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Almanach

Deutsch B1.1
Grammatik & Vokabular

© Konzept und Text: Jakob Flechtmann

2020
Die Kasus & ihre Funktionen
Nominativ
Das Haus ist schön. Subjekt
Deine Idee ist gut!
Er hatte diesen Gedanken auch schon!
Dieser Mann ist mein Vater.
Er heißt Richard. Prädikatsnomen
Das ist eine sehr gute Idee!
Du bist die Beste!

Ich bin größer als er. Vergleichswort


Er sieht wie ein richtiger Kavalier aus.
In diesem Punkt bin ich wie du.

Genitiv
Das ist das Auto meiner Schwester. Besitzer

Sie ist die reichste Frau der Welt. Zugehörigkeit

Dies (=Das) ist eine Komposition Mozarts. Verursacher

Das Statement des Chefs war sehr informativ. Handlungsträger

Die Hälfte der Kollegen war heute nicht bei der Arbeit. Teile

Ich sprach heute mit einer Frau mittleren Alters. Eigenschaften

Während des Konzerts ist mein Haus abgebrannt. Präpositionen mit


Wegen des Corona-Virus bin ich dick geworden.
Genitiv
= Aufgrund des Corona-Virus bin ich dick geworden.

(angesichts, anhand, anlässlich, anstatt/statt, anstelle,


aufgrund, außerhalb, bezüglich, halber, infolge, innerhalb,
laut, mithilfe, oberhalb, trotz, um … willen, unterhalb,
unweit, während, wegen, zugunsten)

1
Dativ
Er ist so nett und hilft mir heute bei der Reparatur. Nutzen/Schaden

Das Haus gehört meinen Eltern. Besitz

Mir geht es heute nicht so gut. Meinung &


(gehen +Dativ)
Gefühle
Es ist mir egal, ob du es machst oder nicht.
(jemandem … sein)
Es ist mir wichtig, mein Deutsch zu verbessern.
(jemandem … sein)
Mir ist das zu teuer!
(jemandem … sein)
Ich wollte ihr meinen Fernseher verkaufen, aber er ist ihr
zu teuer.
(jemandem … sein)
Seine Arbeit gefällt mir nicht, das geht besser!
(gefallen +Dativ +Nominativ)

Ich gehe jetzt zum Supermarkt. Präposition mit


Meine Freundin war gestern im Kino.
Dativ
Warst du schonmal auf dem Fernsehturm?

Akkusativ
Ich kaufe mir heute einen neuen Fernseher. Objekt

Ich bin die ganze Woche nicht zu Hause. Temporale


Wo warst du den ganzen Tag?
Ergänzung
Sie ist diesen Monat noch in Hamburg.
Ich habe eine ganze Weile in den USA gelebt.

Gleichsetzung
Er nannte ihn einen Idioten.

(nach: nennen, schelten, schimpfen, schmähen, heißen)

Das ist ein Geschenk für dich. Präpositionen mit


Ich gehe morgen ins Kino.
Akkusativ
Wollen wir am Wochenende in eine Bar gehen?

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(Un)bestimmter Artikel + Adjektiv + Substantiv
Bestimmt Singular
maskulin feminin Neutrum
Nom. der schöne Mann die schöne Frau das schöne Spiel
Gen. des schönen Mann(e)s der schönen Frau des schönen Spiel(e)s
Dat. dem schönen Mann(e) der schönen Frau dem schönen Spiel
Akk. den schönen Mann die schöne Frau das schöne Spiel

Bestimmt Plural
maskulin feminin Neutrum
Nom. die schönen Männer / Frauen / Spiele
Gen. der schönen Männer / Frauen / Spiele

Dat. den schönen Männern / Frauen / Spielen


Akk. die schönen Männer / Frauen / Spiele

Unbestimmt Singular
maskulin feminin Neutrum
Nom. ein schöner Mann eine schöne Frau ein schönes Spiel
Gen. eines schönen Mann(e)s einer schönen Frau eines schönen Spiel(e)s
Dat. einem schönen Mann(e) einer schönen Frau einem schönen Spiel
Akk. einen schönen Mann eine schöne Frau ein schönes Spiel

