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Dachau-Hauptprozess

Der Dachau-Hauptprozess war der erste Kriegsverbrecherprozess


der United States Army in der amerikanischen Besatzungszone am
Militärgericht in Dachau. Dieser Prozess fand vom 15. November
1945 bis zum 13. Dezember 1945 im Internierungslager Dachau statt,
wo sich bis Ende April 1945 das Konzentrationslager Dachau
befunden hatte. In diesem Prozess waren 40 Personen angeklagt,
denen Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit dem KZ Dachau und
dessen Nebenlagern zur Last gelegt wurden. Das Verfahren endete
mit 40 Schuldsprüchen, darunter 36 Todesurteile, von denen 28
vollstreckt wurden. Offiziell wurde der Fall als United States of
America vs. Martin Gottfried Weiss et al. – Case 000-50-2 4. Dezember 1945: Der
Verhandlungssaal mit Blick auf den
bezeichnet.[1] Dem Dachau-Hauptprozess schlossen sich 121
Richtertisch; in diesem Saal wurde
Nebenverfahren mit etwa 500 Angeklagten an, die sich auf den
der Dachau-Hauptprozess geführt
Hauptprozess als Musterprozess (Parent Case) stützten. Der Dachau-
Hauptprozess war der erste und damit wegweisende
Konzentrationslagerprozess im Rahmen der Dachauer Prozesse. Bis
1948 folgten noch weitere Haupt- und Nebenprozesse gegen das Lagerpersonal anderer
Konzentrationslager.[2]

Inhaltsverzeichnis
Vorgeschichte
Rechtsgrundlagen und Anklage
Prozessdurchführung und Urteilsverkündung
Die 40 Urteile im Einzelnen
Überprüfungsverfahren
Vollzug der Urteile
Wertungen und Wirkungen
Die Dachauer Nebenprozesse
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Vorgeschichte
Als die United States Army in der Endphase des Zweiten Weltkrieges weiter auf das Gebiet des Deutschen
Reiches vorrückte, wurde sie unvorbereitet, teilweise mitten im Kampfgeschehen, mit den Spuren der
Konzentrationslagerverbrechen konfrontiert. Die Versorgung der größtenteils ausgemergelten und
schwerkranken „Muselmänner“, sowie die Bestattung der auf den Todesmärschen durch Entkräftung oder
Erschießung zu tausenden umgekommenen Häftlinge stellten die
United States Army vor eine schwierige Aufgabe.[3]

Bereits kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau, die


am 29. April 1945 stattfand, hatten US-amerikanische Soldaten die
Nebenlager erreicht, so auch den Kauferinger Lagerkomplex. Ebenso
wie andere Außenlager war auch das Nebenlager Kaufering IV kurz
vor dem Einmarsch der US-Armee am 28. April 1945 evakuiert
worden. Im Zuge der Lagerauflösung zündeten SS-Männer die
Häftlingsbaracken an. Amerikanische Soldaten fanden etwa 360
Leichen von Häftlingen in Kaufering IV vor; es ist nicht gesichert, ob Häftlingsleichen im Evakuierungszug
diese Marschunfähigen bei lebendigem Leibe verbrannt wurden oder aus Buchenwald, aufgenommen
zwischen dem 29. April und 1. Mai
zuvor ermordet worden waren.[4] Im Stammlager trafen sie zunächst
1945
auf den Evakuierungszug aus Buchenwald, wo sich in mehr als 38
Waggons bis zu 2.000 tote Häftlinge befanden. Auch im
Lagerinneren entdeckten Angehörige der US-Army viele unbestattete
Leichen. Diese und weitere Endphaseverbrechen, die im KZ Dachau und den Nebenlagern begangen wurden,
verursachten in den letzten Kriegswochen außerordentlich viele Opfer. Auch nach der Befreiung starben noch
mehr als 2.200 ehemalige Häftlinge an den Folgen der Konzentrationslagerhaft und der noch immer
grassierenden Typhusepidemie.[5]

Vor diesem Hintergrund begannen amerikanische Ermittler im Rahmen des War Crimes Program bereits ab
dem 30. April 1945 mit den Untersuchungen zur Feststellung der Verantwortlichen für diese Verbrechen und
schlossen diese am 7. August 1945 ab. Es wurden Zeugenaussagen aufgenommen, Beweismittel gesichert und
Fotografien der Verbrechen erstellt. Viele Täter wurden bald gefasst und interniert, so auch Martin Weiß,
Vorgänger des letzten Lagerkommandanten Eduard Weiter. Der Untersuchungsbericht war am 31. August
1945 fertiggestellt und schuf die Basis für die Anklageerhebung und damit das Dachau-Hauptverfahren.[6]

Rechtsgrundlagen und Anklage


Basis der Anklage bildete die Direktive JCS 1023/10, die am 15. Juli 1945 durch die Joint Chiefs of Staff
erlassen wurde. Diese Direktive, die später durch das Kontrollratsgesetz Nr. 10 vom 20. Dezember 1945
abgelöst wurde, ermächtigte den amerikanischen Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower zur Durchführung
von Militärgerichtsprozessen gegen Kriegsverbrecher in besetzten Gebieten. Weitere Verordnungen regelten
die Zuständigkeit, verhandelbare Straftatbestände, Rechtsprechungsgewalt und die Rechte der Angeklagten
bei Militärgerichtsprozessen.[7]

Die Anklageschrift, am 2. November 1945 ausgefertigt und


anschließend den Angeklagten zugestellt, umfasste zwei
Hauptanklagen, die unter dem Titel „Verletzung der Kriegsgebräuche
und -gesetze“ zusammengeführt wurden. Inhalt der Klageschrift
waren Kriegsverbrechen, die während des Zeitraums von Anfang
Januar 1942 bis Ende April 1945 im KZ Dachau und den
Außenlagern an alliierten Zivilisten und (alliierten) Kriegsgefangenen
verübt worden waren. Verfolgt wurden anfangs nur Verbrechen an
Staatsbürgern der Alliierten beziehungsweise der mit ihnen
verbündeten Staaten; Verbrechen von deutschen Tätern an deutschen
Die Angeklagten im Dachau-
Opfern blieben lange ungesühnt und wurden in der Regel erst später
Hauptprozess am 15. November
vor deutschen Gerichten verhandelt. Die Angeklagten wurden
1945
beschuldigt, im Rahmen eines gemeinsamen Vorgehens an
Misshandlungen und Tötungen alliierter Zivilisten und
Kriegsgefangener rechtswidrig und vorsätzlich teilgenommen zu haben. Neben der generellen Beteiligung an
den Verbrechen im KZ Dachau waren zudem in der Anklageschrift Exzesstaten aufgeführt, die den einzelnen
Angeklagten zugeordnet wurden.[8]

