Sie sind auf Seite 1von 6

/opt/scribd/conversion/tmp/scratch6604/51196593.

doc

Klasse: 12 NF Tag/Zeit: UW 15

Thema: HYDROGEOGRAPHIE – Wasserkreislauf, -haushalt

Themenfelder der Hydrogeographie

1. Hydrologie „Lehre von den physikalisch, chemisch und biologisch bedingten


Erscheinungsformen des Wassers über, auf und unter der Erdoberfläche, speziell
seiner Verteilung nach Raum und Zeit sowie seiner Wirkungen einschließlich der
anthropogenen Einflüsse“ (Wilhelm 1997).

2. Hydrogeographie beschäftigt sich mit dem Wasserhaushalt, den räumlich und zeitlichen
Veränderungen der Speicherinhalte (z. B. Oberflächen- und Grundwasser) und
dem Abflussverhalten hinsichtlich Quantität (Niedrig- und Hochwasserabfluss) und
Qualität (Wassergüte).

3. Wasserverfügbarkeit

4. Wasserbedarf

5. Wasserkreislauf

6. Wasserhaushalt

7. Stoffkreislauf

8. Europäische Wasserrahmenrichtlinie hier wird der ökologische Zustand der Gewässer betrachtet.

9. Seen

10. Marine Ökosysteme

Wasserkreislauf und Wasserhaushalt


Der Weg des Wassers beschreibt mit Niederschlag, Verdunstung und Abfluss einen kontinuierlichen
Kreislauf.
Trifft der Niederschlag auf Land, so verweilt er hier – je nach Vegetation, Boden, Grundwasser, Fluss, See,
Gletscher – unterschiedlich lang. Durch die Verdunstung gelangt ein Teil des Niederschlages wieder in die
Atmosphäre.
Es wird zwischen einem „kleinen“ (Kreislauf der Festlandsflächen) und einem „großen Wasserkreislauf“
(Kreislauf der Festlands- und Meerflächen) unterschieden. Beide laufen in einem geschlossenen System.

Abb. 12.2
Wasserkre
Klaus Kreutz Seite 1 von 6

Meer, N 08.02.2011
/opt/scribd/conversion/tmp/scratch6604/51196593.doc

Die Darstellung zeigt einen Kreislauf, der die Höhe der Verdunstung und des Niederschlages (Wassersäule
gemessen in mm (cm) – 1 mm entspricht dabei einem Liter pro m²) zugrunde legt.
Zusätzlich wird die Darstellung humiden und ariden Gebieten gerecht, die unterschiedliche Verdunstungs-
und Niederschlagswerte haben. Humid = Niederschlag > Verdunstung; Arid = Niederschlag < Verdunstung.

Der Wasserhaushalt einer Region wird durch das Einzugsgebiet bestimmt. Hier wird zwischen dem
oberirdischen und unterirdischen Einzugsgebiet unterschieden. Die Wasserscheide grenzt das
Einzugsgebiet ab. Das gesamte Wasser (Oberflächen- und Grundwasser) fließt in diesem Gebiet an einem
Punkt zusammen.
Um den Haushalt eines Gebietes zu bestimmen, betrachtet man allgemein den Zufluss (Input –
Niederschlag, Zufluss,…) sowie den Abfluss (Output – Verdunstung, Abfluss,…) und schaut, wie viel Wasser
in diesem Gebiet übrig bleibt. Die Bilanz kann auch negativ sein!
Eine einfache Wasserhaushaltsgleichung berücksichtig als Inputgröße den Niederschlag (N) und als
Outputgröße Verdunstung (V) und Abfluss (A).

N=V+A

Da in der Natur die Verhältnisse jedoch komplexer sind und das Wasser irgendwo gespeichert wird (Seen,
Grundwasser, Boden, Gletscher, Schnee,…), muss dies in einer Formel berücksichtigt werden. Speicher (S)
sowie Änderung der Speicher (∆ S):

N=V+A+∆ S

Der Niederschlag ist die wichtigste Input-Größe der Wasserbilanz. Die Niederschlagsintensität
(mm/Stunde) spielt eine große Rolle für die Abflussbildung.

