Sie sind auf Seite 1von 68

Soft Skills Basic II

eBooklet #20

Vœ>V…
>V>`i“Þ
 Ø ÀÊ`ˆiÊ؅À ՘}ÎÀBvÌiÊۜ˜Ê“œÀ}i˜t
Soft Skills Basic II 

In halt
Vorwort  3

Teil C: Führung und Teamarbeit


Erfolgsfaktor Führungstechnik 4
Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 9
Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management 15
Ursachen und Tipps gegen Mobbing 19
Erfolgreich durch Teamarbeit23
Tipps & Tools für Ihr nächstes Power-Meeting26

Teil D: Der perfekte Auftritt


Knigge – Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen 33
So finden Sie Ihren individuellen Business Style 38

Teil E: Der Weg zur starken Persönlichkeit


Tipps für ein verbessertes Selbstbewusstsein 43
Sie haben Stärken und Schwächen! 47
Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs 51
Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht! 55

Impressum  60

Was ist die CoachAcademy?  61

Die eBooklets der CoachAcademy  62


Soft Skills Basic II 

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit diesem zweiten Band zum Thema Soft Skills Übrigens feiern wir mit diesem eBooklet ein kleines
möchten wir Ihren Blick auf die Schlüsselqualifika- Jubiläum: 20 Ausgaben haben wir in den letzten
tionen richten, die sich mit der Führung von Mitar- zwei Jahren veröffentlicht. Die Anzahl der gela-
beitern, dem Arbeiten im Team sowie dem großen denen Dokumente zeigt uns, dass die geneigte
Komplex der Stärkung der eigenen Persönlichkeit Leserschaft diese Publikationen offensichtlich zu
nach Außen und Innen beschäftigen. Diese Themen schätzen weiß und als willkommene Unterstützung
sind von erheblicher Relevanz, nicht nur für Ihre per- bei der Erreichung ihrer Ziele zu Rate zieht. Dies
sönlichen Aussichten im Beruf sondern auch für die freut uns sehr und wir möchten uns daher bei Ihnen
Unternehmen, die stets die verbesserte Produktivi- an dieser Stelle ausdrücklich für die meist positive
tät ihrer Mitarbeiter im Auge haben. Resonanz bedanken.

Viel Spaß bei der Lektüre dieses eBooklets


wünschen Ihnen

Carolin Lüdemann, Heiko Lüdemann


und das Team der www.coachacademy.de
Soft Skills Basic II 

Te i l C : Führung und Teamarbeit

Erfolgsfaktor
Führungstechnik

Wie und wodurch bringen Sie sich selbst und


Ihre Mitarbeiter dahin, dass Sie sich für ge-
meinsame Ziele engagieren, ihre Kompetenz
ausschöpfen und Spitzenleistungen erbrin-
gen? Die Antwort lautet: In erster Linie durch
eine exzellente Führungstechnik.

Führung hat in jedem Unternehmen entscheidende


Bedeutung. Die Arbeit von jedem Vorgesetzten oder
Chef – aber auch von Mitarbeitern, die mit Kollegen
zusammen arbeiten – ist eine Arbeit mit Menschen.
Es ist daher für so gut wie für jeden Menschen
wichtig, sowohl einen bestimmten Führungsstil als
auch Führungsinstrumente zu beherrschen. Wich-
tig deshalb, weil die Kompetenz, Motivation und
schließlich die Leistungen jedes Einzelnen damit
gesteigert werden können. Und damit auch immer
Ihr Erfolg als Führungskraft - und der Unterneh-
menserfolg an sich!
Soft Skills Basic II Erfolgsfaktor Führungstechnik 

Damit wir uns richtig verstehen: Führungsstile und Die verschiedenen Führungsmodelle
Führungsinstrumente zu beherrschen ist nicht nur
für Vorgesetzte von entscheidender Bedeutung. Über das Themengebiet Führung existieren unend-
Wenn Sie selbst mit anderen Menschen zusammen lich viele Modelle und Konzepte. Es wäre in erster
arbeiten, ist es auch für Sie von Vorteil, wenn Sie mit Linie verwirrend, diese alle oder teilweise hier aufzu-
Ihren Kollegen durch einen abgeschwächten Füh- führen. Stattdessen werden wir uns mit dem einzig
rungsstil erfolgreich kooperieren können! fairen und langfristig erfolgreichen Führungsstil, dem
„Situationsabhängigen Führungsstil“ beschäftigen.

Was bedeutet Führung? Bei dem Situationsabhängigen Führungsstil muss


unser Verhalten von folgenden beiden Bedingungen
Alle reden über „Führung“. Meist haben wir uns aber abhängig gemacht werden:
keine Gedanken darüber gemacht, was dieses Wort
eigentlich genau bedeutet. Deshalb überlegen Sie } M
 enschen sind unterschiedlich und verfügen
jetzt einmal für zwei Minuten: Welche Definition ha- über wechselnde Leistungsfähigkeit.
ben Sie spontan für den Begriff „Führung“ parat?
} E
 in Führungsstil muss sich den angestrebten
Zielen und zur Verfügung stehenden Ressour-
Fangen wir mit dem Duden an: Dieser gibt für Füh-
cen anpassen.
rung keine Definition an, nur verschiedene Wortar-
ten mit dem gleichen Wortstamm wie zum Beispiel
Führungsaufgabe, Führungsanspruch, Führungs- Sobald Sie einen Mitarbeiter an eine neue Aufgabe
kraft, Führungsetage, Führungsspitze und so wei- heranführen, werden Sie bei ihm vier aufeinander
ter. Die herkömmliche und bewährte Definition ver- folgende Phasen erleben: Zuerst die Phase der Be-
schiedener Managementexperten gibt da schon geisterung, dann die Phase der Desillusionierung,
mehr Aufschluss. Demnach ist Führung richtung- dieser folgt die Phase der Annäherung und schließ-
weisendes Einwirken auf Menschen mit der Absicht, lich die angestrebte Phase der Selbstständigkeit.
ein konkretes Ziel gemeinsam zu erreichen. Übrigens: auch bei sich selbst können Sie diese vier
Phasen beobachten, wenn Sie eine neue Aufgabe
in Angriff nehmen!
Soft Skills Basic II Erfolgsfaktor Führungstechnik 

Die Phase der Begeisterung Die Phase der Annäherung

} Motivation hoch } Motivation steigend

} Können sehr gering } Können mittel

} Präzise Anforderungen erforderlich } R


 ealistischere Einschätzung der Anforde-
rungen
} D
 ennoch erste Erfolgserlebnisse aufgrund
geringer Erwartungshaltung } W
 achsende Zahl der Erfolgserlebnisse führt
zu steigender Motivation
} Viel Lob und Anerkennung erforderlich
} Hilfestellung auf Anforderung

Die Phase der Desillusionierung Die Phase der Selbstständigkeit

} Motivation gering } Motivation hoch

} Können zunehmend } Können hoch

} Erwartungshaltung zu hoch } Sucht sich Aufgaben, arbeitet selbstständig

} G
 eringe Zahl der Erfolgserlebnisse führt zu } Hohe Zahl an Erfolgserlebnissen
Enttäuschung
} Kann Ergebnisse selbst interpretieren
} Hilfestellung am konkreten Beispiel erforderlich
} H
 öhere Anforderungen stellen oder neue Auf-
gaben zuweisen
Soft Skills Basic II Erfolgsfaktor Führungstechnik 

Führungsinstrument: Ziele } W
 ir machen deutlich, wie wichtig die erbrachte
Leistung für das Erreichen unserer Ziele ist.
Ja, Sie haben richtig gelesen: Ziele sind Führungs-
} L
 ob soll wirken. Wir gehen nicht sofort zur
instrumente! Ziele haben nämlich mehrere Vorteile:
Tagesordnung über.

} L
 enken die Tätigkeit des Mitarbeiters in die } Wir sind Coach, nicht Polizist!
gewünschte Richtung

} Z
 iele sollen mit dem Mitarbeiter gemeinsam
Führungsinstrument: Kritik
definiert werden

} Z
 iele sollen konkret, messbar, erreichbar, rele- Auch Kritik ist ein Führungsinstrument, das wir ne-
vant und nachprüfbar sein ben Lob und Zielen ab und an verwenden. Beach-
ten Sie unbedingt folgende Grundsätze, wenn Sie
} Ziele werden schriftlich festgehalten
Kritik einsetzen:
} Z
 iele machen nur Sinn, wenn wir bei deren Re-
alisierung durch den betreffenden Mitarbeiter } W
 ir sagen unseren Mitarbeitern von vornher-
als Coach zur Verfügung stehen und ständig ein, dass wir ihnen mitteilen werden, was wir
Feedback geben von ihrer Leistung halten.

} Berechtigte Kritik muss sofort erfolgen.

Führungsinstrument: Lob } W
 ir erklären im Detail, was falsch gemacht
wurde und welche Wirkung es auf uns und
Ein weiteres Führungsinstrument ist Lob. Um Lob unsere Ziele hat.
auch tatsächlich als Führungsinstrument einsetzen
} K
 ritik soll wirken. Wir gehen nicht sofort zur
zu können, sollten Sie Folgendes beachten:
Tagesordnung über, Pause.

} W
 ir sagen unseren Mitarbeitern von vornher- } W
 ir machen deutlich, dass wir von dem be-
ein, dass wir ihnen mitteilen werden, was wir treffenden Mitarbeiter viel halten, aber nicht in
von ihrer Leistung halten. dieser speziellen Situation.

} Lob muss aufrichtig sein. } Wir sind nicht nachtragend.

} Lob soll zeitnah ausgesprochen werden.


Soft Skills Basic II Erfolgsfaktor Führungstechnik 

Jeder hat das Zeug zum Spitzenkönner!

Potenziell sind alle Menschen Spitzenkönner - wir


müssen nur herausfinden, wo Mitarbeiter (oder wir
selbst) gerade stehen und von dort aus weiterhel-
fen.

Es ist durchaus nicht als negativ anzusehen, wenn


sich ein Mitarbeiter auf einer niederen Entwick-
lungsstufe befindet. Im Gegenteil, wir alle werden
uns immer wieder auf einer dieser niederen Stufen
wiederfinden. Entscheidend ist, dass wir uns auf-
machen, ein höheres Niveau zu erklimmen!

Noch eines zum Schluss: Im ureigensten Interesse


sollte jede Führungskraft bestrebt sein, Mitarbeiter
zu selbstständigem und selbstverantwortlichem
Handeln zu führen. Anderenfalls darf sich keiner
wundern, wenn die ganze Arbeit auf dem eigenen
Tisch liegen bleibt ...
Soft Skills Basic II 

Konfliktmanagemen t :
Konflikte diplomatis c h
meistern
Um Konflikte auszutragen und diese in einen kons-
truktiven Prozess des Ausgleichs münden zu las-
sen, bedarf es einer sorgfältigen Analyse der Situ-
ation. In jedem Konflikt - privat oder beruflich - gibt
es zumeist drei Parteien: Der Angegriffene, der An-
greifer und die Beobachter.

Der Angegriffene

} 1
 . Konfliktphase: Verstimmung, Verärge-
rung (Wehret den Anfängen!)

Wenn Sie sich in der Rolle des Opfers sehen, ist es


wichtig zu reflektieren! Stellen Sie sich zur Klärung
der kritischen Situation folgende Fragen: Was be-
drückt Sie genau? Wo genau verschlechtert sich die
Beziehung zu einer der Personen im Arbeits- oder
Lebensumfeld? Analysieren Sie ihre Gefühle und
betrachten Sie hierbei auch die anderen Akteure.
Soft Skills Basic II Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 10

Wenn Sie Ihre eigene Position, Ihren eigenen Stand- } 2


 . Konfliktphase: Schlagabtausch
punkt überprüft haben, sollten Sie sich mit einer an- (Offener Konflikt)
deren unbeteiligten Person besprechen! Sie müssen
diese Person gewissenhaft auswählen. In diesem In der Verstimmungsphase, der ersten Konfliktpha-
Gespräch können Sie neutrale Beurteilungen und se, nimmt die Sachebene noch einen großen Raum
Einschätzungen kennen lernen und mit Ihrer eige- ein. Die zweite Konfliktphase, der Schlagabtausch,
nen Sichtweise ergänzen und vergleichen. ist emotionaler, radikaler und von Abgrenzungen und
Angriffen gleichermaßen geprägt. Kompromisse,
Stellen Sie sich und dem Gesprächspartner fol- Vereinbarungen und Abmachungen sind nicht mehr
gende kritische Fragen: Ist das alles nur eine vor- möglich. Es herrschen Misstrauen, Furcht, Rache
übergehende Schlechtwetterlage, ein persönliches und Feindbilder.
Tief auf beiden oder nur auf einer Seite? Sind sie
vielleicht gar nicht gemeint? Auch wenn Ihre Situation sich bereits so zugespitzt
hat, sollten Sie sich an die drei Schritte der Ausein-
Nun kommt das Handeln! Sie haben die kritische Si- andersetzung halten. Beginnen Sie wieder mit dem
tuation durchdacht und durchgesprochen. In dieser ersten Schritt, dem Reflektieren.
Konfliktphase ist es nun möglich, mit dem Angrei-
fer im Gespräch Lösungsvorschläge auf sachlicher Stellen Sie sich folgenden Fragen: Kennen Sie die-
Ebene zu sammeln. Treffen Sie Abmachungen und se Situation schon von früheren Arbeitsplätzen, aus
halten Sie sich daran. Aber gedulden Sie sich – al- der Schule oder aus Ihrer Kindheit? Worum geht es
les braucht Zeit, auch die Realisierung Ihrer gemein- wirklich? Was sind die wahren Motive dieses Wi-
samen guten Vorsätze. Werden Sie aktiv soweit es derstreits? Versetzen Sie sich in die Rolle des An-
geht. Stellt sich keine Realisierung der Abmachung greifers.
ein, müssen sie das Gespräch zur Vereinbarung
noch einmal wiederholen. Zeigen Sie in Ihrem Ver- Besprechen Sie sich mit allen neutralen Menschen,
halten, dass Sie alles sehr ernst nehmen und Ihnen die es in ihrem Umfeld gibt, holen Sie sich so viele
eine Lösung der Spannungen am Herzen liegt. Sichtweisen wie möglich ein. Zum Besprechen ge-
hören auch „Selbsthilfegruppen für Mobbing-Op-
fer“. All dies sind keine Resignationen oder Rück-
zugsgefechte, Sie erweitern nur Ihr psychisches
und mentales Instrumentarium und Sie werden sich
ihrer Verhaltensalternativen immer bewusster. Die
Gespräche müssen offen und vertrauensvoll sein.
Soft Skills Basic II Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 11

Nun müssen Sie auf den Gegner zugehen und ihn } W


 ie viel Kraft haben Sie noch? Lohnt sich ein
im Schlagabtausch sachlich fragen, was er von Ih- Weiterkämpfen?
nen erwartet. Sie verlieren dabei keinen Zacken aus
} W
 as kann man Ihnen noch alles antun, wo
der Krone, denn Sie können dem Gegner im glei-
sind sie noch verwundbar?
chen Atemzug sagen, was Sie von ihm erwarten.
Es sind Vereinbarungen getroffen und nicht gehal- } G
 ibt es noch andere neutrale Personen, denen
ten worden. Vielleicht sind diese unhaltbar gewor- sie als professionelle Schlichter und Vermittler
den oder sie wurden falsch verstanden. vertrauen können?

Ihr Gegner ist feindselig? Ihr Handeln muss jetzt ein Ein Besprechen mit ihrem Gegner ist nicht mehr
eindeutiges und notwendiges Abgrenzen sein. Zei- möglich. Sprechen Sie jetzt mit sogenannten Kon-
gen Sie ruhig ihre Verletzung, igeln Sie sich nicht ein. fliktmanagern und Teamentwicklern. Jetzt muss al-
Das wäre falscher Stolz und zeigt mehr Schwächen les unter vier Augen ablaufen und vielleicht ist unter
als Stärken. Gehen Sie auch hier auf Helfer und Un- den Beratern jemand dabei, der noch ein letztes
terstützer zu. Kontern Sie mit sachlich ausgespro- Vermittlungsangebot unternehmen kann. Beden-
chenen Konsequenzen, andere Ausdrucksformen ken Sie: Diese dritte Phase ist absolut. Es geht um
sind hier unglaubwürdig und theatralisch. die maximale Schädigung des Gegners, mit allen
Mitteln, Rechtsbrüchen und Übergriffen.

} 3
 . Konfliktphase: Vernichtungsschläge
(Absolutheit und Härte) Der Angreifer

In dieser Phase ist Ihr Arbeitsplatz in Gefahr. Achten } 1


 . Konfliktphase:
Sie beim Reflektieren auf folgende Punkte: Verstimmung, Spannungen

} W
 as würde ein Ausstieg aus diesem Zunächst sind Sie als Täter noch im selbstkritischen,
Arbeitsumfeld für Sie bedeuten? sich selbst hinterfragenden Stadium: Sie spüren,
dass etwas los ist. Sie haben möglicherweise je-
} Welche Alternativen gibt es?
manden brüskiert, verletzt oder bloßgestellt. Sie
} W
 er kann Ihnen bei einem Um- und Neuein- sind aktiv, Sie suchen noch nach Möglichkeiten, auf
stieg behilflich sein? den anderen zuzugehen. Handeln ist Ihnen in dieser
Phase wichtig. Sie nehmen die Sachen in die Hand,
Soft Skills Basic II Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 12

stellen sich der Situation und können auf die Kolle- Das sind alles aktive, handlungsaktivierende Fragen!
gen, den Chef oder den Abteilungsleiter zugehen.
Sie sind nun derjenige, der handelt, der aufräu-
In einer zweiten Phase stehen Sie vor den Ent- men will und Klarheiten schafft. Also bieten Sie Ge-
scheidung, ob sie gemäß ihrer Ziele auf die verletz- spräche, sachliche Auseinandersetzungen an. Sie
te Person zugehen und sie ansprechen können. gehen selbstkritisch mit diesem Konflikt um. Sie
Sie nehmen die Person ernst. Sie leisten aktives schauen nach den wirklichen Ursachen, Anlässen
Verständnis. Sie haben bei den gemeinsam offen und Auslösern.
analysierten Verärgerungen und Beleidigungen ver-
standen, worum es Ihrem Kollegen geht und verein- Jetzt zeigen Sie, dass Sie wirklich erhaben sind,
baren nun, dass Sie entsprechend der gemeinsam dass Sie die Situation beherrschen. Sie können
erarbeiteten Lösungen handeln werden. sich distanzieren und können mit einem gewissen
Abstand betrachten. Dadurch gewinnen Sie Macht
und Einfluss.
} 2
 . Konfliktphase:
Schlagabtausch, Zusammenstoß } S
 ie sind nicht mit gekränkter Haltung in den
Konflikt gegangen.
Je nachdem ob Sie sich im Stadium des Schlag-
} S
 ie können immer wieder einen Schritt auf den
abtauschs befinden oder sich in den permanenten
anderen zugehen.
„Kampf“ begeben haben, müssen Sie sich fragen:
} Was sind Ihre wirklichen Motive? } Sie sind nicht kleinherzig.