Den Beschuldigten wurde ein gemeinschaftliches Vorgehen (Common Design) angelastet, das eine billigende
Teilnahme an einem System von Tötungen, Misshandlungen und inhumaner Vernachlässigung unterstellte und
daher eine Schuldvermutung implizierte.[9] Daher musste die Anklagevertretung den Nachweis führen, dass
„jeder der Angeklagten sich über dieses System im klaren war, dass er wusste von dem, was mit den
Häftlingen geschah, und sie musste jedem nachweisen, dass er an seinem Platz der Verwaltung, der
Organisation des Lagers durch sein Verhalten, seine Tätigkeit, das Funktionieren dieses System unterstützte,
an diesem Funktionieren teilhatte“.[10] Wurde dieser Nachweis erbracht, variierte die individuelle
Strafzumessung nach Art und Umfang dieser Teilnahme. Dieses juristische Konstrukt war in der europäischen
Rechtstradition nicht geläufig, da bei den alliierten Kriegsverbrecherprozessen für die Begehung einer Straftat
nicht der individuelle Tatnachweis erbracht werden musste.[11]

Ursprünglich sollten 42 Angehörige der ehemaligen Lagerverwaltung im Dachau-Hauptprozess angeklagt


werden. Da Hans Aumeier und Hans Beier jedoch nicht anwesend waren und ihnen auch die Anklageschrift
nicht zugestellt werden konnte, wurden sie bei Prozessbeginn von der Liste der Angeklagten gestrichen. Beier
wurde später in einem Nebenprozess des Dachau-Hauptprozesses zum Tode verurteilt, das Urteil wurde
jedoch später in eine Haftstrafe umgewandelt. Aumeier wurde nach seiner Auslieferung an Polen im Krakauer
Auschwitzprozess zum Tode verurteilt und im Januar 1948 in Krakau hingerichtet. Die Gruppe der 40
verbliebenen Angeklagten setzte sich aus 32 Angehörigen der Lagermannschaft, fünf Ärzten und drei
Funktionshäftlingen zusammen. Unter den 32 Angehörigen der Lagermannschaft befanden sich auch der
ehemalige Lagerkommandant Martin Weiß, sein Adjutant Rudolf Suttrop, der Leiter der Politischen Abteilung
Johann Kick sowie Schutzhaftlager- und Rapportführer. Die Gruppe der angeklagten Ärzte umfasste den
Tropenmediziner Claus Schilling, drei Lagerärzte und einen Truppenarzt. Die drei Funktionshäftlinge
bekleideten als Kapos leitende Funktionen im KZ Dachau. Bis auf den Österreicher Fridolin Puhr und Johann
Schöpp, Volksdeutscher aus Rumänien, waren alle Angeklagten deutsche Staatsangehörige.[12]

Prozessdurchführung und Urteilsverkündung


Am 30. Oktober 1945 wurde die Einrichtung eines Militärgerichts zur Durchführung des Dachau-
Hauptprozesses durch das Hauptquartier der United States Army angeordnet und am 2. November 1945
eingesetzt. Den Vorsitz des Militärgerichtes übernahm Generalmajor John M. Lentz, der, wie auch seine sieben
beisitzenden Richter, während der Verhandlung eine Uniform trug. Die Anklagevertretung unter dem
Oberstaatsanwalt William D. Denson setzte sich aus insgesamt vier amerikanischen Offizieren zusammen. Die
Verteidigung der Angeklagten wurde von fünf amerikanischen Offizieren und dem deutschen Rechtsbeistand
Hans von Posern übernommen. Da die Gerichtssprache Englisch war, mussten Dolmetscher auf Englisch und
Deutsch zwischen dem Gericht und den Angeklagten übersetzen. Prozessbeobachter aus alliierten Staaten
sollten an dem Verfahren teilnehmen.[13]

„Mit Erlaubnis des Gerichts werden wir aufzeigen, dass während des genannten Zeitraums ein
System der Vernichtung in Dachau ablief. Wir werden beweisen, dass die Opfer dieser
geplanten Vernichtung Zivilisten und Kriegsgefangene umfasste, Individuen, die nicht bereit
waren, sich dem Joch des Nationalsozialismus unterzuordnen. Wir werden ferner beweisen,
dass diese Menschen als Versuchskaninchen für Experimente benutzt wurden, verhungerten,
und gleichzeitig schwerer arbeiten mussten als ihre körperliche Verfassung dies zuließ; dass
die dort herrschenden Lebensbedingungen zwangsläufig zu Krankheit und Tod führen
mussten. Weiterhin wollen wir darlegen, dass während Deutschland Europa überrannte, diese
Menschen zu Subjekten absolut inhumaner Behandlung wurden und jeder dieser Angeklagten
ein Glied dieser Vernichtungsmaschinerie war.“
– OBERSTAATSANWALT WILLIAM D. DENSON: Aus der
Eröffnungsrede am 15. November 1945.[14]

Nachdem das Verfahren am 15. November 1945 um 10 Uhr im


ehemaligen Konzentrationslager Dachau eröffnet worden war, umriss
die Anklagevertretung zunächst die Vorwürfe gegen die
Beschuldigten. Die Militärrichter stellten daraufhin das rechtmäßige
Zustandekommen des Gerichts und die Rechtsprechungsgewalt
bezogen auf die Beschuldigten fest. Die Beendigung der
Einleitungsphase des Prozesses wurde jedoch durch drei
Klageabweisungsanträge seitens der Verteidigung unterbrochen.
Erstens wurde seitens der Verteidigung die Zuständigkeit des
Gerichtes bestritten und zweitens der angeführte Tatzeitraum als zu
unpräzise kritisiert. Der dritte Klageabweisungsantrag bezog sich auf
die geringe Anzahl der Verteidiger im Verhältnis zu den 40
Angeklagten, die bei potentiell belastenden Aussagen von
Captain John Barnett bezeugt vor
Beschuldigten bezogen auf Mitangeklagte eine wirkungsvolle
dem Hauptankläger William D.
Verteidigungsstrategie erheblich behindern würde. Allen drei Denson die Authentizität der bei der
Klageabweisungsanträgen gab das Militärgericht nicht statt. Die Befreiung des KZ Dachau
Zuständigkeit des Gerichts wurde durch den Status der Angeklagten gemachten Fotografien am
als Kriegsverbrecher begründet, die nicht nach den für 17. November 1945
Kriegsgefangene geltenden Regeln zu behandeln seien, da die
Verbrechen vor ihrer Ingewahrsamnahme begangen wurden. Der
zweite Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt, dass den
Angeklagten primär nicht Einzeltaten zur Last gelegt würden, sondern
das fortlaufende, gemeinsam begangene Verbrechen. Der Teilung des
Verfahrens in Einzelverfahren wurde ebenfalls aufgrund des
fortlaufenden, gemeinsam begangenen Verbrechens nicht
stattgegeben. [15]

Anschließend wurde die Anklageschrift durch den Vorsitzenden


verlesen und die Rechte der Angeklagten im Verfahren erläutert. Auf
die Frage wie die Angeklagten plädieren, antworteten diese sämtlich
mit „nicht schuldig“. Die Anklagevertretung erläuterte danach die
Fakten von ihrem Standpunkt aus und belegte diese mit
Beweismitteln. Unter den 139 zugelassenen Beweismitteln befanden
sich 60 Fotos, die Totenbücher des Lagers von 1941 und 1942,
weitere belastende Dokumente sowie die Aussageprotokolle der
Angeklagten. Unter den 69 Belastungszeugen waren ehemalige Der Lagerarzt Hans Eisele folgt den
Häftlinge sowie Offiziere der United States Army, die an der gegen ihn vorgebrachten Vorwürfen
am 17. November 1945
Befreiung des KZ Dachau und Dokumentation der dortigen
Konzentrationslagerverbrechen beteiligt waren. Zuerst sagten
Offiziere des US-Army aus, die über die Leichen in dem
Evakuierungszug aus Buchenwald und die katastrophalen Zustände im Hauptlager zum Zeitpunkt der
Befreiung berichteten. Ehemalige Häftlinge erläuterten die inhumanen Lebensbedingungen im KZ Dachau,
bezogen auf Bekleidung, Ernährung, Unterkunft, Zwangsarbeit, Epidemien, Medizinische Versuche,
Selektionen, Exekutionen, Misshandlungen und Tötungen. Neben den Zuständen im Hauptlager wurden auch
die katastrophalen Lebensbedingungen in den Außenlagern geschildert.[16]

