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Sprechen lernt man, wenn man spricht

Sprechen lernt man nur durch Übung. Forster sagt Folgendes darüber wie man lernt,
Gespräche zu führen. Gespräche führen lernt man nur durch – Gespräche führen. Das ist vergleichbar mit:
Schwimmen lernt man nur durch Schwimmen, Tagungen organisieren lernt man nur dadurch, das man es tut.
Man kann nicht sprechen lernen durch Lesen und Hören, dann lernt man die Wörter nur
passiv, d.h. man kann sie verstehen aber nicht notwendigerweise verwenden. Man muss die
Wörter und die Phrasen aktiv lernen und die Verwendung der Wörter in den Sätzen üben.
Als Anfänger einer Sprache muss man zuerst einen Grund in Grammatik, Aussprache und
Wortschatz bekommen, bevor man zu sprechen anfangen kann. Gunnemark nennt diesen
Grund ein „aktives Minimum“ und es enthält folgendes:
1. Die Aussprache ist annehmbar, oder wenigstens begreiflich
2. Man kann 200-300 von den wichtigsten Wörtern auswendig
3. Man hat 25-50 Phrasen (Umgangssprache o.dgl.) gelernt
4. Die Grammatikkenntnisse sind genug für einfache Gespräche.
Wenn man sprechen will, und nur einen begrenzten Wortschatz hat, ist die Entscheidung wie
man die Wörter verwenden soll sehr wichtig. Man kann sich nicht auf dieselbe Weise
ausdrücken, wie man auf seine Muttersprache kann. Man muss die Sprache anpassen. Das ist
wichtig zu wissen, aber es ist auch wichtig zu wissen, dass man tatsächlich viel mehr, auch
mit einem sehr begrenzten Wortschatz, ausdrücken kann als man zuerst glaubt
 

 Sprechen

Sprechen ist eine wichtige Zielfertigkeit im kommunikativen DaF Unterricht.  Im Gemeinsamen


europäischen Referenzrahmen nimmt sie eine bedeutende Rolle ein.  Dort wird sie in zwei
Gruppen aufgeteilt:

1. Dialogisches Sprechen (an Geprächen teilnehmen)


2. Monologisches Sprechen (zusammenhängendes Sprechen)

 Niveau A1
 Niveau A2

 Niveau B1

 Niveau B2
 Niveau C1

 Niveau C2

 Kriterien für die Beurteilung der Sprechfertigkeit

Die Sprechfertigkeit wird nach den folgenden Kriterien beurteilt:

1. Spektrum
2. Korrektheit
3. Flüssigkeit
4. Interaktion
5. Kohärenz
 

 Sprechen als Form des menschlichen Handelns

Seit Anfang der 80-er Jahre hat sich die Kommunikationsfähigkeit als Ziel des

Deutschunterrichts durchgesetzt:.

Für die Unterrichtspraxis bedeutete das zunächst, dass an die Stelle des Sprachwissens das
Sprachkönnen gerückt ist, dass also die vier Sprachfertigkeiten Sprechen und Hören, Lesen und
Schreiben im Unterricht Vorrang gegenüber Grammatikkenntnissen und dem Übersetzen
erhalten haben.

 Funktionen

Je nach Kommunikationssituation erfüllt das Sprechen unterschiedliche Funktionen (Heyd 1997:


149):

1. Kontaktfunktion: Durch seine mündlichen Äußerungen will der Sprecher mit einem
oder mehreren Gesprächspartnern Kontakt aufnehmen bzw. aufrecht erhalten.
2. Direktive Funktion: Der Sprecher will zu einer Tätigkeit veranlassen oder eine
sprachliche Reaktion hervorrufen.
3. Expressive Funktion: Der Sprecher will eigene Gefühle ausdrücken oder bei anderen
bestimmte Gefühle auslösen.
4. Referenzfunktion: Der Sprecher will Informationen weitergeben oder erhalten.

 Kommunikationspartner

Kommunikation ist immer wechselseitig, sie geschieht zwischen Partnern.

Das bedeutet, dem Sprecher steht immer ein Hörer gegenüber, der das, was der Sprecher bewusst
oder unbewusst zum Ausdruck seinerseits wieder bewusst oder unbewusst aufnimmt.

Wichtig ist die Wirkung des Sprechers auf den Hörer, sie trägt entscheidend zum Ablauf der
Kommunikation bei und steuert sie mit.

