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Der hep verlag legt mit dieser Reihe ein Lehrmittel für den Pflege­bereich

vor, wie es im deutschen Sprachraum bis anhin gefehlt hat. Alle Hefte
wurden eigens für den Lernort «Training & Transfer» konzipiert und mit
fachdidaktischer Begleitung von Profis aus Praxis und Schule entwickelt.
TRAINING & TRANSFER PFLEGE 5

Training & Transfer Pflege 5


Jedes Arbeitsheft basiert auf einem Fallbeispiel, das als Ausgangslage für
die Arbeitsaufträge dient. Dabei wird auf dem Vorwissen der Studierenden
aufgebaut. Beobachtungschecklisten und Kurzchecklisten für die Praxis
ergänzen die exakte Beschreibung der einzelnen Arbeitsgänge.

Vitalzeichen
Aus dem Inhalt:

E I N F Ü H RU N G IN DA S THEMA
Lernziele • Methoden • Fallbeispiel • Vorkenntnistest

HA N D L U N G S A B L ÄU F E
Blutdruckmessung • Pulsmesskontrolle • Temperaturmessung • Atmung •
Apparatives nicht-invasives Monitoring

AUF G A B E N Z U R V E RTIEFUNG UND ZUM TRANSFER

W ER K S TAT TA NA LY S E, LERNERFOLGSKONTROLLE UND


L Ö S U N G E N VO R K E N NTNISTEST

Vita lz e ich e n

5 5
L I T E R AT U R
Ve r b u n d H F P f l e g e ( H r s g . )
KU R Z C H E C K L I S T E N FÜR DIE PRAXIS

Vi t a l z e i ch e n
www.hep-verlag.ch/vitalzeichen

3. Auflage

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I N H A LT S V E R Z E I C H N I S | Vitalzeichen | 5

I N H A LT S V E R Z E I C H N I S

VORWORT 6 Pulsoxymetrie – Arbeitsauftrag A 105


Monitoring – Arbeitsauftrag B 107
Beobachtungscheckliste 108
1 EINF ÜHRU NG I N DA S T HE M A 7
Dokumentation 116

1.1 Lernziele 9
3 AUF G A B EN Z UR VERTIEF UN G
Methoden
1.2 11
U N D Z U M T RAN S F E R 117
Vorgaben 11
Kompetenzorientierung 11 3.1 Weiterführende Aufgaben 118
1.3 Fallbeispiel 13 Was für eine Blamage! 118
Mit Masken in den Schlaf abtauchen 119
Vorkenntnistest
1.4 13
Blutdruck 13 Transferaufgaben
3.2 120
Puls 15 Alte Menschen 120
Temperatur 18 Psychiatrie 121
Atmung 23 Kind, Jugendliche, Familie, Frau (KJFF) 122
Monitoring 27

4 W ERK S TAT TANALY S E,


2 HANDL U NGSA BLÄU FE 29 L E RN E RF O L G S K O N TRO L LE UN D
L Ö S UN G EN VO R K EN N TN ISTES T 123
Blutdruckmessung
2.1 30
Handlungsablauf 30 4.1 Reflexion zur Werkstattarbeit 124
Arbeitsauftrag 40
Beobachtungscheckliste 41
4.2 Lernerfolgskontrolle 125

Dokumentation 47 Vorkenntnistest – Lösungen


4.3 130

Pulskontrolle
2.2 48 Blutdruck 130

Handlungsablauf 48 Puls 132

Arbeitsauftrag 52 Temperatur 134

Beobachtungscheckliste 53 Atmung 138

Dokumentation 57 Monitoring 142

Temperaturmessung
2.3 59
5 L IT ERAT UR 145
Handlungsablauf 59
Fallbeispiel (Teil 2) 71 5.1 Literatur zur Bearbeitung 146
Arbeitsauftrag 72
Messarten der Körpertemperatur 73 5.2 Internetadressen 146
Beobachtungscheckliste 75
Dokumentation 86 6 K U RZ C H E C K L IS TEN F ÜR
Atmung
2.4 87 D IE P R AXIS 147
Fallbeispiel (Teil 3) 87
6.1 Blutdruckmessung 148
Arbeitsauftrag 88
Messinstrumente zur Erfassung 6.2 Pulskontrolle 153
der Atemgefährdung eines Patienten 89
6.3 Temperaturmessung 156
Dokumentation 92
6.4 Apperatives nicht-invasives Monitoring 168
Apperatives nicht-invasives Monitoring
2.5 93
Handlungsablauf 93
Hinweis: Lösungen zu den Seiten 72 f., 88 f. und 105 unter
www.hep-verlag.ch/vitalzeichen