Die Verteidigung untermauerte danach ihre Sicht der Sachlage mit 93 Zeugen, darunter die Angeklagten,
sowie 27 zugelassenen Beweismitteln. Ebenso wie die Anklagevertretung nahm die Verteidigung Zeugen ins
Kreuzverhör.[17]
Die Angehörigen der Lagermannschaft unter den Angeklagten wurden der Misshandlung und teilweise auch
der Tötung von Häftlingen beschuldigt; ein weiterer Tatkomplex umfasste die Teilnahme an Exekutionen
sowie Straftaten im Zusammenhang mit der Lagerevakuierung. Den Lagerärzten und dem medizinischen
Personal wurde die Teilnahme an Exekutionen durch Feststellung des Todes der Hingerichteten und teilweise
auch die Selektion, Misshandlung und Tötung von Häftlingen zur Last gelegt. Dem Kommandanturpersonal
wurde vorgeworfen, für die katastrophalen Zustände im Lager hauptverantwortlich gewesen zu sein und
dadurch das System von Tötungen, Misshandlungen und inhumaner Vernachlässigung erst ermöglicht zu
haben. Zwei der drei Funktionshäftlinge wurden der Misshandlung und Tötung von Häftlingen beschuldigt.
Einem Funktionshäftling wurde die Teilnahme an Exekutionen vorgeworfen. Die Angeklagten verharmlosten
die Taten, beriefen sich auf Befehlsnotstand oder bestritten zur Tatzeit am Tatort gewesen zu sein.[18]

Besondere Aufmerksamkeit erhielt Claus Schilling, der mit 74 Jahren


ältester Angeklagter im Dachau-Hauptverfahren war. Schilling, weder
Mitglied der NSDAP noch der SS, war promovierter und habilitierter
Tropenmediziner. Als angesehener Mediziner hatte Schilling noch
unter Robert Koch studiert und sich ab 1898 insbesondere auf die
Malariaforschung spezialisiert. Auch nach seiner Emeritierung 1936
setzte Schilling seine Forschungsarbeit fort und konnte Heinrich
Himmler von der kriegsnotwendigen Entwicklung eines Malaria-
Impfserums überzeugen. Bald darauf wurde Schilling zur
Durchführung seiner Malariastudien eine Versuchsstation im KZ
Dachau zur Verfügung gestellt. Von Februar 1942 bis Anfang April
1945 wurden dort 1.000 bis 1.200 KZ-Häftlinge vorsätzlich mit
Malaria infiziert und anschließend versuchsweise mit Medikamenten
therapiert. Über 100, möglicherweise aber bis zu 400 Häftlinge,
starben an den Folgen dieser Versuchsreihen.[19]
Claus Schilling während seiner
Schilling leugnete vor Gericht die Durchführung der Versuchsreihen
Aussage vor Gericht am
nicht. Die Leiden der Opfer seiner Versuche ordnete er einem höheren
7. Dezember 1945
Interesse der Wissenschaft unter. Er bat daher das Gericht darum,
seine Versuchsreihen abschließen und niederschreiben zu dürfen.
Zudem habe er mit den Vorgängen im Lager selbst nichts zu tun
gehabt. Das Militärgericht folgte Schillings Argumenten nicht.[19]

In seinem Schlussplädoyer stellte Hauptankläger Denson den Vorgang eines fortlaufenden Verbrechens
heraus, der im KZ Dachau stattgefunden habe. Durch ihre Teilnahme und Zusammenarbeit an dem System
Dachau hätten alle Angeklagten erst die dortigen Konzentrationslagerverbrechen ermöglicht und seien daher
sämtlich schuldig zu sprechen. Auch die drei angeklagten Funktionshäftlinge seien, als von der SS eingesetzte
Kapos, im weiteren Sinne für das Funktionieren des Systems Dachau mitverantwortlich und daher schuldig zu
sprechen. Die Berufung der Angeklagten auf Befehlsnotstand ließ Denson nicht gelten, da dieser die
Angeklagten nicht von der Verantwortung für begangene Kriegsverbrechen entbinde. Mildernde Umstände
sah Denson bei den Angeklagten nicht gegeben und plädierte daher auf harte Urteile für alle Angeklagten.[20]

Die Verteidiger griffen anschließend den Vorwurf des Common Design an, da dieser nicht der europäischen
Rechtstradition entspräche und ihres Erachtens sehr willkürlich auf die Angeklagten angewandt worden war.
Nur so wäre die Prozessdurchführung gegen die 40 Angeklagten möglich gewesen, da in mehreren Fällen der
individuelle Tatnachweis nicht erbracht worden war. Selbst Belastungszeugen hätten im Fall des ehemaligen
Lagerkommandanten Weiß darauf hingewiesen, dass sich unter seiner Lagerleitung die Zustände im KZ
Dachau merklich verbessert hatten. Zudem seien teilweise falsche Zeugenaussagen vor Gericht verwendet und
die Tatsache der unfreiwilligen Heranziehung einzelner Angeklagter zum Lagerdienst nicht berücksichtigt
worden. Insgesamt, so das Resümee der Verteidigung, seien die Hauptverantwortlichen im Nürnberger
Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher zu finden und das Dachau-Hauptverfahren von
Vergeltungsgedanken geleitet.[21]

Das Militärgericht verkündete durch seinen Vorsitzenden am 13. Dezember 1945 die Urteile. Neben 36
Todesurteilen wurden eine lebenslange und drei Haftstrafen mit der Pflicht zur Zwangsarbeit verhängt. In der
Urteilsbegründung wies das Gericht nochmals auf den verbrecherischen Charakter der gemeinsam
begangenen Tat hin, welcher die Verurteilung sämtlicher Angeklagter notwendig mache.[22]

Der ehemalige Der polnische Wilhelm Wagner Der ehemalige


Häftling Eugen Priester Theodore während seiner Häftling Helmuth
Seybold identifiziert Korcz (links) liest am Aussage im Breiding identifiziert
Dr. Fritz Hintermayer 22. November 1945 Dachau- Friedrich Wetzel am
am 22. November im Beisein von Hauptprozess am 22. November 1945
1945 Hauptankläger 30. November 1945
Denson aus den
Malariaprotokollen
vor

Friedrich Wetzel Friedrich Wetzel


(rechts im Bild) (Rückenansicht mit
während seiner Nummer 40) bei der
Aussage am Urteilsverkündung
29. November 1945 am 13. Dezember
1945