Sprechen und Hören sind so untrennbar verbunden wie siamesische Zwillinge (Schatz et.al.
2001:32)
 Textsorten

 öffentliche Ankündigungen, Durchsagen und


Anweisungen;
 öffentliche Reden, Vorlesungen, Präsentationen, Predigten;
 Rituale (Zeremonien, Gottesdienste);
 Unterhaltung (Drama, Shows, Lesungen, Lieder);
 Sportkommentare (Fußball, Kricket, Boxen, Pferderennen
usw.);
 Nachrichtensendungen;
 öffentliche Debatten und Diskussionen;
 interpersonale Dialoge und Unterhaltungen;
 Telefongespräche;
 Vorstellungsgespräche usw.

Unterrichtsideen

Unterrichtsprotokoll

Es kommt recht häufig vor, dass meine Schülerinnen und Schüler entweder den Unterricht
versäumen oder aus anderen Gründen nicht auf dem Laufenden sind, weil sie zum Beispiel die
Hausaufgaben nicht gemacht oder schlecht aufgepasst haben. Dem kann mit einem mündlichen
„Protokoll“ über die letzte Unterrichtsstunde entgegengewirkt werden.

Dafür sprechen die Jugendlichen in Kleingruppen zu Unterrichtsbeginn einige Minuten lang über
die letzte Unterrichtsstunde, indem sie Fragen darüber beantworten und diskutieren, z. B.:

 Was habt ihr gelesen/gehört/geschrieben/gespielt?


 Was habt ihr Neues gelernt?
 Was hat euch am besten gefallen?
 Was habt ihr langweilig gefunden?
 Wie fandet ihr die Hausaufgabe? 
 Wortschatzwiederholung
 Ich halte es für wichtig darauf zu bauen, was bereits erarbeitet worden ist und dieses
Wissen zu wiederholen und zu festigen. Dafür eignet sich die Übung „Mein bestes
deutsches Wort aus dem heutigen bzw. vorigen Unterricht“. Dabei bestimmen die
Schülerinnen und Schüler selbst ihre Kriterien für die Wahl dieses Wortes (z.B. ist
besonders nützlich, klingt besonders schön, habe ich am besten behalten).
(z.B. das beste Verb, das beste Adjektiv, die beste Redenwendung)
Konzentrations- und Bewegungsspiele
Oft liegt schon ein langer Schultag hinter den Schülerinnen und Schülern, wenn sie in den
Deutschunterricht kommen. Aus diesem Grund fällt es ihnen häufig schwer sich zu
konzentrieren. Deshalb rege ich sie gelegentlich zu kleinen Konzentrations- und
Bewegungsspielen an. Einige Beispiele möchte ich hier vorstellen:

 Chaosspiel: Alle Jugendlichen stehen im Kreis und jeder soll an eine Person aus der
Klasse denken, ohne in irgendeiner Weise zu verraten, um wen es sich handelt. Nach
dem Signal der Lehrkraft soll man auf die jeweilige Person zulaufen und sie dreimal
umkreisen. Das Spiel heißt Chaosspiel, weil es durchaus ein Chaos gibt, wenn plötzlich
drei Leute auf die gleiche Person zulaufen und diese aber selbst auch noch auf eine
andere zugeht. Auf diese Weise können sich die Schülerinnen und Schüler für ein paar
Minuten richtig austoben, und danach können sie sich wieder prima konzentrieren. 
 
 Motorisches Alphabet: Die Lehrkraft schreibt das Alphabet an die Tafel und unter
jeden Buchstaben nach Belieben entweder L, R oder Z. Dabei bedeuten diese drei
Symbole das folgende: 

L = linken Arm heben,


R = rechten Arm heben,
Z = beide Arme zusammen heben

Das Tafelbild sieht dann ungefähr so aus:

A         B        C         D         E         F         G         H


L         R         Z         L         R         Z         L          L

Auch bei diesem Spiel stehen die Schülerinnen und Schüler alle im Kreis. Beim
„Probedurchlauf“ liest die Lehrkraft nun die ersten Buchstaben des Alphabets laut vor, und
die Jugendlichen machen die entsprechende Armbewegung. Nun nennt die Lehrkraft
einzelne Buchstaben in beliebiger Reihenfolge, und die Schülerinnen und Schüler müssen
schnell reagieren. Nach und nach kann das Tempo beschleunigt werden.