Unbestimmt Plural
maskulin feminin Neutrum
Nom. schöne Männer / Frauen / Spiele
Gen. schöner Männer / Frauen / Spiele

Dat. schönen Männern / Frauen / Spielen


Akk. schöne Männer / Frauen / Spiele

3
Personalpronomen
Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Wer oder („Possessiv- Wem? Wen oder was?
was? pronomen“)
Wessen?
1.Ps. ich mein mir mich
Sg.
2.Ps. du / Sie dein / Ihr dir / Ihnen dich / Sie
Sg.
3.Ps. er, sie, es sein, ihr, sein ihm, ihr, ihm ihn, sie, es
Sg.
1.Ps. wir unser uns uns
Pl.
2.Ps. ihr / Sie euer / Ihr euch / Ihnen euch / Sie
Pl.
3.Ps. sie ihr ihnen sie
Pl.

Bestimmt Singular
maskulin feminin Neutrum
Nom. mein schöner Mann meine schöne Frau mein schönes Spiel
Gen. meines schönen meiner schönen meines schönen
Mann(e)s Frau Spiel(e)s
Dat. meinem schönen Mann meiner schönen meinem schönen Spiel
Frau
Akk. meinen schönen Mann meine schöne Frau mein schönes Spiel

Bestimmt Plural
maskulin feminin Neutrum
Nom. meine schönen Männer/Frauen/Spiele
Gen. meiner schönen Männer/Frauen/Spiele
Dat. meinen schönen Männern/Frauen/Spielen
Akk. meine schönen Männer/Frauen/Spiele

4
Relativpronomen
Relativpronomen verbinden ein Satzglied eines Hauptsatzes mit einem
Nebensatz, in welchem nähere Informationen zu diesem Satzglied
gegeben werden. Die Form des Relativpronomens richtet sich nach dem
Geschlecht und Numerus (Singular/Plural) des Bezugswortes im
Hauptsatz und der Konstruktion des Nebensatzes.

maskulin Sg.

Das ist der Nachbar, den ich so mag.


+Akkusativ

maskulin Pl.

Das sind die Studenten, die hier am fleißigsten sind.


Nominativ-Subjekt des Nebensatzes
feminin Pl.

Die Aufgaben, deren Lösung mir besonders schwerfällt, mache ich


zuerst.
Genitiv-Attribut zu Lösung
(Wessen Lösung fällt mir schwer? → Die Lösung der Aufgaben)

Relativpronomen „der, die, das“ im Singular


maskulin feminin Neutrum
Nom. der die das
Gen. dessen deren dessen
Dat. dem der dem
Akk. den die das

Relativpronomen „der, die, das“ im Plural


maskulin feminin Neutrum
Nom. die
Gen. deren
Dat. denen
Akk. die

Im Genitiv Singular sowie im Gen. und Dativ Plural weicht das


Relativpronomen „der, die, das“ vom Artikel „der, die, das“ ab.

5
Neben „der, die, das“ gibt es auch das Relativpronomen „welcher,
welche, welches“, welches nur für die Schriftsprache relevant ist und
sehr schön klingt. Es wird oft benutzt, wenn nach dem Relativpronomen
„der, die, das“ das gleiche Wort als Artikel stehen würden.

Das ist die Frau, der der Hund gehört.


+Dativ (für den Besitzer)

Mündlich würde man dies so sagen, schriftlich ist jedoch schöner:

Das ist die Frau, welcher der Hund gehört.