Die 40 Urteile im Einzelnen


Angeklagter Rang Funktion Exzesstaten Urteil
Todesurteil,
SS- Lagerkommandant des hingerichtet
Martin Weiß
Obersturmbannführer KZ Dachau am 29. Mai
1946
Todesurteil,
Adjutant des
Rudolf hingerichtet
SS-Obersturmführer Lagerkommandanten im
Suttrop am 28. Mai
KZ Dachau
1946
Todesurteil,
Michael Schutzhaftlagerführer im hingerichtet
SS-Hauptsturmführer Misshandlung von Häftlingen
Redwitz KZ Dachau am 29. Mai
1946
Todesurteil,
Friedrich SS- Schutzhaftlagerführer im Misshandlung von Häftlingen, hingerichtet
Ruppert Obersturmbannführer KZ Dachau Teilnahme an Exekutionen am 28. Mai
1946
Todesurteil,
Wilhelm Arbeitsdienstführer im Misshandlung von Häftlingen, hingerichtet
SS-Hauptscharführer
Welter KZ Dachau Teilnahme an Selektionen am 29. Mai
1946
Todesurteil,
Schutzhaftlagerführer im Misshandlung und Tötung von hingerichtet
Josef Jarolin SS-Obersturmführer
KZ Dachau Häftlingen am 28. Mai
1946
Rapportführer und Todesurteil,
Franz stellvertretender Misshandlung von Häftlingen, hingerichtet
SS-Hauptscharführer
Trenkle Schutzhaftlagerführer im Teilnahme an Exekutionen am 28. Mai
KZ Dachau 1946
Todesurteil,
Wilhelm Arbeitsdienstführer im Misshandlung von Häftlingen, hingerichtet
SS-Scharführer
Tempel KZ Dachau teilweise mit Todesfolge am 29. Mai
1946
Blockführer und beim Todesurteil,
Engelbert Krematoriumskommando hingerichtet
SS-Unterscharführer Misshandlung von Häftlingen
Niedermeyer des KZ Dachau am 28. Mai
eingesetzt 1946
Todesurteil,
Rapportführer im KZ hingerichtet
Josef Seuß SS-Hauptscharführer Misshandlung von Häftlingen
Dachau am 28. Mai
1946
Todesurteil,
Leonhard Rapportführer im KZ hingerichtet
SS-Hauptscharführer Teilnahme an Exekutionen
Eichberger Dachau am 29. Mai
1946
Todesurteil,
Lagerführer des
Alfred Misshandlung von Häftlingen, hingerichtet
SS-Oberscharführer Dachauer Nebenlagers
Kramer teilweise mit Todesfolge am 29. Mai
Kaufering Nr. 1
1946
Todesurteil,
Leiter der
Wilhelm Misshandlung von Häftlingen, hingerichtet
SS-Hauptscharführer Häftlingswäscherei im
Wagner teilweise mit Todesfolge am 29. Mai
KZ Dachau
1946
Johann Kick SS-Obersturmführer Leiter der Politischen Misshandlung von Häftlingen Todesurteil,
Abteilung im KZ Dachau hingerichtet
am 29. Mai
1946
stellvertretender
Todesurteil,
Kommandant des
Vinzenz Misshandlung von Häftlingen, hingerichtet
SS-Obersturmführer Dachauer
Schöttl Tötung eines Häftlings am 28. Mai
Nebenlagerkomplexes
1946
Kaufering
Tötung zweier weiblicher
schwangerer Häftlinge durch
Todesurteil,
Injektion, Vorbereitung der Tötung
Fritz SS- 1. Lagerarzt im KZ hingerichtet
von sieben psychisch kranken
Hintermayer Obersturmbannführer Dachau am 29. Mai
Häftlingen, Teilnahme an
1946
Exekutionen zur Feststellung des
Todes der Hingerichteten
Todesurteil,
Lagerführer des
Johann Misshandlung von Häftlingen, hingerichtet
SS-Hauptscharführer Dachauer Nebenlagers
Kirsch teilweise mit Todesfolge am 28. Mai
Kaufering Nr. 1
1946
Todesurteil,
Lagerführer der
Johann Hauptmann der hingerichtet
Dachauer Nebenlagers Misshandlung von Häftlingen
Eichelsdörfer Wehrmacht am 29. Mai
Kaufering Nr. 4, 7 und 8
1946
Kommandant des Todesurteil,
Otto Dachauer Misshandlung von Häftlingen, hingerichtet
SS-Sturmbannführer
Förschner Nebenlagerkomplexes Tötung eines Häftlings am 28. Mai
Kaufering 1946
Kommandeur der
Wachmannschaft im KZ Todesurteil,
Walter Dachau, Misshandlung von Häftlingen, hingerichtet
SS-Oberführer
Langleist Lagerkommandant teilweise mit Todesfolge am 28. Mai
Außenkommando 1946
Mühldorf
Durchführung von Todesurteil,
Leiter der
Claus Malariaexperimenten an hingerichtet
Tropenmediziner Malariaexperimente im
Schilling Häftlingen, teilweise mit am 28. Mai
KZ Dachau
Todesfolge 1946
Lagerführer der
Todesurteil,
Dachauer Nebenlagers
Arno hingerichtet
SS-Obersturmführer Kaufering Nr. 2 und 7, Misshandlung von Häftlingen
Lippmann am 29. Mai
Schutzhaftlagerführer
1946
unter Michael Redwitz
Todesurteil,
Arbeits- und Misshandlung von Häftlingen,
Franz hingerichtet
SS-Oberscharführer Rapportführer im KZ Tötung eines Häftlings,
Böttger am 29. Mai
Dachau Teilnahme an Exekutionen
1946
Misshandlung von Häftlingen, Todesurteil,
Arbeitseinteilung in den Erschießung von Häftlingen hingerichtet
Otto Moll SS-Hauptscharführer
Kauferinger Nebenlagern während des am 28. Mai
Evakuierungsmarsches 1946
Misshandlung von Häftlingen, Todesurteil,
Anton SS-Sanitätsdienstgrad Tötung eines Häftlings durch hingerichtet
SS-Oberscharführer
Endres im KZ Dachau Injektion, Teilnahme an zwei am 28. Mai
Exekutionen 1946
Todesurteil,
Misshandlung von Häftlingen,
Blockführer im KZ hingerichtet
Simon Kiern SS-Hauptscharführer Tötung eines Häftlings,
Dachau am 28. Mai
Teilnahme an drei Exekutionen
1946
Fritz Becher Funktionshäftling Blockältester im Misshandlung von Häftlingen, Todesurteil,
Pfarrerblock teilweise mit Todesfolge hingerichtet
am 29. Mai
1946
Todesurteil,
Christof Blockältester und Kapo Misshandlung und Tötung von hingerichtet
Funktionshäftling
Knoll im KZ Dachau Häftlingen am 29. Mai
1946
Todesurteil,
Teilnahme an Exekutionen zur
2. Lagerarzt im KZ reduziert auf
Hans Eisele SS-Hauptsturmführer Feststellung des Todes der
Dachau lebenslange
Hingerichteten
Haftstrafe
Todesurteil,
Teilnahme an Exekutionen zur
Wilhelm 1. Lagerarzt im KZ reduziert auf
SS-Sturmbannführer Feststellung des Todes der
Witteler Dachau 20 Jahre
Hingerichteten
Haftstrafe
Todesurteil,
Teilnahme an Exekutionen zur
leitender Truppenarzt im reduziert auf
Fridolin Puhr SS-Hauptsturmführer Feststellung des Todes der
KZ Dachau 20 Jahre
Hingerichteten
Haftstrafe
Betriebsleiter der Todesurteil,
Deutschen reduziert auf
Otto Schulz SS-Untersturmführer Misshandlung von Häftlingen
Ausrüstungswerke in 20 Jahre
Dachau Haftstrafe
Todesurteil,
Kommandant der
Fritz Leiter eines reduziert auf
SS-Sturmbannführer Wachmannschaft im KZ
Degelow Evakuierungstransportes zehn Jahre
Dachau
Haftstrafe
Todesurteil,
Kapo im Krematorium reduziert auf
Emil Mahl Funktionshäftling Teilnahme an Exekutionen
des KZ Dachau zehn Jahre
Haftstrafe
Todesurteil,
Sylvester Versorgungsoffizier im reduziert auf
SS-Untersturmführer
Filleböck KZ Dachau zehn Jahre
Haftstrafe
Todesurteil,
Friedrich Verwaltungsführer im KZ reduziert auf
SS-Hauptsturmführer
Wetzel Dachau zehn Jahre
Haftstrafe
Rapportführer, Lebenslange
Kommandoführer und in Haftstrafe,
Peter Betz SS-Hauptscharführer der Schreibstube der Misshandlung von Häftlingen reduziert auf
Lagerkommandantur 15 Jahre
eingesetzt Haftstrafe
Kommandoführer im
Hugo zehn Jahre
SS-Scharführer Nebenlager Feldafing
Lausterer Haftstrafe
des KZ Dachau
Angehöriger der
Albin Wachmannschaft im KZ zehn Jahre
SS-Unterscharführer
Gretsch Dachau und Nebenlagern Haftstrafe
des KZ Dachau
Johann SS-Mann Angehöriger der zehn Jahre
Schöpp Wachmannschaft im KZ Haftstrafe,
Dachau und dem reduziert auf
Nebenlager Feldafing 5 Jahre
des KZ Dachau Haftstrafe
Überprüfungsverfahren
Arthur Haulot, Präsident des Internationalen Komitees der Dachauer Häftlinge, reichte namens des Komitees
ein Gnadengesuch für die drei zum Tode verurteilten Funktionshäftlinge ein, da diese Täter und Opfer
zugleich seien und daher anders als die übrigen Angeklagten behandelt werden müssten.[23]