} Ist die aggressive Auseinandersetzung } Sie können gut einstecken.


notwendig?
} Sie müssen nicht zurückschlagen.
} Was löst der oder die andere bei Ihnen aus?
} S
 ie können sich sagen: „Das stört doch keinen
} Was verärgert Sie so? großen Geist.“

} Laufen hier Projektionen, Übertragungen ab?


Soft Skills Basic II Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 13

} 3. Konfliktphase: Vernichtungsschläge Der Beobachter

Der Konflikt hat an Härte und Radikalität eindeutig } 1


 . Konfliktphase:
zugenommen. Ging es anfangs noch um ein ak- Verstimmung, Spannungen
tives Minimieren der Verletzung, der Verstimmung,
geht es jetzt letztlich um die maximale Schädigung
des Gegners. Dazu scheinen alle Strategien, Tak- Sind sie wirklich so neutral oder freuen sie sich schon
tiken und Techniken erlaubt: Rechtsbrüche und auf die Vernichtungsschläge? Seien Sie ehrlich zu
Übergriffe und Grenzverletzungen sind an der Ta- selbst! Oder haben Sie Furcht, weil Sie der Nächste
ges- und Büroordnung. In dieser Phase nun sind sind, der vernichtet werden soll? Oder sind Sie der
Sie nur noch schwer in der Lage, Ihre Interessen fair konsequent-radikale „Raushalter“, der absolute Un-
zu vertreten. Es besteht die Gefahr, dass Sie vom parteiische, fliehen vielleicht sogar vor dem Konflikt.
„produktiv-positiven Täter“ zum „aggressiv-nega- Fragen Sie sich, warum Sie jeweils so reagieren, so
tiven Täter“ werden. fühlen. Entscheiden Sie auch für sich früh genug,
wer in dem Konflikt Täter, wer Opfer ist.
Stellen Sie sich folgende Fragen ganz bewusst:
Was hinter steckt meinen Aggressionen? Bin ich Sind Sie innerlich so neutral-objektiv aber auch so
verunsichert, habe ich Furcht, brauche ich Neben- standhaltend, dass Sie ein Gespräch für die ange-
kriegsschauplätze? Habe ich schon mal so etwas spannten, verstimmten Parteien anbieten können?
erlebt? Ein Gespräch, das die Spannung reduziert - eines,
Denken Sie immer auch an unnötige Konsequenzen, das entlastet. Hüten Sie sich davor, sich mit einer
verlieren Sie nicht den Überblick, beherrschen Sie Partei zu identifizieren - bleiben Sie unparteiisch!
sich, den Gegner und die Situation. Jetzt benötigen
Sie die Hilfe eines Kollegen oder Freundes, der zu Die aktive Gestaltung der Konfliktvermeidung bzw.
Ihnen positiv aber auch kritisch und distanziert ein- -lösung könnte jetzt von Ihnen ausgehen. Jetzt sind
gestellt ist: Wie nimmt dieser die Situation wahr? konstruktive Mittelwege gefragt. Achten Sie darauf,
Welche Positionen sind für ihn deutlich sichtbar? keine Missetaten oder Fehler gleich festzumachen
Suchen Sie unter Umständen professionelle Unter- – das facht den Konflikt erst richtig an!
stützung: Schlichter, Vermittler, Konfliktmanager.
Geben Sie Fehler zu! Sie sind an Objektivität inter-
essiert! Und zeigen Sie, dass Sie sich über die Zu-
spitzung und Tiefe des Konflikts bewusst sind.
Soft Skills Basic II Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 14

} 2
 . Konfliktphase: } 3. Konfliktphase: Vernichtungsschläge
Schlagabtausch, Zusammenstoß
Leider müssen Sie jetzt mit aller Vermittlung aufhö-
Auch hier ist die Versuchung, in den Konflikt hin- ren. Ihre Unterstützung soll jetzt derjenige bekom-
eingezogen zu werden, sehr groß. Vorsicht und men, der Sie benötigt. Davor müssen Sie natürlich
Umsicht, ja Wachsamkeit sind für Sie jetzt das Ent- einen klaren Standpunkt beziehen. Besprechen
scheidende. Noch ist der Konflikt zu lösen, also und zeigen Sie Ihre Gefühle, ihre Betroffenheit. Re-
aktiv ins Positive zu gestalten. Informieren Sie sich den Sie mit den Menschen im beruflichen Umfeld
über alle Beweggründe, Auslöser und Ursachen und machen Sie auf das sich anbahnende, zer-
des Konflikts. Haben Sie überhaupt Macht, hört Ih- störerische Desaster aufmerksam. Helfen Sie dem
nen überhaupt jemand von den verfeindeten Par- hinzugezogenen, professionellen Vertrauensmann.
teien zu? Wenn ja - vermitteln Sie! Beruhigen Sie Zeigen Sie, dass sie die Situation so nicht akzeptie-
und schwächen Sie die Konfrontation ab. Machen ren und gut heißen.
Sie den beiden Parteien deutlich, dass Sie diese
Stufe der Verschärfung nicht akzeptieren und kei-
nem Schaden zufügen werden. Bieten Sie sich als
Mittelsmann an oder suchen Sie andere Kollegen
für diese Funktion.
Soft Skills Basic II 15

Interkulturelle Komp e-
tenz und Diversity
Management

Schlagwörter wie „Interkulturelles Manage-


ment“ oder auch „Interkulturelle Kompetenz“
tauchen immer wieder in den Medien auf – da-
bei sind kulturbedingte Unterschiede nur ein
Teil dessen, was uns voneinander unterschei-
det und zur Vielfalt der Humanressourcen
eines Unternehmens beiträgt. Diese Vielfalt
produktiv für ein Unternehmen zu machen,
wird in den USA unter dem Stichwort „Diversi-
ty Management“ diskutiert.
Soft Skills Basic II Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management 16

Konzept aus den USA Geschlecht oder auch die sexuelle Orientierung. Die
dritte Schicht der „Diversity“ umfasst z. B. die Re-
Die Allianz AG implementiert es gerade, die Deut- ligion, den geographischen Lebensraum, das Ein-
sche Bank hat es schon und bei Ford wird es kommen und den Familienstand eines Menschen.
schon lange angewendet: Diversity Management. Das berufliche Aufgabenfeld, die Seniorität oder
Wie viele Managementkonzepte stammt auch die die (Führungs-)Ebene, auf der Personen arbeiten,
Idee, die kulturelle und menschliche Vielfalt der Mit- erfasst die vierte, organisations-orientierte Schicht.
arbeitenden für das Unternehmen gewinnbringend In Nordamerika längst verbreitet, ist das komplexe
zu nutzen, ursprünglich aus den USA. Kein Wunder Konzept des Diversity-Managements in Deutsch-
also, dass US-Unternehmen wie Coca-Cola, Kraft land bisher erst in die Etagen der großen, trendan-
Foods oder Procter & Gamble längst nicht nur die gebenden Unternehmen vorgedrungen. Hingegen
Idee aufgegriffen haben, sondern diese Konzepte haben die Aspekte des Diversity-Managementkon-
anwenden und Diversity Manager in ihren Personal- zeptes, die sich mit den kulturellen Unterschieden
abteilungen inzwischen genauso selbstverständlich von Menschen befassen, bereits auch in Deutsch-
geworden sind wie z. B. Compensation & Benefits land breite Resonanz gefunden.
Manager.

Interkulturelles Management in Deutschland


Was ist Diversity und was managen Diversity
Experten? Längst sind es nicht mehr nur die großen, be-
kannten Firmen wie die Dax-30-Unternehmen, die
Menschen unterscheiden sich zunächst in ihrer Per- interkulturelle Kompetenz fordern und im Zuge der
sönlichkeit. Diese bildet sozusagen den Kern un- Laufbahn ihrer Mitarbeitenden honorieren. Auch
serer angeborenen Verschiedenartigkeit. Um diesen mittelständische, Unternehmen nennen in ihren Jo-
Kern herum befinden sich nach dem Diversity-Mo- banzeigen die Fähigkeit in internationalen Teams zu
dell von Gardenswartz & Rowe (1) drei „Schichten“, arbeiten als gewünschte Fähigkeit. Bei der Planung
die gefüllt sind mit Aspekten (auch „Dimensionen“ der weiteren Karriere ihrer Mitarbeitenden spielt das
genannt), anhand derer sich Menschen voneinan- Thema Interkulturalität ebenfalls eine Rolle.
der wesentlich unterscheiden können. Um ihre Mitarbeitenden fit für den internationalen
Neben unserer Persönlichkeit zählt man zu den per Einsatz zu machen, bieten Unternehmen Nach-
Geburt bestimmten, kaum bzw. nicht veränderbaren wuchskräften sowie Fach- und Führungskräften in-
Dimensionen: Das Alter, die physischen Fähigkeiten terkulturelle Trainings an. Je nach Ressourcen der
(Behinderung/Nichtbehinderung), die Ethnie, das unternehmenseigenen Personal-Abteilung werden
Soft Skills Basic II Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management 17

sie von internen Trainern durchgeführt oder von be- Was ist interkulturelle Kompetenz?
auftragten externen Anbietern. Die Investitionen in
Internationalisierung und ein Mehr an Interkulturali- Angesichts eines sich internationalisierenden Um-
tät wirken sich langfristig aus: Ford z. B. bietet den felds in der deutschen Gesellschaft benötigen mehr
Mitarbeitenden eine Online-Zeitung in Türkisch, da- und mehr Mitarbeitende eines Unternehmens,
neben sind Deutsch und Englisch Unternehmens- Schüler und Studierende ebenso wie Ärzte oder
sprache. Polizisten die Fähigkeit „interkultureller Kompetenz“.
Sie brauchen diese Fähigkeit unbedingt, wenn sie
Doch nicht nur Unternehmen bemühen sich, kul- erfolgreich mit Angehörigen anderer Kulturen und
turbedingte Unterschiede zu berücksichtigen. So ethnischen Gruppen kommunizieren wollen, d.h.
finden sich in den Mensen deutscher Universitäten deren verbale und nonverbale Signale angemessen
neben verschiedenen Fleischgerichten auch stets interpretieren und darauf entsprechend zu reagie-
ein vegetarisches Gericht und ein Fleischgericht ren. So lassen sich nicht nur Missverständnisse ver-
ohne Schweinefleisch. Auf interkontinentalen Flü- meiden, sondern es entsteht auch ein Kommunika-
gen gehören kosher meals zum Standardangebot tionsklima „auf Augenhöhe“, in dem die Agierenden
der Airlines. sich gleichermaßen sicher fühlen.
Interkulturell kompetente Menschen begegnen sich
So unterschiedlich wie die Beispiele sind, so ver- als gleichberechtigte Partner, die sich möglicher
schieden sind auch die Angebote, die aus einem kulturbedingter (Kommunikations-)Unterschiede
Konzept des interkulturellen Managements ent- bewusst sind und daher keine übermäßige Zurück-
stehen können. Das „eine“ Konzept, um kulturelle haltung oder Vorsicht üben müssen. So lässt sich
Unterschiedlichkeit zu managen, gibt es nicht. Viel- am leichtesten voneinander lernen, miteinander zu
mehr bedeutet interkulturelles Management jeweils Übereinstimmungen kommen oder auch einmal
die Intention, den in einem Unternehmen, einer Uni- unterschiedliche Meinungen fair und angemessen
versität, Schule, Organisation etc. anzutreffenden, diskutieren. Aber wie ist interkulturelle Kompetenz
kulturbedingten Unterschieden Rechnung zu tra- überhaupt erlernbar? Lässt sich einmal Erlerntes
gen und Synergieeffekte zu schaffen. Letzteres ist auf jede Kultur und Ethnie anwenden?
allerdings immer langfristig zu sehen.
Soft Skills Basic II Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management 18

Anbieter interkultureller Weiterbildung unterschei- kommunizieren in Frankreich“ weisen auf kultur-


den grundsätzlich zwei Formen von Trainings: Zum bzw. länderspezifische Inhalte hin. Sie fokussieren
einen gibt es Angebote zum Erwerb von Hand- auf die Spezifika eines bestimmten Kulturraumes,
lungskompetenz allgemein für den Umgang mit An- einer Kultur oder eines Landes.
gehörigen anderer Kulturen. Entsprechend basieren
diese Trainings auf einem so genannten kulturallge- Je nachdem, ob die Seminare allgemein zugäng-
meinen Ansatz. Ziel ist es, bei den Teilnehmenden lich sind oder spezifisch auf die Bedürfnisse der
ein Bewusstsein zu schaffen für die kulturbedingten Teilnehmenden ausgerichtet werden, grenzt sich
Unterschiede im Denken und Handeln allgemein, der Themenrahmen oft noch enger ab. Verhand-
die in der Interaktion mit Personen unterschiedlicher lungsführung, arbeitsrechtliche Grundlagen, Ge-
Kulturen auftreten können. In Rollenspielen, Fallstu- haltsspannen und die durchschnittliche Dauer einer
dien und Übungen behandeln die Teilnehmenden Patentanmeldung in einem Zielland sind eher für
Themen, die in jeder Kultur eine Rolle spielen, sich künftig entsandte Manager hilfreich, weniger aber
jedoch kulturspezifisch anders darstellen können für Ärzte oder Mitarbeitende in Forschung und Leh-
(z. B. das Verhältnis von Frau – Mann). In kulturall- re. Unternehmen wie DaimlerChrysler, Bosch oder
gemeinen Trainings erfolgt eine Sensibilisierung der VW lassen ihre Mitarbeitenden entsprechend kul-
Teilnehmenden für Kulturdivergenzen, die sie im tur- und themenorientiert trainieren. Bei ihnen ist
Alltag erkennen und ihnen kompetent begegnen die Teilnahme an einem interkulturellen Training ein
können, da ihnen dank dem Training eine Palette Pflichtbaustein auf dem Weg in eine internationale
von situationsangemessenen Verhaltensweisen zur Karriere, der den Mitarbeitenden sogar vertraglich
Verfügung steht. Trainings mit kulturallgemeinem zugesichert wird.
Ansatz eignen sich vor allem für Mitglieder interna-
tionaler Teams, in denen Angehörige mehrerer Kul-
turen miteinander arbeiten.

Zum anderen werden viele Trainings mit einem kul-


turspezifischen Ansatz durchgeführt. Wer als Expat- (1) Die Amerikanerinnen Lee Gardenswartz und Anita Rowe
riate vor einem längeren Auslandseinsatz in China forschen seit circa 25 Jahren zum Thema Diversity; das in die-
steht oder zukünftig für den Absatz der Produkte im sem Artikel beschriebene Diversity-Modell wurde von ihnen in
französischen Markt verantwortlich zeichnet, kann Diverse Teams at Work (Burr Ridge, IL: Irwin Professional Pub-
sich in kulturspezifischen Seminaren das nötige lishing, 1994) vorgestellt und nimmt seinerseits Bezug auf Di-
Rüstzeug holen. Titel wie „Verhandeln mit Chine- mensionen, die Marylin Loden und Judy Rosener in Workforce
sen“, „Doing business in the U.S.“ oder „Erfolgreich America (Business One Irwin, 1991) darstellen.
Soft Skills Basic II 19

Ursachen und Tipp s


gegen Mobbing

“Mobbing“ zählt in der Arbeitswelt bereits zur


Alltagssprache. Kaum zu glauben, aber jeder
zehnte Arbeitnehmer wird mindestens ein Mal
im Leben „gemobbt“. Mobbing belastet die
gesamte Kommunikation eines Unternehmens
- auch die Unbeteiligter!
Es gibt mittlerweile immer mehr „Mobbingop-
fer“ in Deutschland! Das englische Verb „mob“
wird übersetzt als lärmend oder herfallend.
Doch ab wann gilt jemand als „Mobber“?

Ursachen für Mobbing

Stressbelastung am Arbeitsplatz ist nichts Unge-


wöhnliches. Es gibt jedoch große Unterschiede in
der individuellen Stresswahrnehmung und -verar-
beitung, Stressfaktoren, die nicht abgebaut oder in
sonstiger Weise bewältigt werden, können zu psy-
chosomatischen Erkrankungen und somit zu Konf-
likten und zu Mobbing führen.
Soft Skills Basic II Ursachen und Tipps gegen Mobbing 20

Die Pseudoharmonie Gibt es typische Mobbing-Opfer?

