Sie sind auf Seite 1von 5

Datenschutz im Jobcenter

Ihre Rechte als Antragsteller


Wieso braucht das
Jobcenter Ihre
persönlichen Daten?

Arbeitsuchende erhalten Leistungen, wie


zum Beispiel Geldleistungen, die ihren Un-
terhalt sichern sollen. Diese Grundsicherung
wird in der Bun­desrepublik durch das Zweite
Buch Sozialgesetzbuch geregelt (SGB II). Die
über 400 Jobcenter in Deutschland haben
die Aufgabe, die Leistungen nach SGB II zu
gewähren. Je nach der individuellen Situation
bzw. der Bedürftigkeit fallen die Leistungen
unterschiedlich hoch aus. Um diese richtig zu
beurteilen, ist es für die Jobcenter notwendig,
von Ihnen Auskünfte einzuholen, die Ihre Was sind Sozialdaten?
persönliche und wirtschaftliche Situation
betreffen.

Die von den Jobcentern abgefragten Daten


(Sozialdaten) umfassen vor allem Ihren beruf-
lichen Werdegang von der Schulausbildung
bis zum Zeitpunkt der Antragstellung sowie
Ihre derzeitigen Lebensverhältnisse hinsicht-
lich familiärer Beziehungen, Wohnsituation,
Einkommens- und Vermögensverhältnisse.
Letztlich dienen sie den Mitarbeitern der Job-
center zum einen als Beurteilungsgrundlage
für die persönlichen Lebensumstände der
Arbeitsuchenden, zum anderen als Anhalts-
punkt für deren erfolgreiche Eingliederung in
die Arbeitswelt. Die Sozialdaten unterliegen
dem Sozialgeheimnis, das sie vor einer Wei-
tergabe an nicht befugte Stellen schützt.

2 3
Gibt es Datenschutz?

Welche Rechte
haben Sie?
Die Sozialdaten werden ohne gesetzliche
Grundlage oder Einwilligung des Betroffenen
nicht an Dritte mitgeteilt. Verantwortlich für
den sachgerechten Umgang mit den eingefor-
derten Sozialdaten sind die Jobcenter selbst, die Zur Gewährleistung des Schutzes Ihrer Sozial-
verschiedene Auflagen erfüllen müssen: daten stehen Ihnen u. a. folgende einklagba-
ren Rechte zu:
Zum Beispiel die datenschutzrechtliche Aus- n Das Recht auf Auskunft über Ihre eigenen
bildung ihrer Mitarbeiter, die im Umgang mit Daten und Akteneinsicht im Rahmen der
Sozialdaten besonders angewiesen und daten- gesetzlichen Bestimmungen
schutzkonform geschult werden. Des Weiteren
n Das Recht auf Berichtigung falscher oder
werden behördliche Datenschutzbeauftragte
unvollständiger Daten
bestellt, die die Behördenleitungen bei der
n Das Recht auf Löschung, hilfsweise Sper-
Umsetzung datenschutzrechtlicher Vorschrif-
rung, zu Unrecht gespeicherter oder nicht
ten unterstützen und gleichzeitig den Kunden
mehr benötigter Daten
vor Ort als Ansprechpartner für alle Fragen zum
Datenschutz zur Verfügung stehen. Externe n Das Recht auf Anrufung des Bundesbe-

Datenschutzkontrolle gewährleistet außerdem auftragten für den Datenschutz und die

der Bundesbeauftragte für den Datenschutz Informationsfreiheit

und die Informationsfreiheit (BfDI), der mit Ihre Rechte können weder durch Anordnung
seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alle des Jobcenters noch durch rechtsgeschäft-
öffentlichen Stellen des Bundes sowohl berät als liche Vereinbarung ausgeschlossen oder
auch kontrolliert – also auch die Jobcenter. beschränkt werden.

4 5
Hilfe finden Sie ...

Sie meinen, in Ihren Datenschutzrechten men einer unabhängigen, datenschutzrecht-


verletzt zu sein? Der erste Ansprechpartner lichen Bewertung Ihrer Angelegenheit und
sollte der behördliche Beauftragte für den helfen, Ihre Rechte gegenüber dem Jobcenter
Datenschutz vor Ort im Jobcenter sein. Dieser geltend zu machen.
ist mit der Arbeit im Jobcenter vertraut und
kann sofort Auskunft geben. Der behördliche Hiervon ausgenommen sind die so genannten
Datenschutzbeauftragte ist weisungsfrei Optionskommunen. Das sind zugelassene
und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Dies kommunale Träger, für die die Landesbeauf-
betrifft sowohl Ihre Identität als auch alle tragten für den Datenschutz zuständig sind.
weiteren Umstände, die Rückschlüsse auf Ihre
Identität zulassen. Hinweise zu speziellen Einzelthemen wie
Hausbesuchen, Anforderung von Konto-
Sie können sich auch direkt an den Bundesbe- auszügen o. ä. finden Sie demnächst auf der
auftragten für den Datenschutz und die Infor- Homepage des Bundesbeauftragten für den
mationsfreiheit (BfDI) wenden, wenn Sie der Datenschutz und die Informationsfreiheit
Ansicht sind, in Ihren Rechten verletzt worden www.datenschutz.bund.de unter Themen –
zu sein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Arbeit – Arbeitslosengeld II.
des BfDI beraten und unterstützen Sie im Rah-

6 7
Herausgeber:
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz
und die Informationsfreiheit
Husarenstraße 30
53117 Bonn

Tel: +49 (0)228 99 7799-0


Fax +49 (0)228 99 7799-550
E-Mail: ref2@bfdi.bund.de
Internet: www.datenschutz.bund.de

Realisation: Diamond media GmbH


Bildnachweis: dreamstime, fotolia,
Fotex / R. Zorin, iStockphoto

Stand: Mai 2011