Relativpronomen „welcher, welche, welches“ im Singular


maskulin feminin Neutrum
Nom. welcher welche welches
Gen. - - -
Dat. welchem welcher welchem
Akk. welchen Welche welches

Relativpronomen „welcher, welche, welches“ im Plural


maskulin feminin Neutrum
Nom. welche
Gen. -
Dat. welchen
Akk. welche

Steht das Relativpronomen mit einer Präposition, so ist diese vor das
Relativpronomen zu stellen:

Das ist der Mann. Ich habe meinen Bruder nach ihm gefragt.

Das ist der Mann, nach dem ich meinen Bruder gefragt habe.

Dies gilt für beide Relativpronomen.

6
Lebensraum Wald

Bayerischer Wald

Deutschland ist bekannt für seine Wälder. Von Nord- bis Süddeutschland
existiert eine Vielzahl von Waldgebieten. Die meisten großen Wälder
befinden sich in der südlichen Hälfte des Landes.

Der Wald umfasst in Deutschland 33 Prozent der Gesamtfläche. Früher


waren die Waldgebiete noch viel größer, aber viele Bäume wurden gefällt,
um Platz für die Landwirtschaft, Städte und die Industrie zu gewinnen.
Außerdem stellt das Holz der Wälder einen der wichtigsten Baustoffe dar.
Deutschland importiert zwar viel Holz aus dem Ausland, aber ein großer
Teil des hierzulande genutzten Holzes kommt aus Deutschland selbst.

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Besonders in der Vergangenheit war
Holz außerdem als Brennstoff sehr
wichtig. Heute gibt es immer noch viele
Menschen, die einen Ofen haben, aber
die meisten Menschen heizen nun mit
Gas oder Strom.

Holzöfen sind immer noch sehr


beliebt, auch weil sie als sehr
romantisch gelten.

Wälder bestehen vor allem


aus Bäumen. Die Teile eines
Baumes heißen:

der Ast, die Äste

der Zweig, die Zweige

der Stamm, die Stämme

Der Hauptteil des Baumes ist der Stamm. Aus dem Stamm wachsen
Äste und aus den Ästen wachsen Zweige. Äste können sehr dick sein,
aber Zweige sind immer dünn. Die Wörter „Stamm“, „Ast“ und „Zweig“
werden auch in anderen Kontexten benutzt und sind deshalb sehr
wichtige Wörter der deutschen Sprache.

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Drei der am häufigsten vorkommenden Baumarten in Deutschland sind:

… die Fichte (Pl.: die Fichten),

…, die Buche (Pl.: die Buchen)

… und die Eiche (Pl.: die Eichen).


Die Früchte der Eiche heißen
Eicheln (Sg.: die Eichel).

9
Im Wald leben auch sehr viele Tiere und Insekten, darunter zum
Beispiel:

Sg.: das Reh, Pl.: die Rehe Sg.: der Hirsch, Pl.: die Hirsche

Das Fleisch der Rehe und Hirsche wird auch gerne gegessen und gilt als
Delikatesse.

Sg.: der Dachs, Pl.: die Dachse Sg.: der Marder, Pl.: die Marder

Sg.: der Fuchs, Pl.: die Füchse Sg.: der Igel, Pl.: die Igel

Füchse gelten als besonders schlaue Tiere. Manchmal sieht man sie
sogar bei uns in Berlin. Sie leben auch in Parks.
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Sg.: das Wildschwein Sg.: der Hase, Pl.: die Hasen
Pl.-: die Wildschweine

Auch Wildschweine und Hasen werden sehr gerne gegessen.


Wildschweine stellen in Berlin ein Problem dar, da sie sich sehr schnell
vermehren und immer wieder in die Stadt kommen, um nach Nahrung zu
suchen. Männliche Wildschweine sind dabei manchmal sehr aggressiv
und haben schon viele Hunde und sogar Menschen getötet. Hasen
werden besonders gerne in der Weihnachtszeit gegessen.