Für zahlreiche weitere Angeklagte gingen Gnadengesuche von den Familien, Freunden, Kollegen und auch
Nachbarn ein. So auch für den angeklagten Tropenmediziner Schilling, für den unter anderem Gnadengesuche
von Kollegen des Robert Koch-Instituts, des Bernhard-Nocht-Instituts und des Kaiser-Wilhelm-Instituts
eingingen. In den Gnadengesuchen für Schilling wurde ausdrücklich auf sein wissenschaftliches Renommee,
seine Verdienste für die Wissenschaft, seine unpolitische Einstellung und sein tadelloses Verhalten
hingewiesen. Schilling sei, so wird in einigen Gnadengesuchen ausgeführt, leidenschaftlicher Forscher, der
den Tod von Probanden bei Versuchsreihen nicht vorsätzlich eingeplant habe, sondern im Gegenteil das Leben
von Menschen habe retten wollen.[19]

„Ganz unpolitisch eingestellt, liebte er nur seine Wissenschaft, seine Geige und seine Frau.“
– Aus einem Gnadengesuch für Claus Schilling[24]

Die Verteidigung forderte im Überprüfungsverfahren einen Freispruch für die Angeklagten Mahl, Becher,
Knoll, Schöpp, Gretsch, Lausterer, Betz, Suttrop, Puhr, Witteler und Eisele. Gegen die vorgenannten
Angeklagten seien nach ihrem Dafürhalten keine wesentlich belastenden Aussagen oder Beweise angeführt
worden. Zudem seien die gegen die anderen Angeklagten ergangenen Urteile unverhältnismäßig hart
ausgefallen.[25]

Während der Revision, die durch zwei Überprüfungsinstanzen ging, spielte die individuelle Tatbeteiligung der
Angeklagten im Rahmen des gemeinsam begangenen Vorgehens eine wesentliche Rolle. Nach Prüfung der
Prozessunterlagen und der Abwägung der seitens der Anklage und Verteidigung vorgebrachten Argumente
wurden die gefällten Urteile weitestgehend bestätigt. Das Todesurteil gegen den Lagerarzt Eisele, der später
auch Angeklagter im Buchenwald-Hauptprozess war, sollte in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt
werden. Ebenso sollten Puhrs und Mahls Todesurteile in Haftstrafen umgewandelt und Schöpps Haftstrafe auf
fünf Jahre reduziert werden. Bei Mahl wurden zusätzlich seine umfassende Aussagebereitschaft sowie die im
Gegensatz zu den beiden anderen Funktionshäftlingen geringer gewichtete Tatbeteiligung berücksichtigt. Bei
Eisele, dem keine individuellen Misshandlungen nachgewiesen werden konnten, wurde die Verbesserung der
medizinischen Versorgung im Lager und bei Truppenarzt Puhr seine lediglich vertretungsweise Anwesenheit
im Häftlingslager berücksichtigt. Die Empfehlung, Schöpps Haftstrafe um die Hälfte zu reduzieren, wurde mit
seiner zwangsweisen Einziehung zur Waffen-SS, seiner im Vergleich zu den anderen Angeklagten
unbedeutenden Funktion im Lager und dem Umstand begründet, dass er keine Häftlinge misshandelt hatte.
Nach Abschluss der zweiten Überprüfungsinstanz wurden auch die Todesurteile von Witteler, Schulz,
Degelow, Wetzel und Filleböck in Haftstrafen umgewandelt. Witteler, Schulz, Wetzel und Filleböck hätten
zwar eine wichtige Funktion im Lager innegehabt, seien aber um die Verbesserung der Bedingungen im Lager
auf unterschiedliche Weise bemüht gewesen. Degelow habe zwar einen Evakuierungsmarsch geleitet, sich
dabei jedoch um einen humanen Vollzug des Marsches bemüht und sei zudem nur wenige Tage persönlich im
Lager gewesen. Den Empfehlungen der beiden Überprüfungsinstanzen kam der Oberbefehlshaber der
amerikanischen Streitkräfte nach und bestätigte auch die restlichen Urteile.[26]

Vollzug der Urteile


Nach der Urteilsverkündung wurden die Verurteilten in verschiedene Zuchthäuser, hauptsächlich das
Kriegsverbrechergefängnis Landsberg, überführt. Von den 36 ausgesprochenen Todesurteilen wurden
schließlich 28 am 28. und 29. Mai 1946 durch den Strang im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg
vollstreckt. Die Exekutionen fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.[27][28]

Die Haftstrafen wurden in Überprüfungsverfahren oder infolge von Gnadengesuchen sukzessive reduziert. Bis
Mitte der 1950er Jahre wurden alle Gefangenen, die im Dachau-Hauptprozess verurteilt wurden, aufgrund
guter Führung, Amnestien oder aus gesundheitlichen Gründen, zumindest auf Bewährung, entlassen.[28]

