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Denise Ahrend Matrikelnummer 7020311

Stabilität

12) Definieren Sie die „Metazentrische Anfangshöhe“ (GM)!

Für Krängungswinkel  bis ca. 4° gilt, dass alle zugehörigen Wirklinien die Auftriebsrichtung „Null“
(= Mittschiffslinie (CL)) in einem einzigen ortsunveränderlichen Punkt M schneiden. Erst bei
größeren Neigungswinkeln (  > 4°) verändert M merklich seine
Lage. Der Schnittpunkt M  >4° wird als wahres Metazentrum
bezeichnet; der Schnittpunkt im Anfangsbereich M  bis 4° als
Anfangsmetazentrum. Die Höhenlage des
Anfangsmetazentrums M über Kiel wird von der Werft
individuell für jedes Schiff berechnet und im tabellarischen
Kurvenblatt (hydrostatic tables) als Strecke KM tiefgang- bzw.
volumenabhängig angegeben.

B0 = Auftriebsmittelpunkt
BØ = verschobener Auftriebsmittelpunkt durch
Krängung
G = Gewichtsschwerpunkt
M = Metazentrum
GZ= aufrichtender Hebelarm
GM= Metazentrische Anfangshöhe

Die Höhenlage des Massenschwerpunktes G über Kiel KG


muss bordseitig berechnet werden. Durch Bilanzierung der
beiden Strecken ergibt sich die metazentrische Anfangshöhe GM. Die Länge der Strecke GM stellt
das Beurteilungskriterium der Anfangsstabilität dar.

13) Welche Aussage ermöglicht das GM in Bezug auf das Stabilitätsvermögen des
Schiffes?

Die Länge der Strecke GM beeinflusst direkt die Größe des aufrichtenden Hebelarmes GZ!
Will man die Standfestigkeit eines Schiffes nicht gefährden, muss die Strecke GM eine
Mindestlänge aufweisen. Die vorgeschriebene Mindestlänge kann für jedes Schiff individuell aus
der so genannten KG’’-Grenzwerttabelle bzw. Grenzkurve6 als Differenz zwischen der KM- und
der KG’-Kurve tiefgang- und/oder volumenabhängig entnommen werden
− stabiles Gleichgewicht GM = vorgeschriebene Mindestlänge gemäß IS-Code 2008;
− labiles Gleichgewicht GM = negativ (d.h. G liegt über M!);
− indifferentes Gleichgewicht GM = 0 CL

Neben der Beurteilung der Standfestigkeit des Schiffes ermöglicht die Länge der Strecke GM
darüber hinaus eine Prognose über das Verhalten des Schiffes unter dynamischen Einflüssen (z.B.
im Seegang). Dabei gilt für beladene Schiffe:

GM’ < 0.40m


kennzeichnet ein „weiches“ Schiff mit geringer Anfangsstabilität, welches sanfte und langsame
Bewegungen im Seegang bei langen Rollperioden vollführt.
GM’ < 0,90m
kennzeichnet ein weder zu weiches noch zu steifes Schiff mit guter Anfangsstabilität, welches
angenehme Bewegungen im Seegang bei normalen Rollperioden vollführt.
GM’ > 0,90m
kennzeichnet ein „steifes“ Schiff mit großer Anfangsstabilität, welches harte und schnelle
Bewegungen im Seegang bei extrem kurzen Rollperioden vollführt.