Genießen Sie über tausende Titel bei Abschluss eines Abonnements
Lesen Sie kostenlos für 30 Tage
Beliebte Titel auf Scribd
Sie sind auf Seite 1von 14
 
Dienstvereinbarung zu partnerschaftlichem Verhalten am Arbeitsplatz
Zwischen
der Bayerischen Theaterakademie,
vertreten durch den Präsidenten Prof. Hans-Jürgen Drescher und
den Geschäftsführenden Direktor Dr. Stefan Schmaus,
und
dem Personalrat,vertreten durch den Personalratsvorsitzenden Robert Hank,
wird folgende Dienstvereinbarung geschlossen:
Präambel
Eine Betriebskultur, die sich durch ein partnerschaftlichesVerhalten am Arbeitsplatz auszeichnet,
bildet die Basis für ein positives innerbetriebliches Arbeitsklima.
Unter partnerschaftlichem Verhalten verstehen die Parteien einen respektvollen Umgang allerBeteiligten miteinander, die Schaffung eines Klimas, in dem Konflikte angesprochen und geklärtwerden können und die Orientierung an sachlichen Lösungen.Dagegen stellen Machtmissbrauch, Diskriminierungen, sexualisiertes Verhalten und Gewalt eine
Verletzung des Persönlichkeitsrechts und eine Störung des Betriebsfriedens dar. Solche
Verhaltensweisen schaffen ein eingeengtes, stressbelastetes und entwürdigendes Arbeits- undLernumfeld und begründen nicht zuletzt gesundheitliche Störungen.Die Theaterakademie August Everding verpflichtet sich, Machtmissbrauch, Diskriminierungen,sexualisiertes Verhalten und Gewalt zu unterbinden und ein partnerschaftliches Klima zu fördern
und aufrecht zu erhalten.
§ 1 Zweck der Dienstvereinbarung
(1) Diese Dienstvereinbarung hat zum Ziel, partnerschaftliches Verhalten zu fördern und
Vorbeugung gegen Machtmissbrauch, Diskriminierungen, sexualisiertes Verhalten und Gewalt zugewährleisten. Sie tritt ergänzend neben die ,,Dienstvereinbarung Mobbing" vom 06.04.2018 sowiedie ,,Dienstvereinbarung zur Gesundheitsvor- und -fürsorge für alkoholgefährdete Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter" vom 11.03.2010, deren Regelungen somit unberührt bleiben.Allen Beschäftigten soll in Folge dieser Dienstvereinbarung bekannt sein, welche Verhaltensweisenüber Mobbing hinaus als Störung des Betriebsfriedens eingestuft werden, dass sie verboten sind und
dass sie konsequent verfolgt und geahndet werden.
Durch zielgerichtete Veröffentlichung dieser Dienstvereinbarung sowie der ,,Richtlinie gegenMachtmissbrauch, Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Gewalt an der Theaterakademie August
Everding" vom 6. April 2018 und des ,,Wertebasierten Verhaltenskodex zur Prävention von sexuellen
l'bergriffen und Machtmissbrauch" des Deutschen Bühnenvereins vom 8. Juni 2018, die dieserDienstvereinbarung als Anlage beigefügt und somit Bestandteil dieser Dienstvereinbarung sind, kann
1
 
sich niemand mit der Behauptung "Davon habe ich nichts gewusst " aus der persönlichen
Verantwortung ziehen. Führungskräfte stehen in besonderer Verantwortung und sind in diesemSinne verpflichtet, die Inhalte und Werthaltungen dieser Dienstvereinbarung einschließlich der
Richtlinie vom 6. April 2018 und des Verhaltenskodex vom 8. Juni 2018 in ihren Arbeitsbereichen zu
leben und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu vermitteln.
(2) Des Weiteren soll durch die Dienstvereinbarung eine Verhaltenssicherheit für Betroffene undPersonalverantwortliche erzielt werden, wie in Konfliktfällen verfahren werden muss, die innerhalb
einer Abteilung oder eines Studiengangs nicht zufriedenstellend gelöst werden können. Maßnahmen
zur Konfliktregelung und Hilfe für Betroffene sind durch diese Dienstvereinbarung definiert.
(3) Weiteres Ziel ist die Vertrauensbildung bei den Beschäftigten. Sie können diese Vereinbarung alsSignal verstehen, dass die Themen Machtmissbrauch, Diskriminierungen, sexualisiertes Verhalten
undGewalternst genommen werden. Betroffene werden darüber informiert, anwensiesich
zwecks Hilfestellung wenden können und welche Möglichkeiten sie haben, sich zur Wehr zu
setzen.
(4) Nicht zuletzt soll über diese Dienstvereinbarung das Signal gegeben werden, dass ein
partnerschaftlicher Umgang zwischen allen Beteiligten gefi5rdert und ausgebaut wer- den soll. Zielist ein konstruktives Betriebsklima, das die unbelastete Erfüllung der Arbeitsaufgaben bestmöglich
unterstützt.
(5) Als weiteres Ziel sollen stressbedingte Erkrankungen als Folge von ungelösten Konflikten
vermieden werden.
§ 2 Geltungsbereich
Diese Dienstvereinbarung gilt für alle Beschäftigten aller Hierarchien der Theaterakademie August
Everding. Die Akademieleitung verpflichtet sich zudem, allen in den Räumlichkeiten der
Theaterakademie tätigen Personen gegenüber die Inhalte der Dienstvereinbarung zu vertreten.§ 3 Definition der Begriffe
(1) Alle Beschäftigten sind verpflichtet, zur Einhaltung des Arbeitsfriedens und damit zu einem gutenArbeitsklima beizutragen. Hierzu gehört vor allem, die Persönlichkeit jedes/r Beschäftigten zurespektieren und dessen/deren Würde zu wahren.(2) Partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz zeichnet sich insbesondere aus durch
 