Wertungen und Wirkungen


Im Dachau-Hauptprozess ergingen in Relation zu den folgenden
Konzentrationslagerprozessen, die im Rahmen der Dachauer Prozesse
stattfanden, die härtesten Urteile. Wesentliche Gründe dafür waren
sicher die zeitnahe Durchführung des Verfahrens nach Kriegsende
sowie die Tatsache, dass die Richter des Militärgerichts sich noch an
Ort und Stelle ein umfassendes Bild der katastrophalen Zustände nach
der Befreiung des KZ Dachau machen konnten. Bei den späteren
Dachauer Konzentrationslagerverfahren konnten die zuständigen
Richter nicht mehr auf diese Erfahrung zurückgreifen, die im Dachau-
Hauptprozess eine gewichtige Rolle bei der Urteilsfindung spielte.[29]
Zudem setzte im Zuge des Kalten Krieges – die Westalliierten wollten
Westdeutschland als Bündnispartner – nach Überprüfungsverfahren Reeducation: Einwohner der Stadt
die sukzessive Abmilderung der Urteile und damit auch die vorzeitige Burgsteinfurt auf dem Weg ins Kino,
Entlassung der Gefangenen aus Landsberg ein.[30] wo am 30. Mai 1945 Aufnahmen
nach der Befreiung der
Im Dachau-Hauptprozess stand, ebenso bei den anderen Konzentrationslager Bergen-Belsen
Kriegsverbrecherprozessen der Alliierten, zunächst die und Buchenwald gezeigt werden. Am
rechtsstaatliche Ahndung und Sühne der NS-Verbrechen im Eingang des Kinos steht britische
Militärpolizei sowie deutsche
Vordergrund. Zudem sollte auch die Bevölkerung über die NS-
Polizisten.
Verbrechen aufgeklärt und der verbrecherische Charakter der
Gewalttaten verdeutlicht werden. Weiterhin sollten diese Prozesse
einen kollektiven Reflexionsprozess in der deutschen Bevölkerung in
Gang setzen, um eine rechtsstaatliche und demokratische Kultur im Nachkriegsdeutschland und damit in der
Gesellschaft zu etablieren. Der symbolträchtige Prozessort Dachau, der kollektive Schock über die
Nachrichten und Aufnahmen der Gewaltverbrechen in den Konzentrationslagern erzielten in der frühen
Nachkriegszeit in Deutschland im Sinne der Reeducation zunächst durchaus eine Wirkung, was sich auch an
den zahlreichen zeitgenössischen Medienpublikationen ersehen lässt. Dem ersten Schock über die Gräueltaten
in den Konzentrationslagern folgten im Zuge der kollektiven Verdrängung Solidarisierungen weiter Teile der
deutschen Bevölkerung mit den in Landsberg einsitzenden Gefangenen.[31] Als Hauptverantwortliche für die
Gräuel der Konzentrationslager wurden bald Hermann Göring und Heinrich Himmler ausgemacht; diese
Schuldverlagerung barg die Gefahr einer unterstellten Siegerjustiz an unteren Chargen. Diese Unterstellung
wurde auch durch das in Deutschland kaum nachvollziehbare Rechtskonstrukt des Common Design gefördert,
der billigenden Teilnahme an einem verbrecherischen System, das von vornherein auch ohne individuellen
Tatnachweis eine Straftat unterstellte. Die amerikanischen Militärgerichte waren daher auch bemüht, in den
Dachauer KZ-Prozessen den Angeklagten Straftaten individuell nachzuweisen, was in der Mehrzahl der
verhandelten Fälle auch gelang.[32]

Die Dachauer Nebenprozesse


Dem Dachau-Hauptprozess schlossen sich 121 Nebenverfahren mit etwa 500 weiteren Angeklagten an, die in
dem Zeitraum vom 11. Oktober 1946 bis zum 11. Dezember 1947 stattfanden. Aufgrund der Vielzahl der
Nebenverfahren wurden zeitweise mehrere Prozesse parallel durchgeführt. Neben einigen Lagerärzten und
Funktionshäftlingen waren überwiegend Angehörige der Lagermannschaften angeklagt. Die Nebenverfahren
basierten auf dem Dachau-Hauptprozess und liefen daher in
verkürzter Form ab. Im Unterschied zu dem Hauptverfahren dauerten
die Nebenverfahren, in denen hauptsächlich gegen ein bis neun
angeklagte SS-Angehörige unterer Dienstränge verhandelt wurde,
selten länger als wenige Tage an. Verhandelt wurden hauptsächlich
Misshandlungen und Tötungen alliierter Häftlinge, die im KZ Dachau
und den Nebenlagern begangen wurden. Der Mühldorf-Prozess
gegen das Lagerpersonal des Dachauer Außenkommandos Mühldorf
wurde hingegen als eigenständiges Hauptverfahren geführt.[33] Drei
der 121 Nebenverfahren bedürfen besonderer Beachtung, da sie einen
ehemaligen Lagerkommandanten samt Adjutanten, einen SS-Arzt
sowie einen Rapportführer, dessen Todesurteil bundesweit Beachtung
fand, betrafen: Alexander Piorkowski im britischen
Internierungslager in Westertimke bei
Das Verfahren (Case No. 000-50-2-23 US vs. Alex Bremen am 16. Mai 1945
Piorkowski et al) gegen Alex Piorkowski und Heinz
Detmers, das vom 6. bis 17. Januar 1947 stattfand, richtete
sich gegen einen ehemaligen Lagerkommandanten des
KZ Dachau und seinen Adjutanten. Piorkowski war von
Februar 1940 bis Ende August 1942 Lagerkommandant
des KZ Dachau und Detmers von 1940 bis Februar 1942
sein Adjutant. Beide Angeklagte waren wie die
Angeklagten des Hauptprozesses der Kriegsverbrechen
an alliierten Zivilisten und Kriegsgefangenen beschuldigt
und plädierten ebenfalls nach Verlesung der
Anklageschrift auf „nicht schuldig“. Piorkowski wurde
insbesondere vorgeworfen, dass unter seiner Lagerleitung
Exekutionen an sowjetischen Kriegsgefangenen,
pseudomedizinische Versuche an Häftlingen und der
willkürliche Vollzug von Misshandlungen über die
Lagerordnung hinaus stattgefunden hätten. Auch Detmers
habe im Rahmen des gemeinsamen Vorgehens an diesen
Verbrechen teilgenommen. Die beiden Angeklagten, die
während des Prozesses auf Anraten ihrer Rechtsbeistände
schwiegen, wurden trotz des engagierten Einsatzes ihrer
amerikanischen Verteidiger schuldig gesprochen. Nach
Der Haftbogen von Sebastian
den Überprüfungsverfahren und Gnadengesuchen wurde
Schmid, der neben zwei Fotos auch
das Todesurteil gegen Piorkowski bestätigt, die
Fingerabdrücke enthält; Schmid war
fünfzehnjährige Haftstrafe für Detmers jedoch auf fünf
Angeklagter in einem Nebenprozess
Jahre Haft reduziert. Detmers wurde später im
des Dachau-Hauptprozesses. Wegen
Nordhausen-Hauptprozess erneut angeklagt, Piorkowski
Misshandlungen von Häftlingen im
am 22. Oktober 1948 in Landsberg durch den Strang
KZ Dachau wurde Schmid, der als
hingerichtet.[34] SS-Unterscharführer Fahrer und
Mechaniker im KZ Dachau war, am
18. September 1947 zu
lebenslänglicher Haft verurteilt. Das
Urteil wurde im
Überprüfungsverfahren auf zehn
Jahre Haft reduziert. Haftbögen
wurden für alle Angeklagten der
Dachauer Prozesse angelegt.
Vom 24. November bis zum 11. Dezember 1947 wurde gegen den Arzt Rudolf Brachtel und
den Funktionshäftling Karl Zimmermann verhandelt (Case No. 000-50-2-103 US vs. Rudolf
Brachtel et al.). Brachtel wurde vorgeworfen, als zeitweiliger Assistent von Claus Schilling
Häftlinge vorsätzlich mit Malaria infiziert und zudem auch medizinisch nicht notwendige
Leberpunktionen durchgeführt zu haben. Zimmermann wurde als Oberkapo des
Krankenreviers beschuldigt, Häftlinge misshandelt und durch Phenol-Injektionen getötet zu
haben. Die Vorwürfe gegen Zimmermann, der seinen Posten von Josef Heiden übernommen
hatte, ließen sich jedoch nicht aufrechterhalten. Beide wurden schließlich freigesprochen.[35]
Gegen den Angeklagten Georg Schallermair wurde vom 18. bis 23. September 1947
verhandelt (Case No. 000-50-2-121 US vs. Georg Schallermair). Schallermair wurde als
ehemaliger Rapportführer im Außenkommando Mühldorf beschuldigt, aufgrund seiner Position
für die katastrophalen Bedingungen im Außenkommando Mühldorf mitverantwortlich gewesen
zu sein. Zudem schlug Schallermair nachweislich Häftlinge tot. Schallermair wurde für
schuldig befunden und am 23. September 1947 zum Tod durch den Strang verurteilt. Dieses
Urteil wurde auch im Überprüfungsverfahren aufrechterhalten.[36] In der Bundesrepublik
Deutschland setzte ab 1950 eine Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe ein, an der sich
auch hochrangige Repräsentanten aus Gesellschaft und Politik beteiligten. So bat der
Justizminister Thomas Dehler den Bundespräsidenten Theodor Heuss darum,
Gnadengesuche für Schallermair und Hans-Theodor Schmidt, der im Buchenwald-
Hauptprozess zum Tode verurteilt wurde, bei General Thomas T. Handy einzureichen.[37]
Handy, der elf Todesurteile in Haftstrafen umgewandelt hatte, lehnte dieses Begehren jedoch
ab. Im Falle Schallermairs mit folgender Begründung:

