eines
Moleküls – abhängig von seiner Isotopenzusammensetzung – gewissen Schwankungen unterliegen kann. Ein
technisch weniger aufwändiges Verfahren ist die elektrophoretische Bestimmung der molaren Masse, das aber
nur eine Abschätzung ermöglicht. Es spielt bei der Präparation von Proteinen, bei Restriktionsanalysen und
anderen präparativen Methoden eine wichtige Rolle.

Verwandte Größen
Mittlere molare Masse
Molares Volumen (Molvolumen)
Molekülmasse oder Molekularmasse oder Molekulare Masse (früher: Molekulargewicht)

Trotz anderslautender SI-Vorgaben wird das Symbol M im Sinne von Molarität noch häufig für die Angabe
von Stoffmengenkonzentrationen verwendet.

Weblinks
Online-Berechnung der molaren Masse (http://www.chemie.de/tools/mm.php3)

Einzelnachweise
1. Naturwissenschaft und Technik. Der Brockhaus, Mannheim; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg, 2003.
2. Seit der Revision des Internationalen Einheitensystems von 2019 gilt diese Gleichheit nicht
mehr definitionsgemäß, sondern näherungsweise. Die mögliche Abweichung liegt aber in der
Größenordnung von 3·10−10 und ist in der Praxis irrelevant. Siehe Atomare
Masseneinheit#Beziehung zur molaren Masse.
3. S. Ebel, H. J. Roth (Hrsg.): Lexikon der Pharmazie. Georg Thieme Verlag, 1987, ISBN 3-13-
672201-9, S. 445.
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Diese Seite wurde zuletzt am 11. November 2020 um 06:24 Uhr bearbeitet.

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