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5 | T R A I N I N G & T R A N S F E R P F L E G E | Vitalzeichen

VORWORT

Zu den Lehrplänen Pflege HF gehört einerseits nicht nur eine fundierte schu-
lische Ausbildung, in der Sie als angehende Pflegefachperson die notwendigen
theoretischen Kenntnisse erarbeiten, sondern andererseits auch eine prak-
tische Schulung, in der Sie sich in der Praxis Kenntnisse, Fähigkeiten und
Fertigkeiten aneignen: In einem Akutspital, einem Pflegeheim, einer psychiat-
rischen Einrichtung oder einer Spitex-Organisation eignen Sie sich die profes-
sionellen Fähigkeiten und Fertigkeiten an und setzen das theoretische Grund-
wissen um.
Wie muss nun aber der Transfer zwischen den beiden Lernbereichen gestaltet
werden, damit jeder Bereich vom anderen optimal profitiert? Wie lässt sich
theoretisches Wissen in der Praxis umsetzen? Und wie können in der Pra-
xis erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten mittels Theo­rie gefestigt werden?
Solche Fragen betreffen den Lernprozess jeder und jedes Studierenden. Die
Antworten finden sich am «dritten Lernort», im Lernbereich Training & Trans-
fer (LTT).
In den Lehrplänen der Kantone Aargau, Basel, Bern, Schaffhausen und Zürich
wird den Schnittstellen zwischen Theorie und Praxis viel Gewicht beigemessen.
Aus der Überzeugung heraus, dass die Kompetenz, etwas theoretisch Gelerntes
in der Praxis umzusetzen bzw. etwas in der Praxis Gelerntes mit Theorie zu
untermauern, unterstützt und geübt werden will, wurde im Rahmen der Ent-
wicklung der Lehrpläne für den LTT ein eigenes Lehrmittel erarbeitet, das bei
jeder Ausbildung zur Pflegefachperson HF eingesetzt werden kann.
Mit den 17 Arbeitsheften der Reihe Training & Transfer Pflege möchten wir
den Studierenden der HF Pflege, der Pflegepraxis und anderen Interessierten
im Gesundheitswesen ein Arbeitsmittel zur Verfügung stellen, das als Trans-
ferelement zwischen Theorie und Praxis dienen soll. Jedes Arbeitsheft basiert
auf einem Fallbeispiel, das als Ausgangslage für die Arbeitsaufträge dient.
Dabei wird auf dem Vorwissen der Studierenden aufgebaut – mit einem Vor-
kenntnistest kann der eigene Wissensstand überprüft werden. Alle Arbeits-
hefte wurden unter Mitwirkung von Berufsfachpersonen aus Praxis und
Schule entwickelt. An dieser Stelle danken wir allen Beteiligten herzlich für
ihr grosses Engagement.

Im Namen des Verbunds Höhere Fachschulen Pflege wünschen wir Ihnen viel
Erfolg bei Ihrer Ausbildung!

Die Herausgeber Hanspeter Karrer


Peter Marbet
Werner Mathis
Ernst Schläpfer
Hanni Wipf

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1 E I N F Ü H RU N G I N DA S T H E M A

Das Beobachten und Messen von Vitalzeichen ist eine alltägliche


Pflegehandlung. Sie dient einerseits der Diagnostik und der
Kontrolle von Therapien; andererseits vermitteln die Parameter
einen Überblick über die Situation der Patientin oder des
Patienten.

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Eine Veränderung der Vitalfunktionen bedeutet für die Betroffenen meist eine
Beeinträchtigung der Lebensqualität und kann von ihnen als akute oder per-
manente Bedrohung wahrgenommen werden. Deshalb benötigen Pflegefach-
personen umfassende Kenntnisse über Vitalfunktionen und eine differenzierte
Beobachtung, damit sie ihr Handeln situationsgerecht anpassen, die Reakti-
onen der Patientinnen und Patienten verstehen und gezielte pflegerische In-
terventionen planen und durchführen können.

Themen, die in diesem Arbeitsheft behandelt werden:

• Kontrolle des Blutdruckes (BD)


– auskultatorische Messung,
– palpatorische Messung,
– oszillomotorische/automatische Messung,
– Dokumentation der ermittelten Werte.

• Erfassung des Pulses (P)


– periphere Pulsmessung,
– zentrale Pulsmessung,
– Dokumentation der ermittelten Werte.