„Georg Schallermair war als Führer eines Rollkommandos direkt für die Gefangenen in
Mühldorf, einem Nebenlager von Dachau, verantwortlich. Er selbst schlug viele Gefangene
derart, dass sie an den Folgen starben. Von 300 Menschen, die im Herbst 1944 in das Lager
gebracht wurden, waren nach vier Monaten nur 72 am Leben. Täglich besuchte er mit einem
gefangenen Zahnarzt das Leichenhaus, um den Toten die Goldzähne auszubrechen. Es gibt
keine Tatsachen oder Argumente, die in diesem Falle Gnade in irgendeiner Weise
rechtfertigen könnten.“[38]

Schallermair und Schmidt wurden mit Oswald Pohl und vier weiteren nicht begnadigten
Delinquenten am 7. Juni 1951 in Landsberg durch Hängen hingerichtet. Es waren die letzten
in Landsberg vollstreckten Todesurteile.[39]

Literatur
Case No. 000-50-2 (US vs. Martin Gottfried Weiss et al.) Tried 13 Dec. 1945;
jewishvirtuallibrary.org (http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Holocaust/dachautrial/d3.pd
f) (PDF; 39 MB; englisch)
Holger Lessing: Der erste Dachauer Prozess (1945/46). Nomos, Baden-Baden 1993, ISBN 3-
7890-2933-5.
Ludwig Eiber, Robert Sigl (Hrsg.): Dachauer Prozesse – NS-Verbrechen vor amerikanischen
Militärgerichten in Dachau 1945–1948. Wallstein, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0167-2.
Ute Stiepani: Die Dachauer Prozesse und ihre Bedeutung im Rahmen der alliierten
Strafverfolgung von NS-Verbrechen. In: Gerd R. Ueberschär: Die alliierten Prozesse gegen
Kriegsverbrecher und Soldaten 1943–1952. Fischer, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-596-
13589-3.
Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Campus, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-593-34641-9.
Joshua M. Greene: Justice at Dachau – The Trials of an American Prosecutor. Broadway, 2003,
ISBN 978-0-7679-0879-5.
Martin Gruner: Verurteilt in Dachau. Der Prozess gegen den KZ-Kommandanten Alex
Piorkowski vor einem US-Militärgericht. Wißner, Augsburg 2008, ISBN 978-3-89639-650-1.
Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945. Fischer,
Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8.

Weblinks
Commons: Dachau-Hauptprozess (https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Dachau_trial?us
elang=de) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Dachau-Hauptprozess und Nebenverfahren (http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Holoca
ust/DachauCases.html)
Kriegsverbrechergefängnis Landsberg (http://www.landsberger-zeitgeschichte.de/Geschichte/k
riegsverbrecher/kriegsverbrecher.htm)
Dachau Concentration Camp Trial (http://www.ess.uwe.ac.uk/WCC/dachau.htm)
US vs. Alex Piorkowski et al. – Case No. 000-50-2-23 Recommendations (http://www.jewishvirt
uallibrary.org/jsource/Holocaust/dachautrial/d25.pdf) (PDF; 2,1 MB) jewishvirtuallibrary.org;
zum Militärgerichtsverfahren
United States vs. Rudolf Adalbert Brachtel et al. – Case 000-50-2-103; Prozessunterlagen (htt
p://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Holocaust/dachautrial/d104.pdf) (PDF; 614 kB;
englisch)

