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Europäisches Patentamt

European Patent Office


© Veröffentlichungsnummer: 0 562 594 AI
Office europeen des brevets

EUROPAISCHE PATENTANMELDUNG

© Anmeldenummer: 93104926.6 int. Ci.5; B60K 17/356, B60K 2 3 / 0 8

@ Anmeldetag: 25.03.93

® Prioritat: 27.03.92 DE 4209950 © Anmelder: Xaver Fendt & Co.


Postfach 11 55
@ Veroffentlichungstag der Anmeldung: D-87609 Marktoberdorf(DE)
29.09.93 Patentblatt 93/39
@ Erfinder: Heindl, Richard
© Benannte Vertragsstaaten: Carl-Orff-Ring 156
AT DE FR GB IT W-8952 Marktoberdorf(DE)

© Antrieb für zweiachsige land- und/oder bauwirtschaftlich nutzbare Fahrzeuge.

© 2.1 Für derartige Fahrzeuge sind Antriebe be-


kannt, bei denen die hintere Fahrzeugachse über ein
hydrostatisch-mechanisches Leistungsverzweigungs-
getriebe mit zwei Hydromotoren und die vordere
Fahrzeugachse über einem mechanischen Antriebs-
strang angetrieben ist, dessen Drehzahl in einem
konstanten Verhältnis zur Drehzahl der Räder der
hinteren Fahrzeugachse steht. Aufgrund dieser Tat-
sache unterliegen die Reifen einem erheblichen Ver-
schleiß.
2.2 Um ohne Zuhilfenahme eines gesonderten
stufenlosen Getriebes im Antriebsstrang zur vorde-
ren Fahrzeugachse die Einsatzmöglichkeit des Fahr-
zeuges zu verbessern ist jeder Fahrzeugachse (V,H)
mindestens ein Hydromotor (11,12) antriebsmäßig
zugeordnet, wobei die Hydromotoren (11,12) wahl-
weise gemeinsam oder voneinander unabhängig ver-
stellbar sind.
2.3 Derartige Antriebe eignen sich für alle hohe
Zugkraft auf Straßen und natürlichem Gelände ent-
wickelnde Fahrzeuge.

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Rank Xerox (UK) Business Services