Sg.: der Wolf, Pl.: die Wölf Sg.: der Braunbär


Pl.-: die Braunbären

Seit ein paar Jahren gibt es in


Deutschland auch wieder Wölfe
und ebenso einige, wenige
Braunbären. Wegen dieser Tiere
gab es viele Diskussionen. Denn
beide Tiere attackieren auch
Menschen. Und Wölfe töten
immer wieder Schafe, um sie zu
essen. Deshalb wollen viele
Bauern, dass die Wölfe getötet
werden.
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Sg.: das Schaf, Pl.: die Schafe
Sg.: der Salamander Sg.: der Regenwurm
Pl.-: die Salamander Pl.-: die Regenwürmer

Sg.: der Specht, Pl.: die Spechte Sg.: die Amsel, Pl.: die Amseln

Sg.: die Ameise, Pl.: die Ameisen Sg.: der Ameisenhügel


Pl.: die Ameisenhügel

Überall im Wald findet man Ameisen und ihre berühmten Ameisenhügel.


Ameisen leben in großen Völkern und haben immer eine Königin.

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Vokabular
Wort Erklärung
bekannt eine bekannte Sache ist eine Sache, die man
kennt
der Wald, die Wälder ein Gebiet, das voll mit Bäumen ist
existieren, Existiert das? = Gibt es das?
Vergangenheit: Perfekt/Prät.
Perf.: haben + existiert
das Gebiet, die Gebiete ein Gebiet ist ein Raum oder eine Fläche
sich (Akk.Refl.) in … befinden, Ich befinde mich in Berlin. = Ich bin in Berlin.
Vergangenheit: Perfekt/Prät.
Perf.: haben + befunden
die Hälfte, die Hälften = 50%
wachsen, wachsen = größer werden
Vergangenheit: Perfekt/Prät.
Perf.: sein + gewachsen
häufig, häufiger, am häufigsten Das passiert häufig. = Das passiert oft.
vorkommen (trennbar) Das kommt vor. =
Vergangenheit: Perfekt/Prät. 1) Das existiert.
Perf.: sein + vorgekommen 2) Das passiert.
die Art, die Arten verschiedene Arten = verschiedene Typen
Beispiel: Hunde und Katzen sind zwei Tierarten
etwas darstellen (trennbar), Diese Sache stellt ein Problem dar. =
Vergangenheit: Perfekt/Prät. Diese Sache ist ein Problem.
Perf.: haben + dargestellt
sich (Akk.Refl.) vermehren, sich vermehren = mehr werden
Vergangenheit: Perfekt/Prät.
Perf.: haben + vermehrt
ebenso = auch
die Diskussion, die ein Gespräch über ein bestimmtes Thema, bei
Diskussionen dem Argumente ausgetauscht werden
attackieren (+Akk.), = eine Attacke / einen Angriff machen
Vergangenheit: Perfekt
Perf.: haben + attackiert
der Bauer, die Bauern Bauern sind Leute, die eine Farm / einen
Bauernhof haben und Obst und Gemüse
produzieren. Oft haben sie auch Tiere wie Rinder
und Schweine.
überall = an jedem Ort
berühmt = sehr bekannt, so wie VIPs

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Sg.: die Eule, Pl.: die Eulen Sg.: die Blindschleiche
Pl.-: die Blindschleichen

In deutschen Wäldern leben auch viele Eulen. Diese Vögel (Sg.: der
Vogel) gelten auch als sehr intelligent. Es gibt eine Kategorie von
Erzählungen, in welchen Tiere sprechen können. Diese Kategorie von
Erzählungen heißt „Fabeln“ (Sg.: die Fabel). In vielen Fabeln sprechen
Menschen mit Eulen.

Sg.: die Kröte, Pl.: die Kröten Sg.: der Frosch, Pl.: die Frösche

Kröten sind wie Frösche, aber größer.