respektvollen Llmgang miteinander (Grüßen, Art der Ansprache, Höflichkeit, Kritik in
angemessener Form etc.)Orientierung an sachlichen Lösungen,
Schaffen eines Klimas, in dem Konflikte angesprochen und geklärt werden können und
Achtung der jeweiligen Tätigkeitsbereiche und Aufgaben (Einhalten der dienstlichen
Kommunikationswege, Informationen weitergeben bzw. beschaffen etc.)
(3) Im Gegensatz dazu gehört zur Verletzung des Persönlichkeitsrechts und der Würde des/der
Einzelnen insbesondere das bewusste und gezielte Herabwürdigen bis hin zu den in der ,,Richtliniegegen Machtmissbrauch, Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Gewalt an der TheaterakademieAugust Everding" benannten konkreten Verletzungshandlungen.
 
§ 4 Beschwerderecht und Zuständigkeiten
(1) Zunächst soll ein/e belästigte/r Beschäftigte/r im partnerschaftlichen Miteinander den- oder
diejenige Mitarbeiter/in, von dem/der sie sich belästigt fühlt, ansprechen und eine Klärung des
2
 
entstandenen Konflikts versuchen. Scheitert dieser Versuch oder erscheint er unangebracht,können die/der Beschäftigte, an die folgenden verantwortlichen Stellen wenden:
 
@
 
Der/die dienstliche Vorgesetzte
Die Personalabteilung
Der Personalrat
Der/die betriebliche Mediator/in
Der/die Gleichstellungsbeauftragte
Der/die Betriebsarzt/Betriebsärztin
Die Arbeitsgemeinschaft ,,Machtmissbrauch, Diskriminierung, sexuelle Belästigung
und Gewalt" (ARGE)
(2) Die Genannten sind erste Ansprechpartner der Betroffenen. Sie haben die Aufgabe, Betroffene
zu beraten und zu unterstützen sowie auf Klärung und Lösung hinzuwirken. Sie sind zur
Verschwiegenheit verpflichtet und haben dafür Sorge zu tragen, dass der Konflikt zunächst nur
unter den unmittelbarvom Konflikt betroffenen Personen behandelt wird. Bei Bedarf kann
der/die betriebliche Mediator/in hinzugezogen werden.
(3) Von Machtmissbrauch, Diskriminierung, sexueller Belästigung oder Gewalt Betroffene sollen
ausdrücklich ermutigt werden, Angriffe auf ihre Persönlichkeit nicht hinzunehmen, sondern sich
zeitnah zur Wehr zu setzen. Sie haben das Recht und den Anspruch auf eine angemessene
Behandlung des Problems.
§ 5 Vertraulichkeit
Clber die Informationen und Vorkommnisse, persönliche Daten und Gespräche ist durch alle
Beteiligten gegenüber nicht am Verfahren Beteiligten absolutes Stillschweigen zu bewahren.
§ 6 Maßnahmen
(1) Machtmissbrauch, Diskriminierung, sexueller Belästigung oder Gewalt können strafrechtliche
Tatbestände erfüllen. Eine mögliche strafrechtliche Verfolgung kann grundsätzlich nur auf
Veranlassung der/des Geschädigten erfolgen.Ziel aller betrieblichen Sanktionen ist es, im Rahmen der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers die Tatenadäquat zu ahnden, die betroffenen Beschäftigten zu schützen und den belästigenden Personenden Verstoß gegen geltendes Recht deutlich zu machen. Der Arbeitgeber hat die im Einzelfallangemessenen arbeitsrechtlichen oder disziplinarrechtlichen Maßnahmen zu ergreifen, wie z. B.
 
BelehrungErmahnungVersetzungAbmahnung
Kündigung
 
(2) Die gesetzlichen Rechte des Personalrats bleiben unberührt. Der Personalrat erhält über die
beabsichtigte Maßnahme eine Vorabinformation. Zur Abhilfe kann auch ein Beratungs- und/oder
Therapieangebot erfolgen. Im Übrigen gelten die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen,
insbesondere das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.(3) Wegen Erhebung einer Beschwerde dürfen der/dem Beschäftigten keine Nachteile entstehen.
3

Ihre Neugier belohnen

Alles, was Sie lesen wollen.
Jederzeit. Überall. Auf jedem Gerät.
Jederzeit kündbar

Bewerten

576648e32a3d8b82ca71961b7a986505