In vielen Unternehmen sind Streit und Konflikte un- Nach bisherigen Erkenntnissen kann zwar grund-
erwünscht, statt dessen besteht eine stillschwei- sätzlich jeder Mobbing-Opfer werden. Aber die
gende Verpflichtung zur „Pseudoharmonie“. Unter Wahrscheinlichkeit ist nicht bei jedem Menschen
dieser Oberfläche brodeln dann die Konflikte, die gleich. Die Forschungsrichtung Viktimologie hat
somit der beste Nährboden für Mobbing sind. als Teilgebiet der Kriminologie unter Beteiligung
der Psychologie die besonderen Verhaltenseigen-
arten und die diesen zugrundeliegenden Attitüden
Hierarchie und Hackordnung von Opfern sehr sorgfaltig analysiert und empirisch
überzeugend belegt. Folgende „viktimologische An-
Bei Mobbing geht es oft um Macht und Einfluss - reize“ können vom potentiellen Opfer ausgehen und
Faktoren, die in stark hierarchischen Strukturen von machen Mobbing ihm gegenüber wahrscheinlicher.
besonderer Bedeutung sind. Im Rahmen der Rang-
und Hackordnungskämpfe geht es häufig brutal zur Viktimologische Anreize können z.B. sein:
Sache. In einem Feld der nicht offenen Auseinander- } Leistungsprobleme (wenig Kenntnisse und
setzung und der anonymisierten Konkurrenz ist das Fertigkeiten, hohe Fehlerquote, mangelnde
Ausmaß der erlebten Bedrohung von innen oft noch Leistungsbereitschaft, Überaktivität)
größer als eine mögliche Bedrohung von außen.
} g
 estörte Persönlichkeit (Arroganz, Distanzlo-
sigkeit, Nervosität, Choleriker, Unpünktlichkeit,
Selbstunsicherheit, unangemessenes Verhalten)
Arbeitsinhalte und „Langeweile-Mobbing“
} s oziale Anpassungsprobleme (Absonderung,
Auch diese tragen zur Entwicklung von Mobbing Schüchternheit, Kompetenzüberschreitung
bei. Beispielsweise entwickelt sich „Langeweile- et cetera)
Mobbing“ an Arbeitsplätzen, die geringe geistige
} A
 uffälligkeit der äußeren Erscheinung (groß,
Anforderungen an die Beschäftigten stellen, wo
klein, dick, dünn, Behinderungen, Kleidungsstil)
diese systematisch unterfordert sind und die Lern-
fähigkeit und Kreativität behindert werden. } K
 rankheiten (Epilepsie, Akne, Hautausschlag,
Diabetes, Körpergeruch)
Soft Skills Basic II Ursachen und Tipps gegen Mobbing 21

Tipps gegen Mobbing Was tun, wenn die Situation eskaliert?

Was lässt sich dagegen tun, damit es gar nicht erst Je länger Sie Mobbing dulden, desto schwieriger
dazu kommt, gemobbt zu werden? Es gibt viele lässt sich das Problem lösen. Menschen handeln
Aktionen durch Mitarbeiter, die der Karriere scha- und denken nicht immer logisch. Darüber hinaus
den können. Die Grenzen zwischen Geschmacklo- sind sie individuell verschieden. Daher gibt es kei-
sigkeiten, bösen Scherzen und Straftatbeständen ne Musterlösung. Einige Verhaltensmuster liegen
sind oft fließend. Manchmal muss man über Dinge jedoch fast immer vor. Manche Kollegen mobben
hinwegsehen. Trotzdem sollten gewisse Tendenzen nur, weil es die anderen auch tun. Man will eben
gleich im Keim erstickt werden, damit die Karrie- dazugehören. Den Vorgesetzten darauf anzuspre-
repläne keinen Schaden nehmen. Zunächst sollten chen ist jedoch eine heikle Angelegenheit. Man gilt
Sie für sich selbst Ihre persönlichen Schwachpunkte schnell als „Petze“. Jetzt gilt es, einen kühlen Kopf
notieren. zu bewahren.

Machen Sie es Mobbern schwer } 1. Informationen sammeln


Zunächst sollten Sie Informationen sammeln. Auch
Keiner kennt Sie besser, als Sie sich selbst. Gera- bei denjenigen, die Ihnen individuell zur Seite ste-
de dies ist Ihr persönlicher Vorteil. Nutzen Sie ihn! hen. Suchen Sie den Kontakt zu anderen Betrof-
Machen Sie es möglichen Mobbern so unbequem fenen und tauschen sich aus.
wie möglich. Je unbequemer das Opfer, desto un-
interessanter wird es für den Mobber. Zunächst
sollten Sie Ihre persönlichen Schwachpunkte notie- } 2. Opferrolle ablehnen
ren. Dazu zählt zum Beispiel mangelndes Durchset- Lassen Sie sich nicht zum Opfer machen. Überneh-
zungsvermögen, Inkonsequenz, Hemmungen, die men Sie Verantwortung für sich selbst und werden
eigenen Interessen zu verwirklichen, Angst vor Ver- aktiv. Viele begehen den Fehler, zunächst stillzuhal-
antwortung oder Angst vor den Folgen von Erfolg. ten in der Hoffnung, dass sich alles von alleine erle-
digen wird. Dies ist selten der Fall. Wer sich zu viel
gefallen lässt, bietet sich nämlich geradezu für die
Rolle als Opfer an.
Soft Skills Basic II Ursachen und Tipps gegen Mobbing 22

} 3. Aktivität statt Passivität } 6. Klartext vor versammelter Mannschaft


Werden Sie aktiv! Es gibt viele Möglichkeiten, sein Wenn das Gespräch unter vier Augen wirkungslos
Auftreten und seine Wirkung nach außen zu opti- bleib, dann stellen Sie ihn vor versammelter Mann-
mieren. Dazu zählen zum Beispiel Rhetoriksemi- schaft zur Rede. Dies erfordert viel Mut, Selbstbe-
nare, Selbstbehauptungskurse, Weiterbildungen, wusstsein und Zivilcourage. Stellen Sie klar, dass
persönliches Coaching. Scheuen Sie sich nicht, Sie nicht dulden, dass zum Beispiel schlecht über
gegebenenfalls therapeutische Hilfe in Anspruch zu Sie geredet wird.
nehmen.

} 7. Wenn es hart auf hart kommt


} 4. Verbündete suchen Falls alle Versuche scheitern, gibt es zwei Mög-
Suchen Sie Verbündete. Freunden Sie sich mit Kol- lichkeiten. Entweder Sie kämpfen sich durch (alle
legen an. Bei Gesprächen mit Vorgesetzten bietet Instanzen), oder Sie wechseln den Job. Ob es sich
es sich an, allgemein auf Spannungen und Unstim- lohnt, seine ganze Gesundheit und Energie aufs
migkeiten in der Abteilung hinzuweisen. Namen Spiel zu setzen, um mit Kollegen klarzukommen,
brauchen nicht genannt zu werden. Informieren Sie die einem nur Böses wollen, muss jeder selbst ent-
ebenso den Betriebsrat. scheiden. Es gibt nämlich auch faire Firmen, die ein
gutes Betriebsklima, leistungsgerechte Bezahlung
und realistische Aufstiegschancen bieten.
} 5. Vier-Augen-Gespräch
Bevor Sie den oder die vermeintlichen „Übeltäter“
vor versammelter Mannschaft an den Pranger stel-
len, sollten Sie fairerweise um ein „Vier-Augen-Ge-
spräch“ bitten. Vielleicht gehen Sie mit den/dem
Betreffenden Kaffee trinken und sprechen die An-
gelegenheit ganz konkret an. Manchmal erledigt
sich das Problem dann von alleine.
Soft Skills Basic II 23

Erfolgreich durch
Teamarbeit

Fast immer ist von Anforderungen an ein ein-


gespieltes Team die Rede, das blind aufeinan-
der vertrauend alle Widrigkeiten meistert, Ne-
gativerlebnisse wegsteckt und ausschließlich
dem Erfolg verschrieben ist. Was aber macht
erfolgreiche Teamarbeit wirklich aus und wie
muss oder soll ich mich verhalten, damit ich
einen positiven Beitrag leiste? Kann ich auch
als überzeugter Einzelkämpfer im Team er-
folgreich sein, oder bin ich dann eher der Stör-
faktor, der den Gesamterfolg verhindert?

Was ist ein Team?

Vielleicht sollte zunächst einmal der Begriff Team


definiert werden: Das Erreichen gemeinsamer Ziele
durch gegenseitige Unterstützung und Berücksich-
tigung der Stärken und Schwächen jedes Einzel-
nen. Größe und Zusammensetzung des Teams sind
ebenfalls wichtig, da zielgerichtetes Vorgehen ein
hohes Maß an Selbstdisziplin sowie Ehrlichkeit und
Offenheit im Umgang miteinander erfordert. Hin-
Soft Skills Basic II Erfolgreich durch Teamarbeit 24

zu kommt ein sachliches Einschätzen der eigenen Probleme für Teameinsteiger


Grenzen, Kompromissbereitschaft und der positive
Umgang mit Konflikten. Nicht jedes Teammitglied Neuzugänge in Teams haben es oft schwer, Zu-
verfügt über gleichgeartete Talente; die richtige Mi- gang zu einer vermeintlich gut funktionierenden und
schung ist entscheidend. eingeschworenen Gemeinschaft zu finden. Es wer-
den ihnen manchmal bewusst, gelegentlich auch
unbewusst, Stolpersteine in den Weg gelegt - von
Ohne Kommunikation geht nichts Fehlinformationen über Zurückhaltung wesentlicher
Details bis hin zur persönlichen Ablehnung, für die
Vor dem Hintergrund, gemeinsame Ziele schnell zu es allem Anschein nach keine greifbaren Gründe
erreichen, treten in der Auslegung einzelner Schritte gibt. Das darf man nicht unterschätzen, denn ein-
immer wieder Spannungen und Reibungen auf und mal aufgebaute Fronten sind nur mühsam wieder
einzelne Mitglieder beklagen sich über mangelnde Ak- einzureißen und führen häufig zu einer Haltung, die
zeptanz innerhalb des Teams, da ihre Vorschläge nur Leistung verhindert, Frust aufbaut und letztlich der
bedingt Zustimmung finden. Diese Hürden können nur Sache und dem Einzelnen nicht dienlich ist. In sol-
durch direkte und unmittelbare Kommunikation über- chen Situationen sollte man einen klaren Kopf be-
wunden werden. So wird Misstrauen vermieden, denn halten, die Aussprache suchen und eigene Vorstel-
Misstrauen baut sich dort leichter ab, wo Zugehörigkeit lungen und Wünsche deutlich machen.
und der Wunsch nach Identifikation (mit der Sache) ver-
wirklicht werden. Bewusste Identifikation ist Teil einer
Philosophie, nach der es auch bei Fehlentscheidungen Ein Team teilt Erfolg und Misserfolg
keinen Rechtfertigungszwang geben darf.
Bei allem Selbstbewusstsein darf man nicht außer
Acht lassen, dass ein Team einen Kopf benötigt,
Rollenverteilung der in letzter Konsequenz Meinungen analysiert, an
den Anforderungen der Sache misst und - falls er-
Innerhalb eines Teams sollte jeder seine Rolle su- forderlich - eine Entscheidung trifft, die nicht immer
chen und finden. Der Prozess des Kennenlernens auf die Zustimmung aller Beteiligten stößt. Dies soll-
kann Verhaltensweisen nachhaltig beeinflussen und te möglich sein, ohne die weitere Zusammenarbeit
wird dies in den meisten Fällen auch tun. Wird ein negativ zu beeinflussen, kann aber nicht bedeuten,
Team neu zusammengestellt, können die Mitglieder dass sich der „Leader“ alle Erfolge selbst zurechnet
die Aufgaben immer anders verteilen, bis sich eine und die Misserfolge ausschließlich auf das Fehlver-
Struktur bewährt. halten der Teammitglieder zurückführt.
Soft Skills Basic II Erfolgreich durch Teamarbeit 25

Nur wer bereit ist für Neues, kann sich entwickeln Erkennen Sie die Erfolge Anderer an
Besonders perfide wird es, wenn unter dem Deck-
mantel des Teamgeistes einzelne Mitglieder ihre Ei- Wer unfähig ist, Erfolge Anderer zu akzeptieren und
genheiten ausleben und so mangelnde Fähigkeiten anzuerkennen und daraus für sich selbst zu lernen,
oder fehlende soziale Kompetenz verschleiern. sondern einen einmal eingeschlagenen Weg mit
Ein rüder Umgangston ist nicht gleichzusetzen mit grober Rücksichtslosigkeit verfolgt und unbeirrt von
Durchsetzungsfähigkeit! Werden solche Auswüch- Tatsachen und Gegebenheiten andere Meinungen
se gezügelt, setzt Teamarbeit einen wichtigen Lern- gegen bessere Überzeugung nicht gelten lässt,
prozess in Gang, der insbesondere weniger erfah- wird sicher nicht mit Rückendeckung rechnen kön-
renen, aber hoch motivierten Mitarbeitern zugute nen, falls sich der eingeschlagene Weg irgendwann
kommt. Hier wird ihnen die Chance geboten, ihre als falsch erweisen sollte.
Fähigkeiten zu demonstrieren, Mängel auszubü- Teamarbeit darf nicht zu einem stammtischartigen
geln, sich mit einer Sache und dem Unternehmen Diskutierklub werden, sondern muss Teil einer Stra-
zu identifizieren und Weichen für die berufliche Zu- tegie sein: Dann wird der Erfolg des Teams auch
kunft zu stellen. Neue Wege zu gehen, darf dabei der eigene sein.
für die Karriere nicht nachteilig sein, denn wenn
man nur das tut, was man kann, wird man nur das
bleiben, was man ist.
Soft Skills Basic II 26

Tipps & Tools


für Ihr nächstes
Power-Meeting

Vertane Zeit oder Power-Meeting? Was aus


Ihrer nächsten Besprechung wird, ist keine
Frage des Zufalls, sondern hängt auch von
Ihnen ab - als Teilnehmer oder als Moderator.
Wir stellen Ihnen die wichtigsten Regeln und
Tools vor, damit Ihre zukünftigen Meetings er-
folgreicher verlaufen.

Sinn und Zweck von Meetings

Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen zur


Besprechung wichtiger Themen sind aus dem heu-
tigen Büroalltag nicht mehr wegzudenken. Sie die-
nen mehreren Zwecken:
} dem Austausch von Informationen

} d
 er Erarbeitung von Strategien zur Lösung von
Problemen

} d
 er Organisation von teamorientierten Arbeits-
prozessen
Soft Skills Basic II Tipps & Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 27

Der Vorteil des Meetings selbst ist die direkte } Zu starker Verkündigungscharakter
Kommunikation zwischen den Beteiligten. Anders Hier wird nur in eine Richtung kommuniziert. Feed-
als etwa der E-Mail-Verkehr oder der Umlauf von back ist nicht erwünscht. Konsequenz: Die Anwe-
Unterlagen kann in einer gemeinsamen Bespre- senden fragen sich, warum sie da sind. Hätte man
chung schnell ein einheitliches Informationsniveau lieber als E-Mail gelesen...
hergestellt werden. Deshalb sind Meetings immer
dann optimal, wenn Entscheidungen gefällt wer-
den sollen, zu denen viele Beteiligte gehört werden } Zu viele Selbstdarsteller
müssen; oder dann, wenn sich Teams über die Wenn sich zu viele Teilnehmer in ausschweifenden,
Verteilung von Arbeitspaketen abstimmen wollen. sachfremden Ausführungen verlieren, um sich als
Gut geeignet sind sie auch für die Kommunikation vermeintlich tolle Redner zu präsentieren, gerät das
von komplexen Informationen, denn es stellt sich eigentliche Ziel des Meetings aus dem Blick.
im Verlauf schnell heraus, ob das Gesagte verstan-
den wurde. Sehr wichtig sind Meetings auch dann,
wenn in einer Gruppe kreativ an Lösungen gearbei- } Zu viele Detail-Diskussionen
tet werden soll. Wenn die kommunizierten Informationen nur einen
kleinen Teil der Anwesenden betreffen, kann es bei
diesen Nicht-Betroffenen schnell zu Konzentrati-
Meetings können auch nerven ... onsproblemen kommen...

Meetings sind also dazu geeignet, komplexe Kom- Ob ein Meeting gelingt, hängt also zum einen von
munikationsvorgänge durch physische Präsenz zu der Organisation ab (Die richtigen Teilnehmer zum
regeln. Und da beginnt auch schon das Problem: richtigen Thema?) und zum anderen von der Durch-
Um schlechte und damit meist überflüssige Mee- führung.
tings handelt es sich dann, wenn dieser Kommuni-
kationsprozess gestört wird. Die wichtigsten Stör-
faktoren sind zumeist:
Soft Skills Basic II Tipps & Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 28

Tipps für Teilnehmer an Meetings } Richtige Platzwahl


Wenn es eine feste Sitzordnung gibt, können Sie
} Gut vorbereiten diesen Punkt überlesen. Wenn nicht, setzen Sie
Völlig klar: Nur gut vorbreitet kann man sich als Teil- sich immer so, dass Sie mit dem Moderator einfach
nehmer erfolgreich an einem Meeting beteiligen. Blickkontakt halten können. Es wird Ihnen dann eher
Beginnen Sie sofort dann mit Ihrer Vorbereitung, möglich sein, das Wort zu ergreifen. Wenn es kei-
sobald Sie zu dem Termin eingeladen wurden. Vor nen Moderator gibt, setzen Sie sich auf einen Platz,
allem, wenn Sie einen eigenen Punkt auf der Agen- von dem aus Sie die Runde gut im Blick haben.
da haben wollen. Informationen sammeln, Ideen
notieren, Vorschläge strukturieren - das schaffen
Sie nicht 30 Minuten vor dem Meeting! } Wer zuhört, kann mitreden.
Zuhören ist die Voraussetzung, um das Wort zu
ergreifen. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner aus-
} Tischvorlagen rechtzeitig verteilen reden und fordern Sie das gleiche Recht auch für
Wenn Sie Ihr Projekt vorstellen und durchsetzen sich. Machen Sie sich Notizen, um präzise auf die
wollen, erarbeiten Sie ein Hand-out. Dieses sollte vorgetragenen Argumente eingehen zu können.
„kurz & gut“ sein - nicht „lang & weilig“! Wichtig: das
Papier rechtzeitig verteilen (mind. drei Tage vorher)
und nicht erst in der Sitzung. Dann sind alle genervt } Ihr Fehler? Nach vorn schauen!
und negativ eingestellt, weil sich keiner vorbereiten Verzichten Sie immer darauf, zu begründen, warum
konnte. etwas schief gegangen ist oder nicht termingerecht
fertig wird. Nichts interessiert Ihre Vorgesetzten
weniger. Gehen Sie davon aus, dass diese selber
} Pünktlich erscheinen wissen, warum etwas nicht geklappt hat. Was Sie
Effiziente Meetings beginnen und enden pünktlich. dagegen unbedingt erörtern sollten, wie Sie solche
Sorgen Sie dafür, dass es nicht an Ihnen liegt, wenn Fehler in Zukunft vermeiden werden.
sich der Beginn verzögert. Ihr Vorteil, wenn Sie als
erster den Raum betreten: Freie Platzwahl, Chance
auf Smalltalk mit den eintreffenden Kollegen/Chefs,
ein Moment der Konzentration...
Soft Skills Basic II Tipps & Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 29

} Projekt durchsetzen } Keiner hat’s gelesen …


Legen Sie niemals ein perfektes Konzept vor! Las- Die Kollegen hören Ihnen nicht zu, sondern studie-
sen Sie ein paar Ecken stehen, an denen die An- ren erst jetzt Ihre Vorlage. Was nun? Reagieren Sie
deren sich reiben können. Die übrigen Teilnehmer angemessen je nach Umfang: Kleine Pause einle-
werden einen Punktsieg genießen und Ihre weiteren gen, langsamer reden oder eine kurze tour d‘horizon
Vorschläge gehen wahrscheinlich ohne längere Dis- lassen den anderen Teilnehmern die Chance, sich
kussionen durch. Um das zu erreichen, sollte die Ihr Papier kurz anzusehen.
„Schwachstelle“ ganz oben auf Ihrer Vorlage ste-
hen. Sind solche Ecken dank Ihrer perfekten Vorbe-
reitung nicht zu finden, wird man auf die vollendeten } Ende gut alles gut.
Rundungen einschlagen, bis sie kantig sind. Am Ende eines Meetings werden vom Moderator
meistens die Ergebnisse zusammengefasst. Für
Sie heißt das: Sie verlassen das Meeting erst dann,
} Smalltalk nervt! wenn Sie konkret wissen, welches Arbeitspaket Ih-
Small Talk stört immer dann, wenn konzentrierte nen zugedacht wurde. Mit Termin! Fassen Sie Ihre
Arbeit unterbrochen wird und sachferne Dinge er- „To-Do-Liste“ ruhig noch einmal zusammen: „Ich
örtert werden. Solche Äußerungen können die habe es so verstanden, dass ich …“.
Stimmungslage entscheidend beeinflussen. Wenn
es kein anderer tut, reißen Sie das Stimmungsruder
herum, indem Sie eine witzige Bemerkung machen
und damit wieder in freundlicheres Fahrwasser ge-
raten.
Soft Skills Basic II Tipps & Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 30

Tipps für Moderatoren von Meetings } Visualisieren Sie


Die erfolgreichste Methode, um allen Teilnehmern
} Raum checken den Diskussionsstand „vor Augen zu halten“ be-
Als Moderator sorgen Sie dafür, dass die Trümmer- steht in einer Visualisierung. Schreiben Sie alle Ar-
landschaft verschwindet, die die Vertreterversamm- gumente auf eine Flipchart und ordnen Sie diese
lung von gestern Abend in Ihrem Besprechungs- Kategorien zu. Erstellen Sie eine Liste mit den bes-
raum hinterlassen hat. Denn mit einer perfekt ten Vorschlägen. Dies erleichtert die Bearbeitung
vorbereiteten Besprechung sagen Sie auch viel von Problemstellungen enorm.
über sich selbst aus!