Sg.: der Schmetterling Sg.: die Schnecke


Pl.: die Schmetterlinge Pl.-: die Schnecken
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Sg.: der Bach, Pl.: die Bäche Sg.: der Fluss, Pl.: die Flüsse

Ein Bach ist ein kleiner, schmaler Fluss. Flüsse führen viel mehr Wasser
als ein Bach. Der Ort, an dem ein Bach oder ein Fluss entspringen, heißt
„Quelle“. (Sg.: die Quelle, Pl.: die Quellen)

Das ist ein Loch.


(Sg.: das Loch, Pl.: die Löcher)

Quellen sind meistens Löcher in


der Erde, aus welchen das
Wasser kommt.

Manchmal entspringen Quellen


auch Bergen. Das heißt, dass
das Wasser aus dem Inneren
eines Berges kommt.

Man benutzt das Wort „Quelle“ auch metaphorisch: Es gibt zum Beispiel
„Geldquelle“ oder auch „Nahrungsquelle“.

Das ist unser Planet. Wir nennen ihn „(die) Erde“.


Dieser Stoff
heißt auch
Erde.

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Für die Menschen, die früher in Deutschland gelebt haben, waren nicht
nur die Tiere des Waldes eine wichtige Nahrungsquelle, sondern auch
die Pflanzen, so zum Beispiel Waldbeeren.

Sg.: die Brombeere Sg.: die Himbeere


Pl.-: die Brombeeren Pl.-: die Himbeeren

Sg.: die Hagebutte Sg.: die Erdbeere


Pl.-: die Hagebutten Pl.-: die Erdbeeren

Diese Beeren findet man in vielen Waldgebieten. Sie sind essbar und
sehr gesund.

Sg.: die Tollkirsche, Pl.: die Tollkirschen


Sg.: das Gift
Pl.: die Gifte
Diese Beere hingegen darf man nicht essen.
Sie ist für Menschen giftig.
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Auch Pilze waren früher eine wichtige Nahrungsquelle für viele
Menschen.

Sg.: der Steinpilz Sg.: die Marone


Pl.-: die Steinpilze Pl.-: die Maronen

Sg.: der Pfifferling, Pl.: die Pfifferlinge

Diese drei Pilzarten gehören zu den beliebtesten Pilzen in Deutschland.


Besonders Steinpilze gelten als Delikatesse. Das Sammeln von Pilzen
kann aber sehr gefährlich werden, da es auch viele giftige Pilze gibt,
welche Menschen töten können.

Der Fliegenpilz (Pl.: die Fliegenpilze)


ist ein solcher „Giftpilz“, der Menschen
töten kann.
Er verursacht bei Menschen
außerdem Halluzinationen
(Sg.: die Halluzination). Deshalb
haben ihn die Vorfahren der
Deutschen, die Germanen, früher oft
als Tee getrunken, bevor sie in die
Schlacht gezogen sind.
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haben
Infinitiv: haben
Konstruktion: +Akk.
Erweiterter Infinitiv: zu haben
Vergangenheit: Präteritum oder Perfekt
_ meistens Präteritum
Perfekt: haben + gehabt
Partizip I: habend
Imperativ: Hab(e)! Haben Sie!
Habt!
Konjunktiv II: Echter Konjunktiv II oder mit Hilfsverb „würde“
Präsens Indikativ Präteritum
1. Ps. Sg.
ich habe ich hatte
2. Ps. Sg.
du hast du hattest
Sie haben Sie hatten
3. Ps. Sg.
er/sie/es hat er/sie/es hatte
1. Ps. Pl.
wir haben wir hatten
2. Ps. Pl.
ihr habt ihr hattet
Sie haben Sie hatten
3. Ps. Pl.
sie haben sie hatten
Präsens Konjunktiv I Präsens Konjunktiv II
1. Ps. Sg.
ich habe ich hätte
2. Ps. Sg.
du habest X du hättest
Sie haben Sie hätten
3. Ps. Sg.
er/sie/es habe X er/sie/es hätte
1. Ps. Pl.
wir haben wir hätten
2. Ps. Pl.
ihr habet X ihr hättet
Sie haben Sie hätten
3. Ps. Pl.
sie haben sie hätten

Präsens: Ich habe kein Auto und du? Hast du ein Auto?
Präteritum: Nein, ich hatte noch nie ein Auto.
Konjunktiv I: Mein Bruder hat gesagt, er habe das nicht gewollt.
Konjunktiv II: Ich hätte das Haus gekauft, wenn ich genug Geld gehabt
hätte.