Einzelnachweise
1. Michael S. Bryant: Nazi Crimes and Their Punishment, 1943–1950. A Short History with
Documents. Hackett, Cambridge 2020, ISBN 978-1-62466-861-6, S. 154.
2. Ute Stiepani: Die Dachauer Prozesse und ihre Bedeutung im Rahmen der alliierten
Strafverfolgung von NS-Verbrechen. In: Gerd R. Ueberschär: Die alliierten Prozesse gegen
Kriegsverbrecher und Soldaten 1943–1952. Frankfurt am Main 1999, S. 229ff.
3. Katrin Greiser: Die Dachauer Buchenwaldprozesse – Anspruch und Wirklichkeit – Anspruch
und Wirkung. In: Ludwig Eiber, Robert Sigl (Hrsg.): Dachauer Prozesse – NS-Verbrechen vor
amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945–1948. Göttingen 2007, S. 160f.
4. Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der
nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 2: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager. C.H.
Beck, München 2005, ISBN 3-406-52962-3, S. 367f.
5. Stanislav Zámečník: Das war Dachau. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 360f, 387f, 398f.
6. Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 16 ff., S. 48.
7. Michael Bryant: Die US-amerikanischen Militärgerichtsprozesse gegen SS-Personal, Ärzte,
und Kapos des KZ Dachau 1945–1948. In: Ludwig Eiber, Robert Sigl (Hrsg.): Dachauer
Prozesse – NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945–1948.
Göttingen 2007, S. 109–111.
Holger Lessing: Der erste Dachauer Prozess (1945/46). Baden-Baden 1993, S. 58ff.
Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 35f.
8. Dachau-Hauptprozess: Case No. 000-50-2 (US vs. Martin Gottfried Weiss et al) Tried 13 Dec.
45, S. 3ff.
Holger Lessing: Der erste Dachauer Prozess (1945/46). Baden-Baden 1993, S. 83f.
9. Dachau-Hauptprozess: Case No. 000-50-2 (US vs. Martin Gottfried Weiss et al) Tried 13 Dec.
45, S. 3ff.
10. Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 44.
11. Florian Freund: Der Dachauer Mauthausenprozess. In: Dokumentationsarchiv des
österreichischen Widerstandes. Jahrbuch 2001, Wien 2001, S. 35–66.
12. Holger Lessing: Der erste Dachauer Prozess (1945/46). Baden-Baden 1993, S. 91f.
13. Holger Lessing: Der erste Dachauer Prozess (1945/46). Baden-Baden 1993, S. 82f., S. 91f.
Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 40f.
14. zitiert und übersetzt nach: Joshua M. Greene: Justice at Dachau – The Trials of an American
Prosecutor. Broadway, 2003, S. 44. Originaltext: “May it please the court, we expect the
evidence to show that during the time alleged, a scheme of extermination was in process here
at Dachau. We expect the evidence to show that the victims of this planned extermination were
civilians and prisoners of war, individuals unwilling to submit themselves to the yoke of Nazism.
We expect to show that these people were subjected to experiments like guinea pigs, starved
to death, and at the same time worked as hard as their physical bodies permitted; that the
conditions under which these people were housed were such that disease and death were
inevitable. Further, we expect to show that during the time that Germany overran Europe, these
people were subjected to utterly inhuman treatment, and that each of these accused constituted
a cog in this machine of extermination.”
15. Holger Lessing: Der erste Dachauer Prozess (1945/46). Baden-Baden 1993, S. 91–117.
Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 44 f.
16. Holger Lessing: Der erste Dachauer Prozess (1945/46). Baden-Baden 1993, S. 117f., S. 144 ff.
Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 47 f.
17. Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 52 f.
18. Dachau-Hauptprozess: Case No. 000-50-2 (US vs. Martin Gottfried Weiss et al) Tried 13 Dec.
45, S. 3ff.
Michael Bryant: Die US-amerikanischen Militärgerichtsprozesse gegen SS-Personal, Ärzte,
und Kapos des KZ Dachau 1945–1948. In: Ludwig Eiber, Robert Sigl (Hrsg.): Dachauer
Prozesse – NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945–1948.
Göttingen 2007, S. 112.
19. Michael Bryant: Die US-amerikanischen Militärgerichtsprozesse gegen SS-Personal, Ärzte,
und Kapos des KZ Dachau 1945–1948. In: Ludwig Eiber, Robert Sigel (Hrsg.): Dachauer
Prozesse – NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945–1948.
Göttingen 2007, S. 115f.
Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 71f.
20. Holger Lessing: Der erste Dachauer Prozess (1945/46). Baden-Baden 1993, S. 238f.
Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 56ff.
21. Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 59f.
22. Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 60f.
23. Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 63.
24. zitiert nach: Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer
Kriegsverbrecherprozesse 1945–1948. Frankfurt am Main 1992, S. 74.
25. Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 63 f.
26. Holger Lessing: Der erste Dachauer Prozess (1945/46). Baden-Baden 1993, S. 260f.
Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 65 f.
27. Holger Lessing: Der erste Dachauer Prozess (1945/46). Baden-Baden 1993, S. 251, 270.
28. Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 75.
29. Michael Bryant: Die US-amerikanischen Militärgerichtsprozesse gegen SS-Personal, Ärzte,
und Kapos des KZ Dachau 1945–1948. In: Ludwig Eiber, Robert Sigl (Hrsg.): Dachauer
Prozesse – NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945–1948.
Göttingen 2007, S. 120 f.
30. Norbert Frei: Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-
Vergangenheit. München 2003, ISBN 3-423-30720-X, S. 133–306.
31. Katrin Greiser: Die Dachauer Buchenwaldprozesse – Anspruch und Wirklichkeit – Anspruch
und Wirkung. In: Ludwig Eiber, Robert Sigl (Hrsg.): Dachauer Prozesse – NS-Verbrechen vor
amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945–1948. Göttingen 2007, S. 167 ff.
32. Ute Stiepani: Die Dachauer Prozesse und ihre Bedeutung im Rahmen der alliierten
Strafverfolgung von NS-Verbrechen. In: Gerd R. Ueberschär: Die alliierten Prozesse gegen
Kriegsverbrecher und Soldaten 1943–1952. Frankfurt am Main 1999, S. 232 f.
33. Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 76f., 109f.
Michael Bryant: Die US-amerikanischen Militärgerichtsprozesse gegen SS-Personal, Ärzte,
und Kapos des KZ Dachau 1945–1948. In: Ludwig Eiber, Robert Sigl (Hrsg.): Dachauer
Prozesse – NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945–1948.
Göttingen 2007, S. 112f.
34. Martin Gruner: Verurteilt in Dachau. Der Prozess gegen den KZ-Kommandanten Alex
Piorkowski vor einem US-Militärgericht. Wißner, Augsburg 2008
35. Michael Bryant: Die US-amerikanischen Militärgerichtsprozesse gegen SS-Personal, Ärzte,
und Kapos des KZ Dachau 1945–1948. In: Ludwig Eiber, Robert Sigl (Hrsg.): Dachauer
Prozesse – NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945–1948.
Göttingen 2007, S. 118f.
Robert Sigel: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945–
1948. Frankfurt am Main 1992, S. 79ff.
Review and Recommendations des Deputy Judge Advocate’s Office der War Crimes Group
vom 26. Februar 1948 (http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Holocaust/dachautrial/d104.p
df) (PDF; 630 kB). Überprüfung des Freispruchs vom 11. Dezember 1947 gegen Brachtel.
36. Review and Recommendations des Deputy Judge Advocate’s Office der War Crimes Group
vom 7. Januar 1948 (http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Holocaust/dachautrial/d121.pdf)
(PDF; 1,4 MB). Überprüfung und Billigung des Ersturteils von 1947 gegen Schallermair.
37. Jens Bisky: Zwei Klassen von Menschen. (http://www.berliner-zeitung.de/archiv/aus-anlass-der
-juengsten-im-faelle--warum-gibt-es-auch-nach-zehn-jahren-keinen-schlussstrich--zwei-klasse
n-von-menschen,10810590,9883424.html) In: Berliner Zeitung, 8. März 2001
38. zitiert nach Annette Wilmes: Begnadigung der Nürnberger Kriegsverbrecher (http://www.annett
e-wilmes.de/50jahren/begnadigung.htm).
39. Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der
nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 2: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager. C.H.
Beck, München 2005, S. 393.
Kriegsverbrechergefängnis Landsberg (http://www.buergervereinigung-landsberg.de/kriegsver
brecher/kriegsverbrecher.htm)
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Dachau-Hauptprozess&oldid=203130047“

Diese Seite wurde zuletzt am 26. August 2020 um 17:34 Uhr bearbeitet.

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