} Störungen integrieren
} Technik prüfen Ganz gleich, ob der Kellner Getränke serviert oder
Nur benutztes Papier auf der Flipchart? Beamer die Sekretärin dem Chef einen Zettel reicht, nen-
oder Overheadprojektor defekt? Solche Pannen nen Sie die Störung beim Namen und begrüßen Sie
kommen in einem gut vorbereiteten Meeting nicht sie stellvertretend für alle Anwesenden. Mit diesem
vor. Prüfen Sie deshalb die Technik rechtzeitig! kleinen Trick schaffen Sie das fast Unmögliche: Die
Aufmerksamkeit ist wieder bei Ihnen und Sie haben
den Fortgang des Meetings erneut in der Hand!
} Begrüßung
Als Moderator ist es an Ihnen, die Teilnehmer zu
begrüßen, sie ggfs. untereinander vorzustellen und } Unvorbereitete Teilnehmer
einen Einstieg in das Meeting zu geben. Beginnen Sie rufen ein Thema auf und bitten einen Teilneh-
Sie auf jeden Fall pünktlich. Und wenn sich Teilneh- mer um seinen Beitrag. Reaktion: Ein entsetztes
mer verspäten, warten Sie höchstens fünf Minuten! Gesicht. Der hat es völlig vergessen. Ihre Reaktion:
Notfalls den Punkt „Verschiedenes“ vorziehen. Nicht nervös werden, ist ja nicht Ihre Schuld. Ein-
fach mal eine Peinlichkeitspause lassen, damit so
was nicht mehr vorkommt.
} Moderieren Sie
Als Moderator sind Sie in einer neutralen Position.
Sie verfolgen die Diskussion, erteilen oder entzie-
hen das Wort, sammeln die Ergebnisse und fassen
diese zusammen, leiten auf ein neues Thema über
und erklären Sinn und Zweck der Diskussion.
Soft Skills Basic II Tipps & Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 31

} Kein Fachchinesisch aufgenommen. Es gibt Erinnerungsfunktionen usw.


Als Moderator sorgen Sie für die richtige Kommu- All diese Funktionen machen Outlook zu einem sehr
nikation. Bei gemischten Teams ist daher kein Platz effektiven Tool, um Meetings zu organisieren.
für Fachbegriffe. Diese Spielregel müssen Sie als
Moderator zu Beginn des Meetings bekannt geben
und im weiteren Verlauf einfordern. } Der Besprechungsraum
Ein Tisch, genügend Sitzgelegenheiten, Ruhe, Luft
und Licht - in einem Besprechungsraum muss alles
} Zeitfenster einhalten stimmen, sonst werden Meetings schnell zu unkon-
Grundsätzlich müssen Sie Ihren Zeitplan immer im zentrierten Pflichtveranstaltungen, die von den Teil-
Auge behalten. Nehmen Sie sich bei Zeitknappheit nehmern lieber jetzt als gleich verlassen werden.
das Recht heraus, einzelne Punkte aus der Dis-
kussion herauszulösen und an Ad-hoc-Ausschüs-
se oder in die Klärung durch Einzelgespräche zu } Erfrischungen
verweisen. Kündigen Sie das Ende des Meetings Meistens genügt eine Flasche Wasser, um die beim
rechtzeitig an, indem Sie fünf bis zehn Minuten vor- Sprechen ausgetrockneten Kehlen wieder zu erfri-
her die Schlussrunde einläuten. schen. Erfrischungen sollten daher unbedingt bereit
gehalten werden. Von Esswaren ist allerdings bes-
ser abzusehen - das lenkt einfach nur ab. Ein Tipp:
Die wichtigsten Meeting-Werkzeuge Halten Sie ein paar Servietten bereit, falls mal ein
kleines Missgeschick passiert ...
} MS Outlook
Integriert in das Office-Paket von Microsoft - und
damit in 80% aller Unternehmen anzutreffen - ist } Uhr
das Programm Outlook. Neben der E-Mail-Funk- Meetings sollen pünktlich beginnen und zum ver-
tion enthält es auch umfangreiche Möglichkeiten, einbarten Zeitpunkt beendet werden. Ohne Zeit-
um einen Termin-Kalender zu führen und Meetings messer kommen Sie daher nicht klar. Ist auch nütz-
zu organisieren. Denn untereinander vernetzte PCs lich, wenn Sie vortragen wollen: Man verschätzt
können diese Kalender bei anderen anzeigen, so sich manchmal sehr in der Zeit, die man redet. Eine
dass jeder sehen kann, wann Termine möglich sind. Faustregel bei Reden vom Blatt: 1 Seite (30 Zeilen
Es können Einladungen geschrieben werden und á 60 Anschläge) entsprechen in etwa fünf Minuten
Bestätigungen werden automatisch in den Kalender Vortragszeit.
Soft Skills Basic II Tipps & Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 32

} Papier & Stift } Die Agenda


Gehen Sie niemals ohne! Und wenn Sie es beson- Ob Sie es Agenda, TOP oder Tagesordnung nennen
ders gut machen wollen, besorgen Sie sich einen - eine Liste mit den Themen, die in dem Meeting
schönen Füller und einen feinen Notizblock. Damit besprochen und der Reihe nach abgearbeitet wer-
signalisieren Sie gegenüber den anderen Teilneh- den sollen, müssen Sie haben. Eine optimale Agen-
mern: Ich nehme dieses Meeting ernst und es ist da enthält auch Angaben, wieviel Zeit jeder Punkt
wichtig. beanspruchen darf und wer den TOP mit einem
Beitrag eröffnet, ob es sich um eine reine Info han-
delt oder eine Diskussion dazu erwünscht ist. Und
} Flipchart vergessen Sie den Punkt „Sonstiges“ am Schluss
Die Staffelei mit den DIN A1 großen Blättern hat nicht: Da können dann ungeliebte Zwischenrufer
sich durchgesetzt, um bei einer Besprechung Ideen und Abschweifer immer drauf verwiesen werden…
zu sammeln oder Gedanken zu visualisieren. Dazu
brauchen Sie natürlich noch zwei weitere Dinge:
Leere Blätter und Stifte. Vorher checken! } Das Protokoll
Wichtigstes Tool für die Nachbereitung einer Be-
sprechung ist das Protokoll. Vom inhaltlichen Auf-
} Notebook & Beamer bau ähnelt es oft der Agenda, d.h. Teilnehmer, Ort,
Diese technisch nicht ganz einfach zu handha- Zeit und Themen werden auch hier aufgeführt. Das
benden Geräte verbreiten sich zunehmend - die Protokoll enthält selbstverständlich das, was bei der
Anschaffungs-Preise sind im Sinkflug. Wenn Sie Besprechung herausgekommen ist: Die Ergebnisse.
eine Präsentation mit dem Beamer projezieren wol- Diese in kurzen knappen Sätzen zusammenzufas-
len, müssen Sie vor dem Beginn des Meetings die sen ist Aufgabe des vor Meetingbeginn bestimmten
Technik prüfen. Denn schlechter als mit einer Panne Protokollanten. Protokolle sind daher vor allem in
können Sie Ihren Vortrag nicht beginnen! Eventuell Besprechungen mit Kunden wichtig. In diesem Fall
müssen Sie auch äußere Lichteinflüsse noch weg- sollten diese sehr sorgfältig gelesen und ggfs auf
dämmen oder für eine Projektionsfläche sorgen - Änderungen bestanden werden, denn andernfalls
sonst gibts Bildmatsch. kann es teuer werden.
Soft Skills Basic II 33

Te i l D : Der perfekte Auftritt

Knigge – Gute Karriere-


chancen mit guten
Umgangsformen

Gerade im Berufsleben kann man noch so gute


Zeugnisse und Referenzen vorlegen: Schlech-
te Manieren gelten als absolute Karrierekiller!
Gute Karrierechancen haben vor allem dieje-
nigen, die über gutes Benehmen und Parkett-
sicherheit verfügen...

Wer war Knigge?

Adolph Freiherr von Knigge (1751 – 1796) gilt als


Begründer des guten Tons. Nicht, dass vor ihm
kein gutes Benehmen existierte. Er war es aber, der
im Jahre 1788 das Regelwerk „Über den Umgang
mit Menschen“ veröffentlichte. Es entwickelte sich
schnell zum Bestseller. Da sich die Zeiten ändern,
muss das Werk ständig aktualisiert werden. Mitt-
lerweile sind viele Bücher über gute Manieren auf
dem Markt. In fast allem sind sich die Autoren ei-
nig. Wer Karriere machen will, sollte die wichtigsten
Soft Skills Basic II Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen 34

Benimmregeln unbedingt kennen, denn gerade im Tag Frau Maier“. Reicht man zusätzlich die Hand,
Berufsleben kann man noch so gute Zeugnisse vor- liegt eine Begrüßung vor!
legen: Wer sich nicht benehmen kann, hat ohnehin
verloren! Doch wer reicht wem die Hand bei einer Begrü-
ßung? Das hängt von der Situation ab. Prinzipiell
wartet der/die wesentlich Jüngere, ob man ihm/ihr
Grüßen und Begrüßen die Hand reicht. Der Herr wartet, ob die Dame ihm
die Hand reicht. Anders sieht es aus, wenn sich
Im privaten Alltag ist alles klar: Wer den anderen zum Beispiel auf einem Empfang zwei Paare treffen.
zuerst sieht, der grüßt zuerst. Oft erkennen sich Dann gilt folgende Regel: Die Damen geben zuerst
beide im selben Augenblick und grüßen einander sich, dann den Herren die Hand. Danach reichen
gleichzeitig. Im Geschäftsleben erwartet der Höher- sich die Herren die Hände.
rangige jedoch, gegrüßt zu werden. Der Praktikant
grüßt also den Abteilungsleiter zuerst – der Abtei- “Tag Frau Maier, wie geht es dir?“ Mittlerweile gibt
lungsleiter wiederum hat den Geschäftsführer zu- es die abstrusesten Mischungen schriftlicher und
erst zu begrüßen. mündlicher Anreden. Natürlich ist in diesem Fall ein
„Guten Tag Frau Maier, wie geht es Ihnen?“ kor-
Auch bei der Vorstellung einander fremder Personen rekt. Im Zweifel siezen. Im privaten Alltag oder im
gibt es feste Regeln. Generell gilt: Dem Ranghöchs- Sport ergibt sich schnell ein „Du“. Im Berufsleben
ten wird vorgestellt. Das heißt der Dame wird der wird einem oft, aber nicht überall, nach der Einar-
Herr vorgestellt bzw. dem/der Älteren wird der/die beitungszeit ein du angeboten. Doch wie spreche
Jüngere vorgestellt. Das läuft z.B. folgendermaßen oder schreibe ich einen adeligen Bundestagsabge-
ab: „Frau Hoch, darf ich Ihnen Herrn Tief vorstel- ordneten an, der sowohl promoviert, als auch ha-
len?“ und im Anschluss (damit Frau Hoch auch bilitiert hat und zudem über einen Ehrendoktortitel
noch vorgestellt wird) „Herr Tief, darf ich Ihnen Frau verfügt?
Hoch vorstellen?“. Fertig!
Herr Prof. Dr.-Jur. Dr. h.c. Ludwig Freiherr von Win-
Grüßen erfolgt oft wortlos, also durch ein kurzes terhöhensee, MdB? Auch bei barocken Bandwürmer
Kopfnicken mit einem freundlichen Lächeln. Wer gilt der Grundsatz: „Es kommt darauf an“. Spricht
„guten Tag“ oder „Hallo“ sagt, grüßt ebenfalls. man ihn an, reicht ein „Professor von Winterhöhen-
Kennt man die Person namentlich, so gilt die For- see“. Der höhere akademische Grad genügt. Schreibt
mel: „Gruß plus Name“, also zum Beispiel „Guten man einen Brief, dann gilt der „Bandwurm“.
Soft Skills Basic II Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen 35

Gesprächskultur und Gesprächskiller einfach deutlich seinen Namen, sagt, weshalb man
anruft und verspricht später noch einmal zurückzu-
Missverständnisse kommen unter anderem da- rufen oder bittet um Rückruf. Hierfür gibt man seine
durch zu Stande, dass sich ein Gesprächspartner volle Telefonnummer und gegebenenfalls eine Uhr-
beim Reden nicht deutlich ausdrückt und das Ver- zeit an, zu der man auf jeden Fall erreichbar ist.
stehen für den Gegenüber zum Ratespiel wird.
Achtung: Heutzutage sind ISDN-Anschlüsse keine
Insbesondere am Telefon gibt es nichts Peinlicheres Seltenheit. Wer einfach auflegt, bleibt nicht unbe-
für den Gesprächspartner, als wenn er ständig dingt unerkannt. Insbesondere bei geschäftlichen
nachhaken muss, was der „Nuschler“ gesagt oder Angelegenheiten macht dies einen schlechten Ein-
gefragt habe. druck. Der Gesprächspartner kann Datum, Uhrzeit
und Rufnummer des „anonymen“ Anrufers unter
Sowohl privat als auch beruflich gibt es gewisse Umständen leicht zurückverfolgen.
Regeln, die man beim Telefonieren beachten soll-
te. Zunächst einmal nicht zwischen 20 und 20.15
Uhr anrufen, da die meisten Leute zu dieser Zeit die Tischmanieren als Visitenkarte für gutes Be-
Nachrichten anschauen. Ansonsten, insbesondere nehmen
bei Leuten mit Kindern, möglichst vor 21 Uhr an-
rufen. Geschäftliche Telefonate hingegen haben zu Viele Chefs testen die Parketttauglichkeit eventu-
den jeweiligen Geschäftszeiten zu erfolgen. eller Mitarbeiter beim Geschäftsessen. Gelegent-
lich soll es sogar vorkommen, dass Chirurgen zum
Beim Essen und bei Besprechungen gilt für Mobilte- Hähnchenessen eingeladen werden, um zu testen,
lefone strengste Schweigepflicht. Wer sich lediglich ob sie es ordnungsgemäß mit Messer und Gabel
mit „Hallo“ am Telefon meldet, ohne seinen Namen zerlegen können.
zu nennen, tritt einer Studie des Emnid-Instituts zu
Folge bei drei Viertel aller Deutschen ins Fettnäpf- Man stelle sich folgende Situation vor: Ein festlich
chen. gedeckter Tisch. Rechts von den Tellern liegen meh-
rere Messer, links mehrere Gabeln. Eines der Messer
Trotz vieler technischer Innovationen bleibt der hat eine bauchige Form. Ganz rechts liegt ein großer
Anrufbeantworter für viele noch ein Schreckens- Löffel, oben ein kleiner Löffel und eine kleine Gabel.
gespenst. Viele hören sich den Ansagetext genau Ganz links ist ein ganz kleiner Teller platziert. Rechts
an und legen dann auf. Es fehlt der Mut daraufzu- stehen mehrere verschiedene Sorten von Stilgläsern
sprechen. Doch die Geräte beißen nicht. Man nennt sowie ein Wasserglas. Womit beginnen?
Soft Skills Basic II Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen 36