• Messung der Temperatur


– Sichten verschiedener Thermometerarten,
– Messung an unterschiedlichen Messorten,
– Dokumentation der ermittelten Werte.

• Beobachtung und Assessment der Atmung


– Anwendung des Messinstrumentes zur Erfassung der Atemgefährdung
einer Patientin/eines Patienten nach Ch. Bienstein (1989) auf ein Fallbei-
spiel,
– Dokumentation der Beobachtungen und ermittelten Werte im Rahmen
der Atemskala.

• Überwachung der Vitalzeichen mit einem Monitor


− apparatives nicht-invasives Monitoring,
− Pulsoxymetrie,
− Dokumentation der ermittelten Werte.

Durch die Arbeit mit diesem Heft erwerben Sie folgende Handlungskompe-
tenzen:

• Sie beobachten die Vitalfunktionen Blutdruck, Puls, Temperatur und At-


mung, erkennen Abweichungen von den Normwerten und dokumentieren
die Daten.

• Sie führen die Kontrolle von Vitalparametern korrekt aus.

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E I N F Ü H R U N G I N D A S T H E M A | Vitalzeichen | 5

1.1  Lernziele

Blutdruck
Kenntnisse Die Studierende/der Studierende …
… definiert den Begriff «Blutdruck».
… erklärt anatomische und physiologische Grundlagen des Blutdruckes.
… erläutert Fachtermini im Zusammenhang mit dem Thema Blutdruck.
… beschreibt Faktoren, die den Blutdruck beeinflussen.
… zählt Indikationen für eine Blutdruckkontrolle auf.
… leitet mögliche Fehlerquellen bei der Messung ab.
… nennt die Normwerte des Blutdruckes in der Lebensspanne.
… erörtert, wie bei Messwerten vorzugehen ist, die von den Erwartungen ab-
weichen.

Kenntnis/Haltung/ … beschreibt das Vorgehen bei der Kontrolle des Blutdruckes und führt die
Fertigkeit Blutdruckmessung korrekt und sicher aus.
… dokumentiert die ermittelten Werte korrekt.

Puls
Kenntnisse Die Studierende/der Studierende …
… definiert den Begriff «Puls».
… erklärt anatomische und physiologische Grundlagen in Bezug auf die Wind-
kesselfunktion und die Reizleitung.
… erörtert Fachtermini, die im Zusammenhang mit dem Thema Puls stehen.
… erläutert Faktoren, die den Puls beeinflussen.
… nennt Indikationen für eine Pulskontrolle.
… stellt die Normwerte des Pulses in der Lebensspanne dar.
… führt aus, wie bei Messwerten vorzugehen ist, die von den Erwartungen
abweichen.
… leitet Beobachtungskriterien im Rahmen der Pulskontrolle ab.

Kenntnis/Haltung/ … tastet Arterien, die für die Pulsbeobachtung von Bedeutung sind.
Fertigkeit … beschreibt die Vorgehensweise bei der Kontrolle des Pulses und führt diese
korrekt und sicher durch.
… dokumentiert die ermittelten Werte.

Temperatur
Kenntnisse Die Studierende/der Studierende …
… erklärt die Grundlagen der Körpertemperaturregulation.
… ist mit den Fachtermini zum Thema Körpertemperatur vertraut.
… führt aus, welche Faktoren Einfluss auf die Körpertemperatur haben.
… bestimmt die Normwerte der Körpertemperatur und die Grenzwerte der
jeweiligen Fieberstufen.
… erläutert subjektive und objektive Fieberzeichen.

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… erklärt verschiedene Fieberverläufe und stellt den Zusammenhang zu den


Ursachen her.
… beschreibt die drei Phasen des Fieberverlaufes und leitet entsprechende
pflegerische Massnahmen ab.

Kenntnis/Haltung … legt Vor- und Nachteile der verschiedenen Thermometerarten dar.


… bestimmt mögliche Fehlerquellen bei den unterschiedlichen Messtechniken
und leitet daraus Konsequenzen für die eigene Praxis ab.

Kenntnis/Haltung/ … dokumentiert die ermittelten Werte.


Fertigkeit

Atmung
Kenntnisse Die Studierende/der Studierende …
… erklärt die anatomischen und physiologischen Grundlagen der Atmung und
Atemsteuerung.
… ist mit Fachtermini zum Thema Atmung vertraut.
… nennt Faktoren, welche die Atmung beeinflussen.
… beobachtet die Atmung nach bestimmten Kriterien.
… beschreibt die Vorgehensweise bei der Kontrolle der Atmung.