Abflussbildung und –konzentration steuern den Abflussverlauf (Hoch-, Mittel-,


Niedrigwasserabfluss). Der effektive Niederschlag, also der Niederschlag, der direkt an der Oberfläche
abfließt, ohne in den Boden zu versickern, ist in kleinen Einzugsgebieten sehr wichtig für die
Hochwasserwelle. Die Niederschlagsintensität ist zudem entscheidend für den Weg des Wassers. Ist die
Intensität hoch, so fließt sehr viel an der Oberfläche ab. Ist sie dagegen niedrig, kann das Wasser leichter in
den Boden sickern und somit das Grundwasser auffüllen. Die Infiltrationsrate ist auch abhängig von
Hangneigung, Substrat sowie Bedeckung und Bewuchs (Wald, Wiese, Acker,…).

Abb. 12.2
Zusamme
Kompone
Einzugsg
Linie als o
Wenn Wasser oberflächlich abfließt, so hat das im Wesentlichen zwei Gründe:

1. Oberflächenabfluss nach Horton (es fällt mehr Niederschlag als in den Boden versickern kann)

Klaus Kreutz Seite 2 von 6


abgegren
2. Sättigungsflächenabfluss nach Dunne (der Grundwasserspiegel steigt so hoch an, dass der
Boden keinen Niederschlag mehr aufnehmen kann)

08.02.2011
/opt/scribd/conversion/tmp/scratch6604/51196593.doc

Abb. 12.2
Abflussarten
• Oberflächenabfluss
• Zwischen-
• Basis-
Landober
Hochwasserentstehungsgebiete
infolge In
…sind Gebiete in Mittelgebirgs- und Hügellandschaften, in denen bei Starkregen oder Schneeschmelze in
kurzer Zeit starke Oberflächenabflüsse eintreten können, die zu einer Hochwasserwelle in den
Fließgewässern und damit zu einer erheblichen Gefahr für die Öffentlichkeit werden können.

Gebiete, in denen verstärkt Oberflächenabfluss auftritt:


overland
• Polare und subpolare Zone (kein versickern wegen Permafrost möglich)
• Wechselfeuchte Tropen (Starkregen verschlämmen den Boden und verhindern hierdurch eine
Infiltration)

Grundwasserneubildung
…, das bedeutet, dass sich der Grundwasserspeicher auffüllt.
Positiv:
Sättigung
geringe Niederschlagsintensität (Landregen) und geringe Evapotranspiration [Herbst, Winter]
Starkniederschläge (Oberflächenabfluss) [Frühjahr, Sommer] → eher Grundwasserverbrauch

overland
Negativ:

Der Grundwasserabfluss speist den Basisabfluss. Damit kommen auch in Trockenzeiten Pflanzen noch an
das lebenswichtige Nass. Somit ist die Füllung der Speicher sehr wichtig.
Zudem gewinnen wir aus dem Grundwasser unser Trinkwasser. Schon aus diesem Grund ist es wichtig, das

aus Baum
Ökosystem in Takt zu halten.

Evapotranspiration
Der Begriff setzt sich zusammen aus:
• Evaporation: Verdunstung über der Erdoberfläche
• Transpiration: Verdunstung über die Pflanzen

Abflussganglinie
Sie beschreibt den Abfluss in einem Gerinne und wird mit Kubikmeter pro Sekunde (m³/s) oder Liter pro
Sekunde (l/s) angegeben und erhält den Buchstaben „Q“. Man bezieht sich dabei auf denjenigen Abfluss,
der durch die Gravitation entsteht. Zeit und oberirdischer Fließquerschnitt sind fest definiert – um eine
Vergleichbarkeit zu gewährleisten – und das Einzugsgebiet muss zugeordnet werden können.

Abflussspende / Abflusshöhe
Bezieht man die Abflussmenge auf die Einzugsgebietsfläche, so spricht man von Abflussspende (l/s ⋅ km²)
oder Abflusshöhe (mm/Zeiteinheit).