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etwas abhaben (von…) (1)
(in der Vergangenheit: ich wollte etwas abhaben) (trennbar)

die Zitrone,-n
der Kuchen, "

das Messer, "

ein Stück Kuchen

die Gabel,-n der Teller, "

Person A: „Dieser Kuchen sieht aber gut aus! Kann ich bitte ein Stück
abhaben?“

Person B: „Natürlich kannst du ein Stück vom Kuchen abhaben, sehr


gerne. Hier hast du ein Stück.“

etwas abhaben = einen Teil von etwas haben


oder
einen Teil von etwas bekommen
(auch: abbekommen)

Beispielsätze:

Kann ich bitte etwas abhaben?

Ich wollte gerne etwas abhaben, aber er hat mir nichts gegeben.

Alle haben etwas bekommen, nur ich nicht! Ich möchte auch meinen
Teil davon abhaben.

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etwas gegen jemanden haben (2)

Person A: Ich mache morgen eine kleine Party und möchte ein paar
Leute einladen. Ich will Hans, Luise, Albrecht, Nancy,
Muhammad und Lee einladen. Habe ich jemanden
vergessen?
Person B: Willst du wirklich Hans einladen?
Person A: Hast du etwas gegen Hans?
Person B: Ja, er trinkt immer zu viel und macht dann Ärger. Ich denke,
es wäre besser, wenn du ihn nicht einlädst.

Beispielsätze:

A: Hast du etwa etwas gegen sie?

B1: Nein, ich habe nichts gegen sie.

B2: Ja, ich habe etwas gegen sie.

etwas gegen etwas haben (2)

Die Wissenschaftler suchen sehr intensiv, aber sie haben immer noch
nichts gegen Corona.
die Haube-n

der Handschuh,-e
der Kittel, "

das Mikroskop,-e

Sg: der Wissenschaftler Sg.: die Wissenschaftlerin


Pl.: die Wissenschaftler Pl.: die Wissenschaftlerinnen
Neutraler Plural: die Wissenschaftler

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Beispielsätze:

Hast du etwas gegen Rockmusik?

Was hast du gegen meine Idee? Wieso findest du sie nicht gut?

Ich habe etwas gegen Menschen, die sich nicht benehmen können.

sich (Akk.) benehmen (nicht trennbar) = höflich sein,_______.


sich korrekt verhalten

Ich esse sehr viel Schokolade. Hast du (et)was dagegen?

• Nein, ich habe nichts dagegen. Du kannst essen, was du willst.


• Ja, ich habe (et)was dagegen. So viel Schokolade zu essen, ist
nicht gesund. Man kann davon Diabetes bekommen.

von etwas etwas bekommen (nicht trennbar)

Von Zucker kann man Diabetes bekommen.

Von Corona-Viren bekommt man Covid 19.

für etwas etwas bekommen (nicht trennbar)

Für Arbeit bekommt man Geld.

Für Geld bekommt man Objekte und Dienstleistungen (Services).

Was hast du dagegen?

• Ich habe nichts dagegen.


• Ich habe nicht das geringste dagegen.

• Ich habe dagegen, dass …


• Ich finde das nicht gut, weil…
• Ich halte das für keine gute Idee, weil…

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gering, geringer, am geringsten
1) Nur 100€? Das ist ein niedriger Preis für eine neue Playstation 4.
2) Nur 100€? Das ist ein geringer Preis für eine neue Playstation 4.

Person A: Ist dein Auto jetzt kaputt?