(3. 10/3.6/3.3. 1)
1 EP 0 562 594 A1 2

Die Erfindung betrifft einen Antrieb für zweiach- zeugachsen zu verteilen. Bei stetig angepaßter
sige land- und/oder bauwirtschaftlich nutzbare Drehmomentaufteilung können daher die Räder der
Fahrzeuge mit einem hydrostatisch-mechanischen beiden Fahrzeugachsen mit gleichem, kontstantem
Leistungsverzweigungsgetriebe, bei dem ein Teil Schlupf betrieben werden, wodurch die Übertra-
der Fahrantriebsleistung einer Brennkraftmaschine 5 gungsfähigkeit der Reifen bestmöglich ausgenutzt
zum Antrieb mindestens einer verstellbaren Hydro- wird. Verspannungen im Antriebsstrang zwischen
pumpe dient, die mit mindestens zwei verstellbaren den Fahrzeugachsen, die zu übermäßiger Boden-
Hydromotoren zusammenarbeitet, und bei dem der und Reifenbeanspruchung führen und bisher den
Rest der Fahrantriebsleistung der Brennkraftma- Allradbetrieb bei Transport- und Kurvenfahrten ein-
schine unter Umgehung der Hydropumpe den io schränkten, können selbst beim Durchfahren enger
Fahrzeugachsen zugeführt wird. Kurven nicht auftreten. In Bezug auf die Vermei-
Bei einem aus der DE-PS 23 35 629 bekannten dung von Verspannungen im Antriebsstrang wirkt
Antrieb dieser Art wird von der zum Antreiben der der Antrieb somit in Art eines Längsdifferentials.
Hinterachse benötigten Antriebsleistung der Brenn- Ein solches müßte allerdings sperrbar sein, um
kraftmaschine ein Teil mittels eines Umlaufräderge- 75 auch dann noch einen Vortrieb zu erzielen, wenn
triebes zu einer Hydropumpe verzweigt, während beide Räder einer angetriebenen Achse die Boden-
ein weiterer Teil mechanisch auf das Differential haftung vollständig verlieren und durchdrehen, und
der Hinterachse des Fahrzeuges übertragen wird. würde in gesperrtem Zustand die Antriebsstränge
Die von der Hydraulikpumpe angetriebenen Hydro- nicht verspannungsfrei halten können.
motoren besitzen eine gemeinsame Abtriebswelle 20 Ein in einfacher Weise ausgebildeter Antrieb ist
und arbeiten mit dieser auf eine summierungsstelle dadurch gegeben, daß gemäß Anspruch 2 die Ab-
vor dem Differential der Hinterachse. Der Antrieb triebswellen der Hydromotoren über eine schaltba-
der Vorderachse erfolgt über einen vom mechani- re Kupplung (Reibungslamellenkupplung) miteinan-
schen Antriebsstrang zur Hinterachse abgeleiteten der verbindbar sind und jede Abtriebswelle über
Antriebsstrang mit fester Übersetzung zwischen 25 einen Getriebestrang mit einer der Fahrzeugachsen
den Umfangsgeschwindigkeiten der Räder der Hin- trieblich verbunden ist.
terachse und der Vorderachse. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im
Mit Fahrzeugen, die mit einem derartigen An- folgenden anhand einer Zeichnung, die eine sche-
trieb ausgerüstet sind, ist in vielen Einsatzfällen, matische Darstellung des Antriebes zeigt, näher
insbesondere beim Durchfahren enger Kurven, kein 30 erläutert.
boden- und/oder reifenschonender Fahrbetrieb Eine Brennkraftmaschine 1 ist über eine Kupp-
möglich. lung 2 treibend mit der Eingangswelle 3 eines
Es soll daher ein Fahrzeugantrieb geschaffen leistungsverzweigenden Umlaufrädergetriebe 4 ver-
werden, der bei einfachem Aufbau einen jegliche bunden. Eine erste Ausgangswelle 5 des Umlaufrä-
Schäden an der Bodenkrume und den Reifen aus- 35 dergetriebes 4 treibt unmittelbar das Ausgleichsge-
schließenden Antrieb der vorderen Fahrzeugachse triebe 6 der Hinterachse H eines Nutzfahrzeuges
ermöglicht. an. Eine zweite Ausgangswelle 7 treibt über eine
Bei gattungsfremden Antrieben, z. B. bei der Zahnradstufe 8,9 eine herkömmlich verstellbare
DE-PS 34 08 991 ist zur Realisierung dieses Wun- Hydropumpe 10 an, die über nicht gezeigte Hy-
sches in den Antriebsstrang vom Fahrzeuggetriebe 40 draulikleitungen zwei parallel geschaltete, ebenfalls
zur Vorderachse ein zusätzliches Getriebe vorgese- herkömmlich verstellbare Hydraulikmotoren 11,12
hen, das beispielsweise ein zweistufiges Wechsel- mit miteinander fluchtenden Abtriebswellen 13,14
getriebe oder ein stufenloses Zugmittelgetriebe antreibt. Die Abtriebswelle 13 des Hydromotors 11
sein kann. Derartige Ausführungen weisen aber treibt über eine Zahnradstufe 15,16 die erste Aus-
den Nachteil auf, daß solche Zusatzgetriebe im 45 gangswelle 5 des Umlaufrädergetriebes. Die Ab-
Vorderachsantriebsstrang nicht nur einen erhebli- triebswelle 14 des Hydromotors 12 treibt den zur
chen Bedarf an Platz haben, der oftmals nur Vorderachse V führenden Antriebsstrang 17 über
schwer zur Verfügung gestellt werden kann, son- eine Zahnradstufe 18,19 an. Beide Abtriebswellen
dern darüber hinaus einen erheblichen Bauaufwand 13,14 sind mittels einer Reibungslamellenkupplung
erfordert und somit einen nicht vernachlässigbaren 50 20 miteinander kuppelbar.
Kostenfaktor darstellt. Die Verstellung der Hydropumpe 10 erfolgt in
Zur Lösung der oben erläuterten Aufgabe wer- Abhängigkeit von der Leistungsanforderung, die
den daher die in Kennzeichen des Anspruches 1 der Fahrer durch entsprechende Verstellung des
wiedergegebenen Merkmale vorgeschlagen. Gaspedals und/oder eines Fahrgeschwindigkeitshe-
Die Erfindung stellt einen Antrieb zur Verfü- 55 bels vorgibt. Die Verstellung der Hydromotoren
gung, der es erlaubt, die Fahrantriebsleistung unter 11,12 erfolgt durch eine nicht gezeigte Regelein-
Berücksichtigung der zwischen den Fahrzeugreifen richtung, die bei geöffneter Reibungslamellenkupp-
und dem Boden gegebenen Traktion auf die Fahr- lung 20 beide Hydromotoren 11,12 unabhängig