Anhand der oben beschriebenen Anordnung lässt Nicht nur die Körperhaltung ist wichtig, sondern
sich bereits schlussfolgern, was es zu essen gibt: auch die Art, wie man das Besteck hält. Messer
Vorspeise, Suppe, Fischgericht, Fleisch und ein müssen in der rechten, Gabeln in der linken, aber
Dessert. Das äußerste Besteck ist für die Vorspeise Löffel können sowohl in der rechten, als auch in
bestimmt. Der Teller links ist als Brotteller vorgese- der linken Hand gehalten werden. Heiße Suppen
hen. Die Messerschneiden müssen stets nach in- et cetera darf man auf gar keinen Fall „kaltpusten“!
nen zeigen. Dies ist nicht irgendeine Regel, sondern Dies ist ein ganz schlimmer faux pas! Dies gilt auch
hat auch ganz praktische Gründe: Es besteht keine für Schlürfen. Die Löffelspitze führt man zuerst in
Gefahr, sich versehentlich in die Finger zu schnei- den Mund, wobei er auf gar keinen Fall bis zum
den. Jetzt muss man sich einfach von außen nach Rand beladen ist. Dies hat, wie viele andere Regeln
innen arbeiten. Der Löffel ist für die Suppe vorgese- auch, ganz praktische Gründe: Wer den Löffel zu
hen, das breitere Messer für den Fisch, das normale voll schöpft riskiert, dass die Suppe überschwappt.
für das Fleisch und die oben liegenden Bestecke für Die Folge sind dann hässliche Spitzer auf Kleidung
das Dessert. und Tischtuch. Dies gilt übrigens für alle „Esswerk-
zeuge“. Besonderes abstoßend wirkt man auf seine
Zunächst einmal gilt es, eine ordentliche Sitzhaltung Tischnachbarn, wenn man mit weit aufgerissenem
einzunehmen. Man sitzt aufrecht, nutzt die gesamte Mund isst. Dies kann den Anwesenden schnell den
Sitzfläche des Stuhles (also nicht nur die Kante) und Appetit verderben.
sitzt etwa eine Hand breit von der Tischkante ent-
fernt. Die Hände dürfen lediglich bis zu den Hand- Während dem Essen goutiert man oft einen Schluck
gelenken auf dem Tisch liegen. Die Arme müssen Wein, um den Gaumen geschmeidig zu halten,
auf jeden Fall eng am Körper bleiben, damit der oder um den Genuss zu maximieren. Doch wohin
Sitznachbar keinen Ellbogenkick in die Seite abbe- mit dem Besteck? Besonders verpönt ist es, wenn
kommt und auf gar keinen Fall dürfen die Ellbogen man es einfach auf die Tischdecke legt. Nachdem
aufgestützt sein. Extrem abstoßend für seine Tisch- Tischdecken heutzutage weder als Taschentuch
nachbarn wirkt es, wenn jemand den Ellbogen auf noch als Putzlappen für verschmierte Hände her-
den Tischkante stützt, den Kopf drauflegt und mit halten müssen, ist es unangebracht, schmutziges
der rechten Hand Essen schaufelt. Die Gabel muss Besteck darauf zu legen. Manche stützen Messer
so zum Mund geführt werden, dass sie waagerecht und Gabel mit bestem Gewissen so auf den Teller-
liegt. rändern ab, dass die Griffe auf der Tischfläche ab-
gestützt sind. Das gehört sich aber nicht! Man legt
das Besteck einfach waagerecht so auf den Teller,
dass es nicht herunterfallen kann und nicht in das
Soft Skills Basic II Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen 37

Essen gespießt wird. Natürlich hat es wieder einmal Die Serviette liegt zunächst auf dem Teller oder
einen praktischen Grund: Wer das Besteck seitlich links daneben. Sie wird weder um den Hals ge-
abstützt riskiert, dass zum Beispiel Soßenreste an bunden, noch über die Schulter geworfen. Man
den Griffen entlang auf das Tischtuch (oder den legt sie auf den Schoß, aber erst nachdem der/die
Ärmel des Tischnachbarn) fließen. Dies lässt sich Gastgeber(In) das Mahl eröffnet haben. Zulässig ist
somit vermeiden. jedoch, sie diskret im Hosen- oder Rockbund oder
unter einen Gürtel zu klemmen, damit sie nicht auf
Servietten haben eine Vergangenheit. Im 17. Jahr- den Boden fällt. Tut sie es doch, dann bittet man
hundert pflegten männliche Gäste in das Tischtuch den Kellner um eine neue. Bei privaten Einladungen
zu schnäuzen. Da Messer und Gabel noch relativ darf man sie aufheben und weiter benutzen. Auf-
unbekannt waren, wischte man die fettigen Finger merksame Gastgeber(innen) bringen ihren Gästen
ebenfalls am Tischtuch ab. Als die Serviette ihren jedoch automatisch eine neue. Ist das Mahl been-
Siegeszug antrat, blieben die kostbaren Tischde- det, schlägt man sie entgegen ihrem ursprünglichen
cken verschont, und die Kleidung der Gäste eben- Kniff ein und legt sie links neben den Teller. So er-
so. Ein schlimmer faux pas ist, wer mit der Servi- kennt beispielsweise der Kellner, dass der Gast sein
ette den Mund einfach abwischt (oder Lippenstift Mahl beendet hat. Früher legte man Papierserviet-
damit wegschmiert)! Man darf die Lippen lediglich ten auf das Teller, heute gelten für beide Servietten-
abtupfen und zwar bevor man trinkt. Auf diese Art typen dieselben Regeln.
vermeidet man hässliche Fettflecken auf dem Glas.
Dann sieht das Glas nicht nur besser aus, sondern
der Inhalt schmeckt auch gleich besser.
Soft Skills Basic II 38

So finden Sie Ihren


individuellen Busine s s
Style

Neben perfekten Umgangsformen wird in den


Unternehmen heute verstärkt Wert auf ein
passendes, geschmackvolles Äußeres gelegt.
Allerdings wird Ihnen kein Unternehmen der
Welt genau sagen können, welche Kleidung
oder welches Make-up den Wertvorstellun-
gen entspricht, die von dem Unternehmen
verkörpert werden. Zwischen klassisch-kon-
servativ wie bei den Finanzdienstleistern bis
hin zu leger-kreativ wie in der Medienbranche
liegt eine erhebliche Spannbreite. Nicht ganz
einfach also, immer die richtige Kleidung aus-
zuwählen oder das passende Make-up aufzu-
legen. Denn Kleidung soll die Persönlichkeit
unterstützen und nicht die Funktion einer Uni-
form einnehmen.
Soft Skills Basic II So finden Sie Ihren individuellen Business Style 39

Dresscodes: Wo gehört sich was? Dieser Look ist angemessen für Jobeinsteiger, im
mittleren Bereich für Präsentationen oder andere Vor-
Der Dresscode, für den Sie sich entscheiden, ist führtermine, auf oberer Ebene (auf der nicht die o.g.
davon abhängig, in welchem Unternehmen Sie ar- förmliche Kleidung erwartet wird) täglich geeignet.
beiten. In einer Agentur für neue Medien herrscht
ein anderer Kleidungsstil als in der klassischen Un-
ternehmensberatung. So gesehen hat jede Branche } 3. Lockerer Business-Stil bedeutet…
ihren eigenen Dresscode, an dem Sie sich orientie- … alles, was Sie auch samstags anziehen würden
ren müssen. und trotzdem gut Ihrem Vorstandsvorsitzenden
auf der Straße begegnen könnten. Für die Da-
Grob gesehen gibt es vier unterschiedliche Dress- men: Schickes Top (z.B. Bluse), Blazer oder um die
codes, die in jeweils unterschiedlichen Branchen bzw. Schultern ein Pullover, schmale (meist helle) Hose,
zu unterschiedlichen Anlässen getragen werden: flache Schuhe, Schmuck und Accessoires dezent
und hochwertig
} 1. Sehr förmlicher Look bedeutet… Für die Herren: Sakko (oder um die Schultern ein
… für die Damen: Dunkler Hosenanzug oder Kos- Pullover), Hemd, (meist helle) Hose
tüm, dezente Accessoires, unauffälliger Schmuck
… für die Herren: Dunkler Anzug mit passendem Dieser Look ist angemessen für Unternehmen, in
Hemd, eventuell Weste, Krawatte denen intern Styling (Mode etc.) wichtig ist. Wenn
allerdings wichtige Termine (Kunden, Meeting) an-
Dieser Look ist angemessen ab Geschäftsfüh- stehen, besser zu Kombinationen übergehen.
rerebene in der Wirtschaft (z.B. Banken, Versiche-
rungen, Industrie) und bei führenden Politikern.
} 4. Bequeme Kleidung bedeutet…
…Pullover, Sneakers, Polohemd, Jeans etc. und ist
} 2. Kombinationen bedeuten… geeignet, wenn Sie ausschließlich privat unterwegs
… für die Damen: Zusammenspiel von Blazer und sind oder im Einmann-Unternehmen ohne direkten
andersfarbigem Rock oder Hose. Als lebendige Ac- Außenkontakt arbeiten.
cessoires sind z.B. Halstücher geeignet.
… für die Herren: Zusammenspiel von Sakko und
dunkler Hose sowie Hemd und Krawatte.
Soft Skills Basic II So finden Sie Ihren individuellen Business Style 40

Frühling oder Winter: } Der Frühlingstyp


Welcher Farbtyp sind Sie? Typbeschreibung
Hautfarbe: Pfirsichrosa bis Goldbeige, oft mit Som-
In der Farb- und Stilberatung unterscheidet man mersprossen und Neigung zur Rotwangigkeit
vier unterschiedliche Farbtypen. Diese orientieren Haarfarbe: Warmes Blond oder Rot bis hin zu Braun
sich an den vier Jahreszeiten und heißen dem ent- mit Goldschimmer.
sprechend Frühling-, Sommer-, Herbst- und Win- Augenfarbe: Blau, Grün, Wasserblau, Goldbraun
tertyp. Jeder Mensch kann sich in einem der vier
Farbtypen wiederfinden – Mischtypen gibt es nicht. Passende Farbwahl: Beige, Goldbraun, Creme,
Pastelltöne
Was sind die Vorteile desjenigen, der sich „seines“ Ungünstige Farben: Harte Kontraste (schwarz/
Farbtyps bewusst ist? Ganz einfach: Er wirkt – und weiß), kalte Farben
zwar typgerecht - harmonisch und übereinstim- Stil: sportlich, natürlich
mend. Ganz zu schweigen davon, dass teure Fehl- Accessoires: goldfarben
einkäufe unpassender Kleidung der Vergangenheit
angehören.
} Der Sommertyp
Es ist nicht ganz einfach, sich selbst einem der vier Typbeschreibung
Farbtypen zuzuordnen. Bei Unsicherheiten sollten Hautfarbe: bläulicher Unterton, hellhäutig, rosig-
Sie Ihre Farbentscheidung noch einmal von einem beige; in der Sonne Neigung zu guter Bräune
professionellen Anbieter überprüfen lassen. Zumal Haarfarbe: In der Kindheit blond; im Laufe der Zeit
dort mit einer Farbpalette von bis zu 120 Farben nachgedunkelt bis maximal mittelbraun
gearbeitet werden kann. Anderenfalls könnte sich Augenfarbe: Blau, Grün, Grau, Haselnussbraun
die Farbentscheidung genau in die falsche Rich-
tung bewegen – und die falschen Farben bewirken Passende Farbwahl: Kalte Pastelltöne wie Mint,
erstaunliche Veränderungen. Fältchen, Augenringe Hellgrau, Hellblau, alle Blaugrüntöne, blaustichige
oder Rötungen können bei falscher Farbwahl deut- Pink-/Rot-/Malventöne
lich hervorstechen – und umgekehrt bei richtiger Ungünstige Farben: gelbliche Beigetöne, Erdtöne,
Farbwahl überspielt werden. warme Farbtöne
Stil: sportlich feminin/männlich
Accessoires: Silber, Platin, Weißgold
Soft Skills Basic II So finden Sie Ihren individuellen Business Style 41

} Der Herbsttyp Passende Farbwahl: Kühle, kräftige Farben mit


Der Herbsttyp ist weit verbreitet; viele Menschen er- bläulichem Unterton basierend auf weiß, schwarz,
kennen sich in ihm wieder. grau, schwarzblau, bordeaux.
Ungünstige Farben: Erdtöne, Gold
Typbeschreibung Stil: puristisch, klar
Hautfarbe: echt Rothaarig mit hellem bis dunklem Accessoires: Silber, Platin, Weißgold
Hautton und Sommersprossen/extrem heller Haut-
typ mit elfenbeinfarbenem Teint/tiefbronzefarbener
Hauttyp Orientieren Sie sich an Ihrem Farbtyp, so können
Haarfarbe: In der Kindheit oft Goldblond; später Sie Ihre Persönlichkeit wirkungsvoll unterstreichen
Kastanienbraun, Kupferrot, Goldblond, warmes und auf einfache Art und Weise mehr Wirkung er-
Braun mit rötlichem Schimmer zielen. Zu guter Letzt noch ein kleiner Tipp: Bei
Augenfarbe: meist Braun, selten Grün oder Blau Unsicherheiten einfach vor den Spiegel stellen und
verschiedene Farben anhalten – die Wirkung ist fas-
Passende Farbwahl: Warme Farben mit gelblichem zinierend.
Unterton wie Erdfarben, Rosttöne, Kupfer, Karamel-
braun, Kamelhaarbraun
Ungünstige Farben: schwarz, weiß, pink, kalt ABC der edlen Dresscodes
Stil: rustikal, sportlich
Accessoires: Gold So manche Kleidervorschrift birgt Ihre Stolperstei-
ne. Damit Ihnen diese Fettnäpfchen erspart blei-
ben, hier einige Hinweise.
} Der Wintertyp
Tybeschreibung Zunächst einmal: Angaben zur Kleidervorschrift
Hautfarbe: Oft bläulicher Unterton; manchmal oliv- richten sich immer an die Herren. Wie sich die Da-
farben mit blass-gelblichem Unterton; manchmal men zu kleiden haben, ist daraus abzuleiten...
hell
Haarfarbe: dunkel; d.h. hellbraun bis hin zu blau- } Black Tie
schwarz. In der Kindheit manchmal weizenblond Dieser Dresscode steht nicht etwa für die „schwarze
Augenfarbe: Braun, Grün, Blau Krawatte“ sondern bedeutet, dass Sie einen Smo-
king tragen müssen. Zur „Ausrüstung“ gehören au-
ßerdem ein schwarzes Hemd mit verstärktem Kra-
Soft Skills Basic II So finden Sie Ihren individuellen Business Style 42

gen und Doppelmanschetten, Kummerbund und } Cut


Einstecktuch, schwarze Fliege, schwarze elegante Der Cut (auch Morning Coat genannt) ist der Frack
Schuhe. Die Dame trägt eine schwarze lange Robe. für den Tag, also für Anlässe, die vor 15 Uhr stattfin-
Ihre Abendtasche muss kleiner sein als der Kopf. den. Zum Cut trägt man die gestreifte Stresemann-
Accessoires dürfen farbig sein. hose, graue Weste, weißes Kragenhemd mit silber-
grauer Krawatte, grauen Zylinder, sowie am linken
Revers eine weiße oder rote Nelke.
} Business Casual
Faustregel: „Wie im Büro“. Hemd und Jackett bzw.
Hosenanzug oder Kostüm, Krawatte ist nicht zwin- } Smart Casual
gend. Jeans und Sneakers/Turnschuhe jedoch Dieser Hinweis steht meist in Einladungen, die after-
meist nicht erwünscht. work stattfinden. Hier ist konservative Businessklei-
dung entsprechend dem täglichen Dresscode Ihrer
Firma der richtige Stil. Für die Dame gilt entspre-
} Casual chend das Gleiche.
Findet sich dieser Begriff auf Ihrer Einladung, so ist
gehobene Freizeitkleidung angesagt. Das bedeu-
tet im Detail: Gebügelte Baumwollhose, Polohemd } White Tie
und Jackett. Alternativ geht auch ein Hemd ohne Dieser Hinweis bedeutet, dass Sie einen Frack tra-
Krawatte und (damit es angezogener aussieht) ein gen müssen. Der Frack wird immer erst nach 15
Pullover um die Schultern. Uhr oder im Idealfall am Abend getragen. Dazu ge-
hört als „Ausrüstung“ ein schwarzer Zylinder, eine
weiße Weste, ein weißes Frackhemd, Umschlag-
} Cocktail manschetten, eine weiße Schleife und schwar-
Wenn, dann erst ab 16 Uhr und bei eleganten Anläs- ze Lackschuhe. Achtung: Nur Kellner tragen eine
sen. Der Herr trägt: Hochgeschlossenen, dunklen schwarze Schleife zum Frack!! Für die Dame gilt es,
Anzug, Hose mit Bügelfalte, Hemd, dunkle Krawat- ein bodenlanges Abendkleid in schwarz, weiß oder
te und Schnürschuhe. Für die Dame ist der „Klas- grau zu tragen.
siker“ schlechthin angesagt: Das kleine Schwarze.
Schultern, Dekolleté und Bein (erst ab Knie) dürfen
gezeigt werden.
Soft Skills Basic II 43

Te i l E : Der Weg zur starken Persönlichkei t

Tipps für ein ver-


bessertes Selbstbe-
wusstsein

Viele Menschen möchten gerne selbstbewuss-


ter sein. Sie bewundern andere für ihr forsches
und offenes Auftreten und finden sich selbst
zu schüchtern oder zu unsicher. Aus diesem
Grund haben wir für Sie die wichtigsten Tipps
für mehr Selbstsicherheit zusammengefasst.