Das Spielprinzip lässt sich auch auf Wörter übertragen - zum Beispiel zur Wiederholung
und Festigung der Artikel. Dazu schreibt die Lehrkraft die Bedeutung einzelner
Bewegungen an die Tafel, z. B.:

L = der
R = die
Z = das

Dann schreibt die Lehrkraft Wörter ohne Artikel an die Tafel, oder nennt die Wörter
einfach, ohne sie anzuschreiben. Weiter wird wie oben beschrieben gespielt.

 
Die beschriebenen Aktivitäten kann man gut zwischendurch durchführen. Sie passen zu jeder
Unterrichtseinheit und sorgen für Spaß im Klassenraum und schließlich auch für eine bessere
Konzentration der Jugendlichen.

Fragen und Antworten mit Bewegung

Wenn die Schülerinnen und Schüler morgens zum Unterrichtsbeginn noch müde sind und fast
apathisch da sitzen (und das ist ja fast immer so!), kann man mit ihnen eine kleine
Aufwärmübung machen, so dass sie wach werden und gleichzeitig in „Deutsch-Laune“ kommen.
Dazu bereite ich Kärtchen vor, auf denen je eine W-Frage steht – zum Beispiel: Wie hast du
heute geschlafen? oder Was hast du zum Frühstück gegessen? Auf höheren Stufen sind die
Fragen entsprechend komplizierter: Wie stellst du dir dein Leben in 20 Jahren vor? oder Mit
welchen Problemen würdest du dich als Politiker zuerst beschäftigen? Die Fragen beziehen sich
meist auf das zuletzt behandelte Unterrichtsthema, oder es werden bestimmte
Grammatikstrukturen geübt wie z.B. Perfekt oder Passiv.

Im Unterricht verteilt die LK je ein Kärtchen pro Person und lässt die Jugendlichen im Raum
herumspazieren und mit mindestens drei verschiedenen Mitschülerinnen und Mitschülern
sprechen. Dabei stellen sich die Jugendlichen gegenseitig ihre Fragen in Paaren und beantworten
sie kurz. Anschließend werden die Kärtchen getauscht und man sucht sich einen nächsten
Gesprächspartner. Manchmal steuere ich die Übung zeitlich, indem ich kurz Musik einschalte,
wenn der Gesprächspartner gewechselt werden soll. Insgesamt dauert diese Übung meist nicht
länger als 10 Minuten.

Manchmal schreibt die LK auch provokative oder witzige Fragen auf – zum Beispiel: Warum
können Frauen nicht einparken? oder Warum bist du gestern im Bikini in der Stadt
herumgelaufen? In diesem Fall müssen die Jugendlichen widersprechen oder sich ausreden
können ...

Die Erfahrung ist, dass die Schülerinnen und Schüler bei diesen Gesprächen immer viel Spaß
haben und ziemlich lebendig werden!
Zungenbrecher machen Spaß und alle Kinder finden sie lustig! Man kann Zungenbrecher als
Wortspiele in der Klasse benutzen, weil sie sowohl die Konzentration als auch die Artikulation
der Schüler trainieren.

Hier findet man Zungenbrecher:

http://www.uebersetzung.at/twister/de.htm

http://rezepte.nit.at/zungenbrecher.html

http://www.schulzens.de/Grundschule/Deutsch/Zungenbrecher/zungenbrecher.html

http://www.labbe.de/zzzebra/index.asp?themaid=341

http://www.heilpaedagogik-info.de/kindergedichte-zungenbrecher/sprueche-deutsch-und-
englisch-lustige-zungenbrecher/727-zungenbrecher-fuer-kinder.html

Viel Spaß beim Zungenbrechen!!!

Zungenbrecher

A Auf dem Rasen rasen Hasen,


atmen rasselnd durch die Nasen.
 

Frau von Hagen, darf ich's wagen Sie zu fragen,


wieviel Kragen Sie getragen, als sie lagen
krank am Magen, im Spital zu Kopenhagen?
 

b  Blase blubbernd in Seifenbrühe


bilde bunte Seifenblasen!
 
Gelbe Blumen blühen beim Birnbaum
Blühen beim Apfelbaum blaue Blumen?
 