Klaus Kreutz Seite 3 von 6 08.02.2011


/opt/scribd/conversion/tmp/scratch6604/51196593.doc

Abb. 12.2
Saar am
Hydrologisches Jahr
Es setzt sich aus dem hydrologischen Winterhalbjahr (wasserneubildende Winterniederschläge) und dem
hydrologischen Sommerhalbjahr (grundwasserzehrende Vegetationsperiode) zusammen. Dieses ist zum
kalendarischen Jahr verschoben. Es beginnt zwei Monate früher.

hydrologi
Abflussdaten (S. 462f)
Ähnlich wie beim Klima, müssen auch bei der Bestimmung verlässlicher und mittlerer Zustände längere
Zeiträume gemessen werden. Es gibt die folgenden Mittelwerte:
• HHQ (höchster Hochwasserabfluss)
• HQ (Hochwasserabfluss)

• MHQ (mittlerer Hochwasserabfluss)


• MQ (mittlerer Abfluss)
• MNQ (mittlerer Niedrigwasserabfluss)
„Weihnac
• HQx (Abfluss mit einer statistischen Wiederkehrperiode von x Jahren)

Novembe
• NQ (Niedrigwasserabfluss)
• NQx (Niedrigwasserabfluss mit einer statistischen Wiederkehrperiode von x Jahren)
• NNQ (niedrigster Niedrigwasserabfluss)

1994).
Abflussregime
Hierunter ist ein charakteristischer Abflussgang an einer bestimmten Stelle/Ort zu verstehen. Dabei finden
die mittleren Abflusszustände während eines Jahres besondere Bedeutung.
Folgende Abflussregime werden unterschieden:
• Einfache Regime (der Abflussgang wird durch einen variablen Faktor – Niederschlag oder
Verdunstung – gesteuert)
- Glaziale Regime
- Nivale
- Pluviale
- ozeanische

• Komplexe Regime 1. Grades (zwei abflusswirksame Prozesse in einem Jahr – Schneeschmelze


und Herbstregen – dann gibt es zwei Abflussmaxima)
- Nivo-pluviale Regime (Aufeinandertreffen von Schneeschmelze und Regen)
- Pluvio-nivale Regime (Aufeinandertreffen von Regen und Schneeschmelze)

• Einfache und komplexe Regime 1. Grades (werden für einen definierten Abflussmesspunkt am
Fluss angegeben)

• Komplexe Regime 2. Grades (zwei Abflussmaxima mit Veränderung der Amplituden während der
Laufstrecke – Änderung des Regimetyps während der
Flusslaufstrecke)
- nivales und nivo-pluviales Regime (z. B. Rhein)
-

Klaus Kreutz Seite 4 von 6 08.02.2011


/opt/scribd/conversion/tmp/scratch6604/51196593.doc

Abb. 12.2.10 Abflussre

Abb. 12.2.11 Der Rhei


Wasserführung
• perennierend (Gewässer mit ganzjährigem Abfluss) – immerfeuchte Tropen, humide Außertropen
• periodisch (Gewässer fällt mindestens einen Monat im Jahr trocken) – wechselfeuchte Klimate
• episodisch (G. fällt mehrere Jahre trocken und führt nur gelegentlich Wasser) – aride Klimate

Klaus Kreutz Seite 5 von 6 08.02.2011


/opt/scribd/conversion/tmp/scratch6604/51196593.doc

Flusstypen bezogen auf Wasserdargebot und Verlauf


• endorëisch (Flüsse entspringen in einem humiden Gebiet und durchfließen aride Gebiete) – Wolga,
Amur, Flüsse in der Mongolei
• arëisch (Flüsse entspringen und enden in ariden Gebieten) – Nordafrika, SW-USA
• diarëisch (Flüsse entspringen und enden in humiden Gebieten, durch fließen aber aride Gebiete) –
Nil, Niger (Fremdlingsfluss oder allochthone Flüsse)

Lernziele:

• Wasserkreislauf und –haushalt erklären können


• Fachbegriffe erklären können
• Abbildungen beschreiben und interpretieren können

Quelle: - GEBHARDT, H. u. a. (Hrsg.) (2007); Geographie. Spektrum der Wissenschaft. Heidelberg (S.
452 – 466)
- WILHELM, F. (1976); Hydrologie / Glaziologie. Braunschweig

Folgestunde: HYDROGEOGRAPHIE – Stoffkreisläufe (S. 466 – 469)

Klaus Kreutz Seite 6 von 6 08.02.2011