Person B: 1) Eigentlich nicht, es hat nur einen kleinen Schaden an der
Tür.
2) Eigentlich nicht, es hat nur einen geringen Schaden an
Der Tür.
Person A: Na dann ist ja gut! Ich dachte schon, es sei ein Totalschaden.

die Frontscheibe,-n

die Motorhaube,-n
der Rückspiegel, "

die Tür ,-en

der Reifen , "

der Totalschaden (wird meistens für Autos benutzt)

Person A: Hast du jetzt finanzielle Probleme wegen Corona?


Person B: 1) Nein, ich habe nur geringe Kosten für die Miete und das
Essen und kann weiterhin arbeiten gehen.

etwas von etwas halten


Ich halte nichts davon. = Ich finde das nicht gut.
Was hältst du davon? = Wie findest du das?

etwas für etwas halten


Ich halte das für eine gute Idee. = Ich finde, dass das eine gute Idee ist.
22
Ich habe ihn für einen Perser gehalten, aber er ist eigentlich Araber.
= Ich dachte, er sei Perser, aber er ist eigentlich Araber.

etwas vorhaben (3)


(haben + vorgehabt, trennbar)

Person A: Hast du am Samstag schon etwas vor?


Person B: Jein. Ich habe zwar keine Termine und Verabredungen, aber
ich würde gerne mein Wohnzimmer streichen. Aber wenn ich
es erst am Sonntag schaffe, ist es auch nicht schlimm.
die Farbrolle,-n

die Lackierrolle,-n

der Eimer, "

streichen (+Akk.) lackieren (+Akk.)


Vergangenheit: Perfekt Vergangenheit: Perfekt
Perfekt: haben + gestrichen Perfekt: haben + lackiert
Imperativ: Streich! Streichen Sie! Imperativ: Lackier(e)! Lackieren Sie!
Streicht! Lackiert!
Konjunktiv II: mit „würde“ Konjunktiv II: mit „würde“
Ich streiche eine Wand. Ich lackiere Holz oder Metall.
23
etwas vorhaben = zu einer bestimmten Zeit in der Zukunft etwas
haben, das man machen möchte, zum Beispiel
• einen Termin
• eine Verabredung
• eine Aktivität (lesen, schreiben, arbeiten,
kochen, essen, spazieren gehen usw.)
• eine Handlung / eine Aktion

Sg.: das Projekt


Pl.: die Projekte

Zum Beispiel
• eine Reise
Sg.: das Vorhaben = • ein Buch, das man
Pl.: die Vorhaben schreiben möchte
• ein neuer
Trainingsplan, nach
dem man trainieren
möchte

Kommentar: „Vorhaben“ ist eine altes und sehr schönes Wort. Man
kann es benutzen und es klingt sehr gut, meistens wird aber das
modernere Wort „Projekt“. Es ist gut, wenn man meistens „Projekt“
benutzt und manchmal „Vorhaben“.

Beispielsätze:

Hast du morgen schon (et)was vor?

Wollen wir am Wochenende etwas machen oder hast du (et)was vor?

• Ich kann leider nicht, ich hab(e) sehr viel vor.

• Ich hab(e) am Wochenende noch nichts vor.

• Ich hatte etwas vorgehabt, aber es ist leider wegen Corona ins
Wasser gefallen.

Person A: Ich lasse mir das nicht länger gefallen!


Person B: Was hast du vor? = Was willst du machen?
24
etwas anhaben (4)
(haben + angehabt, trennbar)

1 Dieser Mann hat einen Anzug an.

Dieser Mann hat einen Kittel an. Diese Frau hat ein T-Shirt an.
Sg.: das T-Shirt [ti-Schört]
Pl.-: die T-Shirts______f_

2 Dieser Mann hat


seinen Fernseher an.

25
etwas anhaben = 1) Kleidung tragen
2) ein Gerät laufen haben

Beispielsätze:

Ich habe heute bei der Arbeit meinen neuen Anzug angehabt.