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3 EP 0 562 594 A1 4

voneinander im Sinne einer optimalen Zugkraft- Patentansprüche


übertragung an den Fahrzeugachsen verstellt.
Während des Fahrzeugeinsatzes ist die Rei- 1. Antrieb für zweiachsige land- und/oder bauwirt-
bungslamellenkupplung 20 normalerweise geöffnet, schaftlich nutzbare Fahrzeuge mit einem
so daß die Regeleinrichtung durch gesonderte Ver- 5 hydrostatisch-mechanischen Leistungsverzwei-
stellung der Hydromotoren 11,12 die zur Verfügung gungsgetriebe, bei dem ein Teil der Fahran-
stehende Antriebsleistung den jeweiligen Betriebs- triebsleistung einer Brennkraftmaschine (1)
bedingungen entsprechend auf die Fahrzeugach- zum Antrieb mindestens einer verstellbaren
sen verteilt oder das Drehzahlverhältnis zwischen Hydropumpe (10) dient, die mit mindestens
den Rädern der beiden Fahrzeugachsen stufenlos io zwei verstellbaren Hydromotoren (11,12) zu-
ändert. Unabhängig von der gewählten Verteilung sammenarbeitet, und bei dem der Rest der
fällt dabei auf Grund des erfindungsgemäßen An- Fahrantriebsleistung der Brennkraftmaschine
triebs der auf die vordere Fahrzeugachse V entfal- (1) unter Umgehung der Hydropumpe (10) den
lende Leistungsanteil bis zum Erreichen der maxi- Fahrzeugachsen zugeführt wird,
malen Fahrgeschwindigkeit bis auf Null oder nahe 15 dadurch gekennzeichnet,
Null ab. daß jeder Fahrzeugachse (V,H) mindestens ein
Die erstgenannte Maßnahme einer Leistungs- Hydromotor (11,12) antriebsmäßig zugeordnet
verteilung ist sinnvoll, um den Schlupf aller ange- ist, wobei die Hydromotoren (11,12) wahlweise
triebenen Räder auch bei einer Laständerung an gemeinsam oder voneinander unabhängig ver-
den Fahrzeugachsen möglichst gleich und konstant 20 stellbar sind.
zu halten, da so schwere Zugarbeiten, wie z. B.
das mit großem Radschlupf einhergehende Pflü- 2. Antrieb nach Anspruch 1,
gen, nur dann ökonomisch, d. h. boden-, reifen- dadurch gekennzeichnet,
und antriebsschonend, ausführbar sind. daß die Abtriebswellen (13,14) der Hydromoto-
Eine Änderung des Drehzahlverhältnisses der 25 ren (11,12) über eine schaltbare Kupplung
Räder wird dann benötigt, wenn sehr enge Kurven (Reibungslamellenkupplung (20)) miteinander
boden- und reifenschonend zu durchfahren sind. verbindbar sind und jede Abtriebswelle (13,14)
Es wird dann entsprechend der Größe des augen- über einen Getriebestrang mit einer der Fahr-
blicklichen Lenkwinkels der Vorderräder die Dreh- zeugachsen (H,V) trieblich verbunden ist.
zahl der Abtriebswelle 14 des die Vorderachse V 30
antreibenden Hydromotors 12 stufenlos erhöht. 3. Antrieb nach den Ansprüchen 1 und 2,
Verlieren die angetriebenen Räder z. B. der dadurch gekennzeichnet,
hinteren Fahrzeugachse H bei extrem einseitiger daß mindestens ein Antriebsstrang (17) eine
Achsbelastung und hohem Zugkraftbedarf ihre Fä- Trennkupplung enthält.
higkeit zur Zugkraftübertragung, so schließt die Re- 35
geleinrichtung die Reibungslamellenkupplung 20. In
diesem Fall wird der Leistungsanteil der Hinterach-
se über die Zahnradstufe 15,16, die Reibungsla-
mellenkupplung 20 und die andere Zahnradstufe
18,19 zur vorderen Fahrzeugachse V umgeleitet. 40
Beide Achsen werden somit vorübergehend mit
konstantem Drehzahlverhältnis angetrieben und bis
zu 100 % des möglichen Getriebeausgangsmo-
ments können über eine Achse übertragen werden.
Entsprechendes gilt, wenn die angetriebenen Rä- 45
der der vorderen Fahrzeugachse auf glattem Unter-
grund ihr Kraftübertragungsvermögen einbüßen.
Die Sensoren für die Ermittlung des Lenkwin-
kels der gelenkten Räder sowie der Raddrehzahlen
und die Einrichtung zur Verarbeitung der von den 50
Sensoren gelieferten Signale gehören ebenso wie
die Ausbildung der Regeleinrichtung nicht zum Er-
findungsumfang und werden als bekannt vorausge-
setzt.
55