Blaukraut bleibt Blaukraut
und Brautkleid bleibt Brautkleid.

ch Machen Drachen manchmal nachts echt freche Sachen, oder lachen Drachen manchmal acht freche
Lacher?

Echte Dichter dichten leichter bei Lciht.

Auch freche Fechter fechten mitternachts nicht.

d Der dicke Dirk trug den dünnenDirk durch den dicken, tiefen Dreck. Da dankte der dünne Dirk dem
dicken Dirk, daß der dicke Dirk den dünnen Dirk durch den dicken, tiefen Dreck trug.

Dumme Buddler denken beim Buddeln im Sand, sie buddeon die edelsten Dinge. Dabei buddeln die
Buddler nur Sand mit der Hand.

e Esel essen Nesseln nicht,

Nesseln essen Esel nicht.

Was Esel gern afu Wege legen,

fegen Kehrer weg mit Besen.

Feger kehren weg mit Besen,

 was Esel gern auf Wege legen.

eu Neunzehn heulende Teufel Teufel scheuen neunzehn neugierige Leute um ein teuflisches Feuer.

Neulich heulten neuen treue Freunde.

Neun treue Freunde heulten neulich.

f Früh fressen freche Frösche Früchte.

Freche Frösche fressen früh Früchte.


 

Fischers Fritz fischt frische Fische.

Frische Fische fischt Fischers Fritz.

Fünzig flinke Füße flöitzen.

Flitzen fünzig Füße flink?

i Sieben Riesen niesen

weil Nieselwinde bliesen.

Ließen die Winde dieses Nieseln

ließen die Riesen auch das Niesen.

j Jedes JAhr im Juli essen Jana und Julia Johannisbeereb.

Jedes Jahr jammert Jäger Julius bei der Jagd, wil ihn seine Jägerhose juckt.

l  Lilo liebt lila Luftballons. Lina dagegen kann lila Luftballons nicht leiden.

Weil lustige Leute laufend lachen, lachen lustige Leute auch beim Laufen.

m Manches müde Murmeltier

mag Magermilch mit Mandarinen.

Magermilch mit Mandarinen

mag manches müde Murmeltier.

n Nie im Leben nadeln Tannen nur im Nebel.

Wenn einer neun Namen sein eigen nennt,

nennt ihn natürlich niemand bei seinem Namen.

 
 

o Otto soll Oma rote Rosen ohne Dornen holen. Von wo soll Otto Oma Rosen ohne Dornen holen? Soll
Oma doch rote Rosen ohne Dornen ohne Otto holen!

Oma kocht Opa Kohl. Opa kocht Oma Kohl. Doch Opa kocht Oma Rosenkohl. Oma dagegen kocht Opa
Rotkohl.

p Plötzlich plappert Papas Papagei

putzige Sätze.

Putzige Sätze plappert Papas

Papagei plötzlich.

pf Pferde mampfen dampfende Äpfel.

Dampfende Pferdeäpfel mampft niemand.

qu Quasseln Quirle?

Quietschen Quellen?

Quakt ein Quartett?

r Auf dem Rasen rasen rasche Ratten,

rasche Ratten rasen auf dem Rasen.

Raben graben graue Asseln aus,

graue Asseln graben Raben aus.

sp Mein Spitzer spitzt Stifte spielend sptz.

Spitz spitzt mein Spitzer spielend Stifte.

t Hätten Tanten Trommeln statt Trompeten,

 täten Tanten trommeln statt zu tröten.


 tz Fritzchens Katze Tatze

kratzt Schlitze in Matratzen.

ü Müller Lümmer frühstückt schüsselweise grünes Gemüse.

Müller Rümmel schlürft eine Schüssel trübe Brühe.

z Zwischen zwei Zweigerln

zwitschern zwei Zeiserln.

Zwischen zwei Zwetschgenzweigen

sitzen zwei zwitschernde Schwalben.

 Den winzien Zweg Zimpelpum

zwickt seine Zipfelmütze.

Er zupft, er zieht, und zerrt zuletzt

voll Zorn sie in die Pfütze.

a2_arbeitsblatt_kap3-03.pdf a2_arbeitsblatt_kap5-06(1).pdf a2_arbeitsblatt_kap7-02.pdf

A1_1031V_DE.pdf a2_arbeitsblatt_kap2-01.pdf a2_arbeitsblatt_kap2-04.pdf