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Apple iPad Air (2020)

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Marco Engelien 21. Oktober 2020

Mit dem iPad Air ging es für Käufer 2019 ab durch die Mitte. Das Tablet war
leistungsstärker als das iPad 10.2, aber deutlich günstiger als die Power-Tablets iPad
Pro 11 und iPad Pro 12.9. Nur der Look war etwas altbacken. Kein Wunder. Schließlich
steckte die Technik im Gehäuse des iPad Pro 10.5 von 2017. Grund genug für Apple, das
Gerät optisch komplett umzukrempeln. Die neue Version des iPad Air sieht den Pro-
Tablets nun erstaunlich ähnlich, kostet aber weniger Geld. Dass es da nicht alle
Funktionen der teureren Kollegen an Bord geschafft haben, versteht sich von selbst. Die
wichtigen Fragen lauten: Wo haben die Ingenieure den Rotstift angesetzt? Und merkt
man das?

Aus alt wird Apple iPad Air


Beim Gehäuse merkt man das schon einmal nicht. Dabei gehört das quasi schon zum
alten Eisen. Apple verwendet beim iPad Air nach eigenen Angaben zu 100 Prozent
recyceltes Aluminium. Die Verarbeitungsqualität ist gewohnt hoch. Und das Air macht
seinem Namen alle Ehre. Wenn man das Lineal anlegt, ist das Tablet zwar 0,2
Millimeter dicker als das iPad Pro, bringt dafür aber ein paar Gramm weniger auf die
Waage. Tatsächlich fühlt es sich dadurch schön leicht an. Prima: Weil die Abmessungen
ansonsten übereinstimmen, ist das iPad Air mit dem Zubehör des iPad Pro kompatibel.
Zum Arbeiten kann man etwa das teure, aber auch echt gute Magic Keyboard des
Herstellers verwenden – oder mit dem Apple Pencil der 2. Generation, der induktiv am
Gehäuse geladen wird.

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Die Verarbeitungsqualität ist top!

Mit True Tone, aber ohne ProMotion


Einmal eingeschaltet, fällt eine Sache auf: Die Ränder ums Display sind dicker als beim
Pro-Tablet. Dadurch fällt die Bildschirmdiagonale etwas kleiner aus. Das iPad Air misst
10,9 Zoll (oder 27,7 Zentimeter), das Pro 11 Zoll (27,9 Zentimeter). Das stört beim
Benutzen nicht, kann im Gegenteil sogar ein Vorteil sein. Schließlich landen Finger so
nicht ungewollt auf dem Display. Optisch kann man die Ränder aber nicht
wegdiskutieren. Weniger wäre schöner gewesen. Dafür ist das Bild knackig scharf. Mit
einer Auflösung von 2360x1640 Pixeln bietet das iPad Air die gleiche Pixeldichte wie
das iPad Pro, nämlich 264 Pixel pro Zoll (ppi). Außerdem beherrscht das iPad Air True
Tone. Es kann die Bildschirminhalte ans Umgebungslicht anpassen und liefert dadurch
ein natürlicheres Bild. Auch die Helligkeit ist top. Wo Licht ist, gibt es aber auch
Schatten. So schwächelt der Bildschirm bei der Darstellung von Kontrasten und bei der
Farbwiedergabe. Außerdem müssen Sie auf ProMotion verzichten. Heißt im Klartext:
Die Bildwiederholrate des iPad Air liegt bei 60 und nicht 120 Hertz. Insgesamt
schneidet das Display im Test gut (Note 2,2) ab, an den Bildschirm des iPad Pro (Note
1,5), reicht das Air aber nicht ganz heran.

Der iPhone-Chip macht ordentlich Dampf


Dafür muss sich das Gerät bei der Leistung nicht hinter dem großen Bruder verstecken.
Im iPad Air taktet der A14 Bionic, der auch im iPhone 12 (Pro, Max, mini) zum Einsatz
kommt. Der Chip wurde als einer der ersten weltweit im schlanken 5-Nanometer-
Prozess gefertigt. Aufgaben verteilt er auf sechs Kerne, zwei stehen für rechenintensive
und vier für alltägliche Prozesses bereit. Im iPad Air sorgt der Prozessor für ein höllisch
schnelles Tempo, das nur vom A12Z Bionic im iPad Pro getoppt wird. Da reden wir aber
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von Nuancen. Arbeiten und Zocken sind mit dem Apple-Tablet also kein Problem. So
soll es sein.

Das iPad Air ist mit dem Magic Keyboard und dem Apple Pencil der 2. Generation
kompatibel.