Beim Thema Selbstbewusstsein geht es in erster


Linie darum, wie Sie zu sich stehen und wie Sie sich
selbst annehmen können. An der Einstellung zu sich
selbst zu arbeiten kostet durchaus Kraft und Ener-
gie. Bevor Sie weiter lesen, sollten Sie sich fragen,
ob sie dazu bereit sind. Ja? Prima, dann los!
Soft Skills Basic II Tipps für ein verbessertes Selbstbewusstsein 44

Forschen Sie nach den Ursachen Lernen Sie sich selbst besser kennen

Wissen Sie, warum Ihr Selbstbewusstsein nicht so Sich selbst besser kennen zu lernen, ist ein wich-
stark ist, wie Sie es sich wünschen? Oftmals lie- tiger Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstbewusst-
gen die Gründe hierfür in der Kindheit. Sätze wie sein. Oft ist das Bild, das wir von uns selbst haben,
„Lass das sein, das schaffst du sowieso nicht.“ stark verzerrt. Wir empfinden uns beispielsweise
oder „Was soll aus dir bloß mal werden?“ prägen dicker oder unfähiger, als wir es tatsächlich sind.
viele Menschen über Jahrzehnte hinweg. Darüber Jeder Mensch hat viele liebenswerte Seiten, Fähig-
hinaus können auch einzelne Erlebnisse, wie das keiten, Eigenschaften und Verhaltensweisen, die
Verlassenwerden von einem wichtigen Menschen, ihn wertvoll und einzigartig machen. Versuchen Sie,
zu mangelndem Selbstbewusstsein führen. sich selbst aus einer freundlichen Distanz zu beob-
achten und so kennen zu lernen, wie Sie einen an-
Nutzen Sie die folgenden Fragen, um die möglichen deren Menschen kennen lernen würden - offen und
Ursachen für einen eventuellen Mangel Ihres Selbst- neugierig.
bewusstseins zu finden:

} W
 elche Botschaften über sich selbst haben Lernen Sie, sich anzunehmen
Sie in der Kindheit gehört? Was hat man direkt
zu Ihnen gesagt und was wurde über Sie Nur wer sich selbst annehmen kann und zu sich
gesagt? selbst steht, hat Selbstbewusstsein und wirkt
selbstsicher nach außen. Sich selbst anzunehmen,
} Was stand in Ihrem Zeugnis über Sie?
scheint für viele Menschen schwer zu sein. Wir kriti-
} W
 ie sind die Menschen in Ihrem Umfeld damit sieren uns, hadern mit unserer Figur, unserer Intelli-
umgegangen, wenn Sie etwas falsch gemacht genz und unserem Aussehen. Meistens sind wir mit
haben? uns selbst strenger, als wir es mit jedem anderen
Menschen wären.
} W
 ie groß ist oder war das Selbstbewusstsein
Ihrer Eltern?
Probieren Sie dagegen einmal folgende Übung
} S
 ind Sie verlassen worden? Wenn ja von wem aus: Setzen Sie sich vor einen Spiegel, schauen
und wie sind Sie damit umgegangen? Sie sich selbst in die Augen und sagen Sie sich „...
(Ihr Name), Du bist ein wundervoller und wertvoller
Mensch - ich mag Dich.“ Machen Sie sich keine Sor-
gen, wenn Sie sich mit dieser Übung schwer tun. Es
Soft Skills Basic II Tipps für ein verbessertes Selbstbewusstsein 45

fällt tatsächlich vielen Menschen schwer, sich etwas Lernen Sie, mit Kritik umzugehen
Nettes zu sagen. Dabei ist das sehr wichtig: Sich
selbst zu mögen, ist eine Grundvoraussetzung für Die Kritik eines Menschen ist nichts anderes als sei-
ein zufriedenes und glückliches Leben. Mehr noch ne ganz persönliche Meinung. Ein anderer Mensch
- sich selbst zu lieben, ist die Basis dafür, auch an- kann schon wieder etwas ganz anderes denken.
dere lieben zu können. Lassen Sie nicht zu, dass Kritiker Ihr Selbstbe-
wusstsein erschüttern. Wichtig: Hören Sie sich Kri-
Deshalb: Stoppen Sie sich selbst, wann immer Sie tik offen an, seien Sie bereit etwas dazuzulernen
etwas denken, das sich folgendermaßen anhört: und entscheiden Sie selbst, welcher Meinung Sie
„Na toll, ich mache immer alles falsch.“ Je öfter folgen möchten.
Sie sich eine solche innere Kritik bewusst machen,
umso leichter wird es Ihnen fallen, diese Sätze
durch etwas Versöhnliches zu ersetzen, wie „Na ja, Lernen Sie „Nein“ zu sagen
das war nicht so toll, aber das nächste Mal mache
ich es viel besser.“ Selbstbewusst zu sein, heißt auch, zu wissen, was
gut für einen ist und was nicht. Üben Sie sich des-
halb darin, auch mal „Nein“ zu sagen, wenn Sie
Entscheiden Sie selbst etwas nicht möchten - tun Sie es freundlich aber
bestimmt und vor allem ohne schlechtes Gewissen.
Wir sind es gewohnt, andere Menschen um ihre Wenn Sie anfangs zu große Schwierigkeiten damit
Meinung zu fragen. Wir orientieren uns an Vorschlä- haben, dann fangen Sie mit einem „Ich überlege es
gen anderer und hoffen mit deren Rat das „Rich- mir“ an. Auch kleine Schritte führen zum Erfolg!
tige“ zu tun. Je mehr Sie die vermeintliche Sicher-
heit bei Anderen suchen, desto abhängiger machen
Sie sich von deren Urteil. Lernen Sie, sich selbst zu Arbeiten Sie an Ihrer Ausstrahlung
vertrauen. Gewöhnen Sie sich daher an, Ihre Ent-
scheidungen (bei denen es nur um Sie geht) alleine Unsere Ausstrahlung ist entscheidend dafür, wie
zu treffen - wenn nötig auch entgegen der Meinung selbstsicher wir auf andere Menschen wirken. Das
anderer. Interessante: Wenn wir positiv und selbstbewusst
wirken, baut das Feedback anderer Menschen un-
ser Selbstbewusstsein noch weiter auf. Dadurch
entsteht eine kleine Erfolgsspirale.
Soft Skills Basic II Tipps für ein verbessertes Selbstbewusstsein 46

Für Ihre Ausstrahlung ist vor allem Folgendes wichtig: } Kleidung, Frisur und Äußeres
Entscheidend ist weniger, welche Kleidung Sie tra-
} Körpersprache gen oder welche Figur Sie haben - entscheidend
Die Körpersprache ist wesentlich bedeutungsvoller, ist, dass Sie sich wohl fühlen. Passen Sie sich Ih-
als viele vermuten - sie macht den größten Teil un- rem Umfeld nur so weit an, dass Sie nicht vollkom-
serer Kommunikation aus! Achten Sie deshalb ab men unpassend gekleidet sind (es sei denn, Sie
sofort auf die Körpersprache anderer Menschen fühlen sich damit wirklich wohl - aber wer tut das
und vor allen Dingen auf Ihre eigene. Welche Hal- schon?).
tung, Mimik und Gestik wirkt offen und positiv, wel-
che unsicher und verschlossen? Überlegen Sie sich
einmal: Wie bewegt sich ein selbstbewusster, er- Führen Sie Buch über Ihre Erfolge
folgreicher Mensch? Machen Sie es ihm nach!
Legen Sie sich Ihr ganz persönliches Erfolgsbuch
an. Schreiben Sie darin alles auf, was Sie erreicht
} Sprache haben - große und auch kleine Dinge. Schneiden
Die Art, wie Sie sprechen, die Lautstärke, Betonung Sie sich Fotos aus Zeitschriften aus, die Ihren Erfolg
und Wortwahl hat Wirkung auf Ihre Zuhörer. Wenn symbolisieren oder malen Sie etwas dazu. Blättern
Sie sich mit einer wohlklingenden, kräftigen Stim- Sie immer wieder in diesem Buch und werden Sie
me Gehör verschaffen können, gibt Ihnen das viel nicht müde, Ihre Erfolge zu feiern!
Sicherheit. Ihre Stimme können Sie bei Bedarf in
einem guten Rhetorikkurs trainieren.
Soft Skills Basic II 47

Sie haben Stärken


und Schwächen!

Die größte aller Schwäche ist zu fürchten


schwach zu sein.
 (J.B.Bossout)

Man muss sein Leben aus dem Holz schnitzen, das


man zur Verfügung hat.
 (Theodor Storm)

Viele Menschen hadern mit ihren Schwächen,


anstatt sich ihrer Stärken zu besinnen. Scha-
de – denn die meisten von ihnen könnten so
viel mehr erreichen, wenn Sie ihre Stärken
ausbauen würden, anstatt ihre Schwächen
auf Mittelmaß heraufzuschrauben. Wenn Sie
sich bewusst sind, wo Ihre Stärken liegen und
diese nutzen, werden Sie Spitzenleistungen
erbringen!
Soft Skills Basic II Sie haben Stärken und Schwächen! 48

Eine Frage zur Einstimmung Eine Frage der Generation?

Was glauben Sie, was Ihnen mehr helfen wird, sich Jüngere Menschen neigen dazu, ihre Schwächen
zu verbessern: Die Kenntnis Ihrer Stärken oder die möglichst genau kennen zu wollen. Sie sehen in
Kenntnis Ihrer Schwächen? Stellen Sie sich vor, Sie ihren Schwächen einen großen Hemmschuh für ihr
haben folgende Wahlmöglichkeit: Sie dürfen sich berufliches Vorankommen. Dieses Verhalten ist ver-
für ein einziges Seminar entscheiden. In dem einen ständlich, denn in der Phase der beruflichen Erstori-
werden Sie Ihre Stärken um 10 Prozent verbessern entierung weiß man ja noch nicht so genau, was in
und in dem anderen Ihre Schwächen um 50 Prozent der Praxis für Anforderungen bestehen. Stellt man
reduzieren. Wofür werden Sie sich entscheiden? diese Frage älteren Menschen, kehrt sich das Ergeb-
nis der Befragung um. Ältere Menschen haben ge-
Stellen Sie diese Fragen doch einmal Ihren Freun- lernt, ihre Schwächen zu akzeptieren, und wollen es
den und Bekannten. Hören Sie intensiv zu und ler- in der Regel auch nicht mehr allen Recht machen.
nen Sie die unterschiedlichsten Argumentationen
und Ihre Gesprächspartner besser kennen. Da es
kein Richtig oder Falsch gibt, ist es nicht erforder- Was motiviert einen Menschen?
lich, dass Sie Ihre Gesprächspartner zu einer Po-
sition bekehren. Dies würde im Normalfall nur zu Nehmen wir einmal an, Sie hätten ein Kind, und
unnötigen Streitgesprächen führen. eines Tages kommt Ihr Kind mit seinem Zeugnis
nach Hause. Da steht es nun schwarz auf weiß:
Hören Sie einfach zu und nehmen Sie wahr, wie Biologie 2, Mathematik 2, Geschichte 3, Sport 2,
Menschen dazu neigen ihre Schwächen zu recht- Physik 1, Deutsch 3, Englisch 5. Über welche Note
fertigen, zu verteidigen und für ihre aktuelle Situati- werden Sie mit Ihrem Kind am längsten reden?
on verantwortlich zu machen. Die gängigsten For-
mulierungen lauten zum Beispiel: „Wenn ich mehr In der Praxis sieht es so aus, dass die meisten Eltern
Berufserfahrung hätte...“, „Wenn ich etwas ande- mit Ihrem Kind am längsten über die schlechteste
res studiert hätte...“ oder „Wenn ich einen anderen Note sprechen werden. Das ist in der Regel nicht
Chef hätte...“ sehr motivierend. Keine Frage, eine fünf in Englisch
ist nicht besonders gut. Darüber muss man reden
– aber wie lange? Kinder – und auch Erwachsene
- sind viel leichter über Erfolgserlebnisse zu motivie-
ren. Und Erfolgserlebnisse haben wir in der Regel
da, wo wir unsere Stärken haben.
Soft Skills Basic II Sie haben Stärken und Schwächen! 49

Ist es sinnvoll, überwiegend an seinen Angstzustände durchleben und sich ständig davor
Schwächen zu arbeiten? fürchten „ertappt“ zu werden.

Die Antwort lautet eindeutig „Nein!“ Wenn wir Die meisten Menschen haben Angst vor ihren
schwerpunktmäßig an unseren Schwächen arbei- Schwächen. Die Angst ist aber der größte Feind
ten, werden wir in der Regel nur drei Dinge erreichen: Ihres Erfolgs. Denken Sie daran: Nicht die Dinge
Schadensbegrenzung, Fehlschläge verhindern und selbst beunruhigen Sie, sondern die Vorstellung da-
Mittelmaß. Aber nie werden wir herausragende von. Die einzige Lösung dagegen lautet: Handeln
Leistungen erzielen. Sie! Stellen Sie sich der Angst und machen Sie den
Herausragende Leistungen kommen immer aus ersten Schritt. Sie werden sehen, wie schnell Ihr
unseren Stärken. Natürlich ist es für das Kind, das Handeln Ihre Ängste auflöst.
eine fünf in Englisch hat, wichtig, soweit an einer
Notenverbesserung zu arbeiten, dass die Verset-
zung in die nächste Klasse nicht gefährdet ist. Es Nutzten Sie Ihre Begabungen
wird jedoch keinen Sinn haben, eine eins oder zwei
in Englisch anzustreben. Diese Zeit sollte viel besser Sind Sie der Meinung, dass Sie bei der göttlichen
in die offensichtlich vorhandene naturwissenschaft- Verteilung von Talenten und Naturbegabungen nur
liche Begabung investiert werden! unzureichend berücksichtigt wurden? Eine ganz
falsche Frage, denn entscheidend ist doch nicht,
was Sie alles nicht haben, entscheidend ist, was Sie
Stellen Sie sich Ihren Schwächen – jeder hat aus dem machen, was Ihnen zur Verfügung steht.
welche!
Nur selten bekommt derjenige das größte Stück
Für unsere Stärken werden wir von unseren Mit- vom Kuchen, der über die größte Begabung ver-
menschen geachtet und respektiert. Da wir aber fügt. In den meisten Fällen ist am Ende derjenige
rundum gefallen wollen, sind uns unsere Schwä- vorne, der gelernt hat sich selbst anzunehmen und
chen eine unangenehme Last, die es abzuschütteln seine Stärken gezielt einzusetzen. Wenn Sie nicht
gilt. Von diesem Wunsch sollten wir uns allerdings die gleichen Talente haben wie Ihre Mitmenschen,
so schnell wie möglich lösen. Denn gerade diese dann müssen Sie möglicherweise andere Wege
Mischung aus Stärken und Schwächen macht uns gehen. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Erfolg
als Mensch unverwechselbar - hierin ist unsere Per- nicht von der Anzahl Ihrer Talente abhängig ist,
sönlichkeit verwurzelt! Es gibt sehr viele Menschen, sondern vielmehr davon, was Sie aus Ihren Ta-
die, um ihre Schwächen zu verbergen, regelrechte lenten machen.
Soft Skills Basic II Sie haben Stärken und Schwächen! 50

Bauen Sie Ihre Stärken aus. Jetzt! Zu guter Letzt

Beginnen Sie umgehend damit, Ihre Stärken aus- Lernen Sie, sich mit den Dingen abzufinden die Sie
zubauen. Konzentrieren Sie sich auf das was Sie nicht ändern können - ändern Sie stattdessen Ihre
können. Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein durch Einstellung. Wenn es regnet, spielt es für den Regen
Erfolgserlebnisse. keine Rolle, ob Sie lachen oder traurig sind. Für Sie
macht es allerdings einen sehr großen Unterschied.
Erstellen Sie eine Liste mit all Ihren Stärken und
Schwächen. Machen Sie sich nichts vor und seien Wenn Ihnen die eine oder andere Begabung fehlt,
Sie ehrlich zu sich selbst. Da, wo Sie wirklich Schwä- werden Sie diesen Zustand nicht ändern, indem Sie
chen haben, die Ihnen beim Erreichen Ihrer Ziele neidisch oder eifersüchtig auf Andere sind. Im Ge-
im Weg sind, sollten Sie sich Kooperationspartner genteil, Sie werden dann eher von Ihren Mitmenschen
suchen. Suchen Sie hierfür den Kontakt zu Men- gemieden. Nehmen Sie sich selbst an und zeigen Sie,
schen, die genau in Ihrem Defizitbereich ihre Stär- dass Sie sich Ihrer Schwächen bewusst sind und ge-
ken haben und umgeben Sie sich mit Personen, die lernt haben, damit entsprechend umzugehen.
Sie unterstützen können.
Nehmen Sie sich ein neues Blatt Papier und schrei- Betrachten Sie Ihre Situation und überlegen Sie sich
ben Sie all Ihre Stärken, Talente, Fähigkeiten und was Sie ändern können. Sicherlich werden Sie nicht
bisherigen Erfolge noch einmal auf das neue Blatt. alles auf ein Mal ändern können. Manche Dinge benö-
Schreiben Sie Ihre Stärken in Ihrer schönsten Schrift. tigen einfach Zeit. Aber wenn Sie niemals anfangen,
Diese Liste tragen Sie nun in Zukunft ständig mit dann werden Sie gar nichts ändern. Machen Sie sich
sich. Diese Liste ist Ihr Schlüssel zu mehr Selbst- einen konkreten Plan und nehmen Sie sich selber in
bewusstsein. Immer wenn Sie in Zukunft zögern, die Pflicht, einen Schritt nach dem anderen zu tun.
lesen Sie sich „Ihre“ Potenzialliste durch und Sie
werden spüren, wie viel Energie Ihnen die Kenntnis Wenn Sie sich diese Ratschläge zu Herzen neh-
und Erinnerung an Ihre Stärken gibt. men, werden Sie eine positive, selbstbewusste und
leistungsstarke Persönlichkeit. Sie strahlen Souve-
ränität aus und man wird Ihnen gerne verantwor-
tungsvolle Aufgaben übertragen. Denn: Ihre Mit-
menschen und auch Ihre Vorgesetzen merken, ob
Sie unter Druck stehen oder ob Sie mit sich selbst
im Reinen sind.
Soft Skills Basic II 51

Self Talk - Die Kuns t


des positiven Selbs t-
gesprächs

Stellen Sie sich einmal vor, zwei Menschen be-


kommen die gleiche Aufgabe: ein Kartenhaus
bauen. Der eine sagt: „Ich kann es probieren,
vielleicht klappt es.“ Der andere sagt: „Ohgot-
tohgott, bei mir klappt das eh nicht.“ Wessen
Kartenhaus wird zuerst stehen? Unabhängig
davon, ob Sie glauben, Sie können etwas errei-
chen, oder ob Sie glauben, sie können etwas
nicht erreichen, Sie haben in jedem Fall Recht.
Das, was Sie glauben, entsteht aus dem, was
Sie sich selbst immer wieder einreden, aus Ih-
rem Self Talk.
Soft Skills Basic II Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs 52

Was ist Self Talk? Woher kommt negativer Self Talk?