Hast du gerade etwas an?


Ja, natürlich. Ich habe eine Hose und ein Hemd an.
Nein, ich bin nackt.

Ich höre Musik. Hast du das Radio an?


Nein, das muss das Radio meines Nachbarn sein. Er hört immer
sehr laut Musik.

der Kragen, "


das Hemd,-en

das Einstecktuch, die Einstecktücher


das Jackett,-s

die Krawatte,-n

das Jackett,-s

Jackett + Anzughose = der Anzug

die Anzughose,-n

26
das T-Shirt,-s / das Shirt,-s

der Pullover, "

die Mütze,-n

der Handschuh,-e

der Schal,-s

27
etwas aufhaben (5)
(haben + aufgehabt, trennbar)

1 Diese Frau hat einen Zylinder auf. Dieser Mann hat einen Kittel an
und eine Haube auf.

2 Der Lehrer sagt zu den Kindern: „Bitte lest bis morgen die Seiten
85 bis 90 im Buch.“

Später fragt die Mutter die Kinder zu Hause:


„Habt ihr Hausaufgaben auf?

Die Kinder antworten: „Ja, wir sollen die Seiten 85 bis 90 im Buch
lesen.“

etwas aufhaben = 1) einen Hut oder eine Mütze tragen


2) in der Schule oder Universität Hausaufgaben
haben, die man machen muss

Beispielsätze:

Ich habe im Winter immer eine Mütze auf.

Wenn die Sonne scheint, habe ich oft einen Hut auf.

Haben wir zu morgen Hausaufgaben auf?

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Das Passiv
Neben der Normalform eines Verbs („Aktiv“) gibt es auch das Passiv.
In einem Aktiv-Satz steht normalerweise das Subjekt im Mittelpunkt und
das Verb wird oft mit einem Objekt, zumeist im Akkusativ, konstruiert.

Passiv-Konstruktion: Hilfsverb „werden“ + Partizip II

In Passiv-Sätzen steht das Objekt im Mittelpunkt des Satzes. Das Subjekt


des Aktiv-Satzes kann auch vorhanden sein, muss es aber nicht. Wenn
das Subjekt des Aktiv-Satzes auch im Passiv-Satz vorhanden ist, dann
immer mit einer Präposition (von, durch, seitens, von Seiten).

Akkusativ-Objekte werden im Passiv-Satz zum Nominativ-Subjekt.


Dativ-Objekte bleiben im Passiv-Satz im Dativ. Das Passiv existiert in
allen Zeiten.

Aktiv Passiv
Die Frau isst ein Stück a. Ein Stück Kuchen wird gegessen.
Kuchen. (ohne Subjekt des Aktiv-Satzes)
b. Ein Stück Kuchen wird von der Frau
gegessen.
(mit Subjekt des Aktiv-Satzes)
Jemand hat mir gesagt, a. Mir wurde gesagt, dass ich sehr gut
dass ich sehr gut Deutsch spreche.
Deutsch spreche. b. Mir wurde von jemandem gesagt, dass
ich sehr gut Deutsch spreche.
Die Techniker haben a. Der Computer ist noch nicht repariert
den Computer noch worden.
nicht repariert. b. Der Computer ist von den Technikern
noch nicht repariert worden.
Jemand hat mir gestern a. Mir wurde gestern geholfen.
geholfen. b. Mir wurde gestern von jemandem
geholfen.
Eine Freundin wird mir a. Mir wird heute ein sehr interessantes
heute ein sehr Buch ausgeliehen.
interessantes Buch b. Mir wird heute von einer Freundin ein
ausleihen. sehr interessantes Buch ausgeliehen.
Leider tragen nicht alle a. Im Bus und in der Bahn wird leider nicht
Leute im Bus und in der immer ein Mundschutz getragen.
Bahn einen b. Im Bus und in der Bahn wird leider nicht
Mundschutz. von allen Leuten ein Mundschutz
getragen.
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