Laufzeit ok, viel Speicher


Außerdem kann man das iPad lange nutzen. Rund sechseinhalb Stunden Betrieb sind
mit einer Akkuladung bei intensiver Nutzung drin. Das ist ok. Einmal leer, ist das iPad
Air in zwei Stunden wieder bei 100 Prozent. Eine gute Nachricht am Rande: Hier liegt
noch ein 20-Watt-Netzteil neben dem USB-C-Kabel im Karton. Beim iPhone 12
verzichtet Apple darauf. Und wo wir gerade beim Thema sind: Über USB-C laden Sie
das Tablet nicht nur auf, sondern stöpseln bei Bedarf auch externe Festplatten ans
Tablet, um Daten zu übertragen. Dann sollten Sie aber den Speicher im Blick behalten.
In der getesteten Variante kommt das iPad Air mit 256 Gigabyte. Sparfüchse
bekommen das Tablet aber auch mit 64 Gigabyte. Das wird dann schnell knapp.
Schade: Eine Klinkenbuchse ist nicht an Bord. Kopfhörer verbinden Sie wahlweise per
Adapter oder über Bluetooth 5.0 mit dem iPad. Online geht es über den fixen WLAN-
Standard Wi-Fi 6 (ax) oder gegen Aufpreis mit LTE (mit maximal 1.015 Mbps).

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Alles im Grünen? Neben Grün gibt es das iPad Air Silber, Grau, Roségold und Blau.

Tablet mit guten Kameras


Neben der Arbeit taugt das iPad auch zum Fotografieren. Möglich macht es die die 12-
Megapixel-Kamera, die schon im Pad Pro von 2018 zum Einsatz kam. Eine zweite
Knipse und der LiDAR-Sensor für Augmented-Reality-Anwendungen bleiben dem iPad
Pro vorbehalten. Macht nichts. Besonders bei Tageslicht liefert sie gute Fotos.
Gemeinsam mit dem Licht schwindet allerdings auch die Fotoqualität. Bei nicht
optimalen Lichtverhältnissen fallen die Ergebnisse nicht mehr so gut aus. Außerdem
nehmen Nutzer mit dem iPad Air 4K-Videos mit bis zu 60 oder Zeitlupenvideos mit bis
zu 240 Bilder pro Sekunde auf. Für Selfies und Videotelefonie gibt es eine Frontkamera
mit 7 Megapixel. Damit gelingen gute Selbstporträts.

Touch ID ist nicht weg, es ist nur woanders


Was dem Frontkamerasystem fehlt, ist die TrueDepth-Kamera. Das iPad Air kommt
also ohne die Gesichtserkennung Face ID. Stattdessen bringt Apple Touch ID in neuer
Form zurück. Der Fingerabdrucksensor befindet sich jetzt in der Einschalttaste. Klar,
ein Gerät per Gesichtsscan entsperren zu können, ist schon ganz schön cool. Weil
heutzutage aber vielerorts Maskenpflicht herrscht, ist so ein Fingerabdrucksensor gar
nicht verkehrt, zumal er im iPad Air zuverlässig und schnell arbeitet. Das iPad entsperrt
sich mit einem Druck auf die Taste und Nutzer landen flux auf dem Homescreen.

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Liebling, wir haben ... ach, lassen wir die ollen Kamellen. Touch ID ist deutlich kleiner
geworden und sitzt im Einschalt-Knopf des iPad Air.

Apple iPad Air (2020): Alternativen


Die beste Alternative mit Android liefert Samsung mit dem Galaxy Tab S7, das mit 120-
Hertz-Display kommt. Soll das Tablet nur zum Surfen sein? Dann lassen Sie die Finger
vom iPad Air und greifen Sie zum iPad 10.2. Das Tablet bietet ebenfalls ein enorm
hohes Tempo, ist aber deutlich günstiger zu haben.

Apple iPad Air (2020) im Test: Fazit


Das iPad Air wird vor allem dann richtig interessant, wenn man mit dem Gerät nicht
nur daddeln, sondern auch arbeiten möchten. Allerdings muss man wissen, worauf man
sich einlässt. Mit 935 Euro ist die hier getestete Variante mit 256 Gigabyte Speicher und
LTE nämlich kein Schnäppchen. Ob es trotzdem zum Markstart am 23. Oktober 2020 in
Ihrem Einkaufswagen landet, kommt darauf an, ob Sie ohne das 120-Hertz-Display,
Face ID und den LiDAR-Sensor leben können. Meiner Meinung nach ist das Fehlen der
Komponenten durchaus verschmerzbar. Das spiegelt sich auch in der Note wider. Apple
gelingt ein schickes, leistungsstarkes, kurz: ein rundum gutes Tablet.

5/5