3
EP 0 562 594 A1

4
J ) Europäisches Nummer der Anmeldung
EUROPAISCHER RECHERCHENBERICHT
Patentamt
EP 93 10 4926

EINSCHLAGIGE DOKUMENTE
Kategorie Kennzeichnung des Dokuments mit Angabe, soweit erforderlich, Betrifft KLASSIFIKATION DER
der maßgeblichen Teile Anspruch ANMEU)UNG (Int. C1.5 )
GB-A-2 136 371 (ZAHNRADFABRIK 1,3 B60K17/356
FRIEDRICHSHAFEN AG) B60K23/08
* das ganze Dokument *

DE-A-1 680 157 (LINDE AG) 1,3


* das ganze Dokument *

PATENT ABSTRACTS OF JAPAN


vol. 10, no. 167 (M-488)(2223) 13. Juni
1986
& JP-A-61 18 524 ( YANMAR DIESEL K.K. )
27. Januar 1986
* Zusammenfassung *

D,A DE-A-2 335 629 (XAVER FENDT & CO)


* das ganze Dokument *

D,A DE-A-3 408 991 (KUBOTA LTD.)

RECHERCHIERTE
SACHGEBIETE (Int. CI.5 )

B60K
F16H

Der vorliegende Recherchen bericht wurde für alle Patentansprüche erstellt


Recherchenort AbschluOdalumder Recherche Prtfer
DEN HAAG 30 JUNI 1993 T0PP-B0RN S.
KATEGORIE DER GENANNTEN DOKUMENTE T : der Erfindung zugrunde liegende Theorien oder Grundsätze
E : älteres Patentdokument, das jedoch erst am oder
X: von besonderer Bedeutung allein betrachtet nach dem Anmeldedatum veröffentlicht worden ist
Y: von besonderer Bedeutung in Verbindung mit einer D: in der Anmeldung angeführtes Dokument
anderen Veröffentlichung derselben Kategorie L : aus andern Gründen angeführtes Dokument
A: technologischer Hintergrund
O : nichtschriftliche Offenbarung &: Mitglied der gleichen Patentfamilie, Ubereinstimmendes
P : Zwischenliteratur Dokument