Self Talk ist unsere eigene Kommunikation mit uns Oftmals haben wir uns unseren (negativen) Self
selbst und über uns selbst. Hierbei gibt es drei Talk unbewusst angewöhnt. Dies kann während
Möglichkeiten: der Kindheit geschehen sein oder erst später. Wird
einem Kind immer wieder gesagt, es sei dumm, so
} S
 ätze, die wir über uns zu uns selbst laut verinnerlicht es diesen Gedanken und sagt irgend-
sagen. wann selbst, es sei dumm.
Ähnlich verhält es sich mit kontinuierlich eingebläu-
} S
 ätze, die wir über uns zu anderen Menschen
ten Sätzen wie „Das brauchst du erst gar nicht an-
laut sagen.
fangen, das kannst du eh nicht, bei dir klappt das
} G
 edanken der Selbstreflexion, also das, was wir eh nicht.“ Oder mit negativem, pessimistischen
über uns selbst denken (leise, ohne Sprache). Denken, das von den Eltern vorgelebt und vom
Kind via Self Talk übernommen wird. Vielleicht hat
Wie wir über uns sprechen oder denken beeinflusst tatsächlich einmal etwas nicht geklappt. Das kann
viel. Positiver, ermutigender Self Talk motiviert und passieren. Verweilen Sie dann nicht in Gedanken bei
hat einen guten Einfluss auf das Wohlbefinden. Ne- früheren Fehlern. Das bringt Ihnen nichts. Lernen
gativer Self Talk hingegen führt bis hin zu Unsicher- Sie aus den Fehlern und gehen Sie weiter. Wenn Sie
heit, Selbstzweifel, Lustlosigkeit, Unzufriedenheit, aus irgendeinem Grund nichts daraus lernen kön-
Unmotiviertheit, Unglücklichkeit, und vielem unan- nen, dann gehen Sie erst recht weiter. Nehmen sie
genehmen mehr. sich vor, es das nächste Mal auf eine andere Art zu
probieren. Schauen Sie nicht zurück. Beim Auto-
Bei den meisten Menschen ist Self Talk eher ne- fahren können Sie ja auch nicht erfolgreich vorwärts
gativer Art. Man redet sich ein, dass irgendwelche fahren, wenn Sie permanent in den Rückspiegel
Aufgaben zu schwierig sind. Man bremst sich da- starren.
durch ab, traut sich weniger an die Dinge heran und
wird sie deswegen eher nicht in Angriff nehmen.
Man wird mit einer solchen Einstellung nur die we-
niger schwierigen Aufgaben erreichen und wird so
in seiner anfänglichen Einstellung bestätigt - als sich
selbst erfüllende Prophezeiung.
Soft Skills Basic II Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs 53

Warum ist Self Talk so entscheidend? Anders ausgedrückt: Self Talk ist gleichsam eine
sich selbsterfüllende Prophezeiung. Durch das,
Je öfter wir einen Gedanken denken, desto mehr woran wir wirklich glauben, verursachen wir bereits,
glauben wir daran, dass der Gedanke stimmt. Wir dass wir es erreichen. Prophezeien Sie sich etwas
reden uns den Gedanken ein, unabhängig davon, Positives!
ob der Gedanke wirklich korrekt ist. Dies funkti-
oniert in positiver, wie in negativer Hinsicht. Wohl
am treffendsten beschreibt dies Napoleon Hill um Tipps für positiveren Self Talk
1930: Everything a mind can conceive and believe,
it will achieve. (Alles, was man sich vorstellen kann } Hören Sie sich selber zu!
und bei dem man wirklich an dessen Realisierbar- Schärfen Sie Ihr Bewusstsein, wie sie mit sich selbst
keit glaubt, wird man erreichen). kommunizieren. Kaufen Sie sich als Helfer eine Arm-
Diese Erkenntnis ist nichts Neues. Erste Belege fin- banduhr, die jede Stunde piepst. Jede volle Stun-
den sich bereits im 2. Jahrhundert im Talmud: de halten Sie dann kurz inne, um wahrzunehmen,
wie Sie gerade mit sich selbst sprechen. Manche
} A
 chte auf deine Gedanken, denn sie werden respektlose Frechheiten, die man sich selbst gele-
deine Worte. gentlich sagt (z.B. „Ich Trottel“), würde man sich von
anderen nicht sagen lassen.
} A
 chte auf deine Worte, denn sie werden deine
Handlungen.
} Unterlassen Sie negativen Self Talk!
} A
 chte auf deine Handlungen, denn sie werden Warum sollten Sie sich selbst fertig machen? Dafür
deine Gewohnheiten. gibt es keinen Grund. Gehen sie gut mit sich um.
} A
 chte auf deine Gewohnheiten, denn sie wer-
den dein Charakter.
} Sprechen Sie ermutigend mit sich selbst!
} A
 chte auf deinen Charakter, denn er wird dein Sagen sie nicht: „Ich kann dies oder jenes nicht.“
Schicksal. Ermutigen Sie sich. Sagen sie statt dessen: „Wenn
ich mich anstrenge, kann ich das schaffen!“ oder
„Ich habe ähnliche Situationen schon früher ge-
meistert!“ oder „Andere können das, also kann ich
das auch!“
Soft Skills Basic II Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs 54

} Bringen Sie Ihre Stärken ein! } S agen Sie, wie Sie etwas wollen, statt wie
Sagen Sie sich: „Ich kann es schaffen, weil ich so etwas sein sollte.
mutig / ehrgeizig / höflich / redegewandt / fleißig / Wenn Ihnen etwas nicht passt, dann sagen Sie sich
ausdauernd / loyal / kommunikativ / optimistisch / im Self Talk lieber, wie Sie es in der Zukunft haben
gebildet / realistisch / anständig / freundlich / was- wollen, statt zu lamentieren, wie es jetzt sein sollte.
auch-immer bin...“ Offensichtlich ist es ja derzeit anders, als es Ihnen
beliebt. Wie aber sollte es sein? Ein gegenwärtiger
Zustand lässt sich nicht mehr beeinflussen, wohl
} Wählen Sie Ihre Worte sorgfältig. aber ein zukünftiger.
Ihre Worte werden langfristig zu dem, was Sie glau-
ben. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie daher
manche Worte aus ihrem Sprachgebrauch strei- } Wiederholen Sie Förderliches
chen. Dazu gehört beispielsweise das Wort „muss“. Sätze Ihres Self Talks, die förderlich sind, sollten Sie
Sie müssen nichts. Überhaupt nichts! Wann immer so oft wie möglich wiederholen. So schadet es Ih-
Sie sich einreden, sie müssten irgendetwas, reden rer Karriere beispielsweise nicht, wenn Sie im Self
Sie sich damit automatisch ein, dass andere Men- Talk öfters sagen „Erst die Arbeit, dann das Vergnü-
schen oder irgendwelche äußeren Umstände für gen!“ oder „Wenn ich will, kann ich alles schaffen!“
Sie Entscheidungen treffen. Dieser so genannte oder „Wenn ich etwas nicht schaffe, dann ändere
externe Lokus der Kontrolle ist unangenehm. Der ich meine Herangehensweise und probiere es noch
Mensch will in sich das Gefühl der Kontrolle über mal, solange, bis ich Erfolg habe!“ oder „Ich glaube,
seine Entscheidungen haben, also einen internen dass alles gut wird!“.
Lokus der Kontrolle. Streichen sie das Wort „muss“!
Übernehmen Sie die Verantwortung für sich und
entscheiden sich statt dessen für oder gegen et- } Üben Sie positiven Self Talk regelmäßig
was. Ein weiteres zu streichendes Wort ist „unmög- Begrüßen Sie den Tag und sich jeden Morgen po-
lich“. Der Erfolgsautor Napoleon Hill soll in seinem sitiv. Sagen Sie sich: „Es wird ein guter Tag!“, „Was
Wörterbuch das Wort unmöglich sogar herausge- ich mir vorgenommen habe, wird gelingen!“, „Heute
schnitten haben. Abend werde ich meinem Ziel ein Stück näher ge-
kommen sein!“. Jeden Abend könnten Sie ein paar
Highlights des Tages noch einmal Revue passieren
lassen und sich sagen, was sie gut gemacht ha-
ben.
Soft Skills Basic II 55

Entscheidungsfähigkeit:
Entscheiden leicht
gemacht!

Die Fähigkeit, in einer Situation aus mehreren


Möglichkeiten die optimale Handlungsopti-
on auszuwählen und umzusetzen, ist nicht
bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt.
Allerdings sind in den meisten Berufen Be-
denkenträger und Zauderer weniger gelitten.
Vielmehr wird vom Mitarbeiter erwartet, dass
er selbstständig und auf der Basis rationaler
Argumente tragfähige Entscheidungen fällt.
Wie Sie selbst entscheidungsfähiger werden
können, skizzieren wir Ihnen in dem folgenden
Artikel.
Soft Skills Basic II Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht! 56

Wie entstehen Entscheidungen? braucht mehr Kraft, um Pfade anzulegen. Derartige


„Fußspuren“ helfen, Entscheidungen zu treffen. Je
Nicht immer können wir frei entscheiden. Glückli- mehr „Fußspuren“ ein Mensch kennt, desto mehr
cherweise! In bedrohlichen Stresssituationen ten- Entscheidungsoptionen hat er. Übliche „Trampel-
diert der Mensch zu einer von drei grundlegenden pfade“ für Entscheidungen sind Kriterien wie „Im
Entscheidungen, bekannt als Fight, Flight und Free- Zweifel das Gesündere“, „Das Bekannte eher als
ze. Diese Programme werden vom Stammhirn, dem das Unbekannte“, „Das mit dem höchsten Nutzen
ältesten Teil unseres Gehirns, in Sekundenbruchtei- zuerst“, „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“.
len gestartet. Sie dienen dazu, unser Überleben zu
sichern, indem wir im Angesicht einer Gefahr kämp-
fen, flüchten oder uns tot stellen. In allen anderen, Der Gedanke der Zeitverschwendung
weniger stressigen Situationen können wir jedoch
frei entscheiden. Dies ermöglicht uns der Neocor- Eine wichtige Maxime lautet: Das Verzögern von
tex, der evolutionsgeschichtlich neueste Teil unseres Entscheidungen bringt keine Vorteile.
Gehirns. Dieses so genannte Großhirn ist ungeheu- Stellen Sie sich hierzu folgendes Bild vor: Ein Esel
er leistungsstark und hilft uns Dinge genauestens zu steht ganz allein in der Mitte zwischen zwei gleich
durchdenken. Leider braucht das Entscheiden da- großen Häufen von frischem, duftendem Heu. Er
durch manchmal unnötig lang – oder findet gar nicht grübelt und überlegt, kann aber keinen rationalen
statt. Es sei denn, man trainiert das Entscheiden… Grund erkennen, weswegen er den einen Haufen
dem anderen vorziehen sollte. Beide Häufen sind
gleich gut. Nach ein paar Wochen ist er abgema-
Trampelpfade im Gehirn gert, nach ein paar Monaten tot. Furchtbar! Sich
nicht zu Entscheiden, ist ebenfalls eine Entschei-
Das Gehirn arbeitet in etwa wie folgt: Wenn man dung. Es ist die Entscheidung zum Warten und da-
einen Gedankengang zum ersten Mal denkt, ist das mit zur Zeitverschwendung. Langes Warten bringt
so, als ob man auf frischem Schnee eine - neuronale also nichts. Ergo: Trainieren Sie es, Entscheidungen
- Fußspur hinterlässt. Beim zweiten Mal tritt man in zu treffen.
bekannte Fußstapfen. Beim 100. Mal hat man ei-
nen ausgetretenen Weg, den man bestimmt nicht
verfehlt. Die Fußspuren für Entscheidungen werden
ab der frühesten Kindheit gelernt. Neue Pfade hin-
zuzufügen ist bis ins hohe Alter möglich. Allerdings
ist dann der Schnee zunehmend vereist und man
Soft Skills Basic II Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht! 57

Wege aus der Unentschlossenheit findet nicht immer im Kopf statt, aber sicher nicht
ganz ohne ihn. Letztendlich sollte man sich mit dem
Es gibt viele Wege, um dem lähmenden Stadium Ergebnis wohl fühlen und daher auch das Herz be-
der Unentschlossenheit zu entfliehen. Manche füh- fragen. Kurz gesagt: Eine Entscheidung muss kopf-,
ren ans Ziel, manche nicht… herz-, und bauchverträglich sein. Normalerweise ist
das gegeben, wenn die Entscheidung mit persön-
lichen Werten im Einklang ist, also mit dem, wonach
} A. Was funktioniert nicht? der Entscheidende im Leben strebt.
Entscheidungen, insbesondere existentielle und
persönlich wichtige Entscheidungen, muss man
selbst treffen. Eine Abschiebung dieser Verantwor- Tipps zum Training Ihrer Entscheidungs-
tung funktioniert nicht, weder das Abschieben auf fähigkeit
den Zufall, noch auf andere Leute. Niemand will sich
langfristig z. B. dem Ergebnis eines Münzwurfs un- } 1. Verabschieden Sie sich
terordnen. Würfeln funktioniert ebenfalls nicht. Wür- von der Perfektion.
fel, die statt der Zahlen 1 bis 6 die Aufschriften Ja!,
Nein!, Sofort!, Vielleicht!, Später!, Besser Nicht! ha- Jede Entscheidung hat Konsequenzen. Alle Konse-
ben, erwecken zwar den Eindruck, beim Entschei- quenzen in ihrer vollen Tragweite wird man jedoch
den zu helfen, bringen aber letztendlich nichts. möglicherweise gar nicht überblicken können. Es
gibt also keine „perfekte“ Entscheidung. Ein Restri-
Und nur das zu tun, was Andere empfehlen, funk- siko bleibt immer. Sie dürfen Sich auch mal irren.
tioniert leider ebenso nicht. Der Grund dafür ist fol-
gender: Für die Konsequenzen einer Entscheidung
müssen Sie selbst geradestehen - nicht der Würfel, } 2. Verabschieden Sie sich
nicht andere Leute. von der Harmoniesucht.

Es ist eher unwahrscheinlich, dass jeder mit jeder


} B. Was funktioniert? Entscheidung zufrieden ist. Eine Redensart illus-
Wie kommt man von Unentschlossenheit zu einer triert dies trefflich: „Allen Leuten recht getan ist eine
Entscheidung? Möglicherweise kann man gele- Kunst, die keiner kann.“
gentlich sofort „aus dem Bauch heraus“ eine Ent-
scheidung treffen. Falls das nicht der Fall ist, lässt
sich folgender Tipp geben: Eine gute Entscheidung
Soft Skills Basic II Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht! 58

} 3. Trainieren Sie! zu finden. Fragen Sie eventuell Experten oder erfah-


rene Freunde, wie sie die Situation sehen. Eventuell
Üben Sie sich zunächst an Entscheidungen, die Ih- gibt es ja eine bessere Option, als die, die Sie bisher
nen leichter fallen. Hierzu zwei konkrete Vorschläge. gesehen haben.
Erstens: Wenn Sie im Supermarkt einkaufen, fragen
Sie sich bei jedem Produkt ab sofort „Brauch ich
das“ oder „Will ich das?“. Nur das, das Sie brau- } 5. Betrachten Sie Pro & Contra.
chen, legen Sie in den Einkaufswagen. Das trainiert
Sie beim Entscheiden und spart Geld. Zweitens: Betrachten Sie die Entscheidungsmöglichkeiten
Kaufen Sie sich einen Schredder (Papier-Häckse- und stellen Sie sich vier Fragen: Was spricht rational
ler). Bei jedem Papier, das Sie reinstecken, treffen dafür? Was spricht rational dagegen? Was spricht
Sie eine unwiderrufliche und sofort wirkende Ent- vom Gefühl her dafür? Was spricht vom Gefühl her
scheidung. Das trainiert Sie im Entscheiden und dagegen? Trainieren Sie es, bewusst bei jeder Ent-
schafft Ordnung. Wenn Sie 1.000 derartige Ent- scheidung diese vier Fragen zu stellen. Noch ein
scheidungen getroffen haben, werden sie schneller Tipp: Malen Sie sich vor Ihrem inneren Auge ein
reagieren, wenn Sie dann jemand fragt, ob Sie mit Bild, was Sie sehen, denken und fühlen würden,
ins Kino kommen wollen. falls diese Möglichkeit Realität wäre. Wenn das,
was sie sehen, mit Herz und Kopf im Einklang ist,
spricht wenig dagegen.
} 4. Suchen Sie weitere Optionen.

Oftmals empfindet man eine Entscheidung als Ent- } 6. Wagen Sie den Sprung ins Ungewisse.
weder/Oder-Wahl zwischen mehreren Optionen.
Dies ist meistens nicht die vollständige Situati- An irgendeinem Punkt muss man den Sprung ins
on. Allein aus logischen Gründen gibt es bei den Ungewisse wagen. Erstens, weil selbst eine gute
Wahlmöglichkeiten A oder B auch noch die Mög- Entscheidung schlecht ist, wenn sie zu spät erfolgt.
lichkeiten A und B sowie weder A noch B. Dazu Zweitens, weil es in den meisten Fällen so etwas
kommen gegebenenfalls weitere Möglichkeiten (C, wie eine Gewissheit gar nicht gibt. Tun Sie es!!!
D, ...) und eine Unzahl von Kombinationsmöglich-
keiten. Bemühen Sie sich darum, weitere Optionen
Soft Skills Basic II Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht! 59

} 7. Erhöhen Sie den Entscheidungsdruck

Falls Sie nach Schritt 6 noch nicht entschieden ha-


ben, kann es sinnvoll sein, den Entscheidungsdruck
vorsichtig zu erhöhen. Manchen hilft hier eine Sand-
uhr, bis zu deren Ablaufen man sich entschieden
haben muss. Andere bevorzugen das Entscheiden
zu beschleunigen, indem sie im Winter im Freien bei
Eiseskälte entscheiden. Wieder andere, die zu Geld
kommen wollen, geben ihr ganzes Geld aus, um
den Druck neues zu bekommen zu erhöhen, nach
der Devise „Ärmer reicher werden!“. Krisen fördern
also schnelle Entscheidungen. Normalerweise soll-
ten erfahrungsgemäß die Entscheidungshilfen 1-6
genügen.

Nun müssen Sie sich nur noch trauen, das, wozu


Sie sich entschieden haben, auch umzusetzen.
Zögern Sie nicht länger. Entscheiden Sie sich ent-
schieden zu entscheiden!
Soft Skills Basic II 60

Impressum
CoachAcademy
Perspektive GmbH
Silberburgstraße 187
70178 Stuttgart

Telefon: 0711.658357 00
Fax: 0711.658357 11

info@coachacademy.de
www.coachacademy.de

Autoren dieser Ausgabe:


Das Team der CoachAcademy

Herausgeber: Heiko Lüdemann (V.i.S.d.P.)


Redaktionsleitung: Carolin Lüdemann
Redaktion: Dirk Baranek
DTP-Grafik: vierelemente.com

Ausgabe Version 1.0 (Januar 2007)

Urheberrecht:Alle Artikel, Beiträge, Abbildungen und Fotos in-


nerhalb von CoachAcademy sind urheberrechtlich geschützt.
Eine Nutzung dieser Inhalte für nicht-private Zwecke bedarf
der schriftlichen Genehmigung der Geschäftsführung von
CoachAcademy.
Soft Skills Basic II 61

Wa s i s t die CoachAcademy?

CoachAcademy ist das Karrierenetzwerk des Stutt-


garter Bildungsträgers Perspektive GmbH, der seit
1996 junge Menschen berät, trainiert und coacht.

Auf den Internetseiten der CoachAcademy stehen


Studenten, Absolventen und Berufseinsteigern re-
daktionelle Beiträge zu den Themen Beruf, Karriere
und Unternehmen zur Verfügung - und jeden Monat
kommen weitere hinzu.

Jährlich nehmen mehr als 2.000 junge Frauen und


Männer die Gelegenheit wahr und trainieren für
ihren beruflichen Erfolg. CoachAcademy bietet
Karriereberatungen und Einzelcoachings sowie
Seminare zu Managementtechniken, Führungs-
techniken und Kommunikationstechniken an und
ergänzt somit die akademische Ausbildung um
wichtige Schlüsselqualifikationen.

Unterstützt wird das Projekt unter anderem vom


Arbeitgeberverband Südwestmetall, der IHK Heil-
bronn-Franken und dem Würth-Konzern.

Weitere Infos unter www.coachacademy.de


Soft Skills Basic II
7EGEZUM%RFOLG Die eBooklets der CoachAcademy 62


D i e e B ooklets der CoachAcademy


$IEE"OOKLETSDER#OACH!CADEMY
Die besten Artikel der CoachAcademy übersicht-
$IEBESTEN!RTIKELDER#OACH!CADEMYàBERSICHT
lichPRËSENTIERT
LICH präsentiert IN
in EINEM
einem SCHÚN
schön GESTALTETEM
gestaltetem DIGI
digi-
talen $OKUMENT
TALEN Dokument n– DASdas SIND
sind DIE
die E"OOKLETS
eBooklets DER
der
CoachAcademy. (OLEN
#OACH!CADEMY Holen AUCH
auch 3IE
Sie SICH
sich KOMPAKTES
kompaktes
Karriere-Wissen auf Ihren Bildschirm. Hier alle bis-
+ARRIERE 7ISSENAUF)HREN"ILDSCHIRM(IERALLEBIS
herigen Ausgaben der eBooklets auf einen Blick.
HERIGEN!USGABENDERE"OOKLETSAUFEINEN"LICK

.O$IEGESAMMELTEN.EWSLETTER .O2HETORIK .O+NIGGE $IE+UNSTDES


6ORWORTE "ENEHMENS

:UM3CHMUNZELN ZUM.ACHDENKEN ALS !LLES7ISSENSWERTEZUM4HEMA2HETORIK (IERFINDEN3IEALLEWICHTIGEN'EBOTEDER


-ATERIALSAMMLUNGFàRDIEFEIERLICHE2EDE 'ESCHICHTEDER2HETORIK 'ESPRËCHS (ÚFLICHKEITàBERSICHTLICHZUSAMMENGEFASST
$IEGESAMMELTEN6ORWORTEAUSDEN.EWS RHETORIK &RAGETECHNIKEN 2HETORIKUND 'Rà”ENUND"EGRà”EN %RSTER%INDRUCKIM
LETTERNDER#OACH!CADEMYHABENWIRAUF 3CHLAGFERTIGKEIT 2HETORIKUND+ÚRPERSPRA 6ORSTELLUNGSGESPRËCH +LEIDER +NIGGE
VIELFACHEN7UNSCHINDIESEME"OOKLETVER CHE STIMMIGE4IPPSFàRDIE3TIMMEETC % -AIL +NIGGE 4ISCHMANIEREN &EIERNOHNE
ÚFFENTLICHT5MFANG3EITEN 5MFANG3EITEN +ARRIEREKNICK +NIGGE 4EST
)3".   €  5MFANG3EITEN
)3".   € 
7EGEZUM%RFOLG $IEE"OOKLETSDER#OACH!CADEMY 
Soft Skills Basic II Die eBooklets der CoachAcademy 63

.O$AS6ORSTELLUNGSGESPRËCH .O0UBLIC2ELATIONSFàR%XISTENZ .O:EITMANAGEMENT


GRàNDER

!UF)HR6ORSTELLUNGSGESPRËCHSOLLTEN3IEOP &àR%XISTENZGRàNDERISTDIEÚFFENTLICHE 3IEHABENDAS'EFàHL STËNDIGUNTER


TIMALVORBEREITETSEIN DAMIT3IEDENBESTEN +OMMUNIKATIONMITLOKALENODERAUCH :EITNOTZUHANDELN3IEKOMMENOFTZU
%INDRUCKHINTERLASSENKÚNNEN)MVIERTEN àBERREGIONALEN-EDIENVONGRO”ER"EDEU SPËTODERABGEHETZTZU4ERMINEN3IE
E"OOKLETDER#OACH!CADEMYERFAHREN3IE TUNG DENNEINEGUTE02ERSETZTSOMAN GLAUBEN FàRDIEWIRKLICHWICHTIGEN$INGE
DESHALBALLESàBERTYPISCHE&RAGENUNDWIE CHETEURE!NZEIGEN +AMPAGNE)MFàNFTEN IM"ERUFODERAUCHPRIVATGARKEINE:EIT
3IEDARAUFREAGIERENSOLLTEN!U”ERDEM$IE E"OOKLETDER#OACH!CADEMYERHALTEN3IE ZUHABEN7ENN3IEDARANETWASËNDERN
'EBOTEEINESERFOLGREICHEN6ORSTELLUNGS WERTVOLLE4IPPS WIE3IEAUS)HREMNEUEN WOLLEN SOLLTEN3IEDASE"OOKLET.O
GESPRËCHS5MFANG3EITEN "USINESSEINEINTERESSANTE3TORYMACHEN DER#OACH!CADEMYZUM4HEMAu:EIT
)3".   €  UNDWIE3IEDIESELANCIERENKÚNNEN5M MANAGEMENThLESEN5MFANG3EITEN
FANG3EITEN )3".   € 
)3".   € 
7EGEZUM%RFOLG $IEE"OOKLETSDER#OACH!CADEMY 
Soft Skills Basic II Die eBooklets der CoachAcademy 64

.O4IPPSZUM0RAKTIKUM .O0RAXISNAHES0ROJEKTMANAGEMENT .O!SSESSMENT#ENTER

%INERFOLGREICHABSOLVIERTES0RAKTIKUMER )NIMMERMEHR5NTERNEHMENWERDENIMMER )MMERWIEDERGERËTESINDIE+RITIKUNDEBEN


LEICHTERTDEN3TARTINDAS"ERUFSLEBEN7IE MEHR!UFGABENIN0ROJEKTENORGANISIERT SOOFTWIRDESFEIERLICHZU'RABEGETRAGEN
3IE)HRRICHTIGES0RAKTIKUMlNDENUNDBE 7IENEUESTE3TUDIENERGEBENHABEN SIND $AS!SSESSMENT#ENTERISTNICHTUNUM
KOMMEN WIE3IESICHINDIESER:EITOPTIMAL DAVONNURSINNVOLLBZWWERDENER STRITTEN:UAUFWËNDIGINDER$URCHFàHRUNG
VERHALTENUNDWIEDARAUSEINE&ESTANSTEL FOLGREICHABGESCHLOSSEN-ITDEME"OOKLET DOCHNICHTSOAUSSAGEKRËFTIGBZGLDER
LUNGWERDENKANN DASLESEN3IEINDIESER u0RAXISNAHES0ROJEKTMANAGEMENThGEBEN %IGNUNGDES"EWERBERS ZUSTRESSBELASTETE
!USGABEDERE"OOKLETSDER#OACH!CADEMY WIR-ITARBEITERNUND5NTERNEHMENJETZTDAS 4EILNEHMERnDASSINDDIEGËNGIGEN6ORUR
5MFANG3EITEN ERFORDERLICHE7ISSENINKOMPAKTER&ORM TEILE$IESE!RGUMENTEHABENABERDENWEIT
ZUR(AND UM0ROJEKTEERFOLGREICHERDURCH VERBREITETEN%INSATZDES!#NICHTSTOPPEN
ZUFàHREN5MFANG3EITEN KÚNNEN!SSESSMENT#ENTERWERDENWEITER
)3".   €  DURCHGEFàHRT VIELLEICHTMEHRDENNJE

$IE#OACH!CADEMYMÚCHTEN)HNENDAHER
MITDIESEME"OOKLETDIE-ÚGLICHKEITGEBEN
SICHàBERDAS!SSESSMENT#ENTERIM!LLGE
MEINENZUINFORMIEREN UMSICHBESSERDA
RAUFVORBEREITENZUKÚNNEN$ESHALBlNDEN
SICHVIELEPRAKTISCHE4IPPS WIE3IE+LIPPEN
UMSCHIFFENUNDSICHVORTEILHAFTABERAUTHEN
TISCHPRËSENTIERENKÚNNEN5MFANG3EITEN
)3".   € 
7EGEZUM%RFOLG $IEE"OOKLETSDER#OACH!CADEMY 
Soft Skills Basic II Die eBooklets der CoachAcademy 65

.O"EWERBUNGSGUIDEFàR .O+ARRIERE#OACHING .O3CHLAGFERTIGKEITIM!LLTAG


*UNGAKADEMIKER
)MMERMEHR-ENSCHENSUCHENDAS'E 3CHLAGFERTIGKEITISTDIE&ËHIGKEIT SCHNELL
$ERDEFINITIVE"EWERBUNGSGUIDEDER SPRËCHMITEINEMERFAHRENEN#OACH UM ANGEMESSENUNDGEKONNTVERBALEN!TTA
#OACH!CADEMY$ASGEBALLTE&ACH SICHàBERIHRE+ARRIERECHANCENKLARZU CKENZUBEGEGNEN3OLCHE+ILLERPHRASEN
WISSENERFAHRENER"EWERBUNGSTRAINER WERDEN3IEMÚCHTENEINEN,EITFADENINDIE ELEGANTZUKONTERN WàNSCHENSICHVIELE
STEHT)HNENJETZTINEINEMUMFANGREICHEN (ANDBEKOMMEN UMDIERICHTIGEN7EGE DENNDERVERLETZENDE!NGRIFFMIT7ORTHàLSEN
UNDAUFWËNDIGGESTALTETENE"OOKLET ZUBESCHREITEN DIEIHRE+ARRIERECHANCEN LËSSTDEN!NGESPROCHENENKONSTERNIERTUND
ZUR6ERFàGUNG5MFANG3EITEN 7IRKLICHKEITWERDENLASSEN%IN+ARRIERE MANCHMALAUCHWàTENDZURàCK!USDIESEM
)3".   8€  #OACHINGISTABEREINKOMPLEXER0ROZESS 'RUNDVERÚFFENTLICHT#OACH!CADEMYIN
INDEMDER+LIENTUNDDER#OACHDIE SEINERE"OOKLET 2EIHEEINENUMFANGREICHEN
3TRATEGIENFàREINEERFOLGREICHEBERUmICHE 0$& $OWNLOAD INDEMDAS0HËNOMEN
:UKUNFTGEMEINSAMERARBEITEN$IESER ERKLËRTUND3TRATEGIENDERSCHLAGFERTIGEN
#OACHING 0ROZESSWIRDINDIESEME"OOKLET 2EPLIKVORGESTELLTWERDEN
DER#OACH!CADEMYANSCHAULICHUNDNACH 5MFANG3EITEN
VOLLZIEHBARBESCHRIEBENnEIN-USSFàR )3".   € 
ALLE DIESICHFàREIN#OACHINGENTSCHIEDEN
HABENODERERWËGEN MITEINEMKOMPETEN
TEN#OACHANEINERVERBESSERTENPERSÚNLI
CHENUNDBERUmICHEN:UKUNFTZUARBEITEN
5MFANG3EITEN
)3".   € 
7EGEZUM%RFOLG $IEE"OOKLETSDER#OACH!CADEMY 
Soft Skills Basic II Die eBooklets der CoachAcademy 66

.O3MALLTALK .O+REATIVITËTSTECHNIKEN .O"USINESS3TYLEGUIDE

$IEGRO”E+UNSTDESKLEINEN'ESPRËCHS "EIM3TICHWORT+REATIVITËTDENKTMANIM )NDEN5NTERNEHMENWIRDHEUTEVERSTËRKT


ZUBEHERRSCHEN KANNEINENTSCHEIDENDER !LLGEMEINENANGENIALE+àNSTLER SEIENES 7ERTAUFEINPASSENDES GESCHMACKVOLLES
+ARRIEREVORTEILSEIN,ERNEN3IE WIE3IE -ALER 3CHAUSPIELERODERDIE-USIK "AND ¯U”ERESGELEGT$ABEIHABENSICHGEWISSE
UNGEZWUNGENPARLIEREN WELCHE4HE AUSDEN#HARTS(INZUKOMMTZUMEISTDAS 2EGELNENTWICKELT DIEZWARNIRGENDWO
MENDABEIVON6ORTEILSINDUNDWIE3IE VONDER2OMANTIKGEPRËGTE6ORURTEIL DASS KODIlZIERTSIND ABERTROTZDEMINFORMELL
'ESPRËCHSKILLERUNDPEINLICHE3ITUATIONEN ESSICHBEIKREATIVEN0ERSÚNLICHKEITENUM WIRKEN$ASFàHRTZU5NSICHERHEITEN-IT
UMGEHEN5MFANG3EITEN SCHWIERIGE-ENSCHENHANDELT DIEEHER DEME"OOKLETu"USINESS3TYLEGUIDEhSTELLT
)3".   8€  EMOTIONALALSRATIONALDENKENUNDENT #OACH!CADEMYDAHEREIN+OMPENDIUM
SCHEIDEN5NTERDEN4ISCHFËLLTBEIDIESER VOR MITDEM3IE)HRE!USWAHLAN+LEIDUNG
3ICHTWEISEALLERDINGS DASSINZUKUNFTSORI BESSERTREFFENKÚNNEN
ENTIERTEN5NTERNEHMEN+REATIVITËTVERMEHRT 5MFANG3EITEN
GEFRAGTIST'ERADEAUCHINTECHNISCHEN )3".   €  
"ERUFENWIRDDIESGEFORDERT-ITDIESEM
E"OOKLETSTELLT)HNEN#OACH!CADEMYDAHER
-ETHODENVOR DIEESJEDEMERMÚGLICHEN
SEINEKREATIVEN0OTENZIALEZUERSCHLIE”EN
5MFANG3EITEN
)3".   € 
7EGEZUM%RFOLG $IEE"OOKLETSDER#OACH!CADEMY 
Soft Skills Basic II Die eBooklets der CoachAcademy 67

7EGEZUM%RFOLG E"OOKLET Soft Skills Basic I


eBooklet #18
/PTIMIEREN3IE)HRE%RFOLGSFAKTOREN

Vœ>V…
>V>`i“Þ Vœ>V…
)3".   € 
ØÀÊ`ˆiÊ؅À ՘}ÎÀBvÌiÊۜ˜Ê“œÀ}i˜t
>V>`i“Þ
ØÀÊ`ˆiÊ؅À ՘}ÎÀBvÌiÊۜ˜Ê“œÀ}i˜t

.O+ÚRPERSPRACHE %NTSCHLàSSELN No. 17: Wege zum Erfolg - Optimieren No. 18: Soft Skills Basic I
3IEDENGEHEIMEN#ODE Sie Ihre Erfolgsfaktoren
Die Bedeutung der Schlüsselqualifikationen
7IRLADEN3IEHERZLICHEINZUEINER2EISE Erfolgreich sein wollen viele Menschen, doch – oft auch Soft Skills genannt – für eine
DURCHDIE7ELTDERMENSCHLICHEN+ÚR wie wird man es? Was muss man tun, um positive Entwicklung im beruflichen Um-
PERSPRACHE:IELDIESESE"OOKLETSIST erfolgreich zu sein? Welche Ursachen bewir- feld wächst ständig. Mit dem vorliegenden
ES 3IEFàRDIE'ESTENUND3IGNALE)HRES ken den Erfolg? Ausführliche und praktische eBooklet geben wir Ihnen die Möglichkeit,
'ESPRËCHPARTNERSSTËRKERZUSENSIBILISIEREN Antworten auf solche Fragen gibt Ihnen in Ihre Kompetenzen gemäß dieser Entwicklung
UNDDIESEZUDEUTENn7ISSEN DAS)HNEN diesem eBooklet der Autor Falko Graf, Busi- zu erweitern.
IN'ESPRËCHSSITUATIONENHELFENWIRD BES ness Coach und Trainer bei CoachAcademy. Umfang: 66 Seiten
SERZUKOMMUNIZIEREN5MFANG3EITEN Umfang: 51 Seiten Kostenlos erhältlich
)3".   €  ISBN: 3-938641-16-9 / € 5,90

$IEE"OOKLETSDER#OACH!CADEMYFINDEN3IEHIER
Soft Skills Basic II Die eBooklets der CoachAcademy 68

Verhandlungskunst:
Besser verhandeln, mehr erreichen

eBooklet #19

Vœ>V…
>V>`i“Þ
 Ø À Ê` ˆ i Ê Ø … À Õ ˜ } à Ž À B v Ì i ÊÛ œ ˜ ʓ œ À } i ˜ t

No. 19: Verhandlungskunst:


Besser verhandeln - mehr erreichen

Die Erkenntnis, dass Verhandlungen ein Teil


des beruflichen und auch privaten Alltags
sind, erfüllt nicht unbedingt jeden mit reiner
Vorfreude. Das liegt zum größten Teil am
schlechten Image, das Verhandlungen im
Allgemeinen haben. Eine solche Situation
gilt als Verursacher von Stress, Ärger und
Frustrationen. Besser vermeiden, lautet die
Devise bei vielen. Dabei können Verhand-
lungen sehr viel Spaß machen, sobald man
sich einmal grundsätzlich von den konflikt-
beladenen Vorurteilen verabschiedet hat. Mit
diesem eBooklet erläutern wir Ihnen, wie Sie
in Verhandlungen in Zukunft mehr erreichen.
Umfang: 44 Seiten
ISBN: 3-938641-15-0 / € 5,90

Die eBooklets der CoachAcademy finden Sie hier