Kenntnis/Haltung … setzt sich mit dem Erleben von Menschen mit Atemnot auseinander.

Kenntnis/Haltung/ … legt dar, wie sie/er reagiert, wenn die eigenen Beobachtungen von den Er-
Fertigkeit wartungen abweichen.
… wendet die Atemskala nach Ch. Bienstein auf ein Fallbeispiel an.
… dokumentiert die Beobachtungen und die Einschätzung der Atmung in der
Pflegedokumentation.

Monitoring
Kenntnisse Die Studierende/der Studierende …
... erläutert verschiedene Formen des Monitorings.
… bestimmt Indikationen für ein Monitoring.
… analysiert das Verfahren der Pulsoxymetrie in Hinblick auf seine Funk-
tionsweise und Fehlerquellen.

Kenntnis/Haltung … setzt sich mit dem Erleben von Menschen während kontinuierlichem ap-
parativem Monitoring auseinander und leitet entsprechende pflegerische
Massnahmen zur Begleitung der Betroffenen ab.

Kenntnis/Haltung/ … beschreibt die Vorgehensweise bei apparativem nicht-invasivem Monito-


Fertigkeit ring und führt die Messung korrekt und sicher durch.
… dokumentiert die ermittelten Werte.

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E I N F Ü H R U N G I N D A S T H E M A | Vitalzeichen | 5

1.2  Methoden

Vorgaben
Das vorliegende pädagogische Konzept zeigt die notwendigen Grundlagen
auf, um den neuen Entwicklungen in der beruflichen Bildung gerecht zu wer-
den und um diese neuen Anforderungen der beruflichen Bildung umsetzen zu
können.
Neben den Vorgaben des Rahmenlehrplans sind für die Bildungsanbieter fol-
gende Vorgaben von Bedeutung:
Die höhere Berufsbildung dient auf der Tertiärstufe der Vermittlung und dem
Erwerb von Qualifikationen, die für die Ausübung von anspruchs- und verant-
wortungsvollen Berufstätigkeiten erforderlich sind.
Im Bundesgesetz über die Berufsbildung, Art. 15, werden bereits folgende
Anforderungen an die berufliche Grundbildung formuliert, welche auch für
die Tertiärstufe richtungsweisend sind:
1
Die berufliche Grundbildung dient der Vermittlung und dem Erwerb der
Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten (nachfolgend Qualifikationen), die
zur Ausübung einer Tätigkeit in einem Beruf oder in einem Berufs- oder Tätig-
keitsfeld (nachfolgend Berufstätigkeit) erforderlich sind.
2
Sie umfasst insbesondere die Vermittlung und den Erwerb:
a. der berufsspezifischen Qualifikationen, welche die Lernenden dazu befähi-
gen, eine Berufstätigkeit kompetent und sicher auszuüben;
b. der Fähigkeit und der Bereitschaft zum lebenslangen Lernen sowie zum
selbstständigen Urteilen und Entscheiden.

Kompetenzenorientierung
Kompetenzen erlauben den Menschen, Lebenssituationen angemessen und
sachgerecht zu bewältigen. Kompetenz bedeutet die Fähigkeit, Handlungen zu
vollziehen, um damit Situationen zu bewältigen.
Laut Rahmenlehrplan lassen sich folgende Komponenten innerhalb einer
Kompetenz erkennen:
• Kognitive Kompetenz, die den Gebrauch von Theorien/Konzepten ein-
schliesst, aber auch implizites Wissen (tacit knowledge), das durch Erfah-
rung gewonnen wird.
• Funktionale Kompetenz (Fertigkeiten, Know-how), die zur Ausübung einer
konkreten Tätigkeit erforderlich ist.
• Personale Kompetenz, die das Verhalten/den Umgang in/mit einer gege-
benen Situation betrifft.
• Ethische Kompetenz, die bestimmte persönliche/soziale Werte umfasst.

Kompetenzenorientierte Bildungsprogramme sind charakterisiert durch


Anforderungen im Kontext der beruflichen Arbeit und betonen einen praxis­
orientierten Unterricht. Darüber hinaus vollzieht sich die berufliche Kompe-
tenzenentwicklung in einem Prozess reflektierter Praxiserfahrung.
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Die Hauptlernaufgabe bei einer Berufsausbildung besteht neben dem Erwerb


von einzelnen Wissensstücken (Ressourcen) auch im Erlernen, wie diese
­Wissensstücke bei der Bewältigung konkreter Situationen genutzt werden
können.
Für die Methoden des Lernbereichs Schule und des Lernbereichs Training &
Transfer (LTT) gilt daher die Forderung, Kompetenzen für die berufliche Pra-
xis zu fördern und zu unterstützen.
Die Studierenden werden mit den unterrichteten Theorie- und LTT-Inhalten
dazu befähigt, im anschliessenden Praxismodul die beruflichen Kompetenzen
des jeweiligen Bildungsjahres zu erreichen.
Es ist also unumgänglich, dass die Inhalte im Lernbereich Schule und LTT
einen hohen Praxisbezug aufweisen bzw. während des Unterrichts sinnvoll in
die berufliche Praxis transferiert werden anhand der zu erreichenden Kompe-
tenzen. Ebenso ist es notwendig, dass die pädagogische Begleitung der Stu-
dierenden im Lernbereich berufliche Praxis und LTT Praxis auf die Erreichung
der Kompetenzen des jeweiligen Bildungsjahres abzielt.

Entwicklung
der Kompetenzen
über die drei
Bildungsjahre

© Verbund HF Pflege

Auszug aus dem Dokument B1 Pädagogisches Konzept. Finale Version Juni 2010 des Lehr-
plans HF Pflege 2010

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1.3  Fallbeispiel

Heinz Bucher (66 Jahre alt), pensionierter Verwaltungsangestellter, wurde


gestern mit Atemnot und Fieber ins Spital eingeliefert, nachdem sich sein
Zustand in den letzten Tagen zunehmend verschlechtert hatte. Er selbst war
zu Beginn davon ausgegangen, dass es sich «nur» um eine Erkältung handle.
Die Hausärztin wies ihn aber am vierten Tag sofort ins Spital ein.
Herr Bucher lebt in einem Einfamilienhaus in einem kleineren Dorf. Zusam-
men mit seiner Ehefrau besorgt er den Haushalt und pflegt den Garten. Er hat
einen Sohn und eine Tochter.
Als Sie ins Zimmer treten, sitzt Herr Bucher im Bett und ringt nach Luft. Seine
Atmung ist oberflächlich, die Atemfrequenz ist erhöht. Herr Bucher wirkt
erschöpft und fühlt sich nicht in der Lage aufzustehen. Sein Puls beträgt 132
Schläge/Minute, der Blutdruck wurde mit 170/110 mmHg ermittelt.
Trotz Therapie steigt seine Temperatur nachmittags auf 39,7 °C an. Der Tem-
peraturanstieg geht mit Schüttelfrost einher. Bei warmen Sommertempera-
turen liegt Herr Bucher frierend im Bett.

1.4  Vorkenntnistest

Blutdruck
Frage 1 Verfolgen Sie den Weg, den das Blut durch den Kreislauf nimmt.
Welche Aussage ist richtig?
Vena cava superior und inferior  ➝  rechter Ventrikel  ➝  rechtes Atrium  ➝
Lungenarterie  ➝  Kapillarnetz der Lungen.
Vena cava superior und inferior  ➝  linkes Atrium  ➝  linker Ventrikel  ➝ 
Lungenarterie  ➝  Kapillarnetz der Lungen.
Vena cava superior und inferior  ➝  rechtes Atrium  ➝  rechter Ventrikel  ➝ 
Lungenvene  ➝  Kapillarnetz der Lungen.
Vena cava superior und inferior  ➝  rechtes Atrium  ➝  rechter Ventrikel  ➝
Lungenarterie  ➝  Kapillarnetz der Lungen.
Vena cava superior und inferior  ➝  rechter Ventrikel  ➝  rechtes Atrium  ➝ 
Lungenvene  ➝  Kapillarnetz der Lungen.

Frage 2 Vervollständigen Sie den Lückentext zur Windkesselfunktion.

Während der dehnt der ruckartig ausgeworfene Blutstrom


die herznahen kurz auf. Während der
ziehen sich die Gefässe wieder zusammen, sodass das
gespeicherte Blut im Lumen weiterbefördert wird. Die Windkesselfunktion
ermöglicht auf diese Weise eine Blut-
strömung im Kreislaufsystem.

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Frage 3 Sie kommen zu Herrn Bucher, um seinen Blutdruck zu messen. Er möchte von
Ihnen wissen, worüber der Blutdruckwert Auskunft gibt.
Was antworten Sie ihm?
Der Blutdruck ist der Druck, der bei der Kontraktion des Herzes in der lin-
ken Herzkammer herrscht.
Der Blutdruck ist der Druck, den das strömende Blut auf die Gefässwände
ausübt.
Der Blutdruck ist der Druck, der im gesamten Kreislauf besteht.
Der Blutdruck ist der Druck, der in den grossen Arterien herrscht.
Der Blutdruckwert erlaubt Rückschlüsse auf die Funktion von Organen
(z. B. Niere) und auf verschiedene Erkrankungen.

Frage 4 Der Blutdruck ist abhängig von:
der Herzleistung (Schlagvolumen)
der zirkulierenden Blutmenge
der Beschaffenheit der Blutgefässe und dem Gefässwiderstand
Gefühlen (z. B. Schmerz und Angst)
der körperlichen Arbeit

Frage 5 Ordnen Sie den aufgeführten Begriffen die richtigen Beschreibungen zu:
– Diastole
– Systole
– Eindeutige Hypertonie
– Hypotonie
– Blutdruckamplitude

1 Der höchste Druckwert in den Gefässen, der während der Auswurfphase


des Herzes entsteht

2 Der Unterschied zwischen systolischem und diastolischem Wert

3 Blutdruckwerte unter 100/60 mmHg

4 Der letzte hörbare Druck bei der Blutdruckmessung

5 Blutdruckwerte, die höher als 160/95 mmHg sind

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Frage 6 Welche BD-Normwerte bestehen in folgenden Lebensphasen?

a) Säuglinge

b) Kleinkinder

c) Schulkinder

d) Jugendliche

e) Erwachsene

f) Ältere Menschen über 60 Jahre



Frage 7 Sie messen bei Herrn Bucher einen Blutdruck von 170/110 mmHg. Wie inter-
pretieren Sie diesen Wert?

Puls
Frage 1 Herr Bucher möchte gerne wissen, was der Puls ist und warum man diesen am
Handgelenk spürt. Welche Aussagen sind richtig?
Der Puls bestimmt den in den Blutgefässen und den Herzkammern vorherr-
schenden Druck.
Der Puls bestimmt den im arteriellen System herrschenden Druck.
Der Puls ist an den Stellen tastbar, an denen eine oberflächliche Arterie ge-
gen eine härtere Unterlage (z. B. einen Knochen oder Muskulatur) gedrückt
werden kann.
Der Puls bestimmt den kinetischen Energiezustand der Blutmoleküle.
Der Puls ist die vom Herzschlag durch das Arteriensystem getriebene und
an den Gefässwänden spürbare Blutwelle.

Frage 2 Nach welchen Merkmalen beobachten Sie den Puls bei Herrn Bucher?
Pulsqualität Pulsrhythmus
Pulstiefe Pulsphase
Pulsfrequenz

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Frage 3 Zu den peripheren Pulsmessorten zählt die


A. dorsalis pedis A. femoralis
A. temporalis A. radialis
A. carotis

Frage 4 Zeigen Sie Herrn Bucher an dieser Darstellung die verschiedenen Orte auf, an
denen der Puls ermittelt werden kann. Benennen Sie die Gefässe korrekt.

Frage 5 Ordnen Sie den aufgeführten Begriffen die richtige Definition zu:
– Pulsdefizit – Extrasystole – Absolute Arrhythmie
– Asystolie – Bigeminus-Puls

1 Bezeichnet eine fehlende Herzkontraktion. Infolgedessen ist kein Puls tast-


bar.

2 Bezeichnet eine Extrasystole, die auf jede Systole folgt.

3 Bezeichnet eine ungenügende Herzkontraktion, die dazu führt, dass nicht


alle Blutdruckwellen in den peripheren Arterien tastbar sind.

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4 Bezeichnet eine vollständige Unregelmässigkeit des Pulses.

5 Bezeichnet eine vorzeitige Kontraktion der Kammer, sodass innerhalb des


normalen Rhythmus ein zusätzlicher Schlag auftritt.

Frage 6 Ordnen Sie jeder Lebensphase die entsprechende physiologische Pulsfrequenz


zu (gemessen im Ruhezustand).
– Neugeborene – Jugendliche – Senioren
– Kindergartenkinder – Erwachsene

1 70–80 Schläge/Minute

2 70–90 Schläge/Minute

3 etwa 85 Schläge/Minute

4 etwa 100 Schläge/Minute

5 120–140 Schläge/Minute

Frage 7 Sie messen bei Herrn Bucher einen Puls von 132 Schlägen/Minute. Wie inter-
pretieren Sie